Antisemitenpack, shut up! [Update][2. Update]
Rolling Stone: „Eine Gruppe von 600 teils prominenten Musikern fordert in einem offenen Brief Kollegen zu Solidarität mit dem palästinensischen Volk auf – und dazu, vorerst nicht mehr in Israel aufzutreten.“
Dann weiß ich jetzt, welche Musik ich nicht mehr höre. Was für ein dämliches Antisemitenpack!
[Update] Völlig verstrahlt ist auch die Zeitung Exberliner: „Why is German media so pro-Israel?“ – „This talking point, that people boycotting the only Jewish state must be antisemites, is a very specific German attitude.“
Vielleicht sollte sich die Zeitung in Ex-Amin-al-Husseini umbenennen.
[2. Update] „Israel-Experte“ Dr. Steffen Hagemann zur Tagesschau: „Auf der anderen Seite haben die Proteste im jüngsten Gaza-Krieg gezeigt, dass die palästinensische Bevölkerung in Israel nicht nur soziale Forderungen stellt, sondern sich als Teil des palästinensischen Volkes sieht.“
Aha. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat ein palästinensisches „Volk“ entdeckt. Dann wird Jasser Arafat vermutlich bald posthum Ehrenpräsident der Heinrich-Böll-Stiftung.
Apropos „westliche Werte“
Junge Welt: „Der festgenommene belarussische Oppositionsaktivist Raman Pratassewitsch hat eine weit rechtere Vergangenheit, als es westliche Medien bisher dargestellt haben. Der Chef des belarussischen Geheimdienstes KGB, Iwan Tertel, sagte am Mittwoch vor dem Parlament des Landes, Pratassewitsch habe 2014/15 im ukrainischen Neonazibataillon (inzwischen: Regiment) »Asow« im Donbass gekämpft. Das erfülle die Tatbestände des Terrorismus und des Söldnertums.
Der Einsatz von Pratassewitsch bei »Asow« wird auch von ukrainischer Seite nicht mehr bestritten.“
Abgefahren

Feuerwache Neukölln. Symboldbild für Wachsamkeit oder so
In Israel wollen die Ultrarechten mit eine liberalen Partei der „Mitte“ eine Regierung bilden. Diese Gelassenheit, auch mit dem Gegner aus pragmatischen Gründen zusammenzuarbeiten, kennen sonst nur die Italiener – aber die haben auch schon 2500 Jahre Erfahrung damit, wie man Koalitionen schließt. Das wünsche ich der deutschen Politik.
Dann haben wir noch Wolken auf dem Mars. I love it.
Und eine chinesische Eisenbahn, 8.000 Kilometer lang und mal eben die Beringstrasse unterquerend. Think big!
Nach Ostland wollen wir reiten [Update]
SCNR [Update] Auf Rat der Schwarmintelligenz das Plakat mit korrekter Schrift genommen.
Unkontrollierte Akten
Berliner Zeitung (hatte ich übersehen): „Wie der Umgang mit Stasiakten außer Kontrolle geraten ist“.
Problematisch auf andere Weise ist das Statement des Bundesbeauftragten Roland Jahn in der „Abendschau“ im Jahr 2015, der Bernd Lammel recht suggestiv Transparenz im Umgang mit der Vergangenheit empfahl, die ich damals als indirekte Rücktrittsforderung von seiner Funktion als Vorsitzender des Journalistenverbands wahrnahm. (…)
Wäre ein Presseantrag von der „Jungen Welt“ oder vom „Neuen Deutschland“ zum Fall Lammel genauso behandelt worden? Die Recherche ging von rbb und Bild-Zeitung aus. Und wie würden die Kritiker des Findungseifers der BStU im Fall Lammel eine ähnliche DDR-Geschichte bewerten, wenn der Akteur heute in der AfD-Spitze gelandet wäre?
(Interessant, dass die Berliner Zeitung in der Bildunterschrift die Schreibweise „Westberlin“ wählt. Oder ist das schon ein Insider-Witz?)
Wg.: Respekt und fromme Verehrer des höheren Wesens „Allah“
Sawsan Chebli sagte: „Wir dürfen die Integrationsdebatte nicht mit der Diskussion über Muslime und Islam oder Religion insgesamt vermengen. Mein Vater ist ein frommer Muslim, spricht kaum Deutsch, kann weder lesen noch schreiben, ist aber integrierter als viele Funktionäre der AfD, die unsere Verfassung in Frage stellen.“…..
Katja Schneidt, Autorin und seit zwei Jahrzehnten ehrenamtlich für Flüchtlinge tätig, hat eine Anwort an die Dame geschrieben:
„Sehr geehrte Frau Sawsan Chebli.
Ich habe lange überlegt, ob ich Ihnen wirklich ein eigenes Posting widmen möchte aber ich mache es in der Hoffnung, dass ich mich hinterher besser fühle, wenn ich mir die Seele frei schreibe!
Das Sie vor Scham nicht im Boden versinken, wird mir immer unbegreiflich bleiben und ich als Muslimin sage Ihnen, dass ich mich für Sie gleich doppelt schäme und das Wort „Glaubensschwester“ mir im Zusammenhang mit Ihnen im Halse stecken bleiben würde!
Ihre Familie kam 1970 als Flüchtlinge nach Deutschland und obwohl Ihnen keine Aufenthaltserlaubnis erteilt wurde, haben Ihre Eltern hier munter weiter Kinder in die Welt gesetzt, obwohl die Zukunft der Familie völlig unsicher und im unklaren war. Unter diesen Voraussetzungen 13 Kinder in die Welt zu setzen und die finanzielle Verantwortung dem Deutschen Steuerzahler zu übertragen, ist einfach nur dreist und verantwortungslos. Ich habe keine Ahnung, was in ihren Eltern vorging.
