Ich aber sage euch [Update]

burks

Ich aber sage euch, trotz der Reden Trumps und Netanjahus vom ewigen Frieden: Das wird nicht lange halten.

Man merkte das schon Rauswurf Ayman Odehs von der Hadash–Ta’al-Allianz und des so genannten „Linken“ Ofer Cassif: Sie können es einfach nicht lassen mit ihrem Phantomstaat „Palästina“. Der Protest der israelischen Araber beweist eben auch: Sie sind beide Nationalisten, und beide können nicht mit Juden friedlich zusammenleben – sonst brauchten sie keinen eigenen Staat fordern. Wie würde der wohl aussehen?

Die Junge Welt kann den antisemitischen Irrsinn noch toppen: „Entgegen der Behauptung von Kanzler Merz machten Zehntausende Demonstranten am Sonnabend in Berlin deutlich, dass es auch nach einer Waffenruhe Grund genug gibt, weiter an der Seite der Menschen in Gaza zu stehen.“- „»Ein Waffenstillstand bedeutet noch lange nicht Befreiung«, machten Redner deutlich.“ Befreiung von was wohl?

Khalil al-Hayya, einer der Hamas-Führer, die an den Kairo-Verhandlungen teilnahmen, sagte heute Folgendes: „Der Countdown zum nächsten Massaker hat begonnen. Beim nächsten Mal werden wir alle Juden abschlachten.“

Ich aber sage euch: Beim nächsten Mal wird keiner von euch arabischen Hampelmännern übrigbleiben.

[Update] „Die Stimmung ist gekippt: Europa sei nicht mehr ernstzunehmen, heißt es in Israel. Und höchstens noch gut, um etwas Geld beizusteuern.“ Full ack, bürgerliche Presse.

Und jetzt wieder alles wie gewohnt hier.

western wall
Im Hintergrund die Klagemauer aka Western Wall.

Mea Shearim oder: Ultra Ultras, revisited

Mea Shearim Jerusalem

Wir rollen die Katze vom Schwanz her auf. Am Ende der gestrigen Hidden-Gems-Tour mit Noam Chen stand ein Besuch im ultraorthodoxen Stadtviertel Me’a Sche’arim. Das liegt nördlich vom Damaskus-Tor.

Aktuell angemerkt: Ich weiß hier kaum mehr, als in den israelischen Medien online oder von deutschen Qualitätsboulevardmedien live verbreitet wird.

„Nach den Informationen, die soeben vom Roten Kreuz eingegangen sind, wurden sieben Geiseln in dessen Obhut übergeben, und sie befinden sich nun auf dem Weg zu den Kräften der IDF und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet im Gebiet des Gazastreifens.“

Die ersten freigelassenen Geiseln können mit ihren Familien reden.

Mea Shearim Jerusalem

Me’a Sche’arim ist heute ein Viertel im Westteil Jerusalems, wo die Alltagssprache vornehmlich Jiddisch ist. Die Bewohner, welche verschiedenen charedischen, also teils chassidischen und teils misnagdischen Gemeinschaften angehören, halten sich an die traditionelle Auslegung der Tora und an die Mitzwos, die schon seit mehr als 3300 Jahren von Lehrer zu Schüler, Vater zu Sohn und Mutter zu ihren Kindern weitergegeben wird (Wikipedia)

Mea Shearim Jerusalem

Die Fotos sind selbsterklärend. Ich habe mich mit Noam natürlich die ganze Zeit über alles unterhalten. Wir stimmten fast in allem überein, auch darin, dass die öffentlich verbreiteten Meinungen in Deutschland über Israel „für die Katz“ sind. Bis jetzt sagten alle Israelis, mit denen geredet habe, das sei noch nicht das Ende, und es würde natürlich weitergehen, weil die so genannten „Palästinenser“ völlig irre sind, und zwar mehrheitlich.

Daher ist divide et impera eine gute temporäre Lösung, aber das ist ja schon einmal schiefgegangen (obwohl die Haaretz in Israel so „Mainstream“ ist wie in Deutschland die „Junge Welt“). Der Sprecher der Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde: „Die Hamas legt derzeit den Grundstein für einen Bürgerkrieg im Gazastreifen“. Es ist gut möglich, dass Israel dies in der nächsten Phase bereits mit einkalkuliert hat und dass diese Entwicklung die Hamas von selbst schwächen könnte.

Die Hamas lässt sich mittlerweile von den Bewohnern Gazas feiern. Quod erat demonstrandum.

Mea Shearim Jerusalem

Zu Mea Shearim: Normalerweile sieht es dort ein bisschen anders aus. Jetzt sind auf allen Balkonen, die jedem Bauingenieur einen Nervenzusammenbruch bescheren würden, sukkotische Holzhütten gebaut. Auf dem Foto oben lugen Kinder aus dem Fenster so einer „Hütte“ auf die Straße. Noam sagte, auch er wäre ein Fremder hier, der neugierig betrachtet würde.

Mea Shearim Jerusalem

Überall wird darum gebeten, „angemessene“ Kleidung zu tragen. Was das ist, weiß man nicht so genau. Männer, von denen man bei den Orthodoxen offenbar annimmt, sie dächten nie oder immer an Sex, sollen kein nacktes Fleisch sehen.

Wir kamen ein paar Mal in den Gassen ins Gespräch, was aber immer komisch endete. Ich redete einen Mann mit einem Mädchen auf Jiddisch an, und er verstand nichts, obwohl er von oben bis unten voll halachisch aussah. Es stellte sich heraus, dass er orthodoxer Tourist war, also gar nicht von dort stammte. Das andere Mal wurde Noam gefragt, ob er Jude sei, und der Orthodoxe verwickelte ihn ein chiliastisch und für mich einseitig aggressiv klingendes Gespräch, bei dem es, wie mein Guide sagte, darum ging, warum überhaupt arabische Terroristen freigelassen würden.

Wir waren uns auch hier einig. Kann man machen, aber der Mossad kriegt sie auf lange Sicht sowieso alle.

Mea Shearim Jerusalem

Wir begegneten auch einer Familie, von der Noam sagte, man nennte sie spöttisch „Taliban-Juden“. Die Frau trug Ganzkörperburka und wäre auch im hintersten Afghanistan nicht aufgefallen. Offenbar eine Abspaltung von einer Abspaltung der halachischen Befreiungsfront mit elfeinhalb Mitgliedern.

Mea Shearim Jerusalem

Und Graffiti „Free Palestine“ oder so ähnlich (Foto unten), gesprüht von Juden. Sachen gibts. Die ultra Ultras lehnen den Staat Israel ab. Wer soll sie aber vor arabischen Terroristen schützen? Diese Haltung, auch hier stimmten Noam und ich überein, wäre eine sehr komplizierte Methode, Suizid zu begehen, wenn es die IDF nicht gäbe.

Mea Shearim Jerusalem

Auf dem Schild des Fotos unten steht: „Ich bin Jude und zutiefst entsetzt – ich würde lieber sterben, als mich der Armee des zionistischen Staates anzuschließen.“

Das ist nicht spezifisch judensektiererisch, auch die Zeugen Jehovas und die Mennoniten sind ähnlich gestrickt. Offenbar gibt es eine komische Sorte Jecken, wie hier schon kommentiert wurde, in jeder Religion.

Mea Shearim Jerusalem

Zweite Vorrede zu den Gems

Jerusalem

Die geplante Tour morgen in die Umgebung von Gaza fällt aus bzw. wird verschoben, vermutlich auf den letzten Tag meiner Reise.

Jerusalem

Noch einmal zur allgemeinen Stimmung. In der Altstadt knirscht es auch symbolisch zwischen Juden und Arabern, weil einige heilige jüdischen Stätten mitten im Araberviertel sind. Und dort stehen dann die riesigen siebenarmigen Leuchter und flattern die israelischen Fahnen möglichst so, dass es kein Araber übersehen kann.

Jerusalem

Mir wurde gesagt, dass das arabische Viertel als für Juden gefährlich gilt. Nur jetzt während der Feiertage war auch das muslimische Viertel voll jüdischer Strenggläubiger. Und dann wieder die jüdischen Ultras, die mit einem kleinen Auto durch die schmalen Gassen bretterten und religiöse Propaganda per Lautsprecher ertönen ließen. Ich stand neben einem älteren Araber, der grinsend den Kopf schüttelte. Zu Fuß hätten sie sich das vermutlich nicht getraut.

Jerusalem

Während man sich darüber Gedanken macht, steht man plötzlich vor einem Schild, das einen darauf hinweist, man gehe gerade über eine Straße, die von dem Römern vor rund 2000 Jahren angelegt wurde.

Jerusalem

Ja, gefährlich ist es vermutlich nicht, oder nicht immer. Aber das weiß man eben nicht genau in Jerusalem. Es kann immer alles passieren.

Jerusalem

Smotrichs Ultras

Tel aviv
Nähe Jaffa-Tor, Jerusalem

Ja, am Anfang muss ein Foto stehen, auf dem jemand dem Publikum in die Augen sieht oder so ähnlich, um Aufmerksamkeit zu erheischen.

Ich bin also heute mit der Bahn nach Jerusalem, bekam aber zwischendurch einen Anruf des Hotels, ich habe etwas dort vergessen. Ich muss am Montag noch mal dahin, aber Israel ist ein kleines Land – von Jerusalem nach Tel Aviv ist wie Dortmund – Münster. Und der Zug brettert wie sonst was…

Nur die Lokalbusse nicht immer: Ich nahm in Tel Aviv den Bus 238, weil der zum La Guardia Interchange fuhr. Nördlich der Levinski verfuhr sich der Busfahrer, weil er vergaß abzubiegen, aber ein halbes Dutzend ortkundiger Fahrgäste lotste ihn lautstark durch die vielen engen Einbahnstraßen auf die richtige Strecke. Ich habe mich amüsiert, weil ich nicht unter Zeitdruck war.

Tel aviv
La Guardia Interchange Station von Israel Railways

Der Zug – wie vermutlich die anderen auch – war brechend voll. Ich war plötzlich umringt von Soldaten in Kampfuniform, die alle ihre Gewehre vor der Brust baumeln hatten, auch mit mehreren Magazinen Munition. Ich fühlte mich ziemlich sicher, traute mich aber nicht, sie um ein Gruppenfoto zu bitten.

Endlich ergatterte ich doch einen Sitzplatz, vermutlich weil ich weniger höflich als Israelis bin: Ein korpulenter Kerl, der aussah wie Dennis Nedry, hämmerte auf die Tastatur seines Laptops ein, blockierte mit einem riesigen Koffer noch einen Sitz, und einen dritten mit verkabelten Devices. Ich quetsche mich dahin und balancierte meinen nicht sehr kleinen Rucksack auf den Knien, während die Reisenden mit den Augen rollten, weil sie über das Verhalten des offensichtlichen Nerds nicht beglückt waren.

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Bahnstrecke Tel Aviv – Jerusalem, kurz vor dem Tunnel

Irgendwann – kurz vor dem Flughafen – fing er an, seinen Kram zusammenzupacken und lachte plötzlich los, als er mein T-Shirt sah. Ich fragte ihn, ob er wüsste, was das bedeute, und er antwortet of course, das wäre very funny. Ich habe ihm glaubwürdig versichert, dass ich in ganz Israel noch niemand getroffen habe, der $ sudo rm -rf / Don’t try this at /home verstünde, yes, only a few, meinte er und kicherte die ganze Zeit vor sich hin.

