Die Macht des Drachen

Ich habe mir einen englischsprachigen Artikel von RT.com übersetzen lassen (der mir hier zunächst – trotz eigenem VPN und DNS-Server – wegzensiert wurde – daher nur per Tor-Browser erreichbar). Ich habe ihn in besseres Deutsch umgeschrieben und Bilder und Links hinzugefügt.

rt.com rocket

Von ICBMs bis zu Hyperschall-Gleitflugkörpern – Peking hat ein gestaffeltes Arsenal aufgebaut, das mit dem der USA und Russlands konkurriert – und es in mancher Hinsicht sogar übertrifft.

Raketen sind die neue Visitenkarte der chinesischen Macht. Nicht Flugzeugträger, nicht Panzer, nicht Kampfjets – sondern Geschosse, die die halbe Welt umrunden oder eine US-Flotte im Pazifik zerreißen können.

Am 3. September 2025 zeigte Peking sein Arsenal in einer Parade, die weniger wie eine Militärschau, sondern mehr wie ein Warnschuss wirkte. Schlanke ICBMs, Hyperschall-Gleiter und sogenannte „Träger-Killer“-Raketen rollten über den Tiananmen-Platz und sendeten eine einfache Botschaft: China ist angekommen – und spielt nicht länger Aufholjagd.

Anders als Russland und die Vereinigten Staaten war China nie durch Rüstungsabkommen des Kalten Krieges gefesselt. Diese Freiheit hat der Raketenstreitmacht der Volksbefreiungsarmee (PLA Rocket Force) das breiteste Raketenarsenal der Welt ermöglicht – interkontinental, intermediär, hyperschall, von U-Booten gestartet oder aus der Luft abgeworfen. Das ist nicht nur Technik – es ist Pekings Art, der Welt mitzuteilen: Das Kräfteverhältnis verschiebt sich – Rakete für Rakete.

Raketen aus Russland: Ein Blick in Moskaus aktuelles tödlichstes Arsenal

Chinas Raketenprogramm begann mit dem Nachbau sowjetischer R-2-Raketen, die der Volksbefreiungsarmee überlassen worden waren. Sprung nach vorn und ins Heute: Peking verfügt nun über das gesamte Spektrum land- und seegestützter ballistischer Raketen – schwere, flüssig angetriebene Silowaffen, mobile Feststoffsysteme und SLBMs (U-Boot-gestützte ballistische Rakete). In allen Varianten können die Sprengköpfe mit MIRVs (Mehrfachsprengköpfen) bestückt werden.

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Vergleich der Flugbahnen eines Hyperschallgleiters (rot) und herkömmlichen ballistischen Sprengköpfen (grün)

DF-61 und DF-41: Chinas mobile Schwergewichte

Die Parade am 3. September 2025 zeigte das öffentliche Debüt der DF-61, einer neuen straßenmobilen, feststoffgetriebenen ICBM. Vom Aussehen und vom Umfang her wirkt sie wie eine Weiterentwicklung der DF-41, die seit 2017 im Dienst ist. Das Upgrade ist logisch: An der DF-41 wurde seit 1986 gearbeitet. Als sie in Serienproduktion ging, waren Teile ihres Designs bereits veraltet. Das erklärt möglicherweise auch die Verzögerung bei der Einführung der Silos- und Schienenmobil-Versionen, die zwar getestet, aber verschoben wurden. Mit der DF-61 könnten diese Hürden genommen sein. Beide Systeme teilen wahrscheinlich viele der gleichen technischen Leistungsdaten.

Ihre Abschussfahrzeuge ähneln Russlands Topol-M und Yars: achsige (achtachsige) TELs, die die Raketen in versiegelten Containern tragen. Jede Rakete wiegt grob 80 Tonnen. China verfügt sehr wahrscheinlich über die Technik, sie nicht nur von vorbereiteten Abschussplätzen, sondern überall entlang ihrer Patrouillenrouten abzufeuern. Die DF-41 gilt als voluminöser als ihre russischen Verwandten. Sie wurde ursprünglich dafür konzipiert, bis zu 10 hochexplosive (low-yield) Sprengköpfe (~150 kt je Stück) auf Entfernungen von 12.000–14.000 km abzuschiießen.

