Nichts Persönliches
„Ein antisemitischer Aushang an einem Geschäft in Flensburg sorgt bundesweit für Empörung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ladeninhaber.“
Nein. Ganz falsch. Das habe ich im DJV gelernt: Wird man gemobbt, muss man zurückmobben, aber doppelt zu schlimm. Was wäre, wenn jetzt alle jüdischen Restaurantbesitzer in Deutschland ein Schild wie unten ins Schaufenster hingen hängten?
Wenn ich so etwa in den Sozialen Medien postete, wären sämtliche Accounts in Sekunden auf immer und ewig gesperrt, und es würden Anzeigen von den Meinungs-Blockwarten und anderen NGOs nur so hageln.
Deswegen würde ich das nie tun. Ist auch total fiktiv und überhaupt nicht ernst gemeint. Bitte surfen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Die digitale Welt als Wille und onlinedurchsuchende Vorstellung

In the future, all private messages and emails are to be scanned on the devices themselves before encryption. Algorithms would scan photos, text, and videos, supposedly only looking for suspicious content.
Overton titelt: „Chatkontrolle: Der größte Angriff auf unsere Privatsphäre seit der Vorratsdatenspeicherung“.
Ich mag diesen apokalyptischen Unterton nicht. Das hört sich genau so an wie die unzähligen Meldungen seit einem halben Jahrhundert: Nazis werden immer pöhser und nutzen immer öfter das Internet. Um was geht es?
Künftig sollen sämtliche privaten Nachrichten, ob bei WhatsApp, Signal, Threema oder in der E-Mail, vor der Verschlüsselung auf den Geräten selbst durchsucht werden. Algorithmen würden Fotos, Texte und Videos scannen, angeblich nur nach verdächtigen Inhalten. Doch einmal etabliert, könnte dieses System beliebig erweitert werden. Im Klartext: Die EU arbeitet an einem Mechanismus, der jede Nachricht eines jeden Bürgers präventiv kontrolliert. Das ist nichts anderes als eine digitale Hausdurchsuchung, flächendeckend, anlasslos und dauerhaft.
Das wäre richtig, wenn es so käme. Kommt es aber so? Ich habe mir von der KI Quellen suchen lassen, wie es um das IT-Fachwissen von EU-Abgeordneten aussieht. Es gibt eine European Technology Assessment Group, die den Politikern zuarbeitet. Und eine Studie über „Politics of expertise in the European Parliament: discursive constructions and contestations of expertise by party-political actors“. Deren Resumé:“ Die Auffassungen von Fachwissen und seiner Rolle sind nicht statisch, sondern werden kontrovers diskutiert, und politische Ideologien prägen diese Auffassungen maßgeblich.“ Ach. Ach was. Wer hätte das gedacht.
Fragen wir nach; „vor der Verschlüsselung auf den Geräten selbst durchsucht werden“. Das ist doch derselbe Quatsch wie bei der „Online-Durchsuchung“. Die hätten das gern. Es ist aber technisch gar nicht umsetzbar, außer man baute in alle Devices etwas hardwaremäßig ein. Das käme garantiert raus. Einer plaudert immer. Also einfach grober Unfug.
Ich rege mich sogar schon auf: Wie kann ein Autor wie bei Overton ernsthaft behauptet, jemand könnte auf meinen Rechnern etwas durchsuchen, und auch noch, bevor ich es gegebenenfalls verschlüsselt habe? Veracrypt? Asymmetrische Kryptografie? Schon mal davon gehört, Günther Burbach?
Das technische Fundament ist zudem alles andere als zuverlässig. Fehlalarme sind unvermeidlich, wenn Maschinen intime Fotos scannen. Alles andere als zuverlässig? Das sowieso, aber bei mir scannt niemand „intime“ Fotos, außer wenn ich die unverschlüsselt in den sozialen Medien herumstreue.
Solche Artikel dienen nur der Attitude, dass die üblichen Verdächtigen, die sich zu den Guten zählen, herumjammern können und die Herrschenden bezichtigen, dass diese nur das Schlechte, Unwahre und Hässliche wollten.
Das mag ja sein. Diese Attitude ist aber wehrkraftzersetzend defätistisch, weil sie Klein Fritzchen, der den Unterschied zwischen dem WWW und dem Usenet nicht kennt und einen Browser für einen Duschkopf hält, ratlos und ängstlich zurücklässt in dem Glauben, man könne ja gegen die da oben nichts tun.
Unter Mastdarmturnenden
Don Alphonso hinter der Paywall der bürgerlichen Presse über Mobbing in der Medienbranche: „Kommunikative Berufe sind meistens ein brutales Geschäft für jene, die nichts Besonderes zu bieten haben, und auch vor diesem Hintergrund der Erbsenzähler, verstaubten Schabracken und Rekordhalter im Mastdarmturnen muss man solche hasserfüllten Zusammenrottungen sehen.“
Zuerst Geschwurbel, dann allein
Ich kann an manchen Tagen die Nachrichten gar nicht mehr ertragen. Vielleicht sollte ich mir einen Sandsack anschaffen.
Zwei Meldungen interessierten mich, bei denen ich weder eine Hasskappe aufsetze noch mich sonstwie ärgern muss.
AI Agents vs. Agentic AI
Bei Heise: Agentic AI: „Wenn KI autonom wird und wie man damit umgeht“. Der Artikel ist sehr lang, sehr unverständlich und voller Denglisch. (Kein Wunder, wenn der Autor „Governance, Risk & Compliance Lead“ im Titel führt.)
Ich habe mir das englische Original von ChatGPT übersetzen lassen und dann noch mal umschreiben lassen.
Diese Studie erklärt den Unterschied zwischen AI Agents und Agentic AI. Dabei wird gezeigt, wie sie aufgebaut sind, wofür man sie nutzen kann und welche Probleme sie haben.
AI Agents sind Systeme, die mit großen Sprach- oder Bildmodellen arbeiten. Sie erledigen meist klar abgegrenzte Aufgaben, zum Beispiel Texte zusammenfassen, einfache Fragen beantworten oder Termine organisieren. Sie sind eine Weiterentwicklung von generativer KI und werden durch die Einbindung von Werkzeugen, gute Eingabeanweisungen (Prompts) und bessere Logikfähigkeiten immer nützlicher.
Agentic AI geht einen Schritt weiter. Hier arbeiten mehrere Agenten zusammen, teilen große Aufgaben in kleinere Schritte auf, merken sich Dinge dauerhaft und handeln selbstständig. Dadurch können sie viel komplexere Probleme lösen, zum Beispiel in der Forschung, in der Zusammenarbeit von Robotern oder bei medizinischen Entscheidungen.
Die Studie vergleicht beide Ansätze genau: ihre Entwicklung, Funktionsweise, Art der Zusammenarbeit und wie selbstständig sie sind.