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Auch die unendlichen Rolltreppen waren dieses Mal voll wie sonstwas, die Busse ebenso. Ich war recht stolz, dass ich gar nicht mehr auf Google Maps oder Moovit schauen musste; ich erkannte auch die Jaffa Road sofort wieder.

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Mahane Yehuda Markt (durch die Scheiben der Straßenbahn fotografiert), vgl. 16.10.2023

Im The Post Hotel lief alles nicht so glatt, weil ich über eine Stunde warten musste, bis ich einchecken konnte. Die Zimmer und sanitären Anlagen entsprechen dem extrem niedrigen Preis, 10-Betten auf einem Zimmer, und das Bett ist so kurz, dass nachher vermutlich meine Füße raushängen werden – außerdem muss ich die senkrechte Leiter raufklettern. Aber ich habe Schlimmeres gesehen – und wo bezahlt man weniger als 300 Dollar für eine ganze Woche mit Frühstück?

Ich bin dann doch wieder zum Jaffa Gate und zur völlig überfüllten Altstadt. Die meisten Touristen waren religiöse Juden, die das Laubhüttenfest feierten und voll in Partylaune waren – viele hatten Zweige gekauft.

Geht in die Berge und holt Zweige von veredelten und von wilden Ölbäumen, Zweige von Myrten, Palmen und Laubbäumen zum Bau von Laubhütten, wie es vorgeschrieben ist! (Nehemia 8,15-16)

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Ich habe mich mit den Massen bewegt und natürlich verlaufen, als ich in der Nähe der Klagemauer die Treppen hinaufstieg. Es war schon recht spät. Das Tourismus-Büro hatte geschlossen, weil Schabbat vor der Tür stand, und ich hatte seit dem Frühstück nichts gegessen. Ich beschloss also, in der Jaffa Road nach etwas Nahrhaftem zu suchen, bevor gegen fünf oder sechs sowieso alles zu ist.

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Dann begegnete ich Smotrichs Ultras (wie ich sie znächst nannte). Ultraorthodexe Männer mit Plakaten brüllten chiliastische Botschaften zum Publikum. Das waren aber nicht die normalen Frommen mit Familien. Sie schwenkten auch noch Fahnen, auf denen ich sofort den stilisierten Tempel Salomos erkannte (den es so vermutlich gar nicht gegeben hat).

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Ich wollte herausfinden, welche Gruppe das war. Von denen sprach aber niemand Englisch. Auch bei den Namen „Smotrich“ und „Ben-Gvir“ wollten sie nicht anbeißen.

Da musste die künstliche Intelligenz her. Ich tippte also die hebräischen Buchstaben und fragte, was die bedeuten.

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Nachdem ich auch das Foto hochgeladen hatte, wurde es noch klarer (die ellenlange Erläuterung spare ich mir jetzt):

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Ich habe später mit einem Israeli gesprochen, der sagte, das sei eine ultraextreme Gruppe, „Smotrich ultra ultra“, die den ersten Tempel wiederaufbauen wollten. Dazu müssten sie den Felsendom und die al-Aqsa-Moschee abreißen, worüber 1,9 Milliarden Muslime nicht besonders erfreut wären.

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Blick von der Terrasse des Post Hotels in Jerusalem

Vergleichbares bekam ich dann im Hotel in einer christlichen Version zu sehen: Ein Haufen weiß gekleideter Leute, mehrheitlich Asiaten, mit Harfen, sangen christliche Lieder, stundenlang und im Hare-Krischa-Rhythmus. Es war nicht zum Aushalten. Die Israelis zuckten nur mit den Achseln. Ich überlegt schon, ob ich den Laptop anwerfen und mit Preußens Gloria oder Manowar gegenhalten sollte, aber dann hörten sie dann doch auf.

Ich wurde an einen Satz Tom Segevs erinnert: In Jerusalem könne man keinen Stein werfen, ohne einen heiligen Ort oder einen Idioten zu treffen.

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Ich bekam dann doch noch eine leckere Falafel beim ortsüblichen Döner-Laden.

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Die Straßen – hier die Jaffa Road – waren kurz nach fünf wie ausgestorben. Vorher wimmelte es nur so von Leuten, die noch unbedingt etwas einkaufen wollten.

jerusalemjerusalem

Morgen werde ich improvisieren. Ich habe da so eine Idee.

Wenn das Bar Kochba wüsste

Tel aviv beach

Nach dem Frühstück besuchte ich das Etzel-Museum, das vor zwei Jahren geschlossen war.

Etzel aka Irgun – muss man das kennen? Menachim Begin war auch einmal deren Anführer. Und dann gibt es noch ein Zitat des – heute würden deutsche Medien formulieren: höchst umstrittenen – Gründers Ze’ev Jabotinsky: „Zionist colonisation must either stop, or else proceed regardless of the native population. Which means that it can proceed and develop only under the protection of a power that is independent of the native population – behind an iron wall, which the native population cannot breach.“

Vermutlich hatte und hat er immer noch Recht mit den „Natives“. Aber das Thema muss ich verschieben.

Tel aviv beach

Die Strände waren heute voll von Besuchern, die man sonst in Tel Aviv eher selten sieht und die man gleich als Religioten religiöse Juden erkennt. Die Frauen tragen längere Kleider, oft irgendwas auf den Haaren, wenngleich kein Kopftuch, und Männer oft Kippa. Es ist immer noch Sukkot aka Laubhüttenfest, das eigentlich eine ganze Woche dauert.

„In Israel und im Liberalen Judentum ist nur der erste Tag (der 07.10.) ein voller Feiertag, in orthodoxen und konservativen Gemeinden der Diaspora dagegen die ersten zwei Tage, während die darauffolgenden Tage Halbfeiertage (חוֹל הַמּוֹעֵד Chol HaMoed) sind“. Heute also Halbfeiertag oder sowas.

Tel aviv beach

Am Strand und auf der Promenade laufen – wie erwartet – sehr viele äußerst attraktive Menschen herum, die eine Hälfte in atemberaubend enger und spärlicher Kleidung, dass man sich gar nicht sattsehen kann. Auch das Meer war heute ziemlich aufgeregt und schäumte brandungsmäßig krachend auf die Steine.

Tel aviv

Ich bog in die Allenby Road ein – eine Art Kurfürstendamm von Tel Aviv -, die vor zwei Jahren eine fast nicht begehbare Baustelle war. Ist sie heute immer noch. Vielleicht sollte man sie in Karl-Marx-Straße umbenennen – die in Neukölln wird ja auch nie fertig.

Tel aviv

Mir war ein wenig mulmig zumute, Es war schon ziemlich heiß und zum Frühstück gab es nur zwei winzige Kuchen. Ich hatte seit 24 Stunden nichts Vernünftiges mehr gegessen und wollte es langsam angehen lassen. Ich erinnerte mich an den Israeli Grill und schlug mir dort den Bauch mit einer köstlichen Falafel voll. Die (Fast-Food) Restaurant-Empfehlung gilt immer noch. Das ist übrigens kein teurer Hipster-Laden, der auf den einschlägigen Websites auftaucht.

Ich bekam noch Unterhaltung geboten. Ein Idiot von Autofahrer parkte direkt vor dem Grill auf dem Bürgersteig, so dass man noch nicht einmal als Fußgänger vorbeikam. Der Grillbesitzer stürmte hinaus, und es ergab sich ein lautstarkes Wortgefecht, das sogar die Nachbarn anlockte. Irgendwann gab der Autofahrer nach. Die Kellnerin – oder die Ehefrau des Besitzers – ging erst einmal seelenruhig woanders hin, und der Chef auch. Plötzlich hatte ich die Kneipe für mich allein. Vielleicht wird sie ja vom Mossad videoüberwacht und ich hätte keinen Döner unbemerkt mitnehmen können.

Tel aviv

Im Photohouse überbrachte ich Grüße eines Fotografen aus Berlin. Über den Inhaber Ben hatte das Magazin Nitro, für das ich schreibe, etwas veröffentlicht.

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Pinzker Street
Tel aviv
Dizengoff Square
Tel aviv
Entweder ist das zum Armauflehnen oder für Kinder, oder dass die Ultrareligiösen nach Geschlechtern getrennt sind und sich nicht berühren oder alles zusammen.
Tel aviv

Kommen wir also zu Bar Kochba aka Sohn des Sterns. Der ist so etwas wie ein Tupac Amaru des antiken Judentums, also ein Vorbild für die Jugend. Als ich das Straßenschild sah, dachte ich an eine wirklich anrührende Geschichte aus Doron Spielmans „When the Stones Speak.

Archäologen haben beim Hiskia-Tunnel, der die Gihonquelle in Jerusalem bzw. den Teich von Siloah, also die Stadt Davids mit der Altstadt unterirdisch verbindet, Münzen gefunden, „the latest of which are from Year Two and Year Three of the Jewish War, shortly before the city was destroyed in 70 CE“.

In the research, it is accepted that Great Revolt Year Four coins were minted in Jerusalem under the leadership of Shimon Bar Giora, one of the prominent commanders in the revolt’s last year. Year Four coins are considered relatively rare, given the historical circumstances towards the end of the revolt and its impact on the much-reduced rebel production capabilities.

Tel aviv
„Platz“ der Geiseln“ vor dem Tel Aviv Museum of Art und der Oper

Warum haben die damals Münzen geprägt, obwohl sie jedes Stück Metall für die Produktion von Waffen brauchten? Ein Archäologe in dem zitieren Buch hat eine Theorie: Die Aufständischen wussten, dass sie gegen die römische Militärmaschinerie eh keine Chance hatten. Die unterirdischen Gänge waren die letzte Zuflucht, bis alle entdeckt und massakriert wurden. Man denkt, dass Bar Kochba und seine Leute etwas hinterlassen wollten, eine „E-Mail aus der Vergangenheit“, wie der Archäologe sich ausdrückt.

Tel aviv
Dubnov-Garten

Das erinnert an Simonides von Keos, umgedichtet von Friedrich von Schiller: Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.

Wenn Bar Kochba wüsste, dass man heute seiner gedenkt und Straßen nach ihm im Staat Israel benennt! Nach mehr als zwei Jahrtausenden!

Tel aviv Tachtit

Endlich hatte auch das Café Tachtit geöffnet. Speisen und Getränke ein Traum! Ich bestellte auf Hebräisch Kaffee mit Milch und Wasser – und musste dann doch ins Englische wechseln. Einfaches Wasser! Eine ganze Karaffe mit Zitrone – ergab vier Gläser. Dann erst der Salat! Alles nur vom Feinsten – aber da saßen auch die passenden Leute dazu herum, wie in Hipster und „alternativen“ Berliner Cafés, nur dass hier natürlich niemand Antisemit ist.

