Regime Change im Land der Arier

taliban

Mittlerweile ist klar, dass sowohl die USA als auch Israel Ali Chameini umbringen wollen. Vielleicht sitzt de ja schon im Führerbunker und heiratet noch schnell seine Sekretärin.

Ich bin aber nicht davon überzeugt, dass ein „Regimewechsel“ gelingen wird. Der Begriff ist schön doppeldeutig: Ein Regime wird durch ein anderes ersetzt, das System bleibt. Wenn man historische Vergleiche zieht, sind „Importe“ von Revolutionen oder Umstürzen von außer immer gescheitert. Deutschland nach 1945 ist eine Ausnahme, aber nur, weil die Funktionäre des Nazi-Regimes unterer anderer Flagge mehrheitlich weitermachten und sich geschmeidig anpassten, im Westen natürlich noch mehr als im Osten.

Die Nahgeborenen werden den berüchtigen iranischen Gemeindienst SAVAK nicht mehr kennen, der dem Schah unterstellt war. Die so genannte islamische Revolution 1979 im Iran änderte den Charakter des Regimes nicht wirklich, und die Ökonomie ohnehin nicht. Sie hatte nur Erfolg, weil die Mehrheit der Perser das autoritäre Regime Reza Pahlavis leid war.

poll

Die Söhne Sems sind Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram. (Genesis 10,22, Reich Elam auf heutigem iranischen Boden ca. 3500 v. Chr. bis 569 v. Chr.)

Persien hat seit den Umayyaden im 7. Jahrhundert auch nicht im entferntesten etwas gehabt, was man als Demokratie, Volksherrschaft oder ähnliches bezeichnen könnte. Es gab auch kein nennenswertes Bürgertum, das den Kapitalismus politisch und ökonomisch hätte vorbereiten können. Die erste Verfassung 1907 imitierte zwar die der „westlichen“ Länder, sah aber auch vor, dass alle Gesetze mit der Scharia vereinbar sein mussten und ein Kontrollgremium aus fünf Pfaffen Geistlichen.

Woher soll jetzt also der Wille irgendeiner Klasse im Iran kommen, eine „moderne“ säkulare Gesellschaft zu schaffen, in der Kirche und Staat getrennt sind? Das schaffen ja noch nicht einmal Deutschland und Israel.

„The matter of changing the regime or the fall of this regime is first and foremost a matter for the Iranian people. There is no substitute for this. And that’s why I didn’t present it as a goal. It could be a result, but it’s not a stated or formal goal that we have,“ Netanyahu told Israeli public broadcaster KAN.

Wenn der Sohn des früheren Schahs jetzt inthronisiert würde, wäre er eine Marionette wie schon sein Vater zu Beginn seiner Herrschaft und nach der „Operation Countenance“ der Alliierten 1941. Die Aussichten für das, was nach einem erzwungenen „Regime Change“ käme, sind nicht allzu rosig.

Übrigens. Die Qualitätsboulevardmedien berichten: „Laut einer Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Grayhouse unterstützt eine klare Mehrheit der Amerikaner militärische Maßnahmen: 72 Prozent befürworten notfalls einen US-Angriff, 83 Prozent stehen hinter israelischen Präventivschlägen. 79 Prozent wollen Waffenlieferungen an Israel, 89 Prozent zeigen sich besorgt über einen nuklear bewaffneten Iran.“

Ich möchte gar nicht wissen, wie so eine Umfrage in Deutschland aussähe.

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Kommentare

11 Kommentare zu “Regime Change im Land der Arier”

  1. blu_frisbee am Juni 20th, 2025 12:12 a.m.

    In Europa gabs die Druckerpresse und den Staat.
    Die Arabs sind nie über Tribalismus hinausgekommen.
    Es gibt keine Gruppe die die jetzige Regierung ersetzen könnte, gabs in Iraq und Syrien auch nicht.
    https://www.youtube.com/watch?v=robmO5AKJ80

    Ich warne vor verfrühtem Jubel.
    Hitler hat sich die ganze Welt zum Feind gemacht.
    Mit Netanyahu wird das selbe passieren.

    Der Krieg ist nicht deshab schlimm weil in ihm so viel Schlimmes passiert, sondern weil er so viel Schlimmes zurückläßt.
    https://www.woz.ch/2525/nukleare-bedrohung/das-ist-nicht-der-weg-zu-einer-sichereren-welt/!15AAEY1ED25E

  2. Jens am Juni 20th, 2025 6:34 a.m.

    „Die Arabs sind nie über Tribalismus hinausgekommen“
    … dem muss ich leider zustimmen.
    Jens

  3. nOby am Juni 20th, 2025 10:51 a.m.

    Burks, als Theoretiker vergißt Du wieder die einfachen Leute. Das Regime wird nicht von den Stadtbewohnern am Leben erhalten, sondern von den Bürgern die auf dem Land wohnen. Denen kannst Du nicht erklären das ein Mullah ein Scheißkerl ist. Der verkündet Allahs Wort und basta. Außerdem kennen die nur alte Mullahs. Das ist für die Normalität.

    Eigentlich, Burks, wäre der Islam doch was tolles für Dich. Selbst bei Tisch müßtest Du Deine Mütze nicht mehr absetzen und könntest mit offenem, wallendem Haar durchs Leben schreiten. Zöpfe sind was für Frauen.

  4. nOby am Juni 20th, 2025 10:55 a.m.