Westliche Schätzungen legen nahe, dass seit 2017 mindestens 300 DF-41 in verschiedenen Stationierungsformen eingesetzt wurden; dazu kommt jetzt die neuere DF-61. Diese Mischung aus mobilen und festen Stationierungen diversifiziert Chinas Abschreckung und sichert eine überlebensfähige Zweitschlagfähigkeit.

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Geschätzte Reichweite der DF-5C. Source: Military Power of the People’s Republic of China 2007

DF-5C: der silobasierte Riese

Die Kommentartexte zur Parade in Peking beschrieben die DF-5C als in der Lage, „jedes Ziel auf der Welt“ zu treffen, mit einer Reichweite von bis zu 20.000 km. Im russischen Sprachgebrauch würde man das als „globale Rakete“ bezeichnen, obwohl dieser Begriff technisch oft Systeme meint, die Nutzlasten in eine erdnahe Umlaufbahn heben, bevor sie wieder abtauchen. Die Abweichung hier liegt wahrscheinlich eher an der Übersetzung als an der Leistungsfähigkeit.

Die DF-5C ist die neueste Version der flüssiggetriebenen DF-5, die erstmals 1971 flog. Technologisch steht sie in der Linie der sowjetischen R-36-Entwürfe der späten 1960er, wobei die DF-5C dem R-36M2 „Satan“ ähnlicher sein könnte. Erste Tests datieren auf 2017; berichtet wird, dass sie 10–12 Sprengköpfe mittlerer Sprengkraft trägt und in Silos stationiert ist. Heute betreibt China rund 20 dieser Raketen.

DF-31-Familie: Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene ICBM

Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene Interkontinentalrakete, die DF-31, wird oft als Pekings Antwort auf Russlands Topol beschrieben: eine dreistufige Rakete mit einer Reichweite von 12.000 km und einem einzelnen Sprengkopf mit 200–300 Kilotonnen. Entwickelt in den 1990er und 2000er Jahren, trat sie 2006 in den Dienst.

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DF-31AG-Rakete der chinesischen Volksbefreiungsarmee

Die DF-31AG, erstmals 2017 beobachtet, feierte ihr Paradedebüt im September 2025; sie war auf einem verstärkten Mehrachs-TEL montiert, das an die DF-41 erinnert. Ebenfalls gezeigt wurde eine fortschrittlichere Variante, die DF-31BJ; ihr auffallend längerer Container nährte Spekulationen, dass sie einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf tragen könnte. Insgesamt könnten mehr als 80 Raketen der DF-31-Serie in China stationiert sein.

Seegestützte ballistische Raketen (SLBMs): JL-2 und JL-3

Seit den 1990er-Jahren baut China den maritimen Zweig seiner strategischen Kräfte auf: nuklearbetriebene ballistische Raketen-U-Boote, die mit feststoffgetriebenen SLBMs bewaffnet sind. Seit 2007 betreibt die Marine der Volksbefreiungsarmee (PLA Navy) die Typ-094-SSBNs, von denen jedes Boot 12 JL-2-Raketen mitführt. Sechs Boote sind heute im Dienst, zwei weitere sind im Bau.

Die JL-2 greift auf Technologie der DF-31 – und vermutlich auch der DF-41 – ICBMs zurück. Sie bietet eine Reichweite von bis zu 8.000 km und kann entweder einen einzelnen Sprengkopf der Megatonnenklasse oder bis zu acht MIRVs tragen.

Ab 2022 wurden JL-2-Raketen Berichten zufolge schrittweise durch die fortschrittlichere JL-3 ersetzt, die ähnliche Abmessungen aufweist. Die JL-3 hatte ihr öffentliches Debüt auf der Parade am 3. September 2025. Schätzungen gehen von einer Reichweite von etwa 10.000 km aus, wobei MIRV-Bestückungen zum Standard gehören.

