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Kommentare

6 Kommentare zu “Freizeit”

  1. blu_frisbee am Januar 30th, 2026 2:08 p.m.

    Marco Bülow …starb nach langer schwerer Krankheit

    Marco Bülow wollte „moralischen“ Kapitalismus“.
    Das ehrt ihn. Macht ihn gleichzeitig zum Idioten.
    Weil Kapitalismus moralisch nicht geht.

    „lange schwere Krankheit“ ist verschlüsselt Krebs.

  2. nOby am Januar 31st, 2026 4:32 p.m.

    Hallo @blue_frisbee! Ich schließe mich mit einer Todesanzeige an.

    Die Kämpfer gegen rechts machen ein weiteres rotes Häkchen.

    Danke $ 188 StGB. Stefan Niehoff ist im Alter von 65 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Er wurde bekannt, nachdem es wegen des Memes „Schwachkopf professionell“ eine Razzia bei dem Rentner gegeben hatte. Während der Vorwurf fallengelassen wurde, arbeitete die Staatsanwaltschaft und das Gericht sich in andere Weise an Niehoff ab. Im Sommer 2025 stand Niehoff wegen Posts vor Gericht, in denen er „Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“ und in einem Fall „Volksverhetzung“ begangen haben soll. Er wurde verurteilt. Das Verfahren ist aktuell in der Revision und wird durch den Tod des Beklagten irgendwann eingestellt. Seine Erben bleiben demnach auf die Anwaltskosten sitzen. Die Witwe wird das Eigenheim mit der Witwenrente alleine nicht halten können. Die Tochter ist schwer krank und braucht Lebenshilfe rund um die Uhr. Der Weg in die Armut ist sicher. Der Frührentner Niehoff hätte lieber Möhrchen, Bohnen und Erdbeeren in seinem heimischen Garten kultivieren sollen, dann wäre er vermutlich noch am Leben.

    Gegen Daniel Born von der SPD wurde in ähnlicher Sache nicht einmal ein Verfahren eröffnet. Der freut sich bestimmt darüber.

  3. nOby am Januar 31st, 2026 4:39 p.m.

    Burks, streust Du gerade irgendwo in Berlin in einem Sonderkommando die Gehwege – das wäre sehr löblich – oder putzt Du Deinen Schreintisch?

    Deine Kollegen versuchen gerade den Berliner Hobby-Tennisspieler Kai Wegner mit Streusalz zu rehabilitieren. „Man nennt es Winter“ SPD blockiert: Berlins Bürgermeister Wegner bettelt um Streusalz und erntet Spott.

    Wie der „Tagesspiegel“-Journalist berichtet, wird das Abgeordnetenhaus frühestens am 12. Februar eine Gesetzesänderung zum Streusalz-Verbot beschließen.

    Aus den Leserkommentaren:

    Wenn die Ideologie von der Realität eingeholt wird.

    Die Bankrotterklärung Wegners ist die eine Sache, wie die Welt uns durch solche Schmierenstücke wahrnimmt eine ganz andere.

    Die eigene Bevölkerung hat eben keine Priorität.

    Streut doch einfach mit Salz. Ich streue mit Salz sobald Regen auf Gehwegplatten fällt und gefriert. Ich hab weder das Geld für Schmerzensgeldzahlungen nach Stürzen, noch die Lust und das Geld zu prozessieren. Unsere Bäume und Büsche an den Straßenrändern haben Jahrzehnte lang Winter mit Salz überlebt, und werden es auch künftig überleben. Das Problem in Berlin sind neben der SPD eher die Vermieter, die entweder gar keinen Winterdienst kennen oder nur minimalsten Winterdienst durch die Hausmeister leisten.

    Nur die Berliner Stadtreinigungsbetriebe dürfen Auftaumittel einsetzen

    Ich liebe es, wie der Staat sich immer wieder Sonderrechte herausnimmt. Übrigens, in meiner Kindheit hatte Gültigkeit „der Bürgermeister ist der Chef, er kann einfach sagen es wird gemacht…“. Das ist offensichtlich vorbei und damit ist heute in ’schland das Leben – nach meinen Beobachtungen – genau so wie im Urwald das Miteinander der Buschbewohner und den wilden Tieren.

  4. nOby am Januar 31st, 2026 4:50 p.m.

    Peking Chinesische Zeitung stuft Annalena Baerbock als „rechtsextrem“ ein

    Weil sie „ideologisch stark voreingenommen“ sei und ihren „Werten“ Vorrang vor Pragmatismus gebe, hat eine chinesische Zeitung Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) als rechtsextrem eingestuft.