Tel aviv Tachtit

Ich muss das jetzt vorsichtig formulieren. Meine Kellnerin war zierlich, hatte ein steinschmelzendes Lächeln, langes schwarzes Haar bis zu dem Körperteil, auf dem man normalerweise sitzt, Augenbrauen, die in ihrem schmalen Gesicht wie die von Waigel wirkten, aber sehr gepflegt, ein bauchfreies Top, das oben so viel Appetitliches zeigte, dass sie es hätte auch weglassen können – man sah eh alles. Das erinnerte mich an einen Satz, den ich als Junge in Reader’s Digest las und damals nicht verstand: „Ungetarnte Geschütze sind wirkungslos.“

Tel aviv
Tel aviv

Ich wollte eigentlich den orthodoxen Juden wiedertreffen, der der erste Israeli war, mit dem ich – außer dem Flughafen- und Hotelpersonal – vor zwei Jahren gesprochen und mit dem ich mich köstlich amüsiert hatte. Aber sein Lädchen war verschwunden, und das Gia Dormitory im Stadtteil Harakevet scheint weg oder aufgekauft worden zu sein. Da steht jetzt Domus Metro Hotel (bei booking.com ist Gia auch nicht mehr zu finden). Die sagenhafte Terrasse kann man noch von unten sehen.

Tel avivTel avivTel aviv

Ich lief noch über den Carmel Markt – der größte Markt in Tel Aviv. Ich bin eigentlich kein Fan der Kleinbourgeoisie – das ist im Kapitalismus reaktionäre Romantik. Vielleicht sind solche Märkte pittoresk und gut für exotische Fotomotive, aber ich habe dort nur Ramsch gesehen. Kann man auch alles online bei der Großbourgeoisie bestellen – und teurer ist es auch nicht, sogar wenn es auch China kommt.

Tel aviv

Was in Israel anders ist als in Lateinamerika damals: Ich habe keine Angst vor Taschendieben. In Israel gibt es weniger Kriminalität als in Deutschland, aber auch eine clanmäßig organisierte Mafia, deren Mitglieder sehr oft aus dem arabischen Raum oder dem Iran stammen. „Obwohl Araber nur ein Viertel der Bevölkerung stellen, ist diese sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppe für zwei Drittel aller Morde verantwortlich. (…) Ein großer Teil der Morde unter den arabischen Banden wird nicht aufgeklärt.“

Tel aviv

Beim Reisen wechselt man als Ex-Globetrotter automatisch in die Attitude, davon auszugehen, dass auch benutzte Unterhosen geklaut würden. Geldgürtel ist ein Muss, Dinge von Wert ganz tief in den Taschen usw.. Ich sehe vermutlich auch nicht so aus, als könnte man mir einfach etwas wegnehmen. Mit den Kreditkarten ist das so eine Sache: Die kann man nicht jedes Mal herausfummeln, aber wenn man sie verliert, ist man am Gesäß. Auf dem Carmel-Markt habe ich trotzdem höllisch aufgepasst.

Tel aviv

Heute habe ich den Sonnenuntergang um 18.20 Uhr – according to ChatGPT – nicht verpasst. Man kann sich über die dämlichen Araberinnen, die da in Vollburka herumstehen, während es ringsum von Bikinis wimmelt, lustig machen – aber die orthodoxen jüdischen Frauen gehen auch nicht spärlich bekleidet ins Wasser – oder gar die Ultras mit ihren Perücken!

Morgen fahren ich nach Jerusalem.

Die Macht des Drachen

Ich habe mir einen englischsprachigen Artikel von RT.com übersetzen lassen (der mir hier zunächst – trotz eigenem VPN und DNS-Server – wegzensiert wurde – daher nur per Tor-Browser erreichbar). Ich habe ihn in besseres Deutsch umgeschrieben und Bilder und Links hinzugefügt.

rt.com rocket

Von ICBMs bis zu Hyperschall-Gleitflugkörpern – Peking hat ein gestaffeltes Arsenal aufgebaut, das mit dem der USA und Russlands konkurriert – und es in mancher Hinsicht sogar übertrifft.

Raketen sind die neue Visitenkarte der chinesischen Macht. Nicht Flugzeugträger, nicht Panzer, nicht Kampfjets – sondern Geschosse, die die halbe Welt umrunden oder eine US-Flotte im Pazifik zerreißen können.

Am 3. September 2025 zeigte Peking sein Arsenal in einer Parade, die weniger wie eine Militärschau, sondern mehr wie ein Warnschuss wirkte. Schlanke ICBMs, Hyperschall-Gleiter und sogenannte „Träger-Killer“-Raketen rollten über den Tiananmen-Platz und sendeten eine einfache Botschaft: China ist angekommen – und spielt nicht länger Aufholjagd.

Anders als Russland und die Vereinigten Staaten war China nie durch Rüstungsabkommen des Kalten Krieges gefesselt. Diese Freiheit hat der Raketenstreitmacht der Volksbefreiungsarmee (PLA Rocket Force) das breiteste Raketenarsenal der Welt ermöglicht – interkontinental, intermediär, hyperschall, von U-Booten gestartet oder aus der Luft abgeworfen. Das ist nicht nur Technik – es ist Pekings Art, der Welt mitzuteilen: Das Kräfteverhältnis verschiebt sich – Rakete für Rakete.

Raketen aus Russland: Ein Blick in Moskaus aktuelles tödlichstes Arsenal

Chinas Raketenprogramm begann mit dem Nachbau sowjetischer R-2-Raketen, die der Volksbefreiungsarmee überlassen worden waren. Sprung nach vorn und ins Heute: Peking verfügt nun über das gesamte Spektrum land- und seegestützter ballistischer Raketen – schwere, flüssig angetriebene Silowaffen, mobile Feststoffsysteme und SLBMs (U-Boot-gestützte ballistische Rakete). In allen Varianten können die Sprengköpfe mit MIRVs (Mehrfachsprengköpfen) bestückt werden.

hyperschallgleiter
Vergleich der Flugbahnen eines Hyperschallgleiters (rot) und herkömmlichen ballistischen Sprengköpfen (grün)

DF-61 und DF-41: Chinas mobile Schwergewichte

Die Parade am 3. September 2025 zeigte das öffentliche Debüt der DF-61, einer neuen straßenmobilen, feststoffgetriebenen ICBM. Vom Aussehen und vom Umfang her wirkt sie wie eine Weiterentwicklung der DF-41, die seit 2017 im Dienst ist. Das Upgrade ist logisch: An der DF-41 wurde seit 1986 gearbeitet. Als sie in Serienproduktion ging, waren Teile ihres Designs bereits veraltet. Das erklärt möglicherweise auch die Verzögerung bei der Einführung der Silos- und Schienenmobil-Versionen, die zwar getestet, aber verschoben wurden. Mit der DF-61 könnten diese Hürden genommen sein. Beide Systeme teilen wahrscheinlich viele der gleichen technischen Leistungsdaten.

Ihre Abschussfahrzeuge ähneln Russlands Topol-M und Yars: achsige (achtachsige) TELs, die die Raketen in versiegelten Containern tragen. Jede Rakete wiegt grob 80 Tonnen. China verfügt sehr wahrscheinlich über die Technik, sie nicht nur von vorbereiteten Abschussplätzen, sondern überall entlang ihrer Patrouillenrouten abzufeuern. Die DF-41 gilt als voluminöser als ihre russischen Verwandten. Sie wurde ursprünglich dafür konzipiert, bis zu 10 hochexplosive (low-yield) Sprengköpfe (~150 kt je Stück) auf Entfernungen von 12.000–14.000 km abzuschiießen.

Westliche Schätzungen legen nahe, dass seit 2017 mindestens 300 DF-41 in verschiedenen Stationierungsformen eingesetzt wurden; dazu kommt jetzt die neuere DF-61. Diese Mischung aus mobilen und festen Stationierungen diversifiziert Chinas Abschreckung und sichert eine überlebensfähige Zweitschlagfähigkeit.

DF-5C
Geschätzte Reichweite der DF-5C. Source: Military Power of the People’s Republic of China 2007

DF-5C: der silobasierte Riese

Die Kommentartexte zur Parade in Peking beschrieben die DF-5C als in der Lage, „jedes Ziel auf der Welt“ zu treffen, mit einer Reichweite von bis zu 20.000 km. Im russischen Sprachgebrauch würde man das als „globale Rakete“ bezeichnen, obwohl dieser Begriff technisch oft Systeme meint, die Nutzlasten in eine erdnahe Umlaufbahn heben, bevor sie wieder abtauchen. Die Abweichung hier liegt wahrscheinlich eher an der Übersetzung als an der Leistungsfähigkeit.

Die DF-5C ist die neueste Version der flüssiggetriebenen DF-5, die erstmals 1971 flog. Technologisch steht sie in der Linie der sowjetischen R-36-Entwürfe der späten 1960er, wobei die DF-5C dem R-36M2 „Satan“ ähnlicher sein könnte. Erste Tests datieren auf 2017; berichtet wird, dass sie 10–12 Sprengköpfe mittlerer Sprengkraft trägt und in Silos stationiert ist. Heute betreibt China rund 20 dieser Raketen.

DF-31-Familie: Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene ICBM

Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene Interkontinentalrakete, die DF-31, wird oft als Pekings Antwort auf Russlands Topol beschrieben: eine dreistufige Rakete mit einer Reichweite von 12.000 km und einem einzelnen Sprengkopf mit 200–300 Kilotonnen. Entwickelt in den 1990er und 2000er Jahren, trat sie 2006 in den Dienst.

DF-5C
DF-31AG-Rakete der chinesischen Volksbefreiungsarmee

Die DF-31AG, erstmals 2017 beobachtet, feierte ihr Paradedebüt im September 2025; sie war auf einem verstärkten Mehrachs-TEL montiert, das an die DF-41 erinnert. Ebenfalls gezeigt wurde eine fortschrittlichere Variante, die DF-31BJ; ihr auffallend längerer Container nährte Spekulationen, dass sie einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf tragen könnte. Insgesamt könnten mehr als 80 Raketen der DF-31-Serie in China stationiert sein.

Seegestützte ballistische Raketen (SLBMs): JL-2 und JL-3

Seit den 1990er-Jahren baut China den maritimen Zweig seiner strategischen Kräfte auf: nuklearbetriebene ballistische Raketen-U-Boote, die mit feststoffgetriebenen SLBMs bewaffnet sind. Seit 2007 betreibt die Marine der Volksbefreiungsarmee (PLA Navy) die Typ-094-SSBNs, von denen jedes Boot 12 JL-2-Raketen mitführt. Sechs Boote sind heute im Dienst, zwei weitere sind im Bau.

Die JL-2 greift auf Technologie der DF-31 – und vermutlich auch der DF-41 – ICBMs zurück. Sie bietet eine Reichweite von bis zu 8.000 km und kann entweder einen einzelnen Sprengkopf der Megatonnenklasse oder bis zu acht MIRVs tragen.

Ab 2022 wurden JL-2-Raketen Berichten zufolge schrittweise durch die fortschrittlichere JL-3 ersetzt, die ähnliche Abmessungen aufweist. Die JL-3 hatte ihr öffentliches Debüt auf der Parade am 3. September 2025. Schätzungen gehen von einer Reichweite von etwa 10.000 km aus, wobei MIRV-Bestückungen zum Standard gehören.

