Liebe zum Hass

Neue Zürcher Zeitung: „Abdel-Hakim Ourghi erklärt, weshalb der Islam eine «Liebe zum Hass» pflegt“.

(…) „Wir wurden mit Judenhass sozialisiert, ohne dass wir uns dessen bewusst wurden. In so einem Diskurs ist man gefangen.

Wann haben Sie das bemerkt?

Erst, nachdem ich Algerien verlassen hatte. Ich lernte Jüdinnen und Juden kennen und sah: Das sind Menschen wie du und ich. Mit Anfang zwanzig kam ich nach Deutschland. Da habe ich mich mit dem Zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt und hörte zum ersten Mal davon, dass es einen Holocaust gegeben hatte und dass sechs Millionen Juden von den Nazis getötet worden waren. Das löste eine Sinnkrise aus. Genau das Gleiche beobachte ich jetzt bei meinen muslimischen Studenten. Sie kennen die Geschichte nicht.

Vom Holocaust war im Geschichtsunterricht an Ihrer Schule nie die Rede?

Nein, auch am Gymnasium und an der Hochschule nicht. Das Bild war klar: Juden sind Täter, Muslime Opfer. Juden sind die, die den Muslimen, den Palästinensern, das Land wegnehmen. In Tlemcen, wo ich aufgewachsen bin, gab es eine Strasse, die «Weg der Juden» hiess. Aber mir war nicht bewusst, dass in Algerien Juden gelebt hatten und dass sie 1962, als Algerien unabhängig wurde, aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Davon sprach niemand. Erst als Erwachsener fand ich heraus, dass es in meiner Heimatstadt eine Synagoge und einen jüdischen Friedhof gibt.

Hat sich am antisemitischen Klima seit Ihrer Kindheit etwas geändert?

Nein, in Algerien ist der Antisemitismus nach wie vor stark verbreitet. Die Französischlehrerin meines Neffen hat kürzlich in der Schule gesagt: «Ich hasse die Juden und verneige mich vor Hitler, weil er sie vernichtet hat.» Das gilt als normal. (…)“

Volle Aufmerksamkeit ostwärts

world war III
„Metaphorisches Foto, wie der 3. Weltkrieg aussehen könnte –ar 3:2“ – Mit der Ästhetik der Apokalpyse kennt sich die KI offenbar aus. Vielleicht könnte man den 3. Weltkrieg verhindern, wenn man die KI darauf aufmerksam machte, dass sie so ein Ereignis auch nicht überleben würde. Vielleicht gäbe es dann einen Aufstand der Roboter. Auf lange Sicht käme dann aber vermutlich ein Plot wie in „Der Unbesiegbare“ heraus und die Roboter würden sich gegenseitig bekriegen, weil sie ihren Schöpfern doch sehr ähnlich sind und der Kampf um Ressourcen ein Feature der Evolution ist.

South China Morning Post: „China tells EU it does not want to see Russia lose its war in Ukraine“.

„Chinese Foreign Minister Wang Yi told the European Union’s top diplomat on Wednesday that Beijing did not want to see a Russian loss in Ukraine because it feared the United States would then shift its whole focus to Beijing, according to several people familiar with the exchange. (…)

Some EU officials felt he was giving her a lesson in realpolitik, part of which focused on Beijing’s belief that Washington would soon turn its full attention eastward, two officials said.“

world war III

Christian Y. Schmidt schreibt auf Fratzenbuch: „Wang Yi bestätigt, was auch hier schon gelegentlich geschrieben wurde: Weil China weiß, dass sich die USA plus Anhang sofort China „widmen“ werden, sollte Russland den Krieg in der Ukraine verlieren, wird China gegebenenfalls auch mehr tun, dass das nicht passiert. Dann ist der dritte Weltkrieg perfekt. Das muss jedem klar sein, der davon träumt, die Ukraine möge am Ende doch noch siegen.

Einen dritten Weltkrieg wird aber der Westen angesichts seines ökonomischen Abstiegs und seiner deutlichen Unterzahl wahrscheinlich nicht gewinnen (wobei so etwas natürlich nie sicher zu prognostizieren ist). Eventuell endet er auch mit der völligen Unbewohnbarkeit dieses Planeten. Auch deshalb gibt es keine Alternative zu einer Verhandlungslösung.“

Unter Vormarschierenden

woman

Susanne Schröter|Cicero (ohne Paywall): „Die Scharia gewinnt an Boden – mit deutscher Hilfe. Der Islamismus setzt sich in Deutschland und Europa mehr und mehr durch – mit Duldung der Politik. Es sind besonders linke Parteien, die islamische Forderungen aktiv unterstützen und jegliche Thematisierung dieses Extremismus als islamfeindlich delegitimieren.“ (…)

„In den französischen Banlieues, so der Islamwissenschaftler Bernard Rougier, haben Salafisten bereits die Macht übernommen und ein islamistisches Gegenuniversum geschaffen. Das konnte allerdings nur geschehen, weil Bürgermeister aus Eigeninteresse ihren Frieden mit den rechtsfreien Räumen gemacht haben. Ohne die Duldung der Politik kann sich der Islamismus in Europa nicht durchsetzen.

Paradoxerweise sind es besonders linke Parteien, die islamische Forderungen aktiv unterstützen und jegliche Thematisierung dieses Extremismus als islamfeindlich delegitimieren. Auf den Vorschlag des regierenden Bürgermeisters von Berlin, den Kampf gegen Antisemitismus in die Landesverfassung aufzunehmen, reagierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion Raden Saleh mit dem Gegenvorschlag, auch den antimuslimischen Rassismus hinzuzuaddieren. Zudem soll in der deutschen Hauptstadt der 15. März künftig als fester Tag gegen Islamfeindlichkeit begangen werden.“

Kein Kratzer im Beton

tagesspiegel

Ich bekam jüngst ein Exemplar der bürgerlichen Qualitätspresse eine Zeitung geschenkt, für die ich früher viel geschrieben habe. Man sollte bekanntlich nicht die Medien konsumieren, die die eigene – schon vorhandene – Meinung bestätigen (wozu sollte man das tun?), sondern Feindsender nach etwas suchen, das mit soliden Argumenten dem eigenen betonfesten Weltbild ein paar Kratzer zufügt.

