Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I

sklavenkarawane

Vorrede 1: Ich hatte am 23.07.25 auf das Thema „Sklavenhandel in Afrika“ und das Buch Egon Flaigs: „Weltgeschichte der Sklaverei: Von der Antike bis zur Gegenwart“ hingewiesen.

Vorrede 2: Ich hätte Flaig schon viel früher lesen sollen, aber ich kannte ihn nicht. Leider müssen wir die Sklavenhaltergesellschaft daher noch einmal aus einer anderen Perspektive durchnehmen betrachten (bevor wir mit dem Needham-Rätsel, wie schon angedeutet, fortfahren). Ich muss auch meine Arbeitshypothese vom 08.05.2025 („Abstrahierte ökonomische Universale, revisited“) ein wenig modifizieren.

Die marxistisch geprägte Geschichtswissenschaft irrte, wenn sie die Abfolge der Gesellschaftsformationen, wie sie in Europa zu beobachten ist, auf den Rest der Welt übertragen wollte. Es gab weder überall eine Sklavenhaltergesellschaft, wie in der Antike, vor allem im römischen Reich, noch ist sie eine notwendige Entwicklungsstufe zum Feudalismus.

Das stimmt noch. Aber man muss die Frage stellen: Waren die muslimischen Staaten Afrikas – vor der europäischen Kolonisierung – Sklavenhaltergesellschaften, vergleichbar mit Sparta oder dem antiken Rom? Wenn nicht – gab es Ansätze von Feudalismus? Die Reiche von Gana, Mali oder Songhai kann man wohl kaum als „asiatische Produktionsweise“ oder gar als eine Form der tribalistischen „Urgesellschaft“ verstehen. Hat die bisherige marxistische Geschichtswissenschaft etwas Wesentliches übersehen – eine bisher unbekannte Gesellschaftsformation – , weil sie zu eurozentrisch dachte? (Vgl. 28.12.2024: „Mansa Musa und unterkomplexe Wahlaufrufe“ und 20.08.2025: „Sklavenhaltergesellschaft und verschleierter Völkermord, revisited“.)

songhai
Das Songhai-Reich in Afrika in orthografischer Azimutalprojektion. Source: KarnRedsun / Wikipedia

Wenn ja: Hat sich Afrika – wegen der Intervention der kapitalistischen Kolonialmächte – direkt zum Kapitalismus entwickelt und somit den Feudalismus „übersprungen“?

„Übersprungen“ – das hört sich sich absurd an, ist es aber nicht. Dafür gibt es mehrere Beispiele in der Menschheitsgeschichte. Seit der Ankunft der Europäer in Australien im 18 und frühen 19. Jahrhundert wurde dort der Kapitalismus eingeführt – die indigenen Völker aka Aborigines waren aber, obzwar hoch spezialisiert, technisch noch auf der Stufe der „Urgesellschaft“. Vergleichbar ist das bekannte Schicksal der Ureinwohner Nordamerikas, die weder eine Sklavenhaltergesellschaft noch Feudalismus (in der klassischen Typologie) hervorgebracht haben. Was aber dann?

Merke und ceterum censeo: Meine These, dass die „Gesellschaftsformationen“ – wie zum Beispiel „Sklavenhaltergesellschaft“ – in der marxistischen Diskussion nur analytische Kategorien sind bzw. sein sollten und keineswegs etwas über eine zeitliche Abfolge aussagen, bestätigt sich. „Analytisch“ meint: Wie ist die Beziehung des Menschen zu den Produktionsmitteln?

Das Problem löst sich in Luft auf, wenn wir es von heute aus ansehen – aus der Perspektive des Kapitalismus. Dieser ist die erste Gesellschaftsform, der es gelungen ist, wirklich alle Teile der Welt zu beherrschen (außer zum Beispiel die Sentinelesen und die Mashco-Piro). Alle „älteren“ Gesellschaftsformen waren geografisch begrenzt, vor allem wegen der Ungleichzeitigkeit der ökonomischen Evolution. Die Basis aller Produktion ist aber die bäuerliche Subsistenzwirtschaft. Das galt auch für die klassische antike Form der Sklavenhaltergesellschaft – die Kampf für „Landreform“ war daher systemimmanent. Aber es existierten immer „Inseln“, die sich dem Zugriff der staatlichen Herrschaft entzogen, also keiner „Gesellschaftsform“ zugehörten. Sogar bis heute – die Raramuri aka Tarahumara zum Beispiel.

„Gesellschaftsform“ heißt: Die Form ökonomischer Herrschaft.

