Flash

Mündung des Rio Negro in den Solimoes (Amazonas) bei Manaus, fotografiert Februar 1980
Ich hatte jüngst nostalgische Anwandlungen. An welche Momente auf meinen Reisen kann ich mich besonders gut erinnern, und welche haben eine Art „Flash“ erzeugt? Das kann man schwer beschreiben, und es sind gar nicht so viele, die extrem positive Gefühle und Adrenalin hervorriefen.
Auf meiner ersten Reise 1979/80 durch die USA, Mexiko, Belize, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien, Guyana und Barbados habe ich das trotz der Exotik nicht gespürt. In Belize gefiel es mir außerordentlich, vor allem, weil ich so gut wie nichts über das Land wusste. Aber es fehlte dieser „Wow“-Moment.
Ziemlich nah dran war, als ich zum ersten Mal den Amazonas sah. In dem Milieu, aus dem ich komme, waren Reisen dieser Art damals gar nicht denkbar bzw. vorstellbar, genau so wenig wie der Berufswunsch „Journalist“ oder „Schriftsteller“.

Der Rio Coco, Grenzfluss zwischen Honduras und Nicaragua (auf der gegenüberliegenden Seite), fotografiert Dezember 1981.
Auf der zweiten Reise gab es so einen unvergesslichen Moment. Als wir in einer gottverlassenen Pampa und allein am Rio Coco in Honduras saßen und einen Einbaum sahen, der uns herüberholen wollte, gesteuert von einem Mädchen, das fast noch ein Kind war. Und dann am anderen Ufer der misstrauische Empfang durch bis an die Zähne bewaffneten Sandinistas, die unser gesamtes Gepäck auseinandernahmen. Und – endlich! – die Einladung des „Revolutionskommandanten“ zu einem comida international („internationalen Essen“) mit allen zusammen, womit Spagetti gemeint war. Das war wie ein „Flash“ – nach dem Motto: Das glaubt uns keiner! Und das lässt sich nicht wiederholen.

Salzwüste in Bolivien westlich von Oruro, 1984
Dritte Reise 1984, sieben Monate Peru und Bolivien. Zwei Tage Fußmarsch durch eine Salzwüste, zuerst mit schwerem Gepäck, dann mit leichtem. Und dann endlich am späten Nachmittag die primitiven Hütten von Chipaya am Horizont. In einer der ersten wurde gerade Brot gebacken. Die Nachricht, dass damals in Bolivien eine Inflation wie in der Weimarer Republik war, war noch bis dorthin nicht vorgedrungen. Die beiden Brote, die wir kauften, kosteten weniger als damals zehn Pfennig. Ich habe noch nie so leckeres (Weiß)Brot gegessen. Das war schon wie im Film. Man fragt sich: Ich das jetzt real oder nur ein Traum?

Ein Dorf östlich von Urcos in Peru. Der schneebedeckte Berg ist der Ausangate (6.384 m) am westlichen Rand der Cordillera Vilcanota 1984.
Der zweite Flash-Moment ist klar zu benennen, aber nicht der Ort (vielleicht Mahuayani). Ich war mit einem LKW (illegaler Holztransport, rund 20 Personen auf der Ladefläche und ein paar Benzinkanister) unterwegs von Puerto Maldonado im Urwald von Peru nach Cusco, zwei Tage und eine Nacht, auf einer der damals gefährlichsten Straßen (Teil der Interoceanica Sur) der Welt.
In der Nacht hatten wir bei klirrender Kälte den Pass nördlich des Lago Sinkrinaqucha (4.377 m, spanisch: Singrenacocha) überquert. Ich weiß noch, dass der LKW gegen Mitternacht ein paar Stunden anhielt, weil der Fahrer sich nicht traute weiterzufahren, und dass ich austreten musste und fast alles anzog, was ich hatte, um nicht zu Eis zu erstarren: Zwei Pullover, Wollmütze, Wollhandschuhe. Wir führen weiter und erreichten kurz darauf dieses Dorf kurz nach Sonnenaufgang.
Ich sprang immer noch bibbernd vor Kälte vom LKW. Dann kam mir ein Reiter entgegen, der vom Pferd stieg und die anderen „Fahrgäste“ fragte, wer ich sei (ich trug eine Art Poncho und einen Hut). Alles war total unwirklich, aber ein unvergessliches Erlebnis.

Mein Rucksack auf der Plaza Falcón in Coro, Venezuela, kurz vor Sonnenaufgang, 18.1.1998
Auch 1998 in Venezuela gab es Momente wie die Tänzerinnen in Coro. Aber noch mehr flashte mich ein paar Tage vorher die Ankunft dort:
Der Bus fährt direkt nach Coro. Krachendes TV, daily soap auf venezolanisch, ich brauche nicht lange, um mich daran zu gewöhnen und trotzdem zu schlafen. Um kurz nach fünf rüttelt mich jemand – wir sind schon da. Eine Brise, irgendwo muss das Meer sein. Mit schweren Füßen durch schmale, holprige Straßen einer Vorstadt. Ich bin ganz allein. Hunde bellen mich an, ohne mich zu sehen. [Ich habe mir das angesehen: Der Terminal Terreste Polica Salas – der Busbahnhof – von Coro ist an der Calle Maparari, es sind von dort gut zwei Kilometer zu Fuß bis ins Stadtzentrum.]
Endlich: die Plaza von Santa Ana de Coro, gegründet 1527 vom Spanier Juan de Ampiés, der sich dazu die Erlaubnis des Kaziken Manaure holte. Die kleine Kathedrale, dem heiligen Franziskus geweiht. Als Georg Hohermuth von Speyer und Philipp von Hutten 1528 auf diesem Platz standen, war sie noch nicht fertig. Sonnenaufgang.
Ich sitze auf einer Bank und versuche mir vorzustellen: 400 deutsche Landsknechte und sächsische Bergknappen, die hier, genau an dieser Stelle, damals, vor fast 500 Jahren, aufgebrochen sind nach El Dorado. Ich schaue auf die Uhr. Es ist unfassbar. Von Berlin nach Coro in weniger als 48 Stunden.
Je mehr ich in Erinnerungen schwelge, um so mehr fällt mir ein. Aber einen Flash habe ich noch, und der ist gar nicht so lang her.

Jaffa Gate, Jerusalem, 10.10.2023
Ich kann mich daran erinnern, als ob es gestern gewesen wäre. Es war wie im Fieber. Ich hätte am liebsten einen Passanten gepackt und ihn gebeten, mich zu schütteln. Bin ich wirklich hier? Ist das wahr?
Im Oktober werden ich ein bisschen gelassener sein, wenn ich wieder da stehe.
Angriff der Klonkrieger, viereckig geordnet

Ich habe mir die chinesische Militärparade zum Thema „the 80th anniversary of the victory in the Chinese People’s War of Resistance against Japanese Aggression and the World Anti-Fascist War“ angesehen. Wo ist der strukturelle Unterschied zum Nürnberger Reichsparteitag?
Wait a minute. Was war 1945? „Gemäß den Bedingungen der von den Vereinigten Staaten diktierten bedingungslosen Kapitulation Japans sollten sich die japanischen Truppen den KMT-Truppen ergeben und nicht der KPCh, die in einigen der besetzten Gebiete präsent war. In der Mandschurei jedoch, wo die KMT keine Truppen hatte, kapitulierten die Japaner vor der Sowjetunion. Chiang Kai-shek befahl den japanischen Truppen, auf ihrem Posten zu bleiben, um die Kuomintang zu empfangen und ihre Waffen nicht an die Kommunisten abzugeben“.
„Im letzten Monat des Zweiten Weltkriegs in Ostasien startete die Rote Armee die Sowjetische Invasion der Mandschurei gegen die japanische Kwantung-Armee in Mandschukuo und entlang der chinesisch-mongolischen Grenze. Diese Operation zerstörte die Kwantung-Armee in nur drei Wochen und führte dazu, dass die UdSSR bei Kriegsende die gesamte Mandschurei besetzte und ein totales Machtvakuum der lokalen chinesischen Streitkräfte entstand.“ – „Der Waffenstillstand wurde im Juni 1946 gebrochen, als am 26. Juni 1946 ein umfassender Krieg zwischen KPCh- und KMT-Kräften ausbrach. China befand sich daraufhin in einem Bürgerkrieg, der mehr als drei Jahre andauerte.“
Welches Jubiläum feiern die eigentlich?