Da bereits die neuen Typ-096-SSBNs im Bau sind, ist klar ersichtlich, dass Peking den maritimen Bestandteil seiner strategischen Nuklearkräfte priorisiert.

Intermediär- und mittelstreckenballistische Raketen (IRBM / MRBM) & Hyperschallwaffen

Bevor wir zu den interkontinentalen Schwergewichten kommen, lohnt es sich, sich die Klasse von Raketen anzusehen, die in einem tatsächlichen Konflikt um Taiwan oder das Südchinesische Meer womöglich am wichtigsten sind: Intermediär- und Mittelstreckensysteme. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Russland, die lange durch den INF-Vertrag beschränkt waren, hatte China nie Beschränkungen beim Bau von Waffen in der 500–5.500-km-Reichweite. Diese Freiheit verschaffte Peking einen entscheidenden Vorteil in ganz Asien. Diese Raketen bilden das Rückgrat seiner regionalen Schlagkraft – ausgelegt, um US-Stützpunkte, verbündete Infrastruktur und Marineverbände in Gefahr zu bringen – und sie sind das schärfste Instrument in Chinas Anti-Access/Area-Denial-Strategie (A2/AD).

trägerkiller
YJ-20 – eine Hyperschall-Antischiffs-Aeroballistikrakete, einsetzbar auch gegen Flugzeugträger. Foto: Screenshot chinesische Medien

DF-26 und DF-21 – die Gestalter der Region

Die DF-26 hat sich einen treffenden Spitznamen verdient: den „Trägerkiller“. Diese zweistufige, feststoffgetriebene intermediäre ballistische Rakete kann bis zu etwa 4.000 km erreichen und wird in Varianten mit konventioneller oder nuklearer Nutzlast eingesetzt. Einer Variante wird nachgesagt, sie trage einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf, der für den Einsatz gegen sich bewegende Seeziele ausgelegt ist – eine Fähigkeit, die Trägerkampfgruppen direkt bedroht und Peking ein mächtiges A2/AD-Werkzeug in die Hand gibt.

Die DF-26 ging ab 2016 in Dienst und ersetzt schrittweise die ältere DF-21, Chinas erste feststoffgetriebene Mittelstreckenrakete, die Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurde. Die DF-21-Familie existiert weiterhin in mehreren Konfigurationen; der Text schätzt mindestens ~80 DF-21-Systeme in unterschiedlichen Rollen. Gemeinsam verschaffen DF-21- und DF-26-mobile Abschussfahrzeuge China Reichweite über Südostasien, große Teile des westlichen Pazifik und sogar in Teile russischen Territoriums – eine geografische Abdeckung, die die operativen Optionen in der Region neu gestaltet.

DF-17 – Chinas einsatzfähiges Hyperschall-Gleitflugkörper-System

China testete sein erstes Hyperschall-Gleitflugkörper-Konzept im Jahr 2014, offenbar unter Verwendung einer DF-16-Trägerrakete. Mobile Systeme mit dem DF-17-Hyperschall-Gleitflugkörper traten ab 2019 in den Dienst. Bemerkenswert an der DF-17 ist nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch ihre Manövrierfähigkeit: Der Gleitflugkörper fliegt mit Überschallgeschwindigkeit entlang der oberen Atmosphäre und kann sowohl seitlich als auch vertikal manövrieren – was die Verfolgung und Abwehr durch moderne Raketenabwehrsysteme erheblich erschwert.

Berichten zufolge liegt die effektive Reichweite der DF-17 bei etwa 2.500 km, wobei die Nutzlasten – selbst konventionelle – mit Geschwindigkeiten von über Mach 5 zugestellt werden. Während diese Reichweite die Reichweite über dem Meer begrenzt, ermöglicht sie präzise Schläge über Küstengewässern und Landgebieten, die sich klar innerhalb von Chinas strategischer Peripherie befinden – genau jene Zonen also, die Peking am ehesten verteidigen oder beanspruchen würde. Offene Schätzungen gehen davon aus, dass heute mehrere Dutzend DF-17-Einheiten im Einsatz sind.

Hyperschall-Gleitflugkörper wie die DF-17 sind besonders effektiv, weil sie die Reaktionszeit für Verteidiger drastisch verkürzen und die Wirksamkeit von Abfangsystemen, die auf vorhersehbaren ballistischen Flugbahnen basieren, stark verringern. Genau deshalb hat China sie zu einem zentralen Bestandteil seiner gestaffelten Abschreckungs- und Gebietsverweigerungsstrategie gemacht.

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JL-1 (luftgestützte ballistische Rakete Chinas)

Luftgestützte Raketensysteme (JL-1, H-6 / CJ-10 / YJ-Familie)

Chinas strategische Raketenhaltung beschränkt sich nicht auf Silos und U-Boote – die Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee (PLAAF) verfügt ebenfalls über ein umfangreiches luftgestütztes Arsenal, das rund um die bewährte Bomberfamilie H-6 aufgebaut ist. Die H-6N, die fortschrittlichste Variante, die derzeit öffentlich gezeigt wird, dient als Startplattform für eine neue Generation luftgestützter ballistischer und Marschflugkörper, wodurch Peking seine Schlagreichweite weit über die Küstengewässer hinaus ausdehnen kann.

JL-1: Eine neue luftgestützte ballistische Option

Bei der Parade am 3. September stellte Peking die JL-1 (Jù Làng-1) vor – eine zweistufige, luftgestützte ballistische Rakete, die von der H-6N getragen wird. Die JL-1 wird von einem Pylon unter dem Flugzeug gestartet und folgt anschließend einer ballistischen Flugbahn zum Ziel. Jede H-6N kann eine einzelne JL-1 mitführen, und die Kombination aus Bomber und Rakete ergibt einen Einsatzradius von bis zu etwa 8.000 km – ausreichend für präzise Schläge gegen Marineverbände und stationäre Ziele über große Entfernungen hinweg. Die Einführung der JL-1 in die strategische Luftflotte der PLAAF scheint im laufenden Jahr begonnen zu haben.

H-6 als vielseitiger Raketen-Träger

Die H-6-Familie – im Wesentlichen eine inländische Weiterentwicklung der sowjetischen Tu-16 – bleibt Chinas wichtigste Langstreckenbomberflotte. Moderne H-6-Varianten können eine Vielzahl von Waffen unter den Tragflächen tragen, darunter die CJ-10/CJ-12-Marschflugkörper (abgeleitet von sowjetischer Kh-55-Technologie, die nach dem Zerfall der UdSSR adaptiert wurde). Diese Unterschall-Marschflugkörper – mit Reichweiten im Bereich von 1.500 bis 2.000 km – tauschen Geschwindigkeit gegen Nutzlast und Ausdauer ein, sodass H-6-Bomber stationäre Ziele oder Marineeinheiten aus sicherer Entfernung angreifen können – allerdings auf Kosten der eigenen Reichweite des Bombers.

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YJ-15 Überschall-Antischiffs-Marschflugkörper (Bild: SinoDefenceForum)

YJ-Familie: Überschall- und Hyperschall-Antischiffsraketen

Besonders beunruhigend für Überwasserflotten ist Chinas wachsendes Arsenal an Hochgeschwindigkeits-Anti-Schiff-Waffen. Die H-6 kann die YJ-12 tragen – eine Überschall-Antischiffsrakete mit angegebenen Geschwindigkeiten zwischen Mach 2,5 und Mach 4 und einer Reichweite von bis zu etwa 500 km – Leistungswerte, die das Zeitfenster für die Verteidigung von Marineeinheiten drastisch verkleinern. Bei der Parade in Peking zeigte China außerdem eine Familie von Raketen der nächsten Generation – YJ-15 sowie möglicherweise YJ-17, YJ-19, YJ-20 und YJ-21 –, von denen einige offenbar Überschall- oder Hyperschall-Designs sind.

Die YJ-17 soll Berichten zufolge einen zweistufigen Booster und einen Hyperschall-Gleitflugkörper nutzen, um Reichweiten von etwa 1.000 km zu erreichen; die YJ-19 verwendet angeblich ein Staustrahltriebwerk (Scramjet) und operiert im Bereich von rund 500 km; YJ-20 und YJ-21 ähneln aeroballistischen oder aeroballistisch inspirierten Raketen mit einer Reichweite von 300–400 km – ähnlich in Funktion wie die russischen Iskander-M oder Kinzhal. Viele dieser Systeme werden vermutlich noch erprobt, doch ihr öffentliches Auftreten signalisiert Chinas Fokus auf schnelle, schwer abzufangende Anti-Schiffs- und Küstenverteidigungswaffen.

In ihrer Gesamtheit verleihen die H-6-Flotte und ihre Raketenfamilie China die Fähigkeit, große Teile des westlichen Pazifiks von Landbasen aus zu erreichen – eine Fähigkeit, die im Zentrum jeder möglichen PLA-Operation steht, die auf die Kontrolle der umliegenden Seegebiete oder die Bedrohung entfernter Einsatzverbände abzielt.

Kurzstreckenraketen – das Taiwan-Werkzeugkasten

Während Interkontinentalraketen (ICBMs) und Hyperschallwaffen die Schlagzeilen beherrschen, sind es Chinas Kurz- und Mittelstreckenraketen, die mit größter Wahrscheinlichkeit in einem regionalen Konflikt eingesetzt würden – insbesondere über Taiwan sowie im Süd- und Ostchinesischen Meer. Diese Systeme sind speziell dafür ausgelegt, den Zugang zu sperren, Verteidigungssysteme zu überlasten und Abschuss- oder Basiseinrichtungen zu zerstören, bevor ein Gegner überhaupt reagieren kann.

China stellte 2013 die DF-12 in Dienst – ein modernes, hochpräzises taktisches Raketensystem, das nach vielen Berichten die US-amerikanische ATACMS in Reichweite und Mobilität übertrifft. Abgeschossen von geneigten Transport-Start-Containern auf einem vierachsigen Fahrgestell, erreichen DF-12-Raketen 400–500 km. Peking exportiert außerdem eine M20-Abwandlung für die weißrussischen Polonez-Werfer mit reduzierter Reichweite von etwa 300 km.

Ergänzt wird die DF-12 durch andere Kurzstreckenraketen mit Feststoffantrieb wie die DF-15 (bis zu 600 km) und die DF-16 (rund 1.000 km). Beide Familien existieren in mehreren Varianten und können mit konventionellen oder nuklearen Sprengköpfen bestückt werden – darunter präzisionsgelenkte, terminal manövrierende Gefechtsköpfe, die die Treffgenauigkeit gegen Punktziele erhöhen. Zusammengenommen betreibt die Volksbefreiungsarmee (PLA) wahrscheinlich mehrere Hundert Abschussfahrzeuge für diese Systeme.

Diese Dichte und Tiefe an Startsystemen sind entscheidend. In jeder Operation gegen Taiwan könnte die PLA massierte Angriffe mit SRBMs (Kurzstreckenraketen) und MRBMs (Mittelstreckenraketen) einsetzen, um Luftverteidigungssysteme zu unterdrücken, Aufklärungseinrichtungen zu blenden sowie Start- und Landebahnen oder Häfen zu zerstören. Der kombinierte Einsatz dieser Raketen – ergänzt durch Marschflugkörper und Anti-Schiffs-Systeme – würde es jedem Gegner extrem schwer machen, eine wirksame Verteidigungsstellung aufrechtzuerhalten.