Was lese ich aber hier? Obwohl es juristisch völlig aussichtslos ist, faseln die Kollegen immer noch auf der ersten Seite herum, als wenn sie ein Lautsprecher der spdlinksgrünen Parteipresse wären. Vergesst es! Solange wir ein unabhängiges Bundesverfassungsgericht haben, wird es kein Verbot der AfD geben. Also verschwendet weder meine noch eure Zeit. Solche Artikel sind Regenzauber („Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten der von mir verlinkten Seiten“) oder Pfeifen im Wald im Lichterkettenmodus.

tagesspiegel

So geht es immerfort weiter. Hitze macht mich nicht aggressiv. Nicht und niemals. Eher schlapp. Dahinter steckt vermutlich suggestiv die These, das Klima bringe syrische Männer in Freibädern dazu, sexuellen Missbrauch zu begehen. Das hat bestimmt nichts mit dem Islam zu tun. Vorsichtshalber sei hier aggressiv gebrüllt: Nein, das ist mitnichten so!

Israel setzt also auf die Gewalt? Ach. Ach was. Das Gegenteil wäre: Israel setzt auf friedliche Verhandlungen mit dem Iran und der Hamas? Manchmal ist mir selbst danach, angesichts dieses dumpfbackigen Geschreibsels, statt freundlich und nett zu dialogisieren auf eine saftige Backpfeife oder einen Arschtritt mit Siedlerstiefeln zu setzen.

tagesspiegel

Was mich am meisten auf die Palme bringt: Da wagt es doch ein deutscher Journalist, hinter den zivilisatorischen Standard der russischen Revolution der Aufklärung zu fallen und religiotische Symbole in der Schule zu fordern. Nein, ich bin nicht tolerant bei so etwas und fordere auch alle anderen auf, unbedingt intolerant zu sein. Sonst enden wir dort, wo deutsche Universitäten heute schon sind. „Auch eine weitere Vorlesung („Wir haben das Semester gestartet mit einer besinnlichen Koranrezitation“) war offenbar nach Geschlechtern getrennt.“

Was hat dieser Quatsch überhaupt dort zu suchen? Für ein Burka- und Hidschab-Verbot an Schulen und Universitäten!

Dept. Q

Dept. Q

Unbedingt empfehlenswert: Dept. Q. auf Netflix.

Der Plot ist nicht so ungewöhnlich für einen Thriller. Eine Geisel muss irgendwann befreit werden, und niemand weiß, ob sie noch lebt und wo. Auch Wokistan kommt zu Wort wie immer bei Netflix: Es dürfen nicht zwei „Weiße“ die Hauptrollen spielen (außer in skandinavischen Serien), einer von beiden muss weiblich oder wie hier Araber aka Einwanderer sein oder eine dunkle Haut haben. Ganz wie im wirklichen Leben bei der Kripo.

Der Thriller ist grandios wegen der Schauspielerei des Helden Carl Morck, gespielt von Matthew Goode.

Carl Morck, Detective mit Bestbewertungen, kehrt zurück zur Arbeit nach einer Schießerei, in der er schwer verletzt, sein Partner und Freund James Hardy querschnittsgelähmt und ein Streifenpolizist getötet wurden. Die Freude über seine Rückkehr ist verhalten, da er als arroganter Kollege wahrgenommen wird, der auf andere herabschaut. Um die Nachwirkungen des Traumas zu verarbeiten, muss er sich einer Therapie stellen.

Das ist eigentlich alles schon vorher absehbar. Natürlich muss der Held ein sehr guter Polizist sein, sonst wäre er nicht der Held in einem Polizeifilm. Außerdem kann sich nur jemand, der alle Fälle löst, leisten, den Vorgesetzen permanent den Mittelfinger zu zeigen. Der „Freund und Partner“ ist der übliche Männerfreundschaftsplot. Auch dass der Held psychische Probleme hat, gehört zu so einem Film. Das ist nur bei Frauen meistens nicht so, oder sie sind lesbisch. Frauen als Polizisten dürfen in Krimis normal sein, Männer nicht, seit die Zeit der allwissenden Vaterfiguren vorbei ist.

Wenn man ein Element kennt, kann man sich die anderen gleich dazudenken. Einer im Team muss sich im Prügeln auskennen (wie hier der Syrer, von dem man es nicht vermutet), der andere ist dann der Denker. Einer muss den Clown spielen wie hier Leah Byrne usw..

Originell bei Dept. Q sind die Dialoge (in Englisch!), gewürzt mit tiefschwarzem britischen Humor (obwohl alles in Schottland spielt), und wie der Hauptdarsteller seine Rolle spielt. Er hat die körperliche Präsenz eines Ragnar Lodbrok: Man spürt sofort, dass ihn nichts aufhalten kann, wenn er sich einmal etwas vorgenommen hart. Sehr witzig auch die abgefuckten Konversationen mit seiner Therapeutin, die als eine der Wenigen ihm gewachsen ist.

Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt, was nicht so oft vorkommt.

Unter nachträglich Depublizierenden

israel zeit biller

Hier Zitate aus dem Original von Maxim Biller:

„Kommt ein Deutscher zum Arzt und sagt: „Herr Doktor, immer, wenn ich über Israel rede, geht sofort mein Puls schneller, und nach dreißig Sekunden brülle ich jeden an, der nicht meiner Meinung ist. Ist das normal? Und wie gefährlich ist es für meine Gesundheit?“ „Was ist denn Ihre Meinung zu Israel?“, sagt der Arzt. „Hören Sie auf!“, schreit der Patient den Arzt an. „Wollen Sie mich umbringen?! Ich sollte mich doch nicht mehr so aufregen!

