Der erste KI-Krieg

Fotos: AI/Burks: create an image that symbolically represents warfare with digital networked systems
Ich habe einen interessanten Artikel der Jerusalem Post von ChatGPT übersetzen lassen: How the IDF rewired the battlefield for the first AI war – Over the past five years, the IDF has been working to transform itself into a network-enabled combat machine, with AI and Big Data enabling the flow of information across units and commands.
Die Links stammten zum Teil von mir. Vergleiche auch „Israel’s strategic edge in the age of AI & autonomous warfare“ (20.07.2025)
Wie die IDF das Schlachtfeld für den ersten KI-Krieg neu organisierte
Es begann nicht mit einem Knall, sondern mit einem Byte.
Der aktuelle Krieg zwischen Israel und seinen Feinden ist der weltweit erste Krieg mit Künstlicher Intelligenz (KI) – so beschreibt es ein ehemaliger hoher Offizier der IDF (Israel Defense Forces) gegenüber Defense & Tech der Jerusalem Post.
Nach Jahren des Schweigens sprach der Mann, einst einer der maßgeblichen Architekten der digitalen Transformation der Armee, über den grundlegenden Wandel der Streitkräfte.
„Technologie ist kein Luxus, sie ist unverzichtbar“, betont er. „Wir stehen auf neuen Schlachtfeldern mit neuen Herausforderungen – und sogar neuen Dimensionen. Dafür brauchen wir präzise Aufklärung und höchste Genauigkeit.“
In den vergangenen fünf Jahren hat sich die IDF strategisch in eine netzwerkbasierte Kampfmaschine verwandelt, in der KI und Big Data entscheidende Rollen spielen, um Informationen in Echtzeit zwischen Einheiten und Kommandos zu synchronisieren.
„Ohne diese Fähigkeiten hätten wir mindestens 5.000 zusätzliche Gefallene, und Tausende Terroristen würden noch leben“, sagt der Ex-Offizier, der das Digitalisierungsprogramm verantwortete.
Vom Analogen zum Algorithmus
Noch vor sieben Jahren war die IDF an überalterte Strukturen gefesselt – Faxgeräte, veraltete Server, isolierte Dateninseln. Generalleutnant (a.D.) Aviv Kohavi, damals Generalstabschef, hatte jedoch eine radikal andere Vision: ein Schlachtfeld, auf dem Cyber-, Luft-, See- und Bodentruppen als Einheit agieren, verbunden durch Echtzeitdaten und präzise Zielerfassung.
Die digitale Transformation wurde zu einer seiner obersten Prioritäten – nicht nur, um die Streitkräfte zu stärken, sondern auch, um den Soldaten die modernsten Fähigkeiten an die Hand zu geben.
Der Wandel hin zu einer digitalisierten Armee war tiefgreifend. Er veränderte Strukturen, Prozesse – und die Denkweise.
Doch die Umsetzung war schwierig: Neben der technischen Komplexität mussten auch Widerstände in der Führung überwunden werden. „Es war, als würden wir das Rote Meer teilen“, erinnert sich der Ex-Offizier.
2019 wurde schließlich die Digitale Transformationsdivision gegründet. Ihre Aufgabe: zivile Innovationen ins Militär zu übertragen, sämtliche Bereiche zu vernetzen und moderne Infrastrukturen aufzubauen.
Kohavi sprach immer wieder von der multidimensionalen Kriegsführung – Cyberraum, Bodentruppen, Luftwaffe und Marine vereint. Schnell wurde klar: Ohne digitale Infrastruktur war das nicht möglich.
„Wie identifiziert man den Feind in dicht besiedelten Städten? Man braucht Sensoren, Datenquellen und Plattformen“, erklärt der Ex-Offizier. „Und dann muss man all diese Informationen so aufbereiten, dass sie sofort beim Offizier auf dem Tablet landen.“
Vom langen Befehlskettenweg zur Präzision in Echtzeit
Früher dauerte es oft lange, bis ein gemeldetes Ziel von den Truppen bis zum Panzer oder Flugzeug weitergeleitet, geprüft und schließlich angegriffen werden konnte – meist zu lange. Beim Jom-Kippur-Krieg, so erinnert der Offizier, kämpften die Soldaten „weitgehend auf sich allein gestellt, Unterstützung kam nur verzögert“.
Heute läuft es anders: Bodentruppen melden ein Ziel, und kurze Zeit später schlägt die am besten geeignete Plattform zu.
„Wir haben mit 300 Fachleuten KI-Modelle entwickelt und sie mit allen verfügbaren Daten gefüttert“, sagt er. „An manchen Tagen hatten wir 400 neue Ziele – die Hälfte wurde noch am selben Tag angegriffen. Zum Vergleich: 2009 kamen wir im gesamten Jahr auf 50 bis 100 neue Ziele.“
Zwar identifiziert KI die Ziele, doch „Menschen bleiben in der Entscheidungskette“: Hochrangige Offiziere prüfen und bestätigen jedes Ziel, um die Vorgaben des Völkerrechts einzuhalten.