Jetzt kommt Flaig ins Spiel:

Sklaverei hat seit Jahrtausenden existiert, fast überall, auch in „vorstaatlichen“ Gesellschaften, ob bei den nordamerikanischen Cherocee [„Irokesen“ bei Karl May], den Tupinamba Südamerikas, den polynesischen Maori oder den alten Germanen; sie bestand in allen Hochkulturen. (S. 11)

Die Conclusio Flaigs in Bezug auf Afrika: Dabei war die antike Sklaverei unter quantitativen Gesichtspunkten nicht herausragend. Die islamische war die umfangreichste der Geschichte; die transatlantische ist bedeutsam, weil sie von Anfang an bekämpft wurde und weil ihre politische und teilweise gewaltsame Abschaffung der Hebel war, um die Sklaverei weitweit zu beseitigen.

Flaig muss hier minimal korrigiert werden: Die Sklaverei ist nicht weltweit beseitigt. Und: Die Sklaverei wurde nicht aus moralischen Gründen abgeschafft, sondern weil sie der kapitalistischen Ökonomie widerspricht.

Für das vorkoloniale Afrika fehlen schriftliche Quellen und Angaben darüber, wie weit Sklavenhandel in die Geschichte zurückreicht. Deshalb spricht Jacques Heers von sehr alten Zeiten, in denen die Völker südlich der Sahara sich in Ethnien und Stämmen gegenüberstanden und oft ihre Krieger in benachbarte Dörfer schickten, um Frauen und Männer zu fangen. „In den meisten Ländern Schwarzafrikas war die Anzahl der Sklaven Kennzeichen des sozialen Ranges.“ Man habe bei einem Reichen nicht dessen Landbesitz, sondern seine Gefangenen und Frauen gezählt. Noch vor der Ausbreitung des Islam hätten in vielen Gegenden die Besiegten und Abgabepflichtigen als Zeichen ihrer Ergebenheit eine bestimmte Anzahl an Frauen und Männern abliefern müssen. Seit dem 7. Jahrhundert lieferten das christliche Äthiopien und Schwarzafrika (Nubien, Sudanregion) Millionen von Sklaven in den arabisch-islamischen Raum, später auch über den Transsaharahandel, vor allem über Ägypten als Handelszentrum.

jemen
Eine im 13. Jahrhundert in Bagdad von al-Wasiti angefertigte Buchillustration, die einen Sklavenmarkt in der Stadt Zabid im Jemen zeigt.

Schwarze Sklaven haben im 12., 13. und 14. Jahrhundert im afrikanischen Gao, im Malireich und Songhaireich die Hauptrolle gespielt, und zwar bis in die Zeiten des atlantischen Sklavenhandels. In Benin, einem wichtigen Sklavenhalterstaat und Lieferant von Gefangenen für die europäischen und amerikanischen Menschenhändler, habe zum Beispiel im Jahre 1778 Jabou [dazu hat die KI großartig recherchiert, was ich so nie hinbekommen hätte], ein wichtiger Kriegsherr, mehr als 10000 Sklaven besessen, die er nie verkaufte. Sei er in den Krieg gezogen, habe er immer 5000 bis 6000 Sklaven befehligt.

Für den Norden Afrikas hat Flaig den Begriff „intrusive Sklaverei“ geprägt:

Intrusive Sklaverei entzieht ihrer geopolitischen Umwelt permanent Menschen, also die kostbarste soziale Ressource überhaupt. Sie erzeugt geographische Zonen, die Menschen liefern, also «Lieferzonen». Solche Lieferzonen fungieren als «Peripherie», welche unablässig Menschen an die «Metropole» abgibt. Damit ist eine dichotomische Entwicklung eingeleitet:

a) In den Lieferzonen nehmen die Versklavungen zu. Das geschieht teils indirekt, indem die gerichtliche Praxis, Verurteilte zu versklaven, stimuliert wird, ebenso wie die Gewohnheit, Familienangehörige zu verkaufen; teils geschieht es «direkt», indem diejenigen Kriege sich vervielfachen, bei denen die Aussicht besteht, Gefangene zu machen. Solche Versklavungsprozesse können längst intern bestanden haben; doch die Nachfrage von außen beschleunigt und intensiviert sie. Die sklavenimportierende Metropole verändert also die sozialen Abläufe im Innern der betroffenen Kulturen.

b) Eine militärisch überlegene Metropole braucht die Sklaven nicht unbedingt zu kaufen. Will sie ihren Militärapparat beschäftigen, dann beschafft sie sich Sklaven mit kriegerischen Einfällen in die Lieferzone.

