Am Nam Ou

Dien Bien Phu

Der Minibus nach Laos kam tatsächlich in aller Herrgottsfrühe, noch vor Sonnenaufgang. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Es war gerade noch ein Sitzplatz frei, doch das heißt ja nichts. Es kamen in den nächsten zwei Stunden noch ein halbes Dutzend Leute mehr für die „Stehplätze“ (in einem Hyundai County, verriet mir ChatGPT), bis wir rund 40 Personen waren, dazu eine Kiste mit lebenden Hühnern und unzählige weitere Lasten – de Inhalt eines halben LKWs wurde auf’s Dach verladen.

Vietnam

Ich hatte zum ersten Mal seit Jahrzehnten ein waschechtes Lateinamerika-Déjà vu. Es dauerte fast 90 Minuten, bis wir Dien Bien Phu hinter uns gelassen hatte, weil der Fahrer und sein „Geselle“ offenbar den Ehrgeiz besaßen, jeden Passanten mit schwerem Gepäck am Wegesrand zu fragen, ob sie nicht mitfahren wollten. Das ging soweit, dass der Kompagnon des Fahrers selbst gar nicht mehr ins Fahrzeug passte, sondern sich außen an irgendeinem Gestänge festhielt.

Vietnam

Um es kurz zu machen: Wir haben für die rund 110 Kilometer zwischen Dien Bien Phu und Muang Khua zehn Stunden gebraucht.

Davon sind drei abzuzählen, weil wir zwei Stunden bei der Ausreise aus Vietnam (Foto oben) und eine bei der Einreise nach Laos warten mussten. Es war kafkaesk, weil niemand erklären konnte, warum es so lange dauerte.

In Laos bei der Einreise war gerade niemand – die Herrschaften beliebten zu speisen und kamen irgendwann zurück, wann es ihnen beliebte. Niemand wagte es, einfach durchzufahren.

Laos

Wir waren – neben den Vietnamesen und Laoten – ein bunt gemischtes kosmopolitisches Backpacker-Völkchen, wie ich es mag: Franzosen, nur zwei US-Amerikaner, Italiener, Polen, Deutsche, ein paar im eigenen Bus organisierte Niederländer, eine allein reisende junge Japanerin und eine ebensolche Finnin. Mir der war ich gerade essen. Sie ist eine Ahasvera und war schon in 42 Ländern (und das mit Mitte dreißig!) – bei mir sind es zehn weniger. Wie haben uns prächtig unterhalten.

Laos

Was das Déjà-vu anders machte: Die Straßen waren alle asphaltiert, aber in Laos so mit Schlaglöchern übersät, dass der Fahrer manchmal auf Schritttempo drosseln musste. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll: Unzählige Serpentinen und eine schmale Piste.

Zwischen Điện Biên Phủ (Vietnam) und Muang Khua (Laos) gibt es einen erheblichen Höhenunterschied auf der Strecke, obwohl beide Orte ungefähr gleich hoch liegen.
► Điện Biên Phủ: ca. 485 m über dem Meeresspiegel.
► Muang Khua: ca. 430–560 m über dem Meeresspiegel, je nach Höhenquelle.
► Höchste Streckenabschnitte: ungefähr 1.000–1.300 m.
Auf der rund 100 km langen Bergstraße über den Grenzübergang Tây Trang/Pang Hok summieren sich die Steigungen auf etwa 1.500–1.700 Höhenmeter. Dazu kommen ungefähr ebenso viele Höhenmeter bergab.

Laos

Muang Khua ist ein etwas abgewracktes, aber charmantes und tropisch-schwüles Dorf am Nam Ou-Fluss. Ich werde hier zwei Tage bleiben.

Laos

Das Chaleunsouk Guesthouse kann man gar nicht hoch genug bewerten. Sechs Euro für eine Nacht in einem großen Zimmer mit Doppelbett und eigenem Bad mit Dusche – und Blick auf den Fluss? Dafür muss ich in Deutschland das Zwanzigfache bezahlen, und bekomme nicht den Dschungel gratis dazu.

Laos

Das Foto des Man Ou von de Terrasse aus, wo ich gerade sitze, habe ich ein wenig von der AI aufhübschen lassen, weil die Belichtung korrekturbedürftig war.

Ein Wermutstropfen: von der verfluchte Air Condition in Dien Bien Ohu habe ich mir eine Erkältung zugezogen, die aber ab morgen abklingen wird.

PXS Die Weltläufte? Uninteressant, von hier aus gesehen.

Laos

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