DeepState u.a.

deepstate

In den Qualitätsboulevardmedien fand ich den Hinweis auf die ukrainische Website deepstatemap.liv, die die Verlauf des Krieges offenbar realistisch zeigt. In Pokrowsk und Myrnohrad, die man der Karte erkennen kann, sind rund 8000 Ukrainer faktisch eingekesselt.

Pokrowsk war – ebenso wie zuvor Tschassiw Jar – von der ukrainischen Seite in eine stark ausgebaute Verteidigungsstellung umgewandelt worden. Die Stadt war einst der bedeutendste logistische Umschlagplatz zur Verteidigung der gesamten Donbass-Region.

Vor zwei Monaten sahen noch alle „Experten“ die Russen bei Pokrowsk auf der Verliererstraße, sogar Juri Iwanowitsch Podoljaka.

Eine ähnliche Website ist Liveuamap.com, die die Städtenamen nicht nur Kyrillisch, sondern auch in lateinischer Umschrift zeigt.

Politische Krise in Guyana nach Verhaftung des Oppositionsführers

Ich schrieb am 01.12.2023: „…da ich zwei Mal in Guyana war, bin ich besorgt, dass dort der nächste Krieg ausbrechen könnte. Die Venezolaner sind bescheuert genug, den anzufangen (natürlich aus innenpolitischen Gründen und weil es dort Öl gibt).

Guyana hat nur 4000 Soldaten, darunter auch Frauen. Die Venezolaner können rund 300.000 Mann aufbieten. Auf einen Soldaten Guyanas kommen also 75 von Venezuela.

Das heißt aber nichts. Man erinnere sich an den Falklandkrieg. Guyana war britische Kolonie. Ein Flugzeugträger braucht eine Woche nach Guyana – bis zu den Falklands wäre es fast doppelt so weit. Wenn die Briten um Hilfe gebeten würden, machten die die venezolanische Armee ziemlich schnell platt. Wer einmal lateinamerikanische Soldaten erlebt hat, weiß, was ich meine. Es träfen unterschiedliche Welten, Traditionen und Mentalitäten aufeinander, so wie Spanier versus Azteken. Außerdem ist der britische Premierminister Hindu und hat indische Wurzeln. Rund ein Drittel der Einwohner Guyanas sind auch Hindus. Man ahnt, wo die Sympathien liegen.

Dagegen spricht, dass Venezuela gute Beziehungen zu Russland hat. Die Russen sind imstande, die Venezolaner aufzuhetzen, nur um einen weiteren Kriegsschauplatz zu eröffnen.“

city hall georgetown
Georgetown City Hall, Guyana, fotografiert 1982

Ich habe mir einen Artikel aus dem Guardian übersetzen und überarbeiten lassen: „Guyana in turmoil after opposition leader arrested and faces US extradition“. Was also ist da genau los?

Politische Krise in Guyana nach Verhaftung des Oppositionsführers

Guyana ist in eine politische Krise gestürzt, nachdem der führende Oppositionspolitiker des Landes verhaftet wurde und ihm nun die Auslieferung an die Vereinigten Staaten droht – nur zwei Monate, nachdem er überraschend als Präsidentschaftskandidat angetreten war und die Wahl den amtierenden Präsidenten Irfaan Ali im Amt bestätigte.

Azruddin Mohamed (38) und sein Vater Nazar Mohamed (73) – zwei der wohlhabendsten Männer des Landes dank ihres weitverzweigten Goldminen-Imperiums – wurden am 31. Oktober in der Hauptstadt Georgetown auf Ersuchen der US-Regierung festgenommen.

Ihnen werden vor einem Gericht in Florida elf Straftaten vorgeworfen, darunter Geldwäsche, Bestechung und Steuerhinterziehung. Beide wurden jedoch noch am selben Tag gegen Kaution freigelassen – jeweils 150.000 Guyana-Dollar (rund 720 US-Dollar). Sie müssen sich wöchentlich bei Gericht melden; die nächste Anhörung ist für Montag angesetzt.

Mohamed sieht sich als Opfer politischer Verfolgung durch die Regierung Alis. „Die Regierung steckt vollständig hinter den Sanktionen und arbeitet mit ihren Kontakten in den USA zusammen“, erklärte er gegenüber lokalen Medien.

Guyanas Generalstaatsanwalt Mohabir Anil Nandlall wies diese Vorwürfe zurück. Die Auslieferung sei eine „rechtliche Verpflichtung“, die sich aus internationalen Abkommen ergebe – der Auslieferungsvertrag von 1931 zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA gelte in Guyana, das 1966 seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte, bis heute.

Der Fall hat in Guyana große Symbolkraft gewonnen – in einer Phase, in der die Beziehungen zwischen der Karibikrepublik und den Vereinigten Staaten zunehmend von der Ölindustrie geprägt sind. Amerikanische Energiekonzerne treiben die Erschließung neuer Vorkommen voran, die Guyana schon bald zum größten Ölproduzenten pro Kopf weltweit machen könnten.

„Der Status quo in Guyana wird gerade in Frage gestellt“, sagte der Politikwissenschaftler Peter Wickham, Direktor eines Meinungsforschungsinstituts in der Karibik.

Erst drei Monate vor der Wahl hatte Mohamed eine eigene Partei gegründet und seine Kandidatur angekündigt – ein Bruch mit dem seit Jahrzehnten dominierenden Zwei-Parteien-System des Landes. Dieses wird traditionell von der Regierungspartei PPP/C, die vor allem unter indo-guyanischen Wählern stark ist, und der oppositionellen APNU, die überwiegend von Afro-Guyanesinnen und -Guyanesen unterstützt wird, bestimmt.

Mohamed rief die Bevölkerung dazu auf, „Stammeswahlen“ zu überwinden, und versprach auf einer populistischen, systemkritischen Plattform, das bestehende Ölabkommen neu zu verhandeln. Trotz der neu entdeckten Ölreserven lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung weiterhin in Armut.

„Er hoffte, eine Art Zünglein an der Waage für den Wahlsieger zu werden – und das Ergebnis fiel besser aus, als er selbst erwartet hatte“, sagte Wickham.

Zwar gewann Amtsinhaber Ali die Wahl, seine Partei sicherte sich 36 der 65 Sitze im Parlament. Doch erstmals war nicht die APNU die größte Oppositionskraft – sie kam nur auf 12 Sitze –, sondern Mohameds Partei mit 16 Mandaten.

Drei Tage nach seiner Festnahme und Freilassung auf Kaution wurde Mohamed gemeinsam mit den übrigen Abgeordneten des neuen Parlaments vereidigt. Für Aufsehen sorgte sein Eintreffen in einem Lamborghini – jenem Fahrzeug, das im Zentrum eines mutmaßlichen Postbetrugs steht. Mohamed soll eine gefälschte Rechnung über 75.300 US-Dollar für ein Auto eingereicht haben, das tatsächlich 680.000 US-Dollar gekostet haben soll.

Obwohl der US-Auslieferungsantrag bereits im Oktober vergangenen Jahres gestellt wurde, laufen die Ermittlungen gegen Mohamed und seinen Vater schon länger. Die Anklage soll mutmaßliche Straftaten aus den Jahren 2017 bis 2024 umfassen.

Im Juni 2024 beschlagnahmten US-Behörden am Flughafen von Miami Goldbarren im Wert von rund 5,3 Millionen US-Dollar, die von Mohameds Unternehmen Mohamed’s Enterprise aus Guyana verschickt worden waren. Im selben Monat verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen Vater und Sohn wegen Goldschmuggels, Steuerhinterziehung in Höhe von mehr als 50 Millionen US-Dollar und Bestechung lokaler Beamter.