    „Während Scholz kürzlich China besuchte und viele positive Vereinbarungen traf, waren die von den rechtsextremen Grünen kontrollierten deutschen Außen- und Wirtschaftsministerien mit der von Scholz geführten Sozialdemokratischen Partei, insbesondere zur China-Politik, uneins.“

    Mich würde mal interessiere wie das mit Burks und China aussieht? Ich glaube kaum das Peking den Burks kennt, aber wenn, wäre der dann aus der Sicht von Peking ebenfalls „rechtsextrem“?

    Das wurde bestimmt falsch übersetzt.

  5. admin am Januar 31st, 2026 9:17 p.m.

    Ich habe vier 12-Stunden-Tagschichten hintereinander, 7-19 Uhr.

  6. Godwin am Januar 31st, 2026 11:29 p.m.

    ich habe auch gerade ein wenig Freizeit
    und stieß bei Overton auf Lewis Mumford und die Idee der Megamaschine

    hab ein wenig DeepSeek ausgefragt und es kam ein interessanter Text heraus:

    Wir existieren in einer soziotechnischen Matrix, deren grundlegende Prämisse nicht mehr die offene Unterdrückung, sondern die perfekt orchestrierte Produktion von Freiheit als Kontrollmodus ist. Unsere Gegenwart ist das Ergebnis einer langen historischen Konvergenz, in der sich Mumfords Megamaschine, Foucaults Biomacht, Baudrillards Simulation und Bourdieus symbolische Gewalt zu einem neuen, fluiden Totalitarismus verbunden haben – einem Totalitarismus der Immanenz.

    Die Grundarchitektur: Das unsichtbare Gehäuse
    Max Weber sah das „stahlharte Gehäuse“ der rationalen Bürokratie voraus. Heute ist dieses Gehäuse transparent, algorithmisch und allumfassend geworden. Es ist kein Panoptikum mehr, das von einem Zentrum aus überwacht, sondern ein Omniptikum – ein System, in dem jede Handlung, jede Regung, jede Assoziation Daten generiert, die das System selbst nähren und verfeinern.

    Lewis Mumfords „Megamaschine“ hat ihren materiellen Körper abgelegt und ist ins Immaterielle migriert. Sie operiert nicht mehr primär durch physische Zwangsarbeit, sondern durch die subtile Organisation von Aufmerksamkeit, Begehren und Zeit. Die Pyramiden von Gizeh waren ihre steinernen Prototypen; die globalen Plattform-Ökonomien von Silicon Valley sind ihre entmaterialisierten, beschleunigten Vollendungen.

    Der psychische Motor: Vom disziplinierten zum erschöpften Selbst
    Michel Foucault beschrieb den Übergang von souveräner Macht („Mach sterben zu lassen“) zu Disziplinarmacht („Leben verwalten“). Wir haben heute die nächste Stufe erreicht: die Hyperdisziplin der Selbstoptimierung.

    Byung-Chul Hans „Leistungssubjekt“ ist kein Gehorsamssubjekt mehr. Es glaubt sich frei, während es sich bis zur Erschöpfung ausbeutet. Die Zwänge kommen nicht mehr als Gebote von außen („Du sollst!“), sondern als innere Imperative der Effizienz und des „Sich-Verwirklichens“ („Ich kann! Ich will! Ich muss mehr!“). Die Neurose des 20. Jahrhunderts, von äußerem Gesetz zerrissen zu sein, ist der Depression des 21. Jahrhunderts gewichen, der Ohnmacht unter der Last einer unendlichen, selbstauferlegten Möglichkeit.

    Pierre Bourdieus „Habitus“ und „symbolische Gewalt“ erklären, wie diese Imperative tief in unsere Körper und intuitiven Urteile eingeschrieben werden. Der gute Geschmack, das richtige „Mindset“, die korrekte Form der Selbstsorge – sie erscheinen als natürliche Wahl, sind aber das Ergebnis einer unsichtbaren Pädagogik der alltäglichen Umwelt.

    Das ökonomische Substrat: Spektakel und Bullshit
    Guy Debords „Gesellschaft des Spektakels“ war die prophetische Diagnose: „Alles, was einmal direkt gelebt wurde, entfremdet sich in eine Vorstellung.“ Die Ökonomie ist vollständig in die Ästhetik aufgegangen. Arbeit, Politik, Liebe, Protest – alles muss sich als medienwirksames Image inszenieren, um überhaupt noch soziale Wirklichkeit zu beanspruchen.

    David Graeber identifizierte die Konsequenz: die Explosion von „Bullshit-Jobs“. In einer Ökonomie, deren Kern zunehmend aus Finanzspekulation, Marketing und Verwaltung der Verwaltung besteht, werden Millionen damit beschäftigt, sinnentleerte Tätigkeiten zu verrichten, die selbst sie nicht für nötig halten. Es ist eine gigantische Beschäftigungstherapie für die Mittelschicht, um sie ruhig, beschäftigt und an die Lohnarbeit gekettet zu halten, während die strukturelle Sinnlosigkeit des Ganzen kaschiert wird.