Da bereits die neuen Typ-096-SSBNs im Bau sind, ist klar ersichtlich, dass Peking den maritimen Bestandteil seiner strategischen Nuklearkräfte priorisiert.

Intermediär- und mittelstreckenballistische Raketen (IRBM / MRBM) & Hyperschallwaffen

Bevor wir zu den interkontinentalen Schwergewichten kommen, lohnt es sich, sich die Klasse von Raketen anzusehen, die in einem tatsächlichen Konflikt um Taiwan oder das Südchinesische Meer womöglich am wichtigsten sind: Intermediär- und Mittelstreckensysteme. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Russland, die lange durch den INF-Vertrag beschränkt waren, hatte China nie Beschränkungen beim Bau von Waffen in der 500–5.500-km-Reichweite. Diese Freiheit verschaffte Peking einen entscheidenden Vorteil in ganz Asien. Diese Raketen bilden das Rückgrat seiner regionalen Schlagkraft – ausgelegt, um US-Stützpunkte, verbündete Infrastruktur und Marineverbände in Gefahr zu bringen – und sie sind das schärfste Instrument in Chinas Anti-Access/Area-Denial-Strategie (A2/AD).

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YJ-20 – eine Hyperschall-Antischiffs-Aeroballistikrakete, einsetzbar auch gegen Flugzeugträger. Foto: Screenshot chinesische Medien

DF-26 und DF-21 – die Gestalter der Region

Die DF-26 hat sich einen treffenden Spitznamen verdient: den „Trägerkiller“. Diese zweistufige, feststoffgetriebene intermediäre ballistische Rakete kann bis zu etwa 4.000 km erreichen und wird in Varianten mit konventioneller oder nuklearer Nutzlast eingesetzt. Einer Variante wird nachgesagt, sie trage einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf, der für den Einsatz gegen sich bewegende Seeziele ausgelegt ist – eine Fähigkeit, die Trägerkampfgruppen direkt bedroht und Peking ein mächtiges A2/AD-Werkzeug in die Hand gibt.

Die DF-26 ging ab 2016 in Dienst und ersetzt schrittweise die ältere DF-21, Chinas erste feststoffgetriebene Mittelstreckenrakete, die Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurde. Die DF-21-Familie existiert weiterhin in mehreren Konfigurationen; der Text schätzt mindestens ~80 DF-21-Systeme in unterschiedlichen Rollen. Gemeinsam verschaffen DF-21- und DF-26-mobile Abschussfahrzeuge China Reichweite über Südostasien, große Teile des westlichen Pazifik und sogar in Teile russischen Territoriums – eine geografische Abdeckung, die die operativen Optionen in der Region neu gestaltet.

DF-17 – Chinas einsatzfähiges Hyperschall-Gleitflugkörper-System

China testete sein erstes Hyperschall-Gleitflugkörper-Konzept im Jahr 2014, offenbar unter Verwendung einer DF-16-Trägerrakete. Mobile Systeme mit dem DF-17-Hyperschall-Gleitflugkörper traten ab 2019 in den Dienst. Bemerkenswert an der DF-17 ist nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch ihre Manövrierfähigkeit: Der Gleitflugkörper fliegt mit Überschallgeschwindigkeit entlang der oberen Atmosphäre und kann sowohl seitlich als auch vertikal manövrieren – was die Verfolgung und Abwehr durch moderne Raketenabwehrsysteme erheblich erschwert.

Berichten zufolge liegt die effektive Reichweite der DF-17 bei etwa 2.500 km, wobei die Nutzlasten – selbst konventionelle – mit Geschwindigkeiten von über Mach 5 zugestellt werden. Während diese Reichweite die Reichweite über dem Meer begrenzt, ermöglicht sie präzise Schläge über Küstengewässern und Landgebieten, die sich klar innerhalb von Chinas strategischer Peripherie befinden – genau jene Zonen also, die Peking am ehesten verteidigen oder beanspruchen würde. Offene Schätzungen gehen davon aus, dass heute mehrere Dutzend DF-17-Einheiten im Einsatz sind.

