Zweite Vorrede zu den Gems
Die geplante Tour morgen in die Umgebung von Gaza fällt aus bzw. wird verschoben, vermutlich auf den letzten Tag meiner Reise.
Noch einmal zur allgemeinen Stimmung. In der Altstadt knirscht es auch symbolisch zwischen Juden und Arabern, weil einige heilige jüdischen Stätten mitten im Araberviertel sind. Und dort stehen dann die riesigen siebenarmigen Leuchter und flattern die israelischen Fahnen möglichst so, dass es kein Araber übersehen kann.
Mir wurde gesagt, dass das arabische Viertel als für Juden gefährlich gilt. Nur jetzt während der Feiertage war auch das muslimische Viertel voll jüdischer Strenggläubiger. Und dann wieder die jüdischen Ultras, die mit einem kleinen Auto durch die schmalen Gassen bretterten und religiöse Propaganda per Lautsprecher ertönen ließen. Ich stand neben einem älteren Araber, der grinsend den Kopf schüttelte. Zu Fuß hätten sie sich das vermutlich nicht getraut.
Während man sich darüber Gedanken macht, steht man plötzlich vor einem Schild, das einen darauf hinweist, man gehe gerade über eine Straße, die von dem Römern vor rund 2000 Jahren angelegt wurde.
Ja, gefährlich ist es vermutlich nicht, oder nicht immer. Aber das weiß man eben nicht genau in Jerusalem. Es kann immer alles passieren.
Vorrede zu den Gems
Am 07.09.25 schrieb ich: „Ich lasse mich übrigens im Oktober von Noam Chen in Jerusalem herumführen (…) Wir werden auch gemeinsam nach Me’a Sche’arim gehen.“
Das geschah heute. Die Tour heisst Hidden Gems, also die verborgenen Schätze von Jerusalem – Orte, die normalerweise kein Tourist besucht (weil er sie gar nicht findet). Was genau, entscheidet der Kunde. Ich hatte von Noam eine Liste bekommen und suchte mir einige aus. Die Führung ist nicht billig, aber es ist es wert. Sie dauerte vier Stunden.
Ich war aber heute insgesamt zehn Stunden auf den Beinen und habe soviel gesehen und erlebt, dass ich ich nicht weiß, wie weit ich heute komme. Zwischendurch musste ich auch noch nach Tel Aviv und zurück.
Warum der Supermarkt? Ich hatte auf Reisen immer das Gefühl, ich sei erst dann richtig „angekommen“, wenn ich etwas in einem normalen Supermarkt eingekauft habe – wie heute Shampoo.
Jerusalem ist immer noch proppevoll, weil Sukkot gefeiert wird. Zwischendurch, als wir gerade losmarschierten, wurde die Altstadt sogar wegen Überfüllung geschlossen – aber mein Guide (um das Wort Führer zu vermeiden) kannte natürlich einen „Nebeneingang“, und der Polizist, der ihn bewachte, wurde überredet, uns vorbeizulassen.
Ich hatte mich eine Stunde vorher schon an das Jaffa-Tor gesetzt, um die Leute zu beobachten. Die Kombination aus Knarre, Bekishe und Shtreimel ist schon schrill, obwohl die selten vorkommt. Recht oft aber der klassische orthodoxe Hut mit weißem Hemd und Karabiner oder Pistole. Mir wurde gesagt, das sei erst seit dem Terroranschlag der Hamas vor zwei Jahren so.
Die Stimmung, das fühlt man, ist irgendwie erleichtert, aber noch angespannt, als erwarte man ein großes Ereignis. Man sagt, morgen sei jeder, der Beine hat, in Tel Aviv auf der Straße. Und Trump soll eine Rede vor der Knesset halten. Es wäre kein Durchkommen, und man sollte besser nicht dahin fahren.
Ich bin also nach der Führung noch schnell in den Zug nach Tel Aviv gesprungen und habe aus dem Hotel die Sache geholt, die ich vergessen hatte, und bin jede Menge Lokalbusse gefahren. Das Viertel Shapira nördlich und südlich der Levinski – „home to a large community of migrants and foreign workers“ – sieht gefährlich aus, ist es aber wohl nicht.
Ich bin da durchgelaufen, aber es ist nicht anders als rund um den LaGuardia Interchange. In Lateinamerika würde ich bei solchen Gegenden on alert sein. In Israel ist das nicht nötig.
Ich habe für die Strecke Jerusalem – Hotel am Strand von Tel Aviv – und zurück nur gut drei Stunden gebraucht.
Als ich wieder am Hauptbahnhof Yits’hak Navon ankam, war es schon dunkel und alles so voll, dass man kaum die Rolltreppen hochkam. Das ist wirklich ein fröhliches Feiervölkchen hier. Die Leute haben gesungen, und als eine der vier Rolltreppen ausfiel, gab es ein großes Hallo und man feuerte die, die jetzt hochsteigen mussten, an.
Die Straßenbahn war so überfüllt, dass noch nicht einmal ein Kind mehr hineingepasst hätte. Ich musste eine fahren lassen, weil es aussichtslos gewesen wäre, sich da noch zwischenzuquetschen. Aber die Tram auf der Jaffa Road kommt fast im Fünf-Minuten-Takt.
Auch alle Cafés und Restaurants waren überfüllt, zusätzlich noch die stilisierten „Laubhütten“, die man überall aufgebaut hatte. Die Tram hupte und bimmelte vor sich hin, und die Polizei fuhr auf und ab, um die Fahrbahn zu sichern.
Ich habe bei Alma noch eine gewohnt superleckere Suppe gegessen und mich mit einem älteren Ehepaar unterhalten. Sie wunderten sich, dass ich vor zwei Jahren nicht wie alle anderen abgereist bin. Ich meinte, die Israelis hätten doch auch nicht flüchten können vor dem Krieg. Die Antwort war: „But we are used to it.“ Das ist eine Antwort, die man so wohl nur in Israel bekommt.
Was irgendwann noch kommt: Etzel-Museum Tel Aviv, Israel Museum Jerusalem usw.
Alles sicher, auch im Dunklen
Sagte ich schon, dass ich mir hier sicher fühle?
Soeben habe ich ein kleines selbst verschuldeten Abenteuer hinter mir. Ich komme mir total blöd vor. Ich hatte seit dem Frühstück nichts gegessen und Hunger, es war schon dunkel und alles noch geschlossen oder schon wieder. Also zum arabischen Späti in der Altstadt. Jemand sagte mir, nachdem ich schon kreuz und quer abgebogen war: Zweite Straße rechts, womit die engen und manchmal krummen Gassen gemeint war. Ich fand den Laden sogar.
Ich aß, trank und ging aufs Geratewohl mit den orthodoxen Massen, die irgendwohin eilten. Und siehe, ich war plötzlich an der Klagemauer. Und siehe auch, ich hatte meinen kleinen Rucksack im Späti vergessen. Also zurück, aber wohin?
Wer einmal in der Altstadt von Jerusalem war, weiß, dass es so gut wie aussichtslos ist, etwas zu finden. Dieses Gewirr von Gassen mit mehreren Stockwerken ist einfach undurchschaubar, und Google wird ziemlich vage. Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe den Späti, der gerade schließen wollte, und den Rucksack dennoch gefunden.
An der Klagemauer war die Hölle los. Selbst für jemanden, der weder religiös noch jüdisch ist, ist der Anblick faszinierend. (Instagram-Video) Und dann ertönte noch der Muezzin, weniger später bimmelten Kirchenglocken von irgendwo her.
Diese Stadt ist einfach magisch. Ein anderes Wort fällt mir nicht ein. Nur das alte Prag und Cusco können da mithalten, aber Jerusalem ist fast viertausend Jahre alt. Nur Damaskus ist ähnlich lange besiedelt, aber der Araber sind nicht so geschichtsbewusst wie Juden.
Ich unternahm noch eine kleine Nachtwanderung am Zionstor vorbei und verlief mich prompt wieder, trotz Google.
Irgendwann nahm ich das Handy nicht mehr aus der Hand und landete irgendwie im armenischen Viertel, das ich mittlerweile ganz gut kenne – es ist auch das kleinste.
Am Jaffa-Tor war es immer noch voll, und auch Busse und Straßenbahnen fuhren wieder, weil bei Dunkelheit der Schabbat am Samstag vorbei ist.
Morgen gehe ich, wie schon geschrieben, mit einem persönlichen Guide durch die Altstadt, also alles sicher.
So weit die Füße tragen

Nähe Jaffa-Tor, Jerusalem – man beachte, was der Mann hinten im Gürtel trägt.
Das Frühstück im Post Hotel ist lustig. Das soll wohl eine Bonsai-Schakschuka sein. Schmeckte aber nicht schlecht.
Übrigens: Das Hotel ist zwar unschlagbar günstig und fünf Minuten von der Altstadt gelegen, aber nicht sauber. Eher das Gegenteil. In dem Bad meines 10-Betten-Zimmers hängen die Armaturen aus der Wand, die Waschbecken sind schmutzig.
Vielleicht wird von den Gästen, die selbst kochen dürfen, auch erwartet, dass sie das Hotel putzen. Männer und Frauen schlafen nicht getrennt. Ich habe jetzt zwei nervige ältere deutsche südafrikanische Damen im Zimmer, die mit riesigen Koffern reisen, die sie kaum heben können, und ziemlich hilflos in allen Dingen sind.

