Am Arsch die Räuber

Bild: Symboldbild für alles
The Guardian: „The US just bombed Yemen, and no one’s talking about it“. Ist Putin schuld?
„The cruise missile salvo ramps up the already significant US military involvement in deeply divided and desperately poor Yemen. While it’s true that the US has launched drone strikes on al-Qaida targets in Yemen for years, sometimes killing civilians and even US citizens, this particular military engagement has the potential to drag the US straight into a protracted and escalating conflict. And, as everyone knows, America has an uncanny ability to enter protracted and escalating military conflicts.“
Was wird Hillary Clinton tun, wenn sie Präsidentin der USA würde? Bombardieren natürlich!
Was sonst noch geschah: China schickt zwei Kosmonauten ins All. Hinweis in Stanislaw-Lem-Leser: In deutschen Medien ist das Wort „Kosmonaut“ nicht erwünscht (außer bei Straßennamen), weil es von Putin aus dem Russischen stammt. Es gibt aber auch gute Nachrichten von Putin bei der Raumfahrt.
Montenegro wird demnächst von den Deutschen kolonisiert aufgekauft werden. Das Ministerium für Wahrheit informiert: „Ausverkauf an ausländische Investoren“ heißt jetzt „pro-westlicher Annäherungskurs“.
Twitter ist auch am Arsch. Wird Zeit, das der Laden abgewickelt wird. Braucht kein Mensch, genausowenig wie die Blase Snapchat.
Hal Faber schreibt lesenswert über das Third-Party-Rule.
Wer arm ist, zahlt mehr – ein Grundprinzip des Kapitalismus, das man auch in Israel verstanden hat. Deswegen gibt es dort keine Elektro-Autos mehr. Der Markt sei dafür nicht bereit. Dann sollte man ihm gut zureden oder ihn einfach per Gesetz zwingen. Funktioniert immer.
Fehlt da nicht ein Bein?
Reprint/Symbolfoto: Modelleisenbahnen in den fünfziger Jahren. Froh zu sein bedarf es wenig oder so. (Burks im Januar 1954)
Udo Feld, Leiter des Wuppertaler Fundbüros der DB: „Wir zählen im Jahr 250.000 Fundstücke. 2015 hatten wir 108 Geigen, 50.000 Koffer, Taschen und Rucksäcke, 15.000 Geldbörsen und 13.000 einzeln gefundene ec-Karten. Manche Leute reisen etwas gedankenlos. Einmal konnten wir zwei Brustimplantate zurückgeben. Die hatte wohl ein Chirurg auf dem Weg ins Krankenhaus in einem Regionalzug vergessen. Letztens hat jemand eine Beinprothese im Zug liegen gelassen. Müsste doch auffallen, wenn das Bein fehlt. (…)
Der Berliner ist da abgehärteter, was Verspätungen und Ausfälle angeht. Der freut sich, wenn die S-Bahn überhaupt mal kommt.“
Bruhahaha. Morgen fahre ich mit der Bahn…
Polizei bittet um Hilfe
Wer zufällig eine Maschinenpistole findet: Bitte an die Polizei in Sachsen zurückgeben.
Schreckgespenst Transparenz
Ein Interview in der FAS mit Jens Baas, dem „Chef“ der Techniker-Krankenkasse. Man kommt aus dme Staunen nicht heraus. Das profitorientierte Gesundheitssystem ist der reine Irrsinn, und alle wissen das.
Langfristig ist kein Platz für die kränkelnde private Krankenversicherung. Es ist einfach ungerecht, das Gesundheitssystem in zwei Klassen zu unterteilen. Aber die Privaten werden ohnehin langfristig verschwinden. (…) Es kann auch nicht länger sein, dass der Preis neuer Medikamente, die keinen Zusatznutzen gegenüber vorhandenen Wirkstoffen haben, im ersten Jahr vom Hersteller nach eigenem Gusto festgelegt wird. (…) Die Kassen bezahlen zum Beispiel Prämien von zehn Euro je Fall für Ärzte, wenn sie den Patienten auf dem Papier kränker machen. (…) [Frage: Und warum stellt die Aufsicht diese Praxis nicht ab?] Weil es die eine Aufsicht nicht gibt. (…) Transparenz ist ein Schreckgespenst im Gesundheitswesen.
Funny Museum Employees