Ihr Vater hat die Deutschen Gesetze von Anfang an mit Füßen getreten. Drei mal wurde er Rechtmäßig ausgewiesen und drei mal ist er illegal wieder eingereist! Das weder ihre Mutter noch ihr Vater sich die Mühe gemacht haben, die Sprache des Landes zu erlernen, das immerhin eine fünfzehnköpfige Familie über viele, viele Jahre versorgte und ernährte, ist an Respektlosigkeit kaum zu überbieten.
Das Sie, Frau Chebli aber nicht müde werden, immer und immer wieder Respekt für Muslime und Migranten einzufordern, zeigt schon das ganze Dilemma auf!
Wo bleibt der Respekt, den Sie den Menschen entgegen bringen, die sie und ihre Familie mit Wohnraum, Nahrung, Kleidung und Medizin versorgt haben? 15 Personen über 18 Jahre mit genau diesen Dingen zu versorgen, kostet ungefähr 90.000 Euro im Jahr und in 18 Jahren über 1,6 Millionen. Und selbst wenn es nur 10 Jahre gewesen wären, hätte ihre Familie den Steuerzahler ein Vermögen gekostet! (500,00 Euro pro Person an Leistung, Krankenversicherung, Wohnraum, etc.pro Monat)!!!
Und sie haben wirklich den Nerv die Menschen, die für Sie und Ihre Familie so viel ermöglicht haben, zu jeder Gelegenheit als Rassisten zu bezeichnen? Sie haben den Nerv und fordern noch mehr Toleranz?
Sie spalten seit Anbeginn ihrer „Politischen Tätigkeit“ (Wobei nicht nur ich mich frage, worin diese eigentlich besteht, denn Ihr Gestammel welches Sie bei jeder Pressekonferenz von sich geben, ist das bestbezahlteste Gestammel welches ich jemals gehört habe!) die Bevölkerung und heizen mit so Tweets wie „Wir sind zu wenig Radikal“, die Stimmung auf. Das Sie diesen nach Kritik gelöscht haben, macht es nicht besser!
Sie bezichtigen Hinz und Kunz der sexuellen Belästigung und vergessen dabei völlig, das Sie in einem freien Land leben und unsere Männer nicht so triebgesteuert sind, dass sie jede Frau betatschen, die sich nicht bis zur Unkenntlichkeit verhüllt hat.
Und das Sie eine Stewardess unterschwellig des Rassismus bezichtigen, weil sie die Dreistigkeit besaß, sie in Englisch anzusprechen und Sie ja Deutsch sind, setzt dem ganzen noch die Krone auf! Tipp von mir: Tackern Sie sich ihren Deutschen Pass doch sichtbar an Ihre Bluse, dann passiert das nicht mehr. Es kann niemand etwas dafür, dass Sie ein fremdländisches Aussehen haben und es könnte daran liegen, dass Sie Eltern mit einem Migrationshintergrund haben! Meine Österreichische blonde und blauäugige Freundin ist in die Türkei ausgewandert und hat dort einen Sohn geboren. Glauben Sie, dass der Junge jetzt automatisch schwarzhaarig ist und für einen Türken gehalten wird? Eher nicht!
Wissen Sie was? Ich bin es leid, dass Menschen wie Sie, von der Weltoffenheit und Hilfsbereitschaft der Deutschen profitieren aber trotzdem bei jeder Gelegenheit die Rassismuskeule schwingen. Denken Sie mal drüber nach was aus ihnen geworden wäre, wenn Sie in dem Heimatland ihrer Eltern leben müssten und dann werden Sie hoffentlich ganz demütig!
Die meisten Menschen die hier leben sind herzlich, weltoffen, tolerant und wollen nur eines: Friedlich und sicher leben und keine Bevorzugung von Bevölkerungsgruppen und Religionen! Und das ist kein Rassismus, sondern das 1 X 1 eines guten Miteinander!“
#Katjaschneidt“
Mir ist es übrigens schnurzpiepegal, ob irgendwelche rechten Honks den Brief auch gut finden.
Doppelte Moral
Ich wollte etwas von Heuchelei und Doppelmoral schreiben, aber auf Telepolis steht schon das, was gesagt werden muss. „EU und Nato erbost über Zwangslandung von Zivilmaschine in Minsk. Bei ähnlichem Vorfall 2013 schwiegen sie. Damals waren Bündnispartner verantwortlich.“ Und fast alle deutschen Medien vergießen Krododilstränen und heulen mit.
Moderne Folter
Sollte man lesen. Ortin Rosner schreibt auf Telepolis über „Wie Julian Assange in Großbritannien gefoltert wird“.
Haben Sie überdies schon einmal darüber nachgedacht, warum Assange derart verwahrlost und um Jahre gealtert wirkte, mit langen, verfilzten Haaren und einem dichten, ungepflegten Vollbart, als er am 11. April 2019 schließlich von der Polizei aus der ecuadorianischen Botschaft gezerrt wurde? Nun, die Antwort ist viel perfider, als Sie es sich vermutlich träumen haben lassen. Drei Monate vor seiner Verhaftung hatte man ihm sein Rasierzeug weggenommen – eine der unzähligen Schikanen, denen Assange ausgesetzt worden war. Die unwürdige Erscheinung des Australiers war ganz bewusst inszeniert worden, passte sie doch zu dem Narrativ des „Monsters“ Assange, das man nähren wollte.
Der Artikel ist eine Rezension von Nils Melzer, Oliver Kobold: Der Fall Julian Assange: Geschichte einer Verfolgung – Der spektakuläre Report des UNO-Sonderberichterstatters für Folter, 22 Euro / 336 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag. Piper, München 2021.
