Umstürzende Reden

„Wenn alle reden, die eine von der Fraktion abweichende Meinung haben, dann bricht das System zusammen.“ (Volker Kauder, CDU)

Übereinstimmende gesellschaftliche Wertvorstellungen

PrOn

Der Inhalt des Fotos ist nicht nur jugendgefährdend im Sinne von § 1 GjS, sondern offensichtlich schwer jugendgefährdend im Sinne von § 6 Nr. 2 GjS in Verbindung mit § 184 Abs. 1 StGB. Der Inhalt des Bildes ist pornographisch. Unter Ausklammerung aller sonstigen menschlichen Bezüge werden nämlich sexuelle Vorgänge in grob aufdringlicher Weise in den Vordergrund gerückt. Die Gesamttendenz des Fotos zielt ausschließlich auf das lüsterne Interesse des Betrachters an sexuellen Dingen ab. Eine möglichst aufdringliche sexuelle Reizwirkung wird intendiert.

Festzuhalten ist auch, dass es nach dem Gesetzeswortlaut nicht auf eine tatsächliche Entwicklungsbeeinträchtigung oder eine besondere Wahrscheinlichkeit für eine solche ankommt, sondern dass die Inhalte lediglich geeignet sein müssen, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beeinträchtigen, also die bloße Möglichkeit hierzu ausreicht. Diese Eignung liegt demnach bereits dann vor, wenn eine Beeinträchtigung mutmaßlich eintreten könnte bzw. wenn Inhalt oder Darstellung eines Angebots derart von übereinstimmenden gesellschaftlichen Wertvorstellungen bzgl. der Entwicklung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen abweicht, dass hieraus die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen einer bestimmten Altersklasse vermutet werden kann.

Übrigens: Wer findet bei maps.google.com heraus, wo das Foto aufgenommen wurde? Eine lobende Erwähnung bei burks.de ist garantiert.

Symbolpreis von rund 1000 Billionen Dollar

„Facebook wird noch dieses Jahr ebenso überraschend das gesamte Internet aufkaufen. Für den Symbolpreis von rund 1000 Billionen Dollar soll es zu haben sein. Merkwürdigerweise entspricht dies genau der Hebelsumme des europäischen Rettungsschirms…“ (Quelle: Spam)

Piratenpartei ist kirchenfeindlich

Evangelischer Pressedienst (epd) via Süddeutsche:
Der Evangelische Arbeitskreis der CSU in Oberfranken (EAK) hält die Piratenpartei für demokratie- und kirchenfeindlich. Laut Bezirkschef Jürgen Henkel sind die Piraten ‚eine populistische Protestpartei ohne Programm mit pseudoliberalen und kirchenfeindlichen Vorstellungen‘. Die Partei fordere eine radikale Trennung von Staat und Kirche…

Tatsächlich. Wie kann man sich nur im 21. Jahrhundert erkühnen, die Trennung von Staat und Kirche zu fordern? Wo kämen wie denn da hin!

Endlich eine Partei, die man wählen kann… Die Grünen sind nicht kirchenfeindlich, ganz im Gegenteil. Viele ihrer Mitglieder verehren höhere Wesen oder glauben an anderen Unsinn wie Esoterik oder die Steinerschen Wurzelrassen.

Heimat 2.0

Landa

„So tritt neben die Heimat als Ort ein Gefühl von Zuhause im Web.“ Das ist ein typischer DAU-Satz, hier gefunden bei Spiegel Online. Das Internet ist kein Synonym für das World Wide Web. Aber ich gebe es auf. Die kapieren es nie.

Natürlich ist der Unterschied zwischen realer und virtueller Heimat marginal. Aber das versteht auch wieder keiner.

True Skinhead Music

Tracking and Data-Mining

Tracking

Wo zapfen sie denn?

„Branchen-Newsletter IT-Professionals

Sehr geehrter Herr Schröder,

sind Ihre Unternehmensrechner Bestandteil eines Botnetzes? Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben, denn in Deutschland gibt es 470.000 solcher Netze, die Ihre Rechnerkapazitäten für illegale Zwecke anzapfen können. Wissen Sie, dass Sie im laufenden Jahr noch bis zu 40 Prozent Ihrer IT-Kosten senken können – auch bei laufenden Projekten? Wie steht es in Ihrem Unternehmen mit der privaten Internetnutzung oder mit der Erlaubnis, eigene Endgeräte mitzubringen?

Antworten darauf und auf die Frage, wie Unternehmen ihre Arbeitsplätze derzeit modernisieren, finden Sie in unserem aktuellen Newsletter..“
[bla bla bla]

Waren es doch nicht eher 480.000 solcher Netze, die die armen Rechner von Burks anzapfen? Wo zapfen sie denn?

