A great political gift

Fefe hat natürlich recht: #metoo ist ein Geschenk für die Republikaner in den USA, weil es deren Basis erst recht mobilisiert. Das sollten sich die Leute hier hinter die Ohren schreiben, die meinen, sie kämpften gegen die AfD. Meistens ist der Effekt ähnlich wie bei Kavanaugh: „It’s been a great political gift for us. The tactics have energized our base…“

Die Grenze

Lesebefehl: Christian Bangel in der Zeit: „In Frankfurt an der Oder verbreitet eine Gruppe Syrer Angst. Der linke Bürgermeister reagiert mit einem Tabubruch. Das Bild von der weltoffenen Oststadt bekommt Risse.“

Marxistisch umrahmter Whisky aus progressiv hebridischer Destille

Whisky

Ich bin ein neugieriger Mensch und mag es auch gern exotisch. Deswegen liebe ich auch die Wörter Bunnahabhain oder Bruichladdich. Ich war auch schon mehrfach auf den Kleinen Antillen, aber die Inneren Hebriden finde ich noch exotischer. Ich habe mich jetzt auf den Whisky der Insel Islay eingetrunken, dort gibt es acht Brennereien.

Heute im Einkaufkorb beim Drogendealer meines Vertrauens: Bowmore wie gewohnt und erschwinglich (ich habe da Bowmore-Flaschen gesehen, die mehr als 150 Euro kosten!) sowie eine Flasche Classic of Islay, die deshalb preisgünstiger war, weil sie nicht einer bestimmten Brennerei zuzuordnen ist, ähnlich wie der unvergleichliche Whisky aus der Linkwood-Destillery. Mir schmeckt er noch rauchiger als Bowmore.

Für das Ding neben den Flaschen mach ich auch gleich Werbung: Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung. Die aktuelle Ausgabe 115 Von der Novemberrevolution zum „deutschen Oktober“ fesselte mich von Anfang an. Ich bin aber erst bei den ersten Artikel und informiere die geneigte Leserschaft ein anderes Mal ausführlicher. Im nächsten Monat wird die mediale Propaganda der herrschenden Klassen und ihrer Helfershelfer auf uns hereinprasseln, weil die Revolution 1980 1918 100 Jahre her ist. Es ist schon zu wissen, dass es noch Leute gibt, die erstens historisch gebildet sind und zweitens so ähnlich denke wie man selbst. Sind ja leider wenig genug.

Marx, Lenin und Mao [Update]

Was dabei herauskommt, wenn man Marx, Lenin und Mao liest, kann man in China sehen. Der herrschenden Klasse gefällt das natürlich nicht.

[Update] Der Economist schreibt auch was dazu: „Officials in Beijing worry about Marx-loving students“. I love it.

Konkret verboten!

konkret

Kauft die konkret! (Vgl. auch das Ermittlungsverfahren gegen mich.)

Kein Mitleid mit sich selbst

Sehr hübsche Kolumne von Jan Fleischhauer im Spiegel über Angela Merkel:

Ich habe „Merkel“ und „Anfang vom Ende“ mal bei Google eingeben. Als einer der ersten Treffer stieß ich auf einen „Zeit“-Artikel aus dem Jahr 2015. Wenn man länger sucht, finden sich noch weit ältere Texte. Die „Berliner Zeitung“ rief 2013 den „Anfang vom Ende der Ära Merkel“ aus. (…)

Wer nichts persönlich nimmt, ist im Vorteil. Er wartet einfach ab, bis sich die Dinge wieder zu seinen Gunsten wenden. (…)

Angela Merkel kippt niemand so einfach heraus. Ihre Politik mag links sein, in ihrem Politikstil ist sie konservativ bis ins Mark. Sich nicht beklagen, keine Schwäche zeigen, was ansteht, erledigen: Wenn es etwas gibt, was die Ästhetik heroischer Führung ausmacht, dann ist es die Mitleidlosigkeit gegen sich selbst. Sollen die Linken ihre Befindlichkeiten pflegen: Die Kanzlerin zieht die Dinge durch.

Jetzt ist endgültig Schluss

„DIE LINKE spricht sich gegen Verbote von religiös motivierter Bekleidung aus.“
Nie wieder werde ich diese Partei wählen. Meine Stimme ist zu haben.

Einwanderer und Immer die gleichen Fragen

solimoes

Foto: Einwandererstrom / Symbolbild

„Betrachtet man die Diskussion der sogenannten „Ausländerfrage“ in längerer Perspektive, so fällt auf, daß sie seit den 70er Jahren alle vier, fünf Jahre in immer neuen Verwandlungen aufs neue entbrennt und jedesmal so tut, als seien plötzlich ganz neue Probleme aufgetaucht. Tatsächlich aber wird die Debatte um den Zuzug von Ausländern in Deutschland seit etwa 120 Jahren unter den im wesentlichen gleichen Fragestellungen und mit den gleichen Frontlinien geführt.