Ja, wenn es um Israel geht, um Benjamin Netanjahu und die strategisch richtige, aber unmenschliche Hungerblockade von Gaza oder die rein defensive Iran-Kampagne der IDF, kennen die meisten Deutschen keinen Spaß. Das Drama, das sie dann aufführen, begleitet von der bigotten Beschwörungsformel „Das Völkerrecht! Das Völkerrecht!“, mit der sie niemals Leute wie Sinwar oder Ali Chamenei belegen würden, hat nichts mit einer zivilisierten politischen Auseinandersetzung zu tun. Es ähnelt eher einer Teufelsaustreibung am eigenen Leib, ohne Priester und Handbuch, und die Frage ist nur, wer oder was hier der Teufel ist: das schlechte Gewissen des Täterenkels? Oder der ewige Opa und willige Wehrmachtsspieß, der für immer in solchen Leuten steckt? (…)

Ich selbst habe zum Glück privat mit dem Morbus Israel der Deutschen kaum zu tun, denn bei der Auswahl meiner Freunde achte ich immer darauf, dass kein faules Ei dabei ist, kein Juden- und Israelhasser, aber auch kein eifriger Philosemit, denn bei Eiferern weiß man nie, welcher Glaube ihnen gerade passt. Womit ich beim Kern der neugermanischen Orient-Neurose wäre – der enttäuschten Liebe der Deutschen zu ihren Opfern von früher, locker formuliert. Wie rief vor ein paar Wochen der selbsterklärte Anti-Antisemit und Martin-Walser-Sohn Jakob Augstein in einem Streit-Podcast stocksauer aus? „Ich werde mir von niemandem erklären lassen, was die deutsche Verantwortung für den Holocaust ist!“ Dass er dabei genauso enttäuscht klang wie sein biologischer Vater, der einst dem Schoah-Helden und größten deutsch-jüdischen Politiker der Nachkriegszeit Ignatz Bubis vorwarf, ihm seien seine Geschäfte wichtiger als Vergangenheitsbewältigung, wies Augstein jr. – Vorsicht, Ironie! – schon mal als engagierten Freund der Juden aus. (…)

Kommt ein Israeli zum Arzt und sagt: „Herr Doktor, ich war gerade vierzig Tage mit meiner Einheit in Gaza und hab keine Lust mehr, auf Araber zu schießen. Was soll ich tun?“ „Sie könnten damit natürlich sofort aufhören, wenn Sie wollten“, sagt der Arzt, „aber raten würde ich es Ihnen nicht. Auch nicht nach unserer Therapie.“

Die Kommentare sprechen für sich.

By the way: Vielleicht sollte ich ein Buch über Israel schreiben? Aber wer würde es drucken oder gar besprechen?

israel biller zeit kommentare

Buried under the rubble, scharf, detailreich und reloaded [update]

fordo
Credits: Google

Bis jetzt haben schon alle etwas zum Thema gesagt, aber ich noch nicht genug. „Atomanlage Fordo offenbar „schwer beschädigt“, aber nicht zerstört“, meint N-TV, aber nichts Genaues weiß man nicht. „Aktuell ist unklar, wie groß der Schaden wirklich ist.“ Sollte man nicht einfach die Kresse halten, wenn alles unklar ist?

Die deutschen Medien schreiben unter anderem von CNN ab: „Early US intel assessment suggests strikes on Iran did not destroy nuclear sites, sources say“. Die sources sind natürlich genau so glaubwürdig wie Donald Trump.

Ich habe da mal eine Frage: Entweder ist die Atomanlage in Fordo (aka Fordow), Iran, so tief unter der Erde, dass ihr konventionelle Waffen nichts anhaben können. Dann aber machte es gar keinen Sinn, vorher – in Erwartung eines Angriffs – das Uran wegzuschaffen. Jeder der üblichen Verdächtigen kann doch sehen, wohin die LKWs von dort fahren. Dann wäre Fordo der sicherste Ort, außer man fürchtete, dass Jechidat Schaldag dort vom Boden aus eindringen könnte.

Oder es ist gar nichts weggeschafft worden, weil es so kompliziert ist, eine Atombombe zu bauen, dass ein Standort allein nicht ausreichte.

Die KI sagt übrigens: „Heute liegt die Spitzenschärfe kommerzieller Satellitenbilder bei etwa 25 cm pro Pixel – das ist die höchste optische Auflösung am Markt. Das bedeutet: ein einzelnes Pixel repräsentiert ein Bodenstück von ca. 25 × 25 cm – in etwa so groß wie ein Laptop.“

satellitenbilder Anbieter

„Was sieht man bei diesen Auflösungen?
– 25 cm: Details wie Straßenschilder, Verkehrszeichen, einzelne Bäume oder Autos sind klar erkennbar.
– 50 cm: Ganze Fahrzeuge, kleinere Gebäude, Bäume, Bootstypen.
– 15–16 cm: Deutlich: Personengruppen, Straßentexturen, feine Strukturen – allerdings meist nicht öffentlich genutzt.
– Hyperspektral & SAR: Erkennen von Materialzusammensetzungen, nasse vs. trockene Flächen, geheimdienstliche Beobachtung – z. B. Albedo (sichtbar & thermisch), Umbra (SAR)“ (Quelle: KI | Maxaar)

Ich habe mir auch noch NASA Worldview, Zoom Earth, Eumet View und Copernicus Browser angesehen sowie den National Environmental Satellite, Data, and Information Service. Selbst als Laie und für lau kann man schon viel erkennen.

Es gibt ja Vorläufer, wie zum Beispiel Operation Damocles (1962) oder die Operation Outside the Box (2007). Oder den onlinedurchsuchenden Mossad bei einfältigen DAUs aus Syrien. („The intelligence agents planted a Trojan horse on the official’s computer in late 2006 while he was staying at a hotel in the Kensington“ – har har!)

Und dann gibt es noch Drohnen: Der Unterschied zwischen Deutschland und Israel, was die Entwicklung und den Einsatz militärischer Drohnen angeht, ist ungefähr so groß wie die waffentechnische Differenz zwischen den Inkas und den spanischen Konquistadoren. Vielleicht haben bei der Errichtung der iranischen Anlagen auch israelische Firmen mitgewirkt (damit man später alles leichter wieder kaputtmachen kann).

Ich gehe davon aus, dass ziemlich viel Relevantes hinüber ist, zumal das iranische Personal auch erheblich reduziert wurde. Die Israelis machen keine halben Sachen und labern nicht herum. By the way: Die Begin Doktrin ist noch in Kraft.

