Im Wadi el-Qelt und noch mehr Orthodoxe

Wadi el-Qelt

Heute war ich im Wadi Qelt und im griechisch-orthodoxen Kloster St. Georg. Von meiner Herberge aus ein Fußmarsch von rund 90 Minuten, aber der hat es in sich. „It’s a challenge“, sagt mein Gastgeber.

Wadi el-Qelt
Eine Straße am Rand des Stadtteils Aqabat Jabr, einem ehemaligen Flüchtlingslager.

Kleiner Tipp zwischendurch an die Nachgeborenen und eventuelle Nachahmer: Mindestens drei Liter Wasser mitnehmen. Im Kloster gibt es offiziell nichts zu trinken. Die Straße steigt mörderisch an, und Schatten gibt es die ganze Zeit nicht.

Ich habe alles ausgetrunken und war immer noch durstig, obwohl ich schon um 7:30 Uhr losmarschiert bin, um die größte Hitze zu „unterlaufen“.

Wadi el-Qelt
Am Eingang zum Wadi Qelt sind die Ruinen des königlichen Winterpalastes der Hasmonäer und des Herodes, aber es ist nicht viel zu erkennen. (Liest zufällig ein Zeitreisender mit und kann ein Foto von vor 2000 Jahren hochladen?)

Im Wadi sieht man zwei Trampelpfade am Steilhang entlang – in derselben Richtung wie die Straße, aber die sahen mir nicht sehr vertrauenswürdig aus und so, als wäre da seit einem halben Jahrhundert niemand entlanggegangen. Der breitere Trampelpfad ist aber offenbar keiner, sondern der Rest eines Aquädukts aus römischer Zeit. (In dem Tal einen Aquädukt zu bauen ist genauso verrückt wie ein Kloster an die Steilwand zu kleben.)

Wadi el-Qelt
Auf dem total verrosteten Schild steht in Arabisch, Hebräisch und Englisch „Jericho Gate“. Ich kann mir nicht vorstellen, dass damit das gleichnamige Bauprojekt gemeint ist – was offenbar buchstäblich in den Sand gesetzt wurde und auch ganz woanders sein sollte.

„Wadi Qelt (arabisch وادي القلط, DMG Wādī al-Qilṭ, auch Deir el-Quelt, Deir el-Kelt; hebräisch נַחַל פְּרָת Nachal Prat) ist ein Wadi mit einem Verlauf von West nach Ost durch die Judäische Wüste im Westjordanland. Das Wadi, das ganzjährig Wasser führt, hat drei Quellen: Ain Farah, Ain Fawar und Ain Qelt, die östlich von Jerusalem liegen. Es endet bei Jericho in der Nähe des Toten Meeres und beherbergt eine einzigartige Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Nach der Besetzung des Westjordanlandes 1967 durch Israel wurden Teile des Wadis zum Naturschutzgebiet Nahal Prat Nature Reserve erklärt.“

Wadi el-Qelt

Wait a minute, Wikipedia. Ich habe da kein Wasser gesehen. Es war alles pulvertrocken. Oder sollte das unterirdisch rinnen? Also von „ganzjährig“ kein Spur, und der Sommer, der laut den Einheimischen auch gern Temperaturen um die 45 Grad bringt, ist angeblich hier schon vorbei, obwohl es sich anfühlt wie Hochsommer XXL.

Wadi el-Qelt
Auf dem unteren Foto kann man eine Art Behausung mitten in der Steilwand erkennen, als wäre es einem Mönch im Kloster noch nicht einsam genug gewesen.

„Besetzung“. Das lassen wir mal so stehen. Ist halt Wikipedia: „Als Bestandteil des britischen Völkerbundsmandats für Palästina wurde das Westjordanland von der UN-Vollversammlung im Teilungsplan von 1947 dem zu gründenden arabischen Staat zugesprochen. Im Palästinakrieg wurde es 1948 von Jordanien besetzt und 1950 annektiert. Im Sechstagekrieg vom Juni 1967 wurde es von Israel erobert und steht seither unter israelischer Militärverwaltung.“

Die Besatzer waren also die Jordanier. Und der jetzige Status ist ein Resultat eines Krieges, wie der Status von Ostpreußen und Elsass-Lothringen.

Wadi el-Qelt

Irgendwann taucht dann dieses Tor auf (Foto unten). Und vom dem aus geht es in Serpentinen steil abwärts, so steil und schmal, dass man froh ist, gutes Schuhwerk an den Füßen zu haben. Mir schwante schon, dass ich denselben Weg wieder hinauf musste.

Wadi el-Qelt St. GeorgWadi el-Qelt St. GeorgWadi el-Qelt St. Georg

Man muss erst um ein paar Ecken biegen, bis das gut versteckte Kloster plötzlich auftaucht.

„Ursprünglich lebten hier in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts syrische Mönche in einer Einsiedelei. Später entstand hier eine Lavra, eine Einsiedlerkolonie, die aus einem Zentrum und zahlreichen darum herum liegenden Einsiedlerzellen im Wadi Qelt bestand. Im späten 5. Jahrhundert (um 480) wurde durch Johannes von Theben ein Kloster errichtet, das dann unter der Führung seines bekanntesten Abtes, des heiligen Georg von Choziba (gest. nach 625), eine Blütezeit erlebte. Nachdem die Perser das Kloster im Jahre 614 zerstört und seine Mönche massakriert hatten, wurde es aufgegeben.“

Wadi el-Qelt St. Georg

ChatGPT weiß erheblich mehr: „Im Jahr 614 n. Chr. drangen die Sassaniden, das persische Reich jener Zeit, in das Oströmische (Byzantinische) Reich ein und eroberten große Teile des Nahen Ostens – darunter Syrien, Palästina und Ägypten.

Die Perser standen unter der Herrschaft von Chosrau II. (Khosrow II. Parwiz, reg. 590–628). Er nutzte eine Phase der inneren Schwäche im Byzantinischen Reich aus: Kaiser Maurikios war 602 gestürzt und ermordet worden, und der neue Kaiser Phokas galt als Usurpator. Chosrau II. erklärte, er wolle den Mord an Maurikios rächen (mit dem er verbündet gewesen war) und begann 603 einen groß angelegten Krieg gegen Byzanz.

Dieser Konflikt entwickelte sich zu einem der schwersten römisch-persischen Kriege überhaupt. Zwischen 611 und 619 eroberten die Perser nacheinander: Syrien (inkl. Damaskus), Palästina (inkl. Jerusalem 614), Ägypten (619).“

Wisst ihr Bescheid.

Wadi el-Qelt St. Georg

Die Mönche haben dort so eine Art Mini-Traktor, der so breit ist wie ein Motorrad, und einen etwas größeren Anhänger, mit dem sie andere Mönche, die auf Besuch kommen, oben vom Tor abholen. Das war gerade der Fall: Weißbärte in schwarzen Klamotten kamen und eine Nonne mit schicker Handtasche. Alle wurden begeistert begrüßt und ritualisierten dann etwas – vermutlich Dankbares – in der Kapelle.

Wadi el-Qelt St. Georg

Zu mir waren sie ausnehmend freundlich. Es kämen keine Touristen mehr, sagten sie, und schon gar keine aus Germany. Kaffee gab es (der wird bei der brüllenden Hitze praktischerweise nicht so schnell kalt), und Plätzchen drängten sie mir auch auf. Natürlich war strenges Fotografierverbot. Auf dem Bild unten sieht man zwei Personen den Pfad herunterkommen; ich stand auf dem mittleren der Balkone.

Wadi el-Qelt St. Georg

„Im Jahre 1878 siedelte sich der griechische Mönch Kalinikos hier an und errichtete das Kloster neu. Die Arbeiten wurden 1901 abgeschlossen.“

Ich fragte, woher das Wasser herkäme (es gab eine saubere Toilette). Heute haben sie eine Wasserleitung. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie die das vor einem Jahrhundert organisiert haben. Mit Hunderten von Eseln?

Wadi el-Qelt St. Georg

Auf halbem Weg (Foto unten) erkennt man auf einer Anhöhe die Ausgrabungsstätte Kypros Castle.

„Auf dem Berggipfel befand sich in der Hasmonäerzeit eine Festung mit palastartigen Elementen, wie aufgefundene Fragmente von Kapitellen belegen. Es gab Zisternen und rituelle Tauchbäder (Mikwen). Am Hang des Berges, etwas niedriger, befand sich ein Kolumbarium-Turm mit rundem Grundriss. Solche Türme, die auch in Jericho und in Masada gebaut wurden, dienten im Erdgeschoss der Taubenhaltung und im Obergeschoss als Wachtturm. Der Name dieser hasmonäischen Festung war entweder Threx oder Taurus.“

Da hochzulaufen, wollte ich mir aber nicht antun. Mit einem Jeep wäre es gegangen.

Wadi el-Qelt Kypros castle

Auf halbem Weg zurück, schon am Ausgang des Tales, bestand ein Lastwagenfahrer darauf, mich mitzunehmen. Er trug ein langes, nicht mehr ganz so weißes arabisches Gewand und sah Osama bin Laden ziemlich ähnlich. Es war ganz begeistert, dass ich aus Almanía (so betont man das auf Arabisch) kam und war offenbar total stolz, dass er einen deutschen Mercedes-LKW fuhr, obwohl die Beifahrertür nicht mehr schloss und die Karre aussah, als würde sie gleich auseinanderfallen.

jericho

So sieht es hier aus, wenn ich blogge. Kaffee und Früchte gab es gratis. Und der Rekord von gestern, was die Temperatur angeht, wurde auch gebrochen.

jericho

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Fehlende arabischen Frauenhaare, Sykomoren und der Berg der Versuchung

jericho
Bei Google ist der Neubau gegenüber der Moschee an der Gamal-Abdel-Nasser-Straße noch nicht fertig.

