Sklavenhaltergesellschaften in Afrika 1, Addendum

– Addendum zu Sklavenhaltergesellschaften in Afrika 1 v. 02.01.2026 –

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Solche historischen Dokumente würden so genannte „linken“ Verlage nicht mehr abdrucken – oder sie verfälschen.

Das hiesige Publikum empfahl als zusätzliche Lektüre von Eric Eustace Williams Kapitalismus und Sklaverei Kapitalismus und Sklaverei: Mit einem Vorwort von William A. Darity Jr., einer Einleitung von Colin A. Palmer und einem Beitrag von Bafta Sarbo und René Arnsburg (Marxistische Schriften).

Triggerwarnung: Das Buch ist mit Gendersternchen/Gendersprache gespickt („Sklav*innen“) und somit fast unleserlich. Nicht nur das: Es zensiert historische Zitate und schreibt diese im Sinne woker Sitten um, was ich schon reichlich unverschämt finde und respektlos gegenüber den Lesern. Wenn also jemand vor 200 Jahren auf Englisch „Nigger“ gesagt hat, steht da „n*****. Ich finde das unfassbar dämlich und zum Fremdschämen. Für so einen reaktionären sprachesoterischen Quatsch gebe ich kein Geld aus; ich hätte gleich die englische Version nehmen sollen. Ich habe gar nicht mehr nachgesehen, ob sie das auch bei Marx-Zitaten machen. Zuzutrauen wäre es dem Verlag – das ist schon fast wie in einem Sektenmilieu. Ich werde von denen kein weiteres Buch mehr kaufen und auch anderen davon abraten.

Der Autor von Capitalism and Slavery (1944) war der 1. Premierminister von Trinidad und Tobago und hatte Geschichte an der Universität von Oxford studiert. Sein Einfluss in Trinidad kann gar nicht unterschätzt werden, was seine Publikationen angeht. Und natürlich hat sein Hauptwerk sowohl wütende Ablehnung als auch begeisterten Zuspruch gefunden. „Als Williams später Premierminister wurde, machte man ihm gelegentlich den Vorwurf, er sei ein Marxist“… Das ist für mich kein Vorwurf, sondern ein Kompliment.

Für unser Thema ist „Rassismus“ nicht das primäre Problem, obwohl das auch bei Egon Flaigs: „Weltgeschichte der Sklaverei: Von der Antike bis zur Gegenwart“ ausführlich behandelt wird.

Die neuere Forschung, insbesondere die Arbeit des verstorbenen Cedric Robinson, scheint Williams Position anzufechten. In seiner Analyse des »racial capitalism« argumentiert Robinson, dass der Rassismus – die Praxis, »die Anderen« für von Natur aus minderwertig zu erklären und zu behaupten, dass sie ihre Unterwerfung verdient hätten – älter ist als der transatlantische Sklavenhandel und die Sklaverei in Amerika. Er verweist auf die vorhergehende Rassifizierung einiger europäischer Gruppen durch andere als festen Bestandteil der gruppenbezogenen Ausbeutung und des Kolonialismus innerhalb Europas.

Aber das geht an der Sache vorbei; Williams lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Ursprünge des Rassismus gegen Schwarze, nicht auf die Ursprünge des Rassismus allgemein. Er behauptet, dass der Beginn der weißen Vorherrschaft eine materielle Basis hatte.

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Detail of Contrabands Aboard U.S. Ship Vermont, Port Royal, South Carolina, 1862

Was Williams aber von anderen Autoren – vor allem auch von den marxistischen Historikern – unterscheidet, ist seine dritte These:

Die dritte These, die in »Kapitalismus und Sklaverei« über weite Strecken eine große Rolle einnimmt, ist das Argument, dass der afrikanische Sklavenhandel und die Sklaverei in der Karibik die industrielle Entwicklung in Großbritannien befeuerten und die Sklaverei die Grundlage für den britischen Kapitalismus bildete. Williams argumentiert, dass, während der Sklavenhandel und die Sklaverei während des größten Teils des 18. Jahrhunderts für die Entwicklung der britischen Wirtschaft entscheidend waren, ihre Bedeutung schwand, nachdem das Projekt der »Manufakturperiode« erst einmal abgeschlossen war.

