Traumziel Bielefeld
Hübsche Glosse im Tagesspiegel über verschwundene Iraker.
„So ist das halt: Pech. 50 mehr oder weniger, darauf kommt es nun auch nicht mehr an, wenngleich sich zumindest die an der Auffindung beteiligten Polizisten wohl fragen werden: Wozu machen wir das eigentlich? Hätten wir die Karre nicht gleich durchwinken sollen, ganz nach Wunsch nach Bielefeld oder auch auf die Ostfriesischen Inseln?“
Vollpfostenjournalismus, reloaded
Die Süddeutsche verherrlicht den Mut von Terroristen.
Sind Menschen, die in eine Menschenmenge fahren oder schießen, in der Gewissheit, dass sie ihre Tat gar nicht oder nur kurz überleben könnten, feige? Ihr Überfall auf Ahnungslose ist heimtückisch. Ihre Auftraggeber mögen feige sein. Sie selbst sind es nicht. Ihre Tat zeigt ungeheuren Mut – zwar nicht jenen besonnenen Mut, den Aristoteles als Tugend pries, sondern einen mörderisch-tollkühnen. Aber auch der verlangt etwas, was im Westen immer mehr zum Fremdwort geworden ist: Selbstüberwindung.
Da hat sich aber jemand selbstüberwunden einen runtergeholt und nicht zum ersten Mal.
Ceterum censeo: Jedes Wort, das mit UNG endet, steht unter dem Generalverdacht des Blödsinns.
Ja. Nein. Ung. Das Burkssche Gesetz.
Halina Wawzyniak (Die Linke“) auf Zeit online: „Die originäre Aufgabe von Linken-Politik ist, das System infrage zu stellen, nicht konkrete Personen. Das System infrage zu stellen, meint nicht dessen Abschaffung, sondern dessen Weiterentwicklung.“
Nein, Halina. Der Kapitalismus gehört abgeschafft, wie schon vorher der Feudalismus oder die Sklavenhaltergesellschaften. Er macht das selbst, aber man kann ihm dabei helfen, sich „weiterzuentwickeln.“ Man muss dem gemeinen Volk ja nicht verraten, was danach kommt, weil es noch vor dem bösen K-Wort zurückschreckt, aber man muss den Leuten sagen, wie man das ungefähr machen will und was an dessen Stelle treten soll.
By the way. Ich formuliere jetzt das Burkssche Gesetz: „Für Mitglieder der Partei ‚Die Linke‘ ist es unmöglich, auch nur drei deutsche Sätze zu sagen, ohne dass ein Wort vorkommt, das mit UNG endet.
Kulturrelationismus et al
Die Schweizer WOZ über falsche Toleranz gegenüber Intoleranz. Sehr interessanter und streitbarer Artikel. WählerI*/_@xnnen der Grünen beißen in alle Tischkanten.
Sperma im Kugelschreiber
Lesenswert von Tapfer im Nirgendwo über eine hässliche Fake-News-Geschichte im „Spiegel“. Lesenwert, insbesondere auch die Kommentare.
Doğum günün kutlu olsun!
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Deniz Yücel!
In Wellen oder: Was wahr ist
„Rechte Politiker schüren die Angst vor Migration und schlagen vor, die Leute mit Zäunen und Waffen fernzuhalten. Linke Politiker schüren die Angst meist auch und versprechen weniger Migration durch Entwicklungshilfe. Beide haben kein Interesse zu erzählen, was wahr ist: Es gibt keine Zweifel an der afrikanischen Wanderungswelle in den kommenden Jahrzehnten.“ (Michael A. Clemens, Ökonom und Migrationsforscher aus den USA in Spiegel online)
Er hat mit jedem Wort recht. Aber es wird niemanden interessieren. Ein sehr interessantes Interview. Dazu fällt mir eine japanische Redensart ein, die irgendwo bei Janwillem van de Wetering zitiert wird: „Was man nicht verhindern kann, kann man auch gleich begrüßen.“
Gewählte Anfängerfehler
Heise: „Bundestagswahl: Eingesetzte Wahl-Software hat eklatante Sicherheitslücken“.
