Keine Nudeln in Zeiten der Cholera

Mir fiel gerade, als ich über einen aussagekräftigen Titel sinnierte, unangenehm auf, dass ich hier mehrere Bücher von Gabriel García Márquez habe, eines sogar auf Spanisch, das ich in Kolumbien las, um meine Sprachkenntnisse aufzubessern, aber nicht Die Liebe in Zeiten der Cholera, was jetzt als Lektüre passen würde, da ich eine Woche nicht in einem meiner Berufe arbeiten muss, ich also, eingedenk der Tatsache, dass Missstände abgestellt werden müssen, dergestalt, dass ich daher den festen Vorsatz fasste, das Werk gleich morgen im
bei Amazon im Buchhandel meines Vertrauens zu bestellen. (Könnte ihr solche Sätze vertragen oder ist das schlecht für den Blutdruck?)

Regal für Nudeln in einem Supermarkt in Neukölln
Einer der besten Interviews zum allgegenwärtigen Thema ist aus der FAZ mit dem Virologen Hendrik Streeck.
Der typische Covid-19-Patient zeigt nur milde Symptome. Zu dem Ergebnis kommt auch eine chinesische Studie aus der Metropole Shenzhen, die herausgefunden hat, dass 91 Prozent der Infizierten nur milde bis moderate Symptome zeigen, mit einem trockenen Reizhusten, dazu eventuell Fieber. Bei uns kam noch der Geruchs- und Geschmacksverlust hinzu. In 30 Prozent der Fälle trat bei unseren Infizierten auch Durchfall auf, das ist häufiger, als bisher angenommen wurde.
Mir wurde aus berufener Quelle aber gesagt, dass es keine Methode gebe herauszufinden, ob man die Seuche schon hatte. Der Virus kann auch mutieren, und dann gibt es wieder neue Kranke.
Meine These: Wenn ca. 80 Prozent der Bevölkerung durchseucht sind, kann man sich ein wenig entspannen. Das müsste mathematisch zu klären sein, aber exponentielle Kurven habe ich im Mathe-Unterricht nicht gehabt.

Regal für Toilettenpapier in einem Supermarkt in Neukölln
An die Kollegen und Kolleginnen, die „was mit Medien“ oder mit Kunst machen:
Die Spargelernte steht irgendwann an, und Polen sind gerade verhindert. Vielleicht sollten die Damen und Herren Künstler, die von Einbußen bedroht sind, kurzfristig umdisponieren?
Wenn ich kein Geld mehr habe, suche ich mir Arbeit. Ich habe auch drei Berufe, weil ich vom Journalismus allein nicht so leben kann, wie ich will. Wo ist das Problem?
Die Arroganz der marginalisierten Mittelschichten und die Abneigung gegen körperliche Arbeit, weil die vom Mainstream geringer geschätzt wird? Weil die Linken die Arbeiter verachten?
Meine Großväter, beide ihr ganzes Leben lang Bergmänner, sagte sinngemäß und abschätzig über derartige Jammergestalten: Denen sieht man an, dass die noch nie eine Schüppe in der Hand gehabt haben. #bewährunginderproduktion #kulturrevolution
In Erwartung des sich jetzt schon abzeichnenden Shitstorms
Euer Burks
Am Gesäß

Credits: Bomelino
Was gibt es heute? Das Gesundheitssystem ist am Gesäß: „Nur ein Labortest bietet Sicherheit – doch obwohl Krankenkassen die Finanzierung zugesagt haben, sind sie bislang vielerorts kaum verfügbar. In Berlin führen etwa die an einigen Kliniken eingerichteten Testzentren jeden Tag nur einige dutzend bis wenige hundert Tests durch. Und das auch nicht bei allen Patienten. Teils werden Erkrankte nicht getestet, wenn sie nicht in Risikogebieten und nicht in Kontakt mit einem sicher infizierten Menschen waren.“
Bitte hört auf, mir Zahlen zu nennen, wieviel Menschen infiziert seien.
Zum Thema gibt es einen Aufruf der Pflegekräfte:
„Pflege(-fach)kräfte sind ein wertvolles Gut, dass es nun zu schützen und zu schätzen gilt!
Schade, dass diese Wahrheit noch nicht bei allen durchgedrungen ist, ist (man hatte sich wohl an die devote Haltung der Pflege gewöhnt).
Nur in diesem Kontext ist eine offensichtlich mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg abgestimmte Mitteilung der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V. zu verstehen, die gestern Abend an die Pflegeeinrichtungen in diesem Land ging:
Man bemühe sich Schutzmaterial zu besorgen, aber die Verteilung müsste organisiert werden und man wisse auch nicht, wann es überhaupt vorhanden ist, und falls keines mehr organisierbar ist, sollen wir einfach ohne Schutz weiterarbeiten.
Sie werden jetzt vielleicht verwundert sein, aber genau so geht es nicht!“
Ich bin nicht verwundert. Mal sehen, ob die jemals ein bisschen militanter werden und merken, dass das System kein Bug ist, sondern ein Feature.
And now for something completely different.