c) Sie kann ihren Militärapparat auch schonen für «wichtigere» Zwecke. Sie muß dann ihre Überlegenheit in eine dauerhafte politische Überordnung transformieren, um Tributeleistungen in Form von Sklaven zu verlangen. Islamische Emirate und Sultanate praktizierten diesen Brauch in großem Stil. Tributpflichtige Stämme werden versuchen, auf Kosten schwächerer Nachbarn die geforderte Sklavenzahl zu besorgen; damit erfolgt der Prozeß des Versklavens de facto durch Krieg, den die Metropole stimuliert, ohne daß er sie etwas kostet. Solche Tributeleistungen deformieren die politischen Vorgänge und Verhältnisse in der Lieferzone erheblich.

d) In jedem Falle spaltet sich die Lieferzone politisch: die siegreichen Stämme oder Staaten werden zu Sklavenjägern; die unterliegenden Völker werden zu dauerhaften Opfern von regelmäßigen Razzien. Ist diese Spaltung eingetreten, dann ist die Nachfrage aus der Metropole kein wichtiger Faktor mehr, um die Versklavungen in Gang zu halten. Denn die sklavenjagenden Staaten verändern sich dermaßen, daß ihre neue soziale Struktur sie aus häufiges Kriegführen festlegt.“ (Übrigens spricht Flaig in diesem Abschnitt vom „Sonderfall China“!)

Als die Muslime ihr Weltreich eroberten, errichteten sie das größte und langlebigste sklavistische System der Weltgeschichte.

Die Sklaverei ergriff über 12 Jahrhunderte hinweg in schwankender Intensität weite soziale und ökonomische Bereiche. In den Sultanaten am Westmittelmeer des 9. und 10. Jahrhundert herrschte Sklaverei auch in mittleren und selbst kleineren Betrieben, sowohl in den Städten als auch auf dem Land. In manchen Regionen basierten einzelnen Produktionszweige auf Sklavenarbeit.

Dazu kommt die islamischen Besonderheit der Militärsklaverei – die Mameluken, die Militärsklaverei („die in Besitz Genommenen“).

araber
Arabische Sklavenhandelskarawane, die Sklaven aus Subsahara-Afrika durch die Sahara nach Nordafrika transportiert, Kupferstich aus dem 19. Jahrhundert

Der Nordwesten Europas wurde nur deshalb nicht zur „Lieferzone“ für den islamisierten Mittelmeerraum – wie die russischen Steppengebiete und Zentralafrika, weil die Karolinger- und Frankenreiche das – auch militärisch – nicht zuließen und ökonomisch auf dem „Weg“ zum progressiveren Feudalismus waren. Schwarzafrika hingegen wurde zum größen Sklavenlieferanten der Weltgeschichte, das sei, so Flaig, mittlerweile Konsens in der wissenschaftlichen Literatur [Es gibt außer Flaig so gut wie keine deutschen Bücher zum Thema – aber Flaigs Literaturliste umfasst mehr als hundert Werke in Englisch und Französisch.]

Die Sklaverei war in Zentralafrika nicht neu. Die drei Großreiche wurden von einer Militäraristokratie regiert – wie im römischen Kaiserreich. Es kam sogar soweit, dass die – durch den Islam eingeführten – Militärsklaven die traditionelle Aristokratie verdrängten, wie im Königreich Waalo – nur dass die Bauern rebellierten und das System zum Einsturz brachten. [Auch hierzu eine ausführliche Recherche der KI mit Quellen mit dem fast schon intelligenten Kommmentar: „ein paradigmatisches Beispiel für die strukturellen Grenzen militärischer Sklavensysteme“.]

Teil II folgt.