    Burks, gibt es bei Dir einen öffentlichen Bunker in dem Du Schutz suchen kannst, wenn demnächst die iranischen oder russischen Raketen in Berlin einschlagen? Dein reicher Nachbar und Kollege sorgt sich:

    Was ist bei der nächsten Katastrophe? Ich weiß zum Beispiel nicht, ob es einen Bunker in meiner Wohngegend gibt, wo ich mich schützen kann, wenn Raketen einschlagen.

  5. Godwin am Juni 20th, 2025 11:01 a.m.

    „Die Arabs sind nie über Tribalismus hinausgekommen“

    1. Sind Iraner Perser und keine Arabs.
    2. Hatten die schon Hochkultur als man hier noch urlaute voppn sich gab…

    Der Kapitalismus schafft sich seine Welt. Da ist kein Platz für rückszändige religiöse Abweichler.

    Mord wird dann zur Befreiung.

    Israel profitiert vom Chaos.
    SCHLAND wurde 45 geteilt, damit es nicht wieder stark werde.
    Dort eliminiert man die Führung und überlässt die Machtkämpfe sich selber.
    Bis da eine neue Zentralmacht erwächst dauert…

    Iran hat sicher den Terror gegen Israel finanziert.
    Tun die Araber auch.
    Wei4d Quatar als nächstes angegriffen??
    Und – Hamas Hisbollah etc. Waren NIE existenzbedrohend für den Staat.
    Bestenfalls Pain in the Ass.

  6. nOby am Juni 20th, 2025 1:44 p.m.

    Sorry. Ich. Wieder. Aber das Thema schlägt gerade größere Wellen. Wie das Thema um die Ratten. So ähnlich jedenfalls, aber anders.

    Passend zum Burk’schen Thema befaßt sich der Blogger Danisch gerade mit dem Weltuntergang. Der setzt bei seinem Thema also ein paar Stufen höher an als Burks. Schon bei dem „Lanz“ sprach einer der Studiogäste im Zusammenhang von Iran, Russen, Amerikanern und Israel vom 3. Weltkrieg. Das ist ähnlich. Danisch schreibt:

    Aber die vierte Buchreligion, die daran ebenfalls teilnimmt, und sich ebenfalls darin mit den anderen einig ist, hat er übersehen, weil sie 2012 noch nicht so „sichtbar“ war, aber die ist es, die uns gerade wirklich umbringt: Die Religion des Propheten Karl und seines Buches „Das Kapital“, denn auch der Marxismus beruht auf der Prophezeiung, dass es zu einem finalen großen (Klassen-)Kampf kommt, der die Welt läutert und in den finalen Zustand eines Paradieses, genannt Kommunismus, erlöst, wozu man die Hindernisse, die Handlanger des Teufels („Rechte“, „Konterrevolutionäre“) aus dem Weg räumen muss.

    Wenn wir das jetzt weiterstricken, bezogen auf „Unseredemokratie“ ™ und die Demografie, dann bleiben bei uns irgendwann wenige Neo-Sozialisten und viele vom Islam übrig. Das ist das Ergebnis von Demografie und Vernichtung der konservativen Andersdenkenden. Während im Iran progressiv-demokratische Kräfte den Islam und seine Hinterlassenschaften übernehmen und die am „Broadway“ machen dann daraus eine Komödie?

  7. ... der trittbrettschreiber am Juni 20th, 2025 2:45 p.m.

    Ooohhhgottogottogottt – soviel Deutungskompetenz hier, heute, am Freitag…hx.

    PS: Bunker? Menschen? Viele an einem Ort, womöglich noch Intellektuelle, Influenzer, die ihr Händie dabei haben? Kein Bier? Platzmangel? Hatespeech offline?
    Da können Drohnen ein Segen sein, falls sie punktgenau treffen. Morgens, beim Frühstück bei offenem Fenster in die Burkslektüre vertieft – in der Vitrine gackert das Leihhuhn. Dann ein kurzes Zischen…plopp.

  8. Keinkölner am Juni 20th, 2025 3:50 p.m.

    Sie werden sich auf immer und ewig bekriegen, weil sich jede Partei auf alte Bücher beruft.
    Religioten eben. Die Kriegsleidenden kommen dann wie zuvor bei Gaddafi, Hussein und Assad als
    Flüchtlinge nach „Europa“, also BRD.
    Wir haben Platz, und die „Brüder“ freuen sich schon…

  9. /dev/null am Juni 20th, 2025 4:48 p.m.

    Also in meine Bierbunker lasse ich keine Nachbarschaft eintreten.

    Plop Rülps

  10. NoComment am Juni 20th, 2025 6:05 p.m.

    Die Perser hatten nie Demokratie?
    Doch, hatten sie. Der demokratisch gewählte Präsident Mossadegh wurde 1953 durch einen von den Geheimdiensten der USA und GB initiierten Militärputsch gestürzt. Das war das Ende der Demokratie dort, es folgte die Diktatur des imperialen Statthalters Reza Palevhi, dessen Sohn übrigens heute wieder im Iran das Sagen haben möchte.
    Mal ernsthaft: glaubt irgendjemand, dass man das Demokratie wird nennen können, was da im Iran kommen würde, wenn dort der „Regime Change“ Erfolg hätte? Bisserl naiv…

  11. Albert Rech am Juni 21st, 2025 10:02 a.m.

    Leider war der Iran das erste Opfer im kalten Krieg der faschistischen USA gegen die Sovietunion.

    Ohne die Einmischung der USA wäre es früher oder später zu einer demokratischen Revolution im Iran gekommen und das Land wäre als Republik der Sovietunion beigetreten.
    Erste Erfolge gab es ja bereits am Kaspischen Meer und in Kurdistan.

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