– durch ideologisch-moralischen Fundamentalismus: Auf der einen Seite wird die massenhafte Zuwanderung als Bedrohung der – je nach Sprachgebrauch – kulturellen, ethnischen oder völkischen Identität der Deutschen bekämpft, was in einem Land, das es als Nationalstaat erst seit 130 Jahren gibt und dessen Teile sich zuvor gegenseitig als ‚Ausland‘ deklariert hatten, besonders eigentümlich wirkt. Auf der anderen Seite werden alle Versuche der Begrenzung, Verringerung oder auch nur Steuerung der Zuwanderung als Ende des liberalen Rechtsstaates gebrandmarkt, die unbegrenzte Zuwanderung von Ausländern als moralisch gebotene Pflicht angesichts der Not in der Armutsregionen der Welt angesehen (…).

– durch die Fiktion der ‚Lösbarkeit‘: Sowohl die Befürworter einer radikalen Zuwanderungssperre als auch Verfechter einer radikalen Grenzöffnung suggerieren, auf diese Weise seien bestehende Konflikte und Probleme (womöglich schnell) lösbar. Das es in der Praxis vielmehr um Abmilderung und Steuerung, um pragmatische und mittelfristige Korrekturversuche der Auswirkungen einer globalen und die Einwirkungsmöglichkeiten eines Einzelstaates bei weitem übersteigende Entwicklung geht, wird übersehen oder unterschlagen. (…)

Gerade die Migrationsgeschichte der Bundesrepublik ist ein Beleg dafür, daß es zum Teil jahrzehntelanger Gewöhnungs- und wechselseitiger Anpassungsprozesse bedarf, um Zuwanderungsprozesse zu verkranten und zu akzeptieren.“ (Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland: Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge, 2001)

Vor siebzehn Jahren erschienen und noch immer aktuell. Da aber auch Journalisten mehrheitlich ein Gedächnis wie eine Drosophila haben und auch nicht bereit sind, sich weiterzubilden, wiederholt sich natürlich alles. Nur die Wörter wechseln: „Einwanderer“ existiert plötzlich nicht mehr, alle Sprachopportunisten sagen jetzt „Migrant“, was letztlich dasselbe bedeutet, sich aber bürokratischer anhört.

(Sorry übrigens für die vielen Ungs. Ich war zu faul, um das Zitat in gutes Deutsch zu übersetzen.)

Add Diversity oder: Back to Blood

diversity

Welt online: „Um den Eindruck kultureller Vielfalt zu erwecken, hat eine Kunsthochschule mehreren Absolventen auf einem Gruppenfoto eine deutlich dunklere Hautfarbe verpasst. Und wurde mit ihren plumpen Fälschungen prompt enttarnt.“

Die Quelle ist ein Bericht von CNN: „The Émile Cohl art school in Lyon was forced to apologize after students noticed their faces had been digitally darkened to „add diversity“ to a picture posted on the American version of the school’s website. (…) ‚The communication company decided on its own to darken the skin of some students to add diversity,‘ Emmanuel Perrier, assistant director of the art school, told CNN. ‚The communication campaign was made from the US.'“ (Vgl. Twitter)

Wenn ich es noch nicht gesagt haben sollte: Ich halte den Diversity-Unsinn für einen reaktionären kleinbourgoisen Quatsch und genau so unpolitisch-verdummt wie das „Multikulti“-Konzept. Der Rest steht in Nazis sind Pop und in Tom Wolfes großartigem Roman Back to Blood.

Cut the funding on the BDS!

Jungle World: „Der palästinensische Menschenrechtler Bassem Eid, der für seine kritische Haltung bekannt ist, liest Parlamentariern der EU die Leviten und erklärt, warum die BDS-Bewegung den Palästinensern weit mehr schadet als nützt. Er fordert Europa deshalb auf, seine Unterstützung für BDS umgehend zu beenden“:

This is one of the major problems in Europe, because if Europe tomorrow will cut the funding on the BDS, like Trump cut the funding on UNRWA, no BDS will exist in the coming six months.(…)

In my opinion, the majority of the Palestinians these days are people who are seeking dignity rather than identity. This is one of the most important issues, and dignity can be achieved only via economic prosperity. I used to teach my Palestinian colleagues in the refugee camps that homeland is not the place where you are born. Homeland is the place where you can get dignity, justice, and freedom. (…)

So Europe should have to help the Palestinians to put an end to the so-called BDS. It is much better for the parliaments in Europe to send the money directly to the Palestinians, rather than to give it to the BDS. The BDS is just using us. The BDS will never ever help us. The BDS will never ever want to achieve any kind of peace between the Israelis and the Palestinians. The BDS wants to destroy Israel, and, as a Palestinian, I don’t have time for that.

