Drei Filmchen

fall for me

Ich empfehle drei Filmchen auf Netflix. Sie sind nicht herausragend, aber ich finde kaum noch Filme, die mich fesseln – der letzte war Yellowstone.

Fall for me ist trotz des Titels ein deutscher Film, der auf Mallorca spielt. Das Label „Erotikthriller“ ist natürlich nur da, um die nicht besonders originelle Story interessanter zu machen.

Die Hauptdarstellerin Svenja Jung ist überhaupt nicht mein Typ, obwohl sie ein äußerst attraktives Mädel mit vielen körperlichen Vorteilen ist. (Ich kannte die gar nicht, weil ich kein deutsches Fernsehen gucke.) Aber ihre Augen hinterlassen einen bleibenden Eindruck und auch ihre Präsenz – im Gegensatz zu den anderen Schauspielerinnen.

Die Jung ähnelt übrigens frappant einer jugendlichen Jodie Forster und könnte die glatt doubeln, ohne dass das jemand merkte. Sie ist, wenn man die Fotos online vergleicht, sehr wandlungsfähig und würde eine 20-jährige, aber auch eine MILF spielen können, die doppelt so alt ist. Man muss aber schon anmerken, dass Kelly Reilly eine Klasse besser ist.

Der Plot – na ja. Man weiß vorher, was kommt. Grundstücke, die jemand besitzt und die jemand anderes haben will. Die Hauptdarstellerin ist „Wirtschaftsprüferin“, weil „Immobilienmaklerin“ jedem gleich mit dem Holzhammer verraten hätte, worum es geht. Und jeder hintergeht jeden.

Fazit: Nicht allzu tiefgründig, aber nett anzuschauen.

zwei gräber

Zwei Gräber (Dos Tumbas) ist ein spanischer „Thriller“, der in Andalusien spielt) und den ich natürlich OmU ansehe).

Aus einer Rezension: „…ein düsterer und kraftvoller Beitrag zur blühenden Landschaft des zeitgenössischen europäischen Thrillers. Als kompakte, dreiteilige Miniserie präsentiert sie eine Erzählung über tiefen Verlust, die sich zu einer grimmigen Suche nach Vergeltung auswächst. Die Serie etabliert ihre düstere Prämisse mit brutaler Effizienz: Zwei Jahre sind seit dem Verschwinden von Verónica und Marta, zwei 16-jährigen Freundinnen, vergangen. Der Fall ist zu den Akten gelegt und von den Strafverfolgungsbehörden aufgrund eines völligen Mangels an Beweisen oder plausiblen Verdächtigen offiziell geschlossen worden. Diese institutionelle Kapitulation wird zum auslösenden Moment der Erzählung und aktiviert eine Kraft, die entschlossener ist als der Staat selbst. Die Protagonistin ist keine hartgesottene Ermittlerin oder ein rachsüchtiger Vater, sondern Isabel, die Großmutter eines der vermissten Mädchen.“

Eine Großmutter (Kiti Mánver) auf Vendetta, die auch noch mit einem Verbrecherboss kooperieren muss, weil der ebenfalls seine Tochter verloren hat und auf Rache sinnt. Das ist originell. Der Film schlägt auch einige überraschende Volten, dass man gut unterhalten wird.

Erst das Ende erklärt den Titel des Films: „Wer auf Rache aus ist, der grabe zwei Gräber.“ Sagte Konfuzius. Auf die pädagogisch wertvolle Moral von der Geschicht‘ muss jeder selbst kommen.

Beyond the bar

Beyond the Bar ist eine koreanische Version der US-amerikanischen Anwaltsserie Suits. Die Hauptdarstellerin Jung Chae-yeon als Kang Hyo-min sieht mit ihrem Schmollmund extrem süß aus und ist im Film, soweit ich das verstanden habe, eine Art Legasthenikerin, aber dafür genial in der Juristerei. Ihr Mentor Lee Jin-wook spielt ein knallhartes Arbeitstier. Lee Jin-wook as Yoon Seok-hoon findet schon eine zweiminütige Verspätung völlig indiskutabel und einen mehr als 12-stündigen Arbeitstag normal.

Koreanische Filme sind ganz anders. Ich finde es gewöhnungsbedürftig, wenn man immer den Eindruck bekommt, man sei zu doof, um den komplizierten Plot zu verstehen oder die Schauspieler seien alle wesentlich intelligenter als man selbst. Mit Hollywood-Filmen passiert das nie; da muss dem Publikum auch noch indirekt erklärt werden, dass die Erde keine Scheibe oder dass der Tyrannosaurus Rex schon ausgestorben ist.

Ich verstehe auch mindestens die Hälfte der Gesten und die Mimik und die emotionalen Reaktionen nicht. Aliens wären mir vertrauter. Aber das macht den Film sehr interessant: Oberflächlich sind das alle Menschen, die Anzug und Schlips oder Stöckelschuhe das kleine Schwarze tragen und einen nicht außergewöhnlichen Beruf haben und die man sich auch in Berlin vorstellen könnte, aber sie agieren manchmal total anders als wir. Oder man kapiert überhaupt nicht, warum sie ausgerechnet so reden oder handeln.