Außerdem werden typische Schwierigkeiten beschrieben:
– AI Agents haben Probleme wie falsche Antworten („Halluzinationen“) oder mangelnde Stabilität.
– Agentic AI kann unvorhersehbares Verhalten zeigen oder bei der Zusammenarbeit Fehler machen.
Als Lösungen werden z. B. spezielle Rückkopplungsschleifen (ReAct), Methoden zum Einbinden von Faktenwissen (RAG), Steuerungsschichten und Modelle zur Ursachenanalyse vorgeschlagen.
Das Ziel ist, eine klare Orientierung dafür zu geben, wie man in Zukunft verlässliche, skalierbare und verständliche KI-Systeme aufbauen kann.
👉 Soll ich dir die beiden Begriffe *AI Agents* und *Agentic AI* noch mit **Alltagsbeispielen** erklären, damit der Unterschied richtig anschaulich wird?
Perfekt 👍 Dann schauen wir uns das mal mit ganz einfachen Beispielen aus dem Alltag an:
🟢 AI Agent (einzelner Helfer)
Stell dir einen Assistenten vor, der nur eine bestimmte Aufgabe für dich erledigt:
– Du sagst ihm: „Bitte fasse diesen langen Text zusammen.“
– Er macht genau das und gibt dir die Kurzfassung.
– Oder du sagst: „Plane einen Termin für nächste Woche.“ – und er trägt ihn in deinen Kalender ein.
➡️ AI Agents sind wie spezialisierte Werkzeuge. Sie erledigen eine Aufgabe nach der anderen.
🔵 Agentic AI (Team von Helfern)
Jetzt stell dir ein Team von Assistenten vor, die miteinander reden, sich die Arbeit aufteilen und selbstständig entscheiden können:
– Du sagst: „Organisiere eine komplette Konferenz.“
– Einer plant die Agenda, ein anderer lädt Teilnehmer ein, ein dritter kümmert sich um Räume und Technik.
– Sie tauschen sich ständig aus, merken sich, was schon erledigt ist, und lösen Probleme auch ohne dich.
➡️ Agentic AI ist also wie ein autonomes Team, das komplexe Aufgaben selbständig koordiniert und durchführt.
Man könnte also auch sinngemäß mit Shakespeare sagen: Viel Geschwurbel um nichts.
Nun der zweite, viel interessantere, aber kurze Artikel, auch bei Heise: „SETI: Menschheit in der Milchstraße wohl mit großer Wahrscheinlichkeit allein“.
Kernsatz: „Wenn man alle Faktoren zusammennehme, müsse eine technologische Zivilisation auf einem Planeten mit 10 Prozent Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre mindestens 280.000 Jahre alt werden, um mit einer weiteren in ihrer Galaxie gleichzeitig zu existieren. Damit in einer Galaxie zehn technologische Zivilisationen gleichzeitig existieren können, müssten sie im Schnitt zehn Millionen Jahre alt werden.“
Frage für einen Freund: Was ist „hochentwickelte Technologie“ – im Vergleich zu was? Ein Kommunismus, der funktioniert? Geht die Menschheit nicht gerade den umgekehrten Weg und retardiert, was die mentalen Fähigkeiten der Jugend angeht?
Vielleicht ist es besser, gar keiner anderen Zivilisation zu begegnen. Das kann nur böse enden.
KI Live Übersetzer
Die Entwicklung geht so rasant voran, dass man gar nicht mehr mitkommt: Welche Übersetzungs-Apps mit KI sind die besten? Google, Deepl, Reverso? Ich habe mir eine Version gekauft, die bezahlbar und jederzeit kündbar ist. Bei Deutsch nach Hebräisch ist sie nicht schlechter als Google. Der Datenschutz ist besser, obwohl man das natürlich nicht überprüfen kann.
live_translator_year (Live Translator: AI translate) (von Terasoft) 30,99 €/Jahr – Abo mit automatischer Verlängerung (enthält MwSt. in Höhe von 4,95 €)
The developer says that this app doesn’t collect or share any user data. The developer says this app doesn’t share user data with other companies or organizations.
Die rechnen natürlich damit, dass man vergisst, dass Abo irgendwann wieder zu kündigen – was bei mir aber nicht geschehen wird. Der Versuch ist es wert, und man kann wunderbar Sätze wiederholen bzw. lernen, die häufig vorkommen. Vorteilhaft ist natürlich, wann man schon – wie ich – Hebräisch lesen kann.
Kuba 2.0
Mein virtueller Strand eines virtuellen „Kubas“ nimmst Gestalt an. Ich brauche noch zwei Wochen, bis das fertig ist. Der Rollenspiel-Plot beginnt aber erst im Oktober. #secondlife #roleplay #gamedesign #simdesign
Kleine und große Amygdala [Update]

Make a symbolic image for the result of a scientific study that says that people who are more conservative have a slightly larger amygdala (almond nucleus) in the brain than average
Ein interessanter Artikel auf Welt online (Paywall) über Mobbing im NDR: „Wie NDR-Mitarbeiter ihre eigene Kollegin aus dem Programm drängen“. (Die Links wurden von mir eingefügt.)
„Mit der Sendung „Klar“ wollte der NDR eine konservativere Zielgruppe erreichen – mit Erfolg. Doch die eigenen Mitarbeiter fallen dem Format und Moderatorin Julia Ruhs in den Rücken, organisieren intern massiven Widerstand.“ (…)
Bislang vertrauliche Ergebnisse einer aktuellen NDR-Zuschauerbefragung zeigen, dass „Klar“ tatsächlich positiv ankommt – sogar bei einer Mehrheit der Nicht-Konservativen. Die Stärken der Sendung lägen demnach in der Glaubwürdigkeit, Substanz und den persönlichen Geschichten. Rund zwei Drittel der Zuschauer vergeben die Noten 1 bis 2 für die untersuchten Sendungen und für Ruhs als Moderatorin. (…)
Ganz oben auf der Liste der Unterzeichner [eines einen offenen Briefes, „den fast 250 Mitarbeiter unterzeichnet haben“) steht Daniel Bröckerhoff, freier Journalist, Moderator der NDR-Nachrichtensendung NDR Info und Trainer an der Webakademie des Medienportals „Correctiv“. Er ist auf Social Media sehr aktiv, postet immer wieder Videos, in denen er sich zu politisch-gesellschaftlichen Themen äußert.