Tomyris die Barbarin
Irgendein Algorithmus spülte mir den kasachischen (!) Film Tomiris in meine Amazon-Prime-Timeline. Man weiß nach fünf Minuten beim gelangweilten Zappen, worum es sich handelt. Hier also auf den ersten Blick: Conan die Barbarin, mit besseren Kostümen. (Mongolisch? Hunnisch? Dschingiskhanisch? Kasachisch?) Auch der zu vermutende Plot ließ meinen Finger schon über der Aus-Taste schweben. Vater eines Mädchen wird ermordet. Tochter wird laracroftmäßig Kämpferin (nein, Mönche spielen nicht mit). Die Pöhsen werden massakriert. Heute, dem Mainstream gehorsam folgend, noch schön divers und pseudofeministisch aufgehübscht.
Ich habe mir das Werk dann doch bis zum Schluss angetan. Ein Hinweis zu Beginn ließ mich stutzen: Die Geschichte stammt von Herodot? Ist also keine Fantasy? Fünftes Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung niedergeschrieben – die Herrscherin eines Reitervolkes aus der südrussischen Steppe killt den Perserkönig Kyros II.? Ist das wirklich wahr? Also habe ich mir die Historien auch sofort besorgt. Die nicht zu kennen war ohnehin eine klaffende Bildungslücke.
Es war nun, nachdem ihr Mann gestorben war, seine Frau Königin der Massageten; Tomyris war ihr Name. Zu ihr schickte Kyros und hielt um ihre Hand an, indem er vorgab, die zur Frau haben zu wollen. Tomyros aber begriff, dass er nicht um sie, sondern um die Herrschaft über die Massageten warb, und lehnte seinen Besuch ab.
Iranisches Reitervolk? In meiner Ausgabe schildert Herodot die Region, um die es hier geht. Von diesem Volk aber wird berichtet, dass es sowohl groß als auch wehrhaft ist und gegen Osten und zum Aufgang der Sonne hin wohnt, jenseits des Flusses Araxes gegenüber den Issedonen. Es gibt jedoch Leute, die behaupten, dass dieses Volk auch ein skythisches ist.
Die Namen klingen exotisch und geheimnisvoll – der längste Nebenfluss der Kura. Kaukasus! Wieso sagt mir das alles nichts? Das hätten mir meine Geschichtslehrer vermitteln können, sind doch die Großregionen der Antike nicht so kompliziert zu verstehen: Östlich des Römischen Reiches lag das Sassanidenreich, mit dem die Römer irgendwie immer im Krieg waren wie mit ihren Vorläufern, den Parthern. Ich finde es faszinierend, dass die römischen Legionen am Euphrat standen! Jenseits der Perser kommt dann Indien; nur Alexander der Große schaffte es bis dahin. Und danach liegt „rechts“ davon China, das aber mit Zentraleuropa vermutlich mehr über die nördlicher gelegene Seidenstrasse handelte. So könnte man das Schülern schnell begreiflich machen – das schon damals alles mit allem zusammenhing und – trotz der unendlichen Weiten – Gelehrten wie Herodot bekannt war. Herodot schildert nicht unbedingt validierte Fakten, aber für einen Geschichtsschreiber, der vor zweieinhalbtausend Jahren lebte, ist er großartig informiert und war in Geographie vermutlich besser als die meisten heutigen Bundestagsabgeordneten.
Ich sehe mich als Jungen über ein dickes Abenteuerbuch gebeugt, dessen Titel ich leider vergessen habe, versunken in Erzählungen von fernen Ländern, die auch auf einem anderen Planeten oder in Mittelerde hätten liegen können. Da war vom Khaiber-Pass die Rede, und ich schwor mir, dass ich den aufsuchen würde, wenn ich erwachsen wäre, wie schon der legendäre Alexander. Den Plan hätte ich noch verwirklichen können, als ich stattdessen nach Südamerika reiste. Heute wäre es mir nicht mehr möglich aus vielen Gründen – ich kann immerhin drüberzoomen. Nur-Sultan wäre vielleicht eine fast so exotische Alternative. (Hat jemand Astana gesagt?)
Es geht also um einen bewaffneten Konflikt zwischen dem persischen Großreich und einem Stammesverbund von Reiternomadenvölkern der eurasischen Steppen, die vermutlich eher unter dem Begriff Skythen bekannt sind. Mehr als ein halbes Jahrtausend später tauchen diese Völker dann unter dem Namen Hunnen im Westen auf.

Der Film „Tomiris“ ist aus meiner Sicht natürlich eher ein Kinderfilm. Die Details sind oft albern. Aber man könnte Mädchen oder jungen Frauen damit zeigen, dass Frauen zu alle dem imstande sind, was auch Männer können. Die geringen körperlichen Unterschiede, was Ausdauer und Physis angehen, sind irrelevant. Das galt eben nicht nur für die Wikinger. (So verschweigt uns zum Beispiel die Populärkultur, dass es auch Frauen gab, die in Rom als Gladiator auftraten.) Mein Urteil fällt daher insgesamt – und für mich selbst überraschend – eher positiv aus.
Ich sah den Film im Original mit Untertiteln – die Darsteller sprechen eine alte Turksprache, was nicht unbedingt historisch korrekt sein muss und die sich so hart anhört wie Althochdeutsch; die Perser modernes Farsi. Über die Hauptdarstellerin Almyra Tursin gibt es kaum aussagekräftige Websites, was mich wundert. Positiv: Sie isst Fleisch. (Gibt es in Kasachstan Vegetarier?)

Da wurde der größte Teil des persischen Heeres dort im Land vernichtet, und auch Kyros selbst kam ums Leben, nachdem er insgesamt neunundzwanzig Jahre lang König gewesen war. Tomyris aber füllte einen Schlauch mit Menschenblut und suchte unter den toten Persern den Leichnam des Kyros; und als sie ihn gefunden hatte, steckte sie seinen Kopf in den Schlauch….