Ich finde den Baustil der älteren Häuser sehr schön, der Sandstein ist nicht so langweilig wie Beton.
Ich bin heute zum Israel Museum gewandert – rund eine Stunde Fußweg. Heute ist es brüllend heiß, und ich war über jeden Schatten dankbar. Google war ziemlich ungenau, und ich bin in der Nähe der Knesset ein paar Mal im Zickzack und im Kreis gelaufen.


Manchmal leitet Google einen über Stock und Stein und durch schmale Gäßchen und hier über Treppen, aber es war fast immer richtig.
Wie ich schon mehrfach schrieb: Die Israelis können Museum. Ohne Guide und Plan verläuft man sich. Darüber schreibe ich aber nicht jetzt. Ich habe rund 70 Fotos gemacht, die ich zunächst sortieren muss.

Im Hintergrund der YMCA-Turm. Da muss ich noch hin.
Unterwegs sprach mich eine sehr junge Frau an, die sehr orthodox aussah. Sie hatte wohl gemerkt, dass ich auf mein Handy sah, und fragte, als ich ihr Hebräisch nicht verstand, nach einem Ort, den ich auch in Englisch nicht identifiziere konnte. Da mein Smartphone auch eine hebräische Tastatur hat, schlug ich ihr vor, sie sollte auf Google Maps einfach das eintippen, was sie suchte. Sie antwortete, sie dürfe am Schabbat nicht schreiben. Irgendwie habe wir es dann aber doch hingekriegt.
Der Rückweg wurde dann recht anstrengend. Ich wollte eigentlich zum Eingang der City of David und zum Teich Siloah, aber Google leitete mich total in die Irre und zeigte das Gesuchte auch nicht richtig an. (Ich habe es immer noch nicht gefunden.) Ich bin irgendwie im Tal die Sambuski Road entlanggelaufen und musste plötzlich unzählige Treppen steigen, die mich total schlauchten. Ich kam irgendwie am Grab Davids an, was ich aber nicht besuchte, weil das garantiert Fake News sind, und stand endlich vor dem Zion Gate, was ich erkannte.
Jetzt muss ich aber Nahrung suchen.


im Sovev Homot Yerushalayim (Park) südlich der Stadtmauer Jerusalems und westlich des Kidron-Tals
Smotrichs Ultras
Ja, am Anfang muss ein Foto stehen, auf dem jemand dem Publikum in die Augen sieht oder so ähnlich, um Aufmerksamkeit zu erheischen.
Ich bin also heute mit der Bahn nach Jerusalem, bekam aber zwischendurch einen Anruf des Hotels, ich habe etwas dort vergessen. Ich muss am Montag noch mal dahin, aber Israel ist ein kleines Land – von Jerusalem nach Tel Aviv ist wie Dortmund – Münster. Und der Zug brettert wie sonst was…
Nur die Lokalbusse nicht immer: Ich nahm in Tel Aviv den Bus 238, weil der zum La Guardia Interchange fuhr. Nördlich der Levinski verfuhr sich der Busfahrer, weil er vergaß abzubiegen, aber ein halbes Dutzend ortkundiger Fahrgäste lotste ihn lautstark durch die vielen engen Einbahnstraßen auf die richtige Strecke. Ich habe mich amüsiert, weil ich nicht unter Zeitdruck war.

La Guardia Interchange Station von Israel Railways
Der Zug – wie vermutlich die anderen auch – war brechend voll. Ich war plötzlich umringt von Soldaten in Kampfuniform, die alle ihre Gewehre vor der Brust baumeln hatten, auch mit mehreren Magazinen Munition. Ich fühlte mich ziemlich sicher, traute mich aber nicht, sie um ein Gruppenfoto zu bitten.
Endlich ergatterte ich doch einen Sitzplatz, vermutlich weil ich weniger höflich als Israelis bin: Ein korpulenter Kerl, der aussah wie Dennis Nedry, hämmerte auf die Tastatur seines Laptops ein, blockierte mit einem riesigen Koffer noch einen Sitz, und einen dritten mit verkabelten Devices. Ich quetsche mich dahin und balancierte meinen nicht sehr kleinen Rucksack auf den Knien, während die Reisenden mit den Augen rollten, weil sie über das Verhalten des offensichtlichen Nerds nicht beglückt waren.

Bahnstrecke Tel Aviv – Jerusalem, kurz vor dem Tunnel
Irgendwann – kurz vor dem Flughafen – fing er an, seinen Kram zusammenzupacken und lachte plötzlich los, als er mein T-Shirt sah. Ich fragte ihn, ob er wüsste, was das bedeute, und er antwortet of course, das wäre very funny. Ich habe ihm glaubwürdig versichert, dass ich in ganz Israel noch niemand getroffen habe, der $ sudo rm -rf / Don’t try this at /home verstünde, yes, only a few, meinte er und kicherte die ganze Zeit vor sich hin.
Auch die unendlichen Rolltreppen waren dieses Mal voll wie sonstwas, die Busse ebenso. Ich war recht stolz, dass ich gar nicht mehr auf Google Maps oder Moovit schauen musste; ich erkannte auch die Jaffa Road sofort wieder.


Mahane Yehuda Markt (durch die Scheiben der Straßenbahn fotografiert), vgl. 16.10.2023
Im The Post Hotel lief alles nicht so glatt, weil ich über eine Stunde warten musste, bis ich einchecken konnte. Die Zimmer und sanitären Anlagen entsprechen dem extrem niedrigen Preis, 10-Betten auf einem Zimmer, und das Bett ist so kurz, dass nachher vermutlich meine Füße raushängen werden – außerdem muss ich die senkrechte Leiter raufklettern. Aber ich habe Schlimmeres gesehen – und wo bezahlt man weniger als 300 Dollar für eine ganze Woche mit Frühstück?
Ich bin dann doch wieder zum Jaffa Gate und zur völlig überfüllten Altstadt. Die meisten Touristen waren religiöse Juden, die das Laubhüttenfest feierten und voll in Partylaune waren – viele hatten Zweige gekauft.
Geht in die Berge und holt Zweige von veredelten und von wilden Ölbäumen, Zweige von Myrten, Palmen und Laubbäumen zum Bau von Laubhütten, wie es vorgeschrieben ist! (Nehemia 8,15-16)
Ich habe mich mit den Massen bewegt und natürlich verlaufen, als ich in der Nähe der Klagemauer die Treppen hinaufstieg. Es war schon recht spät. Das Tourismus-Büro hatte geschlossen, weil Schabbat vor der Tür stand, und ich hatte seit dem Frühstück nichts gegessen. Ich beschloss also, in der Jaffa Road nach etwas Nahrhaftem zu suchen, bevor gegen fünf oder sechs sowieso alles zu ist.
Dann begegnete ich Smotrichs Ultras (wie ich sie znächst nannte). Ultraorthodexe Männer mit Plakaten brüllten chiliastische Botschaften zum Publikum. Das waren aber nicht die normalen Frommen mit Familien. Sie schwenkten auch noch Fahnen, auf denen ich sofort den stilisierten Tempel Salomos erkannte (den es so vermutlich gar nicht gegeben hat).
Ich wollte herausfinden, welche Gruppe das war. Von denen sprach aber niemand Englisch. Auch bei den Namen „Smotrich“ und „Ben-Gvir“ wollten sie nicht anbeißen.
Da musste die künstliche Intelligenz her. Ich tippte also die hebräischen Buchstaben und fragte, was die bedeuten.
Nachdem ich auch das Foto hochgeladen hatte, wurde es noch klarer (die ellenlange Erläuterung spare ich mir jetzt):

Ich habe später mit einem Israeli gesprochen, der sagte, das sei eine ultraextreme Gruppe, „Smotrich ultra ultra“, die den ersten Tempel wiederaufbauen wollten. Dazu müssten sie den Felsendom und die al-Aqsa-Moschee abreißen, worüber 1,9 Milliarden Muslime nicht besonders erfreut wären.