En noir et blanc … une photo de Leonard Misonne, dans la gare de Namur, en Belgique, en 1938 … Atmosphère, atmosphère … Credits: Lumière de l’Atelier
Auf Fratzenbuch gibt es mehr – eine ganz wunderbare Kollektion: „En noir et blanc…“
Alles dicht
Werden Bordelle jetzt auch geschlossen? Frage für einen Freund.
In Italien gibt es Alternativen.
Betr.: Apokalypse und ein Buch mit sieben Siegeln
„Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist.“ Sagte Plautus, und die Hobbesche Version hat man missinterpretiert. Sozialdarwinistisch meinte der das nicht. In Science-Fiction-Romanen und -filmen wird bekanntlich häufig das Szenario durchgespielt, wie Menschen angesichts einer beliebigen Apokalyse reagieren – meistens vorhersehbar.

Ich werde weiter arbeiten, zur Zeit habe ich mit Publikum nicht viel zu tun, und mit meinen Kollegen kann ich über Funk kommunizieren. Was passiert aber, wenn die Polizei, die Feuerwehr und ein großer Teil des medinizischen Personals ausfallen?
Die biblische Apokalypse, die man zu diesem Anlass lesen könnte, ist übrigens ein ganz großartiges Stück Literatur, das auch Luther verwirrt zurückließ. In modernen Versionen ist leider der Text der so genannten Offenbarung des Johannes so eingeebnet und verhunzt, dass der ursprüngliche kryptische und fast unheimliche Text kaum noch zu erkennen ist. Heute würde man annehmen, dass der Autor auf einem psychodelischen Trip war. Das „Buch mit sieben Siegeln“ und die Apokalpytischen Reiter sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.
Ich übrigens gehe davon, dass der Text ein astronomisches Traktat ist. Auch Ranke-Graves argumentiert ähnlich.

Sogar Friedrich Engels war fasziniert und hat darüber ein längeres Traktat geschrieben, was immer noch den heutigen Forschungsstand wiederspiegelt. „Das Christentum ergriff die Massen genauso, wie es der moderne Sozialismus tut, in Gestalt mannigfaltiger Sekten und noch mehr durch widersprechende individuelle Meinungen – manche klarer, manche verwirrter, wobei die letzteren die große Mehrheit bildeten -, aber alle sind dem herrschenden System, „den bestehenden Mächten“, feindlich gesinnt.“
Die Verwirrten bilden die Mehrheit – auch diese Sentenz ist aktuell und universell gültig.
Jetzt aber zu aktuellen Apokalypse.
Der Tagesspiegel:
Sieben Millionen Tote binnen drei Jahren, Engpässe bei Lebensmitteln und ein Gesundheitssystem, das so überlastet ist, dass Menschen nicht versorgt werden können und sterben.
So steht es in einer „Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz“ der Bundesregierung aus dem Jahr 2012, dem Bundestag vorgelegt Anfang 2013. Es geht darin auch um eine Pandemie, ausgelöst durch einen fiktiven Virus. (…)
Nach Abklingen der ersten Welle gibt es demnach zwei weitere, schwächere Wellen, bis drei Jahre nach dem Auftreten der ersten Erkrankungen ein Impfstoff verfügbar ist. Grund für die weiteren Welle: Auch Personen, die die Krankheit „durchlebt“ haben, werden zunächst immun, dann aber wieder anfällig: Weil das Virus mutiert.
Die Pandemie würde also über einen sehr langen Zeitraum anhalten (….) Die Bundesregierung rechnet mit mindestens 7,5 Millionen Toten.
Eine Maske brauche ich aber noch nicht.