Hyperschall-Gleitflugkörper wie die DF-17 sind besonders effektiv, weil sie die Reaktionszeit für Verteidiger drastisch verkürzen und die Wirksamkeit von Abfangsystemen, die auf vorhersehbaren ballistischen Flugbahnen basieren, stark verringern. Genau deshalb hat China sie zu einem zentralen Bestandteil seiner gestaffelten Abschreckungs- und Gebietsverweigerungsstrategie gemacht.

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JL-1 (luftgestützte ballistische Rakete Chinas)

Luftgestützte Raketensysteme (JL-1, H-6 / CJ-10 / YJ-Familie)

Chinas strategische Raketenhaltung beschränkt sich nicht auf Silos und U-Boote – die Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee (PLAAF) verfügt ebenfalls über ein umfangreiches luftgestütztes Arsenal, das rund um die bewährte Bomberfamilie H-6 aufgebaut ist. Die H-6N, die fortschrittlichste Variante, die derzeit öffentlich gezeigt wird, dient als Startplattform für eine neue Generation luftgestützter ballistischer und Marschflugkörper, wodurch Peking seine Schlagreichweite weit über die Küstengewässer hinaus ausdehnen kann.

JL-1: Eine neue luftgestützte ballistische Option

Bei der Parade am 3. September stellte Peking die JL-1 (Jù Làng-1) vor – eine zweistufige, luftgestützte ballistische Rakete, die von der H-6N getragen wird. Die JL-1 wird von einem Pylon unter dem Flugzeug gestartet und folgt anschließend einer ballistischen Flugbahn zum Ziel. Jede H-6N kann eine einzelne JL-1 mitführen, und die Kombination aus Bomber und Rakete ergibt einen Einsatzradius von bis zu etwa 8.000 km – ausreichend für präzise Schläge gegen Marineverbände und stationäre Ziele über große Entfernungen hinweg. Die Einführung der JL-1 in die strategische Luftflotte der PLAAF scheint im laufenden Jahr begonnen zu haben.

H-6 als vielseitiger Raketen-Träger

Die H-6-Familie – im Wesentlichen eine inländische Weiterentwicklung der sowjetischen Tu-16 – bleibt Chinas wichtigste Langstreckenbomberflotte. Moderne H-6-Varianten können eine Vielzahl von Waffen unter den Tragflächen tragen, darunter die CJ-10/CJ-12-Marschflugkörper (abgeleitet von sowjetischer Kh-55-Technologie, die nach dem Zerfall der UdSSR adaptiert wurde). Diese Unterschall-Marschflugkörper – mit Reichweiten im Bereich von 1.500 bis 2.000 km – tauschen Geschwindigkeit gegen Nutzlast und Ausdauer ein, sodass H-6-Bomber stationäre Ziele oder Marineeinheiten aus sicherer Entfernung angreifen können – allerdings auf Kosten der eigenen Reichweite des Bombers.

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YJ-15 Überschall-Antischiffs-Marschflugkörper (Bild: SinoDefenceForum)

YJ-Familie: Überschall- und Hyperschall-Antischiffsraketen

Besonders beunruhigend für Überwasserflotten ist Chinas wachsendes Arsenal an Hochgeschwindigkeits-Anti-Schiff-Waffen. Die H-6 kann die YJ-12 tragen – eine Überschall-Antischiffsrakete mit angegebenen Geschwindigkeiten zwischen Mach 2,5 und Mach 4 und einer Reichweite von bis zu etwa 500 km – Leistungswerte, die das Zeitfenster für die Verteidigung von Marineeinheiten drastisch verkleinern. Bei der Parade in Peking zeigte China außerdem eine Familie von Raketen der nächsten Generation – YJ-15 sowie möglicherweise YJ-17, YJ-19, YJ-20 und YJ-21 –, von denen einige offenbar Überschall- oder Hyperschall-Designs sind.