Blick von der Terrasse des Post Hotels in Jerusalem
Vergleichbares bekam ich dann im Hotel in einer christlichen Version zu sehen: Ein Haufen weiß gekleideter Leute, mehrheitlich Asiaten, mit Harfen, sangen christliche Lieder, stundenlang und im Hare-Krischa-Rhythmus. Es war nicht zum Aushalten. Die Israelis zuckten nur mit den Achseln. Ich überlegt schon, ob ich den Laptop anwerfen und mit Preußens Gloria oder Manowar gegenhalten sollte, aber dann hörten sie dann doch auf.
Ich wurde an einen Satz Tom Segevs erinnert: In Jerusalem könne man keinen Stein werfen, ohne einen heiligen Ort oder einen Idioten zu treffen.
Ich bekam dann doch noch eine leckere Falafel beim ortsüblichen Döner-Laden.
Die Straßen – hier die Jaffa Road – waren kurz nach fünf wie ausgestorben. Vorher wimmelte es nur so von Leuten, die noch unbedingt etwas einkaufen wollten.
Morgen werde ich improvisieren. Ich habe da so eine Idee.
Wenn das Bar Kochba wüsste
Nach dem Frühstück besuchte ich das Etzel-Museum, das vor zwei Jahren geschlossen war.
Etzel aka Irgun – muss man das kennen? Menachim Begin war auch einmal deren Anführer. Und dann gibt es noch ein Zitat des – heute würden deutsche Medien formulieren: höchst umstrittenen – Gründers Ze’ev Jabotinsky: „Zionist colonisation must either stop, or else proceed regardless of the native population. Which means that it can proceed and develop only under the protection of a power that is independent of the native population – behind an iron wall, which the native population cannot breach.“
Vermutlich hatte und hat er immer noch Recht mit den „Natives“. Aber das Thema muss ich verschieben.
Die Strände waren heute voll von Besuchern, die man sonst in Tel Aviv eher selten sieht und die man gleich als Religioten religiöse Juden erkennt. Die Frauen tragen längere Kleider, oft irgendwas auf den Haaren, wenngleich kein Kopftuch, und Männer oft Kippa. Es ist immer noch Sukkot aka Laubhüttenfest, das eigentlich eine ganze Woche dauert.
„In Israel und im Liberalen Judentum ist nur der erste Tag (der 07.10.) ein voller Feiertag, in orthodoxen und konservativen Gemeinden der Diaspora dagegen die ersten zwei Tage, während die darauffolgenden Tage Halbfeiertage (חוֹל הַמּוֹעֵד Chol HaMoed) sind“. Heute also Halbfeiertag oder sowas.
Am Strand und auf der Promenade laufen – wie erwartet – sehr viele äußerst attraktive Menschen herum, die eine Hälfte in atemberaubend enger und spärlicher Kleidung, dass man sich gar nicht sattsehen kann. Auch das Meer war heute ziemlich aufgeregt und schäumte brandungsmäßig krachend auf die Steine.
Ich bog in die Allenby Road ein – eine Art Kurfürstendamm von Tel Aviv -, die vor zwei Jahren eine fast nicht begehbare Baustelle war. Ist sie heute immer noch. Vielleicht sollte man sie in Karl-Marx-Straße umbenennen – die in Neukölln wird ja auch nie fertig.
Mir war ein wenig mulmig zumute, Es war schon ziemlich heiß und zum Frühstück gab es nur zwei winzige Kuchen. Ich hatte seit 24 Stunden nichts Vernünftiges mehr gegessen und wollte es langsam angehen lassen. Ich erinnerte mich an den Israeli Grill und schlug mir dort den Bauch mit einer köstlichen Falafel voll. Die (Fast-Food) Restaurant-Empfehlung gilt immer noch. Das ist übrigens kein teurer Hipster-Laden, der auf den einschlägigen Websites auftaucht.
Ich bekam noch Unterhaltung geboten. Ein Idiot von Autofahrer parkte direkt vor dem Grill auf dem Bürgersteig, so dass man noch nicht einmal als Fußgänger vorbeikam. Der Grillbesitzer stürmte hinaus, und es ergab sich ein lautstarkes Wortgefecht, das sogar die Nachbarn anlockte. Irgendwann gab der Autofahrer nach. Die Kellnerin – oder die Ehefrau des Besitzers – ging erst einmal seelenruhig woanders hin, und der Chef auch. Plötzlich hatte ich die Kneipe für mich allein. Vielleicht wird sie ja vom Mossad videoüberwacht und ich hätte keinen Döner unbemerkt mitnehmen können.
Im Photohouse überbrachte ich Grüße eines Fotografen aus Berlin. Über den Inhaber Ben hatte das Magazin Nitro, für das ich schreibe, etwas veröffentlicht.

Pinzker Street

Dizengoff Square

Entweder ist das zum Armauflehnen oder für Kinder, oder dass die Ultrareligiösen nach Geschlechtern getrennt sind und sich nicht berühren oder alles zusammen.

Kommen wir also zu Bar Kochba aka Sohn des Sterns. Der ist so etwas wie ein Tupac Amaru des antiken Judentums, also ein Vorbild für die Jugend. Als ich das Straßenschild sah, dachte ich an eine wirklich anrührende Geschichte aus Doron Spielmans „When the Stones Speak.
Archäologen haben beim Hiskia-Tunnel, der die Gihonquelle in Jerusalem bzw. den Teich von Siloah, also die Stadt Davids mit der Altstadt unterirdisch verbindet, Münzen gefunden, „the latest of which are from Year Two and Year Three of the Jewish War, shortly before the city was destroyed in 70 CE“.
In the research, it is accepted that Great Revolt Year Four coins were minted in Jerusalem under the leadership of Shimon Bar Giora, one of the prominent commanders in the revolt’s last year. Year Four coins are considered relatively rare, given the historical circumstances towards the end of the revolt and its impact on the much-reduced rebel production capabilities.