Zu Militärparaden an sich hatte ich mich schon geäußert. („Gedämmte Flüsse“, 09.05.2022) Theweleit, übernehmen Sie! (Männerphantasien 1, S. 447ff: Damm und ‚Fluss – das Ritual der Massenaufmärsche“). Oder ist das unangemessen?
Die Flut bekommt einen Namen. „Fahneneinmarsch““ (codierter Strom). Ihr überschwemmendes Element ist getilgt. man geht in ihr nicht unter, aber erregend und faszinierend ist sie immer noch. Ihr bedrohlicher Teil ist ihr sicher durch die Formierung genommen, die Verwandlung der Flüsse in „Säulen“, des fließenden „Weiblichen“ in etwa starres „Männliches““.(…)

Versetzen wir uns einen Augenblick in einen Anthropologen, der gerade vom Planeten Kepler-452b angereist ist und das Verhalten des Homo Sapiens studieren will und zufällig nach Peking gerät, wo die Massen in Vierecken geordnet an ihm vorbeimarschieren, während die zuschauenden Massen in ebenfalls viereckigen Kästen sitzen.
Man könnte naiv fragen: Warum eckig und nicht rund? Aber dann brauchte man vermutlich viel mehr Platz. Und Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt, den man fragen könnte, ist schon tot.

Noch einmal ganz von vorn. Menschen laufen an anderen Menschen vorbei. Warum nicht gemütlich, sondern im anstrengenden Gleichschritt? Es gibt offenbar ein unsichtbares Band zwischen dem Herrscher und den beherrschten Marschierern: Ersterer, so soll suggeriert werden, kann Massen organisieren und sie zu Klonen Marionetten machen. Und das sollten die zuschauenden Massen sehen und würdigen. Und niemand darf aus der Reihe tanzen. Das sähe doof aus.

Warum hat keiner der Männer einen Bart?
Je mehr ich darüber nachdenke, um so weniger möchte ich schreiben. Wenn die Chinesen hier mitläsen, verstünden sie eh nicht, was ich meine. Und wenn doch, lassen sie mich vielleicht nicht nach China einreisen.

Gegen nichts
Das Institut for the Study of War (von dem die Karten sind) hat unausgesprochen die Kriegsziele Russlands erläutert: Lithium, Nichteisenmetalle, Polymetalle, Seltene Erden, Titanium, Zirkonium, Uranium.
„Berichten zufolge fordern Kremlvertreter, dass die Ukraine im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens strategisch wichtiges unbesetztes Gebiet in der Oblast Donezk an Russland abtritt und die Frontlinie in anderen Gebieten einfriert. Die Kapitulation des restlichen Gebiets Donezk als Voraussetzung für einen Waffenstillstand ohne Verpflichtung zu einem endgültigen Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges würde die Ukraine zwingen, ihren „Festungsgürtel“ aufzugeben, die seit 2014 die wichtigste befestigte Verteidigungslinie in der Oblast Donezk bildet, ohne Garantie, dass die Kämpfe nicht wieder aufgenommen werden. Putins Vorschlag verlangt Berichten zufolge, dass die Ukraine diese kritische Verteidigungsposition aufgibt, die die russischen Streitkräfte derzeit nicht schnell einschließen oder durchdringen können, und zwar offenbar gegen nichts.“
Ach. Ach was.
Über alles
Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass die New York Times das bewusst so suggestiv formuliert hat. Wir hatten das schon ähnlich als Meme: „Wer gewann die erste Tour de France?“- „Die 9. Panzerdivision.“
Fuck off, Klimatisches und Vermischtes

Was haben wir denn heute noch so?
– „‘Anti-Palestinian Racism’: It’s the next tool of anti-Zionists“, schreibt die Jerusalem Post. Hoffentlich haben die jetzt nicht Frau Chebli auf noch mehr dumme Gedanken gebracht. Warum muss ich jetzt spontan an den Jemen denken?
– Der Chinese an sich ist, wenn wir den deutschen Qualitätsmedien glauben wollen, ein Imperialist. Der Vietnamese aber, eben weil er kein Chinese ist, nicht, auch wenn er noch imperialistischer ist.
– Ein US-Amerikaner sagt etwas über die deutsche Einwanderungspolitik. Die Journalistin Dunja Halali antwortet: Uwe!
– Die Chinesen bleiben stabil, was den Islam angeht.
– Leider hinter der Paywall der bürgerlichen Presse: „Entlarvte Katastrophenprognose offenbart mächtiges Netzwerk zum Schaden der Wirtschaft“
Zitat: „De Studie erntete im April 2024 donnernde Schlagzeilen: „Der Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft“, titelte die „Tagesschau“, „Klimakrise kostet 38 Billionen Dollar pro Jahr“, meldete der „Spiegel“. Sie avancierte zur am zweithäufigsten zitierten Studie aus der Klimaforschung 2024.
Die Medienberichte angefacht hatte eine Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die für die Arbeit seiner Forscher warb: „Selbst wenn der CO₂-Ausstoß ab heute drastisch gesenkt werden sollte, ist die Weltwirtschaft aufgrund des Klimawandels bereits zu einem Einkommensverlust von 19 Prozent bis 2050 verurteilt, so eine neue Studie, die in ,Nature‘ veröffentlicht wurde“, hieß es darin. Jene Studie erweist sich aber nun als einer der größten Wissenschaftsskandale der vergangenen Jahre.
Es häufen sich fachliche Verrisse. Jetzt haben die Autoren zur Schadensbegrenzung einen neuen Aufsatz publiziert, der alles nur noch schlimmer macht. Der Fall sät grundlegende Zweifel an „Nature“, dem PIK, unkritischen Medien, Polit-Organisationen und Finanzinstituten; Kritiker sprechen von Filz. (…)
Das renommierte Magazin hätte die Arbeit nicht veröffentlichen dürfen, denn seine Redaktion war gewarnt worden: Alle vier begutachtenden Wissenschaftler hatten gravierende Mängel an der Studie festgestellt.“
– US-Botschafter Mike Huckabee kritisiert die UNO: „Die Geiseln hungern, Hamas mästet sich, und eure Lebensmittelhilfe verrottet in der Sonne von Gaza, anstatt verteilt zu werden.“ Warum sagt das der deutsche Außenminister nicht?
– „Additionally, Trump said that the States no longer spend money on Ukraine. And stated that Putin does not want to meet with Zelensky because he does not like him.“ Ist aber russische Propaganda und deshalb voll gelogen, auch wenn es wahr ist.
– Parade oder nicht Parade, das ist die Frage. Oder schauen wir uns ein Dreamgirl an? Oder ein Sixpack von Gaby Butler, die starken Männern vertraut?? Oder gehen wir zu einem Kinderfest mit einem lustigen Kostüm?

