Towel Day
Nicht vergessen: Heute ist der Tag des Handtuchs.
Selfie
Das Selfie ist vom 25.10.2006. Und wo bin ich da?
WG-Leben, 70-er Jahre
Ein Foto von meiner damaligen Freundin und mir in unserer Wohngemeinschaft (ca. 1977, in Charlottenburg, wir waren vier Studenten). Ich trage den ererbten Klappzylinder meines Großvaters und dessen Kleppermantel (der sich vor einigen Jahren in seine Bestandteile aufgelöst hat).
Kater, Delfine und Roboter
Mein Kater „Kater“, Mitte der 90-er Jahre. Er stammte aus einem Tierheim und brauchte lange, um zu verstehen, dass ich ihn regelmäßig füttern würde. In den ersten Wochen bunkerte er immer noch Lebensmittel an unzugänglichen Stellen in der Fabriketage, in der ich damals wohnte.
Ich basaß in meinem Leben drei Katzen und einen Hund, aber ein Foto von „Kater“ hatte ich bisher hier nicht gepostet, soweit ich mich erinnere.
Noch mehr von Tieren? Dann guckt euch die Delphine in Australien an. They made my day.
Oder doch lieber Roboter, die unser profitorientertes Gesundheitssystem zu teuer findet und die deshalb im Ausland zum Einsatz kommen werden.
Demokritisch
„Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie nebst einem Anhange“ – Anfänge versehentlich rasch gelöschter E-Mails.
Verzeihung, das ist ein Insider-Witz. Nur die geneigten Stammleserinnen und wohlwollenden Stammleser können den verstehen.
Der nackte Wahnsinn

Wie ich schon andeutete: Komsumiert man beim Frühstück das Internet die gewohnten Medien aller Art, schreit einem der nackte Wahnsinn ins Gesicht. Ich hoffe, das ist nicht irgendwie ansteckend.

Ich bin vermutlich nur wenig traumatisiert, außer durch Religion und Religioten, aber ich hoffe, die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser mucken auf und informieren mich rechtzeitig (verschlüsselt!), falls Anzeichen dafür zu erkennen sind, dass ich durchdrehen sollte.

Kann es sein, dass mir jetzt hustende und niesende Autos im Traum erscheinen? Falls ich auch noch zwischen meinen Büchern einen Abstand herrichten muss, brauchte ich eine Lagerhalle so groß wie zwei Fußballfelder.

Ich muss mich jetzt kurz erholen, das kaffeegetränkte Gehirn anwerfen und an meiner Elo-Zahl arbeiten oder diese auf’s Spiel setzen. Dann werden wir mal sehen, was der Tag noch so bringt.
#Superspreader
Social distancing à la Berlin-Kreuzberg, Landwehrkanal
Maschine zum Schreiben
Zwei Artikel in der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, die ich 1977 plante zu lesen. (Werner Ernst)
Die Karteikarte habe ich in einem meiner Bücher gefunden. Für die Nachgeborenen: Ich habe damals mit einer Schreibmaschine geschrieben. Guckst du bei Google, was das ist.

Unter Fahnenhaltern


Atheismus, Queen Corona und COVID19

Credits: Atheist Republic
Zur eindringlichen Lektüre empfohlen: Sterbende weiße Männer von Susanne Schröter.
Dass der neue Hass nicht allein eine Mode, sondern das Produkt wissenschaftlicher Theorien ist, wird deutlich, wenn man die ideologische Aufladung der Adjektive „weiß“, „männlich“ und „alt“ getrennt voneinander betrachtet. Sie lassen sich nämlich drei separat entstandenen Diskursen zuordnen, die zunehmend verwoben werden: der postkolonialen Theorie, dem intersektionalen Feminismus sowie der Umwelt- und Klimabewegung.
Sehr interessant, wie sich ursprünglich emanzipatorische Ideen zu einem reaktionären und absurden Unfug entwickeln können.
Sogar die taz hatte aktuell einen guten Artikel zum Thema „Postkoloniale Theoretiker“: „Leerstelle Antisemitismus – Die Verdienste postkolonialer Forschung sind groß. Doch die Causa Achille Mbembe zeigt, dass sie das Wesen des Antisemitismus verkennt.“ (Autoren: Saba-Nur Cheema und Meron mendel). Lesenwert, aber die Kommentare habe ich mir gar nicht erst angetan.