„Platz“ der Geiseln“ vor dem Tel Aviv Museum of Art und der Oper
Warum haben die damals Münzen geprägt, obwohl sie jedes Stück Metall für die Produktion von Waffen brauchten? Ein Archäologe in dem zitieren Buch hat eine Theorie: Die Aufständischen wussten, dass sie gegen die römische Militärmaschinerie eh keine Chance hatten. Die unterirdischen Gänge waren die letzte Zuflucht, bis alle entdeckt und massakriert wurden. Man denkt, dass Bar Kochba und seine Leute etwas hinterlassen wollten, eine „E-Mail aus der Vergangenheit“, wie der Archäologe sich ausdrückt.
Das erinnert an Simonides von Keos, umgedichtet von Friedrich von Schiller: Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.
Wenn Bar Kochba wüsste, dass man heute seiner gedenkt und Straßen nach ihm im Staat Israel benennt! Nach mehr als zwei Jahrtausenden!
Endlich hatte auch das Café Tachtit geöffnet. Speisen und Getränke ein Traum! Ich bestellte auf Hebräisch Kaffee mit Milch und Wasser – und musste dann doch ins Englische wechseln. Einfaches Wasser! Eine ganze Karaffe mit Zitrone – ergab vier Gläser. Dann erst der Salat! Alles nur vom Feinsten – aber da saßen auch die passenden Leute dazu herum, wie in Hipster und „alternativen“ Berliner Cafés, nur dass hier natürlich niemand Antisemit ist.
Ich muss das jetzt vorsichtig formulieren. Meine Kellnerin war zierlich, hatte ein steinschmelzendes Lächeln, langes schwarzes Haar bis zu dem Körperteil, auf dem man normalerweise sitzt, Augenbrauen, die in ihrem schmalen Gesicht wie die von Waigel wirkten, aber sehr gepflegt, ein bauchfreies Top, das oben so viel Appetitliches zeigte, dass sie es hätte auch weglassen können – man sah eh alles. Das erinnerte mich an einen Satz, den ich als Junge in Reader’s Digest las und damals nicht verstand: „Ungetarnte Geschütze sind wirkungslos.“
Ich wollte eigentlich den orthodoxen Juden wiedertreffen, der der erste Israeli war, mit dem ich – außer dem Flughafen- und Hotelpersonal – vor zwei Jahren gesprochen und mit dem ich mich köstlich amüsiert hatte. Aber sein Lädchen war verschwunden, und das Gia Dormitory im Stadtteil Harakevet scheint weg oder aufgekauft worden zu sein. Da steht jetzt Domus Metro Hotel (bei booking.com ist Gia auch nicht mehr zu finden). Die sagenhafte Terrasse kann man noch von unten sehen.
Ich lief noch über den Carmel Markt – der größte Markt in Tel Aviv. Ich bin eigentlich kein Fan der Kleinbourgeoisie – das ist im Kapitalismus reaktionäre Romantik. Vielleicht sind solche Märkte pittoresk und gut für exotische Fotomotive, aber ich habe dort nur Ramsch gesehen. Kann man auch alles online bei der Großbourgeoisie bestellen – und teurer ist es auch nicht, sogar wenn es auch China kommt.
Was in Israel anders ist als in Lateinamerika damals: Ich habe keine Angst vor Taschendieben. In Israel gibt es weniger Kriminalität als in Deutschland, aber auch eine clanmäßig organisierte Mafia, deren Mitglieder sehr oft aus dem arabischen Raum oder dem Iran stammen. „Obwohl Araber nur ein Viertel der Bevölkerung stellen, ist diese sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppe für zwei Drittel aller Morde verantwortlich. (…) Ein großer Teil der Morde unter den arabischen Banden wird nicht aufgeklärt.“
Beim Reisen wechselt man als Ex-Globetrotter automatisch in die Attitude, davon auszugehen, dass auch benutzte Unterhosen geklaut würden. Geldgürtel ist ein Muss, Dinge von Wert ganz tief in den Taschen usw.. Ich sehe vermutlich auch nicht so aus, als könnte man mir einfach etwas wegnehmen. Mit den Kreditkarten ist das so eine Sache: Die kann man nicht jedes Mal herausfummeln, aber wenn man sie verliert, ist man am Gesäß. Auf dem Carmel-Markt habe ich trotzdem höllisch aufgepasst.
Heute habe ich den Sonnenuntergang um 18.20 Uhr – according to ChatGPT – nicht verpasst. Man kann sich über die dämlichen Araberinnen, die da in Vollburka herumstehen, während es ringsum von Bikinis wimmelt, lustig machen – aber die orthodoxen jüdischen Frauen gehen auch nicht spärlich bekleidet ins Wasser – oder gar die Ultras mit ihren Perücken!
Morgen fahren ich nach Jerusalem.
Vorwort für „Wenn das Bar Kochba wüsste“ – was danach kommt
Kann man sich eine bessere Aussicht fürs Bloggen vorstellen? Ja, die Fenster könnten mal geputzt werden, aber wenn man das Gebäude von unten sieht, merkt man, dass das nur mit einem Kran ginge.
Vielen Dank für den Tipp mit qwerty287 – schon installiert. Ich habe aber heute schon mehr als 70 Fotos gemacht. Ich werde nur eine kleine Auswahl posten können.
Dieses Foto kann ich überhaupt nicht auf den sozialen Medien posten, dann würden die Accounts noch mehr gesperrt. Von Facebook bekam ich heute die Nachricht, ich sei noch bis zum 15.10. abgeschaltet. Schon seltsam, dass mein Anwältin denen eine Frist bis zum 16.10 gesetzt hat, ansonsten würde eine einstweilige Verfügung angestrebt. Vielleicht ist die Koinzidenz nur ein Zufall. Ich glaube das aber erst, wenn ich das sehe.
Meine Armbanduhr lobte mich heute dafür, dass ich mehr als 18.000 Schritte gelaufen sei. Eigentlich brauche ich keine Geräte, die mich mit moralischen Belehrungen nerven. Aber die Macher wissen schon, warum die Uhr nie kritisiert, sondern nur lobt. Sonst würde ich sie ins Mittelmeer werfen, das in Sichtweite ist.
Bewölkt und zwischendurch
Die Geiseln sollen also freikommen. Ich werde mir heute Nachmittag den „Geiselplatz“ ansehen. Ich glaube das erst, wenn ich das sehe… Aber wenn das gelänge, verdiente Trump den Friedensnobelpreis, auch wenn der DJV wahrscheinlich davor warnt.
Im Gegensatz zu früher muss man heute immer Zeit dafür verschwenden, die Elektronik korrekt zum Laufen zu bringen. Da ich heute morgen zum ersten Mal einen bewölkten Himmel in Tel Aviv gesehen habe (bei 22 Grad), die Sonne aber jetzt wieder durchkommt, nahm ich mir Zeit genug dafür.
WLAN: überall vorhanden, meistens ohne Passwort und gratis. Mein Handy, obwohl neu, erinnerte sich dank der Cloud… ähm… (gute Frage: die Samsung-Cloud kann es nicht sein) sogar an das Passwort des O-Pod-Hotels.
Windows-Rechner mit der kleinen Hirse verbinden – geht so, rund 10 Minuten Gefummel, wenn ich per PC auf die Fotos zugreifen will. VPN: kein Problem, aber dann funktioniert die Verbindung nicht (immer). FTP per Xiaomi wollte ich nicht nutzen. Und die App ist auch ein Gedrösel (nicht unter Linux), weil ich mit dem Laptop einen QR-Code einscannen müsste.
Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich mir vorkommen wie in einem Land der so genannten 3. Welt. Auf dem Foto sieht man links hinter mir einen Automaten. Auf dem kann man sich alles anzeigen lassen, was das Café zu bieten hat und dann mit der Karte bezahlen.
So etwas habe ich in Berlin noch nie gesehen. Kellner, die kein Wort Deutsch verstehen, weil sie zu faul, zu dumm oder zu ignorant sind, ein paar Wörter zu lernen? Sofort entlassen und dafür so ein Gerät installieren.
Jetzt muss ich mich aber erst an Meer begeben und dann ins Getümmel stürzen.
Reise nach Tel Aviv sowie Lob der Technik
Das Wetter war in Berlin extrem motivierend: Kalt, Nebel und Nieselregen, und es wurde immer schlimmer. Da ich wusste, dass es in Tel Aviv 29 Grad waren, war ich froh, als ich endlich im Flieger saß. (Der Panzerspähwagen steht da immer noch – wie vor zwei Jahren.)
Wie gewohnt, war ich der einzige Rucksackreisende und auch der einzige Tourist, soweit ich das erkennen konnte. Alle um mich herum sprachen Hebräisch. Dieses Mal hatte ich vorher online eingecheckt, und alles lief wie am Schnürchen.
Eine Frage an die Geografie-Experten: Die Türkei hat den Luftraum für israelische Flugzeuge gesperrt. Aber welche Route fliegt die El Al jetzt? Die Insel da unten sah mir der Form nach wie Kreta aus, weil da noch eine kleinere vorgelagert war. Zu Zypern passt das nicht.
Ich war erst gegen elf gestartet, und als die Küste Israels in Sicht kam, war mir klar, dass ich wieder erst in der Dunkelheit das O-Pod-Hotel erreichen würde. Und Internet hatte ich jetzt auch, dank einer E-Sim von Holafly. Es war aber ein erbärmliches Gefummel, die vorab zum Laufen zu bringen, da die wegen des eingebetteten QR-Codes E-Mails nur in HTML verschicken. Ich sehe dann gar nichts und musste mich erst mit dem Support herumzanken (die antworten zeitnah).
– It’s not very convenient when Holyfly sends emails exclusively in
HTML format, because my email program on Linux only displays text – for
security reasons. So I didn’t see anything. I had to switch to another
computer… Also for the security check I have to switch to webmail (which I hardly
ever use)
By the way: The following address(es) failed:
esim@holafly.com
host aspmx.l.google.com [64.233.184.26]
SMTP error from remote mail server after RCPT TO:
550-5.1.1 The email account that you tried to reach does not exist.
Why is a non-existent email address recommended on the website?
Have a nice day…
Die Kontrolle am Flughafen war nicht so, wie das immer beschrieben wird. Zweck der Reise: „tourism“ – damit war der Schaltermensch schon zufrieden, verwickelte mich jedoch trotz einer langen Schlange hinter mir in ein kurzes Gespräch, ob ich wirklich vor zwei Jahren einen Tag nach dem Ausbruch des Krieges nicht wieder abgereist sei? Er fand das wohl seltsam, aber bedankte sich.
Jetzt zum Lob der Technik. Ich müsste es ja selbst am besten wissen: Aber wie sind die Leute früher mit Lokalbussen in Ländern herumgefahren, deren Landessprache sie nicht mächtig waren? Vom Flughafen Ben Gurion kommt man supereinfach mit dem Zug direkt in die Stadt, aber man muss schon wissen, wo man aussteigen sollte. Ich hatte eine Kombination von Zug und Lokalbus vor mir, und wäre ohne App – in diesem FallMoovit – nicht so einfach angekommen.
Moovit zickte erst herum und zeigte mir während der Zugfahrt auf der Karte penetrant Berlin an. Erst als ich schon in Tel Aviv-Hashalom auf der Straße stand, bequemte sich Moovit, mich zu fragen, ob ich die App auch in Israel nutzen wolle.
Es geht schon haltestellengenau; selbst wenn es schon stockdunkel gewesen wäre, wäre ich richtig ausgestiegen.
Ich hatte mir Doron Spielmans „When the Stones Speak: The Remarkable Discovery of the City of David and What Israel’s Enemies Don’t Want You To Know“ gekauft und während des Flugs fast ganz gelesen. Ich muss in einigen Dingen meine Meinung ändern. Aber das kann ich bebildern, wenn ich übermorgen nach Jerusalem komme.
Gestern Nacht habe ich nur vier Stunden geschlafen und muss jetzt erst einmal schlafen…. Frühstück – das ist neu – ist im Preis jetzt inbegriffen, unten beim Araber.
Das organisierte Böse
Israel Hayom: Zwei Jahre nach dem Massaker vom 7. Oktober veröffentlicht der Staat Israel eine Website, die die Vorbereitungen, Pläne und Anweisungen der Hamas-Führung für das Massaker dokumentiert. Dies ist das erste Mal, dass eine solche Website online geht und alle Informationen zum Massaker geordnet und dokumentiert präsentiert.
Die neue Website ist unter folgender Adresse erreichbar: www.october7files.com.
Die Website trägt den Titel „October 7 Files – Organisiertes Böses“. Sie soll ein umfassendes Bild der Hintergründe des Massakers, seiner Vorbereitungen, seiner grausamen Ausführung, einschließlich Echtzeitdokumentation, und seiner späteren Folgen vermitteln.
Unter anderem soll sie Behauptungen von Hamas-Anhängern weltweit widerlegen, es habe keine Gräueltaten gegeben und der Ausbruch der schweren und massenhaften Gewalt an diesem Tag sei angeblich „Widerstand gegen die israelische Besatzung und Belagerung“ gewesen. Darüber hinaus zeigt die Website, dass der Angriff auf die südlichen Gemeinden ein Akt vorsätzlichen Völkermords war – im Gegensatz zu den weltweit verbreiteten Verleumdungen, wonach Israel den Völkermord im Gazastreifen verübt.
Die Website wird in sozialen Netzwerken, auf wichtigen Websites und in Suchmaschinen, insbesondere in den USA und Europa, beworben. So sollen diejenigen, die Informationen über das Massaker suchen, das Ereignis so erleben, wie es wirklich war. Es wird erwartet, dass auch künstliche Intelligenz, die Inhalte von Websites liest, Informationen daraus gewinnen wird.
Die Website wurde auf Initiative des Ministers für Diaspora-Angelegenheiten Amichai Chikli eingerichtet und von seinem Ministerium finanziert, obwohl dieses Ministerium nicht für den Bereich der Interessenvertretung zuständig ist. Einige der Inhalte der Website befinden sich als physische Exponate im Intelligence Heritage Center in Glilot und wurden digitalisiert. Andere stammen aus anderen Informationsquellen.
Die neue Website präsentiert unter anderem Originaldokumente in Yahya Sinwars Handschrift sowie deren englische Übersetzungen. Darin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im Süden so viele Einwohner wie möglich getötet werden sollen, „um Familienoberhäupter zu enthaupten und zu ermorden“.
Die Website enthält außerdem detaillierte Anweisungen für Terroristen, wie sie die Taten fotografieren, dokumentieren und live übertragen können. „Wischen Sie die Kameralinse Ihres Mobiltelefons vor dem Filmen gründlich von Staub ab.“ – „Stellen Sie sicher, dass das Telefon aufgeladen ist. Verwenden Sie bei Bedarf den verfügbaren Akku.“ – „Beantworten Sie keine eingehenden Anrufe auf der SIM-Karte, insbesondere keine von unbekannten Nummern.“ – „Schalten Sie das Telefon erst kurz vor Beginn der Mission ein.“
Darüber hinaus werden die von den Terroristen verwendeten Karten gezeigt, die umfassende Beteiligung von „Zivilisten“ aus Gaza an dem Massaker, die Nutzung von Krankenhäusern, Bildungseinrichtungen und UN-Einrichtungen in Gaza als Hauptquartiere und Stützpunkte der Hamas sowie der Einsatz von Zivilisten als menschliche Schutzschilde durch die Hamas und ihre vorsätzliche Schädigung israelischer Zivilisten, was einen Verstoß gegen das Kriegsrecht darstellt.
2 Years After