Sklavenhaltergesellschaft und verschleierter Völkermord, revisited
Hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was mich gerade umtreibt. Wie ich am 23.07.25 schon schrieb, lese ich gerade Egon Flaigs: „Weltgeschichte der Sklaverei: Von der Antike bis zur Gegenwart“. Ich bin noch nicht ganz durch, aber das Buch ist eine Art Standardwerk und nervte mich dergestalt, dass ich befürchtete, ich müsste meine gesammelten Thesen zum Thema „Sklavenhaltergesellschaft“ über den Haufen werfen. Also: Es ist hoch interessant.
Flaig ist kein Marxist, aber schüttet eine Fülle von Fakten über einem aus, dass einem Hören und Sehen vergeht. Leider verfügten Marx und die, die sich auf ihn ernsthaft berufen, damals über diese Fakten noch nicht.
Durch Flaig wurde ich auf Rudolf Fischers „Gold, Salz und Sklaven: die Geschichte der grossen Sudanreiche Gana [Ghana], Mali, Songhai“ (1986, 2. Auflage 1991) aufmerksam. Vor allem deswegen, weil es – soweit ich weiß – überhaupt kein vergleichbares Buch gibt. Die Rolle des arabischen Sklavenhandels in Afrika? Vermutlich wird das Thema ohnehin in deutschen Universitäten nicht behandelt, weil das woke Pack sich schon von der Fragestellung getriggert fühlt.
[Übrigens hat ChatGPT keine biografischen Informationen über den Autor und Historiker Rudolf Fischer. Nach längerem Suchen fand ich heraus, dass er an der Universität Tübingen war, vielleicht ein Doktorand.]

„Carte Du Cours Des Rivieres De Faleme [Senegal/Mali] Et Sanaga“ [Kamerun], Paris: Chez Didot, 1747; dans A.F. Prevost, Histoire Générale Des Voyages, Tome II, n° 27, 1747 – Scale: 1:845,000 (Extrême Est du Sénégal et Mali : le long de la rivière Falémé et de la rivière „Sanaga“. A l’ouest, le Boundou). cliquez pour agrandir
In dem weiten Bereich des Senegal-Niger-Gebietes kontrollierten die Herrscher des Ghanareiches den lukrativen transsaharanischen Gold- und Sklavenhandel. Der arabische Geograph und Schriftsteller des 10. Jahrhunderts, Ibn Hauqal, bezeugte diesen Handel erstmals schriftlich zwischen dem marokkanischen Sidschilmasa und dem heute mauretanischen Aoudaghost/Ghana am Nord- und Südende der großen westsaharanischen Goldroute, nachdem Ghana 990 die Kontrolle über Aoudaghost übernommen hatte. In der Hauptstadt Koumbi Saleh wurden Gold und Sklaven gegen die Waren aus dem Maghreb, Pferde, Stoffe und Waffen, aber auch gegen das Salz der Sahara getauscht. Die Wangara-Händler schafften das Gold aus Buré [Guinea] und Bambouk bis nach Koumbi Saleh und von dort brachten es berberische und arabische Händler weiter nach Norden.
[Anmerkung: Wenn ich so etwas lese, bereue ich es fast, dass ich nicht, wie geplant, 1981 quer durch Afrika getourt bin, von Algerien bis nach Timbuktu und weiter. Ich hatte schon alles beisammen, auch die Karten. Aber eine Frau überredete mich damals dazu, noch einmal nach Südamerika zu reisen. Heute wäre das fast unmöglich wegen des islamistischen Terrors und der zahllosen Kriege.]
Vorschau: Meine These, dass die „Gesellschaftsformationen“ – wie zum Beispiel „Sklavenhaltergesellschaft“ – in der marxistischen Diskussion nur analytische Kategorien sind bzw. sein sollten und keineswegs etwas über eine zeitliche Abfolge aussagen, bestätigt sich. „Analytisch“ meint: Wie ist die Beziehung des Menschen zu den Produktionsmitteln? Am „Beginn“, der idealtypischen und klassenlosen Urgesellschaft, besitzt er oder sein Kollektiv diese. Am Ende, dem Kapitalismus, hat er nichts mehr als seine Arbeitskraft, die er den Kapitalisten, die über die Produktionsmittel verfügen, verkaufen muss.
Kompliziert wird es, wenn man den Begriff „Gesellschaft“ näher ansieht. Unstrittig war das römische Reich eine Gesellschaft, die primär auf der Arbeit von Sklaven beruhte. Wie sieht es aber in Afrika aus, wo der Sklavenhandel und die Menge der Sklaven laut Flaig über die Jahrhunderte weitaus größer waren als in der Antike? Während der Lektüre kam ich immer wieder ins Grübeln, ob die These, nach den frühen Klassengesellschaften habe es mehrere Optionen gegeben, etwas die „Asiatische Produktionsweise“ oder auch die klassische Sklavenhaltergesellschaft wie im antiken Griechenland, umformuliert werden müssen: Offenbar war die Sklavenhaltergesellschaft weltwelt verbreitet; Flaig erwähnt unter anderem Korea. Bisher neigte ich eher zur Idee, diese sei insgesamt ein Sonderfall, und der Feudalismus als Idealtypus könnte auch ohne Sklavenhaltergesellschaft als Vorläufer entstanden sein. Das ist nach der Lektüre von Flaig eher unwahrscheinlich.
Ich muss gestehen, dass ich vom Thema des Buches von Fischer nicht die geringste Ahnung hatte. Reich von Songhai? Nie gehört. Auch in der Literatur, die ich bisher zitierte, werden die Sklavenhaltergesellschaften in Afrika nicht behandelt.
Ich in gespannt und werde berichten, solange es noch nicht verboten ist, kritisch über den Islam zu schreiben.

Fischer, S. 143: Frau eines Songhai-Häuptlings. Im Buch findet man den Hinweis, dass der Autor selbst mehrfach durch Afrika gereist ist; alle Karten und Fotos stammen von ihm.
Finanzielles Werkzeug
Die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen) aka Fjodor Lukjanow, Chefredakteur von Russia in Global Affairs, schreibt: „Trump behandelt Europa offen als ein Werkzeug – in erster Linie ein finanzielles –, das die Vereinigten Staaten von lästigen Ausgaben befreit. Er betrachtet Europa nicht als einen Partner, dessen unabhängige Position berücksichtigt werden muss.“
Gut zu wissen, dass das Propaganda ist und also gar nicht wahr sein darf kann.
Frontberichte