Fliegende Penisse
Atlas Obscura (2016): „Romans Used to Ward Off Sickness With Flying Penis Amulets. Maybe it worked?“ Das ist ja noch besser als Döner.
Im Ernst: Man bekommt keine wirklich überzeugenden Informationen über das Corona-Virus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt: „Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Diese Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn Virus-haltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Atemwege gelangen. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, spielt aber vermutlich nur eine untergeordnete Rolle.“
Alles andere ist eben nicht klar.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung: „Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.“ Das sieht man in China anders.
Es gibt historische Vorbilder für Pandemien (sehr interessant!). „Bei einer Pandemie hingegen verbreiten sich die Viren rasch und mit Infektionsraten von bis zu 50 % über den gesamten Globus.“ Mir wurde privat die Zahl „80 Prozent Durchdringung“ gesagt. Man müsse auch mehr über Immunisierung erfahren. Impfungen sind nichts anderes. Wer nicht glaubt, dass Impfungen signifikant helfen, ist einfach nur dämlich und/oder verehrt höhere (Götter) oder niedere (Esoterik) Wesen.
Noch meine ich, trotz meines Alters nichts besonders gefährdet zu sein – keine der bekannten Risiken trifft auch mich zu. Ich lasse mich überraschen.
Nahe an Armageddon

An manchen Orten in Berlin, wenn man zu Fuß unterwegs ist, fühlt man sich nahe an Armageddon. Wieso muss ich an die visionäre Band Kraftwerk denken?
Vorsicht! Seuche! [Update]

Symbolfoto für Vorhersagen, die Zukunft betreffend
Kurzer Zwischenruf: „In dieser Saison starben offiziellen Angaben zufolge bereits mehr als 200 Menschen in Deutschland am Influenzavirus. Die meisten waren älter als 60 Jahre.“
Hätte uns nur jemand gewarnt! Ich habe mir vorgenommen, obwohl ich zur Risiko-Gruppe gehöre, alle real existierenden Seuchen zu überleben.
Update] Das beste Gesundheitssystem, das man im Kapitalismus kriegen kann, beschreibt Michael Kegler auf Twitter.
Altes Glas, YlnMn und die revolutionäre Justiz

Credits: Mahito Kaai|Asahi Shimbun
Was haben wir heute? Die Asahi Shimbun wartet mit einer ganz außerordentlichen Nachricht auf: „A fragment of a glass bowl unearthed on Okinoshima island, a UNESCO World Heritage site here, came from ancient Persia during the Sassanian dynasty (226-651), researchers announced March 1.“.
Moment!? Das sind mehr als 7.000 Kilometer Luftlinie! Heiliger Bimbam – wie ist das Glas da hingekommen? Der Einfluss der Sassaniden reichte bis zum Himalaya. von dort ist es nicht mehr so „weit“ nach China. Aber hier geht es um Japan. Unglaublich. Ob man in Japan damals eine Vorstellung hatte, woher das Glas kam?
By the way: Lernt ein Gymnasiast in Deutschland etwas über Chosrau I. Anuschirvan? Den oströmischen Kaiser Justinian kennt man, weil unter seiner Herrschaft die Goten in Italien geschlagen wurde. Ich sage nur: Teja!

Credits: Oregon State University|My Modern Met
More science, please. Es gibt ein neues Blau. Es heiß YlnMn blue – „he first new blue in over 200 years“- Ich wusste gar nicht, dass man Farben „entdecken“ kann?!
„YlnMn blue was accidentally uncovered when Subramanian and a student combined and heated manganese oxide, yttrium, and indium.“