Nachtrag: Produzentin des Films ist Aliya Nazarbayeva, die Tochter des ehemaligen kasachischen Diktators Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Was von Tomyris als Warrior Queen zu halten ist, sollte besser Alice Schwarzer beantworten. „The novel was so successful that Tomyris remains a popular name for newborn girls in Kazakhstan.“
Datenschutz-Verfahren und Folterwerkzeuge, revisited II
Übermedien legt nach: „Ausforschung von Journalisten: Stasi-Unterlagenbehörde widerspricht sich selbst“.
Durfte die Stasi-Unterlagenbehörde (BStU) über 1000 Seiten mit privaten Unterlagen über Journalisten herausgeben? Ein interner Prüfbericht der Leiterin der Grundsatzabteilung der Behörde kam zu einem klaren Ergebnis: Das war rechtswidrig. Die Behörde ist plötzlich der gegenteiligen Ansicht.
Schon klar. „…die Pressesprecherin war telefonisch nicht erreichbar.“ War zu erwarten. Jetzt liegt das interne Rechtsgutachten eben im Volltext vor – so macht man das mit dem Internet. Vertuschen und leugnen ist nicht mehr ganz so einfach wie früher.
Neues vom linken Elend

Antrag an meine lieben Mitmenschen!
Würden Sie bitte alle, ja, unbedingt und ausnahmslos alle, 24 Stunden am Tag, rund um die Uhr, ohne Pause und lebenslang, ein Schild mit dieser Aufschrift um Ihren Hals tragen:
Das Elend hat viele Gesichter – wie gefällt Ihnen meins?
Das stünde Ihnen allen nämlich gut zu Gesicht. (Wiglaf Droste)
(Das musste ich jetzt vorab zitieren, um mir das Thema erträglicher zu gestalten und um eine Schreibblockade zu vermeiden.)
„Sorgt für Empörung“ – nach solchen Textbausteinen lese ich normalerweise nicht weiter. Was die „Linke“ in „Osnabrück-Land“ da verbreitetet, finde ich harmlos, ist es doch ein Lehrbuchbeispiel dafür, dass „politische“ Diskussionen über schwierige Themen nicht geführt werden, sondern nach einem Reiz-Reaktions-Mechanismus ablaufen, bei dem schon a priori weiß, wer was sagen wird.
„Wir haben Antisemitismus importiert“, sagt eben nicht, dass eben dieser erst mit muslimischen Einwanderern ins Land gekommen sei. Unstrittig ist sogar in der liberalen Presse, dass „bei der Integration dieser Menschen mit arabischen Wurzeln einiges schiefgegangen sein muss.“ Warum gibt es jetzt das Getue der üblichen Verdächtigen, das sei „Rassistenscheiße“?
Die Welt hat (leider hinter der Paywall) einen großartigen Artikel von Deniz Yücel über die „Metamorphosen des Antisemitismus“:
„In Deutschland gilt Antisemitismus vielen als praktisch unsichtbares Randphänomen. Dabei greift er noch immer um sich, rechts wie links. Er hat sich nur ein lieblich-progressives Gewand übergezogen: postkolonial, antirassistisch, gendergerecht. Das macht ihn so gefährlich.“
„Doch dem noblen Ziel des Antirassismus schadet man, wenn man – womöglich aus Sorge, dies könne den falschen Leuten nützen – um Tatsachen herumdruckst: dass es weitaus gefährlicher ist, mit einer Kippa durch Berliner Stadtteile wie Neukölln oder Kreuzberg zu laufen als durch Mitte oder Zehlendorf. Oder dass für jüdische Makkabi-Vereine Spiele gegen arabisch oder türkisch geprägte Vereine oft so hässlich verlaufen wie für Migrantenvereine Auswärtsspiele in Ostdeutschland.“
Genau das ist gemeint: Einige der „Linken“ meinen wohl, man dürfe Einwanderer aus Staaten, in denen Antisemitismus und der Hass gegen Israel zur Staatsraison gehört – also auch Syrien – nicht kritisieren. Wie absurd ist das denn? Diese Menschen bringen doch ihr Weltbild mit, also wird es „importiert“. Was ist daran falsch?
Man muss sich schon sehr intellektuell verknoten, um das zu leugnen. Eberhard Seidel schrieb auf Facebook: „Wenn Teile der Muslime in Deutschland antisemitisch sind, heißt das nicht, dass dieser Antisemitismus importiert ist. Wenn Jugendliche, die hier geboren und sozialisiert sind, Anhänger der Hamas sind, heißt das nicht, dass dieser Judenhass importiert ist. Das bedeutet lediglich, dass die alt-deutsche antisemitische Angebotspalette diverser geworden ist und diese Formen des Antisemitismus zum festen Bestandteil des Ideologieangebots in Deutschland geworden sind.“
Diversity also auch bei Antisemitismus? Das, was Frau Sawsan Chebli zu Besten gibt, die sich bekanntlich als „Palästinenserin“ versteht, obwohl sie in Berlin-Moabit geboren wurde (wie bei den Sudentendeutschen und anderen Vertriebenen vererbt sich offenbar der „Flüchtlings-Status“), soll also „Bestandteil des Ideologieangebots in Deutschland“ sein? Das kann man so sehen. Man muss aber dann nachfragen, wo der Unfug, den sie mehrfach absonderte, ihr eingetrichtert wurde – in einer deutschen Schule oder zuhause oder auf der Straße? (Das deutsche Wikipedia macht sich die Erfindung Arafats zu eigen und behauptet, die „Palästinenser“ seien ein „arabisches Volk“).
In den USA ist es übrigens ähnlich. Auch hinter der Paywall der Welt: Apartheidstaaten sind keine Demokratien“, so lautete ein Tweet, den die linke demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez am Samstagnachmittag an ihre rund 13 Millionen Follower absetzte.