Bei einer Pressekonferenz vergangene Woche erklärte Vizepräsident Bharrat Jagdeo – Präsident des Landes von 1999 bis 2011 –, das Auslieferungsersuchen stamme persönlich vom US-Außenminister Marco Rubio.

„Sehen Sie seine Unterschrift? ‚Marco Rubio‘“, sagte Jagdeo. „Das ist kein kleiner Beamter in Florida – das zeigt, wie ernst die Sache ist. Wir sind Teil eines internationalen Vertragswerks und einer Gemeinschaft, die daran glaubt, dass Menschen für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden müssen.“

Mohamed und seine Anwälte lehnten eine Stellungnahme gegenüber dem Guardian ab, bestreiten jedoch weiterhin jedes Fehlverhalten.

Sein Anwaltsteam argumentiert zudem, einige der in der US-Anklage genannten Delikte seien nach guyanischem Recht keine Straftaten und Mohamed dürfe deshalb nicht ausgeliefert werden. Die Verteidigung kündigte an, den Fall auf allen Instanzen zu bekämpfen – vom Verfassungsgericht bis hin zum Karibischen Gerichtshof (Caribbean Court of Justice).

Politikwissenschaftler Wickham rechnet mit einem langen Verfahren: „Währenddessen bleibt Mohamed Parlamentsabgeordneter – und er wird alles daransetzen, der Regierung in seiner Rolle als Oppositionsführer das Leben so schwer wie möglich zu machen.“

reggaeFotografiert 1982 in Georgetown, Guyana

Nicht mehr Hikel

Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Hikel (SPD) tritt nicht mehr an, wegen mangender Unterstützung. „… Sie warfen dem 39-Jährigen vor, zu häufig medienwirksam bei Verbundeinsätzen der Behörden mit der Polizei gegen kriminelle Clanstrukturen aufzutreten. Auch würde er den Begriff antimuslimischer Rassismus nicht benutzen.“

Die sind doch total durchgeknallt. Demnächst spricht sich die SPD vermutlich für die Scharia aus.

Westfälisches Stadtbild mit Reibekuchen

deutsche Bahn

Vielen Dank, Deutsche Bahn, aber ich bin trotz der Informationen am Ziel angelangt.

Kurzurlaub, drei Tage, morgen Party mit Freunden und Familienmitgliedern. Nachher noch lecker essen mit einem Schulfreund. Außerdem entspannt mich das Ruhrpott-Panorama von meinem Hotel aus. Als Stammkunde bekomme ich immer ein Zimmer mit dieser Aussicht.

unna

Aus kleinstädtischer Sicht passiert eigentlich gerade gar nichts. Vielleicht an deutschen Schulen?

„Der Brief beschreibt einen Schulalltag, in dem Gewalt und Demütigung kein Ausnahmefall sind. „Frau XY, haben Sie eigentlich keine Angst, wenn Sie mit dem Rücken zur Klasse stehen, dass Sie jemand von hinten absticht?“, zitiert der „Mannheimer Morgen“ aus dem Schreiben. Ein anderer Schüler soll gerufen haben: „Ich schieße Euch alle ab.“

Aufgelistet sind auch sexualisierte Beleidigungen gegen Lehrerinnen. Von fußballgroßen Löchern in Wänden, zerstörten Möbeln und Böllern im Klassenraum ist die Rede. Schüler sollen sogar im Kellergeschoss der Schule teilweise unter Treppen ihr Geschäft verrichtet haben.“

Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nicht zu sehen. Die Vornamen

unna
Ist das nicht ein bisschen zu früh?

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

unna

„A great American city is on the precipice of being run by a communist who has publicly embraced a terroristic ideology. The American naturalization system REQUIRES any alignments with communism or terrorist activities to be disclosed. I’m doubtful he disclosed them. If this is confirmed, put him on the first flight back to Uganda,” Congressman Ogles said.“

Anlehnung an den Kommunismus? An welchen? Darf ich auch nicht mehr in die USA? Will ich auch gar nicht.

unnaunna

Ja, hier ist die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Und was nicht in Ordnung ist, sieht man nicht. Freitags und Samstags sind alle Kneipen abends voll.

unna

Habemus maiorem urbis!

new york
Weißer Rauch über New York – Habemus maiorem urbis aka Bürgermeister!

Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, was ich zu dem pseudolinken Antisemiten Zohran Mandani sagen soll. Die Qualitätsboulevardmedien überraschten mich aber mit einer glasklaren marxistischen Wahlanalyse, der man nichts mehr hinzufügen muss: „Wer Mamdani wirklich gewählt hat“. Sogar der Begriff „Arbeiterklasse“ fällt.

„Der selbst ernannte „Kandidat des Volkes“ wurde vom Establishment getragen, nicht von der Straße.“

„Laut einer Erhebung der US-Zeitung „New York Times“ gewann Mamdani bei Besserverdienenden mit 13 Prozentpunkten Vorsprung, bei der Mittelschicht mit zehn Punkten. (…) ….auch hier ein klarer Hinweis: Mamdani ist der Favorit der Universitäts-Elite, nicht der Arbeiterklasse.“

„Cuomo dagegen siegte in den ärmeren Vierteln – besonders unter Afroamerikanern und Geringverdienern – mit einem Vorsprung von 13 Prozentpunkten.“

„Doch in Wahrheit jubelt Mamdami die akademische, weiße Oberklasse zu. Ein Sozialist, den die Reichen lieben…“

Der lange Fahrradmarsch

Der lange Fahrradmarsch

Ich empfehle ein Buch, das ich zwar schon habe, aber noch nicht lesen konnte: Der lange Fahrradmarsch von Christian Y. Schmidt und Volker Häring. Allein schon die Idee ist großartig. Ich war richtig neidisch, als ich davon hörte. Ohne Chinesisch zu verstehen würde ich mir das aber nicht zutrauen. Und Fahrradmechaniker muss man vermutlich auch sein.

Es gibt Artikel dazu in der Berliner Zeitung (Paywall), von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., im Rolling Stone. angeblich auch in der vorletzten Printausgabe der Konkret – da habe ich aber nichts online gefunden.

Nun sage niemand, man könne in den Zeiten von Google und Handys keine richtigen Abenteuer mehr erleben!

Der lange Fahrradmarsch

Vermischtes

felsendom
Orthodoxe Juden belagern den Eingang von der Altstadt Jerusalems zum Felsendom und der al-Aqsa-Moschee. Für Juden ist der Eintritt verboten. Das wird von der israelischen Polizei kontrolliert und durchgesetzt. (12.10.2025)

Ich lasse die Nachrichten ziellos, unalgorithmisch und ohne zu werten, ob sie etwas bedeuten, an mir vorbeirauschen, wie die Mischung aus Katzenvideos und spärlich bekleideter Damen auf Instagram.

In Brasilien gibt es den üblichen Krieg zwischen der Polizei und den Favelas.

Die Gemengelage ist kompliziert. Die Kleinkriminalität mit psychotrophen Substanzen ist aus marxistischer Sicht natürlich Teil des Klassenkampfes von unten nach oben, geboren aus Verzweiflung angesichts der ausweglosen Situation. Die Bevölkerung ist zu arm, um aus den Viertel wegzuziehen, in denen Gangs und Warlords die Macht übernommen haben. Auch die Drogendealer sind zu arm, um in die Mittelklasse aufzusteigen und sich von den Favelas zu verabschieden.

„Die Verbrechen der Einzelnen sind nur die notwendige Folge der gesellschaftlichen Zustände, unter denen sie leben.“ (Friedrich Engels: „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ (1845))

Man kann Herumjammern, ohne Alternativen anzubieten. Oder von Narco-Terrorismus reden. Oder fragen, wie es dazu kommen konnte. So ein Zustand ist einer mit Ansage. Oder fragen, warum „Drogen“ verboten seien. Macht aber keiner.