Das bedeutet: Obwohl in Mittel-und Nordeuropa seit der Spätantike sich der Feudalismus durchsetzt – und in klassischer Weise auch in Japan -, sei die immer noch vorhandene Sklaverei die Basis für die Entwicklung zum Kapitalismus. Die interessante These wäre erwägenswert, wenn sie sich auf Regionen bezöge, die sich noch gar nicht bis zum Feudalismus entwickelt hatte. Aber das gibt es nicht: Der Frühkapitalismus braucht freie Arbeitskräfte, die er in einem bestimmten Stadium von der Landflucht und vom „Bauernlegen“ bekommt.

Natürlich ist, was die Arbeitsbedingungen des Frühkapitalismus angeht, der Unterschied zwischen der klassischen Lohnarbeit und Sklaverei marginal und nur theoretisch-analytischer Natur.

Nichtsdestotrotz drückte Marx sich im 24. Kapitel des ersten Bandes von »Das Kapital« [„Die Ursprüngliche Akkumulation“] sehr deutlich aus, als er die Sklaverei in der »Neuen Welt« als wesentlichen Pfeiler des Aufstiegs der britischen Industrie bezeichnete. Marx’ Kommentar, dass »die verhüllte Sklaverei der Lohnarbeiter in Europa zum Piedestal die Sklaverei sans phrase (ohne Hülle) in der Neuen Welt« benötigte, entspricht voll und ganz der dritten These in »Kapitalismus und Sklaverei«.

Marx dachte und schrieb extrem präzise – ich verstehe das obige Zitat metaphorisch. Das Problem ist ohnehin nicht neu: „In marxistischen Diskussionen wurde oftmals die Frage diskutiert, ob die ursprüngliche Akkumulation eine historische Phase oder ein kontinuierlicher Prozess sei.“ Wäre letzteres der Fall, würde ein immer Sklaverei geben, auch im voll entwickelte Kapitalismus, zum Beispiel heute in Russland und Indien.

Ich habe mir das Thema von einem Roboter kurz zusammenfassen lassen:

Eric Williams hat in seinem vielbeachteten Buch
Capitalism and Slavery von 1944 vier Thesen vorgebracht:

  1. Der Rassismus sei nicht die Ursache der Sklaverei, sondern deren Folge.
  2. Die Plantagenwirtschaft habe die industrielle Revolution beschleunigt.
  3. Seit 1776 habe sich die Plantagenökonomie im Niedergang befunden.
  4. Die Abolition sei weniger den Bemühungen religiöser Eliten zu verdanken, sondern den ökonomischen Interessen der neuen englischen Eliten.

Egon Flaig hat sich ebenso mit den Thesen Williams‘ beschäftigt: Die erste These hat sich durchgesetzt und ist nicht mehr umstritten. [Das bezieht Flaig – mit vielen Argumenten – auch auf Afrika und den Islam.] Die dritte ist durch eine Vielzahl ökonometrischer Studien umfassend widerlegt. Die vierte wurde nur von marxoiden [sic] Strömungen in der Forschung ernst genommen und darf nach gründlichen kulturgeschichtlichen Forschungen als falsch bezeichnet werden. (Die zweite These Williams‘ bezieht sich nur auf die USA und die Karibik.)

[Der zweite Teil zu Sklavenhaltergesellschaften in Afrika folgt.]