Beim NDR-Medienmagazin „Zapp“ verbreitete Bröckerhoff wenige Wochen nach dem Brief einen Erklärungsversuch, warum konservative Menschen nach seiner Einschätzung offenbar zu kritischem Denken nur eingeschränkt fähig und stattdessen eher durch Emotionen und Gefühle erreichbar seien. Eine niederländische Studie enthalte Hinweise, dass die Gehirnstruktur konservativer Menschen anders ausgebildet sei, deshalb seien progressive Menschen eher in der Lage, komplexe Sachverhalte nachzuvollziehen. (…)
So behauptete er in dem inzwischen gelöschten Beitrag gar: „Die Forschung, die steht zwar noch am Anfang, aber wenn wir mal davon ausgehen, dass rechts denkende Menschen eher ängstlich und eher vorsichtig sind, dann macht das total Sinn, dass die so allergisch auf Fakten reagieren.“ Nach Protesten von Zuschauern musste Bröckerhoff zurückrudern. In einem Entschuldigungsvideo [Vorsicht! Schwefelgeruch!] räumt er ein, die von ihm genannten Forschungsergebnisse hätten solche Zusammenhänge gar nicht erlaubt, er habe mit dem Beitrag gegen journalistische Standards verstoßen.“
[Update] Der Qualitätsboulevardjournalismus berichtet: „Der Sender hat laut WELT entschieden, Moderatorin Julia Ruhs nicht mehr in ihrem Reportage-Format „Klar“ einzusetzen. Damit erreicht ein interner Machtkampf beim Norddeutschen Rundfunk einen neuen Höhepunkt. (…) Während Zuschauer Zustimmung signalisierten, wuchs der Druck innerhalb des Hauses.“
Zu oft gefährlich
Burkhard Schröder
www.burks.de
Sehr geehrter Herr Dr. [xxx]
vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kann die Frage, ob mein Facebook-Konto vorübergehend oder dauerhaft gesperrt ist, leider nicht hinreichend beantworten, da ich darüber widersprüchliche Angaben von Facebook bekomme – die Sperrung wird ohne Angaben von Gründen immer wieder verlängert „von unseren Technologien“.
Ich habe mich aber wegen einiger Nuancen Ihrer E-Mail entschieden, Ihre Kanzlei nicht mit meiner Vertretung zu beauftragen. Ja, ich wurde schon oft gesperrt – die Gründe waren jedes Mal hanebüchen und hätten, soweit das mein laienhafter Sachverstand beurteilen kann, keiner juristischen Überprüfung standgehalten, es sei denn, man hielte zum Beispiel Zitate Heinrich Heines für einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook.

Vgl. die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs – Urteile vom 29. Juli 2021 – III ZR 179/20 und III ZR 192/20: Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook zur Löschung von Beiträgen und zur Sperrung von Nutzern sind unwirksam. „Wurde aufgrund der unwirksamen Geschäftsbedingungen der Beitrag eines Nutzers gelöscht und dessen Konto vorübergehend mit einer Teilsperrung belegt, hat der Nutzer einen Anspruch auf Freischaltung des gelöschten Beitrags und gegebenenfalls auch auf Unterlassung einer erneuten Kontosperrung und Löschung des Beitrags bei dessen erneuter Einstellung.“
Ich beauftrage auch sehr ungern einen Anwalt, wenn schon vor Erörterung des Sachverhalts über Vorschussrechnungen geredet wird. Bei einer erfolgreichen einstweiligen Verfügung zahlt bekanntlich der Beklagte, nicht der Kläger die Kosten. Ich sehe meine Erfolgsaussichten optimistischer als offenbar Sie. Dass diese Aussichten „von meinen Antworten abhängen“, war mir bekannt.

Ich denke, dass auch Sie eine Frau, die eine Vergewaltigung anzeigen will, nicht fragen würden, ob sie schon oft vergewaltigt worden sei. Daher finde ich Ihre Frage, ob mein Facebook-Account schon in der Vergangenheit gesperrt worden wäre, für – vorsichtig ausgerückt – befremdlich.
Darum geht es mir nicht, sondern darum, ob aufgrund nicht nachvollziehbarer Entscheidungen von Algorithmen legale und harmlose Postings in sozialen Medien zensiert werden und ob man sich das gefallen lassen muss.
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder

All those moments
Wir schweifen einen Moment von den Weltläuften ab. Der Instagram-Algorithmus schockte mich mit fürchterlichen Fotos, aufgenommen von einem peruanischen Reisebüro. Sie stammen aus Aguas Calientes am Rio Urubamba in Peru, von wo aus die Touristen, die mit dem Zug ankommen, per Bus über endlose Serpentinen nach Machu Picchu gekarrt werden oder zu Fuß aufsteigen.
Massen! Noch schlimmer: Massen von Touristen! Da kann ich gleich im siebten Kreis der Danteschen Hölle lustwandeln. Was hatte ich für ein unverschämtes Glück, da schon vor 45 Jahren gewesen sein.
I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser Gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain. Not yet time to die.
Ich schrieb am 28.04.2014: Ich bin froh, das Weltwunder schon 1980 und 1984 gesehen zu haben, damals waren nur wenige Touristen da und wir konnten die Bergstadt der Inkas fast ungestört erkunden. Beim zweiten Mal habe ich sogar am Sonnentor oberhalb Machu Picchu – auf halbem Weg von Wiñay Wayna – übernachtet und konnte den Sonnenuntergang und -aufgang über der Stadt erleben.
Das Tal des Rio Urubamba bei Ollantaytambo, Peru 1984. Im Hintergrund der Nevado Verónica (5,893 m), auch bekannt als Wakaywillque. Der Ausblick war atemberaubend schön. Genau an diesem Punkt sind meine Begleiterin und ich gestartet zu einer einwöchigen Tour durch die Berge nach Machu Picchu.
Runkurakay (3.760 m, südöstlich des Passes Abra de Runkurakay (3970 m), Camino de los Incas, Peru. Ich bin zwei Mal über den Inkatrail marschiert, im Januar 1979 und im Juli 1984 – bei der letzteren Version zu Fuß von Ollantaytambo aus (also einen Tag länger).
– Runkuraqai und Puyupatamarca (12.07.2023)
– Camino de los Incas, revisitado (12.11.2022)
– Inca Trail, revisited (11.12.2021)
– Valle de Pakaymayu (18.10.2021)
– Aufstieg im Nebel (02.02.2021)
– Camino des los Incas (16.10.2020)
– Salcantay – der wilde Berg (21.07.2020)
– Ayapata (11.07.2020)
– Speicher meines Gottes (09.09.2020)
– Bergwelt (16.01.2020)
– Warmi Wañusqa oder: Die Frau, die starb (08.01.2020)
– Wakaywillque (13.03.2019)
– Ewige Jugend (12.07.2018)
– Über allen Gipfeln ist Ruh…. (14.09.2016)
– Machu Picchu, revisited (28.04.2014)
– Machu Picchu (03.12.2012)
– El camino de los Incas (04.01.2012)
– Machu Picchu (29.08.2011)
Der erste KI-Krieg

Fotos: AI/Burks: create an image that symbolically represents warfare with digital networked systems
Ich habe einen interessanten Artikel der Jerusalem Post von ChatGPT übersetzen lassen: How the IDF rewired the battlefield for the first AI war – Over the past five years, the IDF has been working to transform itself into a network-enabled combat machine, with AI and Big Data enabling the flow of information across units and commands.