Die YJ-17 soll Berichten zufolge einen zweistufigen Booster und einen Hyperschall-Gleitflugkörper nutzen, um Reichweiten von etwa 1.000 km zu erreichen; die YJ-19 verwendet angeblich ein Staustrahltriebwerk (Scramjet) und operiert im Bereich von rund 500 km; YJ-20 und YJ-21 ähneln aeroballistischen oder aeroballistisch inspirierten Raketen mit einer Reichweite von 300–400 km – ähnlich in Funktion wie die russischen Iskander-M oder Kinzhal. Viele dieser Systeme werden vermutlich noch erprobt, doch ihr öffentliches Auftreten signalisiert Chinas Fokus auf schnelle, schwer abzufangende Anti-Schiffs- und Küstenverteidigungswaffen.

In ihrer Gesamtheit verleihen die H-6-Flotte und ihre Raketenfamilie China die Fähigkeit, große Teile des westlichen Pazifiks von Landbasen aus zu erreichen – eine Fähigkeit, die im Zentrum jeder möglichen PLA-Operation steht, die auf die Kontrolle der umliegenden Seegebiete oder die Bedrohung entfernter Einsatzverbände abzielt.

Kurzstreckenraketen – das Taiwan-Werkzeugkasten

Während Interkontinentalraketen (ICBMs) und Hyperschallwaffen die Schlagzeilen beherrschen, sind es Chinas Kurz- und Mittelstreckenraketen, die mit größter Wahrscheinlichkeit in einem regionalen Konflikt eingesetzt würden – insbesondere über Taiwan sowie im Süd- und Ostchinesischen Meer. Diese Systeme sind speziell dafür ausgelegt, den Zugang zu sperren, Verteidigungssysteme zu überlasten und Abschuss- oder Basiseinrichtungen zu zerstören, bevor ein Gegner überhaupt reagieren kann.

China stellte 2013 die DF-12 in Dienst – ein modernes, hochpräzises taktisches Raketensystem, das nach vielen Berichten die US-amerikanische ATACMS in Reichweite und Mobilität übertrifft. Abgeschossen von geneigten Transport-Start-Containern auf einem vierachsigen Fahrgestell, erreichen DF-12-Raketen 400–500 km. Peking exportiert außerdem eine M20-Abwandlung für die weißrussischen Polonez-Werfer mit reduzierter Reichweite von etwa 300 km.

Ergänzt wird die DF-12 durch andere Kurzstreckenraketen mit Feststoffantrieb wie die DF-15 (bis zu 600 km) und die DF-16 (rund 1.000 km). Beide Familien existieren in mehreren Varianten und können mit konventionellen oder nuklearen Sprengköpfen bestückt werden – darunter präzisionsgelenkte, terminal manövrierende Gefechtsköpfe, die die Treffgenauigkeit gegen Punktziele erhöhen. Zusammengenommen betreibt die Volksbefreiungsarmee (PLA) wahrscheinlich mehrere Hundert Abschussfahrzeuge für diese Systeme.

Diese Dichte und Tiefe an Startsystemen sind entscheidend. In jeder Operation gegen Taiwan könnte die PLA massierte Angriffe mit SRBMs (Kurzstreckenraketen) und MRBMs (Mittelstreckenraketen) einsetzen, um Luftverteidigungssysteme zu unterdrücken, Aufklärungseinrichtungen zu blenden sowie Start- und Landebahnen oder Häfen zu zerstören. Der kombinierte Einsatz dieser Raketen – ergänzt durch Marschflugkörper und Anti-Schiffs-Systeme – würde es jedem Gegner extrem schwer machen, eine wirksame Verteidigungsstellung aufrechtzuerhalten.

Bei der Parade 2025 hob Peking außerdem Überschall- und Hyperschall-Antischiffswaffen mit gemeldeten Reichweiten von bis zu 1.000 km hervor (YJ-Familie). Selbst wenn einige dieser Systeme noch Prototypen sind, ist der Trend eindeutig: China rüstet seine Küsten- und Regionalstreitkräfte mit schnellen, schwer abfangbaren Waffen auf, die Marineoperationen innerhalb der ersten Inselkette erheblich erschweren.

