De mortuis nil nisi bene?
„Am 26. November 1999 räumte schließlich der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ein, dass die Partei in der Ära Kohl ’schwarze Konten‘ geführt habe. (…). Der ehemalige Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Helmut Kohl bestätigte nach vorherigem Abstreiten schließlich am 30. November 1999 die Existenz dieser Konten in einem Fernsehinterview. Kohl übernahm die politische Verantwortung für Fehler bei den CDU-Finanzen in seiner Amtszeit und gab an, dass er 2,1 Millionen DM verdeckter und damit illegaler Parteispenden – an den Büchern seiner Partei vorbei – angenommen habe.“
Die Namen der Spender nannte Kohl nicht; er habe den Spendern sein Ehrenwort gegeben, ihre Namen nicht zu verraten. Eines Verstoßes gegen die Rechtsordnung oder gar gegen die Verfassung fühle er sich dabei nicht schuldig. (Wikipedia
Just saying. „De mortuis nil nisi bene“ bedeutet: „von den Toten nichts außer auf gute Weise“ (und mitnichten, dass man über Tote nur Gutes sagen soll).
Push hard!

In welcher Stimmung sollte man angesichts der Weltläufte sein? Ich schwanke noch zwischen oben und unten…
Der Schockwellenreiter hat das Thema, über das ich mich am meisten geärgert habe, noch einmal aufgegriffen. Ich kann mir gar nicht so viele Schimpfwörter ausdenken, wenn ich die „religionspolitischen“ Pappnasen der Partei „Die Linke“ ansehe.
Der Sozialdemokrat Bernie Sanders hat übrigens recht: Trump ist bestimmt nicht blöd, und Witze über ihn verfehlen das Thema.
Das übliche Gemisch aus Dreistigkeit und Dummheit liefert wieder der David Cameron (Javascript erforderlich), an Victor Orbán und den ehemaligen Bundesinnenminister Kanther im Jahr 1993, der Verschlüsselung ganz verbieten wollte. Immer dieselbe Leier.
Der Guardian bietet Erfrischendes, was die Grünen und vermutlich auch die so genannte „Linke“ hierzulande empört aufheulen ließe: „Stop fretting over religious sensitivities. We must push hard against Islamists“. Yalla!
Ich muss auch der Welt angesichts der Fakten beipflichten: „Nach dem Attentat auf das Satiremagazin ‚Charlie Hebdo‘ kamen nur sehr wenige Muslime zur Mahnwache in Berlin. Die Kosten des staatstragenden Flops sollen jetzt auch noch Union und SPD tragen.“ Har har.
Mir ist danach, herabwürdigende Kommentare über den „Propheten“ Mohammed überall zu hinterlassen. Aber das ist die Anstrengung nicht wert, und ich würde immer noch schlechte Laune haben.
Und morgen ist auch noch der letzte Urlaubstag…

Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa
Bild zeigt den Film, den Arte nicht zeigen will – leider nur für 24 Stunden. (Auch auf Youtube)
Bye bye, Linke!
Neues Deutschland: „Die Forderung, Kirchenstaatsverträge aufzulösen, wird doch nicht ins Wahlprogramm der Linkspartei aufgenommen. Das beschlossen die Delegierten bei einer erneuten Abstimmung. Die religionspolitische Sprecherin des Vorstands, Christine Buchholz, sagte, der zuvor beschlossene Antrag zur Kündigung der Staatsverträge mit den Kirchen hätte »zwar keine praktischen Konsequenzen« gehabt, wäre »in seiner Wirkung aber fatal«. Sie dankte für das Ergebnis der neuerlichen Abstimmung und verwies darauf, dass der anderslautende Tenor des vorigen Beschlusses »den Angehörigen der christlichen Kirchen vor den Kopf« schlage, »auch denen, die innerhalb der Kirchen um Reformen kämpfen. Und er führt zu Verunsicherung bei Minderheitenreligionen, die um Gleichberechtigung ringen.“
Das wars. Jetzt wähle ich Sonneborn oder gehe gar nicht mehr wählen. Ihr könnt mich mal. Feiges Pack!