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Bisher zum Thema Feudalismus erschienen:
– Reaktionäre Schichttorte (31.01.2015) – über die scheinbare Natur und die Klasse
– Feudal oder nicht feudal? tl;dr, (05.05.2019) – über den Begriff Feudalismus (Fotos: Quedlinburg)
– Helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun (08.05.2019) – über die Funktion der verdinglichten Herrschaft in oralen Gesellschaften (Quedlinburger Domschatz I)
– Tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum (09.05.2019) – über Gewalt und Konsum der herrschenden Feudalklasse als erkenntnistheoretische Schranke (Quedlinburger Domschatz II)
– Die wâren steine tiure lâgen drûf tunkel unde lieht (10.05.2019) – über die Entwicklung des Feudalismus in Deutschland und Polen (Quedlinburger Domschatz III)
– Authentische Heinrichsfeiern (13.05.2019) – über die nationalsozialistische Märchenstunde zum Feudalismus (in Quedlinburg)
– Der Zwang zum Hauen und Stechen oder: Seigneural Privileges (15.06.2019)
– Yasuke, Daimos und Samurai [I] (24.07.2019)
– Yasuke, Daimos und Samurai [II] (03.05.2020)
– Agrarisch und revolutionär (I) (21.02.2021)
– Trierer Apokalypse und der blassrose Satan (17.03.2021)
– Energie, Masse und Kraft (04.04.2021)
– Agrarisch und revolutionär II (15.05.2021)
– Gladius cum quo fuerunt decollati patroni nostri (Essener Domschatz I) (28.10.2021)
– Magische koloniebildende Nesseltiere mit kappadokischem Arm und Hand (Essener Domschatz II) (14.11.2021)
– Ida, Otto, Mathilde und Theophanu, kreuzweise (Essener Domschatz III) (27.11.2021)
– Hypapante, Pelikane und Siebenschläfer (Essener Domschatz IV) (17.12.2021)
– Pantokrator in der Mandorla, Frauen, die ihm huldigen und die Villikation (Essener Domschatz V) (23.12.21)
– Jenseits des Oxus (09.01.2022)
– Blut, Nägel und geküsste Tafeln, schmuckschließend (Essener Domschatz VI) (18.04.2022)
– Missing Link oder: Franziska und kleine Könige (28.05.2022)
– Die Riesen von Gobero (Die Kinder des Prometheus Teil I) (18.07.2022)
– Die Liebhaber von Sumpa, Ackergäule und Verhüttung (Die Kinder des Prometheus Teil II) (25.07.2022)
– Mongolen, Ming und Moguln (Die Kinder des Prometheus Teil III) (09.03.2025)
– Abstrahierte ökonomische Universale, revisited (08.05.2025)
– Unter Drahtziehern (29.06.2025)
– Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I (02.01.2026)
– Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I, Addendum (16.01.2026)
– Sklavenhaltergesellschaften in Afrika II (18.01.2026)

Zum Thema Sklavenhaltergesellschaft:
Doppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil I]) (05.11.2020)

Doppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil II]) (27.12.2020)

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Kommentare

6 Kommentare zu “Sklavenhaltergesellschaften in Afrika 1, Addendum”

  1. Juri Nello am Januar 16th, 2026 9:41 a.m.

    Tom Sawyer (ÖR TV) wurde noch nicht gegendert. Wenn Du mal schauen willst, woher die Formulierungen diverser, rechter Pateien stammen.
    Um sklaverei geht es dort auch am Rande.

  2. nOby am Januar 16th, 2026 1:41 p.m.

    Das Foto zeigt männliche Schwarze in offensichtlich neuen Schuhen und westlicher Kleidung. Von dem Foto gibt es eine Serie. Das erste Foto ist eine Art Gruppenfoto, vermutlich von der Brücke des Schiff aus aufgenommen. Links stehen die arabischen Sklavenhändler. Das sind 6 oder 7 Mann. Bewacher der Sklaven können das nicht sein. Die Araber sind mehrheitlich alte Männer und sehen nach meinen Maßstäben jämmerlich aus wie deutsche Rentner aus einer Seniorenresidenz. Daneben steht deren Beute. Alle mehrheitlich nackt und mit Ketten aneinander gekettet. Danach folgend mehrere Fotos der nun bekleideten Sklaven. Die Sklaven machen alle einen kräftigen und gesunden Eindruck. Niemand hat sichtbare Verletzungen oder ähnliches.

    Von dieser Art Fotos – aus der Zeit um und nach 1860 – gibt es noch mehr. Es sind immer nur männliche schwarze Sklaven in Ketten oder ohne Ketten zu sehen. Von den Bewachern gibt es nur wenige Fotos. Aber wenn, dann sehe ich meist 100 oder mehr männliche Sklaven und vielleicht 5..6..7 Bewacher. Deren Merkmal ist fast immer das Alter und der – wie erwähnt – jämmerliche Zustand. Ich finde es bemerkenswert, dass diese kräftigen Schwarzen mit den Arabern nicht kurzen Prozess machten. Mich wundert auch der stets kräftige, gesunde Zustand der Sklaven und wie viele es sind. Das ist aus meiner Sicht der Dinge bemerkenswert.