Melde gehorsamst
…den Vollzug. Ich habe das Care-Paket der besorgten Leser, die mich dem Hungertod nahe wähnten, jetzt verarbeitet – getreu der Vorlage bzw. dem beigelegten Rezept.
Noch einmal herzlichen Dank, Friedrich B. aus – Moment, wie hießt das noch gleich? Triburin… äh.. Stöckendrebber – es war lecker!
Talking about Business 2.0
Da ich gestern aus der Nachtschicht kam, ausschlafen musste und mich noch ein Freund besuchte, kam ich nur dazu, virtuelle geschäftliche Verhandlungen in Imperial Ar zu führen.
Esst mehr Äpfel
Ein Arbeitskollegin brachte eine riesige Tasche mit Äpfeln aus ihrem Garten mit, ungespritzt und voll bio. So sehen die auch aus – im Supermarkt würde die niemand kaufen (außer mir). Ich durfte mir so viele nehmen, wie ich abtransportieren konnte, knapp vier Kilo.
Wenn man gerade zwischen zwei 12-Stunden-Schichten ist, muss man effizient kalkulieren. Die Nachtschicht endet um 06:00 Uhr, ich bin meistens um 06:25 zu Hause. Die Wecker lärmen um 14:30 Uhr, frühstücken (nur eine Mahlzeit am Tag reicht), eventuell duschen, eventuell einkaufen. Um 17:00 Uhr fahre ich wieder los – wir lösen uns schon um 17:30 Uhr ab.
Frage: Wann habe ich Zeit, Äpfel zu schälen, einzukochen, oder zu Mus zu verarbeiten? Da fragt man natürlich eine Wahrscheinlichkeitsmaschine die KI. Wie lagert man Äpfel? Meine Großeltern hätten das noch gewusst.
Das kommt darauf an, wie lange du die Äpfel lagern möchtest und welche Sorten du hast (einige sind Lageräpfel, andere nicht). Hier ein Überblick:
Kurzfristig (einige Tage bis 2 Wochen)
– Kühl und dunkel: Am besten im Kühlschrank im Gemüsefach oder in einem kühlen Keller.
– Luftig lagern: Nicht in luftdichten Plastikbeuteln, sonst beginnen sie schneller zu faulen. Besser in offenen Beuteln, Körben oder Papiertüten.
– Separat von anderem Obst: Äpfel geben Ethylen ab, das anderes Obst schneller reifen (und verderben) lässt.
Mittelfristig (Wochen bis Monate, je nach Sorte)
– Kühle Lagerräume: Ideal sind Temperaturen um 2–6 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Ein unbeheizter, frostfreier Keller oder eine Speisekammer eignet sich.
– Einlagig lagern: Äpfel am besten in flachen Holzkisten oder auf Pappen/Regalen ausbreiten, nicht zu hoch stapeln.
– Papier/Wellpappe: Zwischenlagen aus Papier oder Karton helfen, Druckstellen zu vermeiden.
– Regelmäßig kontrollieren: Faulige oder beschädigte Früchte sofort entfernen („ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Korb“).
Tipp:
– Lageräpfel wie Boskoop, Ontario oder Idared halten sich viel besser über Monate als Sommeräpfel wie Klarapfel oder Gravensteiner, die eher sofort verarbeitet werden sollten.
Ich weiß gar nicht, welche Sorte das ist. Daher habe ich eineinhalb Kilo sofort zu einem leckeren Apfelkuchen verarbeitet (den ich um 16:50 Uhr aus dem Backofen holte, aber gestern keine Zeit mehr fand, ihn zu probieren). Den Rest werde ich morgen, wenn ich endlich Urlaub habe, zu Mus verarbeiten.
Die Macht des Drachen
Ich habe mir einen englischsprachigen Artikel von RT.com übersetzen lassen (der mir hier zunächst – trotz eigenem VPN und DNS-Server – wegzensiert wurde – daher nur per Tor-Browser erreichbar). Ich habe ihn in besseres Deutsch umgeschrieben und Bilder und Links hinzugefügt.
Von ICBMs bis zu Hyperschall-Gleitflugkörpern – Peking hat ein gestaffeltes Arsenal aufgebaut, das mit dem der USA und Russlands konkurriert – und es in mancher Hinsicht sogar übertrifft.
Raketen sind die neue Visitenkarte der chinesischen Macht. Nicht Flugzeugträger, nicht Panzer, nicht Kampfjets – sondern Geschosse, die die halbe Welt umrunden oder eine US-Flotte im Pazifik zerreißen können.
Am 3. September 2025 zeigte Peking sein Arsenal in einer Parade, die weniger wie eine Militärschau, sondern mehr wie ein Warnschuss wirkte. Schlanke ICBMs, Hyperschall-Gleiter und sogenannte „Träger-Killer“-Raketen rollten über den Tiananmen-Platz und sendeten eine einfache Botschaft: China ist angekommen – und spielt nicht länger Aufholjagd.
Anders als Russland und die Vereinigten Staaten war China nie durch Rüstungsabkommen des Kalten Krieges gefesselt. Diese Freiheit hat der Raketenstreitmacht der Volksbefreiungsarmee (PLA Rocket Force) das breiteste Raketenarsenal der Welt ermöglicht – interkontinental, intermediär, hyperschall, von U-Booten gestartet oder aus der Luft abgeworfen. Das ist nicht nur Technik – es ist Pekings Art, der Welt mitzuteilen: Das Kräfteverhältnis verschiebt sich – Rakete für Rakete.
Raketen aus Russland: Ein Blick in Moskaus aktuelles tödlichstes Arsenal
Chinas Raketenprogramm begann mit dem Nachbau sowjetischer R-2-Raketen, die der Volksbefreiungsarmee überlassen worden waren. Sprung nach vorn und ins Heute: Peking verfügt nun über das gesamte Spektrum land- und seegestützter ballistischer Raketen – schwere, flüssig angetriebene Silowaffen, mobile Feststoffsysteme und SLBMs (U-Boot-gestützte ballistische Rakete). In allen Varianten können die Sprengköpfe mit MIRVs (Mehrfachsprengköpfen) bestückt werden.

Vergleich der Flugbahnen eines Hyperschallgleiters (rot) und herkömmlichen ballistischen Sprengköpfen (grün)
DF-61 und DF-41: Chinas mobile Schwergewichte
Die Parade am 3. September 2025 zeigte das öffentliche Debüt der DF-61, einer neuen straßenmobilen, feststoffgetriebenen ICBM. Vom Aussehen und vom Umfang her wirkt sie wie eine Weiterentwicklung der DF-41, die seit 2017 im Dienst ist. Das Upgrade ist logisch: An der DF-41 wurde seit 1986 gearbeitet. Als sie in Serienproduktion ging, waren Teile ihres Designs bereits veraltet. Das erklärt möglicherweise auch die Verzögerung bei der Einführung der Silos- und Schienenmobil-Versionen, die zwar getestet, aber verschoben wurden. Mit der DF-61 könnten diese Hürden genommen sein. Beide Systeme teilen wahrscheinlich viele der gleichen technischen Leistungsdaten.
Ihre Abschussfahrzeuge ähneln Russlands Topol-M und Yars: achsige (achtachsige) TELs, die die Raketen in versiegelten Containern tragen. Jede Rakete wiegt grob 80 Tonnen. China verfügt sehr wahrscheinlich über die Technik, sie nicht nur von vorbereiteten Abschussplätzen, sondern überall entlang ihrer Patrouillenrouten abzufeuern. Die DF-41 gilt als voluminöser als ihre russischen Verwandten. Sie wurde ursprünglich dafür konzipiert, bis zu 10 hochexplosive (low-yield) Sprengköpfe (~150 kt je Stück) auf Entfernungen von 12.000–14.000 km abzuschiießen.
Westliche Schätzungen legen nahe, dass seit 2017 mindestens 300 DF-41 in verschiedenen Stationierungsformen eingesetzt wurden; dazu kommt jetzt die neuere DF-61. Diese Mischung aus mobilen und festen Stationierungen diversifiziert Chinas Abschreckung und sichert eine überlebensfähige Zweitschlagfähigkeit.