Landwehrkanal Berlin, auf dem Heimweg von der Nachtschicht, ca. 6 Uhr morgens
„Erst wenn der letzte Substantiv ein Binnen-I hat, das letzte Dingwort mit einem Sternchen verunziert und das letzte generische Maskulinum durch einen Unterstrich unleserlich wurde, werdet ihr merken, dass man mit Gendersprache nicht den Kapitalismus reformieren kann.“ (Weissagung der Cree)
And now for something completely different. (Surprise!) Auf Reddit fand ich eine anschauliche interaktive Grafik: „Coronavirus Deaths vs Other Epidemics From Day of First Death (Since 2000)“. Obwohl die statistische Basis wie gewohnt immer fragwürdig ist, zeigt das Schaubild eindringlich, dass COVID19 eben nicht wie eine Grippe ist. In diesem Zusammenhang sind ultrakonservative Prediger im Bibel Belt eindeutig ein Fall für den Darwin Award. Das Einzige, was Trump noch an einer Wiederwahl hindern kann, ist, dass seine Wähler dahinsterben. Religioten eben.

Source: Malca Goldstein-Wolf/Facebook
„Mit gut sechzig Jahren besaß Burkhard immer noch die Haltung eines jungen Mannes.“ (Beginn eines nicht geschriebenen Romans von Louis Aragon)
Da nur die Ökonomie zählt, hier noch was von der New York Times: „Large, Troubled Companies Got Bailout Money in Small-Business Loan Program“. Immer schön dran denken: Je ein Kapitalist schlägt viele tot, und das wird durch Seuchen wie diese beschleunigt. (Nieder mit der Kleinbourgeoisie!)

Nein, Masken sind nicht das neue Klopapier, ich habe in der nächstbesten Apotheke welche bekommen, sogar FFPT2-Masken.
23. April 1944
Gestern sagte meine Mutter (94 Jahre alt): „Was am 23. April 1944 war, weiß niemand mehr, und es will auch niemand wissen.“ Damals war der erste Großangriff auf die Stadt Hamm. Meine Mutter arbeitete dort in einem Laden in der Weststraße (vgl. Foto oben, damals und heute). Das Bombardement hat sie im Bunker überstanden. Sie sagte, sie haben drei Tage danach im Bett gelegen, weil sie nichts mehr hörte und extrem Kopfschmerzen gehabt habe. Danach sei es nicht mehr möglich gewesen, von Bönen, wo sie wohnte, nach Hamm zu kommen.
Das mag aus der Sicht von heute und viel schlimmeren Kriegsfolgen belanglos erscheinen. Wenn man das aber von einer noch lebenden Augenzeugin erfährt, geht es einem nahe.