Argentinien: Man weiß vorher, was die so genannten „Linke“ über Mileis Wahlsieg schreibt. Man hat ihm das Etikett „rechts“ angeklebt, daher sind rationale Argumente jetzt nicht mehr nötig. Die Wähler sind halt doof und müssen beschimpft werden, wenn sie mehrheitlich Milei und Trump wollen. „Javier Milei muss weiter als Präsident die Zügel in der Hand halten und seinen ultrarechten Anpassungskurs fortsetzen dürfen.“ Was genau ist mit „ulrarechts“ gemeint? Das Land so zu ruinieren wie die vorherigen Vorsitzenden der Ausschüsse, die die gemeinschaftlichen Geschäfte der Bourgeoisie in Argentinien verwalteten?

„Milei hat mithilfe von Trump einen wichtigen Etappensieg zum 10. Dezember errungen, wenn der neue Kongress zum zweiten Jahrestag seiner Amtsübernahme zusammentritt. Doch der wirtschaftliche Crash, der durch die frischen Dollars aufgeschoben wird, ist unvermeidbar, wenn Milei seinen Kurs beibehält. Der überbewertete Peso bricht Argentiniens Wirtschaft das Genick.“ (In diesem Artikel des ND ist Milei nicht „ultrarechts“, sondern „ultralibertär“.)

Fakt ist: Die so genannte „Linke“ hierzulande hat weder eine Idee noch einen Plan, wie Wirtschaftspolitik aussehen könnte und sollte, außer die eigene Klientel mit Geld zu überschütten, das andere vorher verdient haben. Frage: Warum funktioniert die Wirtschaft Argentiniens nicht so wie die Italiens, zumal ein großer Teil der Argentinier italienische Vorfahren hat?

Die Opposition in Argentinien ist übrigens nationalsozialistisch nationalistisch. „Fuerza Patria verteidigt grundlegende Prinzipien wie nationale Souveränität, soziale Gerechtigkeit und die Rolle eines intervenierenden Staates in der Wirtschaft, um Ungleichheiten zu verringern. Sie fördert öffentliche Politiken, die auf Industrialisierung, den Schutz von Arbeitsrechten und die Ausweitung sozialer Rechte abzielen. Zudem setzt sie sich für eine stärkere Integration der Völker Lateinamerikas ein, um sich gegen ausländische Einflüsse zu behaupten.“ (DIARIO AS)

Die traditionelle Linke ist zu einer irrelevante Sekte verkommen.

USA. Trump lässt künftig pro Jahr nur 7500 Flüchtlinge ins Land. Ach. Ach was.

Westasien und Baktrien. Trotz Stopps des Aufnahmeprogramms – Flug mit Afghanen ist in Deutschland gelandet.

„Dass trotz des Stopps einige der Betroffenen und ihre Angehörigen trotzdem Visa erhalten, liegt daran, dass in Deutschland Klagen angestrengt wurden, um ihre Einreise durchzusetzen. Unterstützt werden die Betroffenen dabei teils von der Organisation Kabul Luftbrücke.“ (Die Qualitätsmedien kriegen es einfach nicht hin, Links zu setzen. Aber ich habe es aufgegeben, mich darüber zu ärgern, sondern freue mich, wenn wieder eine Zeitung Pleite geht.)

Die Lobby-Organisation ist „eine Initiative der Aab Humanitarian Association gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung c/o Rechtsanwaltskanzlei Heinrich“ in Berlin. „Die Interessenvertretung wird ausschließlich in eigenem Interesse selbst wahrgenommen.“ (Jahresabschluss 2024: Zuschüsse 310.500,00 Euro. Personalkosten 198.062,50 Euro. Spenden: 52.038,77 Euro. Das ist ein höchst interessantes Geschäftsmodell.)

Israel: Bald wird es wieder knallen. Ich habe in drei Wochen auch niemanden in Israel getroffen, der das anders gesehen hätte. Die Haredim werden „Heuchler“ genannt. Und das ist bei diesen Religioten auch gut so.

Ich glaube auch, dass die Orthodoxen mit dieser Aktion Netanjahu einen Bärendienst erwiesen haben, denn den säkularen Israelis wird jetzt noch klarer sein, dass sie den Kopf hinhalten sollen im Krieg gegen die Araber, während die Verehrer des jüdischen höheren Wesens den ganzen Tag heilige Bücher studieren dürfen und sonst nichts zur Ökonomie beitragen, außer dass sie noch mehr Orthodoxe in wie Welt setzen, die durchgefüttert werden müssen. Und wenn Netanjahu die weiter hofiert, wird er seine Mehrheit verlieren.

– Apokalypse: Ich muss hier Bill Gates zitieren:
„There’s a doomsday view of climate change that goes like this:
In a few decades, cataclysmic climate change will decimate civilization. The evidence is all around us—just look at all the heat waves and storms caused by rising global temperatures. Nothing matters more than limiting the rise in temperature.
Fortunately for all of us, this view is wrong. Although climate change will have serious consequences—particularly for people in the poorest countries—it will not lead to humanity’s demise.“

Oh!? Wird der überhaupt noch nach Deutschland gelassen? Konvertiert zum „Klimaleugner„, was auch immer das bedeuten mag?

Avocado-Hummus mit Kartoffel-Fladenbrot

Avocado-Hummus mit Kartoffel-Fladenbrot

Das Restaurant Ben-Sira-Hummus hat mich auf den Geschmack gebracht. Wenn man Hummus im Supermarkt kauft, schmeckt das nach irgendeiner undefinierbaren Chemie-Pampe. Das mochte ich nicht. Wenn man Hummus aber selbst zubereitet, sieht es gleich ganz anders aus, und es gibt auch noch unzählige Variationsmöglichkeiten.

Avokado-Hummus
Zutaten:
– 1 Dose Kichererbsen
– 2 Avocados
– 2 Knoblauchzehen
– 3 EL Zitronen- oder Limettensaft
– 1 EL Tahini Sesampaste (kann man auch selbst machen)
– 3 EL Olivenöl
– 1 EL Wasser (optional, oder die Flüssigkeit aus der Kichererbsen-Dose)
– 1 Prise (¼ TL) Salz
– ½ TL Chiliflocken

Zubereitung:
1. Kichererbsen abtropfen lassen. Avocados halbieren und die Kerne entfernen.
2. Alle Zutaten in einem Mixer oder mit einem Pürierstab zermatschen, bis die Substanz cremig wird (wie cremig, ist Geschmacksache).
3. Den fertigen Avocado-Hummus in eine Schüssel füllen und mit einem Schuss Olivenöl oder Kürbiskernen oder Schnittlauch garnieren. Koriander oder Petersilie gehen auch.

Kartoffel-Fladenbrot
Zutaten
– ca. 400 g Pellkartoffeln
– 1-2 Knoblauchzehen
– 140 g Mehl
– 1 (eine halbe Tüte) TL Backpulver
– Salz und Pfeffer
– Öl

Zubereitung
1. Pellkartoffeln machen. (Wie das geht? Mit Schale 20 Minuten kochen, abkühlen lassen und dann mit einem kleinen Messer – im Ruhrpott sagt man Hümmelchen dazu – pellen.)
2. Kartoffel zerstampfen (am besten mit einem Kartoffelstampfer oder mit den Händen zerquetschen). Dann Mehl und Backpulver, Salz und Pfeffer hineinmatschen. Aus allem einen Teig kneten.
3. Aus dem Teig sechs Kugeln formen. Backpapier auf die Arbeitsfläche legen und mit Öl bestreichen (am besten mit einem Küchenpinsel). Die Teigkugeln nacheinander im Öl hin und her rollen.
4. Aus den Kugeln Fladen machen, ca. einen halben Zentimeter dick. (Am einfachsten geht das mit einem Pfannenwender – einfach draufhauen).
5. Die Fladen in Öl in einer Pfanne von beiden Seiten goldbraun braten (dauert ca. fünf pro Minuten pro Seite, kommt natürlich auf die Hitze und den Ofen an.)