Geschätzte Reichweite der DF-5C. Source: Military Power of the People’s Republic of China 2007
DF-5C: der silobasierte Riese
Die Kommentartexte zur Parade in Peking beschrieben die DF-5C als in der Lage, „jedes Ziel auf der Welt“ zu treffen, mit einer Reichweite von bis zu 20.000 km. Im russischen Sprachgebrauch würde man das als „globale Rakete“ bezeichnen, obwohl dieser Begriff technisch oft Systeme meint, die Nutzlasten in eine erdnahe Umlaufbahn heben, bevor sie wieder abtauchen. Die Abweichung hier liegt wahrscheinlich eher an der Übersetzung als an der Leistungsfähigkeit.
Die DF-5C ist die neueste Version der flüssiggetriebenen DF-5, die erstmals 1971 flog. Technologisch steht sie in der Linie der sowjetischen R-36-Entwürfe der späten 1960er, wobei die DF-5C dem R-36M2 „Satan“ ähnlicher sein könnte. Erste Tests datieren auf 2017; berichtet wird, dass sie 10–12 Sprengköpfe mittlerer Sprengkraft trägt und in Silos stationiert ist. Heute betreibt China rund 20 dieser Raketen.
DF-31-Familie: Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene ICBM
Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene Interkontinentalrakete, die DF-31, wird oft als Pekings Antwort auf Russlands Topol beschrieben: eine dreistufige Rakete mit einer Reichweite von 12.000 km und einem einzelnen Sprengkopf mit 200–300 Kilotonnen. Entwickelt in den 1990er und 2000er Jahren, trat sie 2006 in den Dienst.

DF-31AG-Rakete der chinesischen Volksbefreiungsarmee
Die DF-31AG, erstmals 2017 beobachtet, feierte ihr Paradedebüt im September 2025; sie war auf einem verstärkten Mehrachs-TEL montiert, das an die DF-41 erinnert. Ebenfalls gezeigt wurde eine fortschrittlichere Variante, die DF-31BJ; ihr auffallend längerer Container nährte Spekulationen, dass sie einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf tragen könnte. Insgesamt könnten mehr als 80 Raketen der DF-31-Serie in China stationiert sein.
Seegestützte ballistische Raketen (SLBMs): JL-2 und JL-3
Seit den 1990er-Jahren baut China den maritimen Zweig seiner strategischen Kräfte auf: nuklearbetriebene ballistische Raketen-U-Boote, die mit feststoffgetriebenen SLBMs bewaffnet sind. Seit 2007 betreibt die Marine der Volksbefreiungsarmee (PLA Navy) die Typ-094-SSBNs, von denen jedes Boot 12 JL-2-Raketen mitführt. Sechs Boote sind heute im Dienst, zwei weitere sind im Bau.
Die JL-2 greift auf Technologie der DF-31 – und vermutlich auch der DF-41 – ICBMs zurück. Sie bietet eine Reichweite von bis zu 8.000 km und kann entweder einen einzelnen Sprengkopf der Megatonnenklasse oder bis zu acht MIRVs tragen.
Ab 2022 wurden JL-2-Raketen Berichten zufolge schrittweise durch die fortschrittlichere JL-3 ersetzt, die ähnliche Abmessungen aufweist. Die JL-3 hatte ihr öffentliches Debüt auf der Parade am 3. September 2025. Schätzungen gehen von einer Reichweite von etwa 10.000 km aus, wobei MIRV-Bestückungen zum Standard gehören.
Da bereits die neuen Typ-096-SSBNs im Bau sind, ist klar ersichtlich, dass Peking den maritimen Bestandteil seiner strategischen Nuklearkräfte priorisiert.
Intermediär- und mittelstreckenballistische Raketen (IRBM / MRBM) & Hyperschallwaffen
Bevor wir zu den interkontinentalen Schwergewichten kommen, lohnt es sich, sich die Klasse von Raketen anzusehen, die in einem tatsächlichen Konflikt um Taiwan oder das Südchinesische Meer womöglich am wichtigsten sind: Intermediär- und Mittelstreckensysteme. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Russland, die lange durch den INF-Vertrag beschränkt waren, hatte China nie Beschränkungen beim Bau von Waffen in der 500–5.500-km-Reichweite. Diese Freiheit verschaffte Peking einen entscheidenden Vorteil in ganz Asien. Diese Raketen bilden das Rückgrat seiner regionalen Schlagkraft – ausgelegt, um US-Stützpunkte, verbündete Infrastruktur und Marineverbände in Gefahr zu bringen – und sie sind das schärfste Instrument in Chinas Anti-Access/Area-Denial-Strategie (A2/AD).

YJ-20 – eine Hyperschall-Antischiffs-Aeroballistikrakete, einsetzbar auch gegen Flugzeugträger. Foto: Screenshot chinesische Medien
DF-26 und DF-21 – die Gestalter der Region
Die DF-26 hat sich einen treffenden Spitznamen verdient: den „Trägerkiller“. Diese zweistufige, feststoffgetriebene intermediäre ballistische Rakete kann bis zu etwa 4.000 km erreichen und wird in Varianten mit konventioneller oder nuklearer Nutzlast eingesetzt. Einer Variante wird nachgesagt, sie trage einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf, der für den Einsatz gegen sich bewegende Seeziele ausgelegt ist – eine Fähigkeit, die Trägerkampfgruppen direkt bedroht und Peking ein mächtiges A2/AD-Werkzeug in die Hand gibt.
Die DF-26 ging ab 2016 in Dienst und ersetzt schrittweise die ältere DF-21, Chinas erste feststoffgetriebene Mittelstreckenrakete, die Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurde. Die DF-21-Familie existiert weiterhin in mehreren Konfigurationen; der Text schätzt mindestens ~80 DF-21-Systeme in unterschiedlichen Rollen. Gemeinsam verschaffen DF-21- und DF-26-mobile Abschussfahrzeuge China Reichweite über Südostasien, große Teile des westlichen Pazifik und sogar in Teile russischen Territoriums – eine geografische Abdeckung, die die operativen Optionen in der Region neu gestaltet.
DF-17 – Chinas einsatzfähiges Hyperschall-Gleitflugkörper-System
China testete sein erstes Hyperschall-Gleitflugkörper-Konzept im Jahr 2014, offenbar unter Verwendung einer DF-16-Trägerrakete. Mobile Systeme mit dem DF-17-Hyperschall-Gleitflugkörper traten ab 2019 in den Dienst. Bemerkenswert an der DF-17 ist nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch ihre Manövrierfähigkeit: Der Gleitflugkörper fliegt mit Überschallgeschwindigkeit entlang der oberen Atmosphäre und kann sowohl seitlich als auch vertikal manövrieren – was die Verfolgung und Abwehr durch moderne Raketenabwehrsysteme erheblich erschwert.
Berichten zufolge liegt die effektive Reichweite der DF-17 bei etwa 2.500 km, wobei die Nutzlasten – selbst konventionelle – mit Geschwindigkeiten von über Mach 5 zugestellt werden. Während diese Reichweite die Reichweite über dem Meer begrenzt, ermöglicht sie präzise Schläge über Küstengewässern und Landgebieten, die sich klar innerhalb von Chinas strategischer Peripherie befinden – genau jene Zonen also, die Peking am ehesten verteidigen oder beanspruchen würde. Offene Schätzungen gehen davon aus, dass heute mehrere Dutzend DF-17-Einheiten im Einsatz sind.
Hyperschall-Gleitflugkörper wie die DF-17 sind besonders effektiv, weil sie die Reaktionszeit für Verteidiger drastisch verkürzen und die Wirksamkeit von Abfangsystemen, die auf vorhersehbaren ballistischen Flugbahnen basieren, stark verringern. Genau deshalb hat China sie zu einem zentralen Bestandteil seiner gestaffelten Abschreckungs- und Gebietsverweigerungsstrategie gemacht.

JL-1 (luftgestützte ballistische Rakete Chinas)
Luftgestützte Raketensysteme (JL-1, H-6 / CJ-10 / YJ-Familie)
Chinas strategische Raketenhaltung beschränkt sich nicht auf Silos und U-Boote – die Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee (PLAAF) verfügt ebenfalls über ein umfangreiches luftgestütztes Arsenal, das rund um die bewährte Bomberfamilie H-6 aufgebaut ist. Die H-6N, die fortschrittlichste Variante, die derzeit öffentlich gezeigt wird, dient als Startplattform für eine neue Generation luftgestützter ballistischer und Marschflugkörper, wodurch Peking seine Schlagreichweite weit über die Küstengewässer hinaus ausdehnen kann.
JL-1: Eine neue luftgestützte ballistische Option
Bei der Parade am 3. September stellte Peking die JL-1 (Jù Làng-1) vor – eine zweistufige, luftgestützte ballistische Rakete, die von der H-6N getragen wird. Die JL-1 wird von einem Pylon unter dem Flugzeug gestartet und folgt anschließend einer ballistischen Flugbahn zum Ziel. Jede H-6N kann eine einzelne JL-1 mitführen, und die Kombination aus Bomber und Rakete ergibt einen Einsatzradius von bis zu etwa 8.000 km – ausreichend für präzise Schläge gegen Marineverbände und stationäre Ziele über große Entfernungen hinweg. Die Einführung der JL-1 in die strategische Luftflotte der PLAAF scheint im laufenden Jahr begonnen zu haben.
H-6 als vielseitiger Raketen-Träger
Die H-6-Familie – im Wesentlichen eine inländische Weiterentwicklung der sowjetischen Tu-16 – bleibt Chinas wichtigste Langstreckenbomberflotte. Moderne H-6-Varianten können eine Vielzahl von Waffen unter den Tragflächen tragen, darunter die CJ-10/CJ-12-Marschflugkörper (abgeleitet von sowjetischer Kh-55-Technologie, die nach dem Zerfall der UdSSR adaptiert wurde). Diese Unterschall-Marschflugkörper – mit Reichweiten im Bereich von 1.500 bis 2.000 km – tauschen Geschwindigkeit gegen Nutzlast und Ausdauer ein, sodass H-6-Bomber stationäre Ziele oder Marineeinheiten aus sicherer Entfernung angreifen können – allerdings auf Kosten der eigenen Reichweite des Bombers.