Woran erkennt man sofort, dass man nicht mehr in Israel ist? Plötzlich sind die Städte fast ohne Frauen, und die, die man sieht, sind verschleiert bis hin zur Burka. Ich habe, außer bei kleinen Mädchen, hier noch keine arabischen Frauenhaare gesehen.

jericho

Jericho ist im Prinzip eine Kleinstadt, die jedoch nach Süden ausufert. Dort sind „Flüchtlingslager“, vor allem Aquabat Jaber.

jericho
Ein-Alsutan-Straße gegenüber dem (geschlossenen) Touristenbüro.

In allen Städten dieser Art, die keinen Suq mehr haben, kann man ein „Zentrum“ nicht erkennen. Die Straßen sind hässlich und zusammengewürfelt, wie Vorstädte in den USA oder Lateinamerika.

jericho
Auf dem Schild steht „Franziscan Sisters kindergarten“

Und nun zu uns, Russen. Putin habe ich eigentlich nicht erwartet. Aber es ist gar nicht Putin, sondern Dmitry Medvedev, nach dem auch die Straße benannt wurde (was Google offenbar noch nicht gemerkt hat). Das Gebäude ist ein „russisches Museum“. Es war auch geschlossen (unten).

jericho

Aber es gibt ChatGPT zum Übersetzen:
Under the auspices and in the presence of
His Excellency Dmitry Medvedev,
Chairman of the Government of the Russian Federation,
and
His Excellency Mahmoud Abbas,
President of the State of Palestine,
the inauguration of
President Dmitry Medvedev Street in Jericho
Friday, November 11, 2016

jericho

Rechtes Poster (mit Foto eines jungen Mannes vor dem Felsendom in Jerusalem)
Arabisch (transkribiert):
الشهيد البطل حميد عواجنة
استشهد في معركة طوفان الأقصى
Der heldenhafte Märtyrer Hamid Awajneh
Gefallen in der Schlacht der Al-Aqsa-Flut
am 8. Oktober 2023
Tufan al-Aqsa“ ist die arabische Bezeichnung für den Angriff der Hamas auf Israel am 7./8.Oktober 2023.

Das ist wieder das Kleingedruckte unter der Oberfläche, was man auch lesen muss, selbst wenn alle Leute ultrafreundlich sind.

jericho

Die Sykomore des Zachäus (polnisch: Sykomora Zacheusza, englisch: Zacchaeus Sycamore Tree) in Jericho ist einer der bekanntesten christlichen Pilgerorte im Westjordanland und bezieht sich auf den biblischen Zachäus, der in Jericho auf so einen Baum gestiegen sein soll, um Jesus zu sehen.

„Der heute sichtbare Baum ist eine uralte Maulbeerfeige (Ficus sycomorus), die laut lokaler Überlieferung über 2.000 Jahre alt sein soll. Botaniker weisen allerdings darauf hin, dass Sykomoren in diesem Klima selten älter als 500–600 Jahre werden.“ Also schon wieder Fake News.

jericho

Ich war noch frisch, obwohl die Temperatur schon in Richtung 40 Grad ging. Da oben am Berg klebt ein griechisch-orthodoxes Kloster. Zum Glück gibt es eine Seilbahn.

jericho

Ich marschierte dorthin, immer auf der Seite, wo es mehr Schatten gab. Ich kann mir vorstellen, dass die hiesige Kleinbourgeoisie die Hamas verabscheut, weil der Krieg seit 2023 den Tourismus ziemlich zum Erliegen gebracht hat. Früher war das wohl anders.

jericho

Die Seilbahn hat schon bessere Tage gesehen. Ich war froh, dass ich allein drin saß. Um Panikattacken zu vermeiden, wird darauf hingewiesen, dass die Kabinen in der Mitte der Strecke kurz anhalten, um oben und unten neue Passagiere aufzunehmen.

jerichojericho

Oben links kann man das Monastery of the Temptation erkennen. „Es wurde an den Hängen des Berges der Versuchung erbaut, 350 Meter über dem Meeresspiegel, entlang einer Klippe, die auf die Stadt Jericho und das Jordantal blickt.

Seine ältesten Bauwerke stammen aus dem 6. Jahrhundert und wurden über der Höhle errichtet, in der Jesus der Überlieferung nach vierzig Tage und vierzig Nächte fastete und meditierte, während er vom Satan versucht wurde.“

jericho

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man so etwas da oben hinbauen kann, ohne dass alles wieder in die Tiefe stürzt. Die Felsen sehen auch aus, als würden permanent Teile abbrechen.

jericho

Während die Kabine nach oben bzw. nach unten ruckelt, erscheint der See Genezareth im Süden. Tiberias ist nicht zu sehen. Die Berge im Westen und Südwesten sind schon Jordanien (Foto ganz unten).

jericho

Das Bild unten ist eine abfotografierte Postkarte. Ich wollte den einsamen griechisch-orthodoxen Mönch, der den Besuchern die winzige Kapelle zeigt, nicht umhauen, sondern fotografierte brav nicht, weil das bestimmt irgendeiner Wahrheitsfindung dient.

jericho

Solche Toiletten habe ich das letzte Mal Anfang der achtziger Jahre in Südamerika gesehen. So etwas gibt es nicht in Israel. Wahrscheinlich müssen die so genannten „Palästinenser“ unser Geld dringend anderweitig verwenden.

jericho

Morgen geht es im Frühtau zu Berge, nur ohne Frühtau.

jericho

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Für eine Handvoll Schekel

frühstück

Das Frühstück kostet rund sechs Euro. Die Abendkühle sieht aus wie unten.

heiss

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Jerichosche Agitprop [Update]

buch

Nehmt dies, Araber: Dieses Posting wird mit dem Tag „Israel“ indiziert.

Wenn man das Kleingedruckte liest, fällt einem hier schon auf, was in Judäa im Westjordanland unter der Oberfläche brodelt. Die Leute sind genauso freundlich wie in Israel, vor allem auch deshalb, weil sie über jeden Touristen dankbar sind, der ein paar Schekel unter ihnen verstreut. Das Tourist Information Center in Jericho ist auch geschlossen (heute morgen kurz nach neun).

Unsere Bundesregierung warnt vor Reisen hierher: „Deutsche Staatsangehörige, die sich derzeit im Gazastreifen oder im Westjordanland aufhalten, sollten – sofern möglich – ausreisen.“ Mach ich aber nicht.

Ich habe bis jetzt nur ein asiatisches Paar und eine kleine Gruppe niederländischer Christen getroffen und mit ihnen viereinhalb Worte gewechselt. Sonst bin ich immer der einzige Wessi Nicht-Westasiate oder wie man das nennt, und ich werde zum Teil neugierig angestarrt wie auf einem Dorf in den südamerikanischen Anden.

Hier im Hotel liegen ein paar Bücher aus über Jericho, die u.a. vom Ministry of Tourism and Antiquities (Palestine) herausgegeben wurden. Was sofort auffällt: Die tun so, als hätte es Israel vor der arabischen Kolonisation nie gegeben, was natürlich Fake News sind. Es taucht immer nur der Begriff „Canaanites“ auf, nie aber „Israel“ oder „Juden“.

Die „palästinensischen“ Araber habe ihre Geschichte frei erfunden, weil sie diese mitnichten in die Zeit vor den Römern verlängern können. Da gab es sie noch gar nicht in Palästina. (Das gab es auch nicht, weil die Römer den Begriff genommen haben, um die Erinnerung an die Juden auszulöschen.)

In der arabischen Tradition war Palästina ein Teil von Bilad al-Scham (Großsyrien), das die gesamte Levante umfasste mit dem Zentrum Damaskus. So war es noch mindestens bis zur Staatsgründung Israels.

buch

Fakten: Vor 1900 war Palästina Teil des Osmanischen Reichs (1516–1917). Die Bevölkerung bestand aus einer Mischung von arabischsprachigen Muslimen, Christen, Juden, Drusen, Tscherkessen, Türken und Beduinen. Arabische Einwanderung aus den Nachbarregionen wie Ägypten, Syrien, dem Hauran (Süd-Syrien) und Transjordanien war üblich, oft aufgrund von Arbeit, Handel oder Landwirtschaft.

Besonders im 18. und 19. Jahrhundert wanderten Bauern, Händler und Beduinen aus benachbarten Gebieten nach Palästina ein, weil es dort fruchtbare landwirtschaftliche Flächen gab, Steuern und Rekrutierungen in anderen Provinzen strenger waren, oder durch Verwüstungen in Nachbarregionen (z. B. Dürren oder Konflikte).

Beispiele für Einwanderungswellen:
– Ägyptische Migration unter Muhammad Ali (1831–1840),
Als Ägypten Palästina zeitweise besetzte, kamen ägyptische Soldaten, Beamte und Bauern in die Region. Einige blieben dauerhaft.
– Beduinenstämme aus der arabischen Halbinsel (z. B. aus dem Negev, dem Hauran oder Ostjordanien) zogen in das südliche und östliche Palästina.
– Tscherkessen und Bosnier (nicht Araber, aber Muslime) wurden ab den 1860ern von der osmanischen Regierung angesiedelt, um Grenzgebiete zu sichern.

Quellen von ChatGPT:
Justin McCarthy: The Population of Palestine: Population History and Statistics of the Late Ottoman Period and the Mandate (1990).
Yehoshua Ben-Arieh: The Rediscovery of the Holy Land in the Nineteenth Century (1979).
Kemal Karpat: Ottoman Population, 1830–1914 (1985).

Jetzt dudeln ringsum die Muezzine. Ich muss mal etwas einkaufen.

[Update] Ich vergaß zu erwähnen, dass ich gestern alle arabischen Fernsehsender durchgezappt habe, Katar, Oman, Jordanien. Das ist schon exotisch…

TV

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Am Westufer

Mizpe Ramon
Sogar in der kleinstädtischen Pampa (hier: Mizpe Ramon) zeigen die Bushaltestellen an, wann die Busse kommen bzw. abfahren.

