Widernatürlich bei etwas liegen

In den sozialen Medien kursiert das Gerücht, in Kanada sei das öffentliche Zitieren bestimmter Bibelstellen in Zukunft strafbar. Das musste ich natürlich recherchieren, zumal die Religioten sich jetzt schon echauffieren.
| Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. Du sollst auch bei keinem Tier liegen, dass du an ihm unrein wirst. Und keine Frau soll vor ein Tier treten, dass es sie begatte; es ist ein schändlicher Frevel. (Levitikus aka 3. Buch Mose 18, V. 22) |
Es ist aber alles ganz anders: Kanada wird im Gegensatz zu Deutschland säkularer.
| Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben. (1. Korinther 6,9–10) |
Was geplant ist:
– Gebete in der Öffentlichkeit sollen reguliert werden. [Vorbildlich!]
– Wer bestimmte Bibelstellen öffentlich zitiert, wird wegen „Hassrede“ strafrechtlich verfolgt. [Was ist mit dem Koran??]
– Die Erziehung der eigenen Kinder in bestimmten, aber anerkannten Glaubensrichtungen sollte als Indoktrination strafrechtlich verfolgt werden.
– Die etwa von den Zeugen Jehovas praktizierte soziale Distanzierung gegenüber ausgeschlossenen oder ehemaligen Mitgliedern, die der Organisation öffentlich schaden, gilt als soziale Diskriminierung und institutionalisierte Ausgrenzung.
| Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer treiben mit Männern Unzucht und erhalten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. (1. Römer 1, 26–27) |
Leider erfährt man nichts darüber, wie man damit umgeht, wenn Muslime sich von ihrer Religion lossagen und dann bedroht werden – was die Regel ist.
| Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. Wenn jemand eine Frau nimmt und ihre Mutter dazu, der hat eine Schandtat begangen; man soll ihn mit Feuer verbrennen und die beiden Frauen auch, damit keine Schandtat unter euch sei. Wenn jemand bei einem Tiere liegt, der soll des Todes sterben und auch das Tier soll man töten. Wenn eine Frau sich irgendeinem Tier naht, dass es sie begattet, so sollst du sie töten und das Tier auch. Des Todes sollen sie sterben; ihre Blutschuld komme über sie. Wenn jemand seine Schwester nimmt, seines Vaters Tochter oder seiner Mutter Tochter, und er sieht ihre Scham und sie sieht seine Scham, so ist das Blutschande; sie sollen ausgerottet werden vor den Leuten ihres Volks. Er hat die Scham seiner Schwester entblößt; er soll seine Schuld tragen. Wenn ein Mann bei einer Frau schläft zur Zeit ihrer Tage und ihre Scham aufdeckt, hat er die Quelle ihres Blutes entblößt und sie hat die Quelle ihres Blutes entblößt; sie sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden. (Levitikus 20, V. 13ff) |
Praise be to Allah und anderes
Propaganda-Front
Man muss schon zugeben, dass Trump eine Sprache spricht, die Muslime überall auf der Welt verstehen. Unsere Politiker würden sich eher die Zunge abbeißen, anstatt Klartext zu reden.
By the way. Nimm dies, Göttingen: (Sound!) Praise be to Allah again!
Innere Front
Wir haben noch Harald Martenstein hinter der Paywall der bürgerlichen Presse: „Sippenhaft, Kontakt- und Kollektivschuld sind totalitäre Ideen. Der Druck, aufzustehen und sich öffentlich zu bekennen oder zu distanzieren, ist bei religiösen Fanatikern, bei Nazis, bei Woken und bei Kommunisten üblich. In einer Demokratie muss man sich von Straftätern nicht ausdrücklich distanzieren. Es reicht, selbst kein Straftäter zu sein.“
Vade retro! Der ist auf Fratzenbuch mit jemandem „befreundet“, der einen Putinisten kennt! Soziale Ächtung sofort!
Persische Front
Die Qualitätsboulevardmedien berichten zuverlässig über das, was andere schon längst herausgefunden haben: „Laut dem Rechercheportal Axios verbreitete der US-Auslandsnachrichtendienst CIA innerhalb des Irans die Information, dass US-Streitkräfte den vermissten Offizier bereits gefunden hätten und versuchten, ihn über Land zu evakuieren. Ziel dieser Täuschung war es, iranische Kräfte in die Irre zu führen und die tatsächliche Suchaktion zu verbergen.“
Bonus (Instagram): „Two Israeli commando units — Sayeret Matkal and Unit 5101 “Shaldag” — participated in the rescue of the American pilot near Isfahan, according to the latest reports. Sayeret Matkal is the IDF’s elite general‑purpose commando unit with deep‑penetration and hostage‑rescue capabilities. Shaldag is an Israeli Air Force special forces unit trained for clandestine operations, reconnaissance, and combat search‑and‑rescue missions behind enemy lines.“
Das schreit natürlich nach einer Netflix-Version.

Secondlife-Front
Ich kämpfe schon seit mehreren Stunden Tagen mit komplizierten Mesh-Texturen, während ChatGPT mich immer wieder in die Irre führt. Ich war nur zu faul, mich durch die einschlägigen Tutorials zu zappen. Es kann doch nicht so schwierig sein, die Textur eines einfachen virtuellen Sackes zu modifizieren? Ist es aber – verdammt kompliziert… Also doch die Tutorials. Man lernt nie aus.

Tierische Front
Für Randy erfüllte sich ein Männertraum. (Habe übersehen, dass die Story schon 2014 spielte.)
Unter Faktenschaffenden und anderes

Heute nur Kurzfassungen:
– Berlin zahlt 240.000 Euro an Microsoft. Mit Linux wäre das nicht passiert. SCNR
– Die US-amerikanixchen Astronauten benutzen Microsoft Oulook (das ist ein E-Mail-Programm) und haben prompt Probleme. WTF? Wieso nutzen die Outlook?
– Das antiisraelische Hetzblatt (das es schon immer war), auch als ehemaliges Nachrichtenmagazin bekannt, weist darauf hin, dass Israel in Gaza „Fakten“ schafft. Gut so. Weiter so.
– CNN (exklusiv): „US intelligence assesses Iran maintains significant missile launching capability, sources say“.
„Roughly half of Iran’s missile launchers are still intact and thousands of one-way attack drones remain in Iran’s arsenal despite the daily pounding by US and Israeli strikes against military targets over the past five weeks, according to recent US intelligence assessments…“ Werde wir ja sehen.
– Auch wenn deutsche Medien penetrant behaupten, Trump habe seine Justizministerin rausgeworfen: Das kann man auch anders sehen.
Ich wollte nur ein Kontrastprogramm anbieten. Meine Versionen sind so gut wie alle anderen.
Wg. Todesstrafe
Israel führt also die Todesstrafe für „Terroristen“ ein. Wer Anschläge auf Israelis/Juden verübt, ist eindeutig einer. Was aber ist mit denen, die andere morden lassen, den Terror aber ausgeheckt haben?
Ich finde er übertrieben, sich jetzt aufzuregen. Wenn die IDF reihenweise Hamas- und Hibollah-Anführer liminiert/tötet/exekutiert (die Wortwahl sagt schon viel aus), dann ist das auch die Todesstrafe, nur ohne Gerichtsurteil.
Todesstrafe wegen Homosexualität
| Land | Status |
|---|---|
| Iran | Todesstrafe wird angewendet |
| Saudi-Arabien | Todesstrafe möglich |
| Jemen | Todesstrafe möglich |
| Vereinigte Arabische Emirate | Todesstrafe gesetzlich möglich |
| Katar | Todesstrafe theoretisch möglich |
| Afghanistan | Unter Taliban Todesstrafe |
| Brunei | Todesstrafe im Gesetz (Moratorium) |
| Mauretanien | Todesstrafe im Gesetz |
| Nigeria | In einigen Bundesstaaten mit Scharia |
| Somalia | In einigen Regionen |
| Pakistan | Theoretisch möglich (sehr selten angewendet) |
Ich war immer ein Gegner der Todesstrafe, weil wie erwiesenermaßen nichts bewirkt. Außerdem ist sie barbarisch, wenn man sich überlegt, dass die Justiz auch irren kann.

Seitdem ich aber das Nova Site Memorial gesehen habe, weiß ich nicht mehr, was „barbarisch“ ist… Wenn man diese Täter lebenslang in den Knast steckte, werden sie nicht resozialisiert, was eigentlich immer auch ein Zweck der Strafe ist.
Vielleicht ist es eine zynische Abwägung: Wenn arabische Terroristen durch Geiselnahme andere Terroristen freipressen wollen, wäre die Auswahl jetzt nicht mehr so groß.
Todesstrafe wegen Terrorismus
| Land | Region | Status |
|---|---|---|
| China | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Indien | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Pakistan | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Afghanistan | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Iran | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Saudi-Arabien | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Vereinigte Arabische Emirate | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Katar | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Bangladesch | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Indonesien | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Malaysia | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Nordkorea | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Ägypten | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Somalia | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Nigeria | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Sudan | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Südsudan | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Äthiopien | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Libyen | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Algerien | Afrika | Gesetzlich möglich |
| Marokko | Afrika | Gesetzlich möglich |
| USA | Amerika | Im Bundesrecht bei Terrorismus mit Todesfolge möglich |
| Kuba | Amerika | Theoretisch möglich |
Pseudorote Fische