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre …

forsa

Google Glasses

Eli Jischai und Günter Grass

Eli Jischai, Innenminister Israels (links), und Günter Grass (rechts)

Piratenpartei und der tendenzielle Fall der Profitrate

Das hier schrieb ich in einer Mailingliste der Piratenpartei:

Ausser den Grünen werden uns alle anderen sowieso nicht zu sehr angreifen, weil sie ohne uns eventuell befürchten müssten, von Rot-Grün abgelöst zu werden (vgl. „Schwarz-Gelb erstmals seit zwei Jahren vor Rot-Grün„).

Das „bürgerliche“ und das „rot-grüne“ Lager haben aber jeweile keine eigene Mehrheit auf Bundesebene, so dass alles auf eine grosse Koalition hinausläuft.

Die taz ist die „Parteitzeitung“ der grünen Milieus. Focus und die FAZ sind die gefühlten „Parteizeitungen“ der Rechten. Der Spiegel wird immer die FDP über Gebühr hofieren (Augstein hat ja sogar mal für die kandididert). Die Rundfunk- und wasweissich für Räte in den Anstalten sind eh fest in den Händen der Journalisten mit Parteibuch. (Und Heise online ist die Parteizeitung der Piraten SCNR.)

Es braucht keine direkten Eingriffe – Medien müssen auch ihre Leserschaft bedienen.

By the way: Wenn Lafontaine stürbe, wäre der Weg frei für eine Vereinigung von SPD und der so genannten Linken – die West-Linken stammen ja weitgehend aus der WASG, also ehemaligen SPDlern. Die Linke stirbt eh bald an Überalterung, und die jungen Linken werden entweder bei drn Grünen oder Piraten landen.

Was mir persönlich am meisten Bauchschmerzen bereitet ist die Tatsache, dass die Piraten auf absehbare Zeit keine realistischen Ideen zur Wirtschaft haben werden oder nur naives oder marktliberales Gefasel (kein Wunder bei den vielen Ex-FDPlern in der Partei).

Die Piraten müssten schon den Kapitalismus frontal angreifen bzw. in Frage stellen, um die Verarmung des unteren Drittels der Gesellschaft zu erklären und noch ein paar anderen Dinge, also Ökonomie anders interpretieren als den Wetterbericht, wie es in den Medien üblich ist (oder will hier jemand wissen, was der tendenzielle Fall der Profitrate ist? SCNR). Werden sie aber nicht tun…

Die Piratenpartei wird langfristig weiter nach „rechts“ in Richtung der hoffentlich bald ehemaligen FDP rücken. Das ist jedenfall meine Prognose.

Das grosse unlösbare Oster-Rätsel

s-bahn

Welcher Berliner S-Bahn-Hof ist das?

Frohe Ostern allen wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern!

Offener Brief der Jungen Piraten an die Piratenpartei

Offener Brief der Jungen Piraten an die Piratenpartei:

„Immer wie­der fal­len Mit­glie­der der Par­tei durch ras­sis­ti­sche, sexis­ti­sche, aber auch ander­wei­tig dis­kri­mi­nie­rende Aus­sa­gen oder Ver­hal­tens­wei­sen auf. (…)

…ein ande­res Pro­blem der Pira­ten­par­tei zeigt sich in den immer wie­der auf­kom­men­den Dis­kus­sio­nen um Dis­kri­mi­nie­rung: die starke Iden­ti­fi­ka­tion vie­ler Mit­glie­der mit der Par­tei.
Die Pira­ten­par­tei wid­met sich The­men, die bis­her eher am Rande behan­delt wur­den und for­dert einen neuen Poli­tik­stil. Dadurch scheint sie für viele Mit­glie­der eine große Hoff­nung dar­zu­stel­len — Kri­tik daran führt zu Ver­un­si­che­rung und diese wie­derum zu Abwehr. Das zeigt sich in den star­ken Abwehr­re­ak­tio­nen (z.B. auf nega­tive Bericht­er­stat­tung), sowie dem Umgang mit ange­spro­che­nen Pro­ble­men. So wird bspw. die geringe Frau­en­zahl in der Par­tei oft ins Posi­tive umge­deu­tet: Frauen wür­den „zu nichts gezwun­gen“ und außer­dem „kann doch jeder mit­ma­chen“. Außer­dem wür­den Frauen lie­ber im Hin­ter­grund arbei­ten, Män­ner evo­lu­tio­när bedingt eher im Vor­der­grund. Eine wirk­li­che Beschäf­ti­gung mit dem Pro­blem erfolgt in wei­ten Tei­len nicht, gesell­schaft­li­che Struk­tu­ren wer­den verkannt. (…)

Die Jun­gen Pira­ten for­dern eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Dis­kri­mi­nie­rung in der Par­tei. Rufe nach Mei­nungs­frei­heit, der Ver­weis auf „Ein­zel­mei­nun­gen“ und Ver­klä­rung des Pro­blems dür­fen nicht mehr die Debatte bestim­men.“

Recht haben sie.