Ich fürchte, dass Koreaner viel mehr und besser unterhalten werden, weil sie alles verstehen, auch das Untergründige und die Anspielungen. Die würden sicher sagen, dass der Film bei europäischen Zuschauern Perlen vor die Säue geworfen sei.

Unterhaltsam ist die Serie auf jeden Fall. (Omu mit deutschen Untertiteln.)

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Kommentare

14 Kommentare zu “Drei Filmchen”

  1. Godwin am September 10th, 2025 7:10 p.m.

    ja gute Filme/Serien sind Mangelware geworden.
    Aber so ist das, wenn ein inflationäres Überangebot geschaffen wird…
    statt belebender Konkurrenz um das bessere Produkt wird die Abwärtsspirale in Gang gesetzt – so billig produzieren, damit es immer noch einen Gewinn abwirft…

    auch gute Dokus sind kaum mehr zu haben…

  2. Godwin am September 10th, 2025 7:14 p.m.

    btw – Svenja Jung spielt in „Der Pfau“ und ebenso „Fucking Berlin“ mit.

    konnte man sich durchaus ansehen

  3. Crazy Eddie am September 11th, 2025 5:17 a.m.

    Seit dem Mord an Charlie Kirk riecht es in konservativen US-Blogs nach Kristallnacht, aber an ein Drehbuch glaube ich nicht. Vae victis.

  4. Godwin am September 11th, 2025 9:04 a.m.

    „Kirk sei „einer der umstrittensten, jüngeren Persönlichkeiten, die ständig diese Art von Hassrede verbreiten oder abzielen auf bestimmte Gruppen. Ich sage immer: Hassvolle Gedanken führen zu hasserfüllten Worten, die wiederum zu hasserfüllten Taten führen.“ Das sei das Umfeld. „Man kann diese schlimmen Gedanken nicht haben, diese schlimmen Worte sagen, und dann erwarten, dass keine schlimmen Taten folgen. Leider ist das unsere Realität.““

    https://www.welt.de/politik/ausland/article68c2610be94fcb47b9cd46db/Charlie-Kirk-MSNBC-feuert-Kommentator-nach-Aussagen-ueber-Attentat.html

  5. Crazy Eddie am September 11th, 2025 12:13 p.m.

    Der Urheber des zitierten Kommentars wurde zurecht gefeuert. Kirk war ein eher gemäßigter Konservativer, der die ideologische Spaltung der USA zu überwinden versuchte und den Dialog mit Andersdenkenden suchte. Er war dabei sehr erfolgreich und überzeugend, wahrscheinlich zu erfolgreich für die amerikanische Linke. Er wurde zum Ziel einer Hetzkampagne und keineswegs zufällig auch ihr Opfer.

  6. blu_frisbee am September 11th, 2025 12:30 p.m.

    Der Trieb von Männern hört nicht auf. Der Same wird zwar schlechter aber was soll ma machen: Iss Natur.

    @Godwin: Übliche Ideologie.
    Hass käme aus unerforschlichen Seelenblähungen die Höhere Mächte ins Hirn getan haben und hat gar nie nix mit der Lage zu tun.
    Bürgerliche Ideologie sieht Mensch als Individuum dabei ist der durch und durch soziales Wesen.

    Richtig ist: Erst kommt Feindschaft, dann Hass.
    Nicht umgekehrt.

    2025 glauben welche an Transzendentalien.
    Galileo hatte es vergleichsweise leicht.
    Religioten lehnen Verantwortung ab.
    https://www.youtube.com/watch?v=FqXRhqf7bvY Carl Sagan

  7. Godwin am September 11th, 2025 1:44 p.m.

    schließen wir mal den Kreis:

    Kirk hinterlässt eine recht hübsche Frau, die nun getröstet werden will…

    ansonsten – KlassenKAMPF eben und nicht KlassenLabern.
    Kein Mitleid mit diesem Billy-Graham-Verschnitt…

  8. Sascha P. am September 11th, 2025 6:43 p.m.

    Also ich kannte den Mann bis heute überhaupt nicht – wie vielen geht das hier noch so?

  9. blu_frisbee am September 11th, 2025 10:28 p.m.

    Die übliche Verpeilung: Idioten sehen nur das Sichtbare und erkennen kein System.
    Bürgerliche Ideologie sagt alles käme vom Individuum.
    Deshalb morden Idioten Personen
    während das System weitermacht.

  10. Crazy Eddie am September 12th, 2025 1:52 p.m.

    Trump spricht von ‚leftwing lunatics‘ und ruft alle Seiten zum Gewaltverzicht auf. Seine MAGA Bewegung diskutiert indes offen den Gegenschlag. Siehe instapundit.com. Tenor: Der Lynchmob ist eine akzeptable Option, wenn die Polizei gerade nicht verfügbar ist. Besser aber noch, sie setzten ihre schwarzen Sonnenbrillen auf und schauten weg. Viele dieser Lunatics waren dämlich genug, ihre Identität im Internet preiszugeben. Erstaunlich viele Lehrer übrigens. Ob diese „Klassenkämpfer“ auch Nehmerqualitäten haben? Wird das wirklich alles passieren, sobald die Trauerfeierlichkeiten für Charlie Kirk beendet sind? Wird Trump das verhindern wollen oder wird er die Sache laufen lassen?