Offenbar gab es für die mit Sanktionen der EU belegten Medienplattform „red“ schon einen Nachfolger. Die KI meint (mit Quellenangaben): Der Betreiber von https://thered.stream sei nicht transparent angegeben – und genau das sei ein Warnsignal. „Die Seite gehört offenbar zu einem Netzwerk rund um das Medienprojekt „Red“ / „Redstream“. Laut Recherchen und Berichten wird dieses Projekt u. a. über eine Firma namens AFA Medya mit Verbindung zu Hüseyin Doğru geführt.“ Es gibt Hinweise, dass Inhalte über Domains wie thered.stream oder ähnliche Kanäle verbreitet werden. Für die konkrete Domain thered.stream ist kein verlässliches, überprüfbares Impressum öffentlich bekannt.“
Wir bleiben beim Thema. „Behörden sperren Konten von Journalisten-Ehefrau“.
Ich musste mich erst sachkundig machen – das Thema scheint vor allem „linke“ Medien und die, die sich für „links“ halten, zu interessieren. Sammeln wir die Fakten.
– Jacobin: „Einst als milderes Druckmittel gegen Diktaturen und Terror verkauft, dienen Sanktionen zunehmend der Unterdrückung von politischem Dissens. Der Fall des Journalisten Hüseyin Doğru verdeutlicht, wie stark dieses Instrument in der EU Grundrechte einschränkt.“
– Neues Deutschland: „Der Journalist Hüseyin Doğru ist nie wegen einer Straftat angeklagt worden. Trotzdem musste er im vergangenen Jahr seinen Ausweis abgeben, seine Konten wurden gesperrt, und er darf nicht mal Geschenke annehmen. Beziehungsweise: Wer ihm etwas schenkt oder ihn zum Essen einlädt, macht sich strafbar. Bislang suggerierten die EU und die deutsche Politik, solch kafkaeske Behandlung könne nur in autoritären Staaten wie Russland geschehen.“
– Das Auswärtige Amt: Die Bundesregierung beobachtet schon seit mehreren Monaten die Aktivitäten der Medienplattform „red.“, die von einer in der Türkei registrierten Firma betrieben wird. „red.“ stellt sich als revolutionäre Plattform unabhängiger Journalisten dar. Es bestehen aber enge Verflechtungen mit dem russischen Staatsmedium „RT“.
Wir können heute verbindlich sagen, dass „red.“ von Russland gezielt zur Informationsmanipulation eingesetzt wird. Dies konnten wir im Rahmen eines nationalen Attribuierungsverfahrens feststellen. Grundlage dafür ist eine umfassende Analyse der deutschen Sicherheitsbehörden.
Das Ziel solcher Kampagnen ist klar: Russland nutzt Plattformen wie „red.“, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und Europa zu schwächen, indem Debatten manipuliert und durch Falschinformationen künstlich angeheizt werden, indem Misstrauen in Fakten, in Medien und in demokratische Strukturen geschürt wird und indem staatliche Strukturen diskreditiert oder als nicht handlungsfähig dargestellt werden.

– Wikipedia: Im Impressum steht AFA Medya, ein Medienunternehmen in der Türkei. Laut dem türkischen Handelsregister wurde es am 22. November 2022 in Istanbul gegründet, Geschäftsführer soll Hüseyin Doğru sein. Laut der taz wurde damit eine Briefkastenfirma genutzt, um europäische Sanktionen zu umgehen.
– Die taz (Mai 2025): „Das linke Berliner Medienportal „Red“ löst sich nach eigenen Angaben auf. Im vergangenen Oktober hatte die taz zu Verbindungen zum russischen Staatspropaganda-Sender RT recherchiert. Zuvor hatte auch Der Tagesspiegel über das Portal berichtet.“
– Macit Karaahmetoglu, MdB, auf Abgeordnetenwatch: Im Oktober 2024 wurde das EU-Sanktionsregime angesichts der destabilisierenden Aktivitäten Russlands geschaffen (konkret: Beschluss des Rates (GASP) 2 024/2643 und Durchführungsverordnung des Rates (EU) 2024/2642 über restriktive Maßnahmen angesichts der destabilisierenden Tätigkeiten Russlands). Das Sanktionsregime richtet sich gegen diejenigen, die an Handlungen und politischen Maßnahmen der Regierung der Russischen Föderation beteiligt sind, die die Grundwerte der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, ihre Sicherheit, ihre Stabilität, ihre Unabhängigkeit und ihre Integrität untergraben. Die Sanktionsregelung zielt ferner auf diejenigen ab, die für hybride Aktivitäten gegen Drittländer und internationale Organisationen verantwortlich sind.
Jeder darf sich übrigens Journalist nennen; das ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung wie etwa „Fotograf“.
Unstrittig: „Red“ oder „Red Media“ betrieben antisemitische Hetze und sympathisierten mit Terror-Organisationen.
„Im selben Monat gratulierte Red dem langjährigen Chef der palästinensischen Terrorgruppe PFLP George Habasch, der 2008 gestorben ist, zum Geburtstag.“
Peter Nowak formuliert das im ND aber anders: „Doğru hatte 2023 die Medienplattform »Red Media« aufgebaut und dort unter anderem über Aktivitäten der außerparlamentarischen Linken wie Besetzungsaktionen propalästinensischer Aktivisten berichtet.“
„Propalästinensischer Aktivisten“- mehr muss man nicht wissen. „Von Berlin aus veröffentlicht Red gemeinsame Beiträge mit der Zeitung Junge Welt, dem Linken-Politiker Ferat Koçak oder antiisraelischen Aktivistengruppen wie Palästina Spricht oder Jüdische Stimme.“
Die üblichen Verdächtigen also.
Mir kommen auch bei den rührseligen Berichten, dass Hüseyin Doğru jetzt kein Geld mehr habe, nicht die Tränen. No mercy!

Jetzt eine schlechte Nachricht: Es ist kompliziert. Was sind „Grundwerte der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, ihre Sicherheit, ihre Stabilität, ihre Unabhängigkeit und ihre Integrität“?
Heißt das nicht in anderen Worten – wie aus dem Wörterbuch des Unmenschen: Defätistische Zersetzer, Verunglimpfung sozialistischer kapitalistischer Organe?
Die EU zensiert „prorussische“ Meinungen und bestimmt selbst – ohne richterlichen Beschluss oder wissenschaftliche Expertise-, was das ist?
Ja, das kann jeden treffen. Just saying.
Paradox stabilisierend oder: Gerüchteweise undeutsche Umtriebe