„So können Wahlergebnisse etwa auf dem Weg vom Wahllokal zum Kreiswahlleiter abgefangen oder manipuliert werden. Lokale Zugangsdaten sind zum Teil überhaupt nicht, zum Teil durch selbstentwickelte Verschlüsselung geschützt. In einem Fall werden die Passwörter lediglich als dezimal repräsentierte Hex-Werte gespeichert. Ein geheimer Schlüssel kommt nicht zum Einsatz.
Außerdem sind die Zugangsdaten für die Server, die zum Upload der Daten dienen, leicht zu erraten oder sogar öffentlich im Netz verfügbar.“
Warum wundert mich das jetzt nicht?
Antideutsche Filmempfehlungen
Kennt jemand antideutsche Filme? Sagt jetzt ja nicht: „grundsätzlich alles, wo Deutsche sterben„. Dann gibt es einen Skandal im Wasserglas, und ihr dürft bei der „Linken“ nicht mehr politisch tätig werden.
„‚Dieser Post war eine seltene Dummheit und Geschmacklosigkeit’“, sagt Bundessprecher Hendrik Thalheim“. Nein, war er nicht. Er war lustig. Ich lese da mit. Und ihr seid ein humorloses schmallippiges Pack.
Noch ein Grund mehr, warum ich die „Linke“ nicht wählen werden.
Nazi light oder: Tarifpartnerschaft 1.0
„Auf der anderen Seite bildete sich der Lohnarbeiterstand. Werkstätten, Werkzeuge, Rohmaterial, fertige Ware – nichts davon gehörte dem Lohnarbeiter. Keine Aussicht hatte er, je selbständig zu werden. Er besaß nichts als seine Arbeitskraft. Voll Erbitterung sprachen daher die Arbeiter vom Lohnsklaventum. Auch in Deutschland ahnten damals nur wenige etwas von der Wahrheit, daß Arbeit Dienst am Volk ist, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer als „Arbeiter“ für die ganze Volksgemeinschaft zusammengehören und sich in einer „Front“ zusammenschließen müssen. Es sollten noch viele Jahre des Kampfes und der Verhetzung kommen, ehe dieser Wahrheit durch die nationalsozialistische Volksbewegung Bahn gebrochen wurde.“
(Aus: Volk und Führer. Deutsche Geschichte für Schulen. 5 Klasse. Nun wieder Volk, Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt/Main 1943)
Wusstet ihr schon, dass ich jeden, der „Tarifpartnerschaft“ sagt oder „Arbeitergeber“ und „Arbeitnehmer“, als „Nazi light“ beschimpfe?
Predictive Policing
Heise fällt auf die Propaganda „palästinensischer Aktivisten“ herein: „Predictive Policing: „Falsches“ Facebook-Posting führt in Israel oft zu Haft“. Man konnte auf die Idee kommen, journalistische Standards einzufordern: Mindestens zwei unabhängige Quellen für jede These?! Wer bezahlt die „Aktivisten“ vom Arab Center for Social Media Advancement? Usw.
Zum Glück gibt es Kommentare.
Parteiisch
Die Partie, die Partei, die hat immer recht.
Die Revolution entlässt ihre Kinder und Enkel
Das Buch von Wolfgang Leonhard: Die Revolution entlässt ihre Kinder hätte ich schon in den 70-er Jahren lesen sollen. Aber damals hätte ich es eben aus genau den Gründen nicht getan, die Leonhard beschreibt.
Die schlechte Nachricht zuerst: Schlecht geschrieben, zu viele Details, zu lang, kaum theoretischer Tiefgang, für die nachgeborene Generation zu langweilig, zu viele Namen, die niemand mehr kennt. Ohne marxistische Grundkenntnisse nicht verständlich.
Die gute Nachricht: „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ ist immer noch genau so aktuell wie der unsterbliche Sketch über die Volksfront von Judäa. Ich habe es mit äußerster Spannung gelesen, was aber nicht repräsentativ ist, da nur die ältere Generation, die in den 70-er Jahren Marx et al ausführlich studiert hat, mit den Ereignissen etwas anfangen kann.