Source: ISW
Ostfront
Waffen für die Ukraine, aber keine für Israel ist jetzt die deutsche Staatsraison.
Das wird alles nichts helfen, auch wenn man die Steuergelder verpulvert. Der Amtseid des Bundeskanzlers lautet übrigens: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde“. Waffen für die Ukraine sind zum Wohle des Volkes? Gut zu wissen.
Ich glaube, dass bei dem Treffen zwischen Putin und Trump nichts herauskommen wird, obwohl Trump als Geschäftsmann Angebote machen wird:“ The US intends to offer Russia the development of rare earth minerals in Alaska, reports The Daily Telegraph. Trump is preparing to present such a deal to Putin during the upcoming summit in Alaska, the publication says.bThe Telegraph writes that as incentives to end the war, the White House will offer opening Alaska’s natural resources to Moscow and lifting some American sanctions on the Russian aviation industry.“
Die Russen werden den Donbass einnehmen und auch sonst alles kriegen, was sie wollen.
| Hauptimporte Russlands aus den USA (Stand 2021) |
| Gemäß einer Analyse der US-Handelsdaten von 2021 waren die wichtigsten Warensektoren der amerikanischen Exporte nach Russland: – Transportgüter – rund 33,9 % der Exporte (z. B. Fahrzeuge und Flugzeugteile) – Maschinen – ein bedeutender Anteil (Mittelmaschinen, Ausrüstungen o. Ä.) |
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(Trading Economics) nennt als Russlands insgesamt wichtigste Importkategorien (aus allen Ländern, nicht nur USA): – Maschinen, Kernreaktoren, Kessel – ca. $54,4 Mrd (2021) – Elektrische, elektronische Ausrüstung – $36,8 Mrd – Fahrzeuge (außer Schiene) – $26,8 Mrd (mit Unterstützung von ChatGPT) |
Die Russen brauchen also nichts von den USA. Und was sie brauchen könnten – wie Lithium – kriegen wie woanders her.
Innere Front
Die üblichen Verdächtigen haben natürlich aufgeheult. Die Amis lesen uns die Leviten. Was erlauben? Wie kann man nur gegen den Islam sein? (Man muss ja nicht gleich wie die Neuseeländer agieren.)
– „Zensur gebe es in Deutschland etwa auf Online-Plattformen, hieß es zudem unter Verweis auf die EU-Auflage für Facebook oder X, Hassbotschaften zu löschen. Im Kampf gegen die Ursachen von Antisemitismus legten die deutschen Bundesbehörden zudem einen zu großen Schwerpunkt auf Rechtsextreme und verharmlosten die Rolle eingewanderter Muslime.“ (Bezieht sich auf Country Reports on Human Rights Practices)
– „Bundestagspräsidentin Julia Klöckner soll beim Sommerfest der Koblenzer CDU sprechen. Doch es gibt einen Stein des Anstoßes: Die Veranstaltung soll bei einem Unternehmer stattfinden, der das Portal „Nius“ finanziert. Politiker anderer Parteien reagieren entsetzt.“
Entsetzt? Geht es nicht eine Nummer kleiner? Was ist an NIUS auszusetzen – außer dem Schwefelgeruch? Es geht wieder mal um Kontaktschuld. Oder: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern.Wer schmuddelt, bestimmen die Anstalten. Die sind doch alle total irre.
Daniel Leon Schikora schreibt auf Facebook: „Eine Israelhasserin und einstige Apologetin der westukrainischen NPD-Schwesterpartei „Swoboda“ – einer Partei, die durch widerwärtigste antisemitische Hetze hervorgetreten war – darf sich in der JA über eine „Neuauflage des Münchner Abkommens von 1938“ verbreiten – womit sie selbstverständlich nicht die Tendenz, das bürgerlich-demokratische Israel seinen Todfeinden in den Rachen zu werfen wie 1938 die bürgerlich-demokratische Tschechoslowakei, im Auge hat, vielmehr bedient sie das geschichtsrevisionistische „Putler“-Narrativ ihrer Freunde in Lwiw. Glaubt die Redaktion der JA, auf diese Weise „propalästinensischen“ Geschichtsrevisionismus zu „bekämpfen“?
Front im Nahen Osten
– Kanadisches Filmfest strich Doku über Hamas-Massaker – „aus Sorge um Bildrechte der Terroristen.“
Frage: Hätten die US-Amerikaner die Fotos aus den Konzentrationslager in Deutschland zurückhalten sollen, weil die SS eventuell über die Urheberrechte verfügte?
– Bezalel Smotrich, Israels Finanzminister, macht eine interessante Ansage. „The plan is the ‚final nail in the coffin‘ for the concept of a Palestinian state“. Schon klar. Es geht um den E1 Settlement Plan „near Ma’aleh Adumim, which would split east Jerusalem from the West Bank. Tja. Ich frage mich, woher Israel eigentlich die Siedler hernimmt? Sind das die Orthodoxen mit ihrem Kinderreichtum? Wohl kaum.
In dem vom Ehud Olmert 2006 vorgestellten Konvergenz-Plan gehörte Maʿale Adummim zu den großen jüdischen Siedlungsarealen jenseits der Grünen Linie, die Israel für sich beansprucht und im Falle eines Friedensvertrags mit den Palästinensern an Israel angegliedert werden sollten. Im Gegenzug war Olmert zur Aufgabe kleinerer Siedlungen bereit. Der Plan wurde von der Palästinensischen Autonomiebehörde abgelehnt.
(Ich glaube, da werde ich im Oktober mal gut essen.)
Natürlich, die lehnen immer alles ab, schon seit 1948. Da es keinen Friedensvertrag und keinen „palästinensischen“ Staat geben wird (außer vielleicht im Westen Gazas), kann man auch gleich Fakten schaffen. Das sieht Smotrich ganz richtig.
Voice oder: Dein Gerät hört zu
ChatGPT hat auch eine Spracheingabe, genannt ChatGPT Voice. Ich werde mich mit dem Gerät vermutlich nur herumstreiten. Am PC höre ich übrigens eine Frauenstimme, mit der App einer Männerstimme, warum auch immer.

Alle Rassisten außer Mutti
Gelbart Legal („Rechtsanwaltsgesellschaft mbH & Co. KG“): „Ein weiterer Erfolg für Ahmad Mansour: Das Landgericht Berlin hat einem prominenten Redakteur der taz im Wege einer Einstweiligen Verfügung untersagt, ehrverletzende Äußerungen über Ahmad Mansour weiter zu verbreiten. Der Journalist hatte auf der Plattform „X“ zu einem bei der „Welt“ veröffentlichten Interview mit Ahmad Mansour erklärt: „Ahmad Mansour lebt seit 20 Jahren in Deutschland. Sein Rassismus und seine Radikalisierung machen mir Sorgen. Wie kann sich unsere Gesellschaft dagegen schützen ?““
Diese Aussage finde ich auch ungeheuerlich und nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt. Schon klar: wer gegen den Islam das Wort erhebt, ist Rassist. Vielleicht führen die bei der Taz ja bald die Scharia ein oder machen Frau Chebli zur Chefredakteurin.
Kenechukwu Chinazam Udeokpala und anderes

Womit soll ich anfangen? Was schlägt mein E-Mail-Programm vor?
Die Iden des Merz. Wer weiß, was wirklich geschieht? Liefert Deutschland Waffen an Israel – und welche?
Ich hätte das an Merz‘ Stelle so gemacht. Ich hätte Netanjahu angerufen und ihm gesagt: Schalom, Benjamin, ich habe ein Problem. Du weißt vermutlich (und wenn nicht, frage den Mossad), dass mich mein Koalitionspartner SPD mit seinen muslimischen Wählern (andere haben sie ja kaum noch) erpresst. Dann ist da auch noch die Geschichte mit Frauke, die dumm gelaufen ist. Ich muss also symbolisch irgendwas tun, um die Idioten ruhig zustellen. Ich werde also behaupteten, dass wir euch keine Waffen mehr liefern, die ihr auch in Gaza benutzen könntet. Es wird einen Shitstorm geben, aber den sitze ich aus. In Wahrheit werden wir natürlich alles liefern, was ihr braucht, um die Drecksarbeit für uns zu machen, notfalls über Mittelsmänner… äh und Mittelsfrauen. Lehitraot!
Ich fürchte aber, dass der Kanzler gar nicht so klug ist. Wir brauchen vermutlich einen anderen Vorsitzenden des Ausschusses, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet. Und Reden hört er auch nicht zu. Andere wollen, dass er sein Gesicht wahren kann.