„Erzeuge ein Bild, das im Stile A. P. Webers ein Gerücht symbolisch darstellt.“ Ich finde das Ergebnis nicht schlecht…
„Wo sehen Sie burks.de in zehn Jahren?“ – „Im bewaffneten verbalen Widerstand.“ Oder: Ich bin auch nicht hier, um euch glücklich zu machen.
Ich will nicht mit dem unsäglichen Rosenkrieg zweier mir bis dahin völlig unbekannter Personen anfangen. Es sieht immer mehr so aus, dass rein gar nichts passiert ist, also auch keine „virtuelle Vergewaltigung“. Darüber rational zu argumentieren ist auch unmöglich, da alle ihre Meinung schon festgelegt haben und Fakten und Zweifel nicht mehr hören wollen.
Es erstaunt mich auch nicht, dass eine menschliche Existenz so schnell zerstört werden kann, aber wenn es sich herausstellte, dass der Betreffende vielleicht komplett unschuldig ist. Es dient „höheren“ Interessen, den Gutmenschen, die sich vergewissern wollen, dass sie besser als andere sind – der lehrbuchmäßige Klassismus, der sich auch in speziellen schichtspezifischen Sprachcodes wie dem Gendern zeigt. Der moralische Furor geht im Zweifel über Leichen.
Ich habe nur deshalb keine Angst vor der Denunziations- und Zensurindustrie, weil ich keine werberelevante Zielgruppe völlig irrelevant bin und im allgemeinen Geheul und Gespreize um mediale Aufmerksamkeit keine Rolle spiele. Man muss sich aktuell fragen, ob es günstig sei, sich noch mal nach einer unwoken Lebensabschnittsgefährtin umzusehen. Was ist, wenn man mangels tieferer Kenntnis der weiblichen Psyche dann an eine gerät, die irgendwann total durchdreht?
Ich habe eine längere Diskussion mit der AI zusammenfassen lassen. Ich ging davon aus, dass protestantisch geprägte Kulturen einen immanenten Hang zur Massenhysterie zeigen, wie zum Beispiel der Kampf gegen „unamerikanische Umtriebe“ in der McCarthy-Ära oder die Salem-Hexenprozesse. Die künstliche Intelligenz wollte mir nicht beipflichten, sondern bewarf mich mit Thesen aus der wissenschaftlichen Literatur.
Die Vorstellung, Massenverhalten als eine Art „kollektiven Exorzismus“ zu begreifen, ist keineswegs abwegig – im Gegenteil: Sie lässt sich gut an etablierte sozialwissenschaftliche Theorien anschließen. Besonders aufschlussreich sind hier die Ansätze von René Girard und Émile Durkheim, die aus unterschiedlichen Perspektiven erklären, warum Gesellschaften in Krisenzeiten dazu neigen, Bedrohungen zu personalisieren und symbolisch zu „vertreiben“.
Girard beschreibt mit seinem Sündenbockmechanismus ein wiederkehrendes Muster: In Phasen sozialer Spannung und Unsicherheit bündeln sich diffuse Ängste auf eine klar identifizierbare Gruppe oder Person. Diese wird zum Träger der Schuld erklärt und öffentlich ausgeschlossen oder bekämpft. Die Wirkung ist paradox stabilisierend: Indem die Gesellschaft das „Böse“ externalisiert, stellt sie vorübergehend Ordnung und Einheit wieder her. Die McCarthy-Ära in den USA der 1950er Jahre lässt sich in diesem Licht lesen – als politisch aufgeladene Suche nach inneren Feinden, die eine schwer greifbare Bedrohung konkret und bekämpfbar machte.
Durkheim hingegen rückt weniger die Gewalt als die soziale Funktion solcher Prozesse in den Vordergrund. Für ihn sind Momente kollektiver Erregung zentral: Situationen, in denen Gemeinschaften ihre Werte bekräftigen, indem sie klare Grenzen zwischen „richtig“ und „falsch“ ziehen. Öffentliche Anhörungen, moralische Anklagen und demonstrative Loyalitätsbekundungen – all das kann als eine Art modernes Ritual verstanden werden, durch das sich eine Gesellschaft ihrer selbst versichert.
Zusammengenommen ergibt sich ein aufschlussreiches Bild: Was wie irrationales Massenverhalten erscheint, folgt oft einer inneren Logik. Gesellschaften reagieren auf Krisen, indem sie Bedrohungen symbolisch ordnen, Schuld zuschreiben und Einheit inszenieren. Der Vergleich mit einem Exorzismus ist daher weniger metaphorische Übertreibung als eine präzise Beschreibung der Struktur solcher Prozesse.
Eine spezifische Verbindung zu „protestantisch geprägten Kulturen“ lässt sich daraus jedoch kaum ableiten. Zwar mögen bestimmte religiöse Traditionen moralische Polarisierungen begünstigen, doch die grundlegenden Mechanismen – Sündenbockbildung und kollektive Selbstvergewisserung – sind universell. Sie treten in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten auf, unabhängig von konfessionellen Prägungen. Die McCarthy-Ära ist somit kein Sonderfall einer bestimmten Kultur, sondern ein besonders eindrückliches Beispiel für ein allgemeines soziales Muster.
Wenn man sich die chinesische Kulturrevolution ansieht, die strukturell der McCarthy-Ära gleicht, kommt man ins Grübeln, weil das dort sicher nichts mit Luther oder Calvin zu tun hatte. Der – bei uns staatlich legitimierte und mit Steuergeldern alimentierte – Kampf gegen nicht erwünschtes Denken und Meinen ist also eher universell und sogar unabhängig von bestimmten Gesellschaftsformationen.
Schmalbrüstig in der Wüste, revisited und anderes
Dune 2000 is a real-time strategy video game based on the Dune universe, released in 1998. It features full motion cutscenes, online multiplayer, and a powerful storyline. Now, with GruntMods Edition, you can experience this classic with modern enhancements and exclusive content.
Das einzige Computerspiel, das mich anturnt. Das muss am Alter liegen. Nein, meine Armee ist nicht zu sehen, weil die im Norden die Harkonnen und die Ordos plattmacht, während meine taktisch gut platzierten Raketenwerfer in, um und um mein Hautquartier herum herannahende Feinde zu virtuellem Staub zerbröseln.
Ich hatte die 32.bit-Version schon erwähnt. Aber ich bin ganz stolz darauf, dass ich das Spiel auf dem älteren und schmalbrüstigerem Linux-Laptop per Bottles überraschenderweise zum Laufen bekommen haben.
Ansonsten spiele ich keine Computerspiele, für die ich bezahlen muss. 0AD habe ich immer noch in Reserve, aber ich habe in Secondlife soviel zu tun, dass ich in meiner äußerst knappen Freizeit nicht dazu komme. Gerade ist die 380-ste Ausgabe meiner Inworld-Gamer-Zeitung erschienen, mittlerweile der 18. Jahrgang. (Auf dem Blog sind nur ausgewählte Artikel, nicht die gesamte Ausgabe.) Ich wollte mir immer den Scherz erlauben, falls der DJV Berlin nachfragen sollte, was ich journalistisch machte, die anzugeben. „Wie können wir das nachprüfen?“ – „Macht euch einen Avatar, besteht den Adult-Check und beamt euch um Beispiel auf meine Gor-Sim.“ Bewaffnung für Männer ist empfohlen; für Frauen sind vergiftete Dolche erlaubt.
Als ich die Nachrichten der Qualitäts- und soziale Medien zur einzigen Mahlzeit des Tages durchstöberte (14 Uhr, ich bin im 12-stündigen Nachtrhythmus), fiel mir nichts auf, was berichtenswert schien. Es muss auch nicht immer etwas passieren, außer dem gewöhnlichen Horror. Die meisten Kommentare bekam ich übrigens, als ich neulich irgendeinen lustigen Quatsch auf Instagram kommentierte und mein Alter erwähnte.
Übrigens: Fefe ist jetzt schon fast ein Jahr weg vom Fenster. Das heißt nichts: Sharon Stone hat sieben Jahre gebraucht, um nach einem Schlaganfall wieder fit zu werden, aber das hat sie wohl 18 Millionen Dollar gekostet. Vermutlich hatte sie keinen Krankenversicherung.
Einige Leser werden den Freund aus Friesland kenne, den es vor zwei Jahren erwischt hat, obwohl er 15 Jahre jünger als ich ist. Seitdem halbseitig gelähmt; das Maximum der Bewegung sind ein paar Schritte mit einen Dreifuß-Gehstock. Nach Berlin wird er nie wieder zurückkommen können. Plötzlich, ohne Vorwarnung, von einem Tag auf den anderen. Da wird einem ganz schummrig…
Deep Fake News mal anders: „In einem neuen Schreiben, was WELT vorliegt, äußert sich Ulmens Anwalt nun ausführlicher. „Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“, heißt es dort. „Entsprechende Darstellungen sind falsch.“ Tatsächlich hat das der „Spiegel“ in seiner Recherche auch nicht behauptet. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass es KI-generierte pornografische Darstellungen von Fernandes geben würde. In der Folgeberichterstattung hatten einige Medien berichtet, dass diese möglicherweise auch von Ulmen angefertigt oder verbreitet wurden.“
Das ehemalige Nachrichtenmagazin wird irgendwann behaupten, man hätte gar nichts behauptet.
Miscellaneous:
– Rubio sagt, es ginge im Iran auch ohne Bodentruppen. Aber: „The Pentagon is reportedly considering deploying up to 10,000 additional ground troops to the Middle East, according to Department of Defense officials cited by the The Wall Street Journal.“
– Israel wird vermutlich den südlichen Teil des Libanon bis zum Litani annektieren. Gut so, denn die „Regierung“ des Libanon hat weder die Macht noch die Kraft, die Hisbollah von dort zu vertreiben. Das und die Vorgeschichte hatte ich hier schon erwähnt:
„Der Einmarsch der Carmeli-Brigade [im Oktober 1948 im Rahmen der „Operation Hiram”] in den Libanon war das erste Mal, dass die Israelis eine anerkannte internationale Grenze [die von den Kolonialmächten 1923 willkürlich gezogen worden war] überschritten und in einen souveränen arabischen Staat eindrangen.“
– Was macht eigentlich die Baerbock? Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Aber hierzulande ist ja sogar die CDU mit im islamophilen Boot. Man kann nur auf die ferne Zukunft hoffen, die es in der Vergangenheit schon einmal gab.
Gott sei Dank
Irgendjemand schrieb in irgendwelchen sozialen Medien: „Welche Bücher (maximal 10) haben euch in eurem Leben maßgeblich beeinflusst?“
Interessante Frage. Es geht also nicht darum, ob ein Buch gut ist, sondern wie und warum es einen maßgeblich beeinflusst hat. Das ist zugleich eine Reise zurück in der eigenen Biografie.
Bei mir ist das erste Buch klar: Die Bibel, nicht ganz freiwillig fast auswendig gelernt und mindestens ein Dutzend Jahre meines Lebens täglich ausführlich studiert. Ich habe ein paar Ausgaben, darunter ein Faksimile der Originalausgabe Luthers von 1525 – weil die Verehrer höherer Wesen sich selbstredend nicht einig sind, was genau dazugehört. Bei den Evangelen sind die vier Makkabäer-Bücher apokryph, das heißt nicht „würdig“ genug, um bei Ritualen zitiert zu werden; in der jüdischen Tora, von der alle abgeschrieben haben, fehlen sie ganz. Flavius Josephus kannte sie aber.
Auch hier: Die Wirkungsgeschichte kann nicht überschätzt werden (ist es so richtig?). „Wie das Schlusswort von Theodor Herzls Programmschrift Der Judenstaat verdeutlicht, war die zionistische Bewegung seit ihren Anfängen mit der Erinnerung an den Unabhängigkeitskampf der Makkabäerbrüder verbunden.“
Ich war noch Schüler, 15 oder 16 Jahre alt, und wollte mehr über die Welt wissen, mehr als in der Bibel zu finden war. Meine Eltern wussten nichts, alle redeten unentwegt nur über Religion. Also blieb mir nur die Flucht in das Lesen. Aber was? In Unna gab es nur eine Buchhandlung, und ich hatte nur mein kärgliches Taschengeld.
Zufällig fiel mir dort Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus (1933) in die Finger, ein Werk, das heute niemand mehr suchen oder ausstellen würde. Reich ist am Ende seines Lebens in seine ganz eigene Welt abgedriftet, aber das wusste ich noch nicht. Das Buch war der erste Sargnagel, wenn nicht gar der Auslöser dafür, dass ich dem Glauben an Götter und heilige Bücher entkommen konnte. Ich erkannte so viele „faschistische“ Strukturen, die Reich beschreibt, in meiner eigenen Sekte wieder – es gab nach der Lektüre irgendwie kein Zurück mehr. Aber ich konnte natürlich mit niemandem darüber diskutieren.
Danach verschlang ich alles, was so ähnlich zu sein schien, Freud, Jung, Psychologie eben. Ich wollte sogar Psychologie studieren, aber der Numerus Clausus ließ es damals nicht zu. Mein Glück, denn sonst wäre ich statt nach Münster und Berlin nach Heidelberg gegangen. Wer weiß, was aus mir geworden wäre….
Irgendwann – noch vor dem Abitur – schenkte mir meine Mutter, ohne es selbst gelesen zu haben, von Leon Uris Exodus. Auch das Pflichtlektüre für alle, die über Israel meinen das Maul öffnen zu müssen. Seitdem hat sich meine Meinung über Israel und die Juden nicht geändert-
Im ersten Semester in Münster Anfang der 70-er Jahre wurde eine Arbeitsgruppe über Ludwig Feuerbach und Marx angeboten, organisiert von einer der maoistischen Sekten. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass man erst um 20 Uhr begann, wenn die regulären Veranstaltungen vorbei waren, und dass wir manchmal noch kurz vor Mitternacht herumdebattierten, eine Motivation, die sich heutige Studenten vermutlich gar nicht vorstellen können.
Ludwig Feuerbach (1841): Das Wesen des Christentums machte der Verehrung höherer Wesen vollends den Garaus. Wer nicht gleich mit Marxens Thesen über Feuerbach anfangen will, kann Feuerbach heute immer noch lesen: Was er sagt, obzwar ein wenig schwurbelig formuliert, gilt für alle Religionen gleichermaßen und gehört zum auf burks.de vom Publikum eingeforderten Bildungskanon.
Apropos: maßgeblich. Vergleichbar ist – für die 70-er Jahre nur Altvaters Marxens: Das Kapital (1867ff.), alle drei Bände.
Danach kam eine Weile nichts mit maßgeblich, Bücher, die meine Meinung in eine andere Richtung lenkten. Rian Malan: Mein Verräterherz sollte ich erwähnen. Das ist nicht nur ein unglaublich spannend und manchmal haarsträubend, sondern haut einem manchmal um. Die Geschichte über den „Hammermörder“ prägt bis heute meine Ansichten, wenn es um Kriminalität von Einwanderern überall auf der Welt geht. Es könnte es immer noch ein Mal im Jahr lesen, und es wäre nicht langweilig.
Meine Lieblingsbücher habe ich schon 2010 erwähnt: Neben Malan Elias Canetti: Masse und Macht, Robert Ranke-Graves: Die weiße Göttin, Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, Umberto Eco: Der Name der Rose. Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter, Hertha von Dechend: Die Mühle des Hamlet. Richard Powers: Der Klang der Zeit, Cruz Smith: Eine Nacht in Havanna, Jack London: Wolfsblut, Jurek Becker: Amanda Herzlos, Stefan Heym: Nachruf, Salman Rushdie: Die Satanischen Verse.
Lieblingszitat:
„Und ich dank‘ es dem lieben Gott tausendmal, daß er mich zum Atheisten hat werden lassen. (Lichtenberg)“
Pentagon prepares for massive „final blow“ of Iran war