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Bisher zum Thema Feudalismus erschienen:
– Reaktionäre Schichttorte (31.01.2015) – über die scheinbare Natur und die Klasse
– Feudal oder nicht feudal? tl;dr, (05.05.2019) – über den Begriff Feudalismus (Fotos: Quedlinburg)
– Helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun (08.05.2019) – über die Funktion der verdinglichten Herrschaft in oralen Gesellschaften (Quedlinburger Domschatz I)
– Tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum (09.05.2019) – über Gewalt und Konsum der herrschenden Feudalklasse als erkenntnistheoretische Schranke (Quedlinburger Domschatz II)
– Die wâren steine tiure lâgen drûf tunkel unde lieht (10.05.2019) – über die Entwicklung des Feudalismus in Deutschland und Polen (Quedlinburger Domschatz III)
– Authentische Heinrichsfeiern (13.05.2019) – über die nationalsozialistische Märchenstunde zum Feudalismus (in Quedlinburg)
– Der Zwang zum Hauen und Stechen oder: Seigneural Privileges (15.06.2019)
– Yasuke, Daimos und Samurai [I] (24.07.2019)
– Yasuke, Daimos und Samurai [II] (03.05.2020)
– Agrarisch und revolutionär (I) (21.02.2021)
– Trierer Apokalypse und der blassrose Satan (17.03.2021)
– Energie, Masse und Kraft (04.04.2021)
– Agrarisch und revolutionär II (15.05.2021)
– Gladius cum quo fuerunt decollati patroni nostri (Essener Domschatz I) (28.10.2021)
– Magische koloniebildende Nesseltiere mit kappadokischem Arm und Hand (Essener Domschatz II) (14.11.2021)
– Ida, Otto, Mathilde und Theophanu, kreuzweise (Essener Domschatz III) (27.11.2021)
– Hypapante, Pelikane und Siebenschläfer (Essener Domschatz IV) (17.12.2021)
– Pantokrator in der Mandorla, Frauen, die ihm huldigen und die Villikation (Essener Domschatz V) (23.12.21)
– Jenseits des Oxus (09.01.2022)
– Blut, Nägel und geküsste Tafeln, schmuckschließend (Essener Domschatz VI) (18.04.2022)
– Missing Link oder: Franziska und kleine Könige (28.05.2022)
– Die Riesen von Gobero (Die Kinder des Prometheus Teil I) (18.07.2022)
– Die Liebhaber von Sumpa, Ackergäule und Verhüttung (Die Kinder des Prometheus Teil II) (25.07.2022)
– Mongolen, Ming und Moguln (Die Kinder des Prometheus Teil III) (09.03.2025)
– Abstrahierte ökonomische Universale, revisited (08.05.2025)
– Unter Drahtziehern (29.06.2025)
– Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I (02.01.2026)
– Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I, Addendum (16.01.2026)
– Sklavenhaltergesellschaften in Afrika II (18.01.2026)

Zum Thema Sklavenhaltergesellschaft:
Doppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil I]) (05.11.2020)

Doppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil II]) (27.12.2020)

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Kommentare

10 Kommentare zu “Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I”

  1. Godwin am Januar 2nd, 2026 11:35 p.m.

    ich habe immer den Eindruck, als würde ich beim Lesen dieser Beiträge etwas lernen. Wenn ich drüber nachdenke, weiß ich aber nicht, was ich gelernt haben könnte…

    kann sein, dass ich es schon mal gepostet hatte
    Sklaverei in den USA
    https://www.youtube.com/watch?v=33efFrNAbTs

    „Die Sklaverei wurde nicht aus moralischen Gründen abgeschafft, sondern weil sie der kapitalistischen Ökonomie widerspricht.“

    Das stimmt auch nicht so wirklich. Es gibt – was in der Theorie schon recht widersprüchlich ist – durchaus viele, die sagen, Sklaverei sei für den Kapitalismus der damaligen Zeit elementar wichtig.
    Nagler argumentiert, dass die Aufklärung zum Abolitionismus, der v.a. religiös motiviert war.
    Dann noch Adam Smiths Erkenntnis freie Arbeit sei produktiver als unfreie als zweiter Teil…

  2. Godwin am Januar 2nd, 2026 11:47 p.m.

    evtl. auch interessant

    Williams Eric Kapitalismus und Sklaverei
    https://en.wikipedia.org/wiki/Capitalism_and_Slavery

    auch auf deutsch
    https://manifest-buecher.de/produkt/kapitalismus-und-sklaverei/

  3. admin am Januar 2nd, 2026 11:56 p.m.

    Vielleicht reicht es schon zu lernen, die richtigen Fragen zu stellen, auch bei mir ist es learning by doing, besonders bei der Reihe…

  4. admin am Januar 3rd, 2026 12:11 a.m.

    Ihr bringt mich auf Ideen. Gerade gekauft bei der Großbourgeoisie: Kapitalismus und Sklaverei: Mit einem Vorwort von William A. Darity Jr., einer Einleitung von Colin A. Palmer und einem Beitrag von Bafta Sarbo und René Arnsburg (Marxistische Schriften) Taschenbuch – 22. Oktober 2025 (!)
    Dann komme ich wieder nicht dazu, die Reihe fortzusetzen, weil ich das erst lesen muss…

  5. blu_frisbee am Januar 3rd, 2026 2:52 a.m.

    Egon Flaig gilt als anrüchig weil er drauf hinweist daß Islam eine Sklavenhaltergesellschaft war und ist (Das Wort für Neger und Sklave ist ident).
    Auch das klassische Athen (die mit der Demokratie) war Sklavenhaltergesellschaft.
    Archäologisch sind Sklaverei und Kinderarbeit schon viel früher nachgewiesen.