Bei der Parade 2025 hob Peking außerdem Überschall- und Hyperschall-Antischiffswaffen mit gemeldeten Reichweiten von bis zu 1.000 km hervor (YJ-Familie). Selbst wenn einige dieser Systeme noch Prototypen sind, ist der Trend eindeutig: China rüstet seine Küsten- und Regionalstreitkräfte mit schnellen, schwer abfangbaren Waffen auf, die Marineoperationen innerhalb der ersten Inselkette erheblich erschweren.

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Vom Aufholen zum Überholen

Chinas Raketenarsenal holt heute nicht mehr nur zu den führenden Nuklearmächten der Welt auf – in einigen Bereichen liegt es bereits vorn. Die schiere Vielfalt der in Peking präsentierten Systeme – von schweren Silo-ICBMs bis zu straßenmobilen Startern, von U-Boot- und luftgestützten Systemen bis hin zu Hyperschall-Gleitflugkörpern und Überschall-Antischiffsraketen – weist auf eine gestaffelte, flexible und moderne strategische Abschreckung hin.

Tatsächlich drückt Peking gerade in dem Bereich am stärksten aufs Tempo, in dem seine Rivalen deutlich hinterherhinken: Hyperschalltechnologie. Während Washington sich noch in der Forschungs- und Testphase befindet, hat China bereits operationelle Hyperschall-Gleitflugkörper im Einsatz und erweitert sein Hyperschall-Antischiffsarsenal. Russland ist das einzige andere Land in diesem exklusiven Kreis – doch sowohl Moskau als auch Peking bewegen sich derzeit schneller als die Vereinigten Staaten.

Die Parade vom 3. September 2025 war also nicht bloß ein Schauspiel – sie war ein Signal. China baut eine Raketenstreitmacht auf, die nicht nur einen Zweitschlag im nuklearen Krieg garantiert, sondern auch den Zugang zu seinen Küstenzonen verwehren, gegnerische Flotten bedrohen und Rivalen in jedem regionalen Konflikt im Unklaren lassen soll.

Zum ersten Mal in der modernen Geschichte spielt Peking bei der Raketentechnologie nicht mehr die zweite Geige. Es gibt den Takt vor – und fordert die anderen heraus, Schritt zu halten.

Von Dmitry Kornev, Militärexperte, Gründer und Autor des Projekts MilitaryRussia (Website erlaubt kein https).

Anmerkung: Alle Links stammen von mir. Wieso können andere das immer noch nicht, auch nicht der Autor des Artikels? Sollen die Leser sich das selbst zusammensuchen? Was ist so schwierig daran, Quellen und Informationen zu verlinken?

Wahrscheinlichkeitsmaschine

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Großartiger Artikel von Thomas Grüter auf SciLogs: KI: „Der Kollaps des Schlaraffenlands“ – mit das Beste, was ich zum Thema bisher gelesen habe.

Within thirty years, we will have the technological means to create superhuman intelligence. Shortly after, the human era will be ended. (Vernor Vinge, 1993)

Grüter stellt zunächst die apokalyptischen Modelle zur KI vor: „Aktuelle generative KI-Systeme wie ChatGPT werden trainiert, nicht programmiert. Deshalb sei kaum vorherzusagen, welche Ziele sie tatsächlich erreichen wollen und welche Wege sie dafür einschlagen. Ihre innere Funktionsweise, sagen die Autoren, sei dermaßen unterschiedlich von der des menschlichen Gehirns, dass man sie mit Recht als „Außerirdische“ bezeichnen könne. Menschliche Ethik sei ihnen fremd. Die Autoren resümieren, dass eine übermenschlich intelligente KI (ASI = Artificial Superintelligence) von Menschen nicht mehr kontrollierbar ist.“

Natürlich gab es die Schlussfolgerungen daraus schon in zahllosen Science-Fiction-Filmen und -Büchern. Der Mensch ist gefährlich und stört nur – ein Standpunkt, den man aus der Sicht der Evolution durchaus vertreten könnte. Deshalb sollte er verschwinden. Und dann handelt die KI dementsprechend. Die Artificial Superintelligence könnte zum Beispiel heimlich der Erde den Sauerstoff entziehen.

Jetzt das große „Aber“: „Die heutigen KIs beantworten zwar Fragen, entwerfen Präsentationen und schreiben Computerprogramme, aber ihnen unterlaufen dabei groteske Fehler. Deshalb sind die aktuellen Large Language Models (LLM) in kritischen Situationen schlicht unbrauchbar. Ein aktueller Report des MIT Media Lab stellte dazu fest: Dieser Report deckt die überraschende Tatsache auf, dass trotz Investitionen von 30 bis 40 Milliarden US$ in generative KI, 95 Prozent aller Firmen keinen Gewinn daraus erzielt haben.“

Grüter geht davon aus, dass die meisten Unternehmen, die mit KI Geld verdienen wollen, scheitern werden. Die KI funktioniere als “ Wahrscheinlichkeitsmaschine“ und habe kein kein tieferes Verständnis der Fragestellung.“

„Im Wahrheit ist eine ASI sehr viel weiter entfernt, als die meisten Menschen denken. Selbst das größte heutige LLM spiegelt ihre Intelligenz nur vor. (…) Füttert man KI-Modelle immer wieder mit ihren eigenen Antworten, werden die Aussagen immer fahriger, bis sie sich am Ende in sinnlosem Gebrabbel verlieren. Experten sprechen hier von einem sogenannten Modell-Kollaps.

Fazit: „Bei Menschen sind Beharrlichkeit, gute soziale Fähigkeiten, Übersicht und Zielstrebigkeit wichtiger als bloße Intelligenz. Die erfolgreichsten Zeitgenossen sind nicht die mit einem himmelstürmenden IQ, sondern eher diejenigen, die unbeirrbar ein Ziel verfolgen und dabei sehr gut mit anderen Menschen zusammenarbeiten (oder sie für sich arbeiten lassen)“.

Auf die Ökonomie übertragen: „Man hat im teuersten Lokal der Stadt Austern bestellt und hofft jetzt, in einer davon eine Perle zu finden, mit der man die Rechnung bezahlen kann. In der Vergangenheit haben solche Szenarien im besten Fall zu einer Marktbereinigung geführt, im schlimmsten Fall zu einem kompletten Zusammenbruch der Weltwirtschaft.“

Na also. Erst die Apokalypse des Kapitalismus, dann übernehmen die Chinesen alles und nennen es Kommunismus.

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Nieder mit dem variablen Kapital!

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Heise: „China installiert 2024 mehr als die Hälfte aller Industrieroboter weltweit“. Eine interessante Meldung und nicht die erste ihrer Art.

„Die USA sind in Nord- und Südamerika der größte Robotikmarkt. 68 Prozent der Neuinstallationen gehen auf das Konto der USA. 2024 verzeichnet das Land jedoch einen Rückgang um 9 Prozent auf 34.200 Einheiten. Die meisten davon stammen aus Japan und Europa, denn es gibt in den USA nur wenige inländische Roboterhersteller.“

Da hat Trump natürlich schlechte Karten. Aber wie sieht das im Detail aus, und was folgt daraus? Wie man an den Schaubildern der Quelle sehen kann, war vor einem Jahrzehnt die Autoindustrie der Motor, die Automatisierung durch Roboter einzuführen. Mittlerweile hat der Rest der Industrie nachgezogen. In der Elektronikindustrie hat sich kaum etwas verändert, was den Anteil der Roboter angeht – im Verhältnis zu anderen Branchen.

industrieroboter
Quelle: World Robotics 2025

Um es realistisch zu machen, muss man diese Zahlen in Relation setzen zum gesamten Umfang der jeweiligen Industrie. ChatGPT sagt hier etwas völlig anderes als im Heise-Artikel suggeriert wird:

Laut International Federation of Robotics (IFR, Stand 2023):
– China: etwa 392 Roboter pro 10.000 Beschäftigte in der Industrie
– Deutschland: etwa 415 Roboter pro 10.000 Beschäftigte

👉 Das bedeutet: Absolut dominiert China, mit mehr als der Hälfte aller weltweit installierten Roboter. Relativ zur Industriegröße liegt Deutschland aber sogar etwas vor China, weil die deutsche Industrie kleiner ist, aber ähnlich viele Roboter einsetzt.

⚖️ Zusammengefasst:
– Ohne Berücksichtigung der Industriegröße: Verhältnis China : Deutschland ≈ 2:1 (54 % vs. 27 %).
– Unter Berücksichtigung der Industriegröße (Roboterdichte): Deutschland und China liegen praktisch gleichauf, Deutschland minimal vorne (415 vs. 392 Roboter je 10.000 Beschäftigte).

industrieroboter

Wiederholung vom 07.12.2024 und vom 25.12.2025:
Das variable Kapital besteht aus den Kosten der Ware Arbeitskraft. Je größer die Kosten des variablen Kapitals, um so geringer der Mehrwert und letztlich Profit.

Laut Karl Marx besteht der Unterschied zwischen Mehrwert und Profit darin, dass der Mehrwert die grundlegende Größe ist, die durch die Ausbeutung der Arbeitskraft im Produktionsprozess entsteht, während der Profit eine Erscheinungsform dieses Mehrwerts darstellt, die durch die Konkurrenz und Verteilung im kapitalistischen System beeinflusst wird.

Gaza, revisited

Israel besetzt und annektiert Gaza nicht. Das Weiße Haus hat einen Friedensplan von Trump zu diesem Konflikt veröffentlicht. (Diverse Quellen)

Hier sind die Details, die darin vorgeschlagen werden:
🛑 Gaza wird eine „deradikalisierte, terrorismusfreie Zone“ sein, die keine Bedrohung für die Nachbarn darstellt.
🛑 Innerhalb von 72 Stunden nach der öffentlichen Annahme dieses Abkommens durch Israel werden alle Geiseln, lebendig und tot, zurückgegeben.
🛑 Nach der Freilassung aller Geiseln wird Israel 250 lebenslänglich Inhaftierte und 1700 Personen aus Gaza freilassen, die nach dem 7. Oktober 2023 festgenommen wurden.
🛑 Die USA werden einen Dialog zwischen Israel und den Palästinensern einrichten, um ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben zu vereinbaren.
🛑 Wenn beide Seiten diesem Vorschlag zustimmen, endet der Krieg sofort.

Natürlich wird die Hamas das nicht akzeptieren. Ich bezweifele auch, dass die Terroristen-Warlords überhaut noch Einfluss auf die Mitglieder haben oder wissen, wer was macht. Die Folge wird daher sein, dass Gaza zu rund 80 Prozent besetzt werden wird. So sehe ich das.

Unter mutmaßlichen Kalorienverlierern

breakfast
Tagesmahlzeit à la Burks (Symbolbild)

Da die Weltläufte gerade nichts Interessantes zu bieten haben, unterhielt ich mich wieder mit meinem Ernährungsberater mit der KI über meine gegenwärtigen Essgewohnheiten.