Im Libanon-Krieg des vergangenen Jahres waren 80 % der IDF-Angriffe KI-gestützt. Algorithmen erkannten Ziele und unterschieden dabei zwischen Kämpfern und Zivilisten in dicht bebauten Gebieten.
Trotz internationaler Kritik, KI habe in Gaza und anderswo zu zivilen Opfern geführt, hält der Ex-Offizier dagegen: „Wir haben KI eingeführt, um Zivilisten von Terroristen zu unterscheiden. Wir nutzen Technologie, um uns gezielt auf feindliche Kräfte zu konzentrieren.“
Die erste KI-Kriegsführung?
Für ihn ist der aktuelle Konflikt Israels – ob in Gaza, Libanon, Jemen oder Iran – der erste echte **KI-Krieg**. Andere bestreiten das: Schon bei der Operation Guardian of the WallsFehlidentifikationen durch fehlerhafte Daten oder mangelhafte Algorithmen.
Der Ex-Offizier weist das entschieden zurück: „Das ist eine Lüge.“
„KI und Technologie ermöglichen es, moralischer zu handeln“, argumentiert er. „Aufklärung und Präzision zusammen heben den moralischen Standard. Das zentrale Prinzip des Völkerrechts ist die Unterscheidung zwischen Kämpfern und Zivilisten – genau das setzen wir mit KI um.“
Versagen am 7. Oktober
Trotz aller Technologie konnte die IDF das Massaker vom 7. Oktober nicht verhindern. Hamas-Terroristen durchbrachen Israels Grenzanlagen und ermordeten über 1.200 Menschen.
Der Ex-Offizier räumt ein: „Technologie kennt keine Grenzen, aber man darf nicht das Wissen und die Erfahrung der Soldaten ausblenden.“
Tatsächlich setzte die Armee in den letzten Jahren zunehmend auf Technik – und ignorierte Warnungen rangniederer Offiziere. Am 7. Oktober 2023 versagten die KI-basierten Systeme, und niemand erkannte das Ausmaß der Gefahr rechtzeitig.
Auch wenn der Architekt der digitalen Transformation heute nicht mehr im Rampenlicht steht – sein Erbe ist in jeder verschlüsselten Nachricht, jedem Drohnenfeed und jedem präzisen Schlag spürbar.
Israels Feinde mögen weiter auf Tunnel und Raketen setzen. Doch sie passen sich an und zwingen die IDF, an mehreren Fronten gleichzeitig zu kämpfen – sichtbaren wie unsichtbaren.
Um die Oberhand zu behalten, muss Aufklärung sofort verfügbar sein, und Entscheidungen müssen dezentral getroffen werden. Denn das Schlachtfeld ist heute überall.
Kommentare
11 Kommentare zu “Der erste KI-Krieg”
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„Sie betreiben paranormale Forschung, weil sie glauben, wir betreiben paranormale Forschung? Aber wir betreiben keine paranormale Forschung.“
„Ja, aber da sie angefangen haben paranormale Forschung zu betreiben müssen wir auch paranormale Forschung betreiben, Sir.“
Männer due auf Ziegen starren
Der Dreitagekrieg war indes auch ziemlich schnell zu Ende. Der hier kennt kein Ende, da dass Territorium beliebig erweiterbar ist. Natürlich muss er Offizier sagen, dass alles wegen KI bestens läuft. Alles brächte ihn vor ein Kriegsgericht.
Die ganzen Kinder würden sicherlich von der KI als Gefahr markiert.
Wenn sich Russland daran an ein Beispiel nimmt, können wir hier einpacken.
Hat der Schütze auf Bild 2 einen Damenbart?
An Stelle dieser Filme für IQ-Begabte solltest Du Dir chinesische Kriegsfilme anschauen. So wie ich das sehe gibt es eine Kopie von Hollywood irgendwo in China. Die produzieren Kriegsfilme in der Art China gegen den Rest der Welt und wir siegen immer. In den Filmen wird meist der moderne Soldat im Trupp- oder Gruppengefüge gezeigt. Es sind nur noch Soldaten im Feindeinsatz. Alle Offiziere sitzen irgendwo vielleicht 1000 Kilometer entfernt und der kommandierende Offizier sitzt vor 6 oder 8 Bildschirmen. Der ist quasi live dabei via Satellit. Wir brauchen gar nicht darüber diskutieren, ob die Bundeswehr das jemals leisten wird. Bereits der Unterhalt einer Gruppe würde den Ruin der Bundeswehr bedeuten.