    Marx hat keine eigenständige Theorie des Kapitalismus vorgelegt, vielmehr Theorien seinerzeitiger VWL kritisiert.
    So wie sich die Bourgeoisie vorstellt daß Kapitalismus funktioniert eben nicht sagt Marx.
    Fundamental war der Glaube daß sich Kapitalismus sich magisch selbst stabilisiert.

    Physik verhandelt chaotische Systeme erst neuerdings.

    Wirtschaft ist per se chaotisch. Man weiß nie wie das Wetter wird oder wo die Tiere sind.
    Explodiert ein Vulkan gibts Jahre ohne Sonne, wenn die Sonne hustet ein Carrington-Ereignis.
    Wo die Miyake Event herkommen ist ein Rätsel. Da gibts noch einiges mehr.
    Stabilität ist Glaube. Beben zeigt Boden nur scheinbar fest. Nordanatolische Verwerfung

    Allerdings tut Kapitalismus mit Geld eine systemische Krisenursache dazu.
    Marx mußte 1857 die erste weltweite Wirtschaftskrise miterleben.
    Die Bafta hat Kapitalismus nicht verstanden.

    Theorien zu Geld gibts verschiedene.
    Smith nimmt Arbeitszeit, Chartalisten Staatsgewalt.
    Scott sagt erstes Geld war Getreide.
    Sklaven waren Wirtschaftsgut und Handelsware.

    Jedes Tier hat im Hirn seine Recheneinheit, umso mehr soziale Tiere.
    Man weiß wem man einen Gefallen getan hat und wem einen schuldet damit die Gerechtigkeitswaage wieder ausgeglichen ist.
    Natürlich modifiziert durch Macht (guckstu Ibn Chaldūn).

    Etliche Marxisten glauben Wert = Preis.
    Geld ist Wette auf Gebrauchswert, Kredit auf mehr Geld.
    Keine stofflichen (beseelte) Sachen sondern Sachen symbolisieren soziale Verhältnisse.
    Irgendjemandem müssen die Sklaven gehören.
    Geld ist Repräsentant von Eigentum.

    Immerhin kommt man mit Marx weiter als dem gängigen Seich.

  6. Juri Nello am Januar 3rd, 2026 9:37 a.m.

    Inwiefern passt denn Sklaverei nicht zur kapitalistischen Ökonomie? Der Kapitalismus nutzt alles, was Profit verspricht. Er verkauft genauso Sklaven, wie auch die Abschaffung der Sklaverei.
    In Europa war die Sklaverei doch nur weniger verbreitet, weil man die Leibeigenschaft kannte.

  7. Albert Rech am Januar 3rd, 2026 11:29 a.m.

    Man kann Sklaverei in Afrika und Islam nicht mit der Sklaverei vergleichen wie sie von Weissen betrieben wurden.

    Bei PoCs (wie Arabern, Türken, Azteken, Chinesen, Albaner,…) ist Sklaverei Ausdruck von Integration. Gefangene werden in die Gesellschaft integriert, teilweise auch in den eigenen Haushalt – wie Frauen und Eunuchen – wo sie dann auch die Chance hatten z.B. durch die Geburt eines Sohns oder treue Dienste gesellschaftlich aufzusteigen oder sogar irgendwann einmal ihre Freiheit zu erlangen.

    Die Sklaverei der Weissen dagegen wurde von Profit getrieben und mit Rassismus begründet.

    Rassismus ist im Islam völlig unbekannt, und auch Mohammed – Frieden sei mit ihm – hat bei seinen Sklaven keinen Unterschied nach Hautfarbe gemacht.

  8. blu_frisbee am Januar 3rd, 2026 1:12 p.m.

    Its not a bug, its a feature.
    Handel mit verbotenen Sachen braucht Privatgewalt.

    Sklaven sind Sache. Der Staat sagts.
    Sie können schlecht weglaufen, afrikanische an der Hautfarbe kenntlich.
    Wenn doch dann krank im Kopf Drapetomania.

    Hintersassen waren Person, ans Land gefesselt, Handwerker an die Gilde. Mittelalterliche Bauern hatten Allmende und Rechte (zB Holzsammeln).

    Proleten waren eigentumslose staatsfeindliche terroristische Haufen. Sozialstaat wurde befohlen weil der Staat gesunde Soldaten brauchte.
    Geglaubt wird Kapitalismus sei ökonomisch alternativlos, moralische Kooperation.
    Proletariat ist politisch kraftlos.

