Sozialislamische Partei Deutschlands

SPD

Religioten, Islamisten und Antisemiten wählen SPD!

image_pdfimage_print

Unter Lustkäufern [Update]

Messer

Spontan- und Lustkauf: Matsato Küchenmesser.

Die Website Matsato.com gibt es nicht mehr, was schon verwundert. Matsatomesser.de existiert: „Bitte beachten Sie, dass matsatomesser.de keine der auf der Website aufgeführten Produkte verkauft“.
Das Impressum ist lustig: Grandline Marketing, inc., Bel Ombre Rd. P.5057, 00000 Beau Vallon, Mahe, Seychellen.

Wenn das ein japanisches Messer ist, fresse ich meinen Küchenbesen.

Wir haben noch ähnliche Websites mit diesem Impressum wie Kesselbambule („Aktionsbündnis von Klimaaktivisten“). OST Service & Consulting Limited („Standort Erweiterung mit einer virtuellen Postanschrift blabla“) gibt übrigens einen server error 502 bad gateway.

Das nenne ich mal eine „seriöse“ Firmenschrift.

Update: Matsoto.com geht bei mir nur mit Tor.

Messer

image_pdfimage_print

Guter Zweck

iboycptt palestine

Vielen Dank für den Hinweis, Facebook, aber man kann nicht etwas boykottieren, was es gar nicht gibt?!

image_pdfimage_print

Ich nix verstehn

indian scientitst
A highly realistic photo of a fictional southern indian young scientist in a modern laboratory, surrounded by German-language documents, warning signs, and computer interfaces. The scientist ignores the language materials, focusing only on equations and instruments, showing detachment from the unfamiliar language. Natural lighting, documentary photography style, ultra-realistic. –s 750. Ich musste erst auf Midjourney einprügelnprompten, bis ein vernünftiges Ergebnis kam.

In den Qualitätshauptstadtmedien lese in den Teaser: „Indischer Start-up-Gründer über Englisch in Berlin: „Deutsche müssen akzeptieren, dass nicht jeder ihre Sprache lernen will““.

Vor kurzem wurde ich in einem Interview zu Deutschlands Umgang mit seinen Atomkraftwerken befragt. Ich sprach Englisch. Eine der ersten Reaktionen auf der Plattform X darauf war: „Er lebt seit neun Jahren in Deutschland und spricht kein Deutsch?“

Es ist eine Haltung, die mir und vielen anderen Expats oft begegnet. Ja, ich lebe seit neun Jahren in Deutschland und spreche nicht flüssig Deutsch. Ist das ein Problem? Ich finde nicht.

Eher sollten sich die Deutschen daran gewöhnen: Wenn dieses Land gutausgebildete, internationale Talente anziehen, und wirtschaftlich relevant bleiben will, müssen die Deutschen akzeptieren, dass nicht jeder Expat Deutsch lernen will.

Leider kann ich dort nicht kommentieren. Doch, Mayukh Panja, das ist ein Problem! Es gibt heute Apps und Sprachlernportale. Ich nutze Duolingo, um Spanisch und Französisch zu wiederholen und für die ersten Schritte mit Mandarin, und Sprachenlernen24.de, um Hebräisch zu lernen.

– Wer kein Deutsch lernen will, ist unhöflich, ignorant und faul.
– Wer kein Deutsch lernen will, ist zu dumm und ein selbstgefälliger Idiot.
– Wer das, wie der „Tagesspiegel“ – nicht genau so kommentiert, ist ein Trottel.

By the way: Die indischen Männer, die ich kenne, lernen fanatisch und diszipliniert Deutsch und sprechen das nach nur wenigen Jahren besser als viele Araber oder Türken, die hier geboren sind.

image_pdfimage_print

Was mit Medien

tagesschau

Heute was mit Medien. Ich habe meinen Medienkonsum seit 65 Jahren Revue passieren lassen. Ich heute alles besser oder schlechter oder anders?