Hatte ich schon erwähnt, dass heute mein erster Urlaubstag ist? Da schaut man sich natürlich Museen an.
BAMF
Henryk M. Broder: „Das Irrenhaus hat einen Namen: BAMF“.
Ich hatte nicht nur einen Pass, es war auch ein echter! So etwas ist natürlich verdächtig. Außerdem sind die Beamten angehalten, bei jungen Männern im waffenfähigen Alter von einer Unschuldsvermutung auszugehen, bei älteren grauhaarigen Männern dagegen von einem Generalverdacht.
Krähen können sich einfach nicht benehmen
Krähen, YMMD!
Das Bundeskanzleramt muss saniert werden. „Geplant sei auch der Austausch der Fotovoltaikanlage, die unter anderem dadurch beschädigt worden ist, dass Krähen Steine auf die Solarplatten werfen.“
Damit konnte ja auch niemand rechnen. Muahahahahaha.
Die Lümmel oder: Strong language
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
(Heinrich heine: Deutschland. Ein Wintermärchen)
Ich weiß nicht, was die Medien eigentlich haben: Warum werden Wörter, die das Volk ausspricht, mit Sternchen ersetzt oder weggepiept? Ficken und „fuck“ – das geht nicht? Pussy oder „Möse“ sind unanständige Wörter oder „strong language“? Das sagt man nicht? Wo? Wer? Wer behauptet das?
Trump redet eben auch so, wie seine Wähler sind. Nur Journalisten aus der Mittelschicht regen sich auf: Bei den Spieß- und Kleinbürgern kommt es eben darauf an, wie man sich „benimmt“ und nicht, wer man ist. Gutes Benehmen sichert gefühlt den sozialen Status. Ach ja, ist das so?
By the way: Hat Trump behauptet, wenn man ein „Star“ sei, könne man viele Frauen haben und sie angrapschen? Ist das nicht so? Man müsste mal Bill Wyman fragen. Oder bei Wikipedia nachlesen, was ein Groupie ist.
Ja, man(n) muss der „strong language“ entsagen, man muss sich benehmen, man muss darauf achten, was man sagt. Aber, wie Henryk M. Broder richtig einwendet: „Das Volk darf grob sein und sich unangemessen äußern“. Ja, man darf zur Regierung und deren Charaktermasken ganz enthemmt sagen: „Pack, verpiss dich!“ oder diese wüst beschimpfen. Das Volk ist der Regierung keinerlei Rechenschaft schuldig, wohl aber umgekehrt.
Ich wette, liebe Leserinnen und Leser: Den Wählern von Trump geht die Diskussion am Arsch vorbei. Mir übrigens auch, aber aus anderen Gründen.
Berliner Pappnasen
Tagesspiegel: „Seit 2014 wurden den Bürgerämtern zusätzlich 117 Stellen genehmigt. Ob bis jetzt alle Stellen besetzt werden konnten, ist dem Senatspapier nicht zu entnehmen, weil dort der bescheidene Besetzungsstand von Ende März wiedergegeben wird. Anschließend wird dargestellt, welche Forderungen des Parlaments nicht umgesetzt wurden. Dazu gehört die Freischaltung von Terminen im Internet über 60 Tage hinaus, eine Erhöhung des Terminkontingents und eine Verlängerung der Öffnungszeiten in die frühen Abendstunden hinein und an den Samstagen. Dies alles wurde nicht gemacht.“
„Vorwegzunehmen ist jedoch, dass der Senat die Organisation und Leitung der Bürgerämter nicht unmittelbar steuert und keine Weisungsbefugnisse gegenüber den Bezirken hat.“
Ohne Worte.
Aleppo

Der Hauptbahnhof von Aleppo. Rund 1000 Flüchtlinge kamen hier 1944/45 pro Monat an, nachdem sie über die Ägäis und die Türkei vor den Nazis geflohen waren. (via Peter Glaser und RT via Fabian Köhler @fabikde)
Chakabumm!

Juche is tiny
Das Internet von Nordkorea kann man auf einer Diskette speichern. Außerdem war es – vermutlich versehentlich – eine Weile jedermann zugänglich. Wenn ich mir einige nordkoreanische Websites so ansehe, könnte ich mir genauso gut auch etwas Klingonisches zu Gemüte führen. Richtig alien.
Photography Competition
The Royal Society: „We invited scientists and alike to submit their best biological photographs to the 2016 Royal Society Publishing photography competition, and it’s safe to say they all exceeded our wildest expectations.“
Einfach nur grandios.
Immune to any form of verifiable knowledge
The New Yorker: „Scientists have discovered a powerful new strain of fact-resistant humans who are threatening the ability of Earth to sustain life, a sobering new study reports. The research, conducted by the University of Minnesota, identifies a virulent strain of humans who are virtually immune to any form of verifiable knowledge, leaving scientists at a loss as to how to combat them.“
Yeah. Begegne ich an jedem Tag häufig. Oft haben die ein Smartphone in der Hand und starren darauf und/oder essen vegan und sprechen Gendersprech.
Zutritt nur nach Aufforderung