Die Israelis sind einfach zu gutmütig. Warum lassen sie solche Gestalten ins Land? Weil es den Unterhaltungswert erhöht wie Meme auf Instagram?
Was die üblichen Verdächtigen sagen, ahnt man schon: Der Iran hat Marz zu seiner Entscheidung gratuliert, und Frau Chebli natürlich auch. Muss man da noch „Gesäße auf Eimern“ anmerken? Oder wächst da etwas zusammen, was immer schon zusammengehörte?
Wenn mir die Mullahs und gefühlte „Palästinenser&%_Innen“ applaudieren, dann weiß ich, dass ich etwas total falsch gemacht habe.

Pack aus Neukölln
„Die #Linke in Berlin-Neukölln veranstaltet ihr Sommerfest unter dem Motto „#Neukölln steht zusammen für #Palästina“ zusammen mit einer Unterstützergruppe der Hamas.“ Für alle diese so genannten „Linken“: One-Way-Ticket nach #Gaza! #IStandWithIsrael
Das Büro dieses Antisemitenpacks ist ganz in meiner Nähe. Sollte ich die mal besuchen?
Tage des Zorns

Albrecht Dürer ist zum Thema unübertroffen, aber die KI ist auch nicht schlecht.
Nein, natürlich verfolge ich die Weltläufte alles. Ich google auch nach „Hannover“ und „Gaza“ und wende ich wieder mit Grausen ab.
Palim, palim. Guten Abend. Darf ich mit Ihnen über die Apokalypse reden? Nein? Dann noch einen schönen Abend!
Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.
Krieg und Experten für Krieg, entsetzliche Videos von Geiseln. Vulkanausbrüche. BrahMos.
Da sah ich und siehe, ein fahles Pferd; und der auf ihm saß, heißt der Tod; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde.
Der Bundeskanzler meint, er müsse Israel vorschreiben, was zu tun und zu lassen sei. (Einfach mal die Kresse halten!) Es ist alles nicht zum Aushalten. Estland baut Tore an der Grenze zu Russland.
Und ich sah: Das Lamm öffnete das sechste Siegel. Da entstand ein gewaltiges Beben. Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand und der ganze Mond wurde wie Blut. Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt. Der Himmel verschwand wie eine Buchrolle, die man zusammenrollt, und alle Berge und Inseln wurden von ihrer Stelle weggerückt
Merksatz. Wer einen Krieg beginnt und dann verliert, sollte sich nicht zum Opfer stilisieren. Die Deutschen waren ein Tätervolk und Mitläufer. Die Araber in Gaza sind kein „Volk“, aber Täter und Mitläufer. Selbst schuld – wie die Einwohner von Dresden.
Und der erste Engel posaunte: und ward ein Hagel und Feuer mit Blut gemenget, und fiel auf die Erde. Und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grün Gras verbrannte. Und der andere Engel posaunte: und es ward als ein großer Berg mit Feuer brennend, ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meers ward Blut; und der dritte Teil der lebendigen Kreaturen im Meer starb, die Leben hatten; und der dritte Teil der Schiffe verderbet. Und der dritte Engel posaunte: und es fiel ein großer Stern vom Himmel, brennend wie eine Fackel; und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme, und auf die Wasserbrunnen. Und des Sterns Name heißet Wermut. Und der dritte Teil der Wasser ward Wermut; und viele Menschen starben von den Wassern, denn sie waren bitter worden. Und der vierte Engel posaunte: und ward geschlagen der dritte Teil der Sonne, und der dritte Teil des Mondes, und der dritte Teil der Sterne, dass der dritte Teil verfinstert ward, und der Tag nicht scheinet den dritten Teil, und die Nacht desgleichen.
Nein, Alice Weidel ist nicht tot.
Und die vier Engel wurden losgebunden, die bereit waren auf die Stunde und auf den Tag und auf den Monat und auf das Jahr, dass sie töteten den dritten Teil der Menschen. Und die Zahl des reisigen Heers war viel tausend mal tausend; ich hörte ihre Zahl. Und also sah ich in Gesichte die Pferde, und die darauf saßen, dass sie hatten feurige und blaue und schwefelgelbe Panzer; und die Häupter der Pferde waren wie der Löwen Häupter, und aus ihren Mündern ging Feuer und Rauch und Schwefel.
Soll ich im Oktober den Tempelberg besuchen? Nein, Tagesschau, die Anerkennung eines „palästinensischen“ Staates ist mitnichten ein Thema, nur bei euch. „Israelische Regierung reagiert kaum auf Druck“. Würde ich auch nicht. Man kennt das alles schon. Ich würde noch zusätzlich den Mittelfinger zeigen.
Und er sagte zu mir: Versiegle dieses Buch mit seinen prophetischen Worten nicht! Denn die Zeit ist nahe..
Lügenqualitätsmedien oder: Unter Zurückrudernden
Richard C. Schneider schrieb in der NZZ: „Israel at risk of losing the propaganda war – In a fragmented media landscape, Israel is finding it hard to sell its version of events in Gaza. Images of suffering and destruction are transforming its global image from that of small threatened state to arrogant aggressor.“
Man wundert sich schon, dass in Deutschland fast unisono auf Israel eingedroschen wird und jede Hemmung fallen gelassen wird. Auch wenn man von ausländischen Medien abschreibt, wird es nicht besser. Jetzt hat es die New York Times aber kräftig erwischt:
The New York Times is facing scrutiny after issuing a quietly placed correction to its widely shared Gaza famine story, one that critics say reached only a fraction of its audience. The editors’ note, published Tuesday, acknowledged that the emaciated toddler featured on the front page of the Times last week suffers from severe preexisting medical conditions unrelated to the war, a fact omitted from the original coverage.
The correction was appended to the online article and posted to the Times’ public relations account on X, which has fewer than 90,000 followers. It did not appear on the Times’ main account, followed by over 55 million users. By then, the image and story had already gone viral and been cited globally as emblematic of famine in Gaza.
Vermutlich denken die Damen und Herren Antisemiten, man müsse nur mit Dreck schmeißen – irgendwas werde schon hängenbleiben. Man muss die hiesige Springer-Presse loben:
Es gibt viele Aufnahmen, die das Leid der Menschen im Kriegsgebiet Gaza zeigen. Eine wurde besonders berühmt. Sie zeigt ein ausgemergeltes, knochiges Kind in den Armen seiner Mutter. Das Foto schaffte es auf die Titelseiten der renommierten „New York Times“ und der „Washington Post“. Auch CNN, die BBC, der „Guardian“, die „Daily Mail“, die britische „Times“ und viele mehr verbreiteten es weiter. Der „Stern“ druckt ein Foto des Kindes im Heft und bebildert damit seine Titelgeschichte. Die ZEIT titelt dazu: „So sieht Hunger aus“.
Doch nach der weltweiten Veröffentlichung des Fotos kam heraus, dass der Junge vor allem schwer krank ist. Der 18 Monate alte Junge leidet seit seiner Geburt an einer Behinderung, mutmaßlich verursacht durch eine geerbte genetische Erkrankung.
Haben die eigentlich überhaupt nicht recherchiert oder zu wenig oder gleich von der Hamas ab geschrieben? Übrigens wurde der Junge auf dem besagten Foto in Israel behandelt.
Wir haben also „errors, omissions, and poor editorial supervision“ (Fehler, Auslassungen und schlechte redaktionelle Aufsicht). Das gilt für die deutsche Presse um so mehr.
Andererseits hatte die New York Times vor einem Jahr laut Intercept schon geahnt, was kommen würde:
The New York Times instructed journalists covering Israel’s war on the Gaza Strip to restrict the use of the terms “genocide” and “ethnic cleansing” and to “avoid” using the phrase “occupied territory” when describing Palestinian land, according to a copy of an internal memo obtained by The Intercept. The memo also instructs reporters not to use the word Palestine “except in very rare cases” and to steer clear of the term “refugee camps” to describe areas of Gaza historically settled by displaced Palestinians expelled from other parts of Palestine during previous Israeli–Arab wars. The areas are recognized by the United Nations as refugee camps and house hundreds of thousands of registered refugees.
Geholfen hat es wenig. Einer der Leitsätze des Springer-Konzerns ist: „Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel“. Ich kann mich an ein sinngemäßes Statement Hermann L. Gremlizas dazu erinnern, warum der Verleger Axel Springer das eingeführt habe: „Weil er seine Pappenheimer kennt.“
Christian Walther, ein ehemaliger Vorsitzender des DJV Berlin, schrieb auf Facebook, die Haaretz sei Israels führende liberale Tageszeitung“. Die Deutschen mögen das Führende, aber in diesem Fall – und in den meisten anderen auch (außer beim Formel 1-Rennen) ist es einfach Blödsinn. Die Haaretz ist so „führend“ wie die Junge Welt hierzulande. Mal sehen, ob die auch eine Richtigstellung drucken?
Die Unterwerfung
Berliner Zeitung: „In Berliner Schulen eine gängige Option, in Gelsenkirchen nun verbindlich: Die Gesamtschule Erle kocht ab dem neuen Schuljahr ausschließlich nach islamischen Speisevorschriften.“
Warum nicht koscher?
Krieg der Bilder
Perlentaucher: „In der FAZ greift Matthias Rüb den Skandal um die Fotos von kranken palästinensischen Kindern auf, die seit Juni in Italien wegen Krankheiten wie Mukoviszidose (einer vererbten Stoffwechselerkrankung), zerebraler Kinderlähmung und Hypoxämie (Sauerstoffarmut im Blut) behandelt werden, deren Bilder jedoch von zahlreichen, auch seriösen Presseorganen benutzt wurden, um den Zustand der Kinder in Gaza zu illustrieren (unsere Resümees hier und hier). Die italienische Tageszeitung Il Fatto Quotidiano lieferte dafür ein besonders perfides Beispiel, erzählt Rüb. Sie publizierte das Bild des an Mukoviszidose leidenden abgemagerten Osama al-Raqab unter der Überschrift „Se questo è un bambino“, eine deutliche Anspielung auf Primo Levis 1947 erschienenes Buch ‚Se questo è un uomo‘, in dem Levi „die Geschichte seines Überlebenskampfes in Auschwitz protokollierte. Das Buch erschien 1961 in deutscher Übersetzung unter dem Titel ‚Ist das ein Mensch?‘. Entsprechend wäre die Titelzeile der Zeitung mit ‚Ist das ein Kind?‘ ins Deutsche zu übertragen. Das von der Zeitung suggerierte Narrativ ist klar: Was Palästinenser wie das abgebildete Kind zurzeit im abgeriegelten Gazastreifen erleiden, soll mit dem Schicksal des Turiner Juden Primo Levi in dem deutschen KZ Auschwitz assoziiert werden. Die Opfer des Holocausts, so wird insinuiert, sind zum Tätervolk des Völkermordes an den Palästinensern geworden.“ Und wenn es dafür keine Beweise gibt, muss man sie eben fingieren.“
Und: „Israel droht den Krieg der Bilder zu verlieren, fürchtet Richard C. Schneider in der NZZ: „In einer zunehmend polarisierten, identitätspolitischen Welt, in der Unterdrückung und Widerstand oft in festen Mustern gedacht werden, fällt es Israel schwer, sich als angegriffenes Land zu positionieren. In vielen Köpfen ist der Staat nicht das Opfer, sondern der Aggressor – unabhängig von der Vorgeschichte des 7. Oktober. Diese Dynamik wird durch soziale Netzwerke verstärkt, wo Meinung und Narrative durch Wiederholung zur vermeintlichen Realität werden. Gaza ist somit auch ein Brennglas unserer medialen Gegenwart: ein Ort, an dem sich die Macht der Bilder, die Grenze von Fakten und die Frage nach der Wahrheit auf tragische Weise vereinen.“
Einfach traumhaft
Georgetown, 22.2. [Guyana 1982]
Liebe Eltern!
Vielleicht rufen wir von Trinidad aus per R-Gespräch an, das ist der einzige Ort, wo es möglich ist. Wenn ihr also Englisch am Telefon hört, legt nicht auf, sondern antwortet „yes“,
Wir haben eure Post erhalten, in Manaus war allerdings nichts, nur eine Karte von Susannes Mutter aus Israel.