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Vom Aufholen zum Überholen

Chinas Raketenarsenal holt heute nicht mehr nur zu den führenden Nuklearmächten der Welt auf – in einigen Bereichen liegt es bereits vorn. Die schiere Vielfalt der in Peking präsentierten Systeme – von schweren Silo-ICBMs bis zu straßenmobilen Startern, von U-Boot- und luftgestützten Systemen bis hin zu Hyperschall-Gleitflugkörpern und Überschall-Antischiffsraketen – weist auf eine gestaffelte, flexible und moderne strategische Abschreckung hin.

Tatsächlich drückt Peking gerade in dem Bereich am stärksten aufs Tempo, in dem seine Rivalen deutlich hinterherhinken: Hyperschalltechnologie. Während Washington sich noch in der Forschungs- und Testphase befindet, hat China bereits operationelle Hyperschall-Gleitflugkörper im Einsatz und erweitert sein Hyperschall-Antischiffsarsenal. Russland ist das einzige andere Land in diesem exklusiven Kreis – doch sowohl Moskau als auch Peking bewegen sich derzeit schneller als die Vereinigten Staaten.

Die Parade vom 3. September 2025 war also nicht bloß ein Schauspiel – sie war ein Signal. China baut eine Raketenstreitmacht auf, die nicht nur einen Zweitschlag im nuklearen Krieg garantiert, sondern auch den Zugang zu seinen Küstenzonen verwehren, gegnerische Flotten bedrohen und Rivalen in jedem regionalen Konflikt im Unklaren lassen soll.

Zum ersten Mal in der modernen Geschichte spielt Peking bei der Raketentechnologie nicht mehr die zweite Geige. Es gibt den Takt vor – und fordert die anderen heraus, Schritt zu halten.

Von Dmitry Kornev, Militärexperte, Gründer und Autor des Projekts MilitaryRussia (Website erlaubt kein https).

Anmerkung: Alle Links stammen von mir. Wieso können andere das immer noch nicht, auch nicht der Autor des Artikels? Sollen die Leser sich das selbst zusammensuchen? Was ist so schwierig daran, Quellen und Informationen zu verlinken?

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Kommentare

5 Kommentare zu “Die Macht des Drachen”

  1. blu_frisbee am Oktober 4th, 2025 10:25 p.m.

    Susanne Weigelin-Schwiedrzik

  2. admin am Oktober 4th, 2025 10:40 p.m.
  3. Die Anmerkung am Oktober 5th, 2025 8:42 a.m.
  4. bentux am Oktober 5th, 2025 9:43 a.m.

    Die Raketen werden schon beim Start erkannt. Das läuft per Satellit, Radar ist nur für den Endanflug. Deswegen ergibt es Sinn, die Abwehr im Raum zu stapeln. Deswegen wird ein Aggressor wohl erst einmal die Satelliten abräumen. Nach der Nummer braucht die Satelliten sowieso keiner mehr. Also Weltraumschrott ist dann auch abgehakt und Ich dachte das könnte ein Problem werden.
    Dann kann man die richtigen Kracher los schicken.
    Dazu kommt, der ganze Müll muss gewartet werden, das kostet. Deshalb haben die Amis und Russen auch abgebaut. Ich meine ne Kuh 15000 mal schlachten, kann ganz witzig sein aber einen Ökonomen, mit seinen Tabellenkalkulationen, kann man damit nicht kommen.
    Deswegen nur noch bewegliche Abschussrampen, wie U-Boote, Züge oder LKW. Plus weniger und Einheitlich von dem Zeugs.
    Die Silos bei den Amis sind aus guten Grund stillgelegt, werden aber noch gewartet. Man könnte Sie ja noch mal gebrauchen. Ja mit Logik hams die Amis nicht so. Ich denke Churchill hat da leider recht. Die VS probieren erstmal alle nicht funktionierende Möglichkeiten durch, bis Sie das Richtige tun.
    Ich weiß nicht so richtig was das Signal von China sein soll. Aber ein gutes Investment sieht anders aus, als dieses Vorpubertäre Gehabe.

    <8*) Der Aluhut meint: Was soll man dazu sagen?

  5. admin am Oktober 5th, 2025 3:22 p.m.

    Ich weiß, aber schlechteres Deutsch und ohne Links.

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