Berliner Morgenpost: „Überfüllte Notaufnahmen: Patienten attackieren Personal“. RBB: „In Berliner Notaufnahmen steigt die Aggressivität“.
Ach. Was mich ärgert: Die Berichte sind wie gewohnt fast faktenfrei. „Eine dramatische Zunahme beobachte man im UKB jedoch nicht. Festhalten könne man nur, dass die größte Gruppe der aggressiven Patienten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehe.“ Das UKB hat auch einen anderen Einzugsbereich und eine völlig andere Klientel als etwa das Urban-Krankenhaus oder das Klinikum Neukölln. Aggressive Araber stehen zum Beispiel eher selten unter „Drogeneinfluss“, die sind ab Werk aka Sitten und Gebräuche so.
Die Befragten in den Artikeln haben wenig Ahnung und machen abstruse Vorschläge. „Warte- und Behandlungsbereich sind nur durch Glaswände getrennt, damit die Patienten sehen, dass in der Notaufnahme etwas passiert und dass gleichzeitig auch sie wahrgenommen werden“. Was für ein Quatsch und fernab jeder Realität! Wäre das zum Beispiel im Urban-Krankenhaus so, dann gäbe es täglich Mord- und Totschlag.
„Einzelne Rettungsstellen hätten einen eigenen Wachschutz, ansonsten werde bei Bedarf die Polizei gerufen.“ Ja, aber die braucht ein paar Minuten. Das kann schon zu spät sein. Und es gibt zahllose Fälle unterhalb der Schwelle des Eingreifens der Polizei, die geregelt werden müssen.
Zeit online: „Die Gründe sind laut dem Gutachten vielfältig“. Wer hätte das gedacht!
Am realistischsten formulierte Welt online schon vor einem Jahr: „Rettungsstellen in Deutschlands Kliniken sind hoffnungslos überlaufen. ‚Zu uns kommen alle, auch Gelangweilte und Irre‘, sagt ein Arzt. Darunter leiden echte Notfälle und das Personal. Das soll sich ändern.“ Soll. Schon klar, der Berliner Flughafen soll ja auch gebaut werden.
Ich habe da einen Vorschlag. Befragt doch einfach mal die Schwestern und Pfleger (nein, nicht die Ärzte und nicht jemand, der irgendwo etwas verwaltet), die in einer Notaufnahme in Berlin in einem so genannten „Problembezirk“ arbeiten. Die wissen, was getan werden könnte und was am besten wäre. Aber die fragt niemand.
Verschiebung der Wiederholung
Die österreicher können Wahlen so organisieren, wie die Berliner Fughäfen bauen: „Ursache für dieses präzedenzlose Debakel sind mangelhafte Briefwahlcouverts, die sich wegen eines Problems mit dem Klebstoff öffnen. (…) Renommierte Verfassungsrechtler wiesen jedoch darauf hin, es sei unzulässig eine Wahl durchzuführen, deren ordnungsgemässen Ablauf man nicht garantieren könne.(…) In den sozialen Netzwerken wird vorgeschlagen, das seit Juli verwaiste Amt doch gleich ganz abzuschaffen, das Los entscheiden zu lassen oder den Demokratie-Versuch abzubrechen und zur Monarchie zurückzukehren.“
Der Freier
Huschke Mau über den Freier an sich. Interessant.
#TeamGinaLisa und die Lila Zwergin am Straps
Auch schön ist Fischer im Recht: „Das aus dem Schweizer Exil (wegen Verfolgungsgefahr!) geleitete Kampfblatt des #TeamGinaLisa hat sich den dieswöchigen Kolumnistenpreis der „Lila Zwergin am Straps“ redlich verdient: Emma meldet, GLL sei wegen „Falschaussage“ (Paragraf 153 StGB) verurteilt worden (das stimmt zwar nicht, aber darauf kommt es Emma nicht an). Die Chefredakteurin jedenfalls hält das für einen „Skandal“. Die Begründung der Verurteilung weiß die Redaktion auch schon, fünf Wochen, bevor die Urteilsgründe schriftlich vorliegen: „Weil wir in einem Land mit extrem täterfreundlicher Justiz leben.“ Verfahren, Urteil, Rechtsstaat: Scheißegal – wir kennen den Täter, und wenn er noch so freigesprochen ist. Frau Schwarzer ist ja immerhin die Ehrenpräsidentin der Internationalen Kachelmann-Stiftung für herausragende Strafrechtskenntnisse.“
Martin Luther – ein antisemitischer Hetzer
Wiglaf Droste schreibt in der Jungen Welt über den antisemitischen Hetzer Martin Luther.
»Von den Juden und ihren Lügen« ist eine Handreichung zum Pogrom, eine Anweisung für und eine Rechtfertigung von Massenmord. Luther forderte die Verbrennung der Synagogen, ein Lehrverbot für Rabbiner bei Androhung der Todesstrafe, Aufhebung der Wegefreiheit für Juden, die Zerstörung ihrer Häuser und ihre Zwangsunterbringung, die Wegnahme ihrer religiösen Bücher, ihre Zwangsenteignung und Zwangsarbeit.
Ich hatte 2002 in Telepolis etwas zum Thema publiziert: „Auge um Auge – 2000 Jahre christlicher Antijudaismus“.
Fünf?!
Wir hatten heute eine Patientin mit exakt fünf Promille Blut im Alkohol Alhohol im Blut. Wie und was muss man da trinken? Und wie lange muss man dafür trainieren, damit der Körper das aushält?
„Der Wert der letalen Dosis wird in Fachliteratur mit 3 ‰ bis 4 ‰ beschrieben. Allerdings sind Fälle mit einer überlebten BAK um 4 ‰ nicht außergewöhnlich. Es sind extreme Fälle bekannt, die diese Werte deutlich überschreiten.“ Quod erat demonstrandum.




