Die Links stammten zum Teil von mir. Vergleiche auch „Israel’s strategic edge in the age of AI & autonomous warfare“ (20.07.2025)
Wie die IDF das Schlachtfeld für den ersten KI-Krieg neu organisierte
Es begann nicht mit einem Knall, sondern mit einem Byte.
Der aktuelle Krieg zwischen Israel und seinen Feinden ist der weltweit erste Krieg mit Künstlicher Intelligenz (KI) – so beschreibt es ein ehemaliger hoher Offizier der IDF (Israel Defense Forces) gegenüber Defense & Tech der Jerusalem Post.
Nach Jahren des Schweigens sprach der Mann, einst einer der maßgeblichen Architekten der digitalen Transformation der Armee, über den grundlegenden Wandel der Streitkräfte.
„Technologie ist kein Luxus, sie ist unverzichtbar“, betont er. „Wir stehen auf neuen Schlachtfeldern mit neuen Herausforderungen – und sogar neuen Dimensionen. Dafür brauchen wir präzise Aufklärung und höchste Genauigkeit.“
In den vergangenen fünf Jahren hat sich die IDF strategisch in eine netzwerkbasierte Kampfmaschine verwandelt, in der KI und Big Data entscheidende Rollen spielen, um Informationen in Echtzeit zwischen Einheiten und Kommandos zu synchronisieren.
„Ohne diese Fähigkeiten hätten wir mindestens 5.000 zusätzliche Gefallene, und Tausende Terroristen würden noch leben“, sagt der Ex-Offizier, der das Digitalisierungsprogramm verantwortete.
Vom Analogen zum Algorithmus
Noch vor sieben Jahren war die IDF an überalterte Strukturen gefesselt – Faxgeräte, veraltete Server, isolierte Dateninseln. Generalleutnant (a.D.) Aviv Kohavi, damals Generalstabschef, hatte jedoch eine radikal andere Vision: ein Schlachtfeld, auf dem Cyber-, Luft-, See- und Bodentruppen als Einheit agieren, verbunden durch Echtzeitdaten und präzise Zielerfassung.
Die digitale Transformation wurde zu einer seiner obersten Prioritäten – nicht nur, um die Streitkräfte zu stärken, sondern auch, um den Soldaten die modernsten Fähigkeiten an die Hand zu geben.
Der Wandel hin zu einer digitalisierten Armee war tiefgreifend. Er veränderte Strukturen, Prozesse – und die Denkweise.
Doch die Umsetzung war schwierig: Neben der technischen Komplexität mussten auch Widerstände in der Führung überwunden werden. „Es war, als würden wir das Rote Meer teilen“, erinnert sich der Ex-Offizier.
2019 wurde schließlich die Digitale Transformationsdivision gegründet. Ihre Aufgabe: zivile Innovationen ins Militär zu übertragen, sämtliche Bereiche zu vernetzen und moderne Infrastrukturen aufzubauen.
Kohavi sprach immer wieder von der multidimensionalen Kriegsführung – Cyberraum, Bodentruppen, Luftwaffe und Marine vereint. Schnell wurde klar: Ohne digitale Infrastruktur war das nicht möglich.
„Wie identifiziert man den Feind in dicht besiedelten Städten? Man braucht Sensoren, Datenquellen und Plattformen“, erklärt der Ex-Offizier. „Und dann muss man all diese Informationen so aufbereiten, dass sie sofort beim Offizier auf dem Tablet landen.“
Vom langen Befehlskettenweg zur Präzision in Echtzeit
Früher dauerte es oft lange, bis ein gemeldetes Ziel von den Truppen bis zum Panzer oder Flugzeug weitergeleitet, geprüft und schließlich angegriffen werden konnte – meist zu lange. Beim Jom-Kippur-Krieg, so erinnert der Offizier, kämpften die Soldaten „weitgehend auf sich allein gestellt, Unterstützung kam nur verzögert“.
Heute läuft es anders: Bodentruppen melden ein Ziel, und kurze Zeit später schlägt die am besten geeignete Plattform zu.
„Wir haben mit 300 Fachleuten KI-Modelle entwickelt und sie mit allen verfügbaren Daten gefüttert“, sagt er. „An manchen Tagen hatten wir 400 neue Ziele – die Hälfte wurde noch am selben Tag angegriffen. Zum Vergleich: 2009 kamen wir im gesamten Jahr auf 50 bis 100 neue Ziele.“
Zwar identifiziert KI die Ziele, doch „Menschen bleiben in der Entscheidungskette“: Hochrangige Offiziere prüfen und bestätigen jedes Ziel, um die Vorgaben des Völkerrechts einzuhalten.
Im Libanon-Krieg des vergangenen Jahres waren 80 % der IDF-Angriffe KI-gestützt. Algorithmen erkannten Ziele und unterschieden dabei zwischen Kämpfern und Zivilisten in dicht bebauten Gebieten.
Trotz internationaler Kritik, KI habe in Gaza und anderswo zu zivilen Opfern geführt, hält der Ex-Offizier dagegen: „Wir haben KI eingeführt, um Zivilisten von Terroristen zu unterscheiden. Wir nutzen Technologie, um uns gezielt auf feindliche Kräfte zu konzentrieren.“
Die erste KI-Kriegsführung?
Für ihn ist der aktuelle Konflikt Israels – ob in Gaza, Libanon, Jemen oder Iran – der erste echte **KI-Krieg**. Andere bestreiten das: Schon bei der Operation Guardian of the WallsFehlidentifikationen durch fehlerhafte Daten oder mangelhafte Algorithmen.
Der Ex-Offizier weist das entschieden zurück: „Das ist eine Lüge.“
„KI und Technologie ermöglichen es, moralischer zu handeln“, argumentiert er. „Aufklärung und Präzision zusammen heben den moralischen Standard. Das zentrale Prinzip des Völkerrechts ist die Unterscheidung zwischen Kämpfern und Zivilisten – genau das setzen wir mit KI um.“
Versagen am 7. Oktober
Trotz aller Technologie konnte die IDF das Massaker vom 7. Oktober nicht verhindern. Hamas-Terroristen durchbrachen Israels Grenzanlagen und ermordeten über 1.200 Menschen.
Der Ex-Offizier räumt ein: „Technologie kennt keine Grenzen, aber man darf nicht das Wissen und die Erfahrung der Soldaten ausblenden.“
Tatsächlich setzte die Armee in den letzten Jahren zunehmend auf Technik – und ignorierte Warnungen rangniederer Offiziere. Am 7. Oktober 2023 versagten die KI-basierten Systeme, und niemand erkannte das Ausmaß der Gefahr rechtzeitig.
Auch wenn der Architekt der digitalen Transformation heute nicht mehr im Rampenlicht steht – sein Erbe ist in jeder verschlüsselten Nachricht, jedem Drohnenfeed und jedem präzisen Schlag spürbar.