Kurz zwischendurch und IMHO ohne interessanten Inhalt. „Die Entfernung zwischen Mitzpe Ramon (Israel) und Jericho beträgt etwa 232 km auf der Straße. Die reine Fahrzeit mit dem Bus liegt – je nach Route und Umstiegen – bei rund 4 Stunden.“

beershebabeersheba

Auf dem Weg nach Be’er Scheva, der „Hauptstadt“ des Negev, sieht man ziemlich oft Baracken- oder Slum-ähnliche Behausungen. Ich gehe davon aus, dass sich dort Beduinen angesiedelt haben.

beersheba

Den Busbahnhof von Be’er Scheva finde ich sehr interessant: Scharen bewaffneter Soldaten beiderlei Geschlechts, vollverschleierte Beduinen-Frauen und allerlei buntes Volk jeder Art, aber kaum orthodoxe Juden. Man kann da gut eine Weile herumsitzen und sich die Leute ansehen.

bus
Busse haben USB zum Laden und oft – wie hier – einen eigenen freien Internet-Zugang für die Fahrgäste.

Die Strecke zum Toten Meer bin ich schon 2023 gefahren. Typisch: Die Steinwüste der judäischen Berge wird karger und karger und fast Sand, der Anblick öde. Man muss so etwas schon mögen; es schreckt total ab. Wer begibt sich freiwillig in eine solche Einöde?

bus

Das Reisen mit Apps wie Moovit ist natürlich kinderleicht, im Prinzip. Man verfolgt in Echtzeit die Busse und sich selbst, vorausgesetzt, man hat Internet – was aber in ganz Israel der Fall ist, außer man steht mitten in der Wüste.

Die Reise nach Jericho ist etwas kompliziert, weil es keine direkten Verbindungen von Israel aus gibt. Mein Rat: Von der Jerusalem Central Busstation nach Almog Junction (die Busfahrer verstehen auch „Almog“).

bus

Das Problem: Der Busfahrer wusste zwar, wohin ich wollte, weil ich es ihm bei der Abfahrt gesagt hatte, vergaß aber anzuhalten. Er bretterte bis zum Abzweig nach Deir Halja und bequemte sich erst dann anzuhalten. Ich musste also gut einen Kilometer mit dem gesamten Gepäck zurücklaufen, ohne Schatten und in glühender Hitze. Das liegt hier übrigens alles schon weit unter dem Meeresspiegel.

la luna

Mit meinem unglaublich hilfsbereiten Hotelbesitzer kommunizierte ich per WhatsApp. Zum Glück hatte mein Gastwirt schon einen Taxifahrer zum Almog Junction samt Beschreibung meiner Person geschickt, der dort wartete und mich nach Jericho brachte (40 ILS = rund 10 Euro). Zusätzlich bekam ich noch ein Video, wie ins Haus und in mein Zimmer zu gelangen sei, weil sonst niemand hier ist und der Besitzer arbeiten muss. Ich war froh, als ich endlich da war und die luxuriöse Dusche nutzen konnte.

la luna

B&B La Luna Jericho – höchstmögliche Anzahl von Sternen und ein unglaubliches Preis-Leistungsverhältnis – knapp 100 Euro für drei Nächte, mit Frühstück und Garten und großem eigenen Bad.

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Könige, Kamele und noch mehr

Mizpe Ramon Ibex

Prolog, revisited: Hier laufen die Ibexe wieder herum, und alle Autofahrer wechselten in Zeitlupe. Die Tierchen sind pfeilschnell und machen große Sprünge, und wenn sie in Panik geraten, weiß man nicht, in welche Richtung sie dann laufen werden.

Mizpe Ramon Ibex

Ich muss jetzt wieder zusammenposten, was gar nicht zusammengehört. Heute stand – auf Empfehlung von Einheimischen – ein kleiner Ausflug zum Midreshet Ben-Gurion auf dem Programm. Der gestrige Tag steckte mir noch fühlbar in den Knochen. Das ist nördlich des En-Awdat-Nationalparks (der auf den Panorama-Bildern zu sehen ist).

Midreshet Ben-Gurion

Zwischendurch die Weltläufte. Ich gehe davon aus, dass der Krieg in Gaza jetzt weitergehen wird. „The war is not over yet, there are a few more things that need to be done, we know that.“ – „Im südlichen Gazastreifen bei Rafah kam es zu heftigen Feuergefechten. Terroristen stürmten aus einem Tunnelschacht und attackierten israelische Soldaten. Erste Meldungen sprechen von Todesopfern auf unserer Seite.“

Ceterum censeo: Hamas esse delendam.

Midreshet Ben-Gurion

Ach ja. Gegen Trump wurde demonstriert. Bei den Qualitätsgenderhauptstadtmedien ist das Wort „Demonstranten“ verboten, es heißt jetzt laut Ministerium für Sprachesoterik „Demonstrierende“,

Der US-Präsident kontert mit einem lustigen ekligen Video, auf dem King Trump und viel Scheiße zu sehen sind. [Auch bei den Österreichern anzuschauen – für die, die Truth Social nicht mitlesen.] Die New York Times weist vorsorglich darauf hin, dass das Video ein Fake ist.

Midreshet Ben-Gurion

Ich habe mir kurz das Grabmal Ben Gurions und seiner Frau angesehen, das in seinem reizenden kleinen Park – wieder mit vielen Ibexen – liegt. Und mit grandioser Aussicht.

Übrigens: Die spinnen, die Griechen.

Midreshet Ben-GurionMidreshet Ben-GurionMidreshet Ben-Gurion

Ich habe gerätselt, wofür auf dem obigen Foto das fette Abflussrohr ist, das links aus den Felsen kommt. Darüber liegen die Ramat Negev Regional Library und Shermans Hotel. Aber sind die nicht an die Kanalisation angeschlossen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendwas Schmutziges vor aller Augen direkt in den Nationalpark abgelassen würde.

Midreshet Ben-Gurion

Vielleicht hat Trump das ja so geplant. „Trump expressed doubt that Hamas would disarm voluntarily, but noted that if not, the United States would do so.

At the same time, he emphasized that the US would not deploy ground troops in Gaza — the operation, he said, could be carried out by Israel with US support.

„They promised they would disarm. They said they would disarm. There is doubt that they will do so. Now they said they were gang members and so on, and so on, you know. But these are very cruel people. This is a very cruel part of the world. No one has seen such violence. If necessary, we will disarm them. Whether it is me or the US, or, you know, a proxy — it could be Israel with our support. And we will not have ‚bare‘ troops on the ground. There is no need for that,“ Trump said.“

camels

Auf dem Schild – aus dem Lokalbus nach Mizpe Ramon fotografiert – steht: „Beware of camels near the road“.

Mizpe Ramon

Heute ist mein letzter Tag in der Negev. Morgen fahre ich nach Jericho. Wenn die IDF wieder loslegt, kann es unter Arabern ja heiter werden.

Sicherheit & Formalitäten:
⦁ Ausweis/Pass mitnehmen; du passierst teils Checkpoints.
⦁ Rechtslage: Jericho (Kernstadt) liegt in Gebiet A; israelischen Staatsbürgern ist die Einfahrt untersagt. (Bitte beachte deine Staatsangehörigkeit/Visa-Situation.)
⦁ Frequenz/Zeitfenster: Arabische Busse/Servees fahren ohne strengen Fahrplan und starten, wenn voll; nachmittags ist Betrieb normal, abends dünner.
(Quellen: ChatGPT/Ramallah Tourist Center)

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Russischer Imperialismus oder: Marx (und Engels) kontra Moskau

russischer Imperialismus
A colossal bear made of ice and iron, emerging from the northern snows, its shadow stretching across continents from the Baltic to the Black Sea, devouring colors and cultures. Each claw marked with centuries: Peter, Catherine, Stalin, Putin. The landscape below transforms from empire to revolution to modern state, yet the beast’s eyes remain the same cold, golden, patient. –s 750

Ich darf die Leserschaft auf einen sehr interessanten Artikel Michael R. Krätkes (deutsch, pdf) aufmerksam machen: „Marx (und Engels) contra Moskau“.

Auf die Altvorderen, die alten weißen Männer, geben heutige Linke nicht mehr viel. Täten sie es, sie würden einige Überraschungen erleben, nicht nur wegen der politisch unkorrekten Ausdrucksweise der Herren. Denn Männer wie Karl Marx und Friedrich Engels, Männer des vergleichsweise friedlichen 19. Jahrhunderts, waren keine Pazifisten. Bellizisten waren sie auch nicht. Doch haben sie den Krieg wie die meisten ihrer Zeitgenossen als ein normales – im Sinne von häufiger wiederkehrendes, also erwartbares – Phänomen der internationalen Politik betrachtet. An Kants „ewigen Frieden“ glaubten sie nicht, sie lebten in einer Welt
rivalisierender imperialistischer Mächte, die untereinander wie gegen die von ihnen unterworfenen Völker immer wieder Krieg führten, in Europa ebenso wie auf anderen Kontinenten. (…)

Alle politischen Revolutionen der Neuzeit, die englische, die amerikanische wie die französischen Revolutionen, die alles andere als friedlich verliefen, gingen mit Bürger- und (Interventions)Kriegen einher; oder sie führten zu einer Serie von Eroberungskriegen. Alle Mächte, die großen wie die kleinen,
waren kriegerisch, alle Staaten, die großen wie die kleinen, waren Militärstaaten, das Militär, die modernen stehenden Berufsarmeen ebenso wie Volksarmeen, also die Kriegsbereitschaft in Permanenz, kostete Unsummen. (…)