Grundlage: Zwei 8-stündige Nachtschichten, zwei zwölfstündige Nachtschichten, zwei Tage frei, dann vier 12-stündige Nachtschichten. Danach – hurra! – drei Wochen Urlaub mit viel Bewegung.

Heute hatte ich als einzige Mahlzeit: (bitte keine Care-Pakete schicken, ich muss noch das letzte aufessen!)

– 1 Banane (mittelgroß, ca. 120 g) → ~105 kcal
– 1 TL Honig (ca. 10 g) → ~30 kcal
– 1 Orange (mittelgroß, ca. 130 g) → ~60 kcal
– 400 ml Vollmilch (3,5 % Fett) → ~260 kcal
– 1 Scheibe Leberkäse (ca. 100 g) → ~300 kcal
– 4 Scheiben Vollkorntoast (à ca. 40 g = 160 g) → ~380 kcal
– 3 Eier (Größe M, à ~55 g) → ~210 kcal
– 1 EL Fleischsalat (ca. 20 g) → ~60 kcal
– 1 EL Heringssalat (ca. 20 g) → ~70 kcal
– 1 EL Streichkäse (ca. 20 g) → ~40 kcal
– 1 EL Margarine (ca. 10 g) → ~70 kcal
– 1 EL Marmelade (ca. 20 g) → ~50 kcal
– 2 Tassen Kaffee (schwarz, ohne Zucker/Milch) → ~4 kcal
Gesamtsumme: ~1.639 kcal

Wie hoch ist der Tagesbedarf an Kalorien für einen 73-jährigen Mannes, der 84 Kilo wiegt und nur sitzt [ich verschwieg der KI, dass ich ein paar Liegestütze und sonstige Bauchmuskelübungen gemacht hatte)?

„Ein 73-jähriger Mann, 84 kg, 184 cm groß, sitzende Lebensweise → ca. 2.000 kcal pro Tag. Du hast bisher (laut deiner Liste) ca. 1.639 kcal aufgenommen. Dein geschätzter Tagesbedarf liegt aber bei ca. 2.018 kcal. Wenn du täglich so isst wie in deinem Beispiel, würdest du rechnerisch etwa 1 kg Körpergewicht alle 2½ Wochen verlieren (vorausgesetzt, Aktivität und Stoffwechsel bleiben gleich).“

Bleiben sie aber nicht. Ganz in Gegenteil. Mein Terminkalender im Urlaub ist übervoll. Ich werde vielleicht gar nicht alles schaffen.

Ungefähr in geplanter Reihenfolge, aber alles schon gebucht: Tel Aviv, Etzel Museum, Jerusalem, Altstadt, Teich von Siloah und Gihonquelle, die Gräber der Propheten (alles war vor zwei Jahren geschlossen), die Klagemauer (das letzte Mal habe ich sie nur von weitem gesehen) und das Netz der Tunnel, das Israel-Museum, Maʿale Adummim, YMCA-Turm, vierstündige Privatführung mit „Jerusalem Treasures Include Much More Than Meets the Eye“ sowie Me’a Sche’arim, Gaza Envelope Tour, Guvrin-Nationalpark, Masada, En Gedi und Totes Meer, Mitzpe Ramon (vier Tage, Privatunterkunft mit Katze und Aussicht), Jericho und Monastery of Saint George of Choziba und Tell es-Sultan, dann zwei Tage Chillen in Tel Aviv.

Vermutlich werde ich noch die eine oder andere Kalorie mehr verlieren.

Unter Eingeschüchterten

pizza
Screenshot: Ausschuss für Kultur und Medien: 46. Ausschusssitzung, Landtag NRW

Die bürgerliche Presse berichtet: „Einschüchterungsversuche im ÖRR? „Ja, die gibt‘s“, sagt der ZDF-Reporter“.

Die Sitzung, um die es geht, ist komplett online, aber mehr als vier Stunden lang.

„Mit drastischen Beispielen hat der ZDF-Investigativjournalist Andreas Halbach („Frontal“) bei einer Anhörung im Kulturausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags am Donnerstag die Entscheidungsprozesse im ÖRR geschildert. Unter anderem sprach Halbach von der „Gefahr eines Themenfilters“, der „die journalistische Agenda“ steuern könnte. (…)

Es gebe nicht nur fehlende Kontrolle in den Sendern selbst, sondern auch geringe Möglichkeiten, intern Kritik zu äußern. Und wenn intern Kritik geäußert werde, bedeutete das für denjenigen eventuell Nachteile. So antwortete Halbach auf die Frage, ob es bereits zu Einschüchterungsversuchen gekommen sei: „Ja, die gibt’s.“ Er habe Fälle recherchiert, in denen Mitarbeiter nach Kritik fristlos gekündigt oder versetzt worden seien, so Halbach in der Sitzung.“

Für mich ist es auch ein Skandal, dass die Journalistenverbände nicht den Mumm haben, sich des Themas anzunehmen. Die kümmern sich lieber, wie gewohnt, um die Reparatur des Kapitalismus, was niemandem weh tut.

An anderer Stelle heisst es: „Der Deutsche Journalisten-Verband veröffentlicht eine „grüne Ausgabe“ seines Magazins und präsentiert darin kritiklos die Dogmen der linken Klimabewegung. Das verrät viel über die deutschen Medien.“

Mit „links“ haben die Themen zwar nichts zu tun, aber mit bräsiger Schwarmdummheit sowie Opportunismus, weltanschaulichem Schießschartenmodus und kleinbürgerlichem Klassenstandpunkt und damit, dass der DJV strukturell unfähig zu sein scheint, sich selbst zu reformieren. (Ich bin seit Jahrzehnten Mitglied – ich weiß, wovon ich rede.)

„Es gibt manche Leute, die nicht eher hören können, bis man ihnen die Ohren abschneidet.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Lebe wild und gefährlich

Kontosperrung

Wie das Publikum ganz richtig anmerkte, ist es heutzutage in Deutschland riskant und auch gefährlich, Politisches zu bloggen. Das sehen die öffentlich-rechtlichen Anstaltsinsassen natürlich anders, weil sie in ihrer eigenen Blase leben. Die so genannten sozialen Medien agieren ähnlich; vermutlich noch in dieser Woche werden ich gegen meine Kontosperrung bei Facebook juristisch vorgehen. Die haben alle Fristen, die ich ihnen gesetzt habe, kommentarlos verstreichen lassen. Ich werde auf jeden Fall gewinnen. Die Frage ist nur zu welchem (finanziellen) Preis.

Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat sich jetzt positioniert und für die eingebettet Denkenden entschieden: „Charlie Kirks Standpunkte zum »Großen Austausch«, zum angeblichen Wahlbetrug 2020, zum »Kulturmarxismus« erfüllen Kernkriterien für die Einordnung als rechtsextrem. In Deutschland wären vor allem seine rassistischen Äußerungen und die fortwährende Delegitimierung demokratischer Institutionen und Prozesse womöglich ein Fall für den Verfassungsschutz gewesen.“

Ob etwas oder jemand „ein Fall“ für den Inlandsgeheimdienst ist, ist völlig irrelevant, nur nicht für deutsche Journalisten. Dazu habe ich seit mehr als dreißig Jahren genug Artikel verfasst, zum Beispiel 1997: „Alles Wirkliche sei vernünftig, meinte der deutsche Philosoph Hegel im letzten Jahrhundert. Damals gab es den Verfassungsschutz noch nicht, eine wirklich überflüssige Behörde mit gefährlichen Wirkungen auf Journalisten und Politiker. Die Medien werden auf den VS ungern verzichten wollen: Wen sollte man sonst zum Beispiel zum Thema Rechtsextremismus interviewen? Die Journalisten sich gegenseitig? Und von wem sonst sollten sich die Politiker Meinungen zuarbeiten lassen?“

Natürlich ziehen auch die Pfaffen mit. (Darf man das sagen oder ist das eine strafbewehrte Delegitimierung der Verehrung höherer Wesen?)

Kontosperrung

Es gibt einen weiteren interessanten Fall, vom den ich heute zum ersten Mal von der automatisch voll gelogenen russischen Propaganda hörte – das Neue Deutschland berichtete: „Wie ein linker Journalist auf der EU-Sanktionsliste landete“. Und die Nachdenkseiten:

„…hatte der Rat der Europäischen Union (auch EU-Ministerrat genannt) ab dem 20. Mai 2025, nach aktuellem Wissensstand auf Initiative der Bundesregierung, den Chefredakteur des Portals Red Media, Hüseyin Doğru, mit Verweis auf dessen Berichterstattung zu Pro-Palästina-Protesten in Deutschland vollumfänglich sanktioniert: Kontosperrung und Anstellungs- sowie Ein- und Ausreiseverbot in den gesamten EU-Raum. Doğru lebt mit seiner Familie und mittlerweile drei Kindern in Berlin. In Folge der Sanktionen hatte ab 1. Juli sogar die Krankenkasse die Leistungen für seine Familie zwischenzeitlich eingestellt, obwohl die Ehefrau sich im 7. Monat einer Risikoschwangerschaft mit Zwillingen befand. (…)

Denn erstmals sanktionierte die EU, mutmaßlich auf Initiative der Bundesregierung, einen Chefredakteur und dessen Medium auf Grundlage des „Beschlusses (GASP) 2024/2643 über restriktive Maßnahmen angesichts der destabilisierenden Aktivitäten Russlands“ nicht wegen deren Berichterstattung zum Krieg in der Ukraine (Red hat diesbezüglich eine explizit russland-kritische Haltung), sondern weil deren Berichterstattung über Pro-Palästina-Proteste in Deutschland angeblich „unter seinem überwiegend deutschen Zielpublikum ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ säen und damit „die Stabilität und Sicherheit in der Union sowie mehrerer ihrer Mitgliedstaaten untergraben und bedrohen“ würde…“

Die üblichen Verdächtigen gehen also nicht den Weg über die Gerichte, offenbar weil sie ahnen, dass sie damit nicht durchkommen würde, solange wir noch eine einigermaßen unabhängige Justiz haben. Nein, sie versuchen, die Existenz der Leute zu ruinieren, die nicht mit dem Mainstream konform gehen.

Campact – wie zu erwarten war – kampagniert (ich habe das Verb gerade erfunden) das alles mit.

Nein, es wird sich nicht zum Besseren wenden. Die Demokratie und freie Meinungsäußerung sind ein Luxus, den sich die herrschenden Klassen im Kapitalismus manchmal erlauben. Aber nicht immer.

Kontosperrung

Jugo especial und Hungerlevel

müsli
Ein Porzellanschälchen mit Vollkornmüsli, viel Joghurt und Weintrauben auf einem schönen hölzernen Küchentisch –no flowers –ar 3:2 –s 750

Ich unterhielt mich mit meinem Ernährungsberater mit der KI über meine gegenwärtigen Essgewohnheiten. Bei mehreren 12-Stunden-Nachtschichten hintereinander nehme ich nur eine Mahlzeit in 24 Stunden zu mir. Zu mehr bleibt gar keine Zeit, und Fast Food esse ich grundsätzlich nicht. Ich mixe mir einen Jugo especial à la Arequipa mit Ei und esse Müsli mit Zutaten.