Die Insel Larak liegt südlich von Bandar Abbas. Man kann dort auch Urlaub machen.
„In interviews with Axios, officials and sources familiar with the internal discussions describe four major „final blow“ options Trump could choose from:
-Invading or blockading Kharg Island, Iran’s main oil export hub.
-Invading Larak, an island that helps Iran solidify its control of the Strait of Hormuz. The strategic outpost hosts Iranian bunkers, attack craft that can blow up cargo ships and radars that monitor movements in the strait.
-Seizing the strategic island of Abu Musa and two smaller islands, which lie near the western entrance to the strait and are controlled by Iran but also claimed by the UAE.
– Blocking or seizing ships that are exporting Iranian oil on the eastern side of the Hormuz Strait.“
Das sieht nach einem klaren und auch erfolgversprechendem Plan aus.
Es kam anders

Ein anderes Bild fiel mir nicht ein. Eine She-Urt auf der virtuellen En’Kara-Messe.
Was haben wir heute querbeet?
– „Im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung eines Mädchens in einem Neuköllner Jugendklub geraten Stadträtin Sarah Nagel (Linke) und Mitarbeiterinnen des Jugendklubs immer stärker in Erklärungsnot. Erstmals liegt nun ein Dokument vor, das den Vorwurf der Vertuschung und der Rücksichtnahme auf die Verdächtigen wegen ihres Migrationshintergrunds bekräftigt. Demnach wollten Mitarbeiterinnen des Jugendamtes die Polizei nicht einschalten, damit die arabischstämmigen Jugendlichen nicht marginalisiert und stigmatisiert werden.“ (Tagesspiegel)
Die Genossin Nagel ist gelernte Ostasienwissenschaftlerin. Das Schicksal entschied anders. Da wurde sie Politikerin.
– Ein kleiner Rückschlag für die Zensur- und Diffamierungsindustrie: „Die US-Zensur-Firma NewsGuard, in deren Beirat der Ex-CIA-Chef Michael Hayden (Foto) sitzt, warnte vor Achgut.com unter anderem als „eine der einflussreichsten Desinformations-Webseiten“. Das wurde ihr jetzt vom Oberlandesgericht in Frankfurt untersagt. Mit dem Urteil könnte das gesamte Bewertungsmodell von NewsGuard zusammenbrechen.“ (vgl. „Irreführendes“ vom 20.11.2024)
Könnte. Wird es aber nicht. Die machen einfach weiter. Geld genug ist da.
– „Die AfD-Fraktion ist mit fast doppelt so vielen Abgeordneten im Bundestag vertreten wie in der Legislaturperiode zuvor. (…) Ein Jahr nach der Konstituierung des neuen Bundestags sehen sich Union und SPD in ihrem schärferen Vorgehen gegen die AfD bestätigt.“ (Welt online
Finde den Fehler!
Unter Heuchlern

Wie das Publikum schon anmerkte, wurde jüngst* demonstriert. Bei dem Thema suchen sich die Fotografen ausnahmsweise Männer heraus.
Wait a minute: „Fake-Profile, Deepfakes, intime Bilder ohne Zustimmung – Tausende Menschen demonstrieren in Berlin gegen sexualisierte digitale Gewalt. Ausgelöst wurde der Protest durch Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Er weist die Anschuldigungen zurück.“
Also gibt es erst einen Verdacht. Dieser mir bisher unbekannte Ulmen könnte auch unschuldig sein. Aber das ist gar nicht der relevante Punkt. Ich finde es sehr befremdlich, dass mitnichten gegen die Vergewaltigung eines kurdischen Mädchens durch Araber demonstriert wird, obwohl das erst vor kurzem in den Medien thematisiert wurde, sondern gegen „virtuelle Gewalt“. Man hätte das immerhin erwähnen können, aber weglassen ist auch eine Lüge.
Ich konnte mir die Demonstration von vorn bis hinten ansehen, weil ich gesten direkt neben dem Brandenburger Tor 12 Stunden gearbeitet hatte, mit Blick auf den Pariser Platz und trotz heftigen Männerschnupfens, erbärmlicher Röchelei und einer zerbrochenen Zahnprothese (letzteres passiert bekanntlich immer nur an Freitagen). Und wenn ich das hysterische Gekreische und Geheule von draußen hörte, wurde meine Stimmung nicht besser.
Es war zum Fremdschämen: Die verzweifelten Versuche derjenigen, der gerade redete, die „Massen“ zum Skandieren irgendwelcher Parolen zu animieren, die Musik war unter aller Sau unfassbar schlecht, der Applaus für das, was schon Fantastilliarden Mal gesagt wurde und was man immer exakt vorhersagen könnte. Gebt mir eine Minute, und ich lasse ChatGPT eine Rede schreiben, die besser ist als die von Neubauer – und keiner würde merken, wenn alles nur Karaoke wäre.
Die Klima-Mischpoke – ein ganz kleines, enges und engstirniges großstädtisches Milieu mit eigenem Sprach- und Kleidungscode – kommt mir vor wie eine höhere Tochter, die sich auf einem sinkenden Schiff über den mangelnden Anstrich beschwert.
Zitat des Tages: „Ich würde mich gerne nur ums Klima kümmern. Aber es geht nicht. Nicht in dieser Gesellschaft und dieser Zeit und bei diesen Männern.“
Dem Kapitalismus gefällt das.
* Wolf Schneider, vom dem ich Deutsch gelernt habe, sagte sinngemäß: „Wer jüngst benutzt, will damit ausdrücken, dass er für’s Feuilleton qualifiziert sei. Es könnte auch sein, dass er weiland geschrieben hat….
Grüne fordern extra Feiertage für Juden?
Fake News! Die Schlagzeile „Die Grünen fordern extra Feiertage für Juden“ ist frei erfunden!
Ohne und mit Migrationshintergründin