Natürlich bin ich mitnichten repräsentativ, schon allein deshalb, weil ich das Wort „mitnichten“ benutzen. Fernsehen in Gestalt der „Tagesschau“ kenne ich erst ungefähr seit meinem 16. Lebensjahr, da TV in meiner Familie als Teufelswerk galt und man angehalten war, stattdessen die Bibel oder andere fromme Schriften zu studieren. Als meine Mutter dieses ungeschriebene Gesetz brach und eine Glotze – natürlich in schwarz-weiß – anschaffte, musste sie das Gerät jahrelang hinter der Wohnzimmerschranktür verstecken, weil die Sekten-Peer-Group und insbesondere auch meine Großeltern das mit einem Shitstorm kommentiert hätten.

Aber wie hat „man“ sich informiert? Wir lasen den Hellweger Anzeiger – sonst nichts „Weltliches“, auch bekannt als Babylon.

konkret

Als Schüler las ich den „Spiegel“, Und ich habe zahllose Bücher in mich hineingefressen, sobald ich mein eigenes Geld hatte (ob 16 in den Ferien im Straßenbau). Wilhelm Reich war der erste Sargnagel für die Verehrung höherer Wesen. Als Student abonnierte noch die Frankfurter Rundschau, weil die „links“ war; die „Konkret“ wegen der halbnackten Mädels und die Peking-Rundschau, was ich mit Paul Breitner gemeinsam hatte. In Berlin kam noch die Rote Fahne hinzu.

Katze
Aktenordner mit „Peking Rundschau“, aufgenommen in meiner Wohnung in Berlin-Schöneberg 1976. Der Kater hieß übrigens Salami.

Wenn man genauer hinschaut, hat sich bis zu der Zeit, als das Internet auch in Deutschland zur Verfügung stand, nichts geändert: Eine Tageszeitung, vielleicht eine Wochenzeitung (ich hatte eine Weile die „Zeit“ abonniert, weil die Artikel von mir gedruckt hatten), ein Monatsmagazin und Speziallektüre zur Unterfütterung der Sekten Weltanschauung. Wozu hätte man zusätzlich Social Media gebraucht?

Im Vergleich zu heute: Eine Tageszeitung auf Papier brauche ich nicht. Wenn ich eine in die Finger bekomme, brauche ich fast immer nur fünf Minuten, um alles gelesen zu haben, was mich interessiert. Der Form halber habe ich die Online-Ausgabe der bürgerlichen Presse „Welt“ abonniert, weil die gendersprachenfrei ist und um keine Themen zu verpassen, die gerade durchs Dorf getrieben werden. Dazu lese ich die Jerusalem Post, weil eine Sicht „von außen“ manche deutschen Themen auf ihre wirkliche Bedeutung zusammenschrumpeln lassen.

Apropos Themen: Die Gratis-Version der „Bild“, RT deutsch und zehn Minuten wild herumzappen – von der South China Morning Post bis zum Heise Newsticker – garantieren, dass man nichts verpasst, was eventuell aktuell ist oder sein wird.

Schockwellenreiter
Der Schockwellenreiter: „Es muß nicht immer KI sein: Freie Bilder für interaktive Geschichten und Spiele“ mit der Empfehlung von Artvee.

Der Rest ist ausschließlich Unterhaltung – von X über Facebook bis zu Instagram und diversen Blogs – wenn ich Zeit dazu finde. Ich könnte es auch lassen. Natürlich findet man dort manchmal zufällig auch interessante Themen, aber auf die wäre man vermutlich ohnehin irgendwann gestoßen. Ich will niemandem zu nahe treten, aber außer dem Schockwellenreiter, der aber mittlerweile fast nur noch über Software schreibt, und Fefe, der offenbar – seit zehn Monaten – immer noch nicht genesen ist, ist alles nur Entertainment wie Secondlife.

Meinungen und Kommentare anderer brauche ich nicht, davon habe ich selbst genug. Don Alphonso in der „Welt“ belustigt mich – es ist unterhaltsam geschrieben, aber wiederholt sich auf Dauer: Im Zentralorgan der Kleinaktionäre und Eigenheimbesitzer darf man auch nichts veröffentlichen, was die Mehrheit verärgert, etwa eine Analyse des tendenziellen Falls der Profitrate.