Hegemonialmacht wurde Russland nie, das russische Imperium setzte voll und ganz auf militärische Gewalt. In seinen Einflusssphären wollte es die stärkste Landmacht sein und als Seemacht mit allen übrigen mithalten können. Im Kaukasus, in Zentralasien führte es Jahrzehnte lang blutige Eroberungskriege. Im Süden führte es einen Krieg nach dem anderen gegen den alten Erzfeind, die Türkei. Mit dem Ziel, die Vorherrschaft im Schwarzen Meer zu erringen und schließlich Istanbul zu erobern, den Bosporus und die Dardanellen unter seine Kontrolle zu bringen. Sei dem Vertrag von Kücük-Kaynarca von 1774 beherrschte die „Orientalische Frage“ die europäische Politik. Russland griff immer wieder an, schließlich mündeten die russischen Kriege gegen die Türkei in den Krimkrieg, in dem sich England und Frankreich mit der Türkei verbündeten. Ein Krieg, der das durch Russlands Aggression bedrohte Gleichgewicht der Großmächte in Europa bewahren sollte. Russland verlor, blieb aber als Großmacht im Spiel der Großmächte, dank der Nachgiebigkeit seiner Kriegsgegner. Russlands Eroberungsdrang stand außer Frage. Das russische Imperium führte im 18. und 19. Jahrhundert einen Angriffskrieg nach dem anderen gegen das osmanische Reich. (…)

Die zeitgenössische Linke war kein Jota besser als die vor dem vermeintlich übermächtigen Russland kriechende Bourgeoisie des Westens. Also legten sich Marx und Engels mit der linken Prominenz ihrer Zeit an, ohne Rücksicht auf deren Befindlichkeiten. Mit besonderer Schärfe reagierten sie auf die linken
Friedensschwärmer, die sich gegen den Kampf der Polen für ihre nationale Unabhängigkeit wandten, also die Partei des russischen Imperialismus ergriffen. Da kannten die beiden keine Kompromisse, die Frage der polnischen Unabhängigkeit war und blieb für die Schlüsselfrage, die die Zukunft ganz Europas berührte. Konnten sich die Polen vom russischen Joch befreien, war Europa vor russischen Angriffen sicher. Blieb Polen unter russischer Herrschaft, wie nach den in Blut erstickten Aufständen von 1830 und 1863, war ganz Europa in Gefahr.

Anmerkung 5: Der geschichtsverklärenden Vorstellung, in grauer Vorzeit habe es völlig friedfertige, nur auf friedliche Kooperation mit allen Nachbarn erpichte, durch und durch unkriegerische, ja kriegsunfähige Gesellschaften gegeben, erst mit und durch die Zivilisation sei das Urübel Krieg in die Welt gekommen, sind viele erlegen. Der Mythos vom edlen und friedliebenden Wilden, bis heute bei Pazifisten beliebt, ist durch die Arbeit der Anthropologen und vor allem der Archäologen längst widerlegt worden. Vgl. zum aktuellen Forschungsstand das Buch von Lawrence H. Keeley, War before Civilization. The Myth of the Peaceful Savage, Oxford University Press 1996. Keeley und viele andere greifen nicht auf biologische Argumente zurück, die Frage, ob einige Primaten Konflikte gewaltsam oder friedlich zu lösen pflegen, ist für die Frage nach dem Ursprung des Krieges völlig unerheblich.

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Wehe, Wanderer! Wüste Wege!

mizpe ramon

Prolog: Wenn man das obige Foto genauer ansieht, erkennt man ein Tier. Nein, das ist kein Denkmal. Die Leute hier nennen diese Tier desert goat, also Wüstenziege. Hier sitzt ein Nubischer Steinbock einfach zwischen den Häusern herum (Nubian Ibex). Ich habe schon einige davon gesehen. Es wird überall davor gewarnt, sie zu füttern. Die Art ist vom Aussterben bedroht und streng geschützt (in Israel).

negev

Ich bin heute mehr als sechs Stunden allein durch die Wüste Negev gewandert.

Die gute Nachricht: Ich habe es wieder zurück geschafft. Die schlechte: Ich habe alles verpasst, was ich an geologischen Sehenswürdigkeiten sehen wollte, muss also in den nächsten Jahren noch mal zurückkehren. Ursache war natürlich, dass ich micht total verlaufen hatte. Das ist in einer leeren Wüste eher suboptimal, zumal Temperaturen um die 30 Grad das Herumwandern und -klettern auch nicht leichter machen.

negev

Der Israel National Trail ist von Mizpe Ramon aus im Prinzip, wie man bei Radio Eriwan zu sagen pflegte, gut markiert. Es geht zunächst steil abwärts. (Wenn ich heute morgen um neun gewusst hätte, dass ich denselben Weg wieder hinaufsteigen musste, hätte ich vermutlich einen halben Herzinfarkt bekommen.)

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Der Höhenunterschied zwischen der Ortschaft Mitzpe Ramon (oft angegeben mit einer Höhe von ca. 860 m über NN) und dem Boden des nahegelegenen Erosionskessels Makhtesh Ramon (deren Boden auf etwa 400 m über NN liegt) (Quelle laut ChatGPT: MDPI) beträgt demnach grob 460 m.

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Die Karte, die man im Besucherzentrum von Mizpe Ramon (Google kann man in der Wüste vergessen) bekommt (die Aussichtsplattform für Besucher ist auf dem Foto links oben zu erkennen), sieht zwar detailreich aus, aber ist so klein gedruckt, dass man ein Mikroskop mitführen müsste.

Ich habe auch den Eindruck, dass sie nicht immer korrekt ist. Ich wollte direkt nach Süden nach Nahal Ramon (der Kraterkessel), wo der Trail eine Schotterpiste kreuzt, dann über den Pass des Makhtesh Ramon Geological Park zum Ammonite Wall und östlich davon auf der Straße wieder zurück. (Teile des Trails sind auch von Google Earth indiziert, aber das müsste man sich vorher ausdrucken.)

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Ich wurde schon misstrauisch, als ich mir die Karte genau ansah. Der Weg ist zwar zu erkennen, aber verlief irgendwo im Nirgendwo, und ich fand die Kreuzung nicht. Also den nächstgelegenen Pass nach Süden hoch, wo es nach einem Pfad aussah, der aber nicht markiert war.

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Gegen Mittag war ich auf der anderen Seite des Gebirgszuges und schon reichlich platt. Morgens war der Himmel noch voller Wolken, aber die wurden nach und nach von der Sonne weggeschmolzen, und die Temperatur stieg rapide an.

Meine hier schon lobend erwähnte Powerbank hat einen Kompass. Was die grobe Richtung anging, war ich auf der sicheren Seite. Die Trampelpfade (wenige Fußabdrücke, viele Hufe) aber verschwanden, und ich musste über die Steinwüste pur vorwärtskommen.

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Im Hintergrund das Felsmassiv mit Mizpe Ramon

Entfernungen in der Wüste sind extrem schwer einzuschätzen. Das kenne ich aus anderen Steinwüsten, in Peru und Bolivien. Man denkt: Hinter der Ecke müsste man erkennen, wie es weitergeht, und dann kommt noch eine Ecke und noch eine und es hört nicht auf. Die Straße 40 hätte da sein müssen, war sie aber aber nicht.

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Ich schwenkte nach Norden und fand irgendwann eine Schotterpiste, die auf dem Boden des Kraters west-östlich verläuft. Dann sah ich in weiter Ferne im Nordosten ein paar Jeeps Staubwolken aufwirbeln und gleichzeitig das Bergmassiv vor mir, auf dem Mizpe Ramon liegt. (Foto oben) Letzteres war näher als die Straße. Also kurzentschlossen den Weg nach oben finden und dann hochklettern.

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Natürlich habe ich unter dem Baum gerastet, der einzige große Baum, den ich in sechs Stunden gesehen habe. Keine Ahnung, was den geritten hat, ausgerechnet dort zu wachsen. Der gehört eigentlich nach Afrika. Aber das ist ja nicht weit von Israel.

ChatGPT: „Der Baum auf deinen Fotos ist eine Schirmakazie (Vachellia tortilis) — die typische, ikonische Baumart des Ramon-Kraters und der zentralen Negev-Wüste in Israel.“

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Der Anstieg nach Mizpe Ramon – fast 500 Höhenmeter – mörderisch. Es war mittlerweile brüllend heiß. Ich war froh, dass ich die Fremdenlegionär wüstentaugliche Kopfbedeckung gekauft hatte (natürlich made in China). Aber ich kam trotzdem an meine Grenzen und musste zum Schluss alle zehn Meter eine Pause einlegen. Die drei Liter Wasser waren auch schon in meinem Bauch.

negev

Irgendwann war ich dann doch oben und holperte in meine Wohnung (die Vermieterin ist verreist bis morgen). Vor der Tür saß schon die Katze und schaute mich vorwurfsvoll und hungrig an. (Sie entscheidet, wann sie rausmöchte – kommt aber immer wieder.)

Wir gehen beide früh ist Bett..

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Robots.txt

robots.txt

Schöner Nachruf bei Heise: „Abschied von robots.txt (1994-2025) – Das freiwillige Compliance-Protokoll, das das Internet zivilisierte, ist von uns gegangen.“

Ich habe auch so etwas. Ich hoffe, die Datei fühlt sich nicht einsam, wenn keiner mehr vorbeikommt.
User-agent: *
Disallow: /seminar140219/
Disallow: /becker/
Disallow: /cabrera/
Disallow: /fg/
Disallow: /bj/
Disallow: /freevideo/
Disallow: /upload/
Disallow: /txt/

Bei der Bilderzeugung ist hier ChatGPT (oben) mit demselben Prompt erheblich besser als Midjourney.

robots.txt
Eine humorvolle, metaphorische Szene, die zeigt, wie eine kleine, unscheinbare Textdatei namens „robots.txt“ auf einer Website liegt, während riesige, glänzende Suchmaschinen-Roboter (mit Logos wie generischen Suchsymbolen, keine echten Marken) achtlos an ihr vorbeilaufen oder sie übersehen. Die Datei winkt oder hält ein Schild mit „Bitte nicht indexieren!“ hoch, aber die Roboter ignorieren sie und durchsuchen den Rest der Website. Stil: moderne digitale Illustration, leicht satirisch, mit klaren technischen Details (z. B. HTML-Seiten, Crawler, Server). Farbpalette: blau, grau und grün. Atmosphäre: ironisch, aber professionell.