Warum gibt es eigentlich immer noch keine theoretische Diskussion in der Linken darüber, wie „Stalinismus“ eigentlich entstanden ist und warum? Leonhard beweist anhand seines eigenen Lebens, dass der Moment, in dem Stalin an die Macht kam, eine Konterrevolution war. Alle Kader der ersten Bolschewiki wurden umgebracht. Nur Stalin und die Krupskaja überlebten. Noch schlimmer: Warum hat sich niemand gewehrt?
Wenn man die Leute detailliert beschrieben bekommt, die – aus dem Moskauer Exil kommend – einen Sozialismus in der DDR aufbauen sollten, dann weiß man sofort: Das konnte nur schief gehen. Schlechter konnten die Voraussetzungen nicht sein.
ich wusste gar nicht, dass Leonhard später im Westen eine kommunistische Partei gegründet hat, die sich an Jugoslawien orientierte. „Hier versammelten sich die erfahrenen, aber geschlagenen Kämpfer aus der zweiten Reihe der Arbeiterbewegung, die sich eine ehrliche, politisch-moralisch intakte und kämpferische Klassenpartei wünschten.“ Ist mir sofort sympathisch. Das würde heute aber genauso scheitern wie damals.
Aber urteilt selbst.
Völker ohne Raum
Sehr geehrte … äh … Genossen von der Judäischen Befreiungsfront MLPD! Ich würde gern „so genannt“ schreiben, denn „marxistisch“ seit ihr nicht. Marx war bekanntlich auch kein Marxist.
„Freiheit für Kurdistan“ ist auch keine linke Parole, sondern schlicht völkischer Scheiß und ähnlich reaktionär wie die Gesellschaft für bedrohte Völker. Die Kurden (wer auch immer das sei) sollen also einen eigenen Staat haben – wie die Mazedonier, Serben, Kroaten, Albaner usw.? Habt ihr noch alle Tassen im Schrank? Der Proletarier hat kein Vaterland. Es wundert mich aber nicht, dass ihr das Kommunistische Manifest, aus dem der Satz stammt, gar nicht kennt.
„Freiheit für Palästina“? Was war das noch mal gleich? Das britische Mandatsgebiet? Alle Juden ins Meer? Für den Sieg im Volkskrieg unter dem ruhmreichen Banner der terroristischen Hamas und deren korrupten Führer?
Wisst ihr was, MLPD? Ihr seid ein antisemitischer kackbrauner Misthaufen. Hans Grimm würde euch lieben. Schade um das schöne Geld, was euch naive Genossen gespendet haben.
Wenn Wahlen etwas ändern würden
Leseempfehlung: Mathias Broeckers über „Wenn Wahlen etwas ändern würden…“
Schwerer Schlag gegen blabla oder: Melden, durchführen. verbieten [Update]
Wer Zensur fordert, kriegt sie auch. Die so genannte AfD hatte gefordert: „Linksextremistische Online-Plattform „Indymedia“ abschalten!“. Jetzt hat der deutsche Innenminister geliefert. Der Schockwellenreiter hat das Nötige dazu geschrieben.
„Das Bundesinnenministerium hat heute morgen die linke Internetplattform linksunten.indymedia.org (der Link funktioniert momentan noch manchmal, manchmal auch nicht) verboten. (…) Im Verfahren gegen die Plattform wandten die Sicherheitsbehörden einen Kniff an: Förmlich soll es sich um ein Vereinsverbot handeln – die Betreiber wurden demnach von den Behörden als Verein eingestuft, obwohl es formal gar keinen gibt.“
Interessant. Das ist juristisch natürlich unhaltbar. Der Innenminister handelt offenbar nach der Devise: Legal. illegal, scheißegal. Aber das kennen wir ja. Das suggeriert auch die Website des Bundesinnenministeriums: Rechts und links seien „Pendants“.