    Alle drei sind Nutzvieh.
    In Sklaverei muß sich der Herr ums Wohlergehen (=Arbeitsfähigkeit) seines Eigentums selber kümmern, im Feudalismus immer grausameren Gesetze gegen Landstreicherei und Polizei gegen Räuber.
    Im Kapitalismus muß sich der Prolet selber kümmern, there is no society.

    Planwirtschaft funktioniert angeblich nicht, jetzt wo das Kapital Profitnot hat murrt „das Volk“, da passts wenn die Musels schult sind.

    Universalismus beansprucht daß alle Menschen gleiche Rechte hätten bzw haben sollten.*
    * In christlicher Denke folgt die Würde aus Gottesebenbildlichkeit.

    Affen denken nur an sich und ihre eigene Horde.

  9. nOby am Januar 16th, 2026 1:50 p.m.

    Hallo Burks,

    lesenswerter Text. Ich habe den vom ersten bis letzten Wort gelesen.

    Leider kann ich nicht unterscheiden was Burks schreibt, was die KI Dir schrieb – ja, das kann man verlinken – und Du zitierst oder was Du aus Büchern zitierst und aus welchem Buch.

    Du schreibst:

    In meiner Studienzeit musste ich auch noch lernen, wie man wissenschaftlich zitiert. Das gehört zum Handwerk.

    Ich habe mir den Verweis nicht durchgelesen. Es geht um das Zitieren in Bücher und wissenschaftlichen Artikel, die in Papierform erscheinen. Das Burksblog ist im WWW und im WWW wird anders zitiert. Entweder willst Du das nicht oder Du hast das nicht verstanden wie im WWW zitiert wird. Ja, ich kenne welche mit Doktor die einen im WWW veröffentlichten Artikel ohne wissenschaftliche Zitierweise als wertlos und unter ihrem Niveau ansehen, aber wie gesagt, das hier ist das WWW und im WWW wird anders – auffälliger und sinnvoller zitiert. Zum Beispiel kann man Hyperlinks anlegen. Hyperlinks zur Quelle und Hyperlinks zur Referenz aka Fußnote und wieder zurück. Das machte die Lesbarkeit einfacher und das hin- und herschalten zur jeweiligen Textzeile mit Mausklick sehr komfortabel. Das ist außerdem eine unglaubliche Zeitersparnis für Schnellleser. Ich bin Schnellleser.

    Glaub mir, es ist ganz einfach. Dein Monstrum von Editor kann mit Deiner Hilfe sogenannte shortcuts anlegen. Du müßtest anschließend nur die Tastaturkürzel dieser shortcuts auswendig lernen. Das zu lernen ist für jemand der Mandarin lernen will ein Klacks. Du gibst ein shortcut ein und Dir wird leeres html zum Zitieren mit allen notwendigen html tags eingeblendet, die Du nur mit dem Zitat und der Referenz füllen mußt. Ja, das ist etwas aufwendiger als die wissenschaftliche Zitierweise, aber das WWW stellt für den Leser effektivere Zitierweisen zur Verfügung als die auf Papier. Ich würde es versuchen. Deine Zitierweise als IQ-Begabter und grundsätzlich Dein Gebrauch von html tags ist für mich unter aller Sau. Ich hatte das bereits öfters in Kommentaren bemängelt. Du hast Deinen Weg nicht verlassen. Vermutlich siehst Du es als Zeitverschwendung an Dich damit zu beschäftigen. Ich denke daher auch diese Zeilen sind die Bits und Bytes nicht wert. Aber egal, ich habe keine Ansprüche zu stellen und wollte nur mal wieder darauf hinweisen. Wahrscheinlich gibt es bei WordPress ein Plugin das dabei hilft und das html automatisch generiert.

  10. nOby am Januar 16th, 2026 1:51 p.m.

    Darauf habe ich gewartet, ein Rechtgläubiger meldet sich im Burksblog zu Wort. Das ist eine Premiere.

    Albert Rech am Januar 3rd, 2026 11:29 a.m.

    [1] Man kann Sklaverei in Afrika und Islam nicht mit der Sklaverei vergleichen wie sie von Weissen betrieben wurden.

    [2] Bei PoCs (wie Arabern, Türken, Azteken, Chinesen, Albaner,…) ist Sklaverei Ausdruck von Integration. Gefangene werden in die Gesellschaft integriert, teilweise auch in den eigenen Haushalt – wie Frauen und Eunuchen – wo sie dann auch die Chance hatten z.B. durch die Geburt eines Sohns oder treue Dienste gesellschaftlich aufzusteigen oder sogar irgendwann einmal ihre Freiheit zu erlangen.