„Optimieren[sic!] Sie Ihre Browsereinstellungen“ hatte ich lange nicht mehr auf dem Schirm. Die meinen vermutlich den Netscape Navigator?
Die bürgerliche Hauptstadtpresse berichtet: „Die Berliner Praxis, Bewerber mit Migrationshintergrund für Stellen im Landesdienst zu bevorzugen, ist nach Ansicht der Senatsjustizverwaltung verfassungswidrig – und hätte so nie Gesetz werden dürfen. Bei der Staatsanwaltschaft führte das in Bewerbungsverfahren zur Benachteiligung von Menschen ohne Migrationshintergrund.“
Wenn ich den Begriff „Migrationshintergrund“ lese, wird mir schon ganz schlecht. Das typisch deutsche Wortungetüm sagt nichts und alles aus. Was ist gemeint? Einwanderer der ersten, zweiten oder dritten Generation? Oder alle, die einen ausländisch klingenden Namen tragen wie Lafontaine oder Sarrazin?
Mein Großvater sprach Deutsch, hatte aber einen russischen Pass. Habe ich deshalb einen „Migrationshintergrund“? Und da vor allem die Grüninnen so daherfaseln: Muss es nicht Migrationshintergründin heißen?
„Nach der Definition des Statistischen Bundesamtes hat derjenige einen Migrationshintergrund, dessen Mutter oder Vater oder der selbst nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.“ Was für ein Unsinn! Die Enkel sprechen kein richtiges Deutsch, weil sie zu faul oder dumm sind, das zu lernen, obwohl sie hier geboren wurden, aber haben dann keinen „Migrationshintergrund“ mehr?
Etwas genauer beschreibt es die Qualitätsboulevardpresse: „Richter und Staatsanwälte werden in Berlin im Zweifel nicht nach ihrer Qualifikation eingestellt, sondern nach ihrer Herkunft. Zu den Bewerbungsgesprächen werden 40 Prozent Migranten eingeladen, auch wenn sie keine besonders gute Note in ihrem Jurastudium vorweisen können.“
Wir haben also wieder die beliebte Opferolympiade. Eine afrotürkischen Lesbe würde also auch eingestellt, wenn sie gar keinen Schulabschluss hätte? Den Grüninnen ist das zuzutrauen.
Natürlich widerspricht die Praxis dem Grundgesetz: “ Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“ „Migrationshintergrund“ ist weder eine „Eignung“ noch eine „Befähigung“ noch eine „fachliche Leistung“. Das Problem ist nur, wer dagegen klagen könnte – und garantiert gewönne. Es muss jemand nachweisen, dass er oder sie nicht berücksichtigt wurde, weil der „Migrationshintergrund“ fehlt. Das ist schwierig, weil die Grüninnen das natürlich leugnen würden.
„Als der grüne Justizsenator Dirk Behrendt die Änderung des Partizipationsgesetzes auf den Weg brachte, wurde er von seinen Beamten gewarnt: Die „vorgesehene Quote für Personen mit Migrationshintergrund im Auswahlverfahren“ widerspreche dem Grundgesetz (Bestenauslese, Art. 33 Abs. 2). Über diese Bedenken setzte sich Behrendt hinweg.“
Legal, illegal, scheißegal also. Jetzt noch Gendern, dann Freigabe.
Unter Fastenbrechenden
Kleine Medienkompetenzübung. Vgl. T-Online: „Kein Luxusbuffet auf Staatskosten – „Nius“ erfindet Fastenbrechen-Skandal bei Agentur für Arbeit“.
Wokes Gesindel
Harald Martenstein schreibt hinter der Paywall der bürgerlichen Presse über „Beihilfe zu Verbrechen, aus Gutmenschentum“:
„Tatort war ein staatlich betriebener Jugendklub in Berlin-Neukölln. Laut Recherchen von Bild und Tagesspiegel wusste das Neuköllner Jugendamt seit dem vergangenen Sommer, dass dort mehrere Mädchen sexuell missbraucht werden. (…)
Im Januar ertappte eine Mitarbeiterin des Klubs diese Gruppe dabei, als sie gemeinsam über eine 16-Jährige herfiel, die sie in einem Hinterzimmer auf ein Sofa gezwungen hatte. Das Opfer ist eine türkische Kurdin. Dieses Mädchen wurde, so erzählte es daraufhin, bereits im November im Garten des Klubs vergewaltigt, die Tat wurde gefilmt. (…)
Von der Vergewaltigung und ihren Begleiterscheinungen erfuhren nach jetzigem Kenntnisstand: erstens die Mitarbeiter und die Leitung des Jugendklubs. Zweitens Mitarbeiter des Neuköllner Jugendamts. Drittens die Leiterin des Neuköllner Jugendamts. (…) Sie alle beschlossen, nicht etwa die Polizei zu informieren. Im Klartext bedeutete dies, alle Mädchen im Klub weiter dieser Tätergruppe auszuliefern. (…)
„Diese unfassbare Brutalität geschah, weil die Behörde, so die Recherchen, die arabischen Tatverdächtigen vor „Stigmatisierung“ und „pauschalen Aussagen“ wie etwa „typisch Muslime“ schützen wollte. Durch Ermittlungen wegen eines Verbrechens würden solche Jugendliche „marginalisiert.
Die woke Welt ist eine Art Ständegesellschaft, in der die Privilegierten sich mit Titeln wie „marginalisiert“ und „stigmatisiert“ schmücken dürfen. In diesem Fall nenne ich das: Beihilfe zu Verbrechen, aus Gutmenschentum. Wie viele davon sind schon geschehen? Würde diese Behörde auch einen Mörder decken?“
Wir brauchten einen Andrew Norfolk in Deutschland. Auch in Großbritannien wurde muslimischer Terror gegen Frauen und Mädchen zuerst vertuscht.
„Jay enthüllte, dass 1.400 Mädchen missbraucht, in andere Städte verschleppt oder mit Benzin übergossen worden waren. „Sie wurden wie Untermenschen behandelt, nur zum Vergnügen dieser Männer“, fügte er hinzu.
Herr Norfolk hatte 2010 erstmals ein Muster von Banden pakistanischer Herkunft identifiziert, die weiße Mädchen in Nordengland und den Midlands sexuell missbrauchten. Doch als er versuchte, von Polizei und Behörden Stellungnahmen zu erhalten, stieß er auf eine „Verschwörung des Schweigens“.“
China: Der 15. Fünfjahresplan
Ich habe Michael Roberts informativen Artikel „China: the 15th National Plan“ übersetzen lassen (vgl. auch Left Horizons), gestrafft, modifiziert sowie Links und Grafiken hinzugefügt. Natürlich wird darüber in den Medien kapitalistischer Staaten kaum berichtet. Und wenn, dann im Panik-Modus: „Wir haben oft nicht geglaubt, dass Chinas Ambitionen realistisch sind“. Man muss die Berichterstattung über China zur Vorsicht dann auch mit pessimistischem Geraune flankieren, bei dem der Schritt zur dreisten Lüge aka Propaganda nur noch winzig ist: „Warum viele junge Chinesen nicht mehr an den „chinesischen Traum“ glauben“. Allein schon der Gedanke, man könne die Wirtschaft planen, würde die Bevölkerung verunsichern.
Der Artikel zum Thema beim isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. kommt mir übrigens bei der Wortwahl bekannt vor, wie auch der in der Wirtschaftswoche. Die Deutsche Welle hat nur übersetzt („adaptiert“) – die Quelle wird weder genannt noch verlinkt.
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China: Der 15. Fünfjahresplan
Die Chinesen nennen den Plan offiziell „15. Fünfjahresplan“.
Die chinesische Regierung hat gerade ihre jährlichen „Zwei Sitzungen“ oder Lianghui abgeschlossen. Der Begriff „Zwei Sitzungen“ bezieht sich auf die Chinesische Politische Konsultativkonferenz des Volkes (CPPCC), ein politisches Beratungsgremium, und den Nationalen Volkskongress (NPC), Chinas oberstes gesetzgebendes Organ.
Formal sind dies keine Treffen der Kommunistischen Partei, sondern Versammlungen des chinesischen Staates. Die Konsultativkonferenz hat größtenteils symbolischen Charakter; führende Unternehmer und lokale Funktionsträger treten dort zu vorher arrangierten Diskussionen auf. Der eigentliche Schwerpunkt liegt auf dem Nationalen Volkskongress, der offiziell über die Wirtschaftspolitik entscheidet. In der Praxis billigt er jedoch lediglich das, was die führende Elite der Kommunistischen Partei bereits im Voraus beschlossen hat. Da etwa zwei Drittel seiner Mitglieder der Kommunistischen Partei angehören, hat der NPC noch nie einen von der Partei eingebrachten Gesetzesentwurf abgelehnt.
Die diesjährigen „Zwei Sitzungen“ unterschieden sich insofern von früheren, als neben der Verabschiedung der Wirtschaftspolitik für dieses Jahr auch dem 15. Nationalen Plan zugestimmt wurde, der die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft bis zum Ende dieses Jahrzehnts festlegt.
Erstens wurde beschlossen, für das Jahr 2026 ein Ziel von etwa 4,5–5,0 % realem BIP-Wachstum festzulegen. Es war das erste Mal seit 1991, dass der Zielwert unter 5 % lag. Ministerpräsident Li erklärte bei der Vorstellung der wirtschaftlichen Zielvorgaben, dass das niedrigere Ziel auf Unsicherheiten im Welthandel und in der geopolitischen Lage zurückzuführen sei. Dennoch blieb das Wachstumsziel moderat, und die Führung zeigte sich zuversichtlich, dass es erreicht werden könne.
Für diese Einschätzung gibt es gute Gründe. Im Jahr 2025 betrug das reale BIP-Wachstum Chinas 5 % – ein Wert, der unter den großen Volkswirtschaften der Welt nur von Indien übertroffen wurde (das seine BIP-Daten übertreibt) und mehr als doppelt so hoch war wie die Wachstumsrate der USA sowie dreimal so hoch wie die der übrigen führenden G7-kapitalistischen Volkswirtschaften.

Source: International Monetary Fund (IMF)
Seit 2020 hat sich die Regierung das Ziel gesetzt, dass China bis 2035 zu einer „Volkswirtschaft mittleren Einkommensniveaus“ wird (von der Weltbank definiert als 20.000 US-Dollar pro Person zu Preisen von 2020). Das bedeutete faktisch eine Verdopplung des Pro-Kopf-BIP innerhalb von 15 Jahren.
China ist klar auf Kurs, dieses Ziel zu erreichen, da das Pro-Kopf-Einkommen nur mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von etwa 4,17 % wachsen müsste. Nimmt man an, dass das reale Pro-Kopf-BIP künftig im Durchschnitt um etwa 4,5 % pro Jahr wächst, würde China die Definition der Weltbank bereits 2034 übertreffen.
Selbst dann läge Chinas Pro-Kopf-BIP jedoch nur bei etwa 27 % des US-Niveaus (unter der Annahme, dass das Pro-Kopf-BIP der USA künftig im Durchschnitt um 1,5 % pro Jahr wächst). Im Gegensatz dazu würde Indiens Pro-Kopf-BIP bis 2035 nur etwa 5 % des US-Niveaus erreichen.
Beim BIP-Wachstum spielt die Größe einer Volkswirtschaft eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2025 stieg Chinas BIP um 5 %, was einem Zuwachs von 970 Milliarden US-Dollar entspricht. Um dies in diesem Jahr zu erreichen, müsste China lediglich ein BIP-Wachstum von 4,75 % erzielen.
Im Gegensatz dazu wuchs Indien offiziell im Jahr 2025 um 7,6 %, was jedoch nur etwa 326 Milliarden US-Dollar entspricht. Das bedeutet, dass Indiens BIP-Zuwachs dreimal kleiner war als der Chinas. Um im absoluten Betrag (in Milliarden Dollar) so stark zu wachsen wie China, müsste Indien in einem einzigen Jahr etwa 25 % Wachstum erreichen. Die schiere Größe zählt.
Chinas BIP-Zahlen und Wachstumsraten werden von vielen westlichen Mainstream-Ökonomen sowie von einigen Vertretern der heterodoxen Linken immer wieder in Zweifel gezogen. Dabei bringen sie im Wesentlichen zwei Argumente vor.
Erstens behaupten sie, die statistischen Daten Chinas seien gefälscht oder unzuverlässig. Zweitens argumentieren sie, dass sich Chinas Wirtschaft wegen übermäßiger Verschuldung, eines Zusammenbruchs des Immobilienmarktes und einer sinkenden Produktivitätsdynamik künftig stark verlangsamen und in Richtung Stagnation entwickeln werde – ähnlich wie es Japan seit den 1980er-Jahren erlebt hat.
Die angesehenen Penn World Tables haben jedoch kürzlich bestätigt, dass sie Chinas Wachstumsdaten im Großen und Ganzen für korrekt halten und nicht länger versuchen, sie nach unten zu „korrigieren“.
Was Verschuldung und Immobilienmarkt betrifft: Ja, die Unternehmensverschuldung ist hoch, und der Immobilienmarkt befindet sich weiterhin im Abschwung. Doch nahezu die gesamte Verschuldung wird aus inländischen Ersparnissen finanziert, anders als in vielen anderen Fällen rascher Kreditexpansion weltweit.