Fernsehen: Gar nicht. Nur Gestreamtes.

Für Vorschläge bin ich offen. So etwas wie eine Mischung aus Michael Roberts und SciLogs.

image_pdfimage_print

Nachtschicht, reloaded

Brandenburg gate

Mit fällt gerade nichts ein. Daher poste ich Bilder vom Arbeitsplatz.

image_pdfimage_print

Sie werden gegendert, widerstand ist aber nicht zwecklos

Landesarbeitsgericht Hamburg: „Das Landesarbeitsgericht Hamburg hat am 5. Februar 2026 festgestellt, dass zwei Abmahnungen und eine fristlose Kündigung gegenüber einer Strahlenschutzbeauftragten unwirksam sind.“

„Das Bundesamt erteilte der Klägerin zwei Abmahnungen und sprach schließlich eine außerordentliche Kündigung mit Auslauffrist aus, weil die Klägerin eine von ihr entworfene Strahlenschutzanweisung entgegen den Aufforderungen ihrer Vorgesetzten nicht vollständig genderte und an einer Stelle eine Konkretisierung nicht in den Entwurf einarbeitete.“

Es geht nicht um das Gendern an sich, weil dieses Gericht dafür nicht zuständig wäre. Der so genannte Arbeitgeber durfte aber die Anweisung gar nicht erteilen, weil das aus dem Arbeitsvertrag nicht abzuleiten war – eine salomomische Entscheidung.

image_pdfimage_print

Ölig

Olivenöl Israel

Habe ich mir mal gegönnt – ich war neugierig. Die liefern über eine tschechische Adresse. Hat nur zwei Tage gedauert, dann war es da – eigentlich unfassbar.

קיבוץ ארז
Kibbuz Erez

שמן זית כתית מעולה
Natives Olivenöl extra

מכרמי זיתים ישראליים מובחרים
Aus ausgewählten israelischen Olivenhainen

כבישה קרה
Kaltpressung

חמיצות מירבית 0.8%
Maximaler Säuregehalt: 0,8 %

image_pdfimage_print

Leuchtender Stahlturm

Israel

Falls zufällig der Mossad oder ein anderer Geheimdienst hier mitliest: Diesen geheimnisvollen einzelnen Turm mit extrem hellem Licht habe ich auf der Busfahrt von Be’er Scheva nach Mizpe Ramon in der Negev gesehen – und natürlich auch auf der Rückfahrt (2010.2025). Das Licht war weitaus heller als Flutlicht, und es war ja eh schon sehr hell. Vielleicht ein Teil der Generating Station bei Ramat Chovav? Ich habe keinen blassen Schimmer, was das sein könnte.

image_pdfimage_print

Was man im RBB nicht sagen darf

„Die RBB-Redaktion teilte mir mit, dass sie den Text nicht bringen werde. Ich schrieb, dass dieser nicht nur in der „Zeit“ stand, sondern dass sich, zu diesem Zeitpunkt, 52 Prozent der Deutschen gegen ein AfD-Verbot aussprachen. Es kommt keiner Liebeserklärung an eine Partei gleich, wenn man dagegen ist, sie zu verbieten. Die Redaktionsleitung antwortete, es sei „völlig legitim, gegen ein solches Verbot zu sein“. Aber: „Es geht eher darum, dass Du unter der Überschrift Verbot der größten Oppositionspartei diverse autokratische Staaten aufzählst und wie sie mit ihrer jeweiligen Opposition umgehen. Aufgrund der aktuellen Diskussion um die AfD, die ja bekanntermaßen hier die größte Oppositionspartei ist, schwingt hier eine scheinbare Analogie mit, als reihte sich die deutsche Demokratie in diese Reihe von Autokratien ein, wenn sie debattiert, ihre größte Oppositionspartei zu verbieten, und als wären hiesige Oppositionelle auf einer Ebene mit Nawalny und Co, die wirklich was in diesen Ländern riskieren.“

Solange die Opposition nicht im Straflager stirbt wie der russische Dissident Nawalny, ist also alles okay. Man darf im RBB gegen das AfD-Verbot sein. Unzulässig ist es aber, das, wie ich finde, wichtigste Argument dagegen zu nennen: die Nähe zu autoritären Regimen, die so ein Verbot ausdrückt.“ (Harald Martenstein hinter der Paywall der bürgerlichen Presse)

image_pdfimage_print

Danke, Mojib!

schnee

Es könnte kalt werden. Bitte bevorraten Sie sich. #Klima #Winter #Helmpflicht #Apokalypse

image_pdfimage_print

Sie werden gegendert. Widerstand ist zwecklos.