Unter Einsatz von 750 Bombern und einigen hundert Jagdflugzeugen wurden 8000 Spreng- und 3500 Brandbomben abgeworfen. Innerhalb einer knappen Stunde war die Stadt in ein Flammenmeer und eine Trümmerwüste verwandelt. Der Verschiebebahnhof, der Güterbahnhof sowie Wohnviertel im südlichen und westlichen Stadtgebiet wurden besonders schwer getroffen. Etwa 240 Gebäude wurden völlig zerstört, weitere 350 schwer beschädigt. Mit weit über 200 Todesopfern forderte dieser Angriff die meisten Menschenleben, die je einem Luftangriff auf die Stadt Hamm während des Krieges zum Opfer fielen.
Am 05.06.2019 schrieb ich:
„Von der schönen Stadt Hamm ist nichts mehr übrig geblieben. Das Foto unten zeigt die Innenstadt bei Kriegsende – der Westentorbunker steht im linken oberen Viertel. Für mich ist es kaum vorstellbar, dass meine Mutter da durchlaufen musste, oft sogar zu Fuß zehn Kilometer bis Bönen, wo meine Großeltern wohnten, weil die Züge nicht mehr fuhren, einmal sogar unter Tieffliegerbeschuss, zusammen mit einer Arbeitskollegin, wie sie erzählte. Dass ich existiere, ist eigentlich ein glücklicher Zufall.“
Nineveen, Wasser und Sand
Witzigerweise habe ich genau vor einem Jahr auch meine private LeibesübungenWassersportsaison eröffnet. Gestern war es aber schon so sonnig und warm, dass ich stark pigmentiert wurde. Ich bin nur ein wenig in Klein-Venedig herumgepaddelt, wurde kurz nach dem Pichelssee von PolPot einem polnischen Pott fast ans Ufer verwiesen, habe dann den wie immer leeren Grimnitzsee erkundet, die kleinbürgerliche Idee ein bisschen neidisch bewundert und mich dann auf die Havel begeben, wo ich bis auf ein paar Enten auch ziemlich allein war.
Viel interessanter war die Rückfahrt durch den Grundewald per Fahrrad, weil ich noch einen Besuch bei meinen Eltern plante. Man biegt am Scholzplatz von der Heerstrasse ab nach Süden, radelt über die Straße Am Postfenn entlang des Torfgrabens bis zur Alten Spandauer Poststrasse, die ich bisher nicht kannte. Die Google-Maps-Dame in meinem Smartphone hatte Probleme, mir den rechten Weg zu weisen, weil ab und zu die Internet-Verbindung (wir sind in Deutschland!) abbrach.
Irgendwann erreichte ich die Sandgrube im Jagen 86, von der ich bisher auch noch nie etwas gehört hatte, obwohl ich schon mehr als vierzig Jahre in Berlin lebe. (Social distancing in Berlin? Vergiss es.)
Falls man vom Hauptweg abkommt, ist ein Mountainbike empfehlenswert: Durch tiefen Sand zu radeln ist nicht immer lustig. Dann kann man auch gleich zu Fuß gehen.
Die Russenbrücke und den Blitzbaum anzuschauen habe ich leider verpasst. Von deren Existenz erfuhr ich erst beim Recherchieren.
Übrigens: Nineveen – wieder etwas gelernt – stammt nicht aus „Herrn der Ringe“, sondern dem Grunewald. Da werde ich mal hinpaddeln.
Der Gladiator, 2.0