Viele ihrer Mitstreiter verbreiteten den Tweet umgehend nach dem Modell eines Kettenbriefes: Die Abgeordnete Coris Bush retweetete Ocasio-Cortez, deren Mitteilung ihrerseits von Fraktionskollegin Rashida Tlaib weiterverbreitet wurde. Tlaib, in Detroit geborene Tochter palästinensischer Einwanderer, kommentierte die Botschaft von Ocasio-Cortez und Bush mit demselben Wortlaut: „Apartheidstaaten sind keine Demokratien.“
Um erst gar keinen Zweifel aufkommen zu lassen, auf welches Land sie ihre Stellungnahme bezieht, legte Tlaib später nach – sie rief dazu auf, sich die Stellungnahme des palästinensisch-israelischen Künstlers Tamer Nafer anzuhören: „Hören Sie den Palästinensern, die unter der Apartheid Israels leben, direkt zu.“
Das Neue Deutschland nennt Ocasio-Cortez „progressiv“. Mal sehen, wann sie von der Partei „Die Linke“ eingeladen wird.
In den sozialen Medien stellte ich die Frage – to stir the soup up -: „Wie kann man der „Linken“ die islamo-völkische Wahnidee „Palästina“ austreiben?“ Mein Namensvetter Jürgen hat dazu eine interessante historische Antwort, wie das alles anfing – und weiterging.
Nachtrag: Ich muss mich jetzt auch noch vom RBB erholen – was für eine widerliche Hetze!
Datenschutz-Verfahren und Folterwerkzeuge, revisited
Berliner Zeitung: „Nach Recherchen der Berliner Zeitung reagiert Deutschlands oberster Datenschützer. Zugang zu Stasiunterlagen Dritter soll künftig besser kontrolliert werden.“
„Anlass für das aktuelle Prüfverfahren gegen die Behörde ist der Fall des Berliner Fotojournalisten Bernd Lammel, der seit Jahren gegen Stasivorwürfe kämpft, und der nun feststellen musste, dass die BStU in den letzten Jahren nicht nur ihn, sondern 164 Menschen aus seinem Umfeld „ausgeforscht“ und mehr als tausend Seiten Akten an Journalisten herausgegeben hat. Der Begriff „Ausforschung“ stammt dabei von der Behörde selbst: Das Vorgehen gegen Lammel und sein Umfeld hat im Jahr 2017 eine interne Prüfung nach sich gezogen, die vernichtend ausgefallen ist.“
Ich werde das zum Anlass nehmen, eine Strafanzeige zu stellen. I keep you informed.
Tsinghua’s Involuted King oder: Kein Jagen und Fischen
Interessanter Artikel im New Yorker über die Jugend Chinas: …endless cycle of self-flagellation: …many students (…) feel like „trash“: anxious, stressed, overworked, trapped in a status race.
Das kommt davon, wenn der einzige Lebenszweck die Anpassung an den Mainstream ist. In search of alternatives, some have begun to embrace Marxism, organizing “Das Kapital” reading groups and revisiting leftist revolutionary songs from the Soviet Union. Vielleicht sollte ich zukünftig Online-Kapitalkurse in Mandarin geben?
Lob der Denunziation

Bocca di Leone – in der Republik Venedig konnten hier anonyme Denunziationen eingeworfen werden
Dann kehren die früheren Schrecknisse zurück, als man wegen Majestätsverbrechen Considius Proculus belangte; er wurde, während er ohne jede Angst seinen Geburtstag feierte, in die Kurie geschleppt, alsbald verurteilt und gleich hingerichtet… Auch gegen Pompeia Macrina wurde auf Verbannung erkannt; ihren Gatten Argolicus und ihren Schwiegervater Laco, beide Angehöre der führenden Schicht unter den Achäern, hatte der Kaiser schon beseitigt; auch ihr Vater, ein erlauchter römischer Ritter, und ihr Bruder, ein ehemaliger Prätor, gaben sich, als die Verurteilung bevorstand, selbst den Tod. Man hatte ihnen zum Vorwurf gemacht, dass Pompeius Magnus den Theophanes aus Mytilene, ihren Urgroßvater, zu seinen vertrauten Freunden gezählt habe…. (Tacitus: Annalen, Buch VI)
Der Charakter des Denunzianten scheint zeit- und unabhängig vom Gesellschaftssystem zu blühen und gedeihen. Was genau ist der Zweck, jemanden anzuprangern, er oder sie habe etwas „Falsches“ getan?, gesagt oder gar gedacht? Wenn Denunziation nicht eine positive oder gar karthartische Funktion für die Gruppe(ndynamik) hätte, würde sie nicht funktionieren. Ist Maaßen nun ein Antisemit? Egal, man sagt es oder etwas, was so klingt, und wenn dann nach den Fakten gefragt wird, nimmt man entweder alles halb zurück oder hüllt sich in Schweigen oder versucht, das Problem auszusitzen. Solche Menschen ekeln mich an, aber man muss damit leben.
Der Denunziant, gern und oft weiblich, ist also ein Sozialcharakter: „die gesellschaftliche Formierung der Charakterstruktur der Menschen einer Gesellschaft, eines sozialen Milieus oder einer Bezugsgruppe entsprechend ihrer Lebensweise und der gesellschaftstypischen Erwartungen und Funktionserfordernisse hinsichtlich sozial angepassten Verhaltens“ (Wikipedia).