Eine Bundesbehörde hat einer Mitarbeiterin gekündigt, weil diese nicht gendern will. Ein Gericht gab der Frau recht, dass die Abmahnungen und die Kündigung unwirksam waren, doch die Behörde will sie unbedingt kündigen und hat Berufung eingelegt. Die Behörde untersteht übrigens CDU-Verkehrsminister Schnieder.

„Rechtlich ist die Lage bislang eindeutig: Eine gesetzliche Verpflichtung zur Verwendung geschlechtergerechter und inklusiver Sprache existiert in Deutschland nicht. Auch im Arbeitsverhältnis dürfen Sprachregelungen grundsätzlich nicht einseitig erzwungen werden, sondern gelten, sofern sie nicht ausdrücklich vereinbart sind, als freiwillig.“

image_pdfimage_print

Freizeit

avatare

image_pdfimage_print

Neapolitaner und andere Miszellen

toccata

– Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Der Neapolitanische Sextakkord oder kurz Neapolitaner ist ein alterierter Akkord. Der Quintton des Subdominantakkords wird durch den tiefalterierten Sextton ersetzt.

Ich hatte mir die berühmte Toccata und Fuge in D-Moll von Johann Sebastian Bach und fragte mich, warum das Motiv in der Popkultur beliebter ist als die „deutlich reifere C-Dur-Toccata„.

Ich verstehe nichts, obwohl ich nach Noten Klavierspielen kann. Ich bleibe besser bei der Onomatopoesie palim palim. (Wortschatzübung)

– „Schauspielerin verliert Hauptrolle wegen Pro-Israel-Video“, berichten die Qualitätsboulevardmedien in nicht ganz korrektem Deutsch. Gemeint ist die umwerfend gut aussehende Sarah Maria Sander.

Man sollte Ross und Reiter nennen, in diesem Fall vermutlich Reiter*&%_$§Innen. „Das Berliner Landgericht II für Zivilsachen untersagte der Produktionsfirma Soilfilms Media einstweilig, Teile einer Rolle weiter zu verfilmen oder zu veröffentlichen.“

Man könnte das jetzt genauer erforschen. „Einen Monat später habe ihr Co-Autor Rainer Begoihn ebenfalls Hauptdarsteller) in einem Telefongespräch erklärt, ihr Engagement schade dem Projekt. Festivals könnten den Film mit ihr nicht annehmen.“ Dieser Mann scheint ein ausgemachter Feigling zu sein – und ein Opportunist sin cojones dazu.

Die Sanders hat natürlich recht, wenn sie den sogenannten „Kulturschaffenden“ vorwirft: „Eure politische Haltung, euer Aktivismus ist nichts, es ist eine Show. Es ist Gratismut ohne Risiko, ohne Haltung.“

By the way und reprint: Nehmt dies, Kulturschaffende! „1933, als die Reichskulturkammer gegründet wurde, kam im Zusammenhang mit der Berichterstattung und mit öffentlichen Appellen plötzlich das Wort „Kulturschaffende“ auf. Es wurde von Leuten, die der Schaffung der Reichskulturkammer positiv gegenüberstanden, und von Künstlern und „Kulturschaffenden“, die ihre nationalsozialistische Gesinnung bekunden wollten, geprägt und benutzt – vorher ist es nicht nachweisbar.“