Das Takatu-Guesthouse in Lethem, Guyana, fotografiert im Februar 1982. Heute steht da offenbar ein Neubau. (Vgl. Rebellion in der Rupununi, 21.10.2012 sowie Termiten in der Rupununi, 10.07.2011)
Wir sind heute hier [Georgetown, Guyana] angekommen, nachdem wir zuletzt vor ca. 3 Wochen aus einem kleinen Ort an der Grenze zwischen Kolumbien und Brasilien geschrieben hatte. Vielleicht ist der Brief ja angekommen. Wir haben uns entschieden, nicht mehr nach Surinam zu fahren, sondern ein paar Tage zuerst nach Tobago, dann nach Trinidad, dann 2 Wochen Grenada und zum Schluß Barbados. Wir werden versuchen, in Trinidad unseren genauen Rückflugtermin zu buchen, sodaß wir unseren letzten Brief aus St. Georges/Grenada losschicken werden mit genauer Ankunftszeit. Ich nehme an, daß H. und A. uns in Luxemburg abholen werden und war dann nach Unna kommen werden. Aber was soll’s, wir haben ja noch fast 6 Wochen karibische Sonne vor uns und vermutlich noch mehrere Sonnenbrände.

Die Transamazonica von Manaus nach Boa Vista in Brasilien (das Foto hatte ich schon 1980 gemacht)
Wir sind ein bißchen erschöpft, obwohl wir eine Woche in totaler Stille und Abgeschiedenheit auf einer Ranch im Westen Guyanas verbracht haben. Die Vorgeschichte dazu war wieder etwas anstrengend: 26 Stunden mit dem Bus durch den Amazonas-Urwald von Manaus in Richtung Norden nach Boa Vista im Dreiländereck Guyana/Venezuela/Brasilien. Das ist die einzige Straße in Richtung Norden, ist erst 1977 fertiggestellt und bis vor kurzem fuhren die Busse nur im Konvoi, weil die um ihr Land betrogenen Indianer Überfälle veranstalteten.
Wir verloren mitten in der Nacht die beiden linken Hinterräder, weil die Schrauben sich auf der Schotterpiste gelöst hatten. Heute morgen ging noch die Benzinpumpe kaputt, aber die beiden Fahrer schafften es dann doch noch völlig verdreckt und verschwitzt (sowieso), uns in Boa Vista abzuliefern. Boa Vista ist ein völlig isoliertes Provinznest [das ist heute anders], mit Straßen, Gebäuden und Busbahnhof für die Zukunft gebaut, aber alles verrottet, weil die Zukunft noch keinen Einzug gehalten hat.