    Du schreibst oder zitierst (?)

    Die neuere Forschung, insbesondere die Arbeit des verstorbenen Cedric Robinson, scheint Williams Position anzufechten. In seiner Analyse des »racial capitalism« argumentiert Robinson, dass der Rassismus – die Praxis, »die Anderen« für von Natur aus minderwertig zu erklären und zu behaupten, dass sie ihre Unterwerfung verdient hätten – älter ist als der transatlantische Sklavenhandel und die Sklaverei in Amerika.

    Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube nicht das der Prophet Mohammed den Sklavenhandel betrieb, weil er Ungläubige oder Schwarze verachtete oder ihnen die Würde nehmen wollte. Grundsätzlich genauso die Römer, die Griechen oder die Wikinger als Beispiel. Das war einfach der damalige Standard und Tagesgeschäft innerhalb des Stammesdenken. Unter dem Propheten haben die vermutlich selten Schwarze gehandelt. Die haben jeden verwertbaren Menschen gehandelt, von der byzantinischen Prinzessin bis hin zum 10-jährigen Jungen. Nimm die moslemischen Banden die später Korsika, Süd-Italien, Kreta u.a.m. plünderten. Deren Beute waren ausschließlich Weiße und wenn ein Süd-Italiener einen schwarzen Sklaven in seiner Villa hielt und überfallen wurde, dann wanderte der Schwarze mit seinem ehemaligen Herren auf den nächsten Sklavenmarkt. Mit Rassismus hatte das nichts zu tun. Das war Geschäft. Du mußt auch bedenken das die Mehrheit der Mohamedaner ungebildet waren und es keine diese Horden aufstachelnden Imame gab. Der Rassismus und die Barbarei kam erst später mit den sogenannten Kolonien der Belgier, Holländer, Spanier und den Südstaaten von Amerika.

    So etwas, wie nachfolgend beschrieben und heute in ’schland an der Tagesordnung, das gab es unter dem Propheten Mohammed nicht:

    Was für ein endloses Geschreibsel, ohne dass einmal das Wort „Migration“ fällt:

    Bademeister-Klartext Therme macht nach sexuellen Übergriffen dicht – richtig so

    Warum werden in Polen, Tschechien, Ungarn oder Slowakei keine Bäder gesperrt? Wie konnte der FFK Strand in Prerow zu DDR Zeiten – Stichwort Massenandrang – nur funktionieren? Alle hatten Spaß und waren gut drauf.

    Schließungen von Bädern, Sicherheitsleute für alle öffentlichen Veranstaltungen, Poller und Sperrzonen, Kameras überall, das ist also alles richtig so? Als Ungläubiger gleich ganz zu Hause bleiben? Was kann daran richtig sein, dass durch eine Gruppe unsere Freiheit immer mehr eingeschränkt wird?

    Vor 2015 galt allgemein noch der Satz: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.“ Das Ergebnis dessen, wenn jungen Menschen bis zum Jugendalter keine Grenzen aufgezeigt werden, ihnen nicht beigebracht wird, dass man sich an Regeln zu halten hat, sieht man heute in Bus und Bahn und eben auch in den Bädern. Nach 2015 hat sich unser Zusammenleben nochmals geändert!

    „sein leib soll frei und erlaubt sein allen leuten und thieren, den vögeln in den lüften, den vischen im waßer, so daß niemand gegen ihn einen frevel begehen kann, dessen er büßen dürfe“ (Wigand, Das femgericht Westphalens. Hamm 1825, S. 436; zitiert bei Grimm, S. 59.)

    Zu denen die nie gelernt hatten sich an Regeln zu halten kamen jene, die die Menschheit in Ungläubige und Rechtgläubige unterteilen und sich gegenüber Ungläubigen durch Verachtung und Entwürdigung zu erkennen geben. Also so und so. Wobei das Zweite so eigentlich das Ergebnis des Ersten so ist. Das sind u.a. solche Übergriffe in den Bädern oder das Messern.

    Aber den Elefanten im Raum sehen wir selbstverständlich nicht, denn wir sind weltoffen, tolerant, bunt und vielfältig. Bloß nicht die Verursacher benennen.