– Eine der vielen Folgen der Klima- und Erderwärmung: Es wird immer kälter. „Für die erste Februarwoche kündigt sich eine neue Störung des stratosphärischen Polarwirbels an, möglicherweise sogar ein starker Split oder gar eine viel zu frühe Auflösung. Dabei würde sich das Tiefdrucksystem in großer Höhe über dem Nordpol aufspalten und einem ungewöhnlich kräftigen Hoch über der Polarregion Platz machen. Eine Konstellation, die selten ist und die Chancen auf Wintereinbrüche am Boden auch in Europa deutlich erhöht.“ (Zitat aus der bürgerlichen Presse)

Jemand kommentierte auf Fratzenbuch: „Wetter ist eben nicht Klima“. Die Klimaerwärmung betrifft also nicht das Wetter, sondern nur die Temperaturen? Oder umgekehrt? Ich frage am besten die Genderbeauftragen beim DJV, die wissen das bestimmt.

image_pdfimage_print

Avatare sehen dich an, revisited

avatare

Die spärliche bekleidete Dame ist die Besitzerin von zwei „goreanischen“ Rollenspiel-Sims in Secondlife und zahlt monatlich rund 300 Dollar dafür.

Lob und Preis meinem Provider: Den Screenshot kann ich nirgendwo sonst posten, sonst würde ich sofort wieder gesperrt….

image_pdfimage_print

Sein Todesurteil

prisoner
A black and white cinematic photograph, man seen from behind, wearing torn and dirty prison clothes, standing alone in a filthy stone prison cell, rough damp walls, cracks and stains, early 20th century prison, small barred window high in the wall, cold pale light streaming in, the man staring outside in despair, condemned to death in his final hours, oppressive and terrifying atmosphere, psychological horror, existential dread, heavy shadows, strong contrast lighting, grainy texture, historical realism, no modern elements, no color –ar 3:4 –v 6.0 –chaos 10 –s 750 –raw –

»Aus wahrem Leben«

„Wir veröffentlichen nachstehend und verschiedenlich in den folgenden Heften die Einsendungen, die bei unserem Wettbewerb „Aus wahrem Leben“ mit einem Preise ausgezeichnet werden konnten. Es sei betont, daß das Preisrichterkollegium gemäß unserer Bekanntmachung sich bei der Beurteilung der Einsendungen nicht nach der mehr oder minder guten Schilderungsweise und der angewandten Sprache richtete, sondern nur nach dem Inhalt. Dieser Umstand machte bei fast allen hier zur Veröffentlichung kommenden Erzählungen eine manchmal umfangreiche redaktionelle Umarbeitung notwendig.“ (Genaues Datum unbekannt, 40-er Jahre, 20. Jh.)

1. Preis:

prisoner

Mein Todesurteil

Noch heute, nach vielen Jahren, läßt mich die Erinnerung an das einmal Erlebte nicht los, verfolgt mich bis in meine Träume und überfällt mich in Stunden, die der Ruhe und Entspannung dienen sollen.

Beim Ausbruch des Weltkrieges wohnte ich mit meinen Eltern auf russischem Boden, nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Wir betrieben eine kleine Landwirtschaft, die – wie viele andere in der dortigen Gegend – von meinen Vorfahren, Siedlern aus dem schönen Sachsenlande, geschaffen wurde. Zunächst blieb unser Gebiet von dem unseligen Krieg verschont. Als aber die deutschen Truppen nach der siegreichen Schlacht bei Tannenberg weiter vordrangen, zogen sich Kämpfe und Gefechte bis ganz in unsere Nähe hinein. Die Russen befürchteten Verrat und schickten deshalb viele Deutschstämmige, darunter auch mich – einen jungen Mann von siebzehn Jahren – an die Wolga. Einen Monat lang befanden wir uns unterwegs. Manche Entbehrungen hatten wir zu ertragen, bis endlich der Bestimmungsort, das Dorf Husenbach, erreicht war. Eineinhalb Jahre arbeitete ich auf verschiedenen Gütern, schritt hinter Pflug und Egge her und half, die Ernte einzubringen.