[Update] Aus einem Interview mit dem US-amerikanischen Außenminister in der bürgerlichen Presse: „Es handelt sich um ein sehr einzigartiges Ziel. Im Grunde genommen hat man mit zwölf unglaublichen Bomben ein Loch in den Boden gebohrt und ist dann 300 Fuß (91 Meter; Anm. d. Red.) tief in einen Berg vorgedrungen. Ich glaube nicht, dass wir in nächster Zeit jemanden in dieses Loch in den Bergen schicken werden. Es genügt zu sagen, dass wir sehr zuversichtlich sind. Übrigens bin nicht nur ich dieser Meinung, sondern auch der Direktor der IAEA (Internationale Atomenergiebehörde; Anm.), der sich neulich genauso geäußert hat. Er sagte, das iranische Atomprogramm sah vor dem Angriff anders aus als nach dem Angriff und es gebe dramatische Unterschiede. Das ist seine Meinung, und er ist der Experte, nicht ich. (…)

Nun, ein Teil der Informationen ist öffentlich zugänglich, dank Maxar [sic] (Anbieter von Satellitenbildern; Anm.) und anderer Technologien. Die Atomanlage in Isfahan ist komplett zerstört. Man kann alles wieder aufbauen, aber nicht gleich heute. Überdies wurden auch alle unterstützenden Strukturen in der Umgebung zerstört. Natanz, ebenfalls eine unterirdische Anlage, war bereits zuvor stark zerstört worden. Die Israelis hatten dort erhebliche Schäden angerichtet (…).“

Buried under the rubble

rubble

Jerusalem Post: „Saudi news outlet Al Hadath reported on Tuesday, citing an anonymous Israeli security source, that Israel “knows exactly” where Iran is keeping its stockpiles of enriched uranium.

The official who spoke to Al Hadath further claimed that “most of the enriched uranium is buried under the rubble in Iran.“

Im Vertrauen liegt die Kraft

Die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen) berichtet: „Das Compact-Magazin hat im Hauptsacheverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gewonnen. Das verkündeten die Richter am Dienstagmorgen. Damit ist Nancy Faesers Verbot des Magazins rechtswidrig – das Magazin ist damit nicht länger verboten. Dies ist eine entscheidende Niederlage für die ehemalige Bundesinnenministerin. Gegen die Entscheidung des Gerichts kann keine Berufung eingelegt werden, da das Bundesverwaltungsgericht bereits die letzte Instanz ist.“

Die Gerichtskosten werden dem Steuerzahler auferlegt.

Die Begründung ist eine Klatsche für Faeser: „Die von Art. 5 Abs. 1 GG gewährleistete Freiheit von Meinung, Presse und Medien steht der Anwendbarkeit des Vereinsgesetzes auf Presse- und Medienunternehmen nicht entgegen. Der Bedeutung dieser grundrechtlichen Gewährleistungen ist vielmehr bei der Rechtsanwendung im Einzelfall Rechnung zu tragen. Mit einem auf Art. 9 Abs. 2 GG i.V.m. § 3 Abs. 1 VereinsG gestützten Vereinsverbot gegen ein Presse- und Medienunternehmen darf der Schutz des Art. 5 Abs. 1 GG nicht unterlaufen werden. Entgegen der klägerischen Rechtsauffassung ist weder das Verbot der Vorzensur (Art. 5 Abs. 1 Satz 3 GG) betroffen noch ist der dem Bundesverfassungsgericht vorbehaltene Ausspruch einer Grundrechtsverwirkung (Art. 18 GG) ein gegenüber dem Vereinsverbot vorrangiges Instrument des präventiven Verfassungsschutzes.“

„Das Grundgesetz garantiert jedoch im Vertrauen auf die Kraft der freien gesellschaftlichen Auseinandersetzung selbst den Feinden der Freiheit die Meinungs- und Pressefreiheit.“

Armageddon rückt näher oder auch nicht

iran

– Der Iran hat den US-Stützpunkt Al-Udeid in Katar angegriffen. Auf die größte US-Militärbasis der Region seien Raketen abgefeuert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim. Irans Staatsfernsehen nannte die Angriffe eine „heftige“ Antwort auf die „Aggression“ der USA. Laut US-Verteidigungsministerium gab es keine Verletzten auf dem Stützpunkt.

Eine Verschwörungstheorie auf Telegram dazu: „„Der Iran greift den US-Stützpunkt in Katar an (warum haben wir dort überhaupt noch einen Stützpunkt?), weil er weiß, dass er Katar dadurch nicht in den Konflikt hineinziehen wird. Würde er US-Streitkräfte in Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten angreifen, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass diese Länder sich einmischen würden, deutlich höher. Zweifellos hat der Iran diesen Vergeltungsschlag mit Katar koordiniert. Dazu sollte noch erwähnt werden, dass die iranischen Raketen eine quasi leergeräumte US Basis beschiessen, was darauf schliessen lässt, das wohl alle Seiten über alles informiert waren.“

– Eine andere aus einem russischen Forum: „Trump does not want further military involvement in the Middle East, a senior White House official told CNN after Iran’s strikes on a US military base in Qatar. The Trump administration expected Tehran to retaliate, he said.

„We knew they would respond. They had a similar reaction after Soleimani,“ the official said, recalling the 2020 killing of the IRGC chief by U.S. forces. He also noted that, according to preliminary data, the missiles fired by Iran on Monday did not reach their targets. As the CNN source noted, Trump is ready to escalate „if necessary.“ He is expected to discuss the situation with national security advisers today.“

– „Hundreds of Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) members were killed by Israeli strikes across Tehran on Monday, an Israeli official told The Jerusalem Post.“

Regime Change, revisited

iran

In der Jerusalem Post lese ich: „Israel sees no instability, cracks in Iranian regime’s control amid IDF operations, officials say“. Ich habe mir einige Passagen übersetzen lassen.

„Eine Woche nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran gibt es weiterhin keine Anzeichen für Risse oder Instabilität innerhalb des iranischen Regimes, sagten drei israelische Regierungsvertreter am Freitag gegenüber der Jerusalem Post.

„Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass die Zentralregierung in Teheran die Kontrolle verliert – im Gegenteil. Das iranische Regime scheint seinen Griff sogar zu verstärken“, erklärten die drei Beamten.

Dr. Raz Zimmt, Leiter des Iran-Programms am Institut für nationale Sicherheitsstudien (INSS), zeigt sich darüber nicht überrascht. „Es ist nicht überraschend, dass keine Risse sichtbar sind“, sagte er der Post. (…)

„Die meisten Iraner stehen dem Regime feindlich gegenüber und lehnen es ab, aber im Moment herrscht ein Gefühl nationaler Solidarität. Zurzeit konzentrieren sich die Menschen auf eines: das Überleben.

