Grüner Daumen
Ich habe gerade ein Foto von mir gefunden (1954), das vielleicht erklärt, warum ich – nach Aussage einer Ex (leider!)-Loverin – einen so genannten „grünen Daumen“ habe: Ich mochte Pflanzen schon immer. Vielleicht habe ich deshalb einen so ruhigen Geist (har har).
Wüstenkrieger
Ich drehte mich um, als ich das Klicken der Kamera hörte. #roleplay #fantasy #tahari #norman #gor #kaffiyeh #agal
The man, rare in Port Kar, wore the kaffiyeh and agal. The kaffiyeh is a squarish scarf, folded over into a triangle, and placed over the head, two points at the side of the shoulders, one in back to protect the back of the neck. It is bound to the head by several loops of cord, the agal. The cording indicates tribe and district. (John Norman: Tribesman of Gor)
Shvarts [Update]
Auch die BVG haben das Wort „Schwarzfahren“ aus der internen und externen Kommunikation verbannt, um nicht in Rassismus-Verdacht zu geraten, nachdem der rot-grüne Berliner Senat im September 2020 ein sogenanntes „Diversity-Programm“ beschlossen hatte.
Ich sehe schwarz für die geistige Gesundheit der Bürger. Aber ich will keine Schwarzmalerei betreiben. Ich würde aber zu gern denjenigen mal in die Augen sehen, die derartigen Unfug beschließen und die psychiatrisch untersuchen lassen.
Der Sprachwissenschaftler Eric Fuß sagte der Münchner Abendzeitung, dass der Ausdruck von dem jiddischen Wort „shvarts“ (Armut) komme. Es bezeichnet also Menschen, die zu arm sind, um sich ein Ticket zu kaufen – und keine Dunkelhäutigen.
[Update] Schnell noch Schwarzwurzelgemüse kochen, bevor das verboten wird. #diversity
Studiert die Werke des [bitte selbst aufüllen], hört auf seine Worte und handelt nach seinen Weisungen!
Kurze Durchsage: Ich habe geplant, ab jetzt schneller zu lesen.
Nudis corporibus oder: Orgien, wir wollen Orgien!

Nero selbst veranstaltete, um den Glauben zu erwecken, nirgendwo anders empfinde er ebenso viel Freude, auf öffentlichen Plätzen Gelage und benutzte die ganze Stadt gleichsam als sein Haus. Am berühmtesten wurde durch seine vielberedete Üppigkeit ein Gastmahl, das Tigellinus in Szene setze und das ich als Beispiel aufführen will, um nicht allzu oft von derselben Verschwendung erzählen zu müssen.
Er ließ also auf dem See Agrippa ein Floß bauen, auf dem das Gelage angerichtet war und das von anderen Schiffen gezogen werden konnte. Die Schiffe waren mit Gold und Elfenbein geziert; Ruderer waren Lustknaben, die man entsprechend ihrem Alter und ihrer sexuellen Erfahrung verteilte.
Geflügel und Wild hatte er aus entlegenen Ländern, Meerestiere bis vom Ozean kommen lassen. An den Ufern des Sees standen Bordelle voller vornehmer Frauen, und gegenüber ließen sich Dirnen mit nacktem Körper blicken. Schon sah man unzüchtige Gebärden und Bewegungen; und als die Dunkelheit hereinbrach, hallten der ganze Hain daneben und die umliegenden Häuser vom Gesang und erstrahlen im Lichterglanz.
Er selbst, durch erlaubte und unerlaubte Ausschweifungen zum Abschau geworden, hatte keine Schandtat ausgelassen, mit der er noch größere Verdorbenheit hätte an den Tag legen können, nur daß er wenige Tage später einen aus jener Schar der Lustknaben – sein Name war Pythagoras – nach der Art der feierlichen Eheschließung heiratete.
(Publius Cornelius Tacitus: Annalen Buch XV, 37ff.)
Man weiß, dass die Römer – hier die herrschende Klasse – beim Thema Sex nichts haben anbrennen lassen. Amüsant ist es natürlich sich vorzustellen, wie die Übersetzer im 19. und auch im 20. Jahrhundert beim Lesen ins Schwitzen gekommen sind. Die Kunst kriegt sich beim Thema Orgien gar nicht mehr ein; nur sind die „interessanten“ Details bei Gemälden immer weggelassen worden oder die Personen mehr angezogen, als sie vermutlich damals waren. Ich habe auch die obigen Textpassage nirgendwo online übersetzt gefunden.