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Hinaus ins Mittagland

Negev

Da sie nun Mose sandte, das Land Kanaan zu erkunden, sprach er zu ihnen: Ziehet hinauf ins Mittagsland und geht auf das Gebirge… (4. Mose 13)

Ich schrieb schon, dass man die Panoramen nicht fotografieren kann. Morgen gehe ich auf einen langen Marsch, dann werden wir sehen, wie das aussieht.

Negev

Mizpe Ramon liegt auf einer Anhöhe. Hier kann es zwar bis zu 40 Grad heiß werden, aber es weht immer ein lauwarmer Wind, so dass die Hitze erträglich ist.

„There are moderate to strong winds all year long, caused by its location above the crater, which make Mitzpe Ramon feel much colder than it really is.“ Sag ich doch. Unten im Krater wird es leider nicht mehr so sein.

Negev

Da stand eine Gruppe von Leuten herum, die alle in einem dicken Buch lasen und dabei ab und zu in den Krater schauten. Es waren vermutlich US-Amerikaner, und es war die Bibel. Wenn es der Wahrheitsfindung dient…

Mizpe ramon

Weißt du etwas über ein Denkmal in Mizpe Ramon, auf einem Rondell an einer Straßenkreuzung, von zwei arbeitenden Männern?
ChatGPT: Nachgedacht für 35 Sekunden: Ja – das ist kein Denkmal, sondern ein öffentliches Kunstwerk in Mizpe Ramon. Es heißt auf Hebräisch „שחזור פריצת הדרך למצפה רמון“ („Rekonstruktion des Durchbruchs der Straße nach Mizpe Ramon“). Die Bronzeplastik zeigt zwei arbeitende Männer bei Straßenbauarbeiten und steht auf dem zentralen Kreisverkehr der Stadt. Urheber ist der israelische Bildhauer Asaf Lifshitz; die Aufstellung ist spätestens 2018 belegt.

Zu diesem Standort passt die lokale hebräische Bezeichnung כיכר החלוצים (Kikar HaHalutzim = „Pionier-Platz“), die von Gemeinde/Ortsquellen verwendet wird – das ist der große zentrale Kreisverkehr am Stadteingang, auf dem die Skulptur mit den zwei Arbeitern steht.

Negev

Der Mann hatte seine Familie und das Gewehr dabei. Ich wollte die Leute nicht nerven, aber ich habe mindestens vier Bewaffnete im Supermarkt gesehen, alle mit Sturmgewehren.

Negev

(Der Einkaufszettel liegt verkehrt herum.) Alles zusammen kostete 147,50 Schekel, das sind 38,14 Euro. Das reicht für zwei Tage. Sagte ich schon, dass ich wieder mein Idealgewicht habe?

Negev

Gefühlt es es um die Mittagszeit 40 Grad heiß, und ich bin nur haarscharf an einem Sonnenbrand vorbeigeschrammt. Obwohl das hier mitten in der Wüste liegt, leisten sie sich Wasserspiele. Unzählige Bänke im Schatten gibt es auch, weder beschmiert noch dreckig. Ich will nicht alles schönreden, aber es ist eben so.

In Jerusalem habe ich auch einen Obdachlosen gesehen, der auf dem Trottoir der Jaffa Road übernachtete. auf dem Davida Square sitzen immer ein paar Säufer herum – das war schon so vor zwei Jahren.

cat

Die Katze darf immer raus, wenn sie will. Wenn man rausgeht, wartet sie dann oft vor der Wohnungstür, wenn man zurückkommt. Meine Wirtin sagte, die Katze hatte sie adoptiert, nicht sie die Katze. Das Tierchen ist total entspannt und ruiniert auch keine Pflanzen, obwohl das bei Kakteen auch nicht ganz so einfach ist.

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Mizpe Ramon und drumherum

Negev
Mizpe Ramon in der Negev-Wüste, Israel. Ich wohne in einem Haus an der Straße ganz rechts.

Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.

Jetzt wird es langweilig. Die Wüste, wie der Name schon sagt, ist wüst. Da ist also nichts, noch weniger als in Königswusterhausen. Oder sehr wenig, ansonsten nur Steine. Aber wenn man genauer hinguckt, wird es schon komplizierter.

In Secondlife bin ich bekanntlich professioneller Wüsten- und Oasenbauer. Aber hier sieht es noch wüster aus, weil außerhalb der wenigen Ortschaften weder Palmen noch richtige Bäume wachsen.

Südlich von Mizpe Ramon (100 Meter von meiner Privat-Unterkunft entfernt) beginnt der Machtesch Ramon, ein „40 km langer Erosionskrater mit eindrucksvollen geologischen Formationen.“ So etwas kann man eigentlich gar nicht fotografieren. Ich versuche es morgen noch einmal mit Stativ und besserer Kamera.

Ich werde den Krater erkunden, aber mir vorher eine Karte aus Papier besorgen, weil es – Überraschung! – dort kein Internet gibt, wie mir meine Zimmerwirtin mitteilte.

NegevNegev

Das wird endlich wieder mal ein authentisches Reisegefühl werden – wie früher. Kilometerweit ringsum ist nichts, auch kein Wasser. Kein Internet. Und ein Fehltritt, und du bist am Gesäß. Brüllend heiß ist es sowieso, und nachts saukalt. Das hatte ich das letzte Mal 1984 in Chipaya in Bolivien.

Negev

Ich bin übrigens älter als Mizpe Ramon. Der Ort wurde erst 1956 gegründet.

Ich war heute Nachmittag im kommunistischen HaAgala Cooperative Supermarket – „a cooperative grocery owned by the residents of Mitzpe Ramon“. Ich habe die Wohnung für zwei Tage allein, weil meine Wirtin verreist. Vermutlich hat sie erst gewartet, was für ein Typ ich bin und ob ich in der Lage bin, mir selbst ein Ei zu kochen und Wasser heiß zu machen. Ich muss nur die Katze füttern, die aber durch die Gegend streifen darf.

NegevNegev

Zu der Aussicht hier passt nur das Adjektiv „spektakulär“. Bei Sonnenuntergang treffen sich ein paar Leute auf dem „Camel Mount“ und fotografieren sich gegenseitig.

Ich bin dort eine Weile geblieben, bis es fast dunkel war. Die kleine Hirse hat das unterste Foto künstlich intelligent heller gemacht als es in der Realität war. Am Horizont sieht man links und rechts von der Mitte ganz kleine Lichter. Ich habe nach Südosten bzw. nach Süden fotografiert. Velleicht sind das Razula oder Shitim oder der Kibbutz Ne’ot Semadar. Eilat ist ca. 150 Kilometer entfernt.

NegevNegev

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Durch die Wüste

Negev

Mizpe Ramon, Negev, Blick aus der Küche meiner Unterkunft auf den Camel Mount.

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YMCA und Etzel

Bet Guvrin

Gestern war ich doch auf dem YMCA-Turm. Allein ist das nicht möglich, aber der freundliche Rezeptionist fragte ein US-amerikanisches Rentner-Ehepaar, ob sie mich mitnähmen.

Muss man nicht machen, außer man will das King-David-Hotel in voller Länge und Breite sehen. Und der Sonnenuntergang findet auch auf der anderen Seite statt.

Als ich 16 war, las ich zum ersten Mal von diese Hotel. „Weltweit bekannt wurde das Hotel durch den Bombenanschlag am 22. Juli 1946 durch die von Menachem Begin geführte radikal-zionistische Terrororganisation Irgun.“

Etzel! Etzel-Museum! Kommt noch.

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Bet Guvrin – Stadt der Freien

Bet Guvrin

Das Café im Kibbutz Bet Guvrin besteht nur aus einer Art Currywurstbude ohne Currywurst und Bänken im Schatten. Es gab aber leckeren Milchkaffee, Obstsäfte und ein herzerwärmendes Lächeln. Und ein längeres Gespräch. Nein, der Krieg ist nicht zu Ende.

Bet Guvrin
Gali und Ziv sind frei! Willkommen zurück! Wie sehr haben wir auf euch gewartet!!!

„Der heutige Kibbuz wurde 1949 von Palmach-Veteranen auf dem Gelände des arabischen Dorfes gegründet. Ein wichtiger Wirtschaftsbereich der Siedlung ist der Tourismus.“

Bet Guvrin

Die Ruinen von Eleutheropolis und das römische Amphitheater habe ich mir nur von weitem angesehen, weil ich ein bisschen kaputt war (dazu später).

Bet Guvrin

Man sieht kilometerlange Sonnenkollektoren und Pflanzen, an die, um sie zu bestimmen, ich eine App hätte halten müssen. An der Bushaltestelle an der stark befahrenen Landstraße wurde ich von einigen Autofahrern gegrüßt. Vielleicht sieht ein Kibbuz-Bewohner so aus wie ich oder die dachten, ich wohnte dort.

Bet Guvrin

Die korrekte Schreibweise im Deutschen ist „Kibbutz“. ✅
– Kibbutz – richtige Schreibweise (aus dem Hebräischen קִבּוּץ‎, *qibbuts*, „Versammlung“, „Gemeinschaft“).
– Kibbuz oder Kibutz – gelegentlich anzutreffen, aber falsch oder nicht standardsprachlich.
👉 Der Plural lautet Kibbutzim (קיבוצים).

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Nach- und Vortrag

Kidrontal

Hier noch einmal die erwähnten Gräber im Kidrontal, jetzt aber fotografiert mit meiner GoPro HERO9, also mit wesentlich höherer Auflösung. Die Original-Datei hat 7,5 Megabyte Größe. Ich nutze die Kamera selten, weil die App total unübersichtlich und nervig ist. Nur wenn ich ein kleines Stativ benutze, macht es Sinn.