Jean-Louis Prieur: Tod von de Flesselles, Bürgermeister von Paris
Die „Linke“ hatte ausnahmsweise mal eine gute Idee (ca. Min. 45) : Die Kapitalisten sollten nach der Revolution nicht erschossen, sondern für nützliche Arbeit eingesetzt werden. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten, obwohl Riexinger das scherzhaft gesagt hatte und auch Applaus dafür bekam. Das ist doch ein Fortschritt etwa gegenüber der Französischen Revolution, bei der die gefühlten Gegner der Revolution an Laternen gehängt oder guillotiniert wurden. Ich schrob auf Fratzenbuch: Hartz IV praktiziert das doch schon für Arme. Das sollte auch für Reiche gelten. Ist nur fair. Und wieso denke ich jetzt an Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) samt ihrem famosen Gatten?
Der Bäcker buk
Mein Bäcker hier in Rixdorf buk allerlei und siehe, es schmeckt wie immer köstlich. (Vgl. Lehrling gesucht! sowie Echtes Brot aus der køniglichen Backstube)
Keine Panik! Oder Speichen und Sprechpuppen
Nach vier mal zwölf Stunden und zwei Mal acht hat die Leserschaft einiges verpasst, da mir die Zeit zum Bloggen fehlte. Die Politik hierzulande ist bekanntlich grottenlangweilig. Was soll man dazu schreiben? Man muss das aus der Perspektive der Chinesen sehen – 2000 Jahre Kultur und die passende Schrift dazu – und was dauerhaft wichtig ist. Oder auch der Italiener, die seit der Gründung Roms erfahren sind in der permanenten Intrige der Herrschenden gegen alle anderen und sich selbst.
Was wird man in einem halben Jahrhundert sagen über die SPD, Thüringen hinter den sieben Bergen bei den sieben politischen Zwergen, einen Friedrich Merz und seine widerwärtigen Vorbilder? Da lobe ich doch meinen Großvater, der als Analphabet zur Zeit der russischen Revolution nach Deutschland kam und intuitiv wusste, dass Hitler ein „Arschloch“ (Zitat von meiner Mutter überliefert) war.
Apropos Corona und Corona-Prophylaxe [Update von der WHO]: An den Folgen der „Spanischen Grippe“ starben in Deutschland geschätzt mehr als 400.000 Menschen, infolge der „Asiatischen Grippe“ starben 1957/58 rund 29.000 Menschen, und infolge der „Schweinegrippe“ im Winter 2009/10 starben 350 Menschen. Just saying. Fakten und Statistiken sind immer prägnanter als Talkshow-Gelaber.

Credits Martin Heuwold (megx.one|Instagram)
Man kann sich mit Kunst beschäftigen oder mit Wissenschaft. My Modern Met schreibt über Lego am Bau. Schön! Mehr davon!
Das Smithsonian Magazin stellt die verwegene These auf: „Fairy tales could be older than you ever imagined“. Das ist aber nicht neu, das Nibelungenlied ist nur ein Beispiel. Man muss sich diese oral history aber wie eine Schichttorte vorstellen: Die Erzähler bzw. Sänger wussten nicht immer um den tieferen Gehalt, was wiederum garantierte, dass dieser nicht ganz verfälscht wurde, da es auch darum ging, das Erinnerte genau so wiederzugeben, wie man es gelernt hatte. Vgl. auch die Quellen zum Thema Pontos Oxeinos sowie Ranke-Graves, insbesondere Die Weiße Göttin. Nicht zu vergessen Die Erlkönigin (der beste Artikel, den ich jemals geschrieben habe).

Credits: Lei Xue
Noch mal My Modern Met: „Smashed cans sculpted in the traditional style of Ming dynasty porcelain. Das nenne ich wahrhaft große Kunst, die man sich lange anschauen kann.

Credits: Somewhere on the internet
Jetzt nur noch gute Nachrichten, zum Beispiel grüne Dörfer und Entenarmeen.
And now for something completely different. Auch wenn der Beklagte ein politischer Idiot ist, kann ich klammheimliche Freude nicht verhehlen. Eine auch hier schon erwähnte Klägerin darf „islamische Sprechpuppe“ und „Quotenmigrantin der SPD“ genannt werden. Die Textbausteine sind natürlich keine Tatsachenbehauptungen, sondern werden durch das Recht, die freie Meinung zu äußern, gedeckt. Die Klägerin blamierte sich schon durch die Klage und zeigt, dass sie das nicht verstanden hat. Und auch der Kommentar Katja Füchsels und Sebastian Lebers greift total ins Klo: „Für Rechtsradikale ist Sawsan Chebli ein Trigger auf zwei Beinen“. Nicht nur für die. Wer den Blödsinn, den die Dame von sich gibt, kritisiert, wird in die rechte Ecke gestellt? Geht’s noch? Ihr habt doch ein Rad ab.
Da zitiere ich zum Trotz Henrik M. Broder noch einmal:
Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftiches Engagement und ähnliches Gedöns hat vor kurzem wieder mal Auschwitz besucht….) Derweil Frau Chebli, die den IQ einer Birkenstocksandale mit dem Charme einer handbetriebenen Kaffeemühle verbindet, noch lauter gegen Rassismus aufsteht. (…) Ob die Frau nun einen an der Klatsche oder nicht alle Speichen am Rad hat, dafür ist das Duisburger Amtsgericht zuständig. Was man auch ohne juristischen Beistand sagen kann, ist, dass sie unter einem hypertrophen Mitteilungszwang leidet, der in der Fachliteratur als Logorrhoe bezeichnet wird.
Auch schön: Der Hijabisierung wird zumindest vor Gericht Einhalt geboten. Auf Fratzenbuch wurden die Richter als „Kulturrassisten“ beschimpft, ein Wort, das direkt aus Pallywood stammen könnte.
Der Schockwellenreiter schrieb dazu: „Negative Religionsfreiheit bedeutet auch, die katholische Kirche als das bezeichnen zu können, was sie ist – eine Kinderfickersekte. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat mich wegen dieser Behauptung der Gotteslästerung angeklagt, die zuständige Richterin sah das allerdings anders. Eine Richterin mit Kopftuch hätte da sicher im Sinne der katholischen Kirche entschieden. Daher gilt: Kein Kreuz, keine Kippa und kein Kopftuch in Gerichten (und auch nicht in Schulen oder sonstigen Amtsstuben). Wir Atheisten fordern endlich die Freiheit von den Religioten.“
Zum Schluss noch ein Video (Facebook).
Ancient Ruins
Source: Somewhere on the internet
Lenin, Linux und ich