Un puente – no es tan peligroso
Das Foto habe ich 1984 gemacht – von der Ladefläche eines LKW aus – auf einer der damals gefährlichsten Straßen (Teil der Interoceanica Sur) der Welt. [Vgl. auch On the road again (07.10.2020), Interoceanica, revisited (21.01.2020) und On the Road (22.11.2018)]
Doktrin oder Methode?
„Aber die ganze Auffassungsweise von Marx ist nicht eine Doktrin, sondern eine Methode. Sie gibt keine fertigen Dogmen, sondern Anhaltspunkte zu weiterer Untersuchung und die Methode für diese Untersuchung.“ (Friedrich Engels: Brief an Werner Sombart, 11.März 1895)
Durfte Engels eigentlich in der DDR gelesen werden? Frage für einen Freund.
Unter slutshamenden Ableisten oder: Neues von der Volksfront von Judäa

Linksidentitäre Honks und Honkinnen (Symbolbild)
Thomas Konicz, den ich als Autor schätze, liegt mit Telepolis im Clinch. Du meine Güte…
Neuber, der neue Chefredakteur, ist meines Erachtens Teil eines Linkspartei-Rackets um Wagenknecht, Dehm & co., das den Laden übernimmt, ihn von radikaler Kritik säubert und langsam auf eine opportunistische und rechtsoffen-populistische Wagenknecht-Linie bringt.
Mehr muss man nicht lesen. (Was bedeutet eigentlich „Racket“? Welcher Jargon welchen Milieus ist das? Linksidentitäre Sprachesoteriker?)
Blaue Bagger, faule Spree und noch mehr

Die Spree bei Sophienwerder, nach Osten fotografiert
Die Weltläufte und dergleichen: Irgendwie passiert nichts von Belang.
Jemand fordert einen Gesinnungstest für Journalisten der ARD. Bin ich klar dafür. Wer nicht mindestens eine halbe Stunde frei über das „Kapital“ von Marx referieren kann, darf kein Journalist werden oder sein. Ersatzweise geht auch „Lohn, Preis und Profit„.

Industrieruine in Strelow, an der Mündung der Spree in die Havel
Die Hölle friert ein In der Taz finden wir etwas über „Symbolkämpfe in der Sackgasse“: „Die Idee, mit dem Gendersternchen eine diskriminierungsfreie Gesellschaft zu erzwingen, ist gescheitert. Die Gendersprache schließt zu viele aus.“
Das wird die linksidentitären Sprachesoterikerglottisschlaginnen aber nicht erschüttern. „Gegenderte“ Sprache ist nur ein Vorwand, um sich „nach unten“ abzugrenzen und sich moralisch besser zu fühlen – ohne Rücksicht auf Verluste. Aber das sagte ich vermutlich schon. „Dazu passt, dass die treibenden Kräfte vor allem an Universitäten und in Behörden zu finden sind. Sie geben Leitfäden zur geschlechtergerechten, diskriminierungsfreien Sprache heraus, die einen angemessenen Umgang empfehlen, in der Konsequenz aber aufgrund ihrer Vormachtstellung anordnen…“ Es geht um die Macht der Mittelklassen.
Sachlich und sehr informativ auf Telepolis: „Man sollte die Fähigkeiten der KP Chinas nicht unterschätzen“. De facto eine Vorschau, was wir hier (Tonfall: drohend) noch diskutieren müssen.
„Offiziell heißt es heute in den Geschichtsbüchern, dass China vor 1949 ein „halbfeudales“ und „halbkoloniales“ Land war.“ Das bedeutet: Sie wissen es nicht und drücken sich vor der Analyse. Damals hat die KP Chinas einfach den Unsinn und das schablonenhafte Geschichtsbild übernommen, den Stalin allen aufgezwungen hatte. Wenn ich keine Ahnung habe, wie ein Ding oder ein Etwas zu definieren sei, sagte ich einfach irgendetwas und setze „halb“ davor. Dann ist es halb wahr oder halb falsch.