Mein neunzehnter Geburtstag stellte mich vor eine wichtige Entscheidung. Obwohl deutschen Blutes besaß ich die russische Staatsangehörigkeit. Und die sollte mir mit dem Eintritt in das neue Lebensjahr die zweifelhafte Pflicht auferlegen, ins Heer einzutreten und auf den Schlachtfeldern gegen meine Brüder zu kämpfen. Das aber hätte ich nie gekonnt. Gegen die Russen, unsere Bedränger – ja. Aber gegen die Meinen? Nie und nimmermehr. Aus meiner Not glaubte ich mir dadurch helfen zu können, daß ich mir in einer benachbarten Stadt einen neuen Paß ausstellen ließ. Mein Alter gab ich mit „siebzehn“ Jahren an. Um die Fälschung geheim zu halten, sagte ich dem Dorf, in dem man mich kannte, Lebewohl.

Mit meinem wenigen Hab und Gut machte ich mich auf die Reise nach Charkow, um in dieser dichtbevölkerten Stadt Unterschlupf und Arbeit zu finden. Bald nach meiner Ankunft suchte ich die Büros einer großen Fabrik auf, um nach Beschäftigung zu fragen. Aufs geratewohl ging ich in ein Zimmer, das zum Ausgangspunkt eines unendlichen Leidens für mich werden sollte.

Ich geriet in das Quartier von Werkpolizeibeamten, die sich eingehend nach meinem Begehr erkundigten, Paß und Papiere prüften. Klopfenden Herzens sah ich zu. Würden sie die Fälschung entdecken? Nein, es ging gut, schien wenigstens gut gehen zu wollen. Schon glaubte ich mich in Sicherheit und in Arbeit, als ein Beamter das Bedürfnis verspürte, eine Kleiderrevision vorzunehmen. Da brach das Verhängnis über mich herein, hatte ich Unglückseliger doch den richtigen Paß, den ich mir für spätere Zeiten aufbewahren wollte, in das Ärmelfutter meines Rockes genäht. Ich glaubte ihn gut verborgen, geschickte Polizeihände förderten ihn aber bald zutage.

Entsetzen bei mir, Lärm und Anklage bei den Beamten. Man bestürmte mich mit Fragen, die ich nicht verstand, überschüttete mich mit Drohungen und brach zuletzt in höhnisches Gelächter aus. Die Überzeugung herrschte in ihnen, einen deutschen Spion vor sich zu haben. Diese ihre Erkenntnis schien ihnen jede Vernunft geraubt zu haben. Was nützte es, daß ich bald meine Fassung wiederfand und Erklärungen abgab, daß ich Bitten und Beteuerungen vorbrachte. Ich sprach gegen den Wind. Man glaubte mir nicht. Schließlich erklärte man mich für verhaftet, ein riesiger Kerl trat auf mich zu und führte mich in das Polizeigefängnis. Drei Tage und drei Nächte lang, ohne eine Minute Schlaf und ohne einen Bissen Brot, lag ich in einem dunklen Keller. Sinnlos dünkte mich das Geschehen, das an Furchtbarkeit von Stunde zu Stunde zunehmen wollte. Nur die Gedanken: Du hast doch nichts Schweres verbrochen – den Verdacht, Spion zu sein, wirst du entkräften — mußt du schon büßen, dann nur dafür, daß du dir einen falschen Paß anfertigen ließest – nur eine kleine Strafe kann dich treffen – gaben mir Mut zum Ausharren. Immer wieder sprach ich diese Auffassung vor mich hin, um die entsetzliche Stille des Kerkers zu durchbrechen und die Empfindung zu stärken, daß ich noch lebte.

Dann nahte der Tag, an dem das Kriegsgericht gegen mich zusammentrat. Sehnsüchtig hatte ich auf ihn gewartet, als auf den Tag, der allem Ungewissen und Trostlosen ein Ende setzen würde. Jedoch — er brachte mich der Verzweiflung nahe. Schon die Miene des Vorsitzenden und die Art der Verhandlung flößten mir Entsetzen ein. Meinen Verteidigungsworten schenkte man kein Gehör. In einigen Minuten war man mit meiner Angelegenheit fertig. Die Anklage lautete auf Spionage. Das Urteil auf: Tod durch Erschießen! Am anderen Morgen um neun Uhr sollte der Befehl vollstreckt werden.