„Das Verbot gegen die Vereinigung stützt sich auf § 3 Absatz 1 Satz 1 Alternative 1 und 2 des Vereinsgesetzes. Zweck und Tätigkeiten von „linksunten.indymedia“ laufen den Strafgesetzen zuwider und richten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Es ist das erste Verbot einer linksextremistischen Vereinigung durch einen Bundesinnenminister. Das rechtsextremistische Pendant zu „linksunten.indymedia“, die Internetplattform „Altermedia Deutschland“, hatte der Bundesinnenminister bereits am 27. Januar 2016 verboten.“
Totalitarismus-Doktrin, ick hör dir trapsen. Darüber hatte ich auch schon 2003 etwas geschrieben. Weimar lässt grüßen.
Update] „Laut dem Vereinsrechtler Lars Leuschner von der Universität Osnabrück reicht es für die Definition des Vereins schon aus, wenn zwei Personen zusammenarbeiten, (…) ‚Entscheidend sind vor allem die Merkmale des Zusammenschlusses und der Willensbildung, deren Nachweis bei konspirativen Vereinigungen natürlich schwierig ist.'“ Damit könnte man praktisch alles verbieten. Interessant dazu ist ein Urteil des Bundesgerichtshofes sowie der Text (pdf): „Der Rechtsstatus nicht eingetragener Vereine und ihrer Mitglieder“.
DMNV
Interface (2010): „Anti-German communism is a political tendency that grew from within the German radical Left, and that has adopted a pro-Western/pro-Israel discourse and critiques of post-Nazi Germany and Islamic antisemitism as its defining ideological characteristics. Despite being intellectually inspired by the writings of Karl Marx and the critical theory of the Frankfurt School, the subsequent reinterpretation and political contortion of these texts by the “anti-Germans” has fueled an antagonistic relationship with large parts of the German (and global) Left. The common left-wing premises of anti-imperialism and anti-Zionism are regarded by the anti-Germans as expressions of a continuation of the “logic of Auschwitz” that reflects totalitarian, fascistic thought in the national mindsets of most Germans, Europeans, and beyond.“
Ganz interessant. Ich bin übrigens in der Facebook-Gruppe „Deutsch mich nicht voll“. Gruppencharta: „Diese Gruppe – »Deutsch mich nicht voll« (DMNV) – dient dem Austausch von und der Auseinandersetzung mit Positionen aus dem Spektrum der antideutschen, ideologiekritischen und israelsolidarischen Linken. Sie soll gerade auch solchen Linken, die mit Ideologiekritik bisher nichts zu tun und vom Gespenst der Antideutschen nur gerüchteweise gehört haben, einen möglichen Einstieg bieten. Alles bedarf der Kritik, daher gibt es keine Beschränkung der Themen, die diskutiert werden können. Bei alledem bildet der anti-antisemitische Konsens und damit die bedingungslose Solidarität mit Israel die Grundlage des Gruppendiskurses.“
Free Speech oder: Lethal Precedent
Brendan O’Neill (via Fefe): „Why Nazis must have freedom of speech“.
„Okaying the censorship of Nazis would set a lethal precedent“. Das sollte er mal den deutschen Lichterkettenträgern sagen oder der „Linken“.
Die Idee, dass Zensur zu inakzeptablen Kollateralschäden führt, ist in deutschen Gehirnen einfach nicht vorgesehen. Sie ist so unvorstellbar, dass man mit der Lupe jemanden suchen müsste, der sie teilt. (Ich bin so einer.) Ich vermute, dass die Zahl derjenigen, die so denken wie ich (und der Autor des obigen Artikels) in Deutschland etwa so groß ist wie etwa die Anhängerschaft der völkische und antisemitische Politsekte MLPD – oder noch kleiner.
Vgl. auch die Rolle der ACLU in Skokie.
Socialism, Youth, Capitalism

Source: Sassy Socialist Memes
Religioten
Der Schockwellenreiter hat es fotografiert: Die „Linke“ wirbt mit Religioten. Ich werde sie nicht mehr wählen. Wer noch hinter Ludwig Feuerbach und Kemal Atatürk zurückfällt, ist auch nicht wirklich links.






