Source: Somewhere on the Internet. SCNR
Stupidity et al

Also gut. Ich halte von den so genannten Lockerungen gar nichts, weil das Volk jetzt denkt, man habe schon alles im Griff. Michael Meyer-Hermann, ein System-Immunologe, sieht das auch so. Wer nur auf Drosten hört: Auch der warnt vor einer zweiten Welle. Schade, dass Merkel nicht Vorsitzende einer linksradikalen Partei ist. Was sie zum aktuellen Thema sagt, kann ich nur unterstreichen.

Es gibt auch richtig schlechte Nachrichten: Laut WHO gibt es „No evidence that people who have survived coronavirus have immunity“.

Gottesdienste sollten übrigens wieder erlaubt werden, wenn die Verehrer höherer Wesen und ihre Vorbeter zusätzlich zum Mundschutz noch einen Knebel tragen. #gag
Unter Robotronikerinnen
VEB Robotron PC 1715 computers at a parade in Berlin, GDR, 1987. Credits: Soviet Visuals.
Kann mir mal jemand von den mitlesenden Anthropologen erklären, warum man Rechner auf einen Bollerwagen stellt und diese dann winkend durch die Straßen fährt? Muss ich dazu erst Theweleit lesen?

[Mir fällt kein Titel ein]

Radelnd auf dem Weg zur kapitalistischen Lohnarbeit, Ostersonntag um 5.30 Uhr, Landwehrkanal
Philipp Sarasin [sic] fragt (danke, T.!): „Mit Foucault die Pandemie verstehen?“
Die Lepra und die Leprosorien, die in der frühen Neuzeit zu Armenhäusern und zu Asylen für die Wahnsinnigen wurden, waren für Foucault damit ein erstes Modell der Macht: Die Macht trennt die Gesunden von den Kranken, schließt die Devianten und Verrückten aus der Gesellschaft aus… (…)
Dieses „Lepra_Modell“ sei im 17. Jahrhundert durch das „Pest-Modell“ abgelöst worden: Deviante wurden nicht einfach länger ausgestoßen und weggesperrt, sondern „alle“ – Kinder, Soldaten, Arbeiter, Gefangene, Arme, etc. – wurden einer rigorosen Disziplinierung unterworfen, die nicht zuletzt der Einübung einer strengen Arbeitsdisziplin und damit dem „Produktivmachen“ ihrer Körper diente.
Beim aktuellen „Pocken-Modell“ gehe nicht mehr um Disziplinierung wie noch zu Zeiten der Pest: „[D]as grundlegende Problem ist vielmehr zu wissen, wie viele Leute von Pocken befallen sind, in welchem Alter, mit welchen Folgen, welcher Sterblichkeit, welchen Schädigungen und Nachwirkungen, welches Risiko man eingeht, wenn man sich impfen lässt, wie hoch für ein Individuum die Wahrscheinlichkeit ist, zu sterben oder trotz Impfung an Pocken zu erkranken, welches die statistischen Auswirkungen bei der Bevölkerung im allgemeinen sind (…).“ Dem entsprechend sei es angesichts der Pocken um „das Problem der Epidemien und der medizinischen Feldzüge [gegangen], mit denen man epidemische oder endemische Phänomene einzudämmen versucht.
Fazit: Das Pocken-Modell der Macht beschreibt, mehr oder weniger, aber doch ganz zutreffend die Form des Regierens in Zeiten der Pandemie, der trotz aller Unterschiede und trotz vieler nationaler Egoismen die europäischen Regierungen folgen.
Dann haben wir noch auf Bloomberg: „It’s Still Hard to Predict Who Will Die From Covid-19 – The complicated ways in which the coronavirus interacts with human immune systems.“ Auch lesenswert.
Meedia.de: „Heinsberg Protokoll: Zum ersten Mal spricht Philipp Jessen über ein Storymachine-Projekt“. Da kriegt man einen Hals beim Lesen. Embedded Forschung oder „embedded journalism“ – oder beides.
Übrigens siegt der Kommunismus in Indien (Quelle: Washington Post) – der Bundesstaat Kerala wird seit drei Jahrzehneten kommunistisch regiert und hat daher und naturgemäß das beste Gesundheitssystem Indiens.
Das Wort zum Sonntag spricht Stephan Anpalagan angesichts einer besonders albernen Religiotin:
Als Theologe zitiere ich mal den Brief an die Gemeinde in Ankh-Morpork, 3. Salamander Kapitel 4, Vers 17:
„Doch hütet Euch vor den faulen Prophetinnen der Schundblätter, die Euch befehligen des Heilands Haus zu öffnen in Zeiten der Pestilenz! Des Teufels Schergen sind sie, die Gedeih und Verderben mit sich bringen. Lasset Euch nicht beirren von leeren Worten, die des Kaufmanns Brot verfluchen und nur der Niedertracht Willen das Manna des Herrn preisen.
Geister der Wirrnis haben sich ihrer bemächtigt. Bleibt wachsam!“
Ehret den Drosten! Hallelujah!
Trotzdem ist das Ende wie immer nahe.
Gestern (ich konnte nicht wirklich bloggen): Vergesst Dutschke nicht!
Lesen hier Frauen aus der Mittelschicht mit? Ich hätte da noch was:
Grim records and flattening the curve