Israels Feinde mögen weiter auf Tunnel und Raketen setzen. Doch sie passen sich an und zwingen die IDF, an mehreren Fronten gleichzeitig zu kämpfen – sichtbaren wie unsichtbaren.
Um die Oberhand zu behalten, muss Aufklärung sofort verfügbar sein, und Entscheidungen müssen dezentral getroffen werden. Denn das Schlachtfeld ist heute überall.
Alles Nazis außer Mutti

150.000 Nazis demonstrieren in England, auch mit israelischen Fahnen.
Wait a minute. 150.000 Nazis? Die Tagesschau schreibt „Zehntausende“ ähm… und dann „mehr als 110.000 Menschen“. Mehr als 100.000 sind „Zehntausende“?
Wahlen NRW, Nachtrag
Wahlen NRW: Neusprech und Altsprech
Ich verfolge gerade die Bürgerliche Presse über die Wahlen in NRW. „CDU klar vorn – AfD verdreifacht Ergebnis – Grüne stürzen ab.“
Altsprech: „Nach den 18-Uhr-Zahlen liegt die Linke mit prognostizierten 5,5 Prozent über ihrem Ergebnis von 2020, als sie auf 3,8 Prozent kam.“ Neusprech: „Das ist ein grandioses Ergebnis für die Linke – wir haben unser Ziel nicht nur erreicht, sondern übertroffen! Der Aufschwung der Linken setzt sich ungebremst fort…“ 5,6 % sind rund 500.000 Wähler, also so viele, wie Duisburg oder Essen Einwohner haben.
Altsprech: „Die Christdemokraten kommen demnach auf 34,2 Prozent und liegen damit ungefähr bei ihrem historisch schlechten Kommunalwahl-Ergebnis von 2020, als sie 34,3 Prozent erreichten.“ Neusprech: Das historisch schlechteste Ergebnis wiederholt zu haben, ist ein großartiger Erfolg für die CDU.
Frontberichte oder: Dulce et Decorum es
Innere Front
Dulce et Decorum est
Zweifach gebeugt wie alte Bettler unter ihrem Sack,
X-beinig, hustend wie alte Weiber, fluchten wir uns durch Schlamm,
Bis wir den herumgeisternden Leuchtkugeln den Rücken zuwandten
Und unserer fernen Ruhe entgegentrotteten.
Männer marschierten im Schlaf. Viele hatten ihre Stiefel verloren
Aber hinkten auf blutigen Sohlen weiter. Alle wurden lahm, alle blind,
Trunken von Erschöpfung, taub selbst für das Heulen
Der fehlgegangenen Granaten, die hinter uns einschlugen.
Gas! GAS! Schnell, Jungs! – eine ekstatische Fummelei,
Um die plumpen Helme rechtzeitig aufzusetzen.
Aber jemand schrie da noch und taumelte
Und zappelte wie ein von Feuer oder Ätzkalk Verbrannter.
Undeutlich, durch die beschlagene Scheibe und trübes grünes Licht
Wie in einem grünen Meer, sah ich ihn ertrinken.
In all meinen Träumen, vor meinen hilflosen Augen,
Taucht er auf mich zu, flackernd, würgend, ertrinkend.
Wenn auch du in erdrückenden Träumen liefest
Hinter dem Wagen, in den wir ihn warfen,
Und die verdrehten weißen Augen in seinem Gesicht sähest,
In seinem hängenden Gesicht, wie das eines Teufels, der der Sünde müde ist,
Wenn du hören könntest, wie bei jedem Stoß das Blut
Gurgelnd aus seinen schaumgefüllten Lungen läuft,
Ekelerregend wie der Krebs, bitter wie das Wiederkäuen
Von Auswurf, unheilbare Wunden auf unschuldigen Zungen,
Mein Freund, du erzähltest nicht mit so großer Lust
Kindern, die nach einem verzweifelten Ruhmesglanz dürsten,
Die alte Lüge: Dulce et decorum est
Pro patria mori. (Wilfred Owne 1917)
Man sieht angesichts der vaterländischen Schlagzeilen in deutschen Medien: Die Menschheit lernt nichts dazu. Es wird noch die Zeit kommen, dass Leute wegen ich wegen Defätismus angeschwärzt werden oder noch Schlimmeres. Ich habe kein „Vaterland“, für das ich mich opfern würde.
Lesen wir dazu de passende Fachliteratur: „Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die Nationalität abschaffen. Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.
Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.
Die Herrschaft des Proletariats wird sie noch mehr verschwinden machen. Vereinigte Aktion, wenigstens der zivilisierten Länder, ist eine der ersten Bedingungen seiner Befreiung. In dem Maße, wie die Exploitation des einen Individuums durch das andere aufgehoben wird, wird die Exploitation einer Nation durch die andere aufgehoben. Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander.“
Das war natürlich viel zu optimistisch. Nationalismus und der Appell an irrationale niedrige patriotische Instinkte werden immer noch von den herrschenden Klassen aller Länder benutzt, um vom Klassenkampf abzulenken oder um äußere Feinde zu konstruieren. Alles Vaterländische ist eine ekelhafte und dumme Heuchelei. Das gilt auch für Russen und Ukrainer.
Medienfront
Mir fällt auf, dass die bürgerliche Presse eine Tatsache, die über den mutmaßlichen Mörder Charlie Kirks bekannt ist, weder diskutiert noch irgendwelche Schlüsse versucht daraus zu ziehen: „Aufgewachsen sei Robinson in einem republikanischen Umfeld im Bundesstaat Utah. Er soll Mitglied einer lokalen Mormonen-Kirche gewesen sein: „Ich kann bestätigen, dass Robinson in jungen Jahren Mitglied der Kirche wurde, aber alle weiteren Fragen zu seiner kirchlichen Tätigkeit bitte ich Sie, an ihn oder seine Familie zu richten“, sagte ein Sprecher. Ein regelmäßiger Kirchenbesucher bezeichnete Robinson als „inaktives Mitglied“.“
Wait a minute. Tyler Robinson, der mutmaßliche Schütze, war als Kind Mitglied eine ultraorthodoxen christlichen Sekte? Da gehen offenbar nur bei mir ein paar Warnlichter an. Ich weiß bekanntlich, wovon ich rede. Egal, ob aktives oder „inaktives“ Mitglied – diese Biografie ist nicht „normal“ und deformiert den Charakter, wenn man das nicht später und rechtzeitig aktiv in den Griff bekommt. Aber das interessiert offenbar niemanden.
Ich schrieb 2015: „Wer es gern etwas abstrakter, aber dafür gehaltvoller mag, sollte zum Thema „Terror“ Hans Blumenbergs „Lebenszeit und Weltzeit (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)“ studieren (aber das erste Kapitel einfach weglassen).