Fake News 1.0
„Wer vorsätzlich eine unwahre oder gröblich entstellte Behauptung tatsächlicher Art aufstellt oder verbreitet, die geeignet ist, das Wohl des Reichs oder eines Landes oder das Ansehen der Reichsregierung oder einer Landesregierung oder der hinter diesen Regierungen stehenden Parteien oder Verbänden schwer zu schädigen, wird, soweit nicht in anderen Vorschriften eine schwere Strafe angedroht ist, mit Gefängnis bis zu zwei Jahren und, wenn er die Behauptung öffentlich aufstellt oder verbreitet, mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft.“ (Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1933)
Nzinga!
Die grüne Bezirksstadträtin Sabine Weißle möchte eine Mörderin und Sklavenhändlerin gewürdigt wissen. Wenn es denn dem Gendern dient, ist alles erlaubt…
Links! Links! Links! Die Arbeiterklasse marschiert nicht
Interessanter Artikel auf Zeit online: „Verena Friederike Hasel fühlte sich politisch immer auf der richtigen Seite. Inzwischen erlebt sie ihr Milieu als selbstgerecht, intolerant und realitätsfern.“
Ich habe meine politisch Meinung noch nie von einem „Milieu“ abhängig gemacht. Das gefühlslinke Kleinbürgertum, das die Autorin zu Recht in die Pfanne haut, hat ohehin kein Interesse, eine Alternative zum Kapitalismus zu entwickeln, ist also auch nicht links. „Selbstgerecht“: sind Politiksektierer immer. „Intolerant“: dito. „Realitätsfern“: Die wissen gar nicht, wie ein Arbeiter aussieht.
„Die Zugehörigkeit zu einer Randgruppe wird so zur Schlüsselqualifikation erhoben. Diese Sakralisierung von Diskriminierungserfahrungen ist unter Linken inzwischen verbreitet.“ Das sind keine Linken, sondern Kleinbürger („in meinem großstädtisch geprägten Bildungsbürgermilieu“), sie beschäftigen sich vornehmlich mit Benimm- und Lifestylefragen und damit, ihre Privilegien zu verteidigen.
Einfach ignorieren, das Pack, und ab in die Produktion damit… (Ich habe Urlaub und bin deshalb gut gelaunt.)
Täuschen, tricksen und sich Verpissen
Was macht eigentlich das LKA Berlin? Es täuscht Observationen vor!
Heisse Klimaluft
Screenshot: Second Life 2010
Zum Thema „Klimaschutz“ empfehle ich einen Artikel der FAZ. „An der Klimabilanz der Vereinigten Staaten dürfte Trumps Ausstieg nicht viel ändern.“
„Entgegen dem generellen Eindruck war Präsident Donald Trumps Vorgänger Barack Obama erfolglos in der Klimapolitik. Er hatte kein bedeutendes Klimaschutzgesetz durch den Kongress gebracht.“
Dachte ich mir schon, da ich auf „generelle Eindrücke“ aka Mainstream-Medien ohnehin nichts gebe. Nie war der Titel „heiße Luft“ treffender als bei den aktuellen Artikeln über Trump und das „Klimaschutzabkommen“.
Märzrevolution
Neu in meiner Bibliothek. „Aus dem Generalstreik entwickelte sich ein bewaffneter Arbeiteraufstand. Die Arbeiter kämpften nicht nur gegen den Kapp-Putsch; ihr Kampf richtete sich gegen die gesamte Entwicklung nach rechts. Erhard Lucas legte nach umfangreichen Ermittlungen in den Staats- und Stadtarchiven des Ruhrgebiets eine detaillierte Untersuchung des Aufstandes vor. Sein Buch widerlegt die gängige These, die Weimarer Republik sei zwischen links und rechts zerrieben worden. Als die von der SPD geführte Regierung mit der reaktionären Reichswehrführung einen Pakt gegen die revolutionären Arbeiter einging, hatte sie den Untergang der Republik besiegelt.“
Ich interessiere mich für das Thema auch deswegen, weil meine Großväter – Bergleute im Ruhrgebiet – Augenzeugen waren, ich sie aber leider nie danach gefragt habe.