Nach- und Vortrag: Wenn es jemandem nicht passt, was ich schreibe, dann empfehle ich, nicht mehr hier zu lesen. Ich zwinge niemanden. Wenn ich das könnte, würde ich es tun – dann säßen Tausende gefesselt auf Stühlen, bekämen 24 Stunden lang nur burks.de zu lesen und dürften nur ein Mal am Tag kacken.

Über was soll ich schreiben, wenn ich in Israel bin? Über Bomben auf Kabul? Oder über María Corina Machado? Oder über die unsägliche Dunja Hayali?

Gary Zulet

ChatGPT übersetzt: Für andere – Ängste existieren nicht.
Zum Gedenken an Stabsunteroffizier Gary Zulet [Gary Lalhruaikima Zolat] (möge Gott sein Blut rächen!)
Das Plakat zeigt also ein Erinnerungsplakat für einen gefallenen israelischen Soldaten mit einer ermutigenden Botschaft über Mut und Selbstlosigkeit.

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Die Stadt Davids

city of david
Jerusalem zur Zeit König Davids (ca. 1000 v. Chr.) und heute (künstlerische Darstellung)

„Wie um Jerusalem Berge sind, also ist der Herr um sein Volk her, von nun an bis in Ewigkeit.“ (Psalm 125, Vers 2, Luther-Bibel 1545)

Wir machen heute eine unterirdische Wasserwanderung. Zu welchem Behufe muss ich erklären. Ich bin bekanntlich ein Fan Israel Finkelsteins, der nichts glaubt, was in frommen Büchern steht, sondern auf Wissenschaft, Archäologie und Fakten besteht. Der König David der Bibel ist für ihn ein „König eines Hügelchens“ und mitnichten so großartig, wie ihn Tora und Bibel beschreiben, und war auch kein Herrscher eines Reiches. (So steht es auch auf Wikipedia.) Dass er existiert hat, steht dank außerbiblischer Quellen außer Zweifel. Die Bibelstellen, die über David berichten, sind aber erst ca. 400 Jahre später geschrieben worden.

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Finkelsteins Argumente sind bestechend. Er wird als „Minimalist“ bezeichnet – das Gegenteil derer, die die Bibel für ein historisches Buch halten und dann nach den Fakten suchen, die das untermauern könnten – wie Gershon Galil und die große Mehrheit aller, die in Jerusalem herumgebuddelt haben.

Ich hatte mir, wie ich schon schrieb, Doron Spielmans „When the Stones Speak: The Remarkable Discovery of the City of David and What Israel’s Enemies Don’t Want You To Know“ besorgt. Spielman und Peer Group haben die Davidsstadt so weit ausgegraben, dass sie jetzt Besuchern zugänglich ist. Die war nicht in Jerusalem selbst, sondern südlich davon auf einem Hügel.

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Die „Minimalisten“ – auch Finkelstein – mussten nach den Ausgrabungen Spielmans zugeben, dass sie sich beim Thema „König David“ vermutlich ein wenig geirrt haben. Die Davidsstadt wurde er nach Finkelsteins Buch vollständig archäologisch erschlossen. Was unter einem Parkplatz lag, hat alle Theorien über den Haufen geworfen.

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Ich will nicht das sehr empfehlenswerte Buch rezensieren. Ich wollte mir den besonderen Clou der archäologischen Entdeckungen selbst ansehen. Unten im Tal vor den Mauern Jerusalems gibt es die Gihonquelle, die den Teich von Siloah speist, der erst 2004 entdeckt wurde.

Zwischen dem Wasser des Teiches und dem Hügel unter der Altstadt Jerusalems existiert ein fast 3000-jähriges Tunnelsystem, das die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherstellte. Das ist der Hiskia-Tunnel. Da kann man durchlaufen.

Das Publikum ahnt, was jetzt kommt. Es gibt eine trockene und nasse Version. Die nasse ist ewig lang, und auch die trockene hat es sich. Auf der Karte unten kann man es sehen – die Tunnel sind so lang wie die gesamte südliche Stadtmauer.

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Am Beit Hatzofeh [Haus des Wächters] Aussichtspunkt in der Davidsstadt liest man: „Jerusalem wurde erstmals auf dem Hügel gegründet, auf dem Sie jetzt stehen, vor etwa 4.000 Jahren, während der Kanaanäischen Zeit (Mittlere Bronzezeit II). Den Hügel flankieren das Kidrontal und das Zentrale Tal, und der Berg Moriah erhebt sich im Norden.

Eine Reise in die Stadt Davids, den alten Kern Jerusalems, ist eine Reise zur Quelle. Die Stadt Davids war die erste Hauptstadt der Stämme Israels und das spirituelle und politische Zentrum der jüdischen Nation. Viele der Bücher der Bibel wurden hier geschrieben, und von dem kleinen Hügel der Stadt Davids ging der Glaube an den einen Gott und die grundlegenden menschlichen Werte aus, die von den Propheten gelehrt wurden, welche die ganze Welt inspiriert haben.

Die Stadt Davids ist der Ort, an dem Jerusalem geboren wurde – der Ort, an dem alles begann.“

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„Aber David eroberte die Bergfeste Zion; das ist nun die Stadt Davids.“ (2. Samuel 5,7)

Die stufenförmige Steinstruktur, die hier freigelegt wurde, ist Teil einer gewaltigen Stützmauer. Wissenschaftler sind sich über das Datum ihrer Errichtung uneinig: Einige behaupten, sie sei am Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. erbaut worden – möglicherweise als Teil des Fundaments der kanaanäisch-jebusitischen „Bergfeste Zion“, die von David erobert wurde. Andere wiederum vermuten, dass sie den Palast Davids stützte, dessen Überreste vielleicht kürzlich auf dem Hügel entdeckt wurden.

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– Der Zutritt zum Wassersystem ist nicht empfohlen für Personen mit Klaustrophobie, Schwangere oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen.
– Die Tunnelabschnitte sind etwa 60 cm breit.
– Besucher des Hiskia-Tunnels müssen in der Lage sein, durch Wasser bis zu 70 cm Tiefe zu gehen.
– Besucher müssen eine Taschenlampe und geeignetes Schuhwerk für das Gehen im Wasser mitbringen.

Ja, ich hatte Sandalen dabei.

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Es begann ganz gemütlich, alles hervorragend ausgebaut, wie der Einstieg in ein Bergwerks-Museum oder die Dechenhöhle.

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Nehmt mit euch die Großen eures Herrn und setzt meinen Sohn Salomo auf mein Maultier und führt ihn hinab zum Gihon. Und der Priester Zadok samt dem Propheten Nathan salbe ihn dort zum König über Israel. (1. Könige 1, V. 33)

Die kanaanitische Quelle und die Höhle sind Teil des Tunnelsystems – der Pool wurde vor 3800 Jahren (!) gegraben.

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Dann ging es noch viel tiefer hinunter. Und es wurde schmaler und schmaler und feucht und feuchter und stockdunkel. Ich stand plötzlich bis zu den Knöcheln im fließenden Wasser, dann bis zu den Knien. Ich habe krampfhaft mein Handy umklammert, denn wenn das ins Wasser gefallen wäre, hätte ich nicht die Hand vor Augen gesehen. Ziemlich glitschig war es auch.

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Man kann sowas machen. Aber es hörte einfach nicht auf. Ich weiß gar nicht, wie lange ich vor mich hingestolpert bin. Zum Glück war es so schmal, dass ich mich manchmal seitwärts durchquetschen musste, kombiniert mit Löchern im Boden, die ich nicht sah. Ich konnte nur vorwärts fallen. Binnen kürzester Zeit war ich bis zu den Oberschenkeln klatschnass.

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Ich muss zugeben, dass ich irgendwann – nach gefühlt mehreren Stunden – froh war, dass ich endlich wieder Licht sah.

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Den trockenen Teil wollte ich auch durchlaufen. Das war früher ein Pilgerweg, der wohl bis zur Römerzeit noch in Gebrauch war: Von dem Teich bis nach oben die die Altstadt. Der Höhenunterschied ist beträchtlich. Eine gewisse Fitness ist empfehlenswert.

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Auch hier: Erst alles schön breit und fachmännisch verstrebt, weil die Muslime oben drüber dachten, die Juden würden den Tempelberg so unterhöhlen, dass alles zusammenbräche. Deswegen wurde die Statik von Ingenieuren überwacht.

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Doch auch hier: Das wurde schmaler und schmaler. Wer breiter ist als ich, passt da gar nicht durch. Und ich habe mein Idealgewicht. Und es ging auch noch steil aufwärts. Ich habe mir ständig den Kopf gestoßen.

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Frage: Wie haben die Mannen Hiskias (725 – 696 v. Chr. König von Juda) den Tunnel gegraben? Der läuft gar nicht geradeaus, sondern hat manchmal Kurven. Vor den Fundamenten der Westmauer biegt er nach links ab. Das war ein paar Jahrhunderte, bevor die Römer Maßstäbe in Ingenieurskunst setzen. Ich verstehe das nicht. Der Felsen ist recht massiv, sonst wäre ihnen alles zusammengestürzt. Dazu braucht man recht viele Leute; es passen nicht zwei nebeneinander. Und nur mit primitiven Spitzhacken?!

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Kidroner Müll, ausserrussische Russen und keine Sachertorte

Tzemach-Tzedek-Synagoge
Die orthodoxe Tzemach-Tzedek-Synagoge am Hurva-Platz, jüdisches Viertel der Altstadt Jerusalems. Auf dem Transparent steh: „Make Gaza Jewish again“

Heute musste ich schon wieder umdisponieren. Die Tour nach Masada fällt aus – zu wenig Teilnehmer. Das erklärt auch, warum ich bisher eigentlich gar keine klassischen Rucksack-Touristen gesehen habe (oder gibt es die gar nicht mehr?). Also muss ich die im nächsten Jahr nachholen. Das wäre dann der dritte Versuch. Nach Gaza geht es am letzten Tag der Reise.

jüdisches Viertel

Ich wollte heute zum Bet-Guvrin-Marissa-Nationalpark. Aber es ist schon wieder ein Feiertag – Simchat Torah („Freude an der Tora“). Das merkte ich erst, als die Tram nicht fuhr und alle Geschäfte auf der Jaffa Road geschlossen waren. Ich versuche es morgen.

jüdisches Viertel
Absaloms Grab oder auch die „Mütze des Pharao“ im Kidron-Tal. Mit dem biblischen Sohn Davids hat das Monument nichts zu tun – es ist einer aristokratischen jüdischen Familie aus der Zeit des Zweiten Tempels zuzuordnen; ihr Name ist nicht bekannt.