The Lenin statue in Antarctica, Pole of Inaccessibility (Antarctic research station)
Was geschah, während ich die letzen Nachtschichten in der Rettungsstelle hatte (jetzt nur noch vier Tagschichten, dann ist vorläufig Schluss dort)? Ich könnte über Wolljacken für Pinguine reden – oder über die Sixtinische Kapelle. Dauert aber zu lange.
Um zu verstehen, wie sich die USA von Mitteleuropa unterscheidet, muss man zwei Meldungen interpretieren. Einerseits sind die Angestellten um Gesundheitswesen gerade im Klassenkampf aka streiken für höhere Löhne, weil sie sich eine angemessene Gesundheitsfürsorge nicht leisten können. Andererseits lehnen einige Gewerkschaften medicare for all ab. Alles klar? Puls und Atmung noch normal?
Der Klassenkampf in den Kliniken Berlins geht weiter. Der Konzern Vivantes gehört der Stadt Berlin, verantwortliche Gesundheitssenatorin ist Dilek Kalayci (SPD). Man könnte natürlich auch fragen, warum Sicherheitsfirmen in Krankenhäusern, mit denen die Belegschaft und die lokale Leitung sehr zufrieden waren und die Bestnoten bekamen, rausgeworfen und durch Billigfirmen ersetzt werden, deren Mitarbeiter sehr oft Arabisch sprechen und die durch Qualifikation nicht besonders aufgefallen sind? (Dazu müsste es Journalisten geben, die die Hintergründe recherchierten, was nicht der Fall ist. Demnächst mehr in diesem Theater.)