Wer vermag die Gedanken und Gefühle, die einen jungen Menschen im Angesicht eines gewaltsamen und unschuldigen Todes befallen, wiederzugeben? Stunden mußten verflossen sein, Stunden, in denen ein Chaos in meinem Innersten wütete und in denen ich die Vorgänge um mich weder verfolgen noch erkennen konnte, als ich die Fähigkeit, kalt und nüchtern zu denken und zu beobachten, wieder erlangte.

Ich befand mich nicht mehr in dem Kerker, der mich vorher beherbergt hatte, sondern ich lehnte mich in einem dunklen Gang gegen kalte und feuchte Steine. Ein Soldat mit schußbereitem Karabiner und bis an die Zähne bewaffnet bewachte mich, ging vor mir auf und ab. Die verrinnende Zeit dünkte mich wie der Lauf einer Ewigkeit, die angefüllt war mit Schmerz, mit Weinen und Furcht, mit Gebet und Flehen zu Gott, daß er mich doch noch aus dieser Hölle erretten und hinaus in die Freiheit — zu Vater und Mutter — in die Heimat führen möchte.

Es dämmerte schon. Müde und trostlos blickte ich den Gang entlang: er war nur kurz und lief auf einen kleinen Hof hinaus, wahrscheinlich auf den Hof, den morgen früh eine Salve durchzittern sollte, eine Salve für mich.

Da sah ich, wie ein russischer Offizier über diesen Hof schritt, sich zu der mächtigen Umfassungsmauer wandte und sich an einer verborgenen Tür zu schaffen machte. Er öffnete sie, ging hindurch, das Tor flog zurück, fiel aber nicht ins Schloß.

Ich sah es und begriff: Es war ein Mensch nach draußen gegangen, in die für mich sagenhaft gewordene Freiheit, ins Leben, in die Welt. Und —-ließ das Tor offen.

Eine maßlose, fiebernde und brausende Erregung befiel mich. Tausend Pläne durchkreuzten mein Gehirn. Der Gedanke an die Möglichkeit einer Flucht, an ein glückliches Entkommen betäubte mich zunächst durch seine Keckheit, dann aber peitschte er mich empor, schenkte Mut und Verzweiflung, ich wußte plötzlich nur mehr das Eine: Da drüben befindet sich ein Tor. Ein Durchlaß durch die hohe Mauer, hinter der die Freiheit liegt.

Das Tor. Es ist nicht weit zu ihm. Nur wenige Meter von dem Fenster, das sich in dem Gang befindet. Die Flucht wagen, das Fenster aufreißen, hinausspringen, über den Hof und durch das Tor dringen? Nein — es geht ja nicht. Der Soldat ist da, er bewacht mich unausgesetzt.

Und doch, es muß versucht werden. Ob dich heute oder morgen eine Kugel trifft, das bleibt sich doch gleich. Der Gedanke an die Flucht konzentriert sich, nimmt Formen an, ist unbeweglich und schenkt schließlich die Überlegung: Wenn der Soldat in seinen kurzen Auf- und abmarschieren fünf Schritte von mir entfernt ist, geht es los.

Und einmal nehme ich alle meine Sinne und Kräfte zusammen. Hart dröhnen die Schritte meines Wächters auf den Fliesen, ich zähle: Eins, zwei, drei, vier, fünf. Fünf – das ist das Zeichen, das ich mir selbst gegeben habe. Wie ein Raubtier stürze ich auf das Fenster, zerre es auf, Scherben klirren, hinaus — mit einem Satz — über den Hof — das Tor aufgerissen – und – ich bin draußen. In der Welt. In der Freiheit. Nein, noch nicht. Noch lange nicht. Noch bin ich nicht gerettet. Auf der Straße gehen nur wenige Menschen, einige Karren rappeln einher. Wenige Schritte zwinge ich mich zum Gehen, stelle mich, als ob nichts Außergewöhnliches geschehen wäre. Dann fange ich an zu laufen, höre hinter mir Rufe, Schreie, Poltern, einen Knall. Ich wende mich nicht um. Ich renne, stürze und hetze durch stille Straßen, kreuz und quer, hin und her, unentwegt.

