Unter Nicht-Migranten
Das Ministerium für Wahrheit – auch bekannt als „Tagesschau“ – gibt bekannt: Deutsche heißen jetzt „Nicht-Migranten“.
Meine Urgrosseltern Anna Emilie Kukuk und Gustav Reinhold Schröder, revisited
Meine Urgroßmutter Anna Emilie Kukuk, Bäuerin (geb. 22.5.1864 in Elsendorf, Westpreußen heute Dąbrowa Wielka, Polen) und mein Urgroßvater Gustav Reinhold Schröder, Bauer (geb. 14.5.1859 in Mittenwalde, heute Dąbrowa Mała, Polen) bei ihrer Diamantenen Hochzeit am 11.12.1942. Mein Urgroßvater war damals 84, meine Urgroßmutter fünf Jahre jünger.
Das untere Foto hatte ich schon am 22.02.2013 publiziert. Die obere Version wurde mit ChatGPT verbessert.
Kennt sich jemand mir Orden aus? Es ist kaum etwas zu erkennen. ChatGPT hat zwar zahlreiche Vorschläge, muss aber auch passen.
Plausible Abstreitbarkeit
Ein Artikel von mir im Journalistenblatt 2/2026.
Reisen wir nach Hongkong, China, Neuseeland oder Russland? Es macht keinen Unterschied, was die Neugier der jeweiligen Sicherheitskräfte angeht. Man muss alle elektronischen Geräte bei der Einreise entsperren und alle Passwörter herausrücken. (vgl. Übersicht unten, Stand April 2026). Das gilt nicht nur für Leute, die Ilhan Omar heißen oder einen Islamistenbart tragen.
Das Konsulat der USA in Hongkong warnt zum Beispiel: Am 23. März 2026 änderte die Regierung von Hongkong die Durchführungsbestimmungen zum National Security Law. Es ist nun strafbar, sich zu weigern, der Hongkonger Polizei Passwörter mitzuteilen oder Entschlüsselungshilfe zu leisten, um Zugriff auf sämtliche persönlichen elektronischen Geräte zu ermöglichen, einschließlich Mobiltelefonen und Laptops. Die Geräte können auch beschlagnahmt werden, sind die Grenzbeamten misstrauisch geworden.
Geschäftsleute und Journalisten, die Daten und Dokumente ungern in falsche Hände sehen wollen, können das Risiko minimieren, indem sie auf einer Auslandsreise ein „leeres“ Laptop mitnehmen und ein Zweithandy benutzen, auf dem nichts Privates zu finden ist, und dann vor Ort alles neu installieren und von der eigenen Cloud herunterladen. Das ist aber unpraktisch und umständlich.
| Kategorie | Staat | Rechtslage | Konsequenz bei Verweigerung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Strafbarer Passwort-Zwang | Hongkong | Passwortherausgabe gesetzlich erzwingbar | Geldstrafe oder Haft möglich | Gilt auch bei Transit |
| Strafbarer Passwort-Zwang | China | Weitreichende Sicherheitsgesetze | Strafverfolgung möglich | Besonders streng bei politischen Inhalten |
| Strafbarer Passwort-Zwang | Vereinigtes Königreich | Anti-Terror-Gesetze erlauben Passwortforderung | Strafbar bei Verweigerung | Auch ohne konkreten Verdacht möglich |
| Strafbarer Passwort-Zwang | Neuseeland | Zoll darf Entsperrung verlangen | Geldstrafe bei Weigerung | Gilt speziell bei Einreise |
| Faktischer Zwang | Vereinigte Staaten | Geräte dürfen durchsucht werden | Einreise kann verweigert werden | Besonders bei Nicht-Staatsbürgern |
| Faktischer Zwang | Kanada | Grenzbehörden dürfen Geräte prüfen | Probleme/Verzögerung möglich | Rechtslage im Wandel |
| Faktischer Zwang | Australien | Durchsuchung ohne richterlichen Beschluss | Verweigerung führt zu Problemen | Weitreichende Zollbefugnisse |
| Faktischer Zwang | Russland | Sicherheitsbehörden mit umfassenden Befugnissen | Einreiseprobleme möglich | Praxis teils streng umgesetzt |
Mit dem Zwang, alle Passwörter herauszugeben, verhält es sich wie mit Zensur jedweder Art: Das trifft nur die Dummen und Faulen, nie die Richtigen. Man kann das alles umgehen, und muss noch nicht einmal IT- oder Kryptografie-Experte sein.