Der Bagger bzw. Kran gehört vermutlich zum Heizkraftwerk Reuter West
Schöne Schlagzeile im Guardian: „Why most people who now die with Covid in England have had a vaccination“. Das Deutsche kann ein Wort dafür zusammenstückeln: aufmerksamkeitsheischend.
Lieder hinter der Paywall der Welt – ein Interview mit dem „Risikoforscher“ Gerd Gigerenzer (warum schreiben die nicht einfach „Psychologe“?). „Gigerenzer arbeitet über begrenzte Rationalität, Heuristiken und effiziente Entscheidungsbäume, das heißt über die Frage, wie man rationale Entscheidungen treffen kann, wenn Zeit und Information begrenzt und die Zukunft ungewiss ist (siehe auch Entscheidung unter Ungewissheit).“ Hört sich spannend an. Zu Beginn der aktuellen Pandemie lag er total falsch und hat seine Meinung geändert.
Gigerenzer: Man vertraut beispielsweise in das, was aus dem eigenen Land kommt. Eine Umfrage zeigte, dass die meisten Deutschen das größte Vertrauen in den Impfstoff von Biontech haben und weit dahinter in Moderna, das ja aus den USA kommt. Die meisten Amerikaner haben das größte Vertrauen in Moderna und Pfizer und die Briten in das Vakzin von AstraZeneca, das in Oxford entwickelt wurde. Und die Franzosen haben am wenigsten Vertrauen in alle diese Impfstoffe.

Abrissarbeiten auf Sophienwerder
Ukrainische Soldatinnen [sic] sehen jetzt furchterregend aus. Putin schlottert schon.

Faule Spree, ein Landschaftsschutzgebiet
RBB: „Betrügerische Netzwerke in der privaten Sicherheitsbranche verdienen bei der Bewachung von Berliner Flüchtlingsunterkünften viel Geld. Die Spuren führen in die organisierte Kriminalität und ins Clanmilieu.“
Das wundert niemanden, der sich in der Branche auskennt. Man sollte eher fragen, warum die so genannte öffentliche Hand dann immer die billigsten Angebote bei Ausschreibungen nehmen muss, statt auf Qualität zu achten? Anspruchsvolle Auftraggeber verlangen inoffiziell schon, dass die Sicherheitsfirma keine „Schwarzköpfe“ (Original-Zitat) schickt, sie wollen also weder türkischstämmige Sicherheitsmitarbeiter und auch keine Araber. Deren Arbeits“ethos“ in oft ganz anders. Ganz einfache Statistik, da hilft auch kein Drumherumreden oder Verschweigen.