Er beschreibt diejenigen, die ihre ganz private Apokalypse auf Kosten anderer meinen ausleben zu müssen: Deren psychische Dispostion bestehe nicht nur im Erflehen von Beschleunigung und im Sich-Freihalten von der Welt, „sondern im Betreiben des Untergangs“. Das jeweilige weltanschauliche oder religiöse Kostüm ist dabei ganz irrelevant, ob es um den Massensuizid von Jonestown, um Amokläufer an Schulen oder um „islamistische“ Terroristen handelt.“
Anna Schneider schreibt: „Dass es nun Gruppen gibt, die seinen Tod feiern, ist mit nichts zu rechtfertigen, auch nicht mit seinen oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen. Offensichtlich hat der radikal-religiöse Verschwörungsanhänger aber auch genau damit einen Nerv getroffen“, sagte Dunja Hayali am Donnerstagabend im „ZDF heute-journal“.
Abscheulich, rassistisch, sexistisch und menschenfeindlich“ – Belege? Er hatte nur eine andere Meinung als die sogenannten „Linken“ hierzulande und das Glottisschlag-Milieu, deren Lautsprecher in den Anstalten sitzen. „Radikal-religios“ nenne ich auch Gendersprecher und diejenigen, die in guter protestantischen Tradition gleich die Apokalypse an die Wand malen, wenn es mal wärmer oder kälter wird. Ich nenne auch alle, für die die Hautfarbe mehr aussagt als die Augenfarbe, Rassisten. „Sexistisch“ war Kirk bestimmt nicht, nur ultrakonservativ. Wer ihn vom Tod eines Brandstifters faselt, ist selbst einer. Es ginge auch anders, Hayali.
Naher-Osten-Front
Man könnte angesichts des „Theaters“, das die UN um den fiktiven „Palästinenser“-Staat macht, die Meinung Gil Mandelzis in der Jerusalem Post teilen: „Defund, dismantle, and do over the UN – The idea of the UN remains relevant and incredibly important. However, there is zero reason for us to continue to trust the UN to do a job it hasn’t been doing for years“.
Es wäre so gut wie sicher, dass es keine Mehrheit dafür geben würde, wenn die Staatsgründung Israels heute auf der Tagesordnung stünde. Damals – 1947 – gab es zum Glück die Sowjetunion noch und auch die Tschechoslowakei, die eine positive Rolle spielten.
Frage für einen Freund: Deutschland ist für einen weiteren arabischen Terrorstaat in Palästina? Jerusalem soll wieder geteilt werden? Oder soll die Hauptstadt Ramallah sein? Die sind doch von allen guten Geistern verlassen. Oder wurden sie von den Wagenknechten beraten? Die sind mittlerweile offen antisemitisch und lassen bekannte Judenhasser zu Wort kommen: „Bei einer israelfeindlichen Kundgebung am Samstag in Berlin soll neben BSW-Chefin Sahra Wagenknecht und Schauspieler Dieter Hallervorden auch Pink-Floyd-Gründer Roger Waters zu Wort kommen. Er werde mit einem Beitrag aus New York zugeschaltet, kündigte Wagenknecht in Berlin an.“
Vermutlich muss ich mich Israel für das Verhalten des hiesigen Ausschusses, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der Bourgeoisie organisiert, entschuldigen.
Die Zukunft
Fällt es nur mir auf, dass es kaum noch gute Science Fiction gibt? Die meisten Filme sind woker Fantasy-Schrott oder Fast-and-Furious-Versionen mit pseudofuturistischen Mobilgeräten Fahrzeugen. Meine These dazu: Da niemand eine positive Vision hat, wie die Zukunft aussehen könnte, fällt allen nur noch an Postapokalypse ein.
Das war mal anders, wenn man an die sowjetische Science Fiction denkt wie an Konstantin Ziolkowski oder die Gebrüder Strugatzki. Oder an den Ausnahmeschriftsteller Stanislaw Lem, der die Science Fiction aus den Niederungen der Populärliteratur in die Höhen der ernst zu nehmenden Literatur gehoben hat. (Den Unterschied gibt es im angelsächsischen Raum gar nicht.)
Der Kapitalismus bringt keine Ideen hervor, die ihn selbst als Vergangenes schildern könnten. Entweder gibt es reaktionäre Zurück-zur-Natur-Fantasien wie in Aufbruch nach Pandora oder der Klassengegensatz zwischen Kapital und Arbeit wird noch auf die Spitze getrieben wie in Elysium oder Snowpiercer.
Die meisten anderen Plots drehen sich um aufsässige Roboter oder um die Begegnung mit den ganz Anderen aka Aliens – beide Themen hat Lem schon vor mehr als einem halben Jahrhundert optimal literarisch dargestellt (Die Verhandlung, Solaris).
Meine Fantasie reicht aus, um mir die Welt in ferner Zukunft umrissartig vorzustellen. Man muss nur die einzelnen relevanten Variablen extrapolieren.
Verfügbarkeit von Informationen: Informationen als Resultat dessen, was der Homo sapiens über seine Welt denkt und welche Schlüsse er zieht, wurden schon immer ausgelagert, um sie mehreren zugänglich zu machen und sie gleichzeitig zu speichern, damit man später noch etwas davon hat. Der Codex des Hammurabi unterscheidet sind prinzipiell nicht von der Gutenberg-Bibel oder dem Internet.
Man kann sich natürlich vorstellen, dass um den Zugang zu Informationen gekämpft werden wird. Informationen sind genau so eine Ressource wie Rohstoffe. Aber wenn man sich langfristigen Trend seit Beginn der Menschheit ansieht, geht es doch, mit Unterbrechungen, in die Richtung: Alles könnten alles wissen, wenn sie nur wollten.
Aussehen. Auch hier haben sich die Basics nicht groß geändert: Der Mensch bedeckt seinen Körper halbwegs. Wenn der Homo sapiens im Sinne des Wortes vielleicht zur Vernunft kommt und aufhörte, höhere Wesen zu verehren, würde die Kleidung nicht unbedingt so puritanisch sein wie heute, sondern vielleicht sogar der in der minoischen Zeit vor vier Jahrtausenden ähneln. Solange Christentum und der Islam aber noch eine Rolle spielen, bleiben nackte Brüste tabu.
Lange oder kurze Haare: Lange Haare bei Männern, ohne irgendwie „frisiert“ zu sein, sind in der Geschichte eher selten, auch wenn uns zahllose Germanen- und „Barbaren“-Filme etwas anderes weismachen wollen. Der Suebenknoten kommt gerade wieder in Mode. In soldatisch geprägten Kulturen trug der Mann Kurzhaar. Oder auch: Je patriarchalischer die Kultur, um so mehr haben die Frauen lange Haare und die Männer kurze (Israel ist ein gutes Beispiel!)
In einem Science-Fiction-Film müsste man schon sehr viel Fantasie haben, um sich Frisuren auszudenken, die es noch nie gegeben hat.