ChatGPT sagt dazu:
Dein Avocado-Hummus mit Tahini, Zitrone und 3 Kartoffel-Fladenbroten (die anderen esse ich morgen) enthält etwa:
➡️ 1690 kcal
Fett ≈ 85 g
Kohlenhydrate ≈ 211 g
Ballaststoffe ≈ 55 g
Eiweiß ≈ 46 g

Unter Kibbutzimern

Gaza

Im Kibbutz Jad Mordechai. „Der Kibbuz wurde im Dezember 1943 gegründet; benannt wurde er nach dem Anführer des Aufstands im Warschauer Ghetto Mordechaj Anielewicz.“

The sites we visited:
– Town of Sderot – A viewpoint & The police station memorial site.
– The burned cars site near Moshav Tekuma.
– The Nova festival site.
– The Migunit ( Shelter) near Kibbutz Re’im ( Aner Shapira’s story )
– We ate in Kibbutz Yad Morechai
– A tour & meeting in the Kibbutz

Die Minimalisten schlagen zurück

Ich habe mir einen Artikel von Israel Finkelstein in der Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins übersetzen und zusammenfassen lassen: „The Large Stone Structure in Jerusalem – Reality versus Yearning“ [Das große Steingebäude in Jerusalem – Realität versus Sehnsucht] (2011).

city of david
Vgl. „Die Stadt Davids“ vom 14.10.2025

Der Artikel behandelt die kontroverse Deutung der archäologischen Funde aus den Ausgrabungen von Eilat Mazar in der Davidsstadt (Jerusalem).

Zwei gegensätzliche Interpretationen stehen sich gegenüber:
Die erste stammt von Eilat Mazar selbst, wird von Amihai Mazar und Ariel Faust unterstützt und vertritt die Ansicht, dass die freigelegten massiven Mauern zu einem einzigen großen Gebäude – der sogenannten *Large Stone Structure* (LSS) – gehören. Diese LSS soll zusammen mit der *Stepped Stone Structure* (SSS) ein einheitliches architektonisches Ensemble bilden, das spätestens im 10. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde.

city of David
Ein Auszug aus dem Prospekt der „Stadt David“ (Jerusalem Walls National Park) Stadt David, der die große Steinstruktur beschreibt.

Die zweite Interpretation, vertreten von Z. Herzog, L. Singer-Avitz, D. Ussishkin und dem Autor des Artikels, widerspricht dieser Sicht deutlich. Nach ihrer Analyse bilden die Mauern kein einheitliches Gebäude. Einige Abschnitte stammen vermutlich aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. (Eisenzeit IIA), andere hingegen aus der hellenistischen Epoche. Auch die SSS sei keine monolithische Struktur, sondern sei über Jahrhunderte hinweg immer wieder erneuert worden. Der obere Teil der SSS gehöre wahrscheinlich zur hellenistischen Stadtbefestigung, während nur der untere Teil in die Eisenzeit reiche. Eine bauliche Verbindung zwischen der LSS und der SSS lasse sich heute nicht nachweisen.

Der Autor kritisiert die Interpretation von E. Mazar, A. Mazar und Faust als methodisch problematisch. Das Grabungsgebiet sei stark gestört, die Mauern fragmentarisch, und viele frühere Bauphasen seien durch spätere Eingriffe – insbesondere aus hellenistischer, römischer und moderner Zeit – zerstört oder verändert worden. Zudem sei das Areal bereits im frühen 20. Jahrhundert ausgegraben und anschließend verfüllt worden, wodurch viele Funde nicht mehr sicher *in situ* seien. Moderne Restaurierungen hätten zudem den Befund verfälscht, vor allem an der entscheidenden Verbindung zwischen Mauer 20 und der SSS.

Auch architektonisch und stratigrafisch sei die Hypothese einer großen einheitlichen Struktur nicht haltbar. Die Mauern verlaufen unregelmäßig, unterscheiden sich in Bauweise und Niveaulage, und es existieren keine durchgehenden Fußböden oder Funde, die eine gemeinsame Nutzung belegen. Die LSS sei daher vermutlich keine einheitliche Konstruktion, sondern bestehe aus mehreren Bauphasen und Gebäuden unterschiedlicher Zeitstellung.

Hinsichtlich der Datierung zeigen die Funde, dass die ältesten Mauern frühestens in der Mitte bis zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts v. Chr. entstanden sein können. Keramikfunde und stratigrafische Beobachtungen widerlegen eine Entstehung im 10. Jahrhundert v. Chr., wie von Mazar und Faust angenommen. Auch der Zusammenhang zwischen den eisenzeitlichen und hellenistischen Mauern bleibe unklar.

Jerusalem city of david

Der Autor schließt daraus:

1. Es gibt keine nachweisbare einheitliche „Large Stone Structure“.
2. Eine bauliche Verbindung zwischen LSS und SSS existiert nicht; nur der hellenistische Teil der SSS steht in Zusammenhang mit der hellenistischen Stadtmauer.
3. Die freigelegten Mauern stammen aus unterschiedlichen Epochen – teils aus dem 9. Jahrhundert v. Chr., teils aus der hellenistischen Zeit.
4. Ohne Rückgriff auf biblische Texte gäbe es keine archäologischen Gründe, diese Funde als Überreste eines monumentalen Baus des 10. Jahrhunderts v. Chr. zu deuten.

Damit stellt der Artikel die These eines großartigen, davidischen Palastbaus in Frage und plädiert für eine nüchterne, quellenkritische Auswertung der Befunde.

Also leider wieder nichts mit dem Palast Davids. Und Doron Spielman hat sich auch zu weit aus dem Fenster gelehnt. (Vgl. auch Emek Shaveh: „The Debate over „King David’s Palace“,2020)

„Hessen gegen Hetze“ – diese Denunziationsbude gehört geschlossen“

Deniz Yücel hinter der Paywall der bürgerlichen Presse: „Das Verfahren gegen Bolz verdeutlicht, warum in den vergangenen Jahren die in der BKA-Statistik als „Politisch motivierte Kriminalität“ erfassten Äußerungsdelikte enorm gestiegen sind. Allein die Verfahren (nicht: die rechtskräftigen Verurteilungen) nach §86a StGB sowie nach §86 StGB (Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger und terroristischer Organisationen) haben sich von zusammen 5704 Fällen im Jahr 2015 auf 20.074 Fälle im Jahr 2024 vervierfacht.

Diese Zahlen zeigen aber nicht (oder nicht nur), dass an jeder Ecke, wie ständig moniert wird, „Hass und Hetze“ lauern würden. Vielmehr belegen Verfahren wie das gegen Bolz, dass Ermittlungsbehörden und Justiz nicht nur gegen tatsächlich und eindeutig strafbare Inhalte vorgehen, sondern immer häufiger dazu neigen, das Strafprozessrecht als Mittel zur politischen Maßregelung und Einschüchterung einzusetzen – ohne Rücksicht auf die gefestigte Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Und kühn der Gefahr trotzend, dass man sie für Deppen hält, die nicht imstande sind, jahrtausendealte Kulturtechniken wie Satire, Ironie und Polemik zu erkennen.“

Unter Aussichtgenießenden

Jerusalem
Jerusalem–Yitzhak Navon (central station)- „It is the world’s deepest heavy-rail passenger station, with its platforms extending down to 80 metres (260 ft) below street level.“

Zurück im O-Pod-Hotel in Tel Aviv.

Tel Aviv Jaffa
Sderot Rothschild (Rothschild Avenue)

Ich habe heute die Gegend nördlich des Stadtteils Florentin in Tel Aviv erkundet. Ich musste eh einkaufen, weil morgen wieder alles geschlossen ist wg. Schabbat, außer bei den Arabern.