    [3] Die Sklaverei der Weissen dagegen wurde von Profit getrieben und mit Rassismus begründet.

    [4] Rassismus ist im Islam völlig unbekannt, und auch Mohammed – Frieden sei mit ihm – hat bei seinen Sklaven keinen Unterschied nach Hautfarbe gemacht.

    Zu [1] Stimmt. Die des Islam war um ein vielfaches bestialischer. Immer wurden Ungläubige Sklaven. Die waren weniger Wert als Sand und wurden entsprechend behandelt.

    Zu [2] Nein. Ungläubige wurden nie in die islamische Gesellschaft integriert. Die mußten konvertieren oder blieben Sklaven.

    Zu [3] Nein, die Sklaverei des Islam war big business. Ob die Ungläubige jetzt Schwarze, Rote, Weiße oder sonst welche waren spielte allerdings keine Rolle.

    Zu [4] Doch machte er. Er verschenkte gerne schöne Sklavinnen an seine Heerführer und besonders verdiente Kämpfer. Die waren geil auf Frauen mit prägnanten schwarz-weißen Augen und alles was die Amerikaner als „slender“ bezeichneten. Drei davon galten als absolutes Statussymbol. Die waren damals extrem rar und kamen meist aus den äthiopischen, somalischen Gegenden. Die Araber waren richtig geil auf diesen Typ Frau und deshalb wurden die zu absoluten Höchstpreisen gehandelt oder eben als Belohnung verschenkt.

    Wie das mit der Sklaverei ablief, das war abhängig vom jeweiligen islamischen Machthaber. Sklaventum war bei denen übliches Tagesgeschäft. Es gab nicht wenige die lebten mit Ungläubigen in der Nachbarschaft zusammen oder hatten Berater die waren Ungläubige. In jedem Fall mußten die Ungläubigen dafür Abgaben leisten oder im Fall eines Berater eine Leistung erbringen. Wer das nicht wollte oder es tat, aber dann pleite ging, der wurde vertrieben und seine Frauen und Töchter zu Sklaven.

    Zum Artikel:

    Der ist wunderbar technokratisch geschrieben und erinnert in großen Teilen an die Textgebilde von Karl Marx, aber auch an die im Stile von Rudolf Höß geschriebenen Texte vor seiner Zeugenaussage in Nürnberg 1946 oder später in Polen.

    Der Artikel hat viele Lücken. Die Sklaverei der Irokesen mit der Sklaverei unter Julius Caesar oder dem Propheten Mohammed oder den Maya oder Azteken oder Germanen oder Wikinger im Zusammenhang zu nennen ist schon sehr gewagt. Ist das 11-jährige Mädchen, das von einem reichen Londoner Kaufmann 1760 seinen Eltern für 12 Schillinge abgekauft worden war und nun in dessen Haushalt arbeitet, eine Sklavin oder nicht?

    Das mit den Sklavenarmeen ist Klamauk. Es gab kleine Einheiten von Spezialisten hier und dort z.B. bei den Pharaonen die Nubier und persische Bogenschützen. Wir stellen uns eine „Sklavenarmee“ aus 10.000 Mann vor. Alles halbwegs trainierte Kämpfer nach damaligen Maßstäben. Die waren zwar schlecht ernährt, aber kräftig und körperlich fit und kein Vergleich zu den satten Soldaten der Bundeswehr. Würde denen hier jemand aus der Leserschaft trauen? Ich nicht. Selbst die Pharaonen trauten sich das nicht. Wie viele Nicht-Sklaven wären nötig gewesen, um diese Sklaven – natürlich entwaffnet – zu bewachen und in Schach zu halten – 1.000 und das Tag und Nacht? 10.000 könnten nur auf andere Nicht-Sklaven Einheiten verteilt werden, um die mit Nicht-Sklaven zu vermischen und auf diese Weise durch Entzerrung und Vermeidung einer Zusammenrottung in Schach zu halten. Das ergäbe zwangsläufig riesige Heere. Die gab es damals nur ganz selten. Da war das römische Rekrutierungsprinzip von Gefangenen eine bessere Lösung. Die sagten, du kannst für uns als Legionär einen Dienst leisten. Hier haben wir einen Vertrag über 20 Jahre. Du bekommst jeden Monat diese Summe Geld als Sold. Wenn Du nach 20 Jahren ausscheidest, bekommst du eine Prämie und kannst machen was Du willst und sogar Römer werden. Das sind Söldner und das Gewerbe der Söldner ist ein riesiger historisch unerforschter Acker. Hier irgendwas mit irgendwas zu vergleichen ist nahezu unmöglich. In jedem Fall kannte der islamische Sarazene das nicht. Die haben keine heidnischen Männer aus dem Sudan engagiert, um in ihren Reihen für die Verbreitung des Islam zu kämpfen. Sofern die nicht konvertierten waren das Feinde. Die späteren Osmanen änderten das und führten teilweise perfide Rekrutierungsmaßnahmen durch, um neue Kämpfer an sich zu binden. Das ursprünglich unglaublich reich an jungen Männern gewesene osmanische Reich war durch die vielen Kriege irgendwann immer wieder völlig ausgeblutet. Deshalb auch die oft sehr langen Zeiträume zwischen den Feldzügen. Der eigene Nachwuchs mußte nachwachsen.