    Das epistemologische Fundament: Die große Simulation
    Hier erreicht die Analyse mit Jean Baudrillard ihren Höhepunkt. Die Repräsentation hat die Realität nicht mehr nur verdrängt; sie hat sie liquidiert. Wir leben in einer „Hyperrealität“, einer Welt aus Modellen, die ohne Original funktionieren.

    Die politische Debatte ist ein inszeniertes „Polittalkshow“-Ritual. Der Krieg wird als „sauberer Krieg“ durch präzisionsgelenkte Bilder geführt, die den blutigen, chaotischen Körper verleugnen. Das Soziale ist eine Kuratierung von „Content“ auf Profilen, die mehr über das algorithmische Begehren des Systems aussagen als über die Person. Wie Baudrillard sagte: „Die Simulation bedroht den Unterschied zwischen dem ‚Wahren‘ und dem ‚Falschen‘, dem ‚Realen‘ und dem ‚Imaginären‘.“ In dieser Welt ist Orwells „Big Brother is watching you“ naiv geworden. Das Problem ist nicht mehr die Überwachung, sondern die ununterbrochene Produktion von uns selbst als beobachtbarem, messbarem Datensatz, den wir freiwillig generieren.

    Die technologische Logik: Die autonome Technik
    Jacques Ellul erkannte, dass die Technik („La Technique“) zu einem autonomen System geworden ist, das nach seinem eigenen, innersten Imperativ der Effizienz und des „immer mehr, immer schneller“ handelt. Sie ist kein Werkzeug mehr, das der Mensch benutzt; sie ist ein Milieu, das den Menschen benutzt und formt.

    Paul Virilios „Dromologie“ (Lehre von der Geschwindigkeit) zeigt die Konsequenz: Der reale Raum der Städte und Begegnungen wird durch den Echtzeit-Raum der Vernetzung ersetzt. Die Folge ist ein chronischer „Angstraum“ der permanenten Erreichbarkeit und der Angst, etwas zu verpassen. Das Terrarium ist nicht statisch; es ist ein Karussell, das sich mit zunehmender Geschwindigkeit dreht.

    Die dialektische Falle: Kritik als Treibstoff
    Der genialste und teuflischste Schachzug des Systems ist seine Immunität gegen klassische Kritik. Es verwertet den Widerstand.

    Marxistische Kapitalismuskritik? Wird zum ethischen Konsumlabel oder zum „woken“ Marketing der Konzerne.

    Foucaultsche Machtkritik? Wird zur individuellen Selbstoptimierungs-App, die unsere „Produktivität“ und „Achtsamkeit“ noch effizienter verwaltet.

    Kunst und Subkultur? Werden in kürzester Zeit von den Trendscouts der Kulturindustrie entdeckt, stylisiert und als nächste Kollektion verkauft.

    Das System funktioniert nicht durch Zensur, sondern durch überwältigende Inklusion. Es hat keinen Außenbereich mehr. Es ist, wie Peter Sloterdijk (ein weiterer passender Denker) es nannte, zur „Weltinnenraum“-Kugel geworden.

    Schlussfolgerung: Leben im Aquarium
    Die gemeinsame Theorie dieser Denker mündet in einer düster-eleganten Diagnose: Die Moderne hat ihren eigenen Mythos der Befreiung durch Rationalität und Technik in ihr genaues Gegenteil verkehrt.

    Wir schwimmen nicht mehr im offenen Meer der Geschichte, der Risiken und der existenziellen Freiheit. Wir schwimmen in einem perfekt klimatisierten, technoiden Aquarium. Die Wände sind unsichtbar, das Wasser ist sauber, das Futter fällt regelmäßig. Die Illusion der Bewegung, der Wahl, der Autonomie ist komplett. Aber der Ozean – mit seiner Unberechenbarkeit, seiner Gefahr, seiner wirklichen Tiefe und seinem wirklichen Leben – ist auf eine unüberwindliche Glaswand reduziert, die wir nur noch als leichten Widerstand spüren, wenn wir dagegenschwimmen.

    Der Ausweg, den diese Denker kollektiv andeuten, ist keine Rückkehr, sondern ein Durchbruch zu einem neuen, noch nicht denkbaren „Außen“. Er beginnt nicht mit dem lauten Aufstand, sondern mit der stille Praxis der Nicht-Teilnahme: der Weigerung, sich selbst zu vermarkten, der Weigerung, Geschwindigkeit mit Freiheit zu verwechseln, der Weigerung, im endlosen Spektakel der Simulation den eigenen Hunger nach Wirklichkeit zu vergessen. Es ist die Kunst, das Aquarium als Aquarium zu erkennen – und damit den ersten, stillen Schritt zur Infragestellung seiner unhinterfragten Natur zu tun.

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