Wir können gern einen Parforceritt durch zwei Jahrtausende machen: Zu Tacitus‘ Zeit war das Ergebnis einer Denunziation sehr oft der Tod. La Terreur geschah im Namen der Moral. Das gilt auch für die Moskauer Prozesse und die Auswüchse der chinesischen Kulturrevolution – eine Blütezeit der Denunziation. McCarthy aus den USA ist ein jüngeres Beispiel für ein gesellschaftlich pathogenes Purifikationsritual, vermeintliche „Feinde“ auszumerzen. Der deutsche Radikalenerlass war nur ein schwacher Abklatsch dessen.
Auch die mediale Jagd nach ehemaligen „inoffiziellen Mitarbeitern des Ministerium für Staatssicherheit der DDR bedarf des Charakters des Denunzianten, sogar wenn dieser sich als Journalist ausgibt: Es geht nicht um das Ergebnis, weil das für den Denunzianten irrelevant ist, sondern um die „Jagdtrophäe“ an sich.
Das Motiv des Denunzianten ist nicht nur die Reinheit des „Volks“-, Gruppen- oder Milieukörpers (wie bei den Linksidentitären und ihrer Jagd auf Rassisten allüberall) -, sondern der Eigennutz: Man dokumentiert der eigenen peer group, auf der „richtigen“ Seite zu stehen. Das funktioniert nur bei einem gefühlten gesellschaftlichen und politischen Konsens, auch wenn der nur innerhalb der medialen Blase herrscht. Die Denunziation festigt kurzfristig den Zusammenhalt der jeweiligen Gruppe oder des Milieus.
Es gibt nur oft eine „dumme“ Pointe: Irgendwann werden die Denunzianten selbst denunziert und Opfer ihrer eigenen Hysterie. Das war auch schon im alten Rom so. Ich studiere auch gerade die Schiedsgerichtsordnung des DJV Berlin, wie zu verfahren sei, wenn man jemanden mit dessen eigenen Methoden zu Fall bringen will. Einen Tarpeischen Felsen kann man heute nicht mehr nehmen.
Nach diesen wurde Sextus Marius, der reichste Mann in ganz Spanien, der Blutschande mit seiner Tochter angeklagt und vom tarpeischen Felsen gestürzt (1); und damit kein Zeifel bleibe, dass der große Reichtum sein Verderben geworden sei, nahm Tiberius seine Silber- und Godgruben, obwohl sie vom Staat beansprucht wurden, als Privatdomäne für sich. Und über das wiederholt vergossene Blut aufgebracht ließ er vollends alle, die als Mitschuldige des Seianus noch im Kerker lagen, umbringen. Da lagen sie – eine ungeheuere Menge Ermoderter jeden Geschlechts, jeden Alters, Vornehme und Niedrige, zerstreut, hier und dort in Haufen. Verwandte, Freunde, – sie durften nicht bei ihnen stehen, nicht sie beweinen, nicht einmal längere Zeit ansehen. Ringsum aufgestellte Wächter, auf jede Miene des Grams lauernd, wichen selbst nicht von den verwesenden Leibern, bis sie in den Tiber geschleppt wurden, wo sie fortschwammen oder ans Ufer trieben, ohne dass jemand sie verbrennen, ja nur auch berühren durfte. Erstickt war durch die Gewalt des Schreckens alle Teilnahme des Menschen am Menschen, und je weiter das Wüten ging, desto fester wurde dem Mitleiden die Grenze gezogen. (Tacitus: Annalen, Buch VI)

Satzung der Grünen über Parteiausschlussverfahren
Ich habe mir kurz die Satzung der „Grünen“ angesehen, ob die den Boris Palmer ausschließen könnten. Auch das ist ein Purifikationsritual, bei dem es nicht wirklich um Inhalte geht – die werden nur vorgeschoben und sind bei Palmer ohnehin total lächerlich. Das kann aber unsere schmallippigen Denunzuiantstimmritzenverschlusslautinnen nicht erschüttern. Nein, ausschließen können sie nicht. Vergesst es einfach.
Ich darf noch einmal daran erinnern, dass man versucht hat, mich vor mehr als einem Jahrzehnt drei Mal aus dem DJV Berlin auszuschließen – erfolglos (falls jemand meint, ich könnte das Kleingedruckte in Vereins- und Parteisatzungen nicht richtig lesen). Dann hat der Bundesverband versucht, den Landesverband in Berlin auszuschließen – auch das ging in die Hose. Alle Beteiligten wollen das heute nicht gern hören, deshalb wiederhole ich mich gern.
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(1) Nach Cassius Dio soll Marius, der mit dem Imperator Tiberius befreundet war, versucht haben, seine Tochter vor den Nachstellungen des Kaisers zu schützen, der jedoch habe den Spieß umgedreht und Marius des Inzestes angeklagt.
Datenschutz-Verfahren und Folterwerkzeuge
Übermedien: „Nach „Ausforschung“ von Journalisten: Datenschutz-Verfahren gegen Stasi-Unterlagenbehörde“.
Die Sache, die ursprünglich nur die Akte Lammel war, zieht immer weitere Kreise. „Wie nun bekannt wurde, hat Ulrich Kelber, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), kurz nach der Veröffentlichung ein datenschutzrechtliches Prüfverfahren in die Wege geleitet. Dem Beauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, wurde ein Fragenkatalog übersandt mit einer ungewöhnlich kurzen Bearbeitungsfrist von nur einer Woche. Seit dem 7. Mai liegt Jahns Antwort im Haus von Kelber vor. Sie bestätigte die Vorwürfe und Recherchen – und stellt den Bundesdatenschutzbeauftragten offenbar nicht zufrieden.“
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat Jahn und seiner Behörde offensichtlich die Folterwerkzeuge gezeigt, wenn weiter gemauert würde: Im Anschluss hieran wird zu prüfen sein, ob die bisher durch BStU getroffenen Maßnahmen ausreichend sind, oder weiterer Handlungsbedarf besteht, der erforderlichenfalls auch mit aufsichtsrechtlichen Maßnahmen durchzusetzen wäre. Dem Bundesdatenschutzbeauftragten stünden in diesem Falle umfangreiche Mittel zur Verfügung.“
„Grundlage für die nun eingeleitete Prüfung waren Hinweise darauf, dass Medienanträge einiger weniger Redaktionen in der Stasi-Unterlagenbehörde auch dann bearbeitet wurden, wenn sie erkennbar unzulässig waren – und so teils privateste Informationen die Behörde verließen.“
Als kleines Schmankerl kommt hinzu: Ulrich Kelber ist Sozialdemokrat. Die Jahn-Behörde unterliegt der Dienstaufsicht durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM, aka Kulturstaatsministerin) Monika Grütters, und die ist CDU. Da haben zwei ein Interesse, sich vor den Wahlen noch zu profilieren, und zu meinem Vergnügen nicht miteinander.
