Razzia [Update]

ibarra iglesia cetedral

Ibarra, Ecuador, Iglesia Catedral

Aus meinem Reisetagebuch, 23.11.1979:
In der Nacht bollert Militärpolizei gegen die Tür des Zimmers unserer Herberge. Razzia. Junge Burschen, die kaum lesen und schreiben können. Kontrollieren die Rucksäcke. H.s Messer verschwindet beinahe, die Herren akzeptieren aber ein „Geschenk“ von mir und lassen es ihm: Kohletabletten gegen diarrhea. Alle sind sehr neugierig und verhalten sich korrekt. Aber wir sind froh, als sie wieder draußen sind.

[Update] Man lernt doch nie aus. Ich habe erst jetzt festgestellt, dass man bei der Google Bildesuche ein Feature hat, um Bilder upzuloaden (das Kamera-Symbol) und die – per Algorithmus – untersuchen zu lassen. „Offiziell“ geht es darum, den Ursprung der Bilder eventuell festzustellen. Es kommt aber ganz etwas anderes heraus, wenn man das Foto oben hochlädt: Mögliche verwandte Suchanfrage: attalea speciosa. Ich weiß jetzt auch, um welche Palmenart es sich handelt.

Das ist ein bekanntes Problem bei „künstlicher Intelligenz“: Ein Computer erkennt nicht sofort, was auf einem Foto wichtig ist – hier eben weniger die Palme, sondern die Kirche – nicht immer ein Nachteil.

Kommentare

2 Kommentare zu “Razzia [Update]”

  1. Corsin am Oktober 18th, 2019 8:53 pm

    Karl May war oftmals gar nicht so weit von der Realität entfernt. Recht jugendliche mexikanische Polizisten ließen sich dazumal mit der Visitenkarte eines deutschen Antiquariats schwer beeindrucken. Das waren noch Zeiten.

  2. Crazy Eddie am Oktober 19th, 2019 9:06 am

    In Mexico fragten die Wachtmeister immer: „Koka, Marijuana, Fire Weapons?“ Ich mit meinen fast 1,90m war immer gut zwei Köpfe größer, als die Mexicaner und wurde nie durchsucht. Mein Reisegefährte mit seinen 1,70m hingegen immer.- Viele Mexicaner genießen ihr Feierabendbier übrigens mit reichlich Chilipaste, die sie um das Trinkloch oben in der Dose schmieren. Nach durchzechter Nacht hatten sie am nächsten Morgen üble Magenprobleme, wogegen das Immodium aus meiner Reiseapotheke bestens half. Zwei Nachbarn im Hotel hatten in ihrem Zimmer gleich zwei oder drei kleine Aquarien aufgestellt, in denen einige Molche oder Axolotl lebten. Aus diesen stellten sie Salben für ihr ambulantes Gewerbe her.

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