Ich wanderte spontan ins Kidron-Tal. (Es ist heute brüllend heiß – angeblich 24 Grad, aber gefühlt 35.)

Kidron-Tal
Joschafats Grab

Ich kann die Exkursion nicht empfehlen. Die Gräber und die unmittelbare Umgebung sehen aus wie eine Müllhalde – als wenn seit Jahrzehnten jeder Besucher alles Plastik von sich geworfen hätte und niemals jemand etwas gesäubert hätte. Es gab auch ein visitor’s tent, das natürlich geschlossen war. Mulleimer habe ich nicht gesehen.

Kidron-TalKidron-TalKidron-Tal
Grab des Zacharias

Ich bin weiter über einen Pfad zu den Arabern hochgestiegen in die unmittelbare Nachbarschaft der jüdischen Gräber. Vom dort aus kann man aber nicht da hin, man muss bis die ultrasteilen Gässchen mühsam hochklettern. Im arabischen Teil Jerusalems sieht es hier auch nicht besser aus als im Kidron-Tal.

Kidron-TalKidron-Tal

Irgendwann kam ich doch oben an. Dieses Mal war ich nicht allein, aber nur wenige Touristen waren da: US-amerikanische ältere Damen mit riesigen Namensschildern vor der Brust baumeln, eine verrückte Asiatin in weißer Kleidung, die inbrünstig eine Mini-Harfe traktierte und sang.

Und die nervigen arabischen „Ambulantes“, die einem total penetrant irgendeinen albernen Kitsch andrehen wollten. Bei einem wurde ich richtig grob, bis er zurückwich. Auch „Palästinenser“-Tücher – ich wundere mich, dass die Israelis das erlauben. Ich musste mich stark zurückhalten, um nicht irgendeine Hassrede dumme Bemerkung zu machen.

Ölberg
Ölberg – hier sind offenbar die Gräber, die noch nicht belegt, sondern noch verkauft werden sollen.

Die Preise der Gräber starten ab 10.000 Dollar bis zum Fünffachen. Andere Quellen geben noch wesentlich höhere Preise an. Sehr schöner Satz zum Thema von Barbara Weibel: „Jerusalem, the Only City in the World Where Facts are Irrelevant“.

ÖlbergÖlberg
Auf dem unteren Foto kann man links die „City of David“ lokalisieren – dazu später.

Beim Abstieg sah ich ein kleines Schild: Tombs of the Prophets – Russian Ecclesiastic Mission – The Russian Orthodox Church outside Russia. Die hatten wir noch nicht. Und auf keinen Fall verwechseln mit der Russian Orthodox Church inside Russia! [Antwort von ChatGPT – Textdatei] Auch ein Mönch werkelte an der Tür herum. Er bot mir an, mich hereinzulassen.

Tombs of the prophets

Einer mittelalterlichen jüdischen Überlieferung zufolge, die auch von Christen übernommen wurde, handelt es sich bei der Katakombe vermutlich um die Grabstätte von Haggai, Sacharja und Maleachi, den letzten drei hebräischen Propheten der Bibel, die vermutlich im 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben. Archäologen datieren die drei ältesten Grabkammern auf das 1. Jahrhundert v. Chr. und widersprechen damit der Überlieferung.

Tombs of the prophets

Zu sehen ist eigentlich nichts, außer Löchern in Höhlen. Ich fragte den Mönch natürlich, woher er wisse, dass hier die Gräber der biblischen Propheten Haggai, Zechariah and Malachi seien. Oral history, sagte er. Wieder mal Fake News – aber wie sollen die außerrussischen Russen sonst auf sich und ihre Katakomben aufmerksam machen, wenn Katzenvideos und halbnackte Mädels nicht erlaubt sind?

Tombs of the prophets

Wir haben noch ein wenig theologisch gefachsimpelt, und ich spendete dem armen Kerl ein paar Schekel. Und ging dann zu den Österreichern, um eine Suppe zu essen.

austria hospiz jerusalem

Ich vergaß zu erwähnen, dass die Sachertorte und Käsekuchen verkaufen sowie Wiener Melange. Ich konnte es mir noch gerade verkneifen, die Sachertorte zu bestellen – 24 Schekel, also sechs Euro für ein Stück. Da könnte ich den ganzen Tag verbringen. Aber dafür bin ich nicht in Israel.

austria hospiz jerusalem

Mittlerweile muss ich in der Altstadt nicht immer Google bemühen. Der Laden, der echte (natürlich!) alte russische Ikonen verkauft und echte (natürlich!) Perserteppiche, ist in der Via Dolorosa, wenn ich mich recht erinnere. „Die einzige Stadt der Welt, in der Fakten irrelevant sind.“

austria hospiz jerusalem

Warum sind viele Araber so fett? Dicke Israelis habe ich noch nicht viele gesehen. Vielleicht ist dieser Laden unweit des Damaskus-Tores im muslimischen Viertel die Antwort.

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Von Äthiopien, Autokelaphen und Österreich

Christ church

Wir müssen uns kurz religionssoziologisch betätigen und vor allem den religiotischen Überblick behalten, was jetzt ziemlich schwierig sein wird. Hier also ein weiterer Teil der „Hidden-Gems-Tour“ durch Jerusalem mit Noam Chen.

Und das beginnt so: Man betritt eine Kneipe im armenischen Viertel hinter dem christlichen schwedischen Studienzentrum. Man muss eben wissen, welche Kneipe. Hinter dem Hinterausgang steht die Christuskirche.

Wait a minute. Das sind Anglikaner, also Protestanten – „originally named the „Apostolic Anglican Church“, it was consecrated as „Christ Church“ on 21 January 1849.“ Apostolisch? Da klingelt doch was. Wir hatten irgendwann die „die Katholisch-apostolische Gemeinden, die sich von der Anglikanischen Kirche abspalteten“ durchgenommen.

Aha. Wisst ihr also Bescheid. Nein, diese haben mit jenen nichts zu tun. Dazu sind Abspaltungen da.

Christ church

Wir haben hier eine religionssoziologische Absurdität Besonderheit: Auf dem Altar ist alles Hebräisch. Und die Gläubigen singen und werfen die Hände hoch wie die ekstatischen protestantischen Sekten in den USA (nein, das tun Anglikaner nicht, die bleiben stumm und still sitzen und lauschen dem Wort). Ich war Augenzeuge.

Das geht ja gar nicht. Ist das etwas religiotischer Eklektizismus wie ein melanesischer Cargo-Kult? Die korrekte Antwort ist vermutlich: Es ist Jerusalem.

griechisch orthodox

Wir marschieren weiter. Ich musste ChatGPT fragen. Das Schild ist auf Griechisch und lautet:
ΕΛΛΗΝΟΡΘΟΔΟΞΟΝ ΠΑΤΡΙΑΡΧΕΙΟΝ ΙΕΡΟΣΟΛΥΜΩΝ
ΙΕΡΑ ΜΟΝΗ ΙΩΑΝΝΟΥ ΤΟΥ ΠΡΟΔΡΟΜΟΥ ΚΑΙ ΒΑΠΤΙΣΤΟΥ
Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Jerusalem – Heiliges Kloster des Johannes des Vorläufers und Täufers. Muss man aber erst einmal finden. Die Tür ist nicht sehr groß. Abgehakt.

omar moschee

Hatten wir schon die Muselmanen? Die Omar-Moschee liegt recht versteckt und ist nur zum Verehren des zuständigen höheren Wesens zugänglich. Ich hatte Noam vorher gesagt, dass mich der Islam gar nicht interessierte, nur wenn es sich nicht vermeiden ließe.

koptisch armenisch

Ein paar Schritte weiter lauert das Koptische Orthodoxe Patriarchat Jerusalem. Der Eingang ist winzig und sieht wie ein Seiteneingang der Grabeskirche aus. Die Touristen werfen nur manchmal einen kurzen Blick hinein.

griechisch orthodox

Aber dort geht es in den Untergrund – eine extrem steile Treppe und Torbögen, die nur gut einen halben Meter hoch waren. Ich kam kaum hindurch. Dorthin verirrt sich so gut wie nie jemand.

Queen Helen Coptic Orthodox ChurchQueen Helen Coptic Orthodox Church
Beide Fotos: Noam Chen

Der Boden der versteckten und fast leeren Zisterne ist voll Müll und Matsch, aber das scheint die Kopten nicht zu interessieren.

Steigen wir ganz hoch auf die Dächer der Grabeskirche. Ohne Führer findet man das übrigens nie.

äthiopisch-orthodoxe Kloster Deir es-Sultan

Hier haben wir das äthiopisch-orthodoxe Kloster Deir es-Sultan. Die Mönche und Nonnen gehören zur Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche, einer altorientalischen Kirche, die ihre Wurzeln in Äthiopien und Eritrea hat und sich von den Kopten abgespalten hat.

äthiopisch-orthodoxe Kloster Deir es-Sultan

Tewahedo bedeutet – vergleichbar dem islamischen Konzept Tauhīd – „Einheit“ und bezieht sich auf die Vereinigung der beiden Naturen in Christus, einer theologischen Streitfrage des frühen Christentums, aufgrund derer sich beim Konzil von Chalcedon [451 in Bithynien] einige Gruppen abtrennten, die so genannten Monophysiten. Ob die Äthiopische Kirche monophysitisch war, ist unter Wissenschaftlern noch nicht einhellig geklärt.