Die Aufgabe ist also nicht nur, Inhalte zu verbergen, sondern auch, das Verbergen zu verbergen.
Das Problem: Es dürfte bekannt sein, dass alles, was man schützen will, in verschlüsselte Verycrypt-Container gehört. Dafür gibt es zahllose und sogar leicht verständliche Tutorials. Aber: Weil es jeder weiß, wird ein Grenzbeamter, der sich auskennt, beim Entsperren eines Laptops diese Container entdecken und dann auffordern, ihm den Inhalt zu zeigen. Die Aufgabe ist also nicht nur, Inhalte zu verbergen, sondern auch, das Verbergen zu verbergen.
Das ist gar nicht so kompliziert, wie es sich anhört. Das Prinzip nennt man „Plausible Deniability“ (plausible Abstreitbarkeit). Wenn man mit Veracrypt einen „hidden container“ anlegt, hat man einen sichtbaren Container (der wie eine Dateiordner aussieht), indem sich ein weiterer Ordner (Container) verbirgt, der aber unsichtbar ist und auch ein anderes Passwort hat. Wenn man gezwungen wird, das Passwort herauszugeben, gibt man das des äußeren Containers an, der legitime, unkritische Daten enthält – der versteckte Dateiordner bleibt unsichtbar. Das funktioniert mit allem Betriebssystemen und auch externen Speichern wie USB-Sticks.
Das Problem sind natürlich die E-Mail-Programme auf Smartphones und Rechnern. Man könnte sogar gezwungen werden, verschlüsselte E-Mails zu öffnen. Noch schlimmer ist, dass alle Kontakte offen gelegt wären.
Auch dafür gibt es eine Lösung – hier eine Übersicht:
| System | Anleitung |
|---|---|
| Windows |
1. VeraCrypt installieren. 2. Einen verschlüsselten Container erstellen. 3. Den Container als Laufwerk einbinden, zum Beispiel V:. 4. Das Mailprofil oder die portable Version des Mailprogramms in den Container verschieben. 5. Das Mailprogramm nur starten, wenn der Container eingebunden ist. 6. Nach der Nutzung das Mailprogramm schließen und den Container aushängen. |
| Ubuntu / Linux |
1. VeraCrypt installieren. 2. Einen Container anlegen und mounten, zum Beispiel nach /media/veracrypt1. 3. Das Thunderbird-Profil in diesen Container verschieben. 4. Thunderbird mit dem Profil im Container starten, z. B. mit: thunderbird -profile /media/veracrypt1/thunderbird-profile 5. Nach dem Arbeiten Thunderbird beenden und den Container wieder aushängen. |
| macOS |
1. VeraCrypt installieren oder alternativ ein verschlüsseltes DMG-Image mit dem Festplattendienstprogramm anlegen. 2. Den Container oder das verschlüsselte Image öffnen. 3. Das Mailprofil in den verschlüsselten Bereich verschieben. 4. Das Mailprogramm nur von dort bzw. mit diesem Profil starten. 5. Nach der Nutzung das Mailprogramm beenden und das Image bzw. den Container schließen. |
| Hinweis | Der Schutz wirkt nur, solange der Container geschlossen ist. Wenn der Container geöffnet und das Mailprogramm aktiv ist, können die Inhalte natürlich gelesen werden. Für mehr Sicherheit sollten außerdem temporäre Dateien, Suchindizes, Ruhezustand und unverschlüsselte Backups beachtet werden. |
