Liebe zum Hass

Neue Zürcher Zeitung: „Abdel-Hakim Ourghi erklärt, weshalb der Islam eine «Liebe zum Hass» pflegt“.

(…) „Wir wurden mit Judenhass sozialisiert, ohne dass wir uns dessen bewusst wurden. In so einem Diskurs ist man gefangen.

Wann haben Sie das bemerkt?

Erst, nachdem ich Algerien verlassen hatte. Ich lernte Jüdinnen und Juden kennen und sah: Das sind Menschen wie du und ich. Mit Anfang zwanzig kam ich nach Deutschland. Da habe ich mich mit dem Zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt und hörte zum ersten Mal davon, dass es einen Holocaust gegeben hatte und dass sechs Millionen Juden von den Nazis getötet worden waren. Das löste eine Sinnkrise aus. Genau das Gleiche beobachte ich jetzt bei meinen muslimischen Studenten. Sie kennen die Geschichte nicht.

Vom Holocaust war im Geschichtsunterricht an Ihrer Schule nie die Rede?

Nein, auch am Gymnasium und an der Hochschule nicht. Das Bild war klar: Juden sind Täter, Muslime Opfer. Juden sind die, die den Muslimen, den Palästinensern, das Land wegnehmen. In Tlemcen, wo ich aufgewachsen bin, gab es eine Strasse, die «Weg der Juden» hiess. Aber mir war nicht bewusst, dass in Algerien Juden gelebt hatten und dass sie 1962, als Algerien unabhängig wurde, aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Davon sprach niemand. Erst als Erwachsener fand ich heraus, dass es in meiner Heimatstadt eine Synagoge und einen jüdischen Friedhof gibt.

Hat sich am antisemitischen Klima seit Ihrer Kindheit etwas geändert?

Nein, in Algerien ist der Antisemitismus nach wie vor stark verbreitet. Die Französischlehrerin meines Neffen hat kürzlich in der Schule gesagt: «Ich hasse die Juden und verneige mich vor Hitler, weil er sie vernichtet hat.» Das gilt als normal. (…)“

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Kommentare

10 Kommentare zu “Liebe zum Hass”

  1. Godwin am Juli 10th, 2025 4:07 a.m.

    Ich erwähnte hier schon mal ein paar tunesische Studenten, die mich darauf aufmerksam machten, dass Juden bis ins 20. Jahrhundert hinein ein normaler und akzeptierter Teil der orientalischen Welt waren.
    Woher kommt der Hass also wirklich, wenn er erst seit 80-100 Jahren en vouge ist

    „Fraglich sei, wie Ourghi mit solchen Aktionen in die muslimischen Gemeinden hineinwirken wolle, wenn er gar nicht das Gespräch mit jenen suche, die den Islam vertreten, sondern mediale Aufmerksamkeit anstrebe“
    Also auch nu ne attention whore

  2. Godwin am Juli 10th, 2025 4:11 a.m.

    Heitmeyer schreibt im Spiegel was zur Verrohung der teutschen Gesellschaft.
    Leider paywall
    https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hass-und-gewalt-in-deutschland-unsere-gesellschaft-ist-verrohter-als-viele-es-wahrhaben-wollen-kommentar-a-76699874-3179-4bf4-8d47-c347d4fd99b5

    Aber evtl mag Burks da was draus machen und es „einordnen“

  3. Pogrome am Juli 10th, 2025 8:20 a.m.

    @Godwin Das scheint mir allerdinsg eine zweifelhafte These zu sein. Die Idee des „toleranten Islam“ wird gerne verfochten, jedoch spricht dagegen, dass nach der Festigung der Macht in eroberten Gebieten jene Toleranz oft aufgegeben wurde. Inklusive ersten Pogromen seitens Muslimen gegen Juden nach einer „Toleranzkehrtwende“ im 13. Jahrhundert.
    Abgesehen davon spricht aus jüngerer Zeit die Statistik dagegen: Der (sehr geringe) Anteil der jüdischen Bevölkerung in arabischen Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

  4. admin am Juli 10th, 2025 9:27 a.m.
  5. juri nello am Juli 10th, 2025 9:50 a.m.

    Das ist der Stoff aus dem „moderne“ Gesellschaften bestehen: Feindbilder. Nimm der Masse das Feindbild und Du verlierst 90 Prozent der Produktivität.Jede Firma spielt damit. Warum wohl?

    „Aber die deutsche Gesellschaft ist doch besser, sie hat schließlich Vorbilder!“
    Wenn das Vorbild allerdings wen hasst, was denkst Du, was passiert?

  6. NonKon am Juli 10th, 2025 10:11 a.m.

    Das „die Deutschen gut sind weil sie Hitler hatten und auch die Juden hassen“ habe ich in arabischen Ländern schon oft gehört, viel von jungen Leuten. Sehr schwer dort dagegen zu argumentieren weil es keinen neutralen Bildungshintergrund gibt. Die Linke ist sehr naiv was das angeht, die Rechte verhält sich ebenso dämlich aggressiv wie andere religiöse Sekten. Ich sehe da kein rauskommen so lange sich die Politik weltweit nicht radikal ändert.

  7. blu_frisbee am Juli 10th, 2025 10:34 a.m.

    Erst kommt die FeindSCHAFT, dann das FeindBILD.
    Allah hat seinen Gläubigen sein letztes Wirt geschenkt. Die Juden hatten es zurück gewiesen.

    Außerdem waren sie reich. Also wurden sie bekriegt.
    Judenfeindschaft steht im Qran.

    Der europäische Antisemitismus ist nicht identisch mit dem islamischen. Allerdings hatten sich beide miteinander vermischt. Im Übrigen ist der nix besonderes, nur eine Spielart des Rassismus.

    Deutsche Staatslüge „Vergangenheitsbewältigung“
    entspringt nicht Einsicht und Reue sondern Kreditbedarf. Die Shoah wurde mystifiziert und instrumentalisiert. Alles gefühlt, nix verstanden.
    https://de.cba.media/652108

  8. Godwin am Juli 10th, 2025 12:11 p.m.

    Die Juden in der islamischen Welt: vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert
    von Bernard Lewis

  9. Godwin am Juli 11th, 2025 3:49 a.m.

    Deutschland 2025:
    – Gericht in Bayern urteilt: Kruzifix in Schule ein „Eingriff in die verfassungsrechtlich verbürgte negative Glaubensfreiheit“
    – Berlin will Neutralitätsgesetz ändern, um Kopftücher im öffentlichen Dienst zu erlauben
    – RP will keine AfDler mehr einstellen…

  10. Fritz am Juli 13th, 2025 3:31 p.m.

    Das erste Judenpogrom in Europa wurde von Muslimen begangen, nicht von Christen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Granada

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