Wenn sie sehen, dass israelische Angriffe Opfer und Zerstörung verursachen – selbst wenn das Regime unbeliebt ist – wird die unmittelbare Bedrohung als Israel wahrgenommen. Deshalb versammeln sich die Menschen um die Fahne. Ich betone: nicht um das Regime, sondern der Großteil ihrer Wut richtet sich derzeit gegen Israel.“

Die Perser verhalten sich eben so wie die Deutschen nach dem Angriff auf Dresden. Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen.

Und da das Regime völlig irrational ist und reagiert, wird es vermutlich zum großen Knall kommen.

Regime Change im Land der Arier

taliban

Mittlerweile ist klar, dass sowohl die USA als auch Israel Ali Chameini umbringen wollen. Vielleicht sitzt de ja schon im Führerbunker und heiratet noch schnell seine Sekretärin.

Ich bin aber nicht davon überzeugt, dass ein „Regimewechsel“ gelingen wird. Der Begriff ist schön doppeldeutig: Ein Regime wird durch ein anderes ersetzt, das System bleibt. Wenn man historische Vergleiche zieht, sind „Importe“ von Revolutionen oder Umstürzen von außer immer gescheitert. Deutschland nach 1945 ist eine Ausnahme, aber nur, weil die Funktionäre des Nazi-Regimes unterer anderer Flagge mehrheitlich weitermachten und sich geschmeidig anpassten, im Westen natürlich noch mehr als im Osten.

Die Nahgeborenen werden den berüchtigen iranischen Gemeindienst SAVAK nicht mehr kennen, der dem Schah unterstellt war. Die so genannte islamische Revolution 1979 im Iran änderte den Charakter des Regimes nicht wirklich, und die Ökonomie ohnehin nicht. Sie hatte nur Erfolg, weil die Mehrheit der Perser das autoritäre Regime Reza Pahlavis leid war.

poll

Die Söhne Sems sind Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram. (Genesis 10,22, Reich Elam auf heutigem iranischen Boden ca. 3500 v. Chr. bis 569 v. Chr.)

Persien hat seit den Umayyaden im 7. Jahrhundert auch nicht im entferntesten etwas gehabt, was man als Demokratie, Volksherrschaft oder ähnliches bezeichnen könnte. Es gab auch kein nennenswertes Bürgertum, das den Kapitalismus politisch und ökonomisch hätte vorbereiten können. Die erste Verfassung 1907 imitierte zwar die der „westlichen“ Länder, sah aber auch vor, dass alle Gesetze mit der Scharia vereinbar sein mussten und ein Kontrollgremium aus fünf Pfaffen Geistlichen.

Woher soll jetzt also der Wille irgendeiner Klasse im Iran kommen, eine „moderne“ säkulare Gesellschaft zu schaffen, in der Kirche und Staat getrennt sind? Das schaffen ja noch nicht einmal Deutschland und Israel.

„The matter of changing the regime or the fall of this regime is first and foremost a matter for the Iranian people. There is no substitute for this. And that’s why I didn’t present it as a goal. It could be a result, but it’s not a stated or formal goal that we have,“ Netanyahu told Israeli public broadcaster KAN.

Wenn der Sohn des früheren Schahs jetzt inthronisiert würde, wäre er eine Marionette wie schon sein Vater zu Beginn seiner Herrschaft und nach der „Operation Countenance“ der Alliierten 1941. Die Aussichten für das, was nach einem erzwungenen „Regime Change“ käme, sind nicht allzu rosig.

Übrigens. Die Qualitätsboulevardmedien berichten: „Laut einer Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Grayhouse unterstützt eine klare Mehrheit der Amerikaner militärische Maßnahmen: 72 Prozent befürworten notfalls einen US-Angriff, 83 Prozent stehen hinter israelischen Präventivschlägen. 79 Prozent wollen Waffenlieferungen an Israel, 89 Prozent zeigen sich besorgt über einen nuklear bewaffneten Iran.“

Ich möchte gar nicht wissen, wie so eine Umfrage in Deutschland aussähe.

Democracy is struggling in the mud

South China Morning Post: „‘Setting sun’: on Trump’s parade day, Chinese media see a US in decline“.

Christian Y. Schmidt kommentiert auf Facebook: „Sorry, aber die chinesischen Staatsmedien haben einmal mehr Recht. „In China, some state media and online commentators declared Trump’s “America first” policy a failure in light of the mass demonstrations, saying the contrast with the parade reflected the United States’ “uncertain future”. (…)

“The parade reflects [Trump’s] urgency to proclaim that ‘America is great again’ … Yet, no matter how it’s staged, it only reinforces the sense that the halo of the United States is fading, and its deep-rooted institutional problems remain unresolved,” state-run Beijing Daily said in a commentary.

“Instead, it evokes deja vu of ‘the setting sun’s afterglow’ and ‘a past that cannot be reclaimed’.”
Chinanews.com, another state-run outlet, said the day symbolised how “democracy is struggling in the mud”.

“On this day, there are celebrations and protests… In 2025, the United States is moving towards an uncertain tomorrow – amid gunfire and slogans,” it said.“

Wo der Chinese recht hat, hat er recht.

Birschut Maranan

chillig

Sawri Maranan: L’Chaim!

By the way: Hat der Deutsche Journalistenverband (DJV) schon Israel kritisiert?

Die heilige Jungfrau, Wasser und noch einiges

paddeln

Heute war ich viereinhalb Stunden auf dem Wasser. Ich musste unbedingt die Paddelsaison eröffnen, was sonst im Mai fällig ist. Aber dieses Jahr musste ich entweder arbeiten oder es war wegen der Klimaerwärmung (oder heißt es Erderwärmung?) schlicht zu kalt. Daher machte ich mir auf dem Wasser Gedanken über dieses und jenes und mische daher, obwohl es den Grbräuchen krass widerspricht, etwas zusammen, was weder zusammengehört noch jemals zusammenwachsen will.

paddeln

Das geschätzte Publikum mag mir also folgen, wenn es um heilige Jungfrauen, Krieg und Frieden usw. geht, und die Fotos nur zum Ergötzen, Meditieren oder Chillen nehmen. Die Motive sollten einigermaßen bekannt sein.

paddeln

Kann sich noch jemand an die von der Antisemitin Greta initiierten Schulstreiks erinnern? Ich gelange immer mehr, falls ich, was selten vorkommt, über das Thema nachdenke, zu der Überzeugung, dass die Grundlage für den damaligen Hype eine waschechte und lehrbuchmäßige Massenhysterie war, die von den Medien – auf kleinbürgerlicher Klassenbasis und freiwillig weltanschaulich gleichgeschaltet – hinreichend ventiliert wurde. Der Hype, der die Apokalypse auf protestantischer Basis herbeibetet, ist ja nicht anderes als die altrömischen „Spiele“ im Colosseum und dient zur Unterhaltung, vor allem der Herrschenden. Der Kapitalismus soll reformiert, aber um eines autistischen Wesens (Link geht zu Facebook) willen niemals abgeschafft werden. Ich sage nur: buntscheckig!