I Stand With Israel

Nur damit es klar ist. Das Stammpublikum wird nicht überrascht sein.
By the way. Die Süddeutsche schrieb schon 2014: „Hamas nutzt Gaza-Bewohner als menschliche Schutzschilde“. Das Neue Deutschland nahm damals die Terrororganisation Hamas in Schutz. So schlimm sei es doch gar nicht: „Doch für den Vorwurf, die Hamas missbrauche systematisch die Zivilbevölkerung als Schutzschild, gibt es darüberhinaus außer ein paar verwackelten Drohnen-Aufnahmen und den PR-Plakaten der israelischen Armee kaum Belege.“
Es ist heute ähnlich. Die Welt (Paywall) von heute: „Wie Hamas die eigene Bevölkerung als Schutzschild missbraucht“. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lügt uns hingegen ganz aktuell die Hucke voll: „Aber Israel ist dort weiterhin Besatzungsmacht und behält die effektive Kontrolle über den bitterarmen, dichtgedrängten Streifen.“ So suggestiv, wie es nur eben geht (mal abgesehen, dass es „dichtgedrängte Streifen nicht gibt“, aber was will man für eine Logik erwarten, wenn jemand „Palästinenser*innen“ schreibt – da weiß man gleich, was man bekommt.)
Wenn man diesem Glottisschlag-Gefasel glauben soll, gibt es gar keine Terrorangriffe der Hamas, sondern nur eine „Gewaltwelle“ oder, um den abgedroschensten Textbaustein deutscher Medien zu zitieren, eine „Gewaltspirale“.
Die Hamas hat u. a. das Ziel, den Staat Israel mit militärischen Mitteln zu beseitigen und einen islamischen Staat zu errichten. Noch Fragen?
Das Wunder am Karl-Marx-Platz und die Lage
Lob und Preis dem Straßen- und Grünflächenamt Berlin-Neukölln! Da ich die lokalen Medien nur sporadisch zur Kenntnis nehme, war mir dieser geniale Plan entgangen: Die Straße zwischen Richard- und Karl-Marx-Platz in Neukölln ist ab sofort für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt. Oh, die SPD macht mal was richtig! Martin Hikel , du bist mein lokaler Gott! (Ex-Zivilidienstleistender wie ich! Und Mathe-Lehrer – der hat wenigstens etwas Ordentliches gelernt.) Da man lokal taktisch entscheiden muss, da es mehr um Personen und weniger um Programme geht und in Neukölln CDU und SPD immer fast gleichauf lagen, weiß ich, wen ich das nächste Mal wähle. (Vadre retro, Shitstorm!)
Da niemand außer den hier Ansässigen weiß, warum ich so jubiliere: der Straßenzug Hertzbergplatz – Richardplatz – Karl-Marx-Platz-Karl-Marx-Straße war ein beliebter Schleichweg. Während des Berufsverkehrs staute sich oft der Verkehr in Richtung Westen bis über den gesamten Richardplatz. Da hier grobes Kopfsteinpflaster die Regel ist, verstand man oft, wenn man in den Biergärten am Platz saß und aß und trank, das eigene Wort nicht mehr. Der Wochenmarkt auf dem Karl-Marx-Platz war ein zusätzliches Nadelöhr – man kam sogar manchmal noch nicht einmal mehr mit dem Fahrrad durch, weil parkende Autos alles blockierten.
And now for something completely different. Greta Thunberg teilt einen Beitrag von der BDS-Aktivistin Naomi Klein und erwähnt mit keinem Wort, dass die Hamas über 200 Raketen auf Israel geschossen hat. Warum sollte ich mir überhaupt von einer dummen Göre mit Inselbegabung die Welt erklären lassen? Ich kann das Wort „Klima“ nicht mehr hören.
Übrigens hat Alan Posener (Welt Paywall) einen lesenswerten Hintergrundartikel dazu geschrieben: „Radikale Araber wünschen sich „judenfreie“ Stadtviertel“.
And now for something completely different. Heute ist mein letzter Urlaubstag. Ab Morgen muss ich wieder in dem Beruf, der die meiste Kohle sicher bringt, schindern. (Was für ein Slang…) Jetzt lasse ich meinen Avatar noch ein wenig herumlaufen. Am Wochenende wollen wir jemanden in einer anderen Stadt kidnappen – das muss geplant sein. Ich habe aber schon genug bewaffnete Männer zusammen. (Hallo? Ich spreche über Second Life?! Schickt mir hier nicht ein SEK-Kommando hin!)
Слава и честь Советской Армии! Спасибо!

Der zweite Weltkrieg forderte 65 Millionen Opfer. Mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen begann ein Krieg, der Europa sowie Schauplätze weltweit in ein Trümmerfeld verwandelte und unzähliges Leid über die Menschen brachte.
Mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 endete die Shoa – der Genozid an den europäischen Juden und der an Sinti und Roma; es endete auch der systematische Massenmord an Behinderten. Sozialisten, Kommunisten, Gewerkschaftler, Antifaschisten, Widerstandskämpfer, oppositionelle Geistliche und die Zeugen Jehovas wurden nicht mehr verfolgt.
Die Sowjetunion zahlte den größten Blutzoll für die Befreiung vom Faschismus: 27 Millionen Menschen kamen um, ungefähr zu gleichen Teilen Rotarmisten und Zivilisten.
(Ich habe das unsägliche Gendergefasel im Nominalstil, womit die „Linke“ die Leute verärgert und verscheucht, in verständliches Deutsch übersetzt. Es gibt ungefähr 87 Methoden, die deutsche Sprache zu verhunzen, und die „Linke“ kennt sie alle.)
Die Lage oder: Unter Säulenbeauftragten

Die französische und englische Marine vor Jersey (Symboldbild)
Ich muss den Tag nach dem Frühstück mit Marinewitzen von Fefe beginnen, sonst wird es wieder unerträglich. Und nun das Wetter:
„Ich habe mich soeben im Pelze gehüllt am Pulte gesetzt um mich den heutigen Tag mit euch lieben zu unterhalten.“ (Caspar David Friedrich)

Caspar David Friedrich: Klosterfriedhof im Schnee, ca. 1819
Ich konnte mir kaum verkneifen, ausgerechnet den deutschen Innenminister zu loben, aber den hässlichen Gag „Unter einer Kanzerlin Baerbock wäre das nicht passiert“ habe ich mir dann doch erspart. Die Islamisten haben nur den Fehler gemacht, nicht zu gendern, sonst wären sie „divers“ und „vielfältig“ gewesen und wären von der Migrantifa angehimmelt worden.
Apropos. Die bürgerliche Presse berichtet über die neue Vollmeisen-Partei: Auf dem Bundesparteitag in Hannover wurde unter anderem ein neuer Vorstand gewählt. Dazu gehörte die Wahl zur „Säulenbeauftragten für Achtsamkeit“. Die Posten „Visionär“, „Stellvertretende Visionärin“ und „Querdenkerin“ wurden ebenfalls vergeben. Kann man sich gar nicht ausdenken. Wo liefen die vorher frei herum? Bei den Grünen? Oder sind das versprengte fliegende Yogis?
Apropos: Natürlich wird es keine Kanzlerin der Grünen geben. I told you so several times. Die aktuellen Umfragen sind ziemlich aussagekräftig, wenn man zwei Tatsachen berücksichtigt: Die „Grünen“ waren bei Umfragen immer besser als bei Wahlen. Und: Bis zum September werden alle die Pandemie vergessen haben und die aktuelle Regierung für das Desaster nicht mehr verantwortlich machen. Man muss sich auf einen Kanzler Laschet mit SPD und FDP in einer Koalition einstellen. Die „Linke“ wird weiter marginalisiert werden, und das ist auch gut so, wenn man sich die Reaktionen aus der Partei zum neuen Buch von Sahra Wagenknecht ansieht. Das Kind wird leider sogar dann nicht lernen, wenn es schon in den Brunnen gefallen ist.

Caspar David Friedrich: Mönch am Meer, 1808-1810
Unter uns Zynikern: Ich hätte es genau so gemacht, wenn ich an Merkels Stelle gewesen wäre. Alle Maßnahmen zur Seuche kamen nur halbherzig und zu spät, weil die üblichen Bedenkenträger dagegen waren. Also muss man ein Gesetz schaffen, was irgendwie doch noch wirkt, obwohl man weiß, dass es irgendwann vom Bundesverfassungsgericht kassiert werden wird. Aber dann ist Merkel schon längst auf Rente und lacht sich eins.
Ich raune sogar verschwörungstheoretisch herum, dass Merkel auch das kommende Wahlergebnis in meinem Sinne vorhergesehen hat. Es geht nur darum, ihrer Partei die Macht zu sichern. Mit wem man koalieren muss, ist letztlich wurscht. Die so genannte Deutschland-Koalition hat den großen Vorteil, dass die Koalitionsparteien nicht herumzicken werden, wie die „Grünen“ es gemacht hätten, weil SPD und FDP dankbar sein werden, dass sie noch bzw. wieder mitmachen dürfen, was de facto nur heißt: Meine Getreuen bekommen einen gut dotierten Job.

Caspar David Friedrich: Neubrandenburg in Flammen, ca. 1835
Jetzt die Korrektur: Wo wird das alles enden? In Spanien ist Podemos am Gesäß. „Podemos“ war nie links, sondern nur linkspopulistisch wie Tsipras in Griechenland.
Das kommt davon, möchte man als orthodoxer und Stimmritzenverschlusslaut-freier Old-School-Marxist rufen. Wer nur halbherzig am Kapitalismus herumrepariert, überlässt das „Systemkritische“ letztlich den Rechten und deren Pöbel. Die sind dazu übergegangen, attraktive Frauen aufzustellen, eben in Spanien wie auch schon in Israel. Die deutschen Ultrarechten sind sogar divers und vielfältig und werden vermutlich mit einer Mandarin sprechenden Lesbe auflaufen, während die sich selbst links fühlende „Linke“ nur beim Blumenweitwurf brillieren kann.
Wir leben in kalten, aber interessanten Zeiten….
Westarbeit
Der RBB, Redaktion Klartext, ließ auch mich im Jahr 2010 ausforschen – mein Name ist in der Akte (Ausriss) geschwärzt. Warum? Weiß ich nicht, aber ich war damals „Funktionär“ im DJV Berlin. Ohne Ergebnis natürlich. Wer es genauer wissen will: Meine Stasi-Akten habe ich hier selbst publiziert.




