Source: Somewhere on the Internet
Schweinewetter oder: Danke, BVG-Bus!
Vom Grunewald nach Neukölln – die Strecke wäre ich bei dem Schweinewetter ungern mit dem Fahrrad gefahren.
MacGyver: Gebt mir mehr Metall!
Nein, ich spiele nicht mehr damit, sondern plane, pädagogisch wertvolles Spielzeug – mehrere erworbene antike Märklin-Metallbaukästen – später zu verschenken. Die Elektronik hat mich als Kind nie interessiert, ich habe nur liebend gern mit der Mechanik herumgespielt und Kräne, Bagger, Autos und Schiffe gebaut.
Doch halt! Manche Teile sind auch heute nützlich. Meine Espresso-Kanne passt nicht auf das Gestell meines Gasofens, weil die Stangen zu weit auseinander liegen und die Kanne schlicht durchfällt. Daher habe ich mir eine Apparatur gebaut, die den Mangel beseitigt, aus Teilen meines Metallbaukastens (der IMHO aus den fünfziger Jahren stammt). Der Griff – weil das Metall natürlich heiß wird – ist eine zweckentfremdete Fahrradschelle.
Die Kästen sind zum Teil in einem desolaten Zustand, viele Teile fehlen oder sind noch zusammengeschraubt und wurden einfach in die Verpackung gekippt, was dazu führt, dass, wenn man nicht höllisch aufpasst, bein Auspacken gefühlt eine Milliarde Schrauben und Muttern sich auf dem Fußboden ungleichmäßig verteilen.
Ich verstehe nicht, warum man so etwas weggibt. Erstens werden die Metallbaukästen immer wertvoller. Zweitens sind sie die Vorstufe zum Roboterbaukasten, den die Nachgeborenen vermutlich bekommen und nötig haben werden. Drittens schult das Spiel mit den Metallteilen die Feinmotorik und das räumliche Denken. Viertens lernt man Geduld – ich erinnere mich noch daran, wie ich als Kind angesichts der komplizierten Anleitungen manchmal völlig verzweifelt war. Und fünftens macht es Spaß, weil man alles selbst macht und kann. Sechstens lernt man spielerisch, wie Technik funktioniert.
Es darf auch nicht zu kompliziert sein. Heutige Modelle (Link geht zu Amazon) sehen oft hübscher aus. Vermutlich ist das aber einem oder einer Fünf- oder Sechsjährigen nicht so wichtig.
#metoo für Otter!
Subtiler britischer Humor vom Feinsten! IFLScience: Wednesday May 30 is World Otter Day, a day where your newsfeeds will undoubtedly be filled with cutesy photographs of fuzzy little otters juggling stones or holding hands while they sleep.
But don’t be fooled by this PR campaign. Behind those beady eyes lies a dark secret: Otters are assholes. It’s often pointed out that humans would be foolish to apply their moral compass onto nature; however, seriously, otters are total jerks.
Schon klar. Ich sehe händereibende grinsende Redakteure, auf die empörten Kommentare des Publikums wartend. For starters, violence and aggression is the norm for sea otter mating, with males regularly seen holding females‘ heads underwater, biting their faces, and forcing them into submission.
Oha! Vergewaltigung im Tierreich! Da muss man doch was tun? Und wer kümmert sich um die männlichen Gottesanbeterinnen (da versagt sogar die Gendersprache!)?
Die Story ist auch pädagogisch sehr wertvoll. Aggressives Paarungsverhalten an humanioden Maßstäben zu messen ist natürlich Bullshit der allergrößten Sorte. Es kann nur jemand zu etwas gezwungen werden, der einen freien Willen hat, was – aus philosophischer Sicht – den Menschen vom Tierreich unterscheidet.
Mit diesem Willen, frage man Biologen, ist es jedoch nicht so weit her, und auch der Unterschied zwischen Säugetieren wie dem Menschen und seinen Artverwandten ist nicht so groß, wie es sich vielleicht ein Pfaffe erwünscht.
Wenn man sich ein bisschen intellektuell anstrengt, könnte man sogar vermuten, dass der Otter-Artikel eine Parabel auf die moralisierende Mittelschichts-Bewegung #MeToo ist, die Herrschaftsverhältnisse, die bestimmte Verhaltensweisen immer wieder reproduzieren, auf Moral herunterbrechen will – was naturgemäß [sic] scheitern muss.
Pont des arts
Paris 1972, von mir fotografiert vom Pont des arts in Richtung Square du Vert-Galant.
Point of View

Der größte Journalist des Landes [Update]
„Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage, und ich sage nicht, was sie hören möchte.“ (Karl Kraus)
Hermann L. Gremliza ist gestorben. Er begriff sich selbst als Kommunist. Und sich mit allen anzulegen, die es verdient haben, ist ein guter Plan. Chapeau!
[Update] Clemens Heni: „Das Ende einer linksradikalen Ära: Zum Tode von Hermann L. Gremliza“ (20.11.1940–20.12.2019)
Deutschlandhalle (?) et al [Update]
Aufgenommen vom Funkturm in Richtung Deutschlandhalle (2011 abgerissen – ist die das? Ich bin mir gar nicht mehr sicher.) und Teufelsberg mit US-amerikanischen Abhörgebäuden, fotografiert ca. 1981.
[Update] Das ist der Fernsehgarten und Teil der Messehallen.
Mit einem Satz
„Sigmar Gabriel schloss sich auf seinem Zimmer im King David Hotel ein, obwohl im Foyer eine Delegation israelischer Sozialisten wartete. Heiko Maas flog mit der schönsten rechten israelischen Politikerin im Helikopter über die besetzten Gebiete, und wenn sie ihn darum gebeten hätte, wäre er dort wohl auch mit dem Fallschirm abgesprungen. Gregor Gysi erklärte einem Mönch in Jerusalem, wie man die Welt rettet. Eine Gruppe Anzugträger der Jungen Union pflanzte einen Baum in der Wüste. Sie sahen aus wie Entführungsopfer. (…)“
Lehrstunde von Alexander Osang im „Spiegel“ zum Thema: „Wie man Menschen mit nur einem Satz hinreichend beschreibt.“


