Wieviel Kalorien haben ungefähr eine Banane, zwei Birnen, ein Teelöffel Honig, ein halber Liter Milch, ein Schälchen Vollkornmüsli, 20 Weintrauben, ein Ei und fünf Esslöffel Joghurt?

Okay, lass uns die einzelnen Komponenten überschlagen (Durchschnittswerte):
– 1 Banane (mittel, ~120 g): ~105 kcal
– 2 Birnen (je ~150 g): ~200 kcal
– 1 TL Honig (~10 g): ~30 kcal
– ½ Liter Milch
1,5 % Fett: ~250 kcal
3,5 % Fett: ~325 kcal
– 1 Schälchen Vollkornmüsli (~50 g): ~180–200 kcal
– 20 Weintrauben (~100 g): ~70 kcal
– 1 Ei (mittelgroß, ~60 g): ~80 kcal
– 5 EL Joghurt (~100 g, Naturjoghurt 3,5 %): ~60 kcal

Gesamtsumme: Mit Milch 3,5 % Fett: ~1.050–1.100 kcal.
👉 Das Frühstück liegt also knapp bei 1.000 kcal

Wieviel Kalorien braucht man am Tag, wenn man nur sitzt?

Das sind die Kalorien, die dein Körper in völliger Ruhe für Atmung, Herzschlag, Hirnaktivität, Körpertemperatur usw. braucht. Er hängt ab von Alter, Geschlecht, Gewicht, Größe. Als ganz grobe Faustregel: ca. 22–24 kcal pro kg Körpergewicht und Tag.
(z. B. bei 70 kg → ~1550–1700 kcal Grundumsatz)

👉 Das heißt:
– Sehr kleiner Mensch (50 kg): ~1400–1600 kcal
– Durchschnitt (70 kg): ~1800–2000 kcal
– Größer/kräftiger (90 kg): ~2200–2400 kcal

Wie viele Kalorien haben zwei kleine Gläser Whisky?
👉 Zwei kleine Gläser (wenn wir 2 cl pro Glas annehmen) haben also zusammen ~130–140 kcal.
👉 Wenn es zwei Gläser à 4 cl sind, wären es schon ~260–280 kcal.

Wenn das Frühstück rund 1000 Kalorien hat, dazu noch vor dem Einschlafen zwei kleine Gläser Whisky kommen, nimmt man dann schon ab?

Ausgangspunkt: Frühstück + Whisky = ~1200 kcal pro Tag

Angenommener Bedarf bei „nur sitzen“ (PAL 1,2, ca. 70 kg, 170 cm, 40 J.): ~1900 kcal pro Tag
➡️ Kaloriendefizit: 1900 – 1200 = 700 kcal pro Tag

Abnahme pro Woche:
1 kg Körperfett ≈ 7000 kcal
700 kcal Defizit × 7 Tage = 4900 kcal pro Woche
4900 ÷ 7000 ≈ 0,7 kg Fett pro Woche

👉 Das bedeutet: Mit diesem Muster würdest du theoretisch rund 0,5–0,7 kg pro Woche abnehmen. In einem Monat also etwa 2–3 kg.

⚠️ Aber: 1200 kcal pro Tag sind für die meisten Erwachsenen zu wenig auf Dauer, da wichtige Nährstoffe fehlen können.

Was fehlt, wenn ich täglich nur eine Banane, zwei Birnen, einen Teelöffel Honig, einen halben Liter Milch, ein Schälchen Vollkornmüsli, 20 Weintrauben und fünf Esslöffel Jogurt esse?

– Kohlenhydrate & Zucker: reichlich (Banane, Birnen, Trauben, Honig, Müsli) → viel schnelle Energie.
– Ballaststoffe: durch Obst und Müsli durchaus ordentlich.
– Eiweiß: etwas durch Milch & Joghurt (~30 g insgesamt) – das reicht aber nicht für Muskelerhalt.
– Kalzium: viel durch Milchprodukte.
– Vitamine: Vitamin C, B-Vitamine, Kalium (Banane, Birnen, Trauben).

Was fehlt oder zu wenig ist:
– Eiweiß: Für Erwachsene sind ca. 1–1,5 g pro kg Körpergewicht sinnvoll → du liegst deutlich darunter.
– Fett: Kaum enthalten, insbesondere gesunde Fette (Omega-3, einfach ungesättigte Fettsäuren).
– Vitamin D: praktisch nicht enthalten (außer minimal in Milch), musst du über Sonne oder Supplemente decken.
– Vitamin B12: nur sehr wenig über Milch/Joghurt – auf Dauer zu wenig.
– Eisen & Zink: stark unterversorgt (besonders ohne Fleisch, Hülsenfrüchte, Nüsse).
– Jod: Milch enthält etwas, aber ohne Fisch oder jodiertes Salz → meist zu wenig.

Gesamtenergie: 900–1000 kcal/Tag sind ein Hungerlevel, das den Körper langfristig schwächt (Muskelabbau, Müdigkeit, Hormonprobleme).

Wisst ihr Bescheid. 1,84 cm, 84 Kilo.

Jugo especial
Sehr großer gläserner Mixer mit gequirltem Saft gefüllt aus Bananen, Birnen und Milch, –no flowers, –ar 3:2 –s 750

Rumänische ischiocrurale Arschmuskeln

leibesübungen
Der Screenshot ist nicht aus dem unten erwähnten Buch…

Ich ließ mich durch Werbung fahrlässig manipulieren und kaufte Calisthenics für Dummies. Die Neugier besiegte die Vernunft. (Unendlich viel Gefasel und Geschwurbel – siehe Screenshot unten – die Übungen gehen erst ungefähr auf Seite 70 los.)

Ich mache ohnehin schon Übungen, nicht täglich, aber so oft ich Zeit finde. Alle nach dem weisen Rat meiner ehemaligen superschnuckeligen Physiotherapeutin, die mich durch ihren extrem erfreulichen Anblick permanent hoch motivierte.

Als da wären: Liegestütze. Leider habe ich ein paar Wochen nicht trainiert, weil ich sicher sein wollten, dass ein kleines und schmerzfreies Ganglion, das plötzlich nach exzessivem Paddeln an meinem Handgelenk erschien – an unauffälliger Stelle -, harmlos ist. Ein paar Wochen heißt leider: Von 34 auf rund 20 Liegestütze abgestürzt. Das wird alles wieder.

Kniebeugen. Schon klar. Mag ich nicht, aber wenn ich will, bin ich bei 50 aufwärts. Dito für Kreuzheben. Da ist kein Trainingsbedarf.

Beckenheben mache ich fast täglich, kombiniert mit Drehen der Hüfte in Richtung Wirbelsäule. Nennt sich auch Beckenbodentraining. „Tun Sie so, als möchten Sie den Urinstrahl abdrücken und ziehen Sie die entsprechenden Muskeln ein paar Mal zusammen. Zwicken Sie dann mehrmals die Gesäßbacken zusammen“ (har har). Das ist wirklich spürbar gut, vor allem, wenn man viel sitzt. Wenn man es nicht macht, merkt man schon nach wenigen Tagen den Unterschied.

Die oben lobend erwähnte junge Dame empfahl das – mit ihren schelmischen Grübchen und spöttischem Grinsen, weil sie natürlich mein wahres Alter kannte: „Ist gut gegen Altersinkontinenz.“ Die gute Nachricht: Beckenbodentraining ist gut für die Potenz.

Aufgestützte Oberkörper-Rotation – auch das praktiziere ich, obwohl es sehr anstrengt. Das ist übrigens die einzige Übung, bei der ich noch einen Unterschied zwischen der linken und rechten Hüfte (die mit dem Titan) spüre – die rechte hat rund zwei Zentimeter weniger Spielraum. Daran arbeite ich.

Jetzt kommt das Problem: Beinheben aus der Bauchlage. Das hatte ich noch nie gemacht. Ich kann das überhaupt nicht. So etwas ärgert mich maßlos – ich komme mir dann gleich wie 90 vor. Fragen wir die KI.

Beim Beinheben aus der Bauchlage (also das Anheben eines oder beider gestreckter Beine, während man auf dem Bauch liegt) spielen vor allem die Hüftstrecker eine Rolle, unterstützt durch stabilisierende Rumpfmuskulatur.

Hauptmuskeln:
– Gluteus maximus (großer Gesäßmuskel) → wichtigste Kraft für die Hüftstreckung.
– Ischiocrurale Muskulatur (Beinbeuger: Biceps femoris, Semitendinosus, Semimembranosus) → helfen bei der Hüftstreckung.
– Gluteus medius und minimus (hintere Fasern) → stabilisieren das Becken.
– Lendenwirbelsäulen-Muskulatur (v. a. M. erector spinae) → sorgt für Stabilität des Rückens beim Anheben.

Empfohlene Übungen:
– Beinheben aus der Bauchlage selbst → als Übung, evtl. mit Gewichtsmanschette am Knöchel.
– Glute Kickbacks (im Vierfüßlerstand, Bein nach hinten oben strecken).
– Hip Thrusts / Glute Bridge (Rückenlage, Hüfte nach oben drücken).
– Rumänisches Kreuzheben (kräftigt Gesäß und hintere Oberschenkel).
– Good Mornings (Rückenstrecker + Hüftstrecker).
– Step-ups oder Ausfallschritte (funktionelle Hüftstrecker-Übungen).

👉 Wichtig: Oft ist nicht fehlende Kraft, sondern eine eingeschränkte Beweglichkeit der Hüftbeuger (M. iliopsoas, Rectus femoris) schuld, wenn das Beinheben schwerfällt. Daher helfen auch Dehnübungen für die Hüftbeuger.

Das wird bei mir der Fall sein. Kraft habe ich genug. Demnächst mehr in diesem Theater – ich berichte (nein, hier, nicht bei TikTok!)

leibesübungen

Nichts Persönliches

antisemitismus

„Ein antisemitischer Aushang an einem Geschäft in Flensburg sorgt bundesweit für Empörung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ladeninhaber.“

Nein. Ganz falsch. Das habe ich im DJV gelernt: Wird man gemobbt, muss man zurückmobben, aber doppelt zu schlimm. Was wäre, wenn jetzt alle jüdischen Restaurantbesitzer in Deutschland ein Schild wie unten ins Schaufenster hingen hängten?

Wenn ich so etwa in den Sozialen Medien postete, wären sämtliche Accounts in Sekunden auf immer und ewig gesperrt, und es würden Anzeigen von den Meinungs-Blockwarten und anderen NGOs nur so hageln.

Deswegen würde ich das nie tun. Ist auch total fiktiv und überhaupt nicht ernst gemeint. Bitte surfen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

antisemitismus

Zu oft gefährlich

Burkhard Schröder
www.burks.de

Sehr geehrter Herr Dr. [xxx]

vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kann die Frage, ob mein Facebook-Konto vorübergehend oder dauerhaft gesperrt ist, leider nicht hinreichend beantworten, da ich darüber widersprüchliche Angaben von Facebook bekomme – die Sperrung wird ohne Angaben von Gründen immer wieder verlängert „von unseren Technologien“.