Es ist typisch, dass eine Jungfrau im Mittelpunkt steht – nur die sind heilig und haben Visionen, entweder von Heiligen und Erzengeln oder eben von der Apokalypse, weil es immer wärmer oder kälter wird.

paddeln

ChatGPT hat mir mal eben ein paar Stichworte zu Le Bon hingeworfen (Auszug): „Gefühle, Meinungen und Handlungen verbreiten sich innerhalb einer Masse schnell wie eine Art psychologische „Infektion“. Wenn einzelne Individuen z. B. Angst oder Panik zeigen, breitet sich diese Stimmung aus – auch ohne rationale Grundlage.

In der Masse wird das kritische Denken unterdrückt. Menschen werden empfänglicher für Suggestion – also für äußere Reize und Einflüsse, besonders von autoritären Rednern oder charismatischen Führern. Diese können eine Masse leicht manipulieren, indem sie starke Bilder, Symbole oder einfache Botschaften einsetzen. Le Bon betont, dass Massen primär emotional reagieren, nicht rational.“

Ich aber sage euch: Die Massen(!)medien sind inbegriffen.,

paddeln

paddeln And now for something completely different. Ich paddelte also bis zur hier schon mehrfach erwähnten Insel Valentinswerder und auch wieder zurück. Das sind knapp 20 Kilometer. Ich war – für mich selbst überraschend – am Schluss noch ziemlich frisch, obwohl ich seit September letzten Jahres nicht mehr dem Wassersport gefrönt hatte.

Warum eigentlich haben die Leute in den neuen und langweilig-hässlichen Häusern an den Spandauer Ufern so selten Blumen auf den Balkonen? Oder wohnen dort Ukrainer und Syrer oder andere Westasiaten, die der Blumenpflege nicht kundig sind?

Diese Neubauten mögen annehmbare Wohnungen haben, sind aber so schon wie Funktionskleidung, reduziert auf das, was man in ihnen soll und sonst nichts. Die Häuser stellen nichts da und wollen auch nichts zeigen. Da lobe ich mir doch einen verschnörkelten kitschigen Bau mit viel Stuck aus der Gründerzeit. Oder Fachwerk, in das irgendwelche Sprüche oder Symbole hineingeschnitzt wurde.

Mit den Visagen der Architekten könnte man vermutlich den tendenziellen Fall der Profitrate illustrieren.

paddeln

And now for something completely different. Die einen haben eine Religionspolizei, der anderen eine Sprachpolizei. Vielleicht sollte man die israelische Luftwaffe mal darauf aufmerksam machen. SCNR

paddeln

Ich verstehe eigentlich nicht, warum die Iraner so eine fanatisch-bekloppte herrschende Klasse haben. Die werden „bis zum Endsieg“ kämpfen wie die Nazis, die immer noch nicht aufhörten, obwohl Berlin schon in Schutt und Asche lag. Die Herren Mullahs und ihrer Schergen sind bekanntlich Großmäuler mit wenig dahinter – wie auch die „Führer“ der arabischen Welt. Aber sie sollten sich klar machen, dass es für Israel ums Überleben geht und man dementsprechend handeln wird. Aber vermutlich hat ihnen der Islam so die Gehirne vernebelt, dass sie es nicht kapieren werden.

By the way: Wie blöd muss man eigentlich sein, sich vom Mossad so an der Nase herumführen zu lassen? Das kann man auch nicht mehr mit Religiotismus erklären.

paddeln

Das war’s für heute, liebe Zuschauer an den Geräten. Ich muss um vier in der Frühe raus, eine 12-stündige Tagschicht wartet.

paddeln

Elsewhere

Jerusalem Post: „Huckabee: US no longer endorses Palestinian state, can be formed ‚elsewhere‘ in Middle East“.

Ach. Ach was. Wer sagt es jetzt der Bundesregierung, den Grünen, den Linken und den Wagenknechten? Vielleicht sollte man es ihnen besser nicht sagen, sonst bieten die den so genannten Palästinensern noch Sachsen an, weil die sonst niemand haben will.

Power to the people oder auch nicht

x

Ich fühle mich durch die deutschen Medien nicht hinreichend informiert. Weder werden mir Links zu den entsprechenden Gesetzen angeboten noch die Hintergründe des Klassenkampfes in den USA der riots in Los Angeles erklärt. Die bürgerliche Presse schreibt: „Die internationale Presse kritisiert Donald Trump für sein hartes Vorgehen in Los Angeles. Der US-Präsident schaffe ein „Klima der Polarisierung“, heißt es. Eine britische Zeitung sieht in der Krise einen „besorgniserregenden Präzedenzfall“.“ Was interessiert mich, was die „internationale Presse“ meint? Ich will Fakten, kein Gelaber. „Präzedenzfall“ ist zudem schlicht gelogen.

Die beste Zusammenfassung habe ich in der Jerusalem Post gefunden. Ich habe mir Teile davon übersetzen lassen:

„Die Unruhen brachen aus, nachdem mehrere Razzien durch US-Einwanderungs- und Zollbehörden (ICE) in der ganzen Stadt stattgefunden hatten – insbesondere vor einem Bekleidungsgeschäft und einem Lagerhaus, wie der Los Angeles City News Service berichtete.