Die Rudolf-Wissell-Brücke, die abgerissen werden soll, kurz vor der Schleuse Charlottenburg, bei der ich kehrtmachte und zurückpaddelte.
Blanco
Ich weiß (sic), was ich heute getan habe.
VV, virtuell
Vollversammlung („out of character) auf der Wüsten-Sim Teehra in Second Life.
Wenn ich „Vollversammlung“ höre, muss ich an die zahllosen „VVs“ an der FU Berlin denken, Ende der 70-er. Immer interessant, meistens full action. Wir, die maoistischen Sekten, haben uns immer minutiös inhaltlich vorbereitet, und es war immer umsonst, weil irgendjemand – meistens eine attraktive Frau – aufstand und sagte, die K-Gruppen wollten eh alles unterwandern und sie hätte da „spontan“ einen ganz anderen Vorschlag (der meistens positiv beschieden wurde).
Man lernt a) Rhetorik und b) Gruppendynamik. Nützliches auch für das Partei- und Vereinswesen. I love it, auch die Metatheorie derselben.
Cusco, visitado de nuevo
Cusco, Peru, Blick auf den Plaza de Armas. Geradeaus, also auf der östlichen Seite des Platzes, die Iglesia de la Compañía de Jesús, links die Kathedrale.
Ich kriege nicht heraus, von wo aus ich das Foto Ende Juli 1984 gemacht habe, da die Autos von Google natürlich nicht Treppen steigen können. Ich vermute, dass ich in der Calle Ccoricalle war, westlich der Suecia.
Aus meinem Reisetagebuch:
Wir besichtigen [nach der Rückkehr von Machu Picchu] fast nichts mehr. Das archäologische Museum ist ständig wegen Personalstreiks geschlossen. Gestern verübte auf der Straße zum Markt ein ungeschickter ladrón ein Shampoo-Attentat auf mein Hemd, wohl um meine vermeintliche Verwirrung zu einem kleinen Raub oder Taschendiebstahl auszunutzen, was zum Glück nicht gelang [weil er das Shampoo auf mein Hemd statt in meine Augen spritzte – ich bin für peruanische Diebe zu groß].
Die Abende verbringen wir zumeist in einem der Restaurants in der Procuradores, die da sind: Comida de Dioses – einmal und nie wieder [gibt es nicht mehr]. Kukuly [ist heute offenbar eine Pizzeria], teuer, aber ganz nett, am besten natürlich die Pizzeria [ist heute Mia Pizza, war 1979 die einzige Kneipe, in der sich Touristen trafen, 1984 gab es schon mehrere], deren größter Teil der Gerichte auf der Speisekarte aus dem Ursprungslokal El Corsario [gibt es nicht mehr] herbeitransportiert werden muss. Unten [an der Plaza] hat ein neues Lokal eröffnet unter deutscher Leitung, es gibt Bob Marley und den neuesten „Spiegel“. (…)
Abends spät gehen wir ins Varayoq [oder Varayoc] oder ins Las Violinas, eigentlich die beste Bar, nur ziemlich voll und gestört von besoffenen peruanischen Machos, die um jeden Preis eine Gringa abschleppen wollen…
Damen mit Mohr im Schwimmbad
Jean-Léon Gérôme: La Piscine du harem, 1876 (Heremitage). SCNR
拨乱反正 / 撥亂反正
Meine Glückwünsche zum 100sten Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas! Das Datum von heute ist relativ frei erfunden, und Mao war nicht dabei. (Man beachte auch die Frauenquote bei den wichtigen Parteisekretären.) (Übrigens wurde die KKE, die sich heute antisemitische Positionen zu eigen macht, schon 1918 gegründet.)
Wenn sich jetzt alle wieder abgeregt haben: Das wird – o Graus! – hier noch ein wichtiges Thema werden. Was ist und zu welchem Ende studieren wir den Zhōngguó tèsè shèhuìzhǔyì – oder ist das ein Etikettenschwindel wie so vieles? Und müssen wir dazu tatsächlich (überflüssiges Füllwort!) die ganze Weltgeschichte durchnehmen, inklusive die APW, das antike Rom und den Feudalismus?
Leider ja. Vor allem deswegen, weil die KP Chinas ihre eigene und die chinesische Geschichte immer in ihrem Sinn umgeschrieben hat, ohne Rücksicht auf historische Fakten, und weil die Frage, ob man die aktuelle Gesellschaftsform marxistisch interpretieren dürfe, ob es also Klassenkampf gebe und vor allem, wer gegen wen kämpfe, in China weder gestellt noch beantwortet werden darf, wir das also selbst machen müssen, um einigermaßen einschätzen zu können, wie die Zukunft aussehen wird wo es langgehen wird (gesetzt die These, es gebe historische Gesetze, analog zu denen der Naturwissenschaften) (Der Satz ist zu lang.).
Aufgenommen in meiner Wohnung in Berlin-Schöneberg 1976. Der Kater hieß übrigens Salami. Damals wohnte ich am Willmanndamm am Kleistpark (die Wohnung hatte mir ein Mitglied der KPD/ML überlassen, obwohl wir eigentlich politisch verfeindet waren, vgl. Volksfront von Judäa vs. Judäische Volksfront usw.).
Astrazenaca die Zweite
Delta kann kommen.
Kunstharzlack, nicht?
Wohlthätig ist des Mundes Macht,
Wenn sein Besitzer ihn bewacht,
Denn was er redet, was er spricht,
Oft ist’s was Kluges, oft auch nicht.
Jetzt muss ich die hier mitlesenden Maler, Lackierer und Anstreicher fragen. Die Situation: ein schon mit weißem Lack mehrfach gestrichener Holzdielenfußboden bedarf eines Updates, da sich das Weiß schon ins Grau-Gelbliche zu verfärben beginnt und das Arrangement zahlreiche Macken und Kratzer hat, hervorgerufen und verursacht durch Füße, Schuhe oder andere Accessoires dort hausender junger Damen mit nur geringer oder gar nicht vorhandener Kompetenz in Sachen Sauberkeit, Ordnung und häuslicher Ästhetik, welchselbige man auf den ersten Blick nicht bemerkt.
Denn wo das Flüss’ge mit dem Weißen,
Wo Kunstharz sich und Hölzer paarten,
Das mag man dann gern farbig heißen;
Drum prüfe, eh’ die Zeit dahin ist,
Ob in dem Topf auch Farbe drin ist‘,
Sonst weiß man deinem Werk nicht Dank.
Jetzt lese ich mit Schrecken auf dem Lacktopf: „Nicht mit Kunstharzlacken überstreichen“! Ich wollte aber als SahneLackhäubchen, wenn alles wieder glänzt, noch Klarlack drüberpinseln (wenn ich mich recht erinnere, empfahl dieses auch das hiesige Publikum). Ist denn der erworbene Klarlack ein Kunstharzlack? Und was passiert, wenn doch? Explodiert dann das Zimmer? Oder sollte ich es lassen?
Zum Werke, das wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten,
Dann fließt die Arbeit munter fort.
So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
Was durch die schwache Kraft entspringt;
Den schlechten Mann muß man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.
Alles geil
Kreuzbergs Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann auf der Suche nach einem deutschen Adjektiv: „Es war eine geile Zeit, sie war hart, sie war aufregend – und es hat sich gelohnt… Sie drucken das ja, oder? Dann machen Sie aus „geil“ vielleicht „cool“.“ (Tagesspiegel)
Hohes Bett
Nur mal so zwischendurch: Ich hatte das Hochbett in meinem Gästezimmer bisher nur im Dunkeln vorgestellt und Details im Bau (vgl. auch unten, 2017). Hier also in Gänze – to whom it may concern. Den Fußboden werden ich in der nächsten Woche noch einmal streichen und versiegeln.
Instagram oder Twitter?
Junge Indianerin, auf Instagram postend. Es könnte auch Twitter sein – das ist aus dieser Perspektive nicht zu erkennen. (Erastus Dow Palmer, erschaffen 1855–56, Metropolitan Museum of Art)
Ut adsolet in amore et ira oder: Yellow Press, retro-style