Tel Aviv JaffaTel Aviv JaffaTel Aviv Jaffa

Übrigens: Man bekommt zu Falafel normalerweise ein kleines Schälchen gratis, in das man irgendein scharfes Zeug packt – sozusagen als Gewürzzulage. Man kann selbst aus einer großen Auswahl entscheiden, mit was man sich den Gaumen verbrennen will.

Tel Aviv JaffaTel Aviv Jaffa

Empfehlenswert zum Bummeln ist auf jeden Fall der langgestreckte Park HaMesila: „Stillgelegte Eisenbahntrasse aus dem 19. Jh. mit Wegen und Grünflächen sowie Bänken, Cafés und Street-Art.“ Der war heute total überfüllt.

Tel Aviv Jaffa

Mittendrin ist der Biergarten Teder.fm (kein Foto): „Online-Radiosender mit beliebter Pizzeria und lebhafter Wochenendszene mit Livemusik und DJ-Auftritten.“ Die Leute standen draußen an mehreren Eingängen Schlange; ich hätte eh keinen Platz mehr bekommen.

Tel Aviv JaffaTel Aviv Jaffa

Im Künstlerviertel Neve Tzedek stehen wunderschöne alte Gebäude, total mit Pflanzen überwuchert, und hinter ihnen die Hochhäuser – man kann nur hoffen, dass sie sich nicht weiter ausbreiten. „Das Künstlerviertel Neve Tzedek bietet Geschäfte für Avantgardedesign, Modeboutiquen und Kunsthandwerksläden sowie allwöchentlich einen Bauernmarkt im HaTachana, einem restaurierten Bahnhofsgebäude. Angesagte europäische Restaurants liegen neben eleganten Bistros; viele der Freiluftcafés der Gegend verwandeln sich nach Einbruch der Dunkelheit in Jazzbars mit Livemusik oder Cocktaillounges.“

Ich werde jetzt den Sonnenuntergang über Jaffa genießen. Noch drei Tage Urlaub… 28 Grad hier um 17.38 Uhr. Und bei euch so?

Tel Aviv Jaffa

Es fehlen noch: Etzel Museum und Jerusalem Museum in Tel Aviv, Kleine Klagemauer in Jerusalem, Tell es-Sultan in Jericho, Österreichisches Hospiz in Jerusalem.

Melden, durchführen, hausdurchsuchen

Hausdurchsuchng

Hausdurchsuchung bei Norbert Bolz wegen Ironie – das könnte mir auch passieren. „Junge, nette Polizisten, die mir abschließend den guten Rat gegeben haben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Das werde ich tun und nur noch über Bäume sprechen.“

Youtube: „Meinungsfreiheit in Gefahr: Razzia bei Norbert Bolz – Joachim Steinhöfel im Gespräch“.

Die Denunziation kam von der staatliche Meldestelle „Hessen Gegen Hetze“.

Was soll’s. Auch die CDU schafft die „Meldestellen“ nicht ab. Deutsch bleibt deutsch, da helfen keine Pillen.

On the Road again

palestine

Sorry, ich bin froh, wieder zurück in der Zivilisation in Jerusalem zu sein. Die Straßencafés sind voll mit Frauen und Männern und nur selten sieht man Hijabs oder Niqabs und nie Burkas.

Kleine Randbemerkung: ChatGPT, was steht auf dem Schild in meinem Zimmer in Jericho (oben)?

„Das Kunstwerk zeigt eine Metallplatte in der Form des historischen Palästina, in die arabische Schrift kunstvoll eingraviert ist.
Der arabische Text lautet: **أنا إنسان من فلسطين (ʾanā insān min Filasṭīn)*
Übersetzt bedeutet das: „Ich bin ein Mensch aus Palästina.“
Diese Art von kalligrafischem Design ist in der arabischen Kunst häufig anzutreffen, besonders in Werken, die kulturelle oder nationale Identität ausdrücken. Hier verbindet die Form der Karte mit der kalligrafischen Inschrift eine politische und emotionale Botschaft über Zugehörigkeit und Herkunft.“

Und dieses „Palästina“ erwähnt Israel gar nicht, umfass aber dessen Grenzen, nicht etwa „Levante“ oder Groß-Syrien, was man am ehesten mit „Palästina“ verbinden könnte oder gar das römische Syria Palaestina.

Also? Was soll ein Israeli denken, der in diesem Zimmer übernachtet?

almog junction

Ich wollte eigentlich über Almog Junction schreiben. Dort setzte mich das Taxi aus Jericho ab, und ich wartete auf einen Bus nach Jerusalem.

Once a thriving pit stop for tourists, the situation there has dramatically changed from years of terror attacks, army incursions, and checkpoints nearby.

Davon erfahre ich erst jetzt. Ich habe davon nichts gesehen oder gemerkt. Dort sieht aus wie auf einem deutschen Autobahnrastplatz, nur knapp 40 Grad heiß, und die meisten Geschäfte aufgegeben oder kaputt. Und zwei arme angebundene Kamele als Attraktion für Touristen, die nicht kommen.

almog junction

Ich mag so etwas. Man bekommt das Gefühl, on the road zu sein, auch wenn alles ringsum abgefuckt ist. Das erinnert mich an meine Zeit des Trampens überallhin.

almog junction
Die Geschäftsidee, Hamburger zu verkaufen, hat sich offenbar nicht durchgesetzt.

Der Bus war voll mit Soldaten beiderlei Geschlechts samt Gewehren und riesigen Armeerucksäcken. Einer stand auf und bot mir einen Platz an. Ich lehnte heftig ab, aber er bestand drauf. Ich nahm es als Höflichkeit und weniger als Respekt vor dem nicht gefühlten Alter.

jerusalem

Kurz vor dem Busbahnhof in Jerusalem gab es den totalen Verkehrskollaps. Nichts ging mehr, eine halbe Stunde lang. Dann fingen die Soldaten an auszusteigen, die wenigen übrigen Fahrgäste dann auch. Der Busfahrer kauderwelschte irgendwas und zeigte immer nach vorn zu einer Fußgängerbücke über der Autobahn.

jerusalem

Ich nahm meinen Tasmanian Tiger und den kleinen Rucksack und folgte den anderen. Nach einem Marsch von 20 Minuten waren wir an der Jerusalem Central Station samt der Tram die Jaffa Road entlang. Die Stationen kann ich auswendig.

jerusalem

Jetzt genieße ich die beiden letzten halben Tage in Jerusalem, bevor es morgen Nachmittag nach Tel Aviv geht.

jerusalem

Es fehlen noch: Etzel Museum und Jerusalem Museum in Tel Aviv, Kleine Klagemauer in Jerusalem, Tell es-Sultan in Jericho.

Fehlende arabischen Frauenhaare, Sykomoren und der Berg der Versuchung

jericho
Bei Google ist der Neubau gegenüber der Moschee an der Gamal-Abdel-Nasser-Straße noch nicht fertig.

Woran erkennt man sofort, dass man nicht mehr in Israel ist? Plötzlich sind die Städte fast ohne Frauen, und die, die man sieht, sind verschleiert bis hin zur Burka. Ich habe, außer bei kleinen Mädchen, hier noch keine arabischen Frauenhaare gesehen.

jericho

Jericho ist im Prinzip eine Kleinstadt, die jedoch nach Süden ausufert. Dort sind „Flüchtlingslager“, vor allem Aquabat Jaber.

jericho
Ein-Alsutan-Straße gegenüber dem (geschlossenen) Touristenbüro.