Kleine Schweine mit dem Ringelschwänzchen

„Die vielen Kompromisse, die die SPD so verantwortungsbewusst eingeht, sind nicht das, was die eigentlich gute SPD schlecht macht – die faulen Kompromisse sind der faule Kern der Partei selbst. Sie ist selbst schon der vorweggenommene Kompromiss nicht nur mit, sondern von Bourgeoisie und Reaktion.“ (Sébastien de Beauvoir auf Facebook, 19.09.2018)

Dazu fällt mir Tucholsky ein: „Und durch Deutschland geht ein tiefer Riß. Dafür gibt es keinen Kompromiß!“

Arsch auf Eimer

Panorama: „Sachsen: AfD-Funktionär arbeitet beim Verfassungsschutz“.

Ich weiß gar nicht, warum das eine Meldung wert ist. Weitere Themen: Bock arbeitet als Gärtner usw..

Weg mit dem frommen Quatsch!

Jüdische Allgemeine: „Muslimische Geistliche erkennen an, dass einige Koranpassagen zu Judenhass und Terrorismus führen“.

Ich bin bekanntlich dafür, dass ein säkularer Staat Religion und andere Formen des Aberglaubens aktiv zurückdrängen und bekämpfen sollte. Man kann nicht gleichzeitig Wissenschaft und Religion aus Steuergeldern fördern. Die Chinesen machen es richtig.

Wer will Upload-Filter?

Wer das Internet kaputtmacht, kann man bei Martin Sonneborn in einem schönen Schaubild sehen. (Man beachte das Wahlverhalten der „Grünen“. Wählt die noch jemand hier?)

Islamismus und Kollaboration

Telepolis über Islamismus und Kollaboration (2 Teile) – ein bisschen verschwurbelt, aber lesenswert!

„Wenn sich Angehörige der unteren Klassen über die Folgen der Islamisierung beklagen, wird ihnen traditionellerweise ein repli sur soi (Rückzug auf sich selbst) vorgeworfen. Gleichzeitig bleiben ja gerade die meinungsbildenden Mittel- und Oberschichten in den geschützten Quartieren unter sich, wählen sich die guten Schulen für die Kinder aus et cetera. (…)

Der sich als „antirassistisch“ verkaufende Diskurs im frankophonen Europa (hierzu gehören auch Wallonien, Brüssel und die französische Schweiz) hat sich zu einem semitotalitären islamophilen McCarthyismus entwickelt, der auch die Praxis im deutschsprachigen Raum in den Schatten stellt.“

Das ist in Deutschland nicht anders. Aber: Linke Islamkritik ist immer auch Kritik an jeder Religion.

Tsederbaum!

„Wo ist eigentlich juristisch gesehen der Unterschied zwischen dem Verfassungs“schutz“ und einer kriminellen Vereinigung?“ (Fefe).

Das frage ich schon seit mehr als 20 Jahren. Aber nicht vergessen: It’s not a bug, it’s a feature. (Nun könnt ihr über den Titel rätseln.)

Extremistische Pappnasen

Journalisten, die den Begriff Extremismus benutzen, sind auch Pappnasen. Das ist Behörden-Neusprech und keine politische Analyse.

Das Thema hatten wir hier schon öfter, zu, Beispiel 2009 oder 2003.

Opium raus aus den Schulen!

Kleine Zeitung (Österreich): „Susanne Wiesinger, Lehrerin an einer Neuen Mittelschule in Wien-Favoriten, erzählt vom Alltag in ihrer Brennpunktschule: von Konflikten mit muslimischen Kindern, vom Schweigen ihrer Vorgesetzten und der Politik.“

„Bis heute scheuen sich viele Lehrer, Kritik am Islam zu üben. Der Grund des Schweigens liegt in einer Verwechslung von Akzeptanz und Toleranz sowie der Sorge, als überfordert und islamophob diffamiert zu werden.“

Ein Grund mehr, warum Religion in Schulen überhaupt nichts zu suchen hat.

Lichterketten, neu gesungen

Statt alberne Hashtags zu verbreiten, kann man stattdessen auch Kirchenlieder singen. Die Wirkung ist vergleichbar. #wirsindmehr

Der Putsch in Chile

Über den Putsch in Chile habe ich am 11. September 2003 auf Telepolis geschrieben: „Die mit Hilfe der US-Regierung in Blut getauchte „Demokratisierung“ ließ einen verklärten Mythos der Linken entstehen“.

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