    Und noch ein paar Gedanken von mir – zum Ersten: Viel interessanter wäre die Frage nach der Logistik des Islam. Wie haben die neben ihrer üblichen Beute die vielen Sklaven über das Mittelmeer transportiert? Wer und wie viele haben den Marktplatz tatsächlich erreicht? Interessant wäre auch die Beantwortung der Frage, wie der Islam von Algeciras bis Toulouse gelangen, fast ganz Spanien und Portugal erobern konnten und das nicht ein Mal sondern zwei Mal und das mehrheitlich stets zu Fuß. Woher kam der ständige Ersatz, um die Verluste an Kämpfern auszugleichen? Zumindest für Spanien wäre das interessant. Das mit den Kindersoldaten in Afrika kommt nicht von ungefähr. Das ist eine Erfindung des Islam.

    Und zum Zweiten: Wohin sind alle diese Frauen und Kinder verschwunden, die der Islam als Beute nahm? In Ägypten lassen sich die Nachfahren ehemaliger islamischer Sklaven bzw. Söldner der Pharaonen leicht identifizieren. Das waren meist Schwarze. Das waren zunächst aus der Zeit der Pharaonen männliche Söldner und Handwerker die Pyramiden bauten. In der Zeit des aufstrebenden Islam kamen die Sklavinnen dazu. Aber sonstwo in Nordafrika? Völlige Fehlanzeige. Das müssen mehrere hunderttausend mehrheitlich Frauen gewesen sein, die im laufe von 1000 Jahren vom Kontinent Europa über das Mittelmeer nach Afrika transportiert worden sind. Die bzw. deren Nachfahren haben sich eindeutig nicht identifizierbar quasi in Luft aufgelöst. Wobei ich davon ausgehe, dass von 1000 Beutefrauen höchsten 100 die Sklavenmärkte lebend sahen. In umgedrehter Richtung, also von Mittelafrika nach Nordafrika wird die Verlustrate noch höher gewesen sein. Dazu kommt die in Nordafrika gemachte Beute an Sklavinnen zu Beginn der Islamisierung. Vor dem Islam war Nordafrika christlich.

    Und zum Dritten: Wo ist die „restliche“ Beute hin, dass erbeutete Gold… oder die unglaubliche Menge an erbeuteten Waffen und begehrten Kettenhemden? Dagegen sind unsere in New York lagernden Goldreserven bestimmt ein Peanuts dagegen. Von dieser durch den plündernden Islam verschleppten Beute ist heute nirgendwo mehr etwas außerhalb der Moscheen zu finden. Mit anderen Worten: Die vom Islam waren gründlicher in der Verwertung dieser Beute als die Konquistadoren bei den Maya bzw. Azteken.

    Meine vierte Frage wäre jetzt „der Muslim als Seefahrer, wie müssen wir uns das vorstellen…“. Das Mittelmeer läßt sich mit einem Boot und Ruderern „in einem Rutsch“ bei gutem Wetter locker überqueren. Die schmalste Stelle beträgt 14 Kilometer. Die breiteste Stelle 44. Der Islam besaß damals unzählige Beuteschiffe (Segler und welche für Ruderer) und die Dhau aus eigener Produktion. Könnte das so ausgesehen haben? Natürlich ohne Motor, sondern mit Segel oder Segeln oder mit Ruderern und Segel oder ohne Segel. Braucht es zur Bedienung dieser Boote damals ausgebildete Seefahrer oder konnte das jeder? Mit diesen kleinen Booten stelle ich mir den Transport von Beute jeder Art als eine mühsame und zeitaufwendige Plagerei vor. Segelschiffe wie zu den Zeiten der Schatzinsel gab es jedenfalls nicht und es ist mir nicht bekannt, dass die vom Islam später, als es diese Schiffe gab, jemals eines benutzten. Das setzte ausgebildete Seefahrer voraus und mit Ausbildung in unserem Sinne hatten die vom Islam immer Probleme.

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