Source: Federal Reserve Bank of Dallas
Diese Schulden sind also durchaus tragbar. Was den durch die COVID-Pandemie ausgelösten Einbruch des Immobilienmarktes betrifft, so verringert sich dessen Belastung für die Wirtschaft allmählich.

Source: Goldman Sachs – Der schrumpfende Immobilienmarkt Chinas dürfte das Wachstum künftig weniger stark bremsen.
Produktivitätswachstum ist in einer Wirtschaft mit sinkender Erwerbsbevölkerung von entscheidender Bedeutung. Es ist zwar von ehemals hohen Werten zurückgegangen, Chinas Wachstum liegt aber immer noch deutlich über dem Niveau der fortgeschrittenen kapitalistischen Volkswirtschaften.

Source: Burks
Westliche Ökonomen fordern immer wieder, dass China
– aufhört, verarbeitete Exportgüter als Haupttreiber des Wachstums zu nutzen,
– aufhört, diese Exporte „unfair“ zu subventionieren, wodurch sie Konkurrenten verdrängen, und
– stattdessen den inländischen privaten Konsum erhöht und Sparen sowie Investitionen reduziert.
Ein jüngstes Beispiel für solche politischen Forderungen kommt vom Internationalen Währungsfonds (IWF): „China kann sich in den kommenden Jahren nicht darauf verlassen, dass immer höhere Exporte ein dauerhaftes Wachstum antreiben. Daher ist der Übergang zu einem konsumgetriebenen Wachstum die übergeordnete wirtschaftspolitische Priorität.“
Der Konsum der privaten Haushalte in China stagniert nicht, sondern wächst mit 4,4 %, also mehr oder weniger im Einklang mit dem BIP-Wachstum. Exporte sind nicht der Haupttreiber des Wachstums. Der Nettohandel machte etwa 20 % des Wachstums im Jahr 2025 aus; der Rest wurde durch inländischen Konsum und Investitionen getragen.
Das schnelle Produktivitätswachstum hat Inflation vermieden und ist nicht auf eine angebliche „Schwäche der inländischen Nachfrage“ zurückzuführen. Warum sollte China also von seiner investitionsgetriebenen Wirtschaftsstruktur abweichen, durch die der durchschnittliche Reallohn in den Städten seit 1978 um 2.406 % gestiegen ist, was die Kaufkraft um das 25-Fache erhöht hat? Können die konsumgetriebenen Volkswirtschaften der USA und des Vereinigten Königreichs einen vergleichbaren Anstieg der Kaufkraft ihrer Haushalte vorweisen?
Was die angeblich „unfairen“ Subventionen für Chinas Industrie betrifft, kam ein jüngster Bericht zu folgendem Schluss: „Während China tatsächlich ein aktiver Nutzer industrieller Subventionen ist, hat sich die direkte fiskalische Unterstützung seit 2008 stabilisiert. Der strategische Schwerpunkt hat sich klar von der Anwerbung ausländischer Investitionen hin zur Förderung inländischer Innovation und technologischer Fähigkeiten verlagert. Subventionen für die Industrieproduktion sind entgegen der verbreiteten Wahrnehmung relativ moderat und dezentral organisiert.“
Ein Beispiel sind Kraftfahrzeuge. Sowohl BYD als auch Tesla von Elon Musk produzieren Elektrofahrzeuge in China. Dennoch hat BYD deutlich niedrigere Kosten. Die vertikale Integration ist bei BYD sehr hoch, und Forschung und Entwicklung sind deutlich günstiger. Staatliche Subventionen spielen nur eine geringe Rolle bei der Kostensenkung.
Der 15. Nationale Plan knüpft in seinen Zielen eng an den gerade abgeschlossenen 14. an. Er ist ein konkreter Plan, mehr als nur eine Richtlinie oder ein Wunschtraum. Viele der Ziele gelten als verbindlich und müssen daher umgesetzt werden.
Im jüngsten Plan, der rund 20 Indikatoren umfasst, liegt der Schwerpunkt nun weniger auf der wirtschaftlichen Entwicklung als vielmehr auf der Verbesserung des Lebensstandards.
Ökologische Entwicklung ist weiterhin wichtig. Chinas Kohlendioxidemissionen (CO₂) sanken im vierten Quartal 2025 um 1 %, was voraussichtlich einen Rückgang von 0,3 % für das Gesamtjahr sichern wird. Damit setzt sich der seit März 2024 anhaltende Trend stagnierender oder sinkender CO₂-Emissionen in China fort.

Source: Carbon Brief
Die CO₂-Zahlen deuten darauf hin, dass Chinas Kohlenstoffintensität – also seine Emissionen aus fossilen Brennstoffen pro Einheit des BIP – 2025 um 4,7 % und im Zeitraum 2020–2025 um 12 % gesunken ist. Damit bleibt China jedoch unter dem Ziel einer Reduktion um 18 %, das im letzten Fünfjahresplan festgelegt wurde.
China müsste seine Kohlenstoffintensität in den nächsten fünf Jahren um etwa 23 % senken. Der 15. Fünfjahresplan zielt jedoch nur darauf ab, sie bis zum Ende dieses Jahrzehnts um 17 % zu reduzieren. Damit zeichnet sich ab, dass China sein sehr ambitioniertes Ziel für 2030, die Kohlenstoffintensität bis dahin um 65 % zu senken, verfehlen wird.
Chinas Solarindustrie ist in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einem Vorzeigeexample für den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes geworden. Die Produktion chinesischer Solartechnologie wuchs zwischen 2004 und 2013 jährlich um 76 %. Gleichzeitig sind die Kosten für Solarenergie um mehr als 90 % gefallen, wodurch sie mit fossilen Energieträgern konkurrenzfähig geworden ist.
Subventionen für Produktion, Installation und Forschung und Entwicklung im Solarbereich waren ein wesentlicher Grund für das explosive Wachstum der chinesischen Industrie. Im vergangenen Jahr wuchs erstmals die Energiespeicherkapazität – hauptsächlich Batterien – schneller als die Spitzennachfrage nach Strom in China im Jahr 2025 und auch schneller als das durchschnittliche Wachstum des vergangenen Jahrzehnts

Source: Solar World Record Database
Chinas Wirtschaft wird heute von Technologieinvestitionen angetrieben, nicht mehr von minderwertigen Fertigwaren oder unproduktiven Immobilieninvestitionen. Es sind die sogenannten „new quality productive forces“, wie chinesische Wirtschaftsstrategen sie bezeichnen. In China sind mehr Elektrofahrzeuge unterwegs als in den USA, und der Ausbau der 5G-Mobilfunknetze in Peking verlief deutlich schneller. Chinas einheimisches Passagierflugzeug C919 steht kurz vor der Serienproduktion und scheint bereit für den Markteintritt, der derzeit von Boeing und Airbus dominiert wird. Das Satellitennavigationssystem BeiDou ist in Abdeckung und Präzision mit GPS vergleichbar.
Auch bei der Dichte von Industrierobotern übertrifft China die USA: 2023 werden dort 470 Roboter pro 10.000 Beschäftigte installiert sein, in den USA hingegen nur 295. China wird die USA auch bei Patenten bald einholen: Der weltweite Anteil Chinas steigt von 4 % im Jahr 2000 auf 26 % im Jahr 2023, während der US-Anteil um mehr als 8 Prozentpunkte sinkt. Chinas Halbleiterproduktion beträgt mittlerweile ein Viertel der globalen Produktion, verglichen mit 16 % in den USA und 7 % in Europa.

Diese Grafik visualisiert die globale Halbleiterindustrie nach Marktkapitalisierung (Stand: 24. November 2025) und zeigt die Daten aufgeschlüsselt nach Ländern. Die Daten für diese Visualisierung stammen von CompaniesMarketCap.com. Die Kategorie „Übrige Welt“ umfasst 16 Unternehmen aus 11 Ländern. Source: visualkapitalist.com
China hat noch einen langen Weg vor sich. Bis zum Ende des neuen Nationalen Plans werden sich die Lebensstandards durchschnittlicher chinesischer Haushalte zwar deutlich verbessert haben, doch Chinas Pro-Kopf-Einkommen und Produktivität werden weiterhin deutlich unter denen der G7-Staaten liegen. Zudem wird es schwierig sein, qualifizierte junge Menschen in Beschäftigung zu bringen, da die Automatisierung in einer zunehmend technisierten Industriegesellschaft immer mehr Arbeitskräfte ersetzt. Schon jetzt ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch.

China weist im internationalen Vergleich eine hohe Einkommensungleichheit auf, die jedoch niedriger ist als in vielen anderen Schwellenländern wie Brasilien, Mexiko oder Südafrika. Der Gini-Koeffizient erreichte seinen Höchststand kurz vor der Großen Rezession und ist seitdem rückläufig. Hauptgrund für die hohe Ungleichheit ist die Einkommensdifferenz zwischen Stadt- und Landbevölkerung sowie zwischen den Löhnen in Küsten- und Binnenstädten und den Bildungsabschlüssen.