In allen Städten dieser Art, die keinen Suq mehr haben, kann man ein „Zentrum“ nicht erkennen. Die Straßen sind hässlich und zusammengewürfelt, wie Vorstädte in den USA oder Lateinamerika.

jericho
Auf dem Schild steht „Franziscan Sisters kindergarten“

Und nun zu uns, Russen. Putin habe ich eigentlich nicht erwartet. Aber es ist gar nicht Putin, sondern Dmitry Medvedev, nach dem auch die Straße benannt wurde (was Google offenbar noch nicht gemerkt hat). Das Gebäude ist ein „russisches Museum“. Es war auch geschlossen (unten).

jericho

Aber es gibt ChatGPT zum Übersetzen:
Under the auspices and in the presence of
His Excellency Dmitry Medvedev,
Chairman of the Government of the Russian Federation,
and
His Excellency Mahmoud Abbas,
President of the State of Palestine,
the inauguration of
President Dmitry Medvedev Street in Jericho
Friday, November 11, 2016

jericho

Rechtes Poster (mit Foto eines jungen Mannes vor dem Felsendom in Jerusalem)
Arabisch (transkribiert):
الشهيد البطل حميد عواجنة
استشهد في معركة طوفان الأقصى
Der heldenhafte Märtyrer Hamid Awajneh
Gefallen in der Schlacht der Al-Aqsa-Flut
am 8. Oktober 2023
Tufan al-Aqsa“ ist die arabische Bezeichnung für den Angriff der Hamas auf Israel am 7./8.Oktober 2023.

Das ist wieder das Kleingedruckte unter der Oberfläche, was man auch lesen muss, selbst wenn alle Leute ultrafreundlich sind.

jericho

Die Sykomore des Zachäus (polnisch: Sykomora Zacheusza, englisch: Zacchaeus Sycamore Tree) in Jericho ist einer der bekanntesten christlichen Pilgerorte im Westjordanland und bezieht sich auf den biblischen Zachäus, der in Jericho auf so einen Baum gestiegen sein soll, um Jesus zu sehen.

„Der heute sichtbare Baum ist eine uralte Maulbeerfeige (Ficus sycomorus), die laut lokaler Überlieferung über 2.000 Jahre alt sein soll. Botaniker weisen allerdings darauf hin, dass Sykomoren in diesem Klima selten älter als 500–600 Jahre werden.“ Also schon wieder Fake News.

jericho

Ich war noch frisch, obwohl die Temperatur schon in Richtung 40 Grad ging. Da oben am Berg klebt ein griechisch-orthodoxes Kloster. Zum Glück gibt es eine Seilbahn.

jericho

Ich marschierte dorthin, immer auf der Seite, wo es mehr Schatten gab. Ich kann mir vorstellen, dass die hiesige Kleinbourgeoisie die Hamas verabscheut, weil der Krieg seit 2023 den Tourismus ziemlich zum Erliegen gebracht hat. Früher war das wohl anders.

jericho

Die Seilbahn hat schon bessere Tage gesehen. Ich war froh, dass ich allein drin saß. Um Panikattacken zu vermeiden, wird darauf hingewiesen, dass die Kabinen in der Mitte der Strecke kurz anhalten, um oben und unten neue Passagiere aufzunehmen.

jerichojericho

Oben links kann man das Monastery of the Temptation erkennen. „Es wurde an den Hängen des Berges der Versuchung erbaut, 350 Meter über dem Meeresspiegel, entlang einer Klippe, die auf die Stadt Jericho und das Jordantal blickt.

Seine ältesten Bauwerke stammen aus dem 6. Jahrhundert und wurden über der Höhle errichtet, in der Jesus der Überlieferung nach vierzig Tage und vierzig Nächte fastete und meditierte, während er vom Satan versucht wurde.“

jericho

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man so etwas da oben hinbauen kann, ohne dass alles wieder in die Tiefe stürzt. Die Felsen sehen auch aus, als würden permanent Teile abbrechen.

jericho

Während die Kabine nach oben bzw. nach unten ruckelt, erscheint der See Genezareth im Süden. Tiberias ist nicht zu sehen. Die Berge im Westen und Südwesten sind schon Jordanien (Foto ganz unten).

jericho

Das Bild unten ist eine abfotografierte Postkarte. Ich wollte den einsamen griechisch-orthodoxen Mönch, der den Besuchern die winzige Kapelle zeigt, nicht umhauen, sondern fotografierte brav nicht, weil das bestimmt irgendeiner Wahrheitsfindung dient.

jericho

Solche Toiletten habe ich das letzte Mal Anfang der achtziger Jahre in Südamerika gesehen. So etwas gibt es nicht in Israel. Wahrscheinlich müssen die so genannten „Palästinenser“ unser Geld dringend anderweitig verwenden.

jericho

Morgen geht es im Frühtau zu Berge, nur ohne Frühtau.

jericho

Am Westufer

Mizpe Ramon
Sogar in der kleinstädtischen Pampa (hier: Mizpe Ramon) zeigen die Bushaltestellen an, wann die Busse kommen bzw. abfahren.

Kurz zwischendurch und IMHO ohne interessanten Inhalt. „Die Entfernung zwischen Mitzpe Ramon (Israel) und Jericho beträgt etwa 232 km auf der Straße. Die reine Fahrzeit mit dem Bus liegt – je nach Route und Umstiegen – bei rund 4 Stunden.“

beershebabeersheba

Auf dem Weg nach Be’er Scheva, der „Hauptstadt“ des Negev, sieht man ziemlich oft Baracken- oder Slum-ähnliche Behausungen. Ich gehe davon aus, dass sich dort Beduinen angesiedelt haben.

beersheba

Den Busbahnhof von Be’er Scheva finde ich sehr interessant: Scharen bewaffneter Soldaten beiderlei Geschlechts, vollverschleierte Beduinen-Frauen und allerlei buntes Volk jeder Art, aber kaum orthodoxe Juden. Man kann da gut eine Weile herumsitzen und sich die Leute ansehen.

bus
Busse haben USB zum Laden und oft – wie hier – einen eigenen freien Internet-Zugang für die Fahrgäste.

Die Strecke zum Toten Meer bin ich schon 2023 gefahren. Typisch: Die Steinwüste der judäischen Berge wird karger und karger und fast Sand, der Anblick öde. Man muss so etwas schon mögen; es schreckt total ab. Wer begibt sich freiwillig in eine solche Einöde?

bus

Das Reisen mit Apps wie Moovit ist natürlich kinderleicht, im Prinzip. Man verfolgt in Echtzeit die Busse und sich selbst, vorausgesetzt, man hat Internet – was aber in ganz Israel der Fall ist, außer man steht mitten in der Wüste.

Die Reise nach Jericho ist etwas kompliziert, weil es keine direkten Verbindungen von Israel aus gibt. Mein Rat: Von der Jerusalem Central Busstation nach Almog Junction (die Busfahrer verstehen auch „Almog“).

bus

Das Problem: Der Busfahrer wusste zwar, wohin ich wollte, weil ich es ihm bei der Abfahrt gesagt hatte, vergaß aber anzuhalten. Er bretterte bis zum Abzweig nach Deir Halja und bequemte sich erst dann anzuhalten. Ich musste also gut einen Kilometer mit dem gesamten Gepäck zurücklaufen, ohne Schatten und in glühender Hitze. Das liegt hier übrigens alles schon weit unter dem Meeresspiegel.

la luna

Mit meinem unglaublich hilfsbereiten Hotelbesitzer kommunizierte ich per WhatsApp. Zum Glück hatte mein Gastwirt schon einen Taxifahrer zum Almog Junction samt Beschreibung meiner Person geschickt, der dort wartete und mich nach Jericho brachte (40 ILS = rund 10 Euro). Zusätzlich bekam ich noch ein Video, wie ins Haus und in mein Zimmer zu gelangen sei, weil sonst niemand hier ist und der Besitzer arbeiten muss. Ich war froh, als ich endlich da war und die luxuriöse Dusche nutzen konnte.

la luna

B&B La Luna Jericho – höchstmögliche Anzahl von Sternen und ein unglaubliches Preis-Leistungsverhältnis – knapp 100 Euro für drei Nächte, mit Frühstück und Garten und großem eigenen Bad.