| Bereich | Anleitung |
|---|---|
| Ziel | Die lokal gespeicherten E-Mails sollen nicht offen auf dem Smartphone liegen, sondern möglichst in einem verschlüsselten Bereich gespeichert werden. |
| Benötigte Apps |
1. FairEmail als E-Mail-Programm installieren. 2. Zusätzlich eine App für verschlüsselte Container oder Tresore verwenden, zum Beispiel Cryptomator oder EDS. 3. Optional kann ein bereits am Computer erstellter VeraCrypt-Container auf das Smartphone kopiert werden, wenn die verwendete Container-App ihn unterstützt. |
| Variante mit Cryptomator |
1. Cryptomator installieren und einen neuen verschlüsselten Tresor anlegen. 2. Den Tresor mit einem sicheren Passwort öffnen. 3. In FairEmail den lokalen Speicherpfad möglichst auf den geöffneten Tresor legen. 4. FairEmail neu starten und prüfen, ob die lokal gespeicherten Daten im verschlüsselten Bereich landen. 5. Nach der Nutzung den Tresor wieder schließen. |
| Variante mit VeraCrypt-Container |
1. Einen VeraCrypt-Container am PC erstellen. 2. Die Container-Datei auf das Android-Smartphone kopieren. 3. Eine Android-App nutzen, die solche Container öffnen kann, zum Beispiel EDS. 4. Den Container auf dem Smartphone mit Passwort öffnen. 5. In FairEmail den Speicherort der lokalen Daten auf den geöffneten Container setzen, sofern die App und Android-Version das zulassen. 6. Nach der Nutzung FairEmail schließen und den Container wieder sperren. |
| Wichtige FairEmail-Einstellungen |
1. Benachrichtigungsvorschau deaktivieren. 2. Automatisches Laden externer Inhalte deaktivieren. 3. Automatisches Speichern von Anhängen vermeiden. 4. App-Sperre oder Geräte-PIN aktivieren. 5. Wenn möglich, den lokalen Cache klein halten oder regelmäßig leeren. |
| Wichtige Einschränkungen | Android kann trotzdem temporäre Dateien, Caches oder Anhänge außerhalb des Containers anlegen. Außerdem sind E-Mails sichtbar, solange FairEmail geöffnet ist oder der verschlüsselte Bereich eingebunden bleibt. Der Schutz ist also am stärksten, wenn die App geschlossen und der Container oder Tresor wieder gesperrt ist. |
| Fazit | Mit Android und FairEmail ist ein zusätzlicher Schutz durch verschlüsselte Speicherbereiche möglich. Am praktikabelsten ist meist die Kombination aus FairEmail + Cryptomator oder FairEmail + EDS. Ganz ohne Spuren außerhalb des Containers ist Android jedoch schwer vollständig abzuschirmen. |
Wer nichts zu verbergen und eine Webcam im Schlafzimmer installiert hat, muss nichts tun.
Gute Reise!
Links:
– Veracrypt
– Tutorials, wie man hidden container einrichtet, gibt es genug, auch bei Youtube. Wenn man weiß, wie man einen „normalen“ Container einrichtet, dauert das maximal zehn Minuten. Beispiel: Vollständiges Veracrypt Tutorial: Volumes – Hidden Volumes – Systemverschlüsselung.