Martin Luther: ein polizeilich attestierter Volksverhetzer
Wer Luthers antisemtische Hetze zitiert, verhetze das Volk. Das meinen offenbar die Evangelen. „Angeblich habe sich die Aktionsgruppe „Das 11. Gebot“ nicht deutlich genug von den Thesen Luthers distanziert.“
Reaktionär antikapitalistische Schrott-Proletarier
Source: Wikipedia: Deutscher Zollverein
…Das Volk, „dass sich in Wahlen nicht immer an den Bedürfnissen der kapitalistischen Moderne orientiert, sondern sich bisweilen auf reaktionäre Weise antikapitalistisch verhält. Die Produktionsverhältnisse sind reif für die Vereinigten Staaten von Europa, doch in der Blüte der grenzübergreifenden Wertschöpfungsketten wollen Schrott-Proletarier und Gemüsehändler, Linke und Faschisten, Heimatbündler und Tories zurück zu alten vaterländischen Konkurrenzschlachten.“ (Rainer Trampert: „Mein Freund, der Schlagbaum“, in Konkret)
„Rome“, die NSDAP und dann abrupt Schluss
Vor dem Einschlafen (es ist draußen meistens schon hell) schaue ich mir zur Zeit die TV-Serie Rom – The Complete Collection [11 DVDs] an. (Sorry, aber die Spartacus
-Serien kann ich schon fast auswendig, und „300“ kann man auch nur einmal im Jahr sehen, ohne Gehirnzellen zu verlieren.)
Man wird einigermaßen unterhalten. Weniger Zeitlupen-Hauereien als in Spartacus, dafür mehr das Drumherum der Schlachten. ich erwarte von den hiesigen historisch gebildeten Leserinnen und in materialistischer Geschichtswissenschaft geschulten Lesern, dass diese wissen: Mit der historischen Realität haben solche Filme rein gar nichts zu tun. Da bestätigen im Falle der Person Caesar sogar bürgerliche Historiker wie Markus Schauer, vgl. Der Gallische Krieg: Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk. (Hatten wir schon in Spartacus, revisited.)
Die Kostüme und das Ambiente stimmen aber um so mehr, wenn man heutige „historische“ Serien mit den (trick)technischen Möglichkeiten Hollywoods zur Hochzeit der Sandalenfilme vergleicht.
Warum fällt mir jetzt die NSDAP ein? Je gefährlicher die unteren Klassen sind, um so mehr brauchen die „oberen Zehntausend“ Organisationen, die sich nur „revolutionär“ oder „volkstümlich“ kostümieren, aber in Wahrheit die Interessen der herrschenden Klassen vertreten. Das genau war die Rolle der NSDAP. (Dazu mehr, wenn ich dazu komme, Schönbach zu rezensieren.)
In „Rome“ wird Caesar die Rolle zugeschrieben, dass er für die Plebejer gewesen sei, gegen die Oligarchen des Senats. Das ist so natürlich Blödsinn. Genauso „logisch“ könnte man Trump als Arbeiterführer bezeichnen.
Und jetzt breche ich abrupt ab, denn ich muss leider arbeiten und kann nicht bloggen…
Blut und Ehre, vermittelt
Tagesschau: „Der ehemalige Deutschland-Chef der verbotenen Neonazi-Gruppe „Blood and Honour“ ist offenbar V-Mann des Verfassungsschutzes gewesen. Wie aus Recherchen der ARD-Politmagazine Report Mainz, Report München und Fakt hervorgeht, vermittelte das Landeskriminalamt Berlin den Mann in den 1990er-Jahren an den Verfassungsschutz. Er soll laut Sicherheitsbehörden die Strukturen in Deutschland wesentlich mit aufgebaut haben.“
Warum überrascht mich das jetzt nicht?
NRW: WWww?
Foto (Ⓒ Burks): Deutsche Leitkultur
Schadenfreude ist schön. In meiner peer group hatte ich für die Wahlen in NRW vorhergesagt: CDU gewinnt, ungefähr so viel, wie die SPD krachend verlieren wird, Grüne und „Linke“ knapp über fünf, AfD unter neun. Nur bei der FDP lag ich falsch.