Ökonomie: Wir stellen uns eine Wirtschaft vor, die viel höher entwickelt ist als unsere jetzige – ein Gesellschaft, in der die grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind: Energie und Nahrung. Das wäre jetzt schon theoretisch möglich, aber der Kapitalismus will es nicht so.
Alle Informationen über den Bedarf müssten den Produzenten von Waren fast in Echtzeit zur Verfügung stehen. Das machte rationales Wirtschaften möglich. „Ich kann morgens jagen, nachmittags fischen, abends Viehzucht betreiben, nach dem Essen kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne jemals Jäger, Fischer, Hirte oder Kritiker zu werden.“
Warum kommt keinem Autor die Idee, so etwas zu beschreiben? Die KI könnte wunderbare Bilder dazu liefern. Natürlich gäbe es genug Konflikte, da der Mensch an sich nicht nur nach dem Guten, Schönen und Wahren strebt, sondern auch nach dem Bösen – weil er es kann.
Mobilität: Unerreichter Standard hierzu ist Bladerunner. Ich würde es aber ganz anders darstellen. Individualverkehr und die dazu passenden Fahrzeuge, mögen sie auch aus dem Stand fliegen können, haben keine Zukunft, zumindest nicht in hoch verdichteten Städten. Man kommt viel schneller staulos irgendwo hin mit Metro, Straßenbahn oder Hochgeschwindigkeitszügen. Oder mit motorisierten Zweirädern. Oder man reitet auf Robotern.
Oder man fragt sich: Warum muss ich überhaupt weg, wenn mir alles ins Haus geliefert wird und ich jederzeit per Video jeden sehen kann, den ich sehen will?
Waffen: Auch hier, wie beim Fahrzeug. Individuelle Bewaffnung hat keine Zukunft oder ist nur eine mehr oder wenige irrelevante Option im close combat Die gehört Drohnen in jeder Größe und mobilen künstlich intelligenten Robotern. Warum sollten sich Menschen der Gefahr aussetzen, getötet zu werden?
Steuerknüppel, Joystick, Knöpfe oder Schalthebel sind die Waffen der Zukunft. Unbemannte winzige Drohnen hat schon Frank Herbert beschrieben.
Wie weit in die Zukunft hinein kann man spekulieren? Was würden Beethoven und Marx von der Welt noch verstehen, wenn sie heute wieder aufwachten? Oder Kaiser Augustus?
Wir geraten automatisch ins Lemsche Dilemma, wie in „Solaris geschildert“: Etwas, das uns fremd ist, kapieren wir nicht. Imitation ohne Plan ist dann die einzige Form der Kommunikation. Es geht auch den Aliens so, wie in Der Unbesiegbare.
Was würden wir verstehen, wenn man uns die Welt in 100 Jahren zeigte? Sprechen dann alle Mandarin, loben den Kommunismus, und Frauen zeigen nackte Brüste?
Ich vergaß Sex. Was auf jeden Fall wegfallen wird, weil erst vom Kapitalismus erschaffen, ist die eheliche Treue. Die Ehe ist primär ein Entschluss, gemeinsam zu wirtschaften und Kinder großzuziehen, aber keinesfalls, nur mit einer Person Sex zu haben. Leider werde ich diese Zeit vermutlich nicht mehr erleben. Oder es geschieht ein Wunder…
Alles instabil
„Es war auch eine moralische Wahrheit, dass der Krieg begann, weil 1300 Juden getötet und 200 als Geiseln genommen wurden (…).Und wenn man Israel den Krieg erklärt, muss man mit einem Feuersturm rechnen. (…) Ein Kind weiß, dass Israel der Gute und die Hamas böse ist. Es ist viel weiser als ein Student wie Sie an der Universität Cambridge.“ (Charlie Kirk)
Während anderswo Attentate verübt werden und die Russen fragen, ob die Ukraine dahinterstecke, während die Terroristen-Führer vielleicht doch nicht genug abgekriegt haben, die Grünen noch mehr und immer öfter verbieten wollen, zog ich mich in die virtuelle Welt zurück, um mich von dem Quatsch, mit dem man überschüttet wird, zu erholen, und baute mit einem Mitspieler einen fiktiven Strand auf Kuba mit Havanna-Hintergrund, alles für ein einwöchiges Rollenspiel-Event im Oktober. Danach werden Strände, Häuser und der Bewuchs wieder abgerissen.
Vielleicht macht es der Schockwellenreiter richtig, der nur über Software und Kiez-Events berichtet und das große Ganze weglässt. Und warum wiederhole ich täglich Spanisch, wenn man Spanien als anständiger Mensch boykottieren sollte? Und Frankreich auch? Und Belgien? Und Norwegen? Nach Schweden kann man wegen der dortigen Araber ohnehin nicht mehr. Nur die Niederlande bleiben weltanschaulich stabil, auch wenn das den so genannten Linken hierzulande nicht gefällt.
Ich bereite mich jetzt mental auf vier Nachtschichten vor, solange mein Körper noch stabil ist und das ohne Herumzumucken mitmacht.
Drei Filmchen
Ich empfehle drei Filmchen auf Netflix. Sie sind nicht herausragend, aber ich finde kaum noch Filme, die mich fesseln – der letzte war Yellowstone.
Fall for me ist trotz des Titels ein deutscher Film, der auf Mallorca spielt. Das Label „Erotikthriller“ ist natürlich nur da, um die nicht besonders originelle Story interessanter zu machen.
Die Hauptdarstellerin Svenja Jung ist überhaupt nicht mein Typ, obwohl sie ein äußerst attraktives Mädel mit vielen körperlichen Vorteilen ist. (Ich kannte die gar nicht, weil ich kein deutsches Fernsehen gucke.) Aber ihre Augen hinterlassen einen bleibenden Eindruck und auch ihre Präsenz – im Gegensatz zu den anderen Schauspielerinnen.
Die Jung ähnelt übrigens frappant einer jugendlichen Jodie Forster und könnte die glatt doubeln, ohne dass das jemand merkte. Sie ist, wenn man die Fotos online vergleicht, sehr wandlungsfähig und würde eine 20-jährige, aber auch eine MILF spielen können, die doppelt so alt ist. Man muss aber schon anmerken, dass Kelly Reilly eine Klasse besser ist.
Der Plot – na ja. Man weiß vorher, was kommt. Grundstücke, die jemand besitzt und die jemand anderes haben will. Die Hauptdarstellerin ist „Wirtschaftsprüferin“, weil „Immobilienmaklerin“ jedem gleich mit dem Holzhammer verraten hätte, worum es geht. Und jeder hintergeht jeden.
Fazit: Nicht allzu tiefgründig, aber nett anzuschauen.
Zwei Gräber (Dos Tumbas) ist ein spanischer „Thriller“, der in Andalusien spielt) und den ich natürlich OmU ansehe).