  3. Godwin am Januar 16th, 2026 6:55 p.m.

    “ Ich finde es bemerkenswert, dass diese kräftigen Schwarzen mit den Arabern nicht kurzen Prozess machten.“

    tja ja – wenn man mit dem Messer zur Schießerei kommt.
    Freilich wäre es interessant, mehr über die Kultur der Afrikanischen Volker zu erfahren,
    aber Überlieferungen gibt es scheinbar kaum bis gar nicht…
    (Waffen-)Technologisch waren sie offensichtlich hoffnungslos unterlegen.
    Die Reproduktionsrate hingegen muss wohl hoch genug gewesen sein, über Generationen hinweg, trotz massiver Einschnitte, problemlos die „Wahre Mensch“ liefern zu können.

    „Das Buch ist mit Gendersternchen/Gendersprache gespickt („Sklav*innen“) und somit fast unleserlich. Nicht nur das: Es zensiert“

    OHA. gut zu wissen. Die hatten ja noch 2-3 weitere interessante Titel im Katalog.
    Aber so – neeee
    Ist das überhaupt legitim, Werke dermaßen zu „beschönigen“??

    „Er behauptet, dass der Beginn der weißen Vorherrschaft eine materielle Basis hatte.“
    Ja und welche?
    Wie sah diese Basis aus.

    „dass der afrikanische Sklavenhandel und die Sklaverei in der Karibik die industrielle Entwicklung in Großbritannien befeuerten und die Sklaverei die Grundlage für den britischen Kapitalismus bildete“

    „1.) Der Rassismus sei nicht die Ursache der Sklaverei, sondern deren Folge.
    – richtig –

    2.) Die Plantagenwirtschaft habe die industrielle Revolution beschleunigt.
    – richtig –
    (wieso aber NUR USA/Karibik – im Zitat geht es doch um Großbritannien??)*

    Seit 1776 habe sich die Plantagenökonomie im Niedergang befunden.
    – falsch/widerlegt –
    aber was bedeutet das?

    Die Abolition sei weniger den Bemühungen religiöser Eliten zu verdanken, sondern den ökonomischen Interessen der neuen englischen Eliten.
    – widerlegt –
    Widerspräche dann auch deiner Behauptung:
    „Die Sklaverei wurde nicht aus moralischen Gründen abgeschafft, sondern weil sie der kapitalistischen Ökonomie widerspricht.“

    *
    diesen theoretischen Widerspruch mochte mit einst auch niemand erklären
    die reine lehre sagt ja
    Arbeiter und Kapitalist stehen sich als freie Rechtssubjekte gegenüber
    ein Sklave ist aber kein freies Rechtssubjekt
    andererseits ist er eine frei Verfügbare Arbeitskraft
    erzeugt er Mehrwert?
    oder funktioniert es wie ein Roboter und überträgt er nur seinen Kaufwert auf die Waren bis zur völligen Abnutzung…??

  4. Godwin am Januar 16th, 2026 7:03 p.m.

    wurde bereits an anderer Stelle hier mal genannt:

    „Das Kapital hat einen horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit,
    wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn
    Procent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Procent, es wird lebhaft;
    50 Procent, positiv waghalsig; für 100 Procent stampft es alle menschlichen Ge-
    setze unter seinen Fuss; 300 Procent, und es existirt kein Verbrechen, das es
    nicht riskirt, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit tragen,
    wird es sie beide encouragiren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“

    https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/marx_kapital01_1867?hl=Hiobspost&p=761

    Die Seiten davor und danach sind evtl. nochmal gründlich lesenwert…

  5. Godwin am Januar 16th, 2026 8:24 p.m.
  6. Godwin am Januar 18th, 2026 11:09 a.m.

    „Die Entdeckung der Gold- und Silberländer in Amerika, die Ausrottung, Versklavung, und Vergrabung der eingebornen Bevölkerung in die
    Bergwerke, die Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute, bezeichnen die Morgenröthe der kapitalistischen Produktionsära. Diese idyllischen Prozesse sind Hauptmomente der ursprünglichen Accumulation.“

    https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/marx_kapital01_1867/?p=753

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