Der Gini-Koeffizient oder auch Gini-Index ist ein statistisches Maß für die Ungleichverteilungen in einer Gruppe.
Wenn es um die Ungleichheit des persönlichen Vermögens geht, ist China nicht so ungleich wie viele seiner wirtschaftlichen Vergleichsländer. Der Gini-Koeffizient für Vermögensungleichheit ist deutlich höher in Brasilien, Russland und Indien sowie auch in den USA und Deutschland.
Nach den neuesten Schätzungen besitzt das reichste 1 % der Vermögensinhaber in China etwa 31 % des gesamten Privatvermögens, verglichen mit 58 % in Russland, 50 % in Brasilien, 41 % in Indien und 35 % in den USA. Das ist ein guter Maßstab für die ökonomische Macht der obersten Elite und der Oligarchen in diesen Ländern.
Oft wird auf die Zahl der Millionäre und Milliardäre in China verwiesen. Angesichts der Größe der Bevölkerung bleiben Millionäre dort jedoch relativ selten: etwa einer auf 200 Erwachsene, also rund 0,5 %.
In Italien und Spanien machen Millionäre etwa 3 % der Erwachsenen aus; in Frankreich, Österreich oder Deutschland etwa 4 %; in den sozialdemokratischen Ländern Skandinaviens etwa 6 %; über 8 % in den USA und Australien und am höchsten in der Schweiz (15 %).
China hat zwar ein schnelles Wachstum in dieser obersten Vermögensschicht erlebt. Doch obwohl China mehr als viermal so viele Einwohner wie die USA hat, ist die Zahl der vermögenden Amerikaner (High-Net-Worth Individuals) 4,8-mal größer als die entsprechende Zahl in China. Außerdem konzentriert sich die Vermögensungleichheit in China vor allem auf Immobilienbesitz, nicht auf Finanzvermögen (zumindest bisher) – anders als in den wichtigsten kapitalistischen Volkswirtschaften der G7. Das liegt auch daran, dass der Finanzsektor nicht vollständig für den kapitalistischen Privatsektor geöffnet wurde.
Meiner Ansicht nach liegt der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg Chinas in seinem großen staatlichen Sektor, der Investitionen vorantreiben und damit die Ziele nationaler Wirtschaftsplanung umsetzen kann. Das zeigt den Wert öffentlichen Eigentums und staatlich gelenkter Investitionen innerhalb eines nationalen Plans.
Infolgedessen hat China in den letzten 50 Jahren jede Rezession oder schwere Wirtschaftskrise vermieden, sogar während COVID, obwohl es zahlreiche Fehler und Richtungswechsel in der Wirtschaftspolitik der autoritären kommunistischen Führung gegeben hat.
China ist kein sozialistisches Land, aber auch kein kapitalistisches. Dieses Paradox erläutere ich an anderer Stelle.
Anmerkungen zum künstlich intelligenten variablen Kapital oder: „Wir sind nicht vorbereitet“

Artificial intelligence replacing human workers, a large glowing AI brain made of circuits towering over an empty factory floor, robotic arms and algorithms taking over machines while human workers walk away carrying boxes, contrast between humans in shadow and bright cold machines, symbolic illustration of job displacement by AI, dystopian industrial atmosphere, dramatic lighting, highly detailed, conceptual economic illustration, editorial style –ar 16:9 –v 6.0 –s 750 –
Ich darf auf ein paywallgeschütztes Interview hinweisen mit dem Ökonomen Anton Koriniec, Universität von Virginia („Named to TIME100 AI list of the most influential people in artificial intelligence“). Auch Golem hat das Interview abgeschrieben zusammengefasst.
Zentrale Aussagen Korineks: „Die KI wird in ein paar Jahren so gut wie alle intellektuellen Tätigkeiten verrichten können.“ – „Wird der Wert der Arbeit insgesamt weiter steigen oder fällt er, wenn KI und später auch Roboter alle Arbeit berichten können? Bisher war die Antwort immer, dass die Automatisierung nur einen kleinen Teil der Jobs zerstört. In den nächsten paar Jahren besteht aber das Risiko, dass alle Jobs wegfallen, die man vor einem Laptop verrichten kann.“
Golem: „In wenigen Jahren könnte KI so gut wie alle Tätigkeiten erledigen, die vor einem Bildschirm stattfinden. Juristen, Journalisten, Analysten – alle diese Berufe gelten in seiner Einschätzung als gefährdet. Schon heute erledigt KI viele anwaltliche Routineaufgaben halbwegs brauchbar. Und die Systeme verbessern sich laut Korinek alle drei Monate erheblich.“
Dazu habe ich Kritisches anzumerken. Ein bürgerlicher Ökonom hat immer eine enge erkenntnistheoretische Grenze. Sobald die Gesetze des Kapitalismus stringent dazuführen würde, dass dieser sich selbst abschafft (meine These) oder abgeschafft werden müsste (buchgläubige „Marxisten“), ist Schluss mit lustig. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Korinek sagt definitiv etwas über den „Wert der Arbeit.“ Das ist aber sehr ungenau: „Arbeit“ ist kein Synonym für „Jobs“. Es ist richtig, dass die Automatisierung Jobs vernichtet – aber das ist eine Folge des tendenziellen Falls der Profitrate und der immanenten Gesetze des Kapitalismus: Das Kapital muss zwangsläufig alle Komponenten, die den Profit ausmachen, verkleinern – die Ware Arbeitskraft („variables Kapital“ – der Teil des Kapitals, den der Kapitalist vorstreckt, um Arbeitskraft zu kaufen) und die Kosten der Produktionsmittel („konstantes Kapital“ – ganz exakt: „… handelt es sich um den Teil des aus Produktionsmitteln bestehenden Kapitals, dessen Gebrauchswert im Laufe einer Produktionsperiode durch Verschleiß oder Verbrauch untergeht und dessen Wert im Wert des Produkts wiedererscheint.“)

ChatGPT, 1. Versuch: „mache eine Skizze, die die Begriffe „variables Kapital“ und „konstantes Kapital“ im 1. Band von „Das Kapital“ von Karl Marx veranschaulicht.“ 2. Versuch: „Lasse die Skizze wissenschaftlicher aussehen, es soll auch klar werden, dass der Profit steigt, wenn das variable Kapital billiger wird“.
Golem: „Wenn KI und Roboter irgendwann alle Arbeit übernehmen können – nicht nur einen kleinen Teil -, dann fällt der Wert menschlicher Arbeit insgesamt. Nicht nur der eines bestimmten Berufsbildes. Das ist der Kern seiner Überlegung, und er verschweigt nicht, wohin das führen könnte: zu Massenelend, wenn die Verteilungsfrage nicht gelöst werde.“
Da muss ich zugunsten des Kapitalismus widersprechen. (Seit wann dürfen bürgerliche Ökonomen die Apokalypse vorhersagen?) Nein, dazu wird es nicht kommen. Dazu ist das System zu flexibel. Der Welt der Waren ändert sich nur tendenziell, nicht absolut.
Elend ist ein relativer Begriff: Das entsteht nur, wenn die herrschenden Klassen machen dürfen, was sie wollen. Man könnte auf die – zugegeben: kühne! – Idee kommen, den real existierenden unermesslichen Reichtum anders zu verteilen. Das würde – auch wenn die sogenannte „Linke“ das hierzulande anders sieht – am System rein gar nichts ändern, aber es würde temporär verhindern, dass „die Massen“ total verarmten und somit auch als Konsumenten wegfielen.
Korinek sieht das ähnlich und recht zynisch: „Wenn die KI dafür sorgt, dass die Wirtschaft so schnell wächst, sollte es möglich sein, einen kleinen Teil der Früchte dafür zu verwenden, dass die Verlierer des technologischen Fortschritts entschädigt werden.“ Klar, entschädigt“, vermutlich durch Brot und Spiele? Die Machtverhältnisse dürfen auf keinen Fall angetastet werden.
Ich habe ChatGPT, Duck.ai und Grok gefragt: „Wenn künstliche Intelligenz viele Bereiche menschlicher Arbeit übernimmt, sinkt dann nach der Theorie von Karl Marx der Gebrauchswert der erzeugten Waren?“ Die Antwort von Grok war am besten:
„Nein, nach Karl Marx’ Theorie sinkt der Gebrauchswert der erzeugten Waren nicht, wenn Künstliche Intelligenz (oder Maschinerie allgemein) menschliche Arbeit übernimmt. Im Gegenteil: Der Gebrauchswert bleibt unverändert oder kann sogar qualitativ steigen. Der Effekt von KI betrifft ausschließlich den Tauschwert (bzw. den Wert) der Waren. [also auch den Tauschwert der Ware Arbeitskraft, B.S.]
Hier die entscheidenden Stellen aus Marx’ Das Kapital (Band 1, Kapitel 1 und 7) kurz und präzise erklärt:
1. Was ist Gebrauchswert?
– Der Gebrauchswert ist die Nützlichkeit einer Ware – ihre Fähigkeit, ein menschliches Bedürfnis zu befriedigen (z. B. ein Mantel wärmt, Brot stillt Hunger, ein Auto transportiert).
Er ist qualitativ und hängt von den stofflichen Eigenschaften der Ware ab, nicht von der Menge der dafür aufgewendeten Arbeit.
Marx schreibt wörtlich: „Der Gebrauchswert wird nur durch den Gebrauch oder die Konsumtion realisiert.“
Und: „Nichts kann Wert haben, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein. Ist das Ding nutzlos, so ist auch die in ihm enthaltene Arbeit nutzlos, zählt nicht als Arbeit und bildet daher keinen Wert.“
→ Die Arbeit (auch KI-gestützte) erzeugt also keinen Gebrauchswert – sie macht nur etwas Nützliches. Ob ein Hemd von Hand genäht oder von einer KI-gesteuerten Fabrik in 10 Sekunden produziert wird, ändert nichts an seiner Nützlichkeit.
2. Was ändert sich durch KI/Maschinerie?
– KI ist für Marx nichts anderes als hochentwickeltes konstantes Kapital (wie eine Dampfmaschine oder ein Webstuhl).
– Nur lebendige menschliche Arbeit schafft neuen Wert und Mehrwert.
– Maschinen (und KI) übertragen lediglich ihren eigenen Wert (Abschreibung) auf das Produkt – sie schaffen keinen neuen Wert.
– Ergebnis: Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit pro Ware sinkt dramatisch → der Wert (und damit der Tauschwert) jeder einzelnen Ware sinkt.
Marx formuliert das so (Kapital, Band 1, Kap. 15): „Die Maschinerie vermehrt die Produktivität der Arbeit, d.h. sie befähigt, in derselben Arbeitszeit eine größere Masse von Gebrauchswerten zu produzieren. […] Der Wert der einzelnen Ware sinkt daher.“
3. Was passiert konkret bei Masseneinsatz von KI?
– Gebrauchswert pro Ware: gleichbleibend oder besser (bessere Qualität, mehr Varianten möglich).
Gesamte Gebrauchswerte in der Gesellschaft: steigen massiv (mehr Waren für alle).
– Wert/Tauschwert pro Ware: sinkt (die Waren werden „billiger“ im Sinne der in ihnen verkörperten Arbeitszeit).
– Lohnarbeiter werden tendenziell überflüssig → Mehrwertproduktion gerät in die Krise („Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate„). [Wie ich oben schon schrieb – die KI ist hier logischer als alle bürgerlichen Ökonomen, B.S.]
Kurzes Fazit in Marx’schen Begriffen
– KI ersetzt lebendige Arbeit → Wert der Waren sinkt.
– Der Gebrauchswert bleibt aber unberührt, weil er keine Arbeitszeit-Größe ist, sondern eine Gebrauchs-Eigenschaft.
– Deshalb lautet die Antwort klar: Nein, der Gebrauchswert sinkt nicht. Marx würde sogar sagen: Genau dadurch wird die materielle Basis für eine Gesellschaft geschaffen, in der die Menschen nicht mehr unter dem Zwang der Wertproduktion stehen müssen – aber das ist dann schon ein anderes Kapitel (Kritik der politischen Ökonomie).“
Welche Berufe bleiben übrig? „Sportler, Schauspieler“, „Religiöses Personal“. Ach? Auch das sehe ich anders. Bei Sportlern könnte es stimmen, weil dort die Person, die vermarktet werden will, im Vordergrund steht, nicht die Leistung. Schauspieler? Nein, die Menschen werden sich auch mit künstlich erzeugten Charakteren identifizieren – vgl. Avatar – Aufbruch nach Pandora.“ Und brauchen wir Religion in der Zukunft? Gott bewahre!