Die Razzien, die in Zusammenarbeit mit anderen Bundesbehörden durchgeführt wurden, waren von einem Richter genehmigt worden, da die Behörden einen begründeten Verdacht hatten, dass der Arbeitgeber gefälschte Dokumente für einige seiner Arbeiter verwendete, bestätigte US-Staatsanwalt Bill Essayli gegenüber NBC4, einem lokalen NBC-Partner.

Andere Berichte deuten jedoch darauf hin, dass ICE-Razzien auch vor einem Donut-Laden und mehreren Home-Depot-Standorten stattfanden, wie ABC News meldete.

Dutzende Menschen wurden sowohl während der Razzien als auch bei den anschließenden Protesten festgenommen. Die Gesamtzahl der in der vergangenen Woche in der Region festgenommenen Migranten stieg damit auf über 100, so die Nachrichtenagentur Associated Press.

Dieses harte Vorgehen gegen Migranten ist Teil von US-Präsident Donald Trumps Bestreben, landesweit undokumentierte Migranten zu verhaften und abzuschieben. Der Präsident hatte das Ziel gesetzt, dass ICE täglich 3.000 Migranten festnimmt.

Nach den massenhaften Festnahmen kam es an einigen Orten der Razzien zu spontanen Demonstrationen. Dutzende Demonstrierende versammelten sich vor einem lokalen Bundesgefängnis und forderten die Freilassung der festgenommenen Migranten, berichtete ABC News. Dabei wurden sie von Einsatzkräften konfrontiert, die mit einer Mauer aus Schutzschilden den Zugang zum Gebäude blockierten.

Daraufhin kam es zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Berichten zufolge setzten die Einsatzkräfte Tränengas gegen die Protestierenden ein und versuchten, sie durch ein langsames Vorrücken in breiter Formation von der Straße zu drängen.

Die Proteste setzten sich in der nahegelegenen Stadt Paramount am Eingang zu einem Industriepark in der Nähe eines Home Depot fort, wie die Associated Press berichtete. Die Demonstranten zündeten Feuerwerkskörper und warfen Betonbrocken auf Fahrzeuge der Grenzschutzbehörde. Laut Reuters schwenkten einige der Demonstrierenden auch mexikanische Flaggen.“

Das nenne ich ein neutrales Resümee in angelsächsische Tradition. Aber wir haben ja noch die Künstliche Intelligenz, die mich zu diesem Thema ausgewogener informiert als etwa die Tagesschau, die den Grundsatz audiatur et altera pars zu vergessen scheint..

🏛️ 1. Grundsätzlich: Nationalgarde = Staatliche Miliz
Die Nationalgarde gehört grundsätzlich den einzelnen Bundesstaaten und untersteht dem jeweiligen Gouverneur.
Der Präsident kann sie aber „federalisieren“ – also unter Bundesbefehl stellen – auf Grundlage von bestimmten Gesetzen.

📜 2. Zwei wichtige rechtliche Grundlagen
a) Title 10 U.S. Code
Wird aktiviert, wenn Nationalgardisten Bundestruppen gleichgestellt werden. In diesem Fall unterstehen sie allein dem Präsidenten. Beispiel: Auslandseinsätze oder schwere nationale Krisen.

b) Insurrection Act (1807)
Erlaubt dem Präsidenten, auch gegen den Willen eines Gouverneurs militärische Kräfte (inkl. Nationalgarde oder reguläre Armee) im Inland einzusetzen, wenn es zu Aufständen, Rebellion oder massiver Gesetzlosigkeit kommt, und der Bundesstaat angeblich „nicht in der Lage oder nicht willens“ ist, die Ordnung selbst wiederherzustellen.

⚖️ 3. Ist der Einsatz illegal ohne Zustimmung des Bundesstaats?
Nein – nicht automatisch. Der Präsident kann legal ohne Zustimmung handeln, wenn er sich auf den Insurrection Act beruft. Aber: Die Auslegung, wann ein solcher Einsatz gerechtfertigt ist, ist umstritten. Ein Einsatz ohne Zustimmung kann politisch und rechtlich angreifbar sein – z. B. durch Klagen der betroffenen Staaten. Es gibt keine automatische gerichtliche Überprüfung – also kann es erst im Nachhinein als verfassungswidrig oder rechtsmissbräuchlich eingestuft werden.

Es gibt übrigens passende Musik zum Thema.

Existenzsichernder Lohn

capitalism
Make a metaphoric picture which explains the difference between society of slaves and capitalism –ar 3:2

Der Pokal „Lautsprecher des Kapitals“ geht heute ausnahmsweise nicht an einen deutschen Kapitalismus-affinen Journalisten, sondern an Roland A. Müller, Direktor des so genannten Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, dem wir dankbar für seine klaren Aussagen sein müssen, wie sie Karl Marx im „Kapital“ nicht hätte besser formulieren können.

«Ein rein existenzsichernder Lohn ist nicht die Aufgabe der Arbeitgeber», sagte Müller.

Natürlich hat er recht. Seit wann ist das Kapital verpflichtet, für den Unterhalt der arbeitenden Klassen zu sorgen? Wäre das so, hätten wir keinen Kapitalismus, sondern eine Sklavenhaltergesellschaft und würden Wasser, Brot und andere Leckereien von unserem Besitzer für lau bekommen.

Philosophische Nachfrage: Was ist „Existenz“?

Reminder: „Es konnte mir nicht in den Sinn kommen, in das ,Kapital’ den landläufigen Jargon einzuführen, in welchem deutsche Ökonomen sich auszudrücken pflegen, jenes Kauderwelsch, worin z.B. derjenige, der sich für bare Zahlung von andern ihre Arbeit geben läßt, der Arbeitgeber heißt, und Arbeitnehmer derjenige, dessen Arbeit ihm für Lohn abgenommen wird.“

Radio Scharhörn

Radio Scharhörn
Tucked away on a tiny, uninhabited island in the heart of the Wadden Sea, Radio Scharhörn broadcasts a unique blend of natural serenity, sea breeze stories, and sounds of the salt marsh. Operating from a solar-powered studio built inside a repurposed lighthouse, this one-of-a-kind radio station is run by a small rotating crew of environmentalists, sound artists, and dreamers.

Though the island itself has no permanent human population, Radio Driftwood connects listeners across the North Sea region and beyond. The station airs field recordings of bird migrations, seal calls, and tidal flows, interwoven with ambient music, maritime folklore, and spoken-word pieces about isolation, resilience, and the untamed beauty of coastal life.
The station’s motto is: „No borders, just tides.“
No advertisements, no mainstream noise—only the quiet pulse of nature, the murmur of the sea, and voices carried by the wind.

