Vollpfostenjournalismus, reloaded

Die Süddeutsche verherrlicht den Mut von Terroristen.

Sind Menschen, die in eine Menschenmenge fahren oder schießen, in der Gewissheit, dass sie ihre Tat gar nicht oder nur kurz überleben könnten, feige? Ihr Überfall auf Ahnungslose ist heimtückisch. Ihre Auftraggeber mögen feige sein. Sie selbst sind es nicht. Ihre Tat zeigt ungeheuren Mut – zwar nicht jenen besonnenen Mut, den Aristoteles als Tugend pries, sondern einen mörderisch-tollkühnen. Aber auch der verlangt etwas, was im Westen immer mehr zum Fremdwort geworden ist: Selbstüberwindung.

Da hat sich aber jemand selbstüberwunden einen runtergeholt und nicht zum ersten Mal.

Ceterum censeo: Jedes Wort, das mit UNG endet, steht unter dem Generalverdacht des Blödsinns.

Kommentare

3 Kommentare zu “Vollpfostenjournalismus, reloaded”

  1. ... der Trittbrettschreiber am September 18th, 2017 12:01 pm

    Um wie gewohnt komplementär zu kommentieren:

    Da hast Du meine „vollste Zustimmung“. Hicks.

  2. André Dreilich am September 18th, 2017 12:38 pm

    Ich find’s blöd, dass „feige“ im doppelten Sinn interpretiert werden kann. In meinen Texten nutze ich „feige“ ausschließlich im Sinne der alten Brockhausdefinition, also „das eigene Handeln durch Angst oder Furcht bestimmen zu lassen“.
    Auf die Variante „heimtückisch“ verzichte ich komplett. Daher tue ich mich auch schwer damit, wenn von einem „feigen Anschlag, Mord, Überfall …“ die Rede ist – dafür gibt es nach meinem Geschmack passendere Vokabeln.
    Was den Vollpfostenjournalismus angeht – „vollste Zustimmung“

  3. Vorkriegsjornalismus des tages | Schwerdtfegr (beta) am September 18th, 2017 3:26 pm

    […] findet man im vorkriegsmodus den terrorismus zwar scheiße, muss aber anerkennen, dass etwas großes, tugendhaftes, tapferes daran […]

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