Der erste Band meines Ausgabe des „Kapitals“ von Marx mit meinen Notizen aus den 70-er Jahren, als ich mehrere Semester Tutor in Haugs legendären „Kapitalkursen“ war und auch privat Arbeitsgruppen angeleitet habe, zum Teil noch mit Schreibmaschine. Für die Nachgeborenen: „Eine Schreibmaschine ist ein von Hand oder elektromechanisch angetriebenes Gerät, das dazu dient, Text allgemein mit Drucktypen zu schreiben und hauptsächlich auf Papier darzustellen.“ Und nein, ich kann die drei Bände des „Kapitals“ nicht auswendig, genau so wenig wie die Bibel.
Wahlen in Deutsch-Südwest
Das ist einfach zu erklären. Die gute Nachricht: Die AfD landet weit unter den 50 Prozent. (Man muss das so formulieren – im Einklang mit den Anstalten -, damit es negativ klingt, obwohl die AfD ihr Ergebnis verdoppelt hat.) Gut ist ebenfalls, dass die so genannte Linke und die FDP es nicht geschafft haben.
Natürlich wird es eine starke Wählerwanderung von der sozialislamischendemokratischen Partei zu den Grünen gegeben haben, weil denen Özdemir lieber ist als der CDU-Kandidat, dessen Namen mir gerade nicht einfällt.
„Grüne verlieren im Vergleich zu 2021 kaum.“ Ach?! Die Grünen haben verloren? Das muss die Journaille, die bekanntlich mehrheitlich „rot“ oder grün wählt, dann positiv umschreiben: Die Grünen verlieren weniger als erwartet oder so. Hört sich gleich viel besser an.
Und nun das Wetter- Und ich muss gleich noch auf eine Messe, obwohl ich morgen wieder Frühschicht habe.
Fehlercode
Diese Meldung bekam ich heute rund zwei Dutzend Male, weil ich meine Eingabemethoden per Browser/PC, per Authenticator-App und sonstwie variiert hatte. Die Datev („Arbeitnehmer“ online, har har) akzepiert ab Anfang März kein Einloggen per SMS-Tan mehr.
Eine halbe Stunde meiner kostbaren Lebenszeit ging dabei drauf. Was die Datev an Usability anbietet, kann man nur als extrem böswillige Nutzerfeindlichkeit bezeichnen. 15 Schritte sind angeblich nötig.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand von der einschlägigen Klientel – zum Beispiel aus der Sicherheitsbranche – überhaupt hinkriegt, vor allem die eingewanderten Bürger und deren Nachfahren, die auch nach mehreren Jahrzehnten in Deutschland immer noch keinen korrekten Satz herausbringen.
Irgendwann kapierte ich zumindest das Problem. Ich hatte noch mein altes Handy ohne Sim-Karte, das ich zuhause natürlich benutzen könnte, weil es sich über mein WLAN einwählt. Eigentlich nur, wenn ich mein normales Handy über Nacht vergessen habe aufzuladen und beim Frühstück kurz surfen möchte. Da war auch noch die Authenticator-App drauf.
Die musste ich erst löschen, und dann noch meinen schon eingerichteten Datev-Account, warum auch immer. Was wäre, wenn ich mein altes Hand nicht mehr gehabt oder es verloren hätte oder es schlicht nicht mehr funktionsfähig wäre? Und darf ich mich nur mit einem Handy authentifizieren? Geht der Trend nicht bekanntlich zum Vierthandy – vor allem bei den Bürgern, die mit minderlegalen Tätigkeiten beschäftigt sind?
Wenn ich schon lese: „Schauen Sie in den Brief, den wir ihnen (vor wie vielen Jahren?) geschickt hatten mit den Zugangsdaten für das Datev-Konto“… Dann krieg ich schon einen Hals.
So wird das nichts mit der Digitalisierung.
Flaschen und Klauen
Drei Tage Freizeit. Das bedeutet, alle Computerprobleme lösen zu können, denen man so zwischendurch begegnet ist. Ich habe jetzt Bottles auf allen Rechnern installiert. Das gefällt mir wesentlich besser als Wine und ist auch benutzerfreundlich. Eigentlich brauchte ich das Programm nur auf meinem schmalbrüstigen Ubuntu-Laptop, das ich im Urlaub und auf der Arbeit benutze und auf dem Firestorm für Linux ständig abschmiert. Ich habe die Software für Secondlife dort mit Alchemy ersetzt (nicht zu verwechseln mit Alchemy Linux), das einigermaßen stabil läuft, auch bei lahmer Verbindung.
Ein ungelöste Frage ist immer noch das E-Mail-Programm. Ich schrieb schon im Januar: Ich benutze bekanntlich Thunderbird für Linux, mit der Option des Umstiegs auf Mutt, Claws Mail für Windows (weil das zuverlässig kein HTML anzeigt und auch Attachments sehr sicher handelt; Verschlüsseln geht aber nur auf dem Umweg über Kleopatra) und für Android FairEmail.
Ich wüsste nicht, was es zu Verbessern gäbe, und schon gar nicht mit KI. [Weibliche Stimme in verführerischem Tonfall: „Sie haben zu verschlüsseln vergessen!“] Aber das habe ich auch schon gesagt, als ich noch Crosspoint benutzte.
Jetzt habe ich gar kein Windows mehr und könnte auch Claws Mail überall installieren. Die Kriterien, nach denen normalerweise die Vor- und Nachteile aufgelistet werden überzeugen mich aber nicht: „modern“, „Plugins“, „Erweiterbaurkeit“ – brauche ich alles nicht. Für mich zählt nur: Wie geht das Programm mit HTML um (will ich nicht sehen oder angezeigt bekommen!) und wie viel Stunden wie lange brauche ich, um eine E-Mail zu verschlüsseln?
Mein Laptop meckert mich gerade von der Seite an, mein PGP-Schlüssel sei abgelaufen? Muss ich mal nachsehen. Man hat ja sonst nichts zu tun….
| Kriterium | Thunderbird | Claws Mail |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Komfortorientierte Nutzer, die eine vollständige Mail-Suite mit vielen Funktionen möchten. | Minimalisten und Power-User, die einen schnellen und schlanken Mailclient bevorzugen. |
| Funktionsumfang | Sehr umfangreich: E-Mail, Kalender, Kontakte, RSS, Add-ons. | Basisfunktionen für E-Mail, erweiterbar über Plugins. |
| Benutzeroberfläche | Modern und relativ benutzerfreundlich. | Klassisch und technisch, wirkt teilweise veraltet. |
| Ressourcenverbrauch | Relativ hoch im Vergleich zu minimalistischen Clients. | Sehr gering, ideal für ältere Rechner oder schlanke Systeme. |
| Geschwindigkeit | Solide, aber nicht besonders schnell beim Start. | Sehr schnell beim Starten und Arbeiten. |
| Erweiterbarkeit | Viele Erweiterungen und große Entwickler-Community. | Plugins vorhanden, aber deutlich weniger als bei Thunderbird. |
| HTML-Mail | Voll unterstützt. | Teilweise eingeschränkt, oft über Plugins. |
| Eignung für Ubuntu | Standard-Mailclient vieler Linux-Distributionen. | Beliebt bei Linux-Power-Usern und Minimal-Systemen. |
ChatGPT: „Hier ist ein praxisnaher Vergleich von Mozilla Thunderbird und Claws Mail unter Ubuntu/Linux. Beide sind freie Open-Source-Mailprogramme, verfolgen aber sehr unterschiedliche Konzepte: Thunderbird ist eine umfangreiche Mail-Suite, Claws Mail ein extrem leichtgewichtiger, schneller Client.“
