YJ-15 Überschall-Antischiffs-Marschflugkörper (Bild: SinoDefenceForum)
YJ-Familie: Überschall- und Hyperschall-Antischiffsraketen
Besonders beunruhigend für Überwasserflotten ist Chinas wachsendes Arsenal an Hochgeschwindigkeits-Anti-Schiff-Waffen. Die H-6 kann die YJ-12 tragen – eine Überschall-Antischiffsrakete mit angegebenen Geschwindigkeiten zwischen Mach 2,5 und Mach 4 und einer Reichweite von bis zu etwa 500 km – Leistungswerte, die das Zeitfenster für die Verteidigung von Marineeinheiten drastisch verkleinern. Bei der Parade in Peking zeigte China außerdem eine Familie von Raketen der nächsten Generation – YJ-15 sowie möglicherweise YJ-17, YJ-19, YJ-20 und YJ-21 –, von denen einige offenbar Überschall- oder Hyperschall-Designs sind.
Die YJ-17 soll Berichten zufolge einen zweistufigen Booster und einen Hyperschall-Gleitflugkörper nutzen, um Reichweiten von etwa 1.000 km zu erreichen; die YJ-19 verwendet angeblich ein Staustrahltriebwerk (Scramjet) und operiert im Bereich von rund 500 km; YJ-20 und YJ-21 ähneln aeroballistischen oder aeroballistisch inspirierten Raketen mit einer Reichweite von 300–400 km – ähnlich in Funktion wie die russischen Iskander-M oder Kinzhal. Viele dieser Systeme werden vermutlich noch erprobt, doch ihr öffentliches Auftreten signalisiert Chinas Fokus auf schnelle, schwer abzufangende Anti-Schiffs- und Küstenverteidigungswaffen.
In ihrer Gesamtheit verleihen die H-6-Flotte und ihre Raketenfamilie China die Fähigkeit, große Teile des westlichen Pazifiks von Landbasen aus zu erreichen – eine Fähigkeit, die im Zentrum jeder möglichen PLA-Operation steht, die auf die Kontrolle der umliegenden Seegebiete oder die Bedrohung entfernter Einsatzverbände abzielt.
Kurzstreckenraketen – das Taiwan-Werkzeugkasten
Während Interkontinentalraketen (ICBMs) und Hyperschallwaffen die Schlagzeilen beherrschen, sind es Chinas Kurz- und Mittelstreckenraketen, die mit größter Wahrscheinlichkeit in einem regionalen Konflikt eingesetzt würden – insbesondere über Taiwan sowie im Süd- und Ostchinesischen Meer. Diese Systeme sind speziell dafür ausgelegt, den Zugang zu sperren, Verteidigungssysteme zu überlasten und Abschuss- oder Basiseinrichtungen zu zerstören, bevor ein Gegner überhaupt reagieren kann.
China stellte 2013 die DF-12 in Dienst – ein modernes, hochpräzises taktisches Raketensystem, das nach vielen Berichten die US-amerikanische ATACMS in Reichweite und Mobilität übertrifft. Abgeschossen von geneigten Transport-Start-Containern auf einem vierachsigen Fahrgestell, erreichen DF-12-Raketen 400–500 km. Peking exportiert außerdem eine M20-Abwandlung für die weißrussischen Polonez-Werfer mit reduzierter Reichweite von etwa 300 km.
Ergänzt wird die DF-12 durch andere Kurzstreckenraketen mit Feststoffantrieb wie die DF-15 (bis zu 600 km) und die DF-16 (rund 1.000 km). Beide Familien existieren in mehreren Varianten und können mit konventionellen oder nuklearen Sprengköpfen bestückt werden – darunter präzisionsgelenkte, terminal manövrierende Gefechtsköpfe, die die Treffgenauigkeit gegen Punktziele erhöhen. Zusammengenommen betreibt die Volksbefreiungsarmee (PLA) wahrscheinlich mehrere Hundert Abschussfahrzeuge für diese Systeme.
Diese Dichte und Tiefe an Startsystemen sind entscheidend. In jeder Operation gegen Taiwan könnte die PLA massierte Angriffe mit SRBMs (Kurzstreckenraketen) und MRBMs (Mittelstreckenraketen) einsetzen, um Luftverteidigungssysteme zu unterdrücken, Aufklärungseinrichtungen zu blenden sowie Start- und Landebahnen oder Häfen zu zerstören. Der kombinierte Einsatz dieser Raketen – ergänzt durch Marschflugkörper und Anti-Schiffs-Systeme – würde es jedem Gegner extrem schwer machen, eine wirksame Verteidigungsstellung aufrechtzuerhalten.
Bei der Parade 2025 hob Peking außerdem Überschall- und Hyperschall-Antischiffswaffen mit gemeldeten Reichweiten von bis zu 1.000 km hervor (YJ-Familie). Selbst wenn einige dieser Systeme noch Prototypen sind, ist der Trend eindeutig: China rüstet seine Küsten- und Regionalstreitkräfte mit schnellen, schwer abfangbaren Waffen auf, die Marineoperationen innerhalb der ersten Inselkette erheblich erschweren.
Vom Aufholen zum Überholen
Chinas Raketenarsenal holt heute nicht mehr nur zu den führenden Nuklearmächten der Welt auf – in einigen Bereichen liegt es bereits vorn. Die schiere Vielfalt der in Peking präsentierten Systeme – von schweren Silo-ICBMs bis zu straßenmobilen Startern, von U-Boot- und luftgestützten Systemen bis hin zu Hyperschall-Gleitflugkörpern und Überschall-Antischiffsraketen – weist auf eine gestaffelte, flexible und moderne strategische Abschreckung hin.
Tatsächlich drückt Peking gerade in dem Bereich am stärksten aufs Tempo, in dem seine Rivalen deutlich hinterherhinken: Hyperschalltechnologie. Während Washington sich noch in der Forschungs- und Testphase befindet, hat China bereits operationelle Hyperschall-Gleitflugkörper im Einsatz und erweitert sein Hyperschall-Antischiffsarsenal. Russland ist das einzige andere Land in diesem exklusiven Kreis – doch sowohl Moskau als auch Peking bewegen sich derzeit schneller als die Vereinigten Staaten.
Die Parade vom 3. September 2025 war also nicht bloß ein Schauspiel – sie war ein Signal. China baut eine Raketenstreitmacht auf, die nicht nur einen Zweitschlag im nuklearen Krieg garantiert, sondern auch den Zugang zu seinen Küstenzonen verwehren, gegnerische Flotten bedrohen und Rivalen in jedem regionalen Konflikt im Unklaren lassen soll.
Zum ersten Mal in der modernen Geschichte spielt Peking bei der Raketentechnologie nicht mehr die zweite Geige. Es gibt den Takt vor – und fordert die anderen heraus, Schritt zu halten.
Von Dmitry Kornev, Militärexperte, Gründer und Autor des Projekts MilitaryRussia (Website erlaubt kein https).
Anmerkung: Alle Links stammen von mir. Wieso können andere das immer noch nicht, auch nicht der Autor des Artikels? Sollen die Leser sich das selbst zusammensuchen? Was ist so schwierig daran, Quellen und Informationen zu verlinken?
Krieg und Frieden
New York Post (das ist eher eine Boulevard-Zeitung):
Hamas’ top military leader in Gaza wants the terror group to reject President Trump’s cease-fire proposal, urging negotiators to walk away from the deal, according to a new report.
Ezz al-Din al-Hadad, who helped plan the Oct. 7, 2023, terrorist attack, slammed Trump’s 20-point peace deal as a way to eliminate Hamas without achieving any of its goals, the BBC reported.The terror chief, who holds the fate of the 48 hostages in his hands, called on negotiators in Qatar to reject the deal, reportedly telling the team that he plans to continue the war with Israel.
Man muss nicht alles glauben, was in den Medien verbreitet wird. Aber wie ich schon schrieb, glaube ich nicht, dass die Hamas aufgeben wird, zumindest nicht alle. Trump irrt sich: Die wollen keinen Frieden.
Wahrscheinlichkeitsmaschine
Großartiger Artikel von Thomas Grüter auf SciLogs: KI: „Der Kollaps des Schlaraffenlands“ – mit das Beste, was ich zum Thema bisher gelesen habe.
Within thirty years, we will have the technological means to create superhuman intelligence. Shortly after, the human era will be ended. (Vernor Vinge, 1993)
Grüter stellt zunächst die apokalyptischen Modelle zur KI vor: „Aktuelle generative KI-Systeme wie ChatGPT werden trainiert, nicht programmiert. Deshalb sei kaum vorherzusagen, welche Ziele sie tatsächlich erreichen wollen und welche Wege sie dafür einschlagen. Ihre innere Funktionsweise, sagen die Autoren, sei dermaßen unterschiedlich von der des menschlichen Gehirns, dass man sie mit Recht als „Außerirdische“ bezeichnen könne. Menschliche Ethik sei ihnen fremd. Die Autoren resümieren, dass eine übermenschlich intelligente KI (ASI = Artificial Superintelligence) von Menschen nicht mehr kontrollierbar ist.“