[Coole und zum Thema gar nicht passende Musik ertönt]
The New York Times: „New York City officials have hired contract laborers to bury the dead in its potter’s field on Hart Island as the city’s daily death rate from the coronavirus epidemic has reached grim new records in each of the last three days.“ Das nenne ich mal apokalypisch. Gilt auch für kleine Details: Laut WDR muss der Katastrophenschutz ein Pflegeheim übernehmen, weil alle Mitarbeiter positiv getestet wurden.
Spiegel online attestiert den Mexikanern eine „gläubig-abergläubische“ und „irrationale“ Denkweise. Den „Schwarzen“ übrigens auch: „Manche Schwarze halten sich offenbar für immun gegen das Virus – ein alter Aberglaube.“
Ich kommentierte auf Fratzenbuch, bei Spiegel online schrieben Rassisten: „In Illinois, einem der wenigen Bundesstaaten, die Corona-Statistiken nach Rasse aufschlüsseln, sind Schwarze die Gruppe, die so schwer betroffen ist wie keine andere.“ Beim Homo sapiens gibt es keine Rassen. Und wer ist „schwarz“? Auch die Hellbraunen?“
Der Satz wurde alsbald geändert, jetzt steht da nicht mehr „nach Rasse“, sondern „ethnische Zugehörigkeit“. Das macht es nicht besser. Man kann auch nicht alles mit Rassismus erklären. Das ist zu einfach. Wer religiös ist oder abergläubisch, ist selbst schuld. Und sollte man nicht in Kuba nachfragen, ob dort „die Schwarzen“ auch öfter infiziert werden? Und wenn nein, warum nicht? Man könnte mit Blick auf die Statistik behaupten:
Je religiöser eine Gesellschaft ist, um so mehr Infektionen gibt es.
Eine der Lehren aus Wuhan ist: „Ärzte und medizinisches Personal sollten nur sechs Stunden arbeiten“.
Man hat in Wuhan eine klare Relation zwischen der Länge der Arbeitsschichten und der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten sowie der Ansteckungswahrscheinlichkeit der Krankenhaus-Mitarbeiter entdeckt. In der ersten hektischen Phase arbeiteten Ärzte und medizinisches Personal in Wuhan oft 12 bis 14 Stunden. Sehr viele Helfer haben sich damals angesteckt. Diese Entwicklung sehen wir auch in Italien und Spanien. Erst als in China sehr viel mehr Personal zur Hilfe kam und die Schichten sich auf sechs Stunden verkürzten, sanken die Ansteckungs- und Sterberaten. Das Personal konnte sich dann sehr viel genauer an die Vorschriften halten.
Jetzt kann man schon vorhersehen, was unsere grandiosen Politiker-Pappnasen hierzulande (laut Neues Deutschland u.a.) daraus machen: „Arbeitsminister Heil [nomen non est omen] erlaubt Ausweitung der Arbeitszeiten für Menschen in systemrelevanten Berufen“. Eine Krankenschwester in einer Rettungsstelle schrieb mir: „In der Schutzkleidung hält man es vier Stunden aus, dann ist man schon fix und fertig. Man kann nichts trinken oder essen. Meistens bleiben wir acht Stunden drin, mit ein oder zwei kurzen Unterbrechungen.“
Reporter ohne Grenzen hat im gewohnten Lautsprecherduktus Fake News verbreitet, der Begriff „Coronavirus“ werde in Turkmenistan zensiert. So was kann im freiheitlich-demokratischen „Westen“ natürlich nicht passieren.
Wer einen langen Text zu lesen imstande ist, sollte Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt lesen – obwohl der Titel „ein besorger Bürger“ abschreckt: Der Mann ist ganz vernünftig und zerlegt das kapitalistische schweizer Gesundheitssystem in winzige Stücke und trampelt darauf herum.
Die Kurve hat sich abgeflacht. Ja, aber das ist kein Grund, etwas zu ändern. Sie kann auch sehr schnell wieder in die Höhe schießen.
Drastisch kann gut sein

According to science: Die drastischen Maßnahmen der Kommunistischen Partei Chinas und der Regierung haben in Wuhan hunderttausende Infektionen verhindert und viele Leben gerettet.
Ganz anders sieht es in Schweden aus, obwohl ich den effekthaschenden Titel „Schwedischer Sonderweg offenbar gescheitert“ unseriös finden. Ein (nur einer!) Korrespondent meint, es sei „möglicherweise“ so. Das reicht mir nicht (obwohl er vermutlich recht hat).
Der Guardian sät noch einmal kräftig Zweifel, was die aktuellen Zahlenangaben zur COVID19-Pandemie angeht.
Ich habe prophezeit, dass Trump wiedergewählt wird. Ich vermute immer nich, dass das so sein wird, obwohl es fraglich ist, was überhaupt geschieht, wenn sich die Leichenberge türmen. Die New York Times klärt auf, ob sich die Wahlen verschieben lassen könnten. (Die Antwort lautet: Vermutlich nicht.)
Was lese ich da bei Spiegel online? „Kapitalistischer Gesellschaftsvertrag“? War da der freiwillige Selbstzensor gerade pinkeln und hat das K-Unwort übersehen? Ich dachte, wir lebten in einer überaus freien Marktwirtschaft, die alle reich und glücklich macht? Und wer sind die Vertragspartner? Die Kapitalisten und die Arbeiterklasse?
Zum Schluss: Die Religioten sind noch religiotischer, als ich eh schon dachte. Mein Vorschlag: Lasst sie doch gemeinsam höhere Wesen verehren und nominiert alle anschließend für den Darwin-Award. Das gilt übrigens auch in Israel.
Physics Puzzle

