In Wellen oder: Was wahr ist

„Rechte Politiker schüren die Angst vor Migration und schlagen vor, die Leute mit Zäunen und Waffen fernzuhalten. Linke Politiker schüren die Angst meist auch und versprechen weniger Migration durch Entwicklungshilfe. Beide haben kein Interesse zu erzählen, was wahr ist: Es gibt keine Zweifel an der afrikanischen Wanderungswelle in den kommenden Jahrzehnten.“ (Michael A. Clemens, Ökonom und Migrationsforscher aus den USA in Spiegel online)

Er hat mit jedem Wort recht. Aber es wird niemanden interessieren. Ein sehr interessantes Interview. Dazu fällt mir eine japanische Redensart ein, die irgendwo bei Janwillem van de Wetering zitiert wird: „Was man nicht verhindern kann, kann man auch gleich begrüßen.“

Kommentare

7 Kommentare zu “In Wellen oder: Was wahr ist”

  1. Eike am September 8th, 2017 11:59 am

    Er erinnert optisch sehr an Horst Schlämmer.

  2. Die Melone am September 8th, 2017 1:31 pm

    Autsch, wieder was gelernt. Ich halte für mich fest: Das Gerede von „Fluchtursachen bekämpfen“ ist genau so sinnlos wie das Gerede von den dichten Grenzen.

    Was aber ist dann die Lösung? Was entgegnet man „Wir können nicht alle aufnehmen“? Natürlich geht es gar nicht darum, alle aufzunehmen, aber wo ist die Grenze? Wie viele kann man denn aufnehmen? Gibt es überhaupt eine Grenze? Oder ist bereits die Frage Blödsinn, da sie sich so nicht stellt? Ich selbst bin leider zu ungebildet, um diese Fragen schlüssig beantworten zu können.

  3. Godwin am September 8th, 2017 3:55 pm

    „Das richtige Ziel wäre: Entwicklungshilfe dafür auszugeben, um die Fähigkeiten unter potenziellen Migranten zu entwickeln, die hier benötigt werden.
    […] Es wäre ein sehr profitables Investment, der Gewinn wäre enorm.“

    Kapitalismus in Reinkultur. Hier die teuer gewordenen Schulen schließen und billig importieren… NEIN DANKE

  4. Die Melone am September 8th, 2017 8:35 pm

    Ich sehe vor allem das Problem der Ausbildung in Afrika: In Deutschland werden Berufsabschlüsse nicht mal innerhalb verschiedener Bundesländer anerkannt. Abschlüsse aus dem Ausland sind gleich noch mal problematischer. Und dann natürlich immer wieder die Frage, warum diese Arbeit nicht von deutschen Arbeitslosen erledigt werden kann.

    Mit dem Gedanken freier Einwanderung könnte ich mich ja noch engagieren, wie aber bekommt man die „besorgten Bürger“ mit ins Boot?

  5. ... der Trittbrettschreiber am September 8th, 2017 8:41 pm

    Katastrophen-Namen endlich verständlich:

    „Was man nicht verhindern kann, kann man auch gleich begrüßen.“

    Hallo Irma, wir begrüßen dich mit folgenden Ritualen:

    Sägen, hämmern und bohren. Koffer packen, Supermärkte leerhorten. Fliehen und jede Drehung laut moderieren. Manche von uns fliegen sogar in dein Auge.

  6. blu_frisbee am September 9th, 2017 9:53 pm

    @Die Melone Es gibt keine „Lösung“. Zu spät. Hätt ma vllt auf den Club of Rome hören müssen. Jetzt kann man nur noch managen. Dafür müßt ma erstmal aufhörn mit Realitätsverleugnung. Buchtipp: Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht

  7. Die Melone am September 11th, 2017 9:39 am

    @blu_frisbee: Danke für den Tipp, aber das Buch scheint sich eher auf die Probleme als die Lösungsansätze zu konzentrieren. Womit wir auch gleich beim Thema wären:

    Hat jemand Buchempfehlungen zu dem Thema? Lösungsvorschläge zur Flüchtlings“krise“, vor allem, wie man Migrations-„Skeptiker“ beruhigen kann, wie Migration funktionieren kann, wie sie es bereits tut etc.

    Und wo wir grad bei Büchern sind:

    @burks/admin: Sind schon neue Bücher über die heutige rechte Szene in Arbeit? Ich habe mich bereits durch das längst vergriffene Gesamtwerk des Autors gelesen und stelle fest, dass:

    1. ich mehr verlange
    2. sich die rechte Szene mittlerweile doch sehr stark gewandelt hat: Man denke nur an so Dinge wie die Identitären, Ethnopluralismus, die AfD, Islamismus etc.

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