Schließlich kann ich verharren, ich merke, daß sich keine Verfolger hinter mir befinden, begreife, daß ich atmen kann. Meine Glieder schlottern, vor Erregung vermag ich mich kaum mehr aufrecht zu halten, aber — ich bin ja frei. Frei. Frei. Als ich vollständig Herr dieses Gefühls geworden bin, sank ich am Ende einer dunklen und stillen Gasse auf die Knie, weine und danke inbrünstig Gott für seine Hilfe und bitte ihn flehentlich darum, mir auch weiter beizustehen.

In Charkow kannte ich einen Mann, der in einem der ärmsten Außenviertel wohnte. Ich suchte ihn auf und erzählte ihm die Schrecknisse, die ich überstanden hatte. Er erbarmte sich meiner, einige Tage lang durfte ich in einem stickigen Keller hausen, immer noch in Furcht, ob mich doch letzten Endes nicht die Häscher finden würden.

Da brach die russische Revolution aus. Das Zarenreich ging unter, Revolten und Unruhen, die überall ausbrachen, erlaubten es mir, das Verließ zu verlassen. Im Mai 1918 fuhr ich nach Deutschland, der Heimat meiner Vorfahren.

Peter Baumgart, Altenbögge

peter baumgart

Peter Baumgart war mein Großvater. Das Foto wurde im Januar 1980 gemacht. (Vgl. 03.08.2020)

image_pdfimage_print

27. Januar 1944

verteidiger Leningrads
Credits:

Heute vor 82 Jahren – am 27. Januar 1944 – befreite die Rote Armee Leningrad von der Belagerung durch die Nazis.

image_pdfimage_print

Helden der Nacht

pariser pletz

Pariser Platz, 04:12 Uhr.

image_pdfimage_print

Unter Säubernden

verteidigungsministerium VR China

Nein, kein „Machtkampf“ in China, was die bürgerliche Presse beliebt zu behaupten, sondern: „Der ranghöchste General der chinesischen Volksbefreiungsarmee soll im Gegenzug für Infos und bestimmte Handlungen Schmiergelder aus den USA erhalten haben.

Das chinesische Regierung spricht von „Ermittlungen.“ „Zhang Youxia, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der KPCh und stellvertretende Vorsitzende der Zentralen Militärkommission, sowie Liu Zhenli, Mitglied der Zentralen Militärkommission und Leiter des Gemeinsamen Stabs der Zentralen Militärkommission, stehen im Verdacht schwerer Disziplinar- und Rechtsverstöße. Nach Beratung im Zentralkomitee der KPCh wurde beschlossen, gegen Zhang Youxia und Liu Zhenli Ermittlungen einzuleiten.“

Die South China Morning Post berichtete, Zhang sei am 19. Januar verhaftet worden. Weiterhin wurde berichtet, dass hochrangige KPCh-Funktionäre am 23. Januar über Zhangs Fall informiert wurden und dass Zhang der Korruption verdächtigt werde. Ihm werde vorgeworfen, seine engen Mitarbeiter, Familienmitglieder und Verwandten nicht ausreichend kontrolliert und Probleme nicht umgehend der Parteiführung gemeldet zu haben. Die Zeitung der Volksbefreiungsarmee veröffentlichte einen Leitartikel, in dem es hieß, Zhang und Liu hätten „das Verantwortungssystem des Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission schwerwiegend missachtet und untergraben“. Diese Charakterisierung fiel deutlich schärfer aus als die vorherige Charakterisierung der Vorwürfe gegen He Weidong, den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission.

Nehmt dies, Medien:
– Man wird glaubwürdiger, wenn man Links zu den Originalquellen setzt.
– Es ist möglich, die Leser umfassend zu informieren.
– Wenn jemand wegen des Verdachts auf Korruption aus dem Amt entfernt wird, ist das kein „Machtkampf“ und auch keine „Säuberung“. Die Chinesen sind beim Kampf gegen Korruption nur erfolgreicher als etwa die Europäische Union.

image_pdfimage_print

Nachtschicht in Preußen

brandenburg gate

#Nachtschicht

image_pdfimage_print

← Nächste Einträge — Ältere Einträge →