So weit die Füße tragen

Nähe Jaffa-Tor, Jerusalem – man beachte, was der Mann hinten im Gürtel trägt.
Das Frühstück im Post Hotel ist lustig. Das soll wohl eine Bonsai-Schakschuka sein. Schmeckte aber nicht schlecht.
Übrigens: Das Hotel ist zwar unschlagbar günstig und fünf Minuten von der Altstadt gelegen, aber nicht sauber. Eher das Gegenteil. In dem Bad meines 10-Betten-Zimmers hängen die Armaturen aus der Wand, die Waschbecken sind schmutzig.
Vielleicht wird von den Gästen, die selbst kochen dürfen, auch erwartet, dass sie das Hotel putzen. Männer und Frauen schlafen nicht getrennt. Ich habe jetzt zwei nervige ältere deutsche südafrikanische Damen im Zimmer, die mit riesigen Koffern reisen, die sie kaum heben können, und ziemlich hilflos in allen Dingen sind.

Ich finde den Baustil der älteren Häuser sehr schön, der Sandstein ist nicht so langweilig wie Beton.
Ich bin heute zum Israel Museum gewandert – rund eine Stunde Fußweg. Heute ist es brüllend heiß, und ich war über jeden Schatten dankbar. Google war ziemlich ungenau, und ich bin in der Nähe der Knesset ein paar Mal im Zickzack und im Kreis gelaufen.


Manchmal leitet Google einen über Stock und Stein und durch schmale Gäßchen und hier über Treppen, aber es war fast immer richtig.
Wie ich schon mehrfach schrieb: Die Israelis können Museum. Ohne Guide und Plan verläuft man sich. Darüber schreibe ich aber nicht jetzt. Ich habe rund 70 Fotos gemacht, die ich zunächst sortieren muss.

Im Hintergrund der YMCA-Turm. Da muss ich noch hin.
Unterwegs sprach mich eine sehr junge Frau an, die sehr orthodox aussah. Sie hatte wohl gemerkt, dass ich auf mein Handy sah, und fragte, als ich ihr Hebräisch nicht verstand, nach einem Ort, den ich auch in Englisch nicht identifiziere konnte. Da mein Smartphone auch eine hebräische Tastatur hat, schlug ich ihr vor, sie sollte auf Google Maps einfach das eintippen, was sie suchte. Sie antwortete, sie dürfe am Schabbat nicht schreiben. Irgendwie habe wir es dann aber doch hingekriegt.
Der Rückweg wurde dann recht anstrengend. Ich wollte eigentlich zum Eingang der City of David und zum Teich Siloah, aber Google leitete mich total in die Irre und zeigte das Gesuchte auch nicht richtig an. (Ich habe es immer noch nicht gefunden.) Ich bin irgendwie im Tal die Sambuski Road entlanggelaufen und musste plötzlich unzählige Treppen steigen, die mich total schlauchten. Ich kam irgendwie am Grab Davids an, was ich aber nicht besuchte, weil das garantiert Fake News sind, und stand endlich vor dem Zion Gate, was ich erkannte.
Jetzt muss ich aber Nahrung suchen.


im Sovev Homot Yerushalayim (Park) südlich der Stadtmauer Jerusalems und westlich des Kidron-Tals
Kommentare
3 Kommentare zu “So weit die Füße tragen”
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Die Übaschrift zitiert einen 1955 Roman von Josef Martin Bauer wo arme kleine deusche Opfa sind.
Wenn Goggle Maps versagt würde ich Dir die App OrganicMaps empfehlen (verwendet, auch offline, Karten von Openmaps)
„Sie antwortete, sie dürfe am Schabbat nicht schreiben“
Zu dem Termin sterben bestimmt viele Taubstumme …
Ich hoffe der Forst hat sich beim arabischen Späti-Inhaber bedankt?