Könige, Kamele und noch mehr

Mizpe Ramon Ibex

Prolog, revisited: Hier laufen die Ibexe wieder herum, und alle Autofahrer wechselten in Zeitlupe. Die Tierchen sind pfeilschnell und machen große Sprünge, und wenn sie in Panik geraten, weiß man nicht, in welche Richtung sie dann laufen werden.

Mizpe Ramon Ibex

Ich muss jetzt wieder zusammenposten, was gar nicht zusammengehört. Heute stand – auf Empfehlung von Einheimischen – ein kleiner Ausflug zum Midreshet Ben-Gurion auf dem Programm. Der gestrige Tag steckte mir noch fühlbar in den Knochen. Das ist nördlich des En-Awdat-Nationalparks (der auf den Panorama-Bildern zu sehen ist).

Midreshet Ben-Gurion

Zwischendurch die Weltläufte. Ich gehe davon aus, dass der Krieg in Gaza jetzt weitergehen wird. „The war is not over yet, there are a few more things that need to be done, we know that.“ – „Im südlichen Gazastreifen bei Rafah kam es zu heftigen Feuergefechten. Terroristen stürmten aus einem Tunnelschacht und attackierten israelische Soldaten. Erste Meldungen sprechen von Todesopfern auf unserer Seite.“

Ceterum censeo: Hamas esse delendam.

Midreshet Ben-Gurion

Ach ja. Gegen Trump wurde demonstriert. Bei den Qualitätsgenderhauptstadtmedien ist das Wort „Demonstranten“ verboten, es heißt jetzt laut Ministerium für Sprachesoterik „Demonstrierende“,

Der US-Präsident kontert mit einem lustigen ekligen Video, auf dem King Trump und viel Scheiße zu sehen sind. [Auch bei den Österreichern anzuschauen – für die, die Truth Social nicht mitlesen.] Die New York Times weist vorsorglich darauf hin, dass das Video ein Fake ist.

Midreshet Ben-Gurion

Ich habe mir kurz das Grabmal Ben Gurions und seiner Frau angesehen, das in seinem reizenden kleinen Park – wieder mit vielen Ibexen – liegt. Und mit grandioser Aussicht.

Übrigens: Die spinnen, die Griechen.

Midreshet Ben-GurionMidreshet Ben-GurionMidreshet Ben-Gurion

Ich habe gerätselt, wofür auf dem obigen Foto das fette Abflussrohr ist, das links aus den Felsen kommt. Darüber liegen die Ramat Negev Regional Library und Shermans Hotel. Aber sind die nicht an die Kanalisation angeschlossen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendwas Schmutziges vor aller Augen direkt in den Nationalpark abgelassen würde.

Midreshet Ben-Gurion

Vielleicht hat Trump das ja so geplant. „Trump expressed doubt that Hamas would disarm voluntarily, but noted that if not, the United States would do so.

At the same time, he emphasized that the US would not deploy ground troops in Gaza — the operation, he said, could be carried out by Israel with US support.

„They promised they would disarm. They said they would disarm. There is doubt that they will do so. Now they said they were gang members and so on, and so on, you know. But these are very cruel people. This is a very cruel part of the world. No one has seen such violence. If necessary, we will disarm them. Whether it is me or the US, or, you know, a proxy — it could be Israel with our support. And we will not have ‚bare‘ troops on the ground. There is no need for that,“ Trump said.“

camels

Auf dem Schild – aus dem Lokalbus nach Mizpe Ramon fotografiert – steht: „Beware of camels near the road“.

Mizpe Ramon

Heute ist mein letzter Tag in der Negev. Morgen fahre ich nach Jericho. Wenn die IDF wieder loslegt, kann es unter Arabern ja heiter werden.

Sicherheit & Formalitäten:
⦁ Ausweis/Pass mitnehmen; du passierst teils Checkpoints.
⦁ Rechtslage: Jericho (Kernstadt) liegt in Gebiet A; israelischen Staatsbürgern ist die Einfahrt untersagt. (Bitte beachte deine Staatsangehörigkeit/Visa-Situation.)
⦁ Frequenz/Zeitfenster: Arabische Busse/Servees fahren ohne strengen Fahrplan und starten, wenn voll; nachmittags ist Betrieb normal, abends dünner.
(Quellen: ChatGPT/Ramallah Tourist Center)

Russischer Imperialismus oder: Marx (und Engels) kontra Moskau

russischer Imperialismus
A colossal bear made of ice and iron, emerging from the northern snows, its shadow stretching across continents from the Baltic to the Black Sea, devouring colors and cultures. Each claw marked with centuries: Peter, Catherine, Stalin, Putin. The landscape below transforms from empire to revolution to modern state, yet the beast’s eyes remain the same cold, golden, patient. –s 750

Ich darf die Leserschaft auf einen sehr interessanten Artikel Michael R. Krätkes (deutsch, pdf) aufmerksam machen: „Marx (und Engels) contra Moskau“.

Auf die Altvorderen, die alten weißen Männer, geben heutige Linke nicht mehr viel. Täten sie es, sie würden einige Überraschungen erleben, nicht nur wegen der politisch unkorrekten Ausdrucksweise der Herren. Denn Männer wie Karl Marx und Friedrich Engels, Männer des vergleichsweise friedlichen 19. Jahrhunderts, waren keine Pazifisten. Bellizisten waren sie auch nicht. Doch haben sie den Krieg wie die meisten ihrer Zeitgenossen als ein normales – im Sinne von häufiger wiederkehrendes, also erwartbares – Phänomen der internationalen Politik betrachtet. An Kants „ewigen Frieden“ glaubten sie nicht, sie lebten in einer Welt
rivalisierender imperialistischer Mächte, die untereinander wie gegen die von ihnen unterworfenen Völker immer wieder Krieg führten, in Europa ebenso wie auf anderen Kontinenten. (…)

Alle politischen Revolutionen der Neuzeit, die englische, die amerikanische wie die französischen Revolutionen, die alles andere als friedlich verliefen, gingen mit Bürger- und (Interventions)Kriegen einher; oder sie führten zu einer Serie von Eroberungskriegen. Alle Mächte, die großen wie die kleinen,
waren kriegerisch, alle Staaten, die großen wie die kleinen, waren Militärstaaten, das Militär, die modernen stehenden Berufsarmeen ebenso wie Volksarmeen, also die Kriegsbereitschaft in Permanenz, kostete Unsummen. (…)

Hegemonialmacht wurde Russland nie, das russische Imperium setzte voll und ganz auf militärische Gewalt. In seinen Einflusssphären wollte es die stärkste Landmacht sein und als Seemacht mit allen übrigen mithalten können. Im Kaukasus, in Zentralasien führte es Jahrzehnte lang blutige Eroberungskriege. Im Süden führte es einen Krieg nach dem anderen gegen den alten Erzfeind, die Türkei. Mit dem Ziel, die Vorherrschaft im Schwarzen Meer zu erringen und schließlich Istanbul zu erobern, den Bosporus und die Dardanellen unter seine Kontrolle zu bringen. Sei dem Vertrag von Kücük-Kaynarca von 1774 beherrschte die „Orientalische Frage“ die europäische Politik. Russland griff immer wieder an, schließlich mündeten die russischen Kriege gegen die Türkei in den Krimkrieg, in dem sich England und Frankreich mit der Türkei verbündeten. Ein Krieg, der das durch Russlands Aggression bedrohte Gleichgewicht der Großmächte in Europa bewahren sollte. Russland verlor, blieb aber als Großmacht im Spiel der Großmächte, dank der Nachgiebigkeit seiner Kriegsgegner. Russlands Eroberungsdrang stand außer Frage. Das russische Imperium führte im 18. und 19. Jahrhundert einen Angriffskrieg nach dem anderen gegen das osmanische Reich. (…)