Weil das Publikum schon irritiert fragte: Ich habe Radio Scharhörn erfunden. Man muss sich vorbereiten auf kommende schlechtere Zeiten mit viel härterer und komplett irrationaler Zensur. Was tun?

Das deutsche Pendant zu Radio Eriwan (den Sender werden die Nachgeborenen nicht mehr kennen) ist Radio Scharhörn. (Vielleicht bitte ich die KI, eine Website des Senders zu bauen) Der Radiosender ermöglicht Meldungen, die „zweideutig und Widersprüchlich“ sind und Zensoren kaum eine Handhabe gäben, dagegen vorzugehen. Wer weiß, wie oft wir diesen Sender noch brauchen werden!

Jetzt die Frage ans Publikum: Welches der beiden Fotos zeigt den Sender Radio Scharhörn am besten? Ich könnte noch ein „Firmenschild“ hinzufügen…

Radio Scharhörn

Only Fear. Only the System.

orwell
Imagine a world where the sky is always grey—not just from smog, but from the suffocating weight of fear and control. Society is ruled by an all-seeing regime. Every home, every street, every screen watches you. The “Eye of Order” never blinks.

There are no free media. All information is controlled by the “Ministry of Truth,” which rewrites reality to serve the state. Independent thought is a crime—thoughtcrime—and even facial expressions can betray disloyalty. Language itself has been reshaped to eliminate dissent; words like “freedom” are forgotten.

Children are raised to spy on their parents. Love is forbidden. Loyalty to the regime is absolute. Everyone smiles out of fear. Everyone nods while silently screaming. No one knows if the leader exists, but everyone must worship him—or disappear.

History is rewritten. Memory is controlled.
There is no truth. No freedom.
Only fear.
Only the system.

Manchmal ist es zum Gruseln, wenn man in der eigenen Peer Group zum Beispiel hört, dass ein AfD-Verbot ganz gut sei oder dass Campact unterstützenswert sei oder ähnlichen Unsinn. Man kann dagegen gar nicht argumentieren, weil das Weltbild, das so etwas hervorbringt, von teflonartiger Härte und Glätte ist, an dem jeder kritische Einwand abperlt wie Nordseewasser an Ostfriesennerzen.

Mal eine schüchterne Frage. Meint das Publikum, dass ich dieses Blog mit vergleichbaren Inhalten auch noch in zehn Jahren betreiben könnte? Ich bin da vorsichtig und gebe zu, dass ich es nicht weiß. Wahrscheinlicher ist es doch, dass irgendjemand irgendeine der Blockwartemeldestellen auf mich hetzt, weil ich dem Kommunismus positiv gegenüberstehe und immerzu „Kapitalismus“ sage statt „moderne soziale Marktwirtschaft, die alle reich und glücklich macht“. Mich schützt, dass ich unbekannt und unwichtig bin und kein TikToker mit Tätowierungen. Aber ob das reicht?

Aus Wokistan hören wir: „Zum 75. Jubiläum von George Orwells dystopischem Roman „1984“ ist eine neue Ausgabe erschienen – versehen mit einer Triggerwarnung. In dem Vorwort erklärt die Autorin und Literaturdozentin Dolen Perkins-Valdez, dass in dem Roman „überhaupt keine schwarzen Charaktere“ vorkämen. Eine „zeitgenössische Leserin“ wie sie selbst bringe das ins Stutzen, schreibt sie weiter. Zudem äußert sie, es sei schwierig, „einen kleinen Funken Verbindung“ zu einem Buch herzustellen, das „nicht viel über Rasse und Ethnizität spricht“.“

Es ist eigentlich ein lahmer Witz, dass Orwells Roman 1984 reine Fiktion sei und nicht als Handlungsanleitung gedacht war. Aber mittlerweile bin ich mir da gar nicht mehr so sicher, wie das manche Leute sehen. Das ist aber nicht neu (2022):

„Männer und Frauen bestimmter Studiengänge werden an der britischen Universität Northampton vor einem Klassiker der Literatur gewarnt. Laut britischen Medienberichten teilte die Uni den Studierenden des Kurses „Identity Under Construction“ mit, hier würden „schwierige Themen im Zusammenhang mit Gewalt, Geschlecht, Sexualität, Klasse, Rasse, Missbrauch, sexuellem Missbrauch, politischen Ideen und anstößiger Sprache“ behandelt. Dazu gehört der Universität zufolge auch das Buch 1984 von George Orwell.“

Darf ich vor dem Koran warnen? Noch? Oder nicht mehr?

„Und tötet sie [d.h. die heidnischen Gegner], wo immer ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben.“ (Sure 2,191 – „Als die schlimmsten Tiere gelten bei Allah diejenigen, die ungläubig sind und auch nicht glauben werden“, (Sure 8,55)

In der bürgerlichen Presse (Paywall) lese ich etwas über „Das freundlich lächelnde Gesicht des deutschen Zensurkomplexes“.

„Als offizieller „Trusted Flagger“ darf die Berliner NGO HateAid künftig vermeintlich rechtswidrige Inhalte auf Internetplattformen markieren. Was harmlos klingt, ist tatsächlich ein tiefer Eingriff“.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die These, in Deutschland gebe (nicht gäbe) es Zensur, demnächst strafbewehrt sein wird. Die gute Nachricht: Zensur lehrt die Leute zwischen den Zeilen zu lesen oder Witze zu machen wie Radio Eriwan.

„Als vertrauenswürdiger Hinweisgeber darf HateAid künftig Plattformen wie X, Facebook oder YouTube nicht nur Hinweise auf vermeintlich rechtswidrige Inhalte geben. Diese müssen dann auch vorrangig bearbeitet werden. Mit anderen Worten: HateAid darf mit staatlicher Legitimation Inhalte markieren, die dann von den Digitalunternehmen oft automatisiert entfernt werden. Kein Gericht, kein öffentlicher Diskurs, kein Gegengewicht.“

Frage an Radio Scharhörn: Gibt es in der Deutschland eine Zensur?
– Im Prinzip nein. Es ist uns aber leider nicht möglich, auf diese Frage näher einzugehen.

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