Aus einer Rezension: „…ein düsterer und kraftvoller Beitrag zur blühenden Landschaft des zeitgenössischen europäischen Thrillers. Als kompakte, dreiteilige Miniserie präsentiert sie eine Erzählung über tiefen Verlust, die sich zu einer grimmigen Suche nach Vergeltung auswächst. Die Serie etabliert ihre düstere Prämisse mit brutaler Effizienz: Zwei Jahre sind seit dem Verschwinden von Verónica und Marta, zwei 16-jährigen Freundinnen, vergangen. Der Fall ist zu den Akten gelegt und von den Strafverfolgungsbehörden aufgrund eines völligen Mangels an Beweisen oder plausiblen Verdächtigen offiziell geschlossen worden. Diese institutionelle Kapitulation wird zum auslösenden Moment der Erzählung und aktiviert eine Kraft, die entschlossener ist als der Staat selbst. Die Protagonistin ist keine hartgesottene Ermittlerin oder ein rachsüchtiger Vater, sondern Isabel, die Großmutter eines der vermissten Mädchen.“
Eine Großmutter (Kiti Mánver) auf Vendetta, die auch noch mit einem Verbrecherboss kooperieren muss, weil der ebenfalls seine Tochter verloren hat und auf Rache sinnt. Das ist originell. Der Film schlägt auch einige überraschende Volten, dass man gut unterhalten wird.
Erst das Ende erklärt den Titel des Films: „Wer auf Rache aus ist, der grabe zwei Gräber.“ Sagte Konfuzius. Auf die pädagogisch wertvolle Moral von der Geschicht‘ muss jeder selbst kommen.
Beyond the Bar ist eine koreanische Version der US-amerikanischen Anwaltsserie Suits. Die Hauptdarstellerin Jung Chae-yeon als Kang Hyo-min sieht mit ihrem Schmollmund extrem süß aus und ist im Film, soweit ich das verstanden habe, eine Art Legasthenikerin, aber dafür genial in der Juristerei. Ihr Mentor Lee Jin-wook spielt ein knallhartes Arbeitstier. Lee Jin-wook as Yoon Seok-hoon findet schon eine zweiminütige Verspätung völlig indiskutabel und einen mehr als 12-stündigen Arbeitstag normal.
Koreanische Filme sind ganz anders. Ich finde es gewöhnungsbedürftig, wenn man immer den Eindruck bekommt, man sei zu doof, um den komplizierten Plot zu verstehen oder die Schauspieler seien alle wesentlich intelligenter als man selbst. Mit Hollywood-Filmen passiert das nie; da muss dem Publikum auch noch indirekt erklärt werden, dass die Erde keine Scheibe oder dass der Tyrannosaurus Rex schon ausgestorben ist.
Ich verstehe auch mindestens die Hälfte der Gesten und die Mimik und die emotionalen Reaktionen nicht. Aliens wären mir vertrauter. Aber das macht den Film sehr interessant: Oberflächlich sind das alle Menschen, die Anzug und Schlips oder Stöckelschuhe das kleine Schwarze tragen und einen nicht außergewöhnlichen Beruf haben und die man sich auch in Berlin vorstellen könnte, aber sie agieren manchmal total anders als wir. Oder man kapiert überhaupt nicht, warum sie ausgerechnet so reden oder handeln.
Ich fürchte, dass Koreaner viel mehr und besser unterhalten werden, weil sie alles verstehen, auch das Untergründige und die Anspielungen. Die würden sicher sagen, dass der Film bei europäischen Zuschauern Perlen vor die Säue geworfen sei.
Unterhaltsam ist die Serie auf jeden Fall. (Omu mit deutschen Untertiteln.)
Unter richtig tief digital Bearbeitenden
Ich habe mich geirrt, aber zum Glück wird es niemand gemerkt haben.
Frage an ChatGPT: kann man unter Linux ein pdf, das man online nicht ausfüllen kann, trotzdem bearbeiten?
Ja, absolut! 🎉 Unter Linux kannst du ein PDF auch dann bearbeiten, wenn es kein interaktives Formular ist – du brauchst nur das richtige Werkzeug. Hier sind ein paar gute Wege:
1. Text oder Kommentare hinzufügen
– Okular (KDE) : damit kannst du Kommentare, Markierungen oder Textfelder über das PDF legen.
– Evince (Gnome): eher zum Lesen, aber mit Plugins auch Anmerkungen möglich.
2. PDF wie ein Bild bearbeiten
– Xournal++: perfekt, um handschriftlich oder mit Tastatur Text ins PDF einzutragen [kann man über synaptic installieren, der Befehl zum Starten lautet xournalpp.)
– LibreOffice Draw: öffnet ein PDF, so als wäre es eine Grafik – dann kannst du Text an beliebiger Stelle einfügen, verschieben, sogar Bilder einbauen. Danach einfach wieder als PDF exportieren. [So hätte ich meine Unterschrift einfügen können. Ich habe aber Xournal installiert, das ist benutzerfreundlich.]
3. Richtig tief bearbeiten
– Inkscape: für einzelne Seiten, sehr mächtig, wenn du Layout oder Grafikelemente ändern willst.
– PDFtk (Kommandozeile): eher für Bastler – damit kannst du Seiten neu zusammensetzen, extrahieren, zusammenfügen.
👉 Wenn es nur darum geht, ein Formular auszufüllen, ist Xournal++ meist die angenehmste Lösung. Willst du eher den Text direkt editieren, probier es mit LibreOffice Draw.
Klassenkampf in Nepal
Klassenkampf in Nepal – der Präsidentpalast steht in Flammen. „The Government Palace in Nepal is completely engulfed in flames – they are not even trying to extinguish it (…). The building housed the main offices and departments, including the Prime Minister’s offices. All important documents have burned. It was the largest palace in all of Asia, with nearly 2,000 rooms. It was built as the Prime Minister’s private residence in 1903. The Nepalese army threatens to deploy troops on the streets if looting, arson, and vandalism do not stop.“
Angeblich ist der Premierminister auf der Flucht. (Die Kathmandu Post ist gerade nicht erreichbar – vermutlich wird die Website gerade von Anfragen überflutet.)
BY the way: Von 1996 bis 2006 befand sich die Kommunistische Partei Nepals (Maoistisch) in einem Bürgerkrieg gegen die Monarchie und das hinduistische Klassensystem.
Regards
„Spain bans Smotrich, Ben-Gvir“
feedback@knesset.gov.il
Berlin, September 9th 2025
Dear Mr. Smotrich,
The world isn’t just made up of anti-Semitic idiots. I just wanted to make that clear. If you come to Berlin, you are cordially invited to my modest private apartment…
Warm regards from an atheist Zionist Goj (!) from Germany
Burkhard Schroeder























