Ok, ich schreibe jetzt über Operationen von einzelnen Gruppe, also 8 bis 12 Mann. Ein Krieg wie in der Ukraine läßt sich damit heute noch nicht führen.
Das was Du da beschreibst ist die Kriegsführung der USA im 2. WK auf die Moderne projeziert. Also vorrücken, auf Feind treffen, mit Artillerie oder Flugzeugen den Feind bekämpfen und weiter vorrücken, auf Feind treffen, mit Artillerie oder Flugzeugen den Feind bekämpfen und weiter vorrücken … und das geschah mit einer relativ kurzen Befehlskette. Ein Zugführer konnte Luftunterstützung anfordern. Bei der Wehrmacht gab es zwar die Auftragstaktik, aber kein Zugführer konnte Artillerie- oder Luftunterstützung anfordern. Dazu brauchte es mindestens einen Bataillonskommandeur. Ich erinnere an den Schlächter von Kundus, Oberst Klein. Der Klein mußte aus dem Bett geholt werden, um Unterstützung aus der Luft anzufordern. Damit wären wir beim Panzerkommandanten angelangt von dem mittlerweile die dreidimensionale Gefechtsführung abverlangt wird. Welch ein Irrsinn. Das können selbst IQ-Begabte kaum leisten.
P.S.: Tolle Bilder. Der Chinese in den Filmen trägt übrigens eine tadellose und saubere Uniform ohne dieses ganzen Vorhänge wie auf Deinen Fotos und jeder hat die chinesische Flagge auf seinem Oberarm. Selbst im Dschungel ist kaum ein Soldat mit diesen Vorhängen zugehängt. Vorhänge sind eine Erfindung aus Hollywood. Eine Ausnahme sind Scharfschützen die nicht bei der Bundeswehr dienen. Bei der Bundeswehr gibt es sowas nicht. Diese Vorhänge kosten viel Geld. Nur Scharfschützen die an internationalen Schießwettbewerben teilnehmen, dürfen das tragen und bekommen das dienstlich geliefert.
KI/AI mit Moral? Ich stelle mir das Luschtig vor. Hal hatte auch ne Moral und Humor. Ich würde gerne die Datenbasis sehen, die der „KI“ zum verdauen vorgeworfen wurde. Definiere Moral?
<8*) Wir bekämpfen nur die Bösen. Die mit dem Evil, Flag.
@bentux
Die KI selbst hat keine Moral, behauptet auch niemand. Die Entscheidung der KI muss verifiziert werden und das von einem Menschen unter moralischen Gesichtspunkten. Wenn es zu weniger zivilen Opfern kommt, ist das dann nicht insgesamt moralisch vertretbar?
Schwierig ist die menschliche Faulheit und Dummheit. So wie bei dem Polizisten aus den Niederlanden, der die von der KI gemachten Bilder von Handy am Ohr im Auto natürlich NICHT überprüft hat und der Autofahrer hat geklagt und gewonnen.
Hätten die Planer mal kurz in die Geschichtsbücher gekuckt, wäre ihnen klar gewesen, daß Technik manpower nicht 1:1 ersetzen kann, Stichwort Maginot Linie. Schade, daß – auf welcher Ebene auch immer – niemals aus den Fehlern der Altvorderen gelernt wird.
@Jim,
Es gibt da keinen Polizisten der das kontrolliert. Automatische Kennzeichenerkennung und der Halter bekommt nen Ticket. Wogegen Er sich wehren kann.
Also die stellen die Kamera auf und setzen sich in den Wagen um was zu lesen oder was weiß Ich. Später wird das automatisch ausgewertet und die Knöllchen verteilt. Alles rein Digital. Mr. Nobody kontrolliert das.
Der Terroristische, Kriegs und Amok Teil ist mir zu deprimierend. Da werde Ich mich nicht weiter mit befassen.
<8*) Wir werden es eher mit sowas zu tun bekommen.
https://youtu.be/O-2tpwW0kmU?feature=shared&t=428
@bentux
https://www.ruhr24.de/nrw/holland-niederlande/holland-blitzer-autofahrer-niederlande-handy-blitzer-smartphone-bussgeld-autobahn-verkehr-nutzung-tippen-93574944.html
Es soll händisch gesichtet werden. Steht hier und in dutzenden anderen Artikeln. Ist aber bestimmt nicht richtig, weil du es so sagst :-)
@damals
Die Mafinot-Linie scheiterte, weil sie zu starr war. Wenn gute Technik, die die Israelis bekanntlich haben, effizient und dynamisch eingesetzt wird, kann sie auch eine zahlenmäßige Überlegenheit platt machen.
@Jim,
Du hast Recht, es steht in den Prozeduren und News das es kontrolliert wird.
<8*)