Natürlich gab es die Schlussfolgerungen daraus schon in zahllosen Science-Fiction-Filmen und -Büchern. Der Mensch ist gefährlich und stört nur – ein Standpunkt, den man aus der Sicht der Evolution durchaus vertreten könnte. Deshalb sollte er verschwinden. Und dann handelt die KI dementsprechend. Die Artificial Superintelligence könnte zum Beispiel heimlich der Erde den Sauerstoff entziehen.
Jetzt das große „Aber“: „Die heutigen KIs beantworten zwar Fragen, entwerfen Präsentationen und schreiben Computerprogramme, aber ihnen unterlaufen dabei groteske Fehler. Deshalb sind die aktuellen Large Language Models (LLM) in kritischen Situationen schlicht unbrauchbar. Ein aktueller Report des MIT Media Lab stellte dazu fest: Dieser Report deckt die überraschende Tatsache auf, dass trotz Investitionen von 30 bis 40 Milliarden US$ in generative KI, 95 Prozent aller Firmen keinen Gewinn daraus erzielt haben.“
Grüter geht davon aus, dass die meisten Unternehmen, die mit KI Geld verdienen wollen, scheitern werden. Die KI funktioniere als “ Wahrscheinlichkeitsmaschine“ und habe kein kein tieferes Verständnis der Fragestellung.“
„Im Wahrheit ist eine ASI sehr viel weiter entfernt, als die meisten Menschen denken. Selbst das größte heutige LLM spiegelt ihre Intelligenz nur vor. (…) Füttert man KI-Modelle immer wieder mit ihren eigenen Antworten, werden die Aussagen immer fahriger, bis sie sich am Ende in sinnlosem Gebrabbel verlieren. Experten sprechen hier von einem sogenannten Modell-Kollaps.
Fazit: „Bei Menschen sind Beharrlichkeit, gute soziale Fähigkeiten, Übersicht und Zielstrebigkeit wichtiger als bloße Intelligenz. Die erfolgreichsten Zeitgenossen sind nicht die mit einem himmelstürmenden IQ, sondern eher diejenigen, die unbeirrbar ein Ziel verfolgen und dabei sehr gut mit anderen Menschen zusammenarbeiten (oder sie für sich arbeiten lassen)“.
Auf die Ökonomie übertragen: „Man hat im teuersten Lokal der Stadt Austern bestellt und hofft jetzt, in einer davon eine Perle zu finden, mit der man die Rechnung bezahlen kann. In der Vergangenheit haben solche Szenarien im besten Fall zu einer Marktbereinigung geführt, im schlimmsten Fall zu einem kompletten Zusammenbruch der Weltwirtschaft.“
Na also. Erst die Apokalypse des Kapitalismus, dann übernehmen die Chinesen alles und nennen es Kommunismus.
Did I make you feel uncomfortable?
Falls ihr nicht wisst, wem auf X oder auf Instagram zu folgen sei…
Diese Attitude bringt mich immer zum Schmunzeln. Könnte fast von mir stammen…
Alice in Borderland
Empfehlenswert – mit Abstrichen wegen der großen kulturellen Differenz: Alice in Borderland auf Netflix. (Ich bin erst am Ende der ersten Staffel angelangt, weil ich Filme nur zum Einschlafen ansehe, also jeweils eine halbe Stunde oder so… Nur sehr selten muss ich mich zwingen abzuschalten – das war das letzte Mal bei Yellowstone der Fall.)
Die Serie läuft schon ein paar Jahre. Die Algorithmen spülten sie mir aber erst jetzt zu.
Die gute Nachricht: Japanische Filme sind ohnehin immer um Klassen intelligenter als US-Produktionen, wie auch südkoreanische. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals etwas Logisches in einem Film nicht verstanden hätte. Aber hier kommt irgendwann ein dialektisches Rätsel vor, das gelöst werden muss, weil sonst alle störben – und der Held ist dafür zuständig. Ich habe das nicht kapiert, zumal auch extremer Zeitdruck bestand.
Der Plot ist einfach und bekannt und ähnelt Squid Game. Eine Gruppe von Leuten ist aus unbekannten Gründen irgendwo eingesperrt und muss Aufgaben lösen, bei denen die meisten draufgehen. Das ist per default spannend, kann aber unendlich oft wiederholt werden. Eine Allegorie auf: Je ein Kapitalist schlägt viele tot?
Die „schlechte“ Nachricht: Die Reaktionen der Hauptdarsteller Kento Yamazaki und Tao Tsuchiya – auch auch die der anderen – sind manchmal so unverständlich und europäischem Verhalten fremd, dass man nicht versteht, warum die so sind und was das japanische Publikum dabei denkt.
Beispiel: Die äußerst attraktive Heldin liegt in einem winzigen Zelt, der Held draußen und wird von Moskitos und anderem Getier zerstochen. Sie bittet ihn hinein, beide sind nur leicht bekleidet und haben schon einiges gemeinsam hinter sich – aber nichts passiert. Sie liegen starr nebeneinander wie Ölgötzen. No sex please, we are Japanese?
Oder: Die beiden mussten sich trennen, um ihr Leben kämpfen und treffen sich unvermittelt in einer Menschenmasse wieder, laufen aufeinander zu. In jedem Ami – oder europäischen Film würden sie sich um den Hals fallen, weil man sogar sieht, wie sie sich freuen. Aber die Usagi (Tao Tsuchiya) in scharfen Hot Pants zieht sich erst mal das Hemd über den Oberkörper, obwohl ihr Badeanzug extrem züchtig ist, und beide bleiben voreinander stehen. Es fehlt nur noch, dass sie sich formell die Hände schüttelten und sich verbeugen. Spätestens hier wäre in Hollywood der erste Kuss angesagt. Vermutlich hat das damit zu tun, dass „öffentlich“ und „privat“ in Japan viel stärker getrennt ist. Ich weiß es nicht.
Auch das Agieren des Helden finde ich oft albern. Er ist ein richtiges weinerliches Weichei, den man schnell erschrecken kann und der – für unser Empfinden – emotional total überreagiert, so dramatisch und kitschig wie die Protagonisten in der Peking-Oper. Manchmal so langatmig wie ein Beziehungsgespräch, so dass ich auf Vorlauf gedrückt habe.
Die Heldin scheint im Film gleichaltrig zu sein, agiert aber in Relation zu ihm mehr – fast immer – als sexy MILF. Frauen und Männer mögen absolut klischeehaft wirken, sind aber de facto gleichberechtigt. Sie sehen auch ähnlich aus: Der Held wirkt androgyn und nicht klassisch „männlich“.
Spätestens in solchen Szenen wird deutlich, dass der Film eine Adaption des gleichnamigen Mangas (erschienen 2010-2016) bzw. Anime ist: Die Schauspieler handeln charakterlich „tiefgründig“ wie im Comic Strip. Die Japaner könnten das anders. Also muss es Absicht sein. So etwas kriegen eh nur die hin. Deutsche Comics in Serie (gibt es das überhaupt?), verfilmt auf Streaming-Portalen? Undenkbar oder nur für zwölfeinhalb Zuschauer gedacht.
– Manga sind japanische Comics oder Graphic Novels, die man liest (meist schwarz-weiß, von rechts nach links).
– Anime sind japanische Zeichentrickfilme oder -serien, die man anschaut (oft basierend auf Mangas, aber nicht immer).
👉 Kurz: Manga = Lesen 📖 | Anime = Schauen 🎬.
Was ist also der Sinn des Ganzen, neben normaler Action und Unterhaltung?
Was mir auch bei dem koreanischen Beyond the Bar auffiel: Die Moral wird dem Holzhammer eingebläut, so subtil, wie ich über Israel schreibe. Nach dem Motto: Der Held ist ein Gamer und Nichtsnutz, und während er um sein Leben kämpfen muss und das Blut herumspritzt, dämmert es ihm, dass er vielleicht doch nicht seine Zeit mit Computerspielen vergeuden sollte.
Das kommt so oft und so drastisch, dass man laut schreien möchte: Da wäre ich jetzt von allein nicht drauf gekommen!
Trotzdem: Gute blutrünstige Unterhaltung.
Kesse Väter

Der Beginn des Thomasevangeliums (nicht Teil der Bibel!) in der sahidischen bzw. koptischen Handschrift, Nag-Hammadi-Schriften, ca. 350 n. Chr.. Darüber das Subskript der vorausgehenden Schrift, des Apokryphons des Johannes.
„Simon Petrus sprach zu ihnen: Maria soll von uns weggehen, denn die Frauen sind des Lebens nicht wert.
Jesus sprach: Siehe, ich werde sie ziehen, auf dass ich sie männlich mache, damit auch sie ein lebendiger, euch gleichender, männlicher Geist werde.
Ich sage euch aber: Jede Frau, die sich männlich macht, wird eingehen in das Königreich der Himmel.“ (Thomasevangelium, Logion 114)













































































