Ich habe mich aber wegen einiger Nuancen Ihrer E-Mail entschieden, Ihre Kanzlei nicht mit meiner Vertretung zu beauftragen. Ja, ich wurde schon oft gesperrt – die Gründe waren jedes Mal hanebüchen und hätten, soweit das mein laienhafter Sachverstand beurteilen kann, keiner juristischen Überprüfung standgehalten, es sei denn, man hielte zum Beispiel Zitate Heinrich Heines für einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook.

Facebook

Vgl. die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs – Urteile vom 29. Juli 2021 – III ZR 179/20 und III ZR 192/20: Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook zur Löschung von Beiträgen und zur Sperrung von Nutzern sind unwirksam. „Wurde aufgrund der unwirksamen Geschäftsbedingungen der Beitrag eines Nutzers gelöscht und dessen Konto vorübergehend mit einer Teilsperrung belegt, hat der Nutzer einen Anspruch auf Freischaltung des gelöschten Beitrags und gegebenenfalls auch auf Unterlassung einer erneuten Kontosperrung und Löschung des Beitrags bei dessen erneuter Einstellung.“

Ich beauftrage auch sehr ungern einen Anwalt, wenn schon vor Erörterung des Sachverhalts über Vorschussrechnungen geredet wird. Bei einer erfolgreichen einstweiligen Verfügung zahlt bekanntlich der Beklagte, nicht der Kläger die Kosten. Ich sehe meine Erfolgsaussichten optimistischer als offenbar Sie. Dass diese Aussichten „von meinen Antworten abhängen“, war mir bekannt.

Facebook

Ich denke, dass auch Sie eine Frau, die eine Vergewaltigung anzeigen will, nicht fragen würden, ob sie schon oft vergewaltigt worden sei. Daher finde ich Ihre Frage, ob mein Facebook-Account schon in der Vergangenheit gesperrt worden wäre, für – vorsichtig ausgerückt – befremdlich.

Darum geht es mir nicht, sondern darum, ob aufgrund nicht nachvollziehbarer Entscheidungen von Algorithmen legale und harmlose Postings in sozialen Medien zensiert werden und ob man sich das gefallen lassen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder

Facebook

Der erste KI-Krieg

future of war
Fotos: AI/Burks: create an image that symbolically represents warfare with digital networked systems

Ich habe einen interessanten Artikel der Jerusalem Post von ChatGPT übersetzen lassen: How the IDF rewired the battlefield for the first AI war – Over the past five years, the IDF has been working to transform itself into a network-enabled combat machine, with AI and Big Data enabling the flow of information across units and commands.

Die Links stammten zum Teil von mir. Vergleiche auch „Israel’s strategic edge in the age of AI & autonomous warfare“ (20.07.2025)

Wie die IDF das Schlachtfeld für den ersten KI-Krieg neu organisierte

Es begann nicht mit einem Knall, sondern mit einem Byte.

Der aktuelle Krieg zwischen Israel und seinen Feinden ist der weltweit erste Krieg mit Künstlicher Intelligenz (KI) – so beschreibt es ein ehemaliger hoher Offizier der IDF (Israel Defense Forces) gegenüber Defense & Tech der Jerusalem Post.

Nach Jahren des Schweigens sprach der Mann, einst einer der maßgeblichen Architekten der digitalen Transformation der Armee, über den grundlegenden Wandel der Streitkräfte.

„Technologie ist kein Luxus, sie ist unverzichtbar“, betont er. „Wir stehen auf neuen Schlachtfeldern mit neuen Herausforderungen – und sogar neuen Dimensionen. Dafür brauchen wir präzise Aufklärung und höchste Genauigkeit.“

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die IDF strategisch in eine netzwerkbasierte Kampfmaschine verwandelt, in der KI und Big Data entscheidende Rollen spielen, um Informationen in Echtzeit zwischen Einheiten und Kommandos zu synchronisieren.

„Ohne diese Fähigkeiten hätten wir mindestens 5.000 zusätzliche Gefallene, und Tausende Terroristen würden noch leben“, sagt der Ex-Offizier, der das Digitalisierungsprogramm verantwortete.

Vom Analogen zum Algorithmus

Noch vor sieben Jahren war die IDF an überalterte Strukturen gefesselt – Faxgeräte, veraltete Server, isolierte Dateninseln. Generalleutnant (a.D.) Aviv Kohavi, damals Generalstabschef, hatte jedoch eine radikal andere Vision: ein Schlachtfeld, auf dem Cyber-, Luft-, See- und Bodentruppen als Einheit agieren, verbunden durch Echtzeitdaten und präzise Zielerfassung.

Die digitale Transformation wurde zu einer seiner obersten Prioritäten – nicht nur, um die Streitkräfte zu stärken, sondern auch, um den Soldaten die modernsten Fähigkeiten an die Hand zu geben.

Der Wandel hin zu einer digitalisierten Armee war tiefgreifend. Er veränderte Strukturen, Prozesse – und die Denkweise.

Doch die Umsetzung war schwierig: Neben der technischen Komplexität mussten auch Widerstände in der Führung überwunden werden. „Es war, als würden wir das Rote Meer teilen“, erinnert sich der Ex-Offizier.

2019 wurde schließlich die Digitale Transformationsdivision gegründet. Ihre Aufgabe: zivile Innovationen ins Militär zu übertragen, sämtliche Bereiche zu vernetzen und moderne Infrastrukturen aufzubauen.

Kohavi sprach immer wieder von der multidimensionalen Kriegsführung – Cyberraum, Bodentruppen, Luftwaffe und Marine vereint. Schnell wurde klar: Ohne digitale Infrastruktur war das nicht möglich.

„Wie identifiziert man den Feind in dicht besiedelten Städten? Man braucht Sensoren, Datenquellen und Plattformen“, erklärt der Ex-Offizier. „Und dann muss man all diese Informationen so aufbereiten, dass sie sofort beim Offizier auf dem Tablet landen.“

future of war

Vom langen Befehlskettenweg zur Präzision in Echtzeit

Früher dauerte es oft lange, bis ein gemeldetes Ziel von den Truppen bis zum Panzer oder Flugzeug weitergeleitet, geprüft und schließlich angegriffen werden konnte – meist zu lange. Beim Jom-Kippur-Krieg, so erinnert der Offizier, kämpften die Soldaten „weitgehend auf sich allein gestellt, Unterstützung kam nur verzögert“.

Heute läuft es anders: Bodentruppen melden ein Ziel, und kurze Zeit später schlägt die am besten geeignete Plattform zu.

„Wir haben mit 300 Fachleuten KI-Modelle entwickelt und sie mit allen verfügbaren Daten gefüttert“, sagt er. „An manchen Tagen hatten wir 400 neue Ziele – die Hälfte wurde noch am selben Tag angegriffen. Zum Vergleich: 2009 kamen wir im gesamten Jahr auf 50 bis 100 neue Ziele.“

Zwar identifiziert KI die Ziele, doch „Menschen bleiben in der Entscheidungs­kette“: Hochrangige Offiziere prüfen und bestätigen jedes Ziel, um die Vorgaben des Völkerrechts einzuhalten.

Im Libanon-Krieg des vergangenen Jahres waren 80 % der IDF-Angriffe KI-gestützt. Algorithmen erkannten Ziele und unterschieden dabei zwischen Kämpfern und Zivilisten in dicht bebauten Gebieten.

Trotz internationaler Kritik, KI habe in Gaza und anderswo zu zivilen Opfern geführt, hält der Ex-Offizier dagegen: „Wir haben KI eingeführt, um Zivilisten von Terroristen zu unterscheiden. Wir nutzen Technologie, um uns gezielt auf feindliche Kräfte zu konzentrieren.“

Die erste KI-Kriegsführung?

Für ihn ist der aktuelle Konflikt Israels – ob in Gaza, Libanon, Jemen oder Iran – der erste echte **KI-Krieg**. Andere bestreiten das: Schon bei der Operation Guardian of the WallsFehlidentifikationen durch fehlerhafte Daten oder mangelhafte Algorithmen.

Der Ex-Offizier weist das entschieden zurück: „Das ist eine Lüge.“

„KI und Technologie ermöglichen es, moralischer zu handeln“, argumentiert er. „Aufklärung und Präzision zusammen heben den moralischen Standard. Das zentrale Prinzip des Völkerrechts ist die Unterscheidung zwischen Kämpfern und Zivilisten – genau das setzen wir mit KI um.“

Versagen am 7. Oktober

Trotz aller Technologie konnte die IDF das Massaker vom 7. Oktober nicht verhindern. Hamas-Terroristen durchbrachen Israels Grenzanlagen und ermordeten über 1.200 Menschen.

Der Ex-Offizier räumt ein: „Technologie kennt keine Grenzen, aber man darf nicht das Wissen und die Erfahrung der Soldaten ausblenden.“

Tatsächlich setzte die Armee in den letzten Jahren zunehmend auf Technik – und ignorierte Warnungen rangniederer Offiziere. Am 7. Oktober 2023 versagten die KI-basierten Systeme, und niemand erkannte das Ausmaß der Gefahr rechtzeitig.

Auch wenn der Architekt der digitalen Transformation heute nicht mehr im Rampenlicht steht – sein Erbe ist in jeder verschlüsselten Nachricht, jedem Drohnenfeed und jedem präzisen Schlag spürbar.

Israels Feinde mögen weiter auf Tunnel und Raketen setzen. Doch sie passen sich an und zwingen die IDF, an mehreren Fronten gleichzeitig zu kämpfen – sichtbaren wie unsichtbaren.

Um die Oberhand zu behalten, muss Aufklärung sofort verfügbar sein, und Entscheidungen müssen dezentral getroffen werden. Denn das Schlachtfeld ist heute überall.

future of war

Alles Nazis außer Mutti

demonstration UK

150.000 Nazis demonstrieren in England, auch mit israelischen Fahnen.

Wait a minute. 150.000 Nazis? Die Tagesschau schreibt „Zehntausende“ ähm… und dann „mehr als 110.000 Menschen“. Mehr als 100.000 sind „Zehntausende“?

Wahlen NRW, Nachtrag

wahlen nrw

Wahlen NRW: Neusprech und Altsprech

wahlen nrw

Ich verfolge gerade die Bürgerliche Presse über die Wahlen in NRW. „CDU klar vorn – AfD verdreifacht Ergebnis – Grüne stürzen ab.“

Altsprech: „Nach den 18-Uhr-Zahlen liegt die Linke mit prognostizierten 5,5 Prozent über ihrem Ergebnis von 2020, als sie auf 3,8 Prozent kam.“ Neusprech: „Das ist ein grandioses Ergebnis für die Linke – wir haben unser Ziel nicht nur erreicht, sondern übertroffen! Der Aufschwung der Linken setzt sich ungebremst fort…“ 5,6 % sind rund 500.000 Wähler, also so viele, wie Duisburg oder Essen Einwohner haben.

Altsprech: „Die Christdemokraten kommen demnach auf 34,2 Prozent und liegen damit ungefähr bei ihrem historisch schlechten Kommunalwahl-Ergebnis von 2020, als sie 34,3 Prozent erreichten.“ Neusprech: Das historisch schlechteste Ergebnis wiederholt zu haben, ist ein großartiger Erfolg für die CDU.

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