  11. Crazy Eddie am September 12th, 2025 2:14 p.m.

    Nachtrag:
    Wenn dieser Gegenschlag von oberster Stelle gebilligt oder gar unterstützt wird, werden zunächst die Macht- und Schaltzentralen der amerikanischen Linken ins Visier genommen und zwar deshalb, weil diese Vorgehensweise militärischen Grundsätzen entspricht. Also Medien, NGOs, Prominente wie George Soros und nicht zuletzt Politiker der Demokraten. Habe soeben einen detaillierten Plan gelesen (Make Lists. Of People Nobody Will Miss.)

  12. Godwin am September 12th, 2025 5:56 p.m.

    „…und erkennen kein System“

    Systeme erkennt man nicht, sondern interpretiert sie irgendwohin hinein.
    Insofern ist es auch eine Beschäftigung für Idioten ständig irgendwo Systeme finden zu wollen…

    Btw – erinnert sich noch wer, dass vor einigen Wochen schon demokratische Senatoren in Minnesota gekillt wurden?

  13. nOby am September 13th, 2025 1:25 p.m.

    Kirk:

    In den USA wurde der Podcaster und Trump-Unterstützer Charlie Kirk während einer Diskussion von einem Attentäter mit einem Gewehr erschossen. Ich kenne den Kirk nicht und habe von dem noch nie gehört. ’schland hat genug Probleme mit denen ich mich beschäftige.

    Aktuell streiten sich die Experten, ob der Schütze ein Amateur oder ein Profi ist. Das ist eine komische Diskussion. Die Distanz soll 170 Meter betragen haben und er schoß von oben nach unten. Ich könnte das Ziel wahrscheinlich mit Kimme und Korn, also ohne Zielfernrohr, treffen. Wahrscheinlich sogar ohne Übung den Kopf. Ok, zugegeben, ich habe Vorbildung aus grauer Vorzeit. Das der Schütze nichts konnte und die falsche Waffe für seine Mission hernahm, das sehen wir daran wo er sein Opfer traf, nämlich am Hals. Allerdings kann es sein, dass er genau die Halsschlagader treffen wollte. Ein Treffer dort ergibt nämlich ein tolles Videomotiv. So ähnlich könnte es aussehen, wenn jemanden mit einem Klavierdraht statt einem Hanfseil gehängt wird. Allerdings würde das Blut in alle Richtungen spritzen. Ich habe es nicht gezählt, aber unzählige Quellen veröffentlichen das Video seiner Hinrichtung und kommentieren das mit Jubel. Erschreckend wie viele Menschen aus ’schland seine Hinrichtung feiern und sich regelrecht daran ergötzen. Mit Logik kann man solchen Exzessen nicht beikommen.

    Da lobe ich mir jeden Tschekisten. Die haben nie gefeiert.

    *************************

    Wenn ein ehemaliger Doping-Experte bei denen vom ZDF Karriere macht kommt sowas dabei heraus.

    Experte irritiert bei Lanz: Hat Kirk diese schrecklichen Dinge wirklich gesagt? USA-Korrespondent des ZDF unterstellt ermordeten US-Aktivisten menschenfeindliche Aussagen und erntet dafür einen Shitstorm – zu Recht?

    Der ermordete Charlie Kirk war ohne Wenn und Aber konservativ und gläubig, unterstützte offen die Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump […]. Er vertrat bisweilen auch sehr harte, kontroverse Standpunkte, […] Aber war er ein Menschenfeind, der Schwule steinigen lassen und Schwarze ausgrenzen wollte? Das behauptete der USA-Korrespondent des ZDF, Elmar Theveßen […]

    Der war demnach Gesindel?

    Leider beantwortet BILD die Fragen aus dem Artikeltitel nicht. Stattdessen schwurbelt BILD um das Thema herum. Nennt sich das Framing?

    Das schreibt die JUNGE FREIHEIT dazu.

    Der Blogger Danisch hat sich direkt an die vom ZDF gewandt und bekam binnen eines Tages (?) eine Antwort (mit Video). Hier legt Danisch in der Sache Thevessen nach.

    Wie wäre es mit einer offiziellen Entschuldigung, Richtigstellung und der fristlosen Entlassung dieses Herrn durch das ZDF? Greift § 189 StGB nicht? Bei einem australischen Bürger klappt das doch auch und das völlig ohne Antrag.

  14. blu_frisbee am September 14th, 2025 5:08 a.m.

    Kopernikus hatte Zahlen und gemerkt daß Ellipsen besser passen als Epizyklen.

    Wenn man nur glaubt was man sieht hält man ein System für ideologische Spinnerei.
    GPS braucht Einstein. Any advanced technology is undiscernible from magic.
    Blöde Affen verhandeln Politik als wären sie noch im Urwald in der Horde.

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