Was will uns der Künstler Wähler damit sagen – abgesehen von der Tatsache, dass Gendersprech und -toiletten für das Proletariat offenbar und erfreulicherweise nicht auf der To-Do-Liste stehen?
Welche Wähler wanderten wohin? (Alles andere ist Feuilleton, somit irrelevant.) Was Merkel vermutlich wusste: Die CDU verliert weniger am rechten Rand als sie von der SPD und den Grünen zurückholen kann. „Wir schaffen das“ und so. Das wird auch bei der Bundestagswahl so sein.
„Auch die AfD schneidet bei Arbeitern und Arbeitslosen überdurchschnittlich ab.“ Wie in Frankreich. Die „Linke“ schafft es nicht, sich als eine Partei zu definieren, die gegen „das System“ ist. Die Galionsfiguren der „Linken“ kommen aus dem kleinbürgerlichen Milieu (außer Bernd Riexinger) und sehen auch so aus – was will man da erwarten?
„Bei den Hochschulabsolventen sind FDP- und Grünen-Wähler überdurchschnittlich vertreten.“ Schon klar. Die Studenten werden ohnehin, so meine Vorhersage, in absehbarer Zeit so mehrheitlich reaktionär werden wie sie es in der Weimarer Republik schon waren. Vergesst die Unis!
Grünbraune Heimat
Die Grünen in NRW nutzen Arminius als Wahlvorlage (links, vgl. Ruhrbarone). Das taten andere vor ihnen (rechts, Stadtarchiv Detmold) auch schon. Das Schwert auf dem linken Plakat hat vermutlich die Genderbeauftragte wegretuschiert.
Leseempfehlungen
– Telepolis: „Medienhetze gegen Systemkritik – Wenn ein prominenter Akteur den schmalen Pfad der politischen Orthodoxie verlässt, erschlagen ihn die Medien“.
– Die Briten regen sich darüber auf, dass Theresa May nur Fragen beantworten will, die man ihr voher vorgelegt hat. Har har. Vielleicht sollte man denen man sagen, dass in Deutschland Journalisten meinen, man müsse Interviews „autorisieren“ lassen, was ja noch schlimmer ist.
– Der Deutschlandfunk übt sich in Fake News „Qualitätsjournalismus“.
– The Nation: „Trumpism: It’s Coming From the Suburbs – Racism, fascism, and working-class Americans.“ – „But scapegoating poor whites keeps the conversation away from fascism’s real base: the petite bourgeoisie.“ Warum liest man solche klugen Artikel nicht in deutschen Medien?
– Don Alphonso über alte, weiße Männer und deren Vorzüge. „Alte, weisse Männer sind zäh und oft genug, wenn sie vorne sind, die gehärtete Auslese ihrer Zeit: Und vor allem sind sie gerissen genug, den Zeitpunkt zu kennen, zu dem sie besser anhalten und Jüngere ins Verderben gehen lassen.“ Yayayay.
– Reminder: Nasser über Kopftuchzwang.
Geschichtsmanipulation
Credits: Bundesarchiv, Bild 101I-031-2436-05A / Koch / CC-BY-SA 3.0 | Wikipedia
Andreas von Westphalen auf Rubikon: „Heute jährt sich zum 72. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und man darf gewiss viele wohlmeinende Reden zum Gedenken an die Befreiung Europas vom Faschismus erwarten. Fraglich ist jedoch, ob zentrale Aspekte in dem politischen und medialen Erinnerungschor nicht wieder einmal ausgeblendet werden.“
Lesebefehl bei diesem grandiosem Artikel!
Master of Desaster
Udo Vetter: „Vor einigen Tagen ist der Koblenzer Mammutprozess gegen mutmaßliche Neonazis gescheitert, weil der Vorsitzende Richter im Juni völlig überraschend die Regelsaltergrenze erreicht.“ Vgl. auch: Desaster in Koblenz.
8. Mai




