Zur gleichen Zeit erkaufte sich der Volkstribun Octavius Sagitta, vor Liebe zu Pontia, einer verheirateten Frau, von Sinnen, mit außerordentlichen Geschenken den Ehebruch und später die Scheinung von ihrem Gatten, indem er ihr die Ehe versprach und die Heirat mit ihr verabredete.

Aber sobald die Frau frei war, erfand sie hinhaltende Ausflüchte, schützte die ablehnende Willenäußerung ihres Vaters vor, und als sie entdeckte, daß sie Hoffnung auf einen reicheren Gatten habe, sagte sie sich von ihren Versprechungen los. Octavius versucht es bald mit Klagen, bald mit Drohungen, wobei er beteuerte, sein Ruf sei vernichtet, sein Vermögen erschöpft, und schließlich die Entscheidung über sein Leben, das einzige, was ihm noch geblieben war, ihr überließ. Und als er abgewiesen wurde, verlangte er zum Trost eine einzige Nacht, um, durch sie entschädigt, für die Zukunft Maß halten zu können.

Man setzt die Nacht fest, und Pontia überträgt einer vertrauten Dienerin die Wache vor dem Schlafgemach. Jener erscheint mit einem Freigelassenen und bringt im Gewand versteckt einen Dolch mit. Jetzt kommt es, wie das üblich ist, wenn Liebe und Zorn im Spiel sind, zu Zänkereien und Bitten, zu Vorwurf und Versöhnung, und ein Teil der Nacht bleibt dem Liebesgenuß vorbehalten; durch ihn gleichsam in leidenschaftliche Erregung versetzt, durchbohrt er die Frau, die sich dessen in keiner Weise versieht, mit dem Dolch, verjagt die herbeieilende Dienerin mit einem Hieb und stürzt aus dem Schlafgemach.

Am folgenden Tag wurde der Mord offenbar, und kein Zweifel bestand über den Mörder; denn er wurde überführt, sich bei ihr aufgehalten zu haben. Doch der Freigelassene bekannte, seine Tat sei es, er habe die Kränkungen seines Patrons gerächt; und er hatte manche durch die Größe seiner beispielhaften Tat beeindruckt, bis die Dienerin, von der Verwundung wiederhergestellt, die Wahrheit ans Licht brachte. So wurde er vom Vater der Getöteten vor das Gericht der Konsuln gefordert und, nachdem er das Tribunat niedergelegt hatte, durch den Spruch der Väter nach dem Gesetz über Meuchelmord verurteilt. [Deportation und Vermögenseinziehung, aus Publius Cornelius Tacitus: Annalen Buch XIII, 44-45)

Ich musste doch mehrfach schmunzeln. Tacitus wird beim Verfassen seines Werk ungefähr in meinem Alter gewesen sein. Ich stelle ihn mir grumpy vor, mit einer hochgezogenen Augenbraue auf die Weltläufte blickend und verächtlich über das Gekeif und Gekreische urteilen. Der Klatsch, den er hier verbreitet, ist zeitlos – man kann sich das Drama – „wenn Liebe und Zorn im Spiel sind“ [ut adsolet in amore et ira]- lebhaft vorstellen.







































