Neapolitaner und andere Miszellen
– Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Der Neapolitanische Sextakkord oder kurz Neapolitaner ist ein alterierter Akkord. Der Quintton des Subdominantakkords wird durch den tiefalterierten Sextton ersetzt.
Ich hatte mir die berühmte Toccata und Fuge in D-Moll von Johann Sebastian Bach und fragte mich, warum das Motiv in der Popkultur beliebter ist als die „deutlich reifere C-Dur-Toccata„.
Ich verstehe nichts, obwohl ich nach Noten Klavierspielen kann. Ich bleibe besser bei der Onomatopoesie palim palim. (Wortschatzübung)
– „Schauspielerin verliert Hauptrolle wegen Pro-Israel-Video“, berichten die Qualitätsboulevardmedien in nicht ganz korrektem Deutsch. Gemeint ist die umwerfend gut aussehende Sarah Maria Sander.
Man sollte Ross und Reiter nennen, in diesem Fall vermutlich Reiter*&%_$§Innen. „Das Berliner Landgericht II für Zivilsachen untersagte der Produktionsfirma Soilfilms Media einstweilig, Teile einer Rolle weiter zu verfilmen oder zu veröffentlichen.“
Man könnte das jetzt genauer erforschen. „Einen Monat später habe ihr Co-Autor Rainer Begoihn ebenfalls Hauptdarsteller) in einem Telefongespräch erklärt, ihr Engagement schade dem Projekt. Festivals könnten den Film mit ihr nicht annehmen.“ Dieser Mann scheint ein ausgemachter Feigling zu sein – und ein Opportunist sin cojones dazu.
Die Sanders hat natürlich recht, wenn sie den sogenannten „Kulturschaffenden“ vorwirft: „Eure politische Haltung, euer Aktivismus ist nichts, es ist eine Show. Es ist Gratismut ohne Risiko, ohne Haltung.“
By the way und reprint: Nehmt dies, Kulturschaffende! „1933, als die Reichskulturkammer gegründet wurde, kam im Zusammenhang mit der Berichterstattung und mit öffentlichen Appellen plötzlich das Wort „Kulturschaffende“ auf. Es wurde von Leuten, die der Schaffung der Reichskulturkammer positiv gegenüberstanden, und von Künstlern und „Kulturschaffenden“, die ihre nationalsozialistische Gesinnung bekunden wollten, geprägt und benutzt – vorher ist es nicht nachweisbar.“
– Eine der vielen Folgen der Klima- und Erderwärmung: Es wird immer kälter. „Für die erste Februarwoche kündigt sich eine neue Störung des stratosphärischen Polarwirbels an, möglicherweise sogar ein starker Split oder gar eine viel zu frühe Auflösung. Dabei würde sich das Tiefdrucksystem in großer Höhe über dem Nordpol aufspalten und einem ungewöhnlich kräftigen Hoch über der Polarregion Platz machen. Eine Konstellation, die selten ist und die Chancen auf Wintereinbrüche am Boden auch in Europa deutlich erhöht.“ (Zitat aus der bürgerlichen Presse)
Jemand kommentierte auf Fratzenbuch: „Wetter ist eben nicht Klima“. Die Klimaerwärmung betrifft also nicht das Wetter, sondern nur die Temperaturen? Oder umgekehrt? Ich frage am besten die Genderbeauftragen beim DJV, die wissen das bestimmt.
Retro-Maßnahmen durchführen

von J. Frederick Smith (1917-2006)
Heute machen wir Retro.
Nehmt dies, Kulturschaffende! „1933, als die Reichskulturkammer gegründet wurde, kam im Zusammenhang mit der Berichterstattung und mit öffentlichen Appellen plötzlich das Wort „Kulturschaffende“ auf. Es wurde von Leuten, die der Schaffung der Reichskulturkammer positiv gegenüberstanden, und von Künstlern und „Kulturschaffenden“, die ihre nationalsozialistische Gesinnung bekunden wollten, geprägt und benutzt – vorher ist es nicht nachweisbar.“

By the way, DB SEV GmbH oder wer auch immer! Eure Werbung verdient eine Sonderbehandlung. Ja, ich weiß, Gendersprache und Nazisprache gehören rein emotional zusammen, da fehlt nur noch die „Israelkritik“. Was machen Eure werbenden Mädels eigentlich beruflich? Lesen die ständig Bertolt Brecht?
Nehmt dies von Wolf Schneider: durchführen. Bürokratendeutsch und Nazi-Wort, bei Reuters ausdrücklich verboten. Besser: vornehmen, verwirklichen, vollziehen; manchmal auch ausführen, durchsetzen, herbeiführen vollenden.

Aber danke! Ein Hinweis auf Brecht ist immer gut. „Das Stück endet mit einer grundsätzlichen Diskussion, wie weit die Revolution moralische Grundsätze verletzen darf, um Ausbeutung und Unterdrückung wirksam zu bekämpfen.“ Vielleicht würde Brecht, wenn er noch lebte, heute ein ähnliches Lehrstück schreiben: Darf man den Tod von Geiseln in Kauf nehmen, wenn man dadurch erreicht, dass die Hamas keinen Terror mehr verbreiten kann?
Bewegen und sammeln
Ein interessantes Interview mit Oskar Lafontaine hat die Osnabrücker Zeitung. (Wer denkt sich nur diese bescheuerten Überschriften aus? Die Riege der Querschreiber?)
Diejenigen, die über die Parteigrenzen hinaus wieder mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland wollen, müssten eine neue linke Sammlungsbewegung gründen. Diese Bewegung sollte nicht nur die klassischen Parteien, sondern auch Gewerkschafter, Sozialverbände, Wissenschaftler, Kulturschaffende und andere umfassen.
Nein, ich stimme mit Lafontaine nicht überein. Wenn die „Linke“ nicht in der Lage ist, eine Lobby der Arbeiterklasse zu sein, macht sie etwas falsch. Diese Selbstkritik liefert Lafontaine nicht.
Mein Ziel war es immer, den gemeinsam erarbeiteten Wohlstand gerecht zu verteilen.
So sind sie, die Sozis. Das System nicht in Frage stellen, nur anders verteilen. Ich habe mit der herrschenden Klasse nichts „gemeinsam erarbeitet“.



