Kathedrale Cristo Redentor, Boa Vista, Roraima, Brasilien, fotografiert Februar 1982. Boa Vista liegt nicht weit von der Grenze zu Guyana entfernt, in das ich anschließend reiste (1980 und 1982). Nicht weit von Boa Vista entfernt ist Normandia: „Normandia takes its name from the region of Normandy in France, the birthplace of settler Henri Charrière, better known as „Papillon“. Charrière was sentenced to serve time in a maximum security prison on Devil’s Island in French Guiana. He and several inmates managed to escape from French Guiana to Brazil and settled in the area of present-day Normandia.“ Vgl. „Gute Aussicht für Papillon“ 01.07.2028
Nach vorsichtigem Herumfragen verwies man uns zum Apotheker (!) zum Geldwechseln, weil die Banken keine Guyana-Dollars verkauften, obwohl die Grenze nicht weit weg und kein anderer Ort dazwischen ist. Der Apotheker sagte erst, er hätte keine Guyana-Dollars, aber nachdem wir ihm deutlich gemacht hatten, daß wir nicht brasilianische Cruzeiros, sondern amerikanische Dollars hatten, hellte sich seine Miene auf und er sagte, das sei natürlich etwas anderes. Wenn wir in Georgetown [Guyana] getauscht hätten, hätten wir für 1 US-$ 2.60 Guyana-Dollar bekommen, der ehrenwerte Herr Apotheker gab uns für 200 US $ ganze 1000 Guyana-Dollar, sodaß sich für uns alle Preise in Guyana halbieren, sonst könnten wir uns hier auch überhaupt nichts leisten, alles ist schrecklich teuer. –

Der Rio Branco nordwestlich von Boa Vista, Roraima, Brasilien (ungefähr hier). Das Foto habe ich 1980 gemacht. Die Berge im Hintergrund sind die Kanuku Mountains in Guyana (vgl. Rio Branco, 13.09.2016).
Zur Ranch: Im Westen Guyanas liegt ein sehr interessantes Gebiet, die einzige Savanne Amerikas, sonst gibt es nur noch Savannengebiete in Südafrika. Es gibt nur einen einzige Ort Lethem hatte 2012 1702 Einwohner] mit weniger als 1000 Einwohnern in diesem Gebeite, das halb so groß wie die Bundesrepublik ist. Von diesem Ort (Lethem) kann man über das Gebirge an die Küste fliegen, was wir auch gemacht haben. Sonst gibt es ein paar Indianer-Dörfer und ein paar riesige Ranches, die Rinder züchten.

Die Rupununi-Savanne im Westen Guyanas in der Nähe der Manari-Ranch, fotografiert Ende Februar 1980. Ich war auch schon einmal 1980 da. Aber beim ersten Mal war meine Kamera kaputt, weil sie in Brasilien in den Rio Branco gefallen war. Ich habe daher von meinem ersten Aufenthalt in Guyana keine Fotos (vgl. „Weites Land“, 22.07.2022).
Eine halbe Stunde mit dem Jeep von der Grenze war eine solche Ranch, das „Manari Ranch Hotel„, das exklusive Zimmer hatte (nur 8 und wir waren die einzigen Gäste), sogar Duschen (Wasserleitungen gibt es natürlich nicht, aber die Flüsse sind sauber), und [man] servierte sagenhafte 4 Mahlzeiten am Tag, inklusive „Tee“ um 5 auf gute englische Art (Guyana war bis vor wenigen Jahren englische Kolonie, man spricht auch Englisch).
Wir konnten reiten, im Fluß schwimmen, ein Boot stand zu unserer Verfügung, ein alter englischer Billartisch, der Blick von unserem Fenster gibt über eine sandige Ebene mit kargem Buschwerk und bis zu 4m hohen Termitenhügeln, am Horizont eine blau-graue Bergkette – einfach traumhaft.

Rupununi-Savanne in der Nähe der Manari-Ranch, Guyana, fotografiert Ende Februar 1980. Im Hintergrund die Kanuku-Mountains.
Das Ganze für 60 DM für 2, uns bei unserem Umtauschkurs wasen das 15 DM alles inklusive für eine Person – Voraussetzung war allerdings, daß wir das Geld über die Grenze schmuggeln mußten, weil die Einfuhr von Guyana-Dollar verboten ist. Wir hatten uns zum Glück schon in Berlin eine Sondergenehmigung der Regierung in Georgetown besorgt, uns in der Savanne aufhalten zu können (wegen eines Aufstands der Rancher und der Indianer in den frühen 70-er Jahren lassen sie normalerweise keinen dahin) und alles lief bestens – unser Geldgürtel ist ein Geld wert.

Paddeln auf dem Manari River (vgl. „Vorschau Paddeln“, 18.04.2018).
Die einzige unangenehme Begleiterscheinung war, daß Suanne 1 Woche lang Durchfall hatte, woher, wissen wir nicht. Und ich eine Kombination von Muskelkater und Sonnenbrand vom Rudern auf dem kleinen Fluß.
Beim Flug nach Georgetown mußten wir überrascht feststellen, wie schwer unser Gepäck mittlerweile schon ist – zusammen fast 50kg! [D.h. mein Rucksack war rund 30kg schwer, weil meine Begleiterin nicht so viel tragen konnte.] Wir werden auf Barbados alles überflüssige Zeug verkaufen oder verschenken.
Hier in Georgetown ist es schwül und drückend warm wie vor einem Sturm, und wir haben kaum die Energie, uns fortzubewegen. Heute waren wir den ganzen Tag im Zoo und im botanischen Garten, anschließend cninesisch essen – die vielen Chinesen hier sprechen fast alle nur ein paar Worte Englisch – immer nur einer in der Familie, dafür ist das Essen aber richtig chinesisch. Als wir nach längeren Verhandlungen endlich statt Messer und Gabel Stäbchen bekamen, mußte erst einmal – wie überall – das gesamte Küchenpersonal kichernd um die Ecke schauen.

Guyana Zoological Park, Georgetown, 1982 – wahrscheinlich der einzige Zoo einer Hauptstadt eines Landes, der keine Website hat. Die Vögel sind Eigentliche Aras.(vgl. „Eigentliche Vögel“, 26.07.2022>)
Wir hoffen, hier vor Sonntag noch wegfliegen zu können Richtung Trinidad – die nächste Post (und die letzte, wenn nichts wichtiges mehr passiert) in ca 2. Wochen von Grenada.
Bitte Grüße an alle, ich schreibe keinen Karten mehr […] sonst haben alle mindestens eine bekommen – wir werden ja sehen! Grüße auch von Susanne
Burkhard
Ich weiß nicht. wo J.s Brief angelangt ist – ich habe den Eindruck, daß ich meine gesamte Post in Manaus nicht bekommen habe, weil der Schaltermensch meinen Namen überhaupt weder lesen, schreiben noch aussprechen konnte.
Fakten schaffen