Ach. Ach was.

äthiopisch-orthodoxe Kloster Deir es-Sultan

Von denen hatte ich noch nie gehört. Die mussten aufs Dach, weil unten kein Platz mehr war. 35 bis 60 Millionen Gläubige – heilige Scheiße! „So schloss sich beispielsweise ein bedeutender Teil der Anhänger der jamaikanischen Rastafari-Religion inzwischen der äthiopischen Kirche an.“

Ach so. War Bob Marley auch schon hier?

äthiopisch-orthodoxe Kloster Deir es-Sultan

Ich fragte naiv, warum die Dächer der Mönchsbehausungen zum Teil aus Wellblech und die Kreuze so grob zusammengezimmert seien, so dass ich als Heimwerker beinahe meine Hilfe angeboten hätte. Noam antwortet trocken, das würde in Afrika wahrscheinlich alles auch nicht anders aussehen. Klar, dort gibt es bekanntlich viel weniger Baumärkte.

Wir brauchten jetzt unbedingt ein Kontrastprogramm.

Österreichisches Hospiz zur Heiligen FamilieÖsterreichisches Hospiz zur Heiligen Familie

Unweit der Via Dolorosa im muslimischen Viertel der Altstadt liegt das katholische Österreichische Hospiz zur Heiligen Familie. Sei gegrüßt, altes Europa, mit Holzvertäfelung, gutem Kuchen, einem äußerst gepflegten Garten und einer Dachterrasse mit großartiger Aussicht über ganz Jerusalem (schon der Eingang des Hospizes ist ein Stockwerk über den Gassen).

Noch mal zum Mitschreiben: Österreicher. Katholiken. Muslimisches Viertel. Israel.

Österreichisches Hospiz zur Heiligen FamilieÖsterreichisches Hospiz zur Heiligen Familie

Österreichischer als hier geht es gar nicht. Irgendwann war das Gebäude auch eine britische Offiziersschule. Vielleicht sollte man noch anmerken, dass auch der jordanische König Abdallah während der jordanischen Besetzung Jerusalems dort gestorben ist. „Bei der Notbetreuung tat sich besonders Schwester Liliosa Fasching hervor, allerdings erlag der König seinen Verletzungen.“

Gut zu wissen.

Österreichisches Hospiz zur Heiligen FamilieÖsterreichisches Hospiz zur Heiligen FamilieÖsterreichisches Hospiz zur Heiligen Familie

Ich sollte jetzt besser aufhören. Sonst kommt noch der Pastafarianismus auf dumme Gedanken und will irgendeinen Ort in Jerusalem. Aber warum eigentlich nicht?

Österreichisches Hospiz zur Heiligen Familie

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Ich aber sage euch [Update]

burks

Ich aber sage euch, trotz der Reden Trumps und Netanjahus vom ewigen Frieden: Das wird nicht lange halten.

Man merkte das schon Rauswurf Ayman Odehs von der Hadash–Ta’al-Allianz und des so genannten „Linken“ Ofer Cassif: Sie können es einfach nicht lassen mit ihrem Phantomstaat „Palästina“. Der Protest der israelischen Araber beweist eben auch: Sie sind beide Nationalisten, und beide können nicht mit Juden friedlich zusammenleben – sonst brauchten sie keinen eigenen Staat fordern. Wie würde der wohl aussehen?

Die Junge Welt kann den antisemitischen Irrsinn noch toppen: „Entgegen der Behauptung von Kanzler Merz machten Zehntausende Demonstranten am Sonnabend in Berlin deutlich, dass es auch nach einer Waffenruhe Grund genug gibt, weiter an der Seite der Menschen in Gaza zu stehen.“- „»Ein Waffenstillstand bedeutet noch lange nicht Befreiung«, machten Redner deutlich.“ Befreiung von was wohl?

Khalil al-Hayya, einer der Hamas-Führer, die an den Kairo-Verhandlungen teilnahmen, sagte heute Folgendes: „Der Countdown zum nächsten Massaker hat begonnen. Beim nächsten Mal werden wir alle Juden abschlachten.“

Ich aber sage euch: Beim nächsten Mal wird keiner von euch arabischen Hampelmännern übrigbleiben.

[Update] „Die Stimmung ist gekippt: Europa sei nicht mehr ernstzunehmen, heißt es in Israel. Und höchstens noch gut, um etwas Geld beizusteuern.“ Full ack, bürgerliche Presse.

Und jetzt wieder alles wie gewohnt hier.

western wall
Im Hintergrund die Klagemauer aka Western Wall.

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Mea Shearim oder: Ultra Ultras, revisited

Mea Shearim Jerusalem

Wir rollen die Katze vom Schwanz her auf. Am Ende der gestrigen Hidden-Gems-Tour mit Noam Chen stand ein Besuch im ultraorthodoxen Stadtviertel Me’a Sche’arim. Das liegt nördlich vom Damaskus-Tor.

Aktuell angemerkt: Ich weiß hier kaum mehr, als in den israelischen Medien online oder von deutschen Qualitätsboulevardmedien live verbreitet wird.

„Nach den Informationen, die soeben vom Roten Kreuz eingegangen sind, wurden sieben Geiseln in dessen Obhut übergeben, und sie befinden sich nun auf dem Weg zu den Kräften der IDF und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet im Gebiet des Gazastreifens.“

Die ersten freigelassenen Geiseln können mit ihren Familien reden.

Mea Shearim Jerusalem

Me’a Sche’arim ist heute ein Viertel im Westteil Jerusalems, wo die Alltagssprache vornehmlich Jiddisch ist. Die Bewohner, welche verschiedenen charedischen, also teils chassidischen und teils misnagdischen Gemeinschaften angehören, halten sich an die traditionelle Auslegung der Tora und an die Mitzwos, die schon seit mehr als 3300 Jahren von Lehrer zu Schüler, Vater zu Sohn und Mutter zu ihren Kindern weitergegeben wird (Wikipedia)

Mea Shearim Jerusalem

Die Fotos sind selbsterklärend. Ich habe mich mit Noam natürlich die ganze Zeit über alles unterhalten. Wir stimmten fast in allem überein, auch darin, dass die öffentlich verbreiteten Meinungen in Deutschland über Israel „für die Katz“ sind. Bis jetzt sagten alle Israelis, mit denen geredet habe, das sei noch nicht das Ende, und es würde natürlich weitergehen, weil die so genannten „Palästinenser“ völlig irre sind, und zwar mehrheitlich.

Daher ist divide et impera eine gute temporäre Lösung, aber das ist ja schon einmal schiefgegangen (obwohl die Haaretz in Israel so „Mainstream“ ist wie in Deutschland die „Junge Welt“). Der Sprecher der Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde: „Die Hamas legt derzeit den Grundstein für einen Bürgerkrieg im Gazastreifen“. Es ist gut möglich, dass Israel dies in der nächsten Phase bereits mit einkalkuliert hat und dass diese Entwicklung die Hamas von selbst schwächen könnte.

Die Hamas lässt sich mittlerweile von den Bewohnern Gazas feiern. Quod erat demonstrandum.

Mea Shearim Jerusalem

Zu Mea Shearim: Normalerweile sieht es dort ein bisschen anders aus. Jetzt sind auf allen Balkonen, die jedem Bauingenieur einen Nervenzusammenbruch bescheren würden, sukkotische Holzhütten gebaut. Auf dem Foto oben lugen Kinder aus dem Fenster so einer „Hütte“ auf die Straße. Noam sagte, auch er wäre ein Fremder hier, der neugierig betrachtet würde.

Mea Shearim Jerusalem

Überall wird darum gebeten, „angemessene“ Kleidung zu tragen. Was das ist, weiß man nicht so genau. Männer, von denen man bei den Orthodoxen offenbar annimmt, sie dächten nie oder immer an Sex, sollen kein nacktes Fleisch sehen.

Wir kamen ein paar Mal in den Gassen ins Gespräch, was aber immer komisch endete. Ich redete einen Mann mit einem Mädchen auf Jiddisch an, und er verstand nichts, obwohl er von oben bis unten voll halachisch aussah. Es stellte sich heraus, dass er orthodoxer Tourist war, also gar nicht von dort stammte. Das andere Mal wurde Noam gefragt, ob er Jude sei, und der Orthodoxe verwickelte ihn ein chiliastisch und für mich einseitig aggressiv klingendes Gespräch, bei dem es, wie mein Guide sagte, darum ging, warum überhaupt arabische Terroristen freigelassen würden.

Wir waren uns auch hier einig. Kann man machen, aber der Mossad kriegt sie auf lange Sicht sowieso alle.

Mea Shearim Jerusalem

Wir begegneten auch einer Familie, von der Noam sagte, man nennte sie spöttisch „Taliban-Juden“. Die Frau trug Ganzkörperburka und wäre auch im hintersten Afghanistan nicht aufgefallen. Offenbar eine Abspaltung von einer Abspaltung der halachischen Befreiungsfront mit elfeinhalb Mitgliedern.

Mea Shearim Jerusalem

Und Graffiti „Free Palestine“ oder so ähnlich (Foto unten), gesprüht von Juden. Sachen gibts. Die ultra Ultras lehnen den Staat Israel ab. Wer soll sie aber vor arabischen Terroristen schützen? Diese Haltung, auch hier stimmten Noam und ich überein, wäre eine sehr komplizierte Methode, Suizid zu begehen, wenn es die IDF nicht gäbe.

Mea Shearim Jerusalem

Auf dem Schild des Fotos unten steht: „Ich bin Jude und zutiefst entsetzt – ich würde lieber sterben, als mich der Armee des zionistischen Staates anzuschließen.“

Das ist nicht spezifisch judensektiererisch, auch die Zeugen Jehovas und die Mennoniten sind ähnlich gestrickt. Offenbar gibt es eine komische Sorte Jecken, wie hier schon kommentiert wurde, in jeder Religion.

Mea Shearim Jerusalem

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