Anonymität verlockt

Schneider sagte der Münsterschen Zeitung (Samstagsausgabe): „Die Anonymität des Internets ist eine Verlockung, Hemmungen aufzugeben. Sie verleitet dazu, dem destruktiven Potenzial, das in uns allen steckt, völlig freien Lauf zu lassen.“

Burks sagte dem Blog burks.de (Samstagsausgabe): „Das Wegschauen und Verdrängen und die Heuchelei der Kirchen ist eine Verlockung, Hemmungen aufzugeben. Sie verleitet dazu, dem destruktiven Potenzial, das in den Pfaffen steckt, völlig freien Lauf zu lassen.“

Das K-Wort und das I-Wort

rasse

Spiegel Online postuliert zum wiederholten Male die Existenz von Rassen beim Homo Sapiens. Die Pappnasen können es nicht lassen. Die NPD wird es ihnen danken.

Auch sonst ist der Artikel ziemlich albern – auf die Ökömomie und die Produktivkräfte und warum sich diese wo und wie entwickeln geht er nicht ein. Klar, man traut sich nicht, das K-Wort zu sagen. Das höchst und wieder aktuelle I-Wort, das aus dem K-Wort hervorgeht, hätte auch viele Fragen, die der Artikel stellt, ernsthaft beantworten können.

Lenin via Facebook – das Grundgesetz der Revolution

Lenin

Heute musste ich schon sehr hoch in eines meiner Bücherregale hinaufsteigen, um einen Leserbrief in der aktuellen konkret 4/2012 zu verifizieren. Hier ist er:

Lenin

Als ich den Staub von mir abgeschüttelt hatte und endlich, immer noch auf Zehenspitzen, den richtigen der braunroten (nein, das ist kein Kotau vor den Totalitarismus-Theoretikern!) Bände gefunden hatte, war ich schwer enttäuscht: Ja, „Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus“ steht im Inhaltsverzeichnis, aber just der neunte Abschnitt mit dem obigen Zitat fehlt.

Wer wollte mir das vorenthalten? Dietz Verlag Berlin 1959. Revisionistische Saubande, elende. Oder so ähnlich.

Tief fliegender Gauck

„Bei guter Witterung findet die Religion im Wort zum Sonntag oder auf der Lohnsteuerkarte statt. Zieht aber ein Gewitter auf, fliegen die Pfaffen tief.“ (Hermann L. Gremliza 1981)

Sachsen! FDP!

Was erwartet man denn von dieser Kombination? Ich bin keineswegs überrascht vom „gesunden Volksempfinden“ der homophoben FDP-Dame in Bad Lausick. Die wird bestimmt bald in die NPD eintreten.

Heute leben wir mal kurz grün [Update]

apfelkuchen

Erkennst du, wohlwollende Leserin und geneigter Leser, das Lebensgefühl der neuen – grün wählenden – Mittelschichten wieder? Ein schickes Café, in dem ein Stück warmer Apfelkuchen mit Zimt mehr kostet als Hartz-IV-Empfänger im Monat für Kultur ausgeben können, eine Tasse Milchkaffee, den man aber französisch Café schreiben müsste, um für Anwälte, Medienleute und gefühlte Künstler samt ihrer Schicksen noch dazuzugehören – nein, der Satz ist noch nicht zu Ende -, ich zähle weiter auf, was das „grüne“ Lebensgefühl, das nicht mehr das meine ist, ausmacht: Kellnerinnen, die Lenin für einen Ort im Beitrittsgebiet halten und Guyana für einen Staat irgendwo bei Obervolta, die aber ein weisses Tuch um die schlanken Hüften geschlungen haben, das unter Adenauer eine Tischdecke gewesen wäre und das eine Dienstfertigkeit und ein Arbeitsethos des minderen Personals symbolisieren soll, was real nicht vorhanden ist, vielmehr durch hochnäsige Faulheit konterkariert wird, aber, und mal komme gefälligst zum bitteren sprachlichen Ende, so der mürrische Einwurf des schon gelangweilt dreinschauenden Publikums, das, geschult durch das hiesige Blog, Schachtelsätze unter „Deutsch des Grauens“ subsumiert, was stimmt und dessen man immer eingedenk sein sollte in Zeiten, in denen die klangvollen Verbformen frug, buk und schuf in Vergessenheit geraten, was dieses und jenes höhere Wesen verhüten möge – verdammt, schlägt sich der Autor an die Stirn: Jetzt habe ich vergessen, wo das Tuwort hin soll und welches es denn war.

Mein Laptop ist eindeutig nicht „grün“. Ausserdem ist das hier Neukölln, und das Etablissement gehört Mitgliedern der Piratenpartei und ist anders als die Orte, an denen man die Kuchen bei Don Alphonso vermuten würden.

burks

[Update] Die andere Seite will ich dem Publikum nicht vorenthalten, wenn ich hier schon eine eingebaute Kamera habe…. Ich guck so drein, wie sich das Geschreibsel anhört.

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