Wenn ihr mal etwas zum Gehirnjoggen braucht, empfehle ich Brain It On! – Physics Puzzles.
Das bringt einen zwar an den Rand des Wahnsinns, macht aber sehr viel Spaß – und schult auch das Gefühl für physikalische Vorgänge, die Gravitation und im weiteren Sinne geometrische Fragen betreffend.
(Ich habe ca. eine Woche gebraucht, wenn ich kurz zwischendurch Zeit hatte, um Level 56 endlich hinzukriegen. Tablet wäre besser, ich nutze aber das Smartphone.)

Red Beacon of Doom und Geisterbahnfahrer der letzten Tage

„We know we’ve really screwed things up when the Empire State Building gets mad.“
Man lebt bekanntlich gern in Zeiten der Apokalype, wegen Angstlust und so. Ich kenne das – meine Kindheit und Jugend habe ich in einer christlichen Sekte verbracht, für die dieser Zustand – die Apokalypse oder auch Parusie wurde täglich erwartet – ganz normal war. Ist gut für die Gruppendynamik, aber auf Dauer schwer durchzuhalten.
Die Furcht vor der Apokalypse wird durch den Postmillenarismus dieser Gruppen gemildert. Man selbst hofft bei Wohlverhalten nicht betroffen zu sein.
Jetzt aber zu den Fakten.
„In this life, we want nothing but facts, sir; nothing but facts!“ (Charles Dickens: „Hard Times“)
Auf Telepolis haut Alexander Unzicker ganz wunderbar diejenigen in die Pfanne, die herummäkeln, dass alles nicht so schlimm sei.
Corona sei nicht so schlimm, aber die Maßnahmen dagegen schon. (…) Bhakdi verlangt, dass Maßnahmen erst ergriffen werden, wenn die Gefährlichkeit des Virus gesichert sei. Was für ein Unsinn. Man muss vorsorgen, solange die Ungefährlichkeit nicht gesichert ist. In die gleiche Kerbe haut Stanford-Koryphäe John Ioannidis, der im Focus Maßnahmen „ohne zuverlässige Datenbasis“ beklagt.
Nassim Taleb, einer der wenigen Denker, die Ereignisse wie die Corona-Krise vorhergesehen haben, spottet nicht zu Unrecht, Ioannidis empfehle „den Abschluss einer Versicherung, sobald man das Ausmaß des Schadens kennt“. (…) Man fragt sich eigentlich, warum die Feuerwehr noch ausrückt in Deutschland, so ganz ohne Datenbasis. Weiß man denn genau, ob das Gebäude überhaupt brennbar ist?
Das RKI bietet epidemiologische Modelle an, von denen man den Trend der Infektionen einigermaßen deduzieren kann. Der Statistiker Gerd Antes wendet gegen derartige Rechenmodelle ein, dass man nichts Genaues nicht wissen könne.
Die Schätzungen variieren extrem. Je nach Experten ist davon die Rede, dass sich fünf- bis zehnmal mehr Menschen infizieren als nachgewiesen werden. Manche Schätzungen liegen beim Zwanzigfachen oder sind noch höher. So eine Streuung ist ein sicheres Zeichen, dass niemand auch nur ungefähr weiß, wo die Wahrheit liegt.
Wenn man davon ausgeht, dass die Dunkelziffer hoch ist, sind die Maßnahmen, die einige jetzt nerven (Würde denn irgendeiner bitte mal an die Kinder Wirtschaft denken? Aber bitte nie an die Würmer!), völlig richtig.
Karstadt-Manager ab in die Produktion! (Spargelernte!) #landverschickung #alalanterne
Die New York Times warnt: „For Autocrats, and others, coronavirus is a chance to grab even more power“. Darauf werden wir noch zurückkommen müssen.



