Die zeitgenössische Linke war kein Jota besser als die vor dem vermeintlich übermächtigen Russland kriechende Bourgeoisie des Westens. Also legten sich Marx und Engels mit der linken Prominenz ihrer Zeit an, ohne Rücksicht auf deren Befindlichkeiten. Mit besonderer Schärfe reagierten sie auf die linken
Friedensschwärmer, die sich gegen den Kampf der Polen für ihre nationale Unabhängigkeit wandten, also die Partei des russischen Imperialismus ergriffen. Da kannten die beiden keine Kompromisse, die Frage der polnischen Unabhängigkeit war und blieb für die Schlüsselfrage, die die Zukunft ganz Europas berührte. Konnten sich die Polen vom russischen Joch befreien, war Europa vor russischen Angriffen sicher. Blieb Polen unter russischer Herrschaft, wie nach den in Blut erstickten Aufständen von 1830 und 1863, war ganz Europa in Gefahr.

Anmerkung 5: Der geschichtsverklärenden Vorstellung, in grauer Vorzeit habe es völlig friedfertige, nur auf friedliche Kooperation mit allen Nachbarn erpichte, durch und durch unkriegerische, ja kriegsunfähige Gesellschaften gegeben, erst mit und durch die Zivilisation sei das Urübel Krieg in die Welt gekommen, sind viele erlegen. Der Mythos vom edlen und friedliebenden Wilden, bis heute bei Pazifisten beliebt, ist durch die Arbeit der Anthropologen und vor allem der Archäologen längst widerlegt worden. Vgl. zum aktuellen Forschungsstand das Buch von Lawrence H. Keeley, War before Civilization. The Myth of the Peaceful Savage, Oxford University Press 1996. Keeley und viele andere greifen nicht auf biologische Argumente zurück, die Frage, ob einige Primaten Konflikte gewaltsam oder friedlich zu lösen pflegen, ist für die Frage nach dem Ursprung des Krieges völlig unerheblich.

Hinaus ins Mittagland

Negev

Da sie nun Mose sandte, das Land Kanaan zu erkunden, sprach er zu ihnen: Ziehet hinauf ins Mittagsland und geht auf das Gebirge… (4. Mose 13)

Ich schrieb schon, dass man die Panoramen nicht fotografieren kann. Morgen gehe ich auf einen langen Marsch, dann werden wir sehen, wie das aussieht.

Negev

Mizpe Ramon liegt auf einer Anhöhe. Hier kann es zwar bis zu 40 Grad heiß werden, aber es weht immer ein lauwarmer Wind, so dass die Hitze erträglich ist.

„There are moderate to strong winds all year long, caused by its location above the crater, which make Mitzpe Ramon feel much colder than it really is.“ Sag ich doch. Unten im Krater wird es leider nicht mehr so sein.

Negev

Da stand eine Gruppe von Leuten herum, die alle in einem dicken Buch lasen und dabei ab und zu in den Krater schauten. Es waren vermutlich US-Amerikaner, und es war die Bibel. Wenn es der Wahrheitsfindung dient…

Mizpe ramon

Weißt du etwas über ein Denkmal in Mizpe Ramon, auf einem Rondell an einer Straßenkreuzung, von zwei arbeitenden Männern?
ChatGPT: Nachgedacht für 35 Sekunden: Ja – das ist kein Denkmal, sondern ein öffentliches Kunstwerk in Mizpe Ramon. Es heißt auf Hebräisch „שחזור פריצת הדרך למצפה רמון“ („Rekonstruktion des Durchbruchs der Straße nach Mizpe Ramon“). Die Bronzeplastik zeigt zwei arbeitende Männer bei Straßenbauarbeiten und steht auf dem zentralen Kreisverkehr der Stadt. Urheber ist der israelische Bildhauer Asaf Lifshitz; die Aufstellung ist spätestens 2018 belegt.

Zu diesem Standort passt die lokale hebräische Bezeichnung כיכר החלוצים (Kikar HaHalutzim = „Pionier-Platz“), die von Gemeinde/Ortsquellen verwendet wird – das ist der große zentrale Kreisverkehr am Stadteingang, auf dem die Skulptur mit den zwei Arbeitern steht.

Negev

Der Mann hatte seine Familie und das Gewehr dabei. Ich wollte die Leute nicht nerven, aber ich habe mindestens vier Bewaffnete im Supermarkt gesehen, alle mit Sturmgewehren.

Negev

(Der Einkaufszettel liegt verkehrt herum.) Alles zusammen kostete 147,50 Schekel, das sind 38,14 Euro. Das reicht für zwei Tage. Sagte ich schon, dass ich wieder mein Idealgewicht habe?

Negev

Gefühlt es es um die Mittagszeit 40 Grad heiß, und ich bin nur haarscharf an einem Sonnenbrand vorbeigeschrammt. Obwohl das hier mitten in der Wüste liegt, leisten sie sich Wasserspiele. Unzählige Bänke im Schatten gibt es auch, weder beschmiert noch dreckig. Ich will nicht alles schönreden, aber es ist eben so.

In Jerusalem habe ich auch einen Obdachlosen gesehen, der auf dem Trottoir der Jaffa Road übernachtete. auf dem Davida Square sitzen immer ein paar Säufer herum – das war schon so vor zwei Jahren.

cat

Die Katze darf immer raus, wenn sie will. Wenn man rausgeht, wartet sie dann oft vor der Wohnungstür, wenn man zurückkommt. Meine Wirtin sagte, die Katze hatte sie adoptiert, nicht sie die Katze. Das Tierchen ist total entspannt und ruiniert auch keine Pflanzen, obwohl das bei Kakteen auch nicht ganz so einfach ist.

Bet Guvrin – Stadt der Freien

Bet Guvrin

Das Café im Kibbutz Bet Guvrin besteht nur aus einer Art Currywurstbude ohne Currywurst und Bänken im Schatten. Es gab aber leckeren Milchkaffee, Obstsäfte und ein herzerwärmendes Lächeln. Und ein längeres Gespräch. Nein, der Krieg ist nicht zu Ende.

Bet Guvrin
Gali und Ziv sind frei! Willkommen zurück! Wie sehr haben wir auf euch gewartet!!!

„Der heutige Kibbuz wurde 1949 von Palmach-Veteranen auf dem Gelände des arabischen Dorfes gegründet. Ein wichtiger Wirtschaftsbereich der Siedlung ist der Tourismus.“

Bet Guvrin

Die Ruinen von Eleutheropolis und das römische Amphitheater habe ich mir nur von weitem angesehen, weil ich ein bisschen kaputt war (dazu später).

Bet Guvrin

Man sieht kilometerlange Sonnenkollektoren und Pflanzen, an die, um sie zu bestimmen, ich eine App hätte halten müssen. An der Bushaltestelle an der stark befahrenen Landstraße wurde ich von einigen Autofahrern gegrüßt. Vielleicht sieht ein Kibbuz-Bewohner so aus wie ich oder die dachten, ich wohnte dort.

Bet Guvrin

Die korrekte Schreibweise im Deutschen ist „Kibbutz“. ✅
– Kibbutz – richtige Schreibweise (aus dem Hebräischen קִבּוּץ‎, *qibbuts*, „Versammlung“, „Gemeinschaft“).
– Kibbuz oder Kibutz – gelegentlich anzutreffen, aber falsch oder nicht standardsprachlich.
👉 Der Plural lautet Kibbutzim (קיבוצים).

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