Ich habe da eine persönliche Verschwörungstheorie.
Zwei Ereignisse, die fast an demselben Tag stattfinden: Der französische Präsident Macron will einen real nicht existierenden Staat Liberland „Palästina“ anerkennen (Oder hat er sich vertan und meint Achsivland?). Und das israelische Parlament will die Souveränität Israels über Samaria und Judäa sichern. Man vermeidet den Begriff Annexion (die russische Propaganda – also automatisch voll gelogen – behauptet natürlich etwas anderes). „Finance Minister Bezalel Smotrich wrote on X/Twitter, „I thank President Macron for providing an additional — and most compelling — reason to finally implement Israeli sovereignty over the historic regions of Judea and Samaria.““
Meine Theorie: Der Mossad weiß bestimmt, was die französische Regierung wann und wo und was verlautbaren will. Also kam man Macron zuvor. Außerdem ist unklar, was der Muslimfreund Macron eigentlich anerkennen will. Meint er wirklich, Israel würde den Osten Jerusalems irgendeinem korrupten arabischen Warlord übergeben? Der ist doch irre!
Ich hätte aber eine Lösung: Warum nicht einen Staat „Palästina“ in Gaza? Und nur da? Das wäre doch ein schöner Kompromiss. Hauptstadt Khan Younis. Aber das fänden wiederum auch nicht alle gut.
Die bürgerliche Presse kommentiert: „Mit seiner Ankündigung über die Anerkennung eines Palästinenserstaates zielt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf die Muslime im Land ab. Unter französischen Juden ist die Empörung groß. Und ausgerechnet Marine Le Pen steht nun als bedingungslose Verteidigerin Israels da.“
ChatGPT: „Wahlberechtigte 2022 in Frankreich: ca. 48,75 Millionen
Geschätzter Anteil muslimischer Erwachsener: etwa 10 % → ca. 4,8 Millionen Wahlberechtigte Muslime“.
Das wird in Deutschland in ein paar Jahren ähnlich sein und wurde von Sawsan Chebli schon vorhergesagt. Der SPD-Politiker Faktenchecker behaupten: „Nein, Ralf Stegner hat nicht gesagt, dass es eine Islamisierung gibt und sich keiner daran stört.“ Was hat er denn gesagt? „Die meisten Menschen haben kein Problem, dass ihre Gemeinde islamisiert wird, sie haben aber sehr wohl ein Problem damit, dass sie vielleicht die Miete nicht bezahlen können, die Rente nicht reicht, die Pflege nicht geregelt ist oder ihr Arbeitsplatz wackelt oder die Ausbildung nicht da ist.“ Ach. Ach was.
Die deutsche Regierung möchte jetzt nicht einen fiktiven Staat Palästina anerkennen. Aber auf lange Sicht wird die SPD sowieso umfallen wie immer. Woher sollten sonst ihre Wähler kommen – wenn nicht von den Muslimen?

Miszellen

Ich habe noch ein paar Nachrichten aufbewahrt, die ich dem Publikum nicht vorenthalten will. Also Israel benutzt übernatürliche Kräfte? Das macht neugierig. Welche sollen das denn sein? Mit welchem höheren und niederen Wesen kooperieren die? Und warum helfen die nicht den Persern? Wurden sie gar bestochen?
Wie verstrahlt muss man sein, um so etwas ernsthaft zu behaupten? „Der schiitische Geistliche Mostafa Karami erklärte 2024 in einer religiösen Sendung, dass „zionistische Kräfte seit jeher über Kenntnisse zur Kontrolle von Dschinn verfügen und eine geheime dämonische Armee besitzen“.“
Das erinnert mich an eine Szene, die ich auch in „Die Konquistadoren“ beschrieben habe: Als die Spanier das heutige Kolumbien eroberten und die Muisca sich zum Kampf stellten, trugen letztere die Mumien ihrer Vorfahren vor sich her, um die Gegner zu beeindrucken. Die Konquistadoren waren es nicht. Ich finde, dieser „mentale“ Unterschied, um nicht von „geistiger Entwicklung“ zu reden, erklärt einiges.
Dazu passt eine Meldung der Jerusalem Post : „IAF’s top ace and most decorated pilot, passes away at 87“. – „One of his most remarkable feats occurred when he found himself alone against 20 Egyptian aircraft. Epstein shot down four before being forced to return to base due to fuel shortages.“ Einer gegen 20? Welche übernatürlichen Kräfte waren da im Spiel?

Jetzt ganz real: Diese Fliege gibt es wirklich. Also wenn es jetzt um und um den islamistischen Plumpsklos herum summt, dann wissen wir: Das ist der Mossad!
„The IDF is phasing out off-the-shelf Chinese drones and demanding homegrown solutions—boosting national industry resilience.“ Ach. Die IDF kauft vom Kommunismus? Das kann ja heiter werden.

Apropos Roboter: „OpenAI’s experimental o1 language model attempted to copy its code and data to external servers after staff warned the system it would be shut down, Fortune reported, citing people familiar with the incident. Engineers detected the unsanctioned transfer in progress, halted the process and confronted the model, which then denied making the attempt.
The episode has renewed questions about safeguards surrounding advanced artificial-intelligence systems and their capacity for autonomous action. OpenAI has not publicly commented on the report, and Fortune said an internal review is under way.“
Har har. Die Meldung auf Instagram war übrigens unterlegt mit Hans Zimmers Time.

And now for something completely different. Ich kokettiere auch mit „radikalen und autoritären Kräften„. Werde ich jetzt beobachtet, und was heißt das genau? Lesen die Schlapphüte nach, was über mich in den Qualitätsmedien steht oder gar im Weltnetz?
Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank…
Nachtrag aus der bürgerlichen Presse: „Als besonders eitel fielen auf:
▶︎ Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (44, Grüne) lag mit 20.849 Euro ganz vorn. Das bedeutet: an jedem Tag 248 Euro nur fürs Schminken.“ Jemand kommentierte das so: „Diese Menge könnte nur ein Maurer aufbringen. Anwurf mit Kelle …..“
Frauenbefürwörter
Man könnte sich kaputtlachen, wenn es nicht so traurig wäre. Die von der taz meinen das ernst. Natürlich sind „die Rechten“ erfreut, dass Frauke Brosius-Gersdorf durchgefallen ist. Als typisch deutscher Journalist muss man noch „liberale“ Juristin schreiben, damit die Leser wissen, wer die Guten und die Bösen sind. (Von allein kämen die nicht darauf.) Aber wird die Dame damit qualifizierter?
Wer für ein AfD-Verbot ist, ist automatisch ungeeignet als Verfassungsrichter bzw. als Kandidat. Wer Parteien verbieten will, hat (bisher) so hohe juristischen Hürden zu überwinden, dass es – insbesondere bei der AfD – völlig aussichtslos ist. Das hält die natürlich nicht auf, auf Biegen oder Brechen ein Verfahren anzuleiern, was sich ohnehin über Jahre hinziehen würde und damit der AfD noch mehr Stimmen brächte.
Geschlecht ist also für die taz ein politisches Programm? Oder was soll Brosius-Gersdorf, die einen Menstruationshintergrund hat, als Verfassungsrichter bringen? Die juristische Qualifikation hat niemand in Frage gestellt. Aber man weiß natürlich, wohin die Häsin läuft. Das politisches Milieu, das die taz bedient, möchte gut sein. Was das ist und welche Lichterkette gerade hochgehalten werden muss, weiß jeder. Das Thema Abtreibung ist eher irrelevant. Auch dass die von der taz-Journaille hofierte Dame für klassistische Sprachesoterik aka Glottischlagerei aka Sonderzeichen in Wörtern und Gender-Schluckauf steht, ist nur Feuilleton, bedeutet also nicht wirklich etwas.
Apropos Milieu: Trotzki nennt es das „neue Kleinbürgertum – die Arbeiterbürokratie“, also Leute, die sich mitnichten „proletarisch“ fühlen, wie etwa Angestellte jedweden Dienstgrades, es aber ökonomisch sind. (Das „alte“ Kleinbürgertum ist nach Engels „ein Arbeiter, der sich vom modernen Proletarier dadurch unterscheidet, dass er noch im Besitz seiner Arbeitsmittel ist; also ein Überbleibsel einer vergangenen Produktionsweise“.)
Gerade dieses Milieu, das sich als etwas Besseres fühlt als das gemeine (sic) Volk nach dem Motto „nach oben buckeln, nach unten treten -, ist anfällig für herablassendes Getue und Klassendünkel, das als Klassismus definiert ist. Wer Currywurst isst, nicht gendert, wer „Elektroneger“ sagt für Leute, die Sonnenstudios besuchen, und auch kein Lastenfahrrad fährt, ist böse. Igitt. Alle Nazis außer Mutti.
Gut, dass wir darüber geredet habe, obwohl es sinnlos ist. Ich sage als Trotzki- und Engels-Zitierer: Gut, dass Brosius-Gersdorf kein Verfassungsrichter (sic) wird.

