– FairEMail – als Beispiel, eines der sichersten E-Mail-Programme)
– Cryptomator
– EDS für Android
– Disk Deciper für iPhones
Neukölln in einem Foto
Der QR-Code von den Plakaten war vor einer Sekunde abgerissen worden, vom wem, weiß ich aber nicht…
Split Tunneling

A modern cybersecurity infographic illustrating the difference between Split Tunneling and Full VPN Tunneling. On the left side, show a laptop connected to a VPN tunnel where only traffic to a home network and private servers passes through the encrypted tunnel, while normal internet traffic bypasses it directly to the web. Label this “Split Tunnel”. On the right side, show a “Full Tunnel” where all internet traffic, including websites and cloud services, is routed completely through the VPN tunnel, changing the user’s public IP address. Use glowing blue VPN tunnels, network diagrams, internet cloud icons, routers, and data streams. Professional IT illustration style, dark background with neon blue and cyan highlights, highly detailed, clean layout, futuristic networking concept art, cinematic lighting –ar 16:9 –v 7 (ChatGPT)
Ich hatte neulich ein interessantes IT-Problem: Ich bin mit einem Ubuntu Laptop in einem Firmennetz online, wenn ich Wireguard einschalte, komme ich nicht aber mehr online. Kann es sein, dass der Admin des Firmennetzes VPN bzw. Wireguard zu meiner eigenen Fritz!Box unterbindet?
Daraus ergab sich eine längere „Unterhaltung“ mit viel Gefummel, und das Problem konnte ich noch nicht lösen. Ich weiß aber, wie es ginge, habe nur keine Lust dazu. Da ich aber im November außerhalb Europas sein werden, könnte es sein, dass ich doch etwas machen muss, weil dort das Internet streng zensiert wird.

Midjourney erzeugt bei identischem Prompt nur symbolischen Unfug ohne Erkenntniswert.
Ja, das ist gut möglich. Viele Firmennetze blockieren oder filtern VPN-Verbindungen — besonders unbekannte oder private VPNs wie eine eigene FRITZ!Box-WireGuard-Verbindung.
Typische Ursachen:
→ Die Firewall blockiert den WireGuard-Port (standardmäßig UDP 51820).
→ UDP-Traffic wird generell eingeschränkt.
→ Das Firmennetz erlaubt nur HTTP/HTTPS über Proxy.
→ Deep Packet Inspection erkennt und blockiert VPN-Traffic.
→ Das Firmennetz verhindert „Split Tunneling“ oder private Tunnel absichtlich aus Sicherheitsgründen.
Dass „gar nichts mehr geht“, sobald WireGuard aktiv ist, deutet oft auf eines dieser Probleme hin:
→ Der Tunnel baut sich nicht korrekt auf
→ dann routet Ubuntu trotzdem alles durch das VPN und verliert Internetzugang.
DNS wird über den Tunnel geschickt, funktioniert aber nicht
→ Webseiten wirken „offline“, obwohl IP-Verbindungen evtl. noch gehen.
Die Firma blockiert genau den UDP-Verkehr zur Fritzbox
→ Handshake kommt nie zustande.

Ping geht, aber DNS nicht. Also liegt das Problem vermutlich daran. Was haltet ihr von den Ratschlägen der KI?
Wenn Ping auf IPs geht, aber DNS nicht:
→ DNS-Problem im Tunnel.
Oft hilft bei Firmennetzen:
→ WireGuard auf einen anderen UDP-Port legen (z. B. 53, 123 oder 443 UDP)
→ Auf der Fritzbox einen alternativen Port konfigurieren
→ PersistentKeepalive = 25
→ Split Tunneling statt AllowedIPs = 0.0.0.0/0
Beispiel: AllowedIPs = 192.168.178.0/24
resolvectl status
Global
Protocols: -LLMNR -mDNS -DNSOverTLS DNSSEC=no/unsupported
resolv.conf mode: stub
Link 2 (wlp0s12f0)
Current Scopes: DNS
Protocols: +DefaultRoute -LLMNR -mDNS -DNSOverTLS DNSSEC=no/unsupported
Current DNS Server: 8.8.4.4
DNS Servers: 8.8.8.8 8.8.4.4
Link 4 (wg_config)
Current Scopes: DNS
Protocols: +DefaultRoute -LLMNR -mDNS -DNSOverTLS DNSSEC=no/unsupported
Current DNS Server: 192.168.178.1
DNS Servers: 192.168.178.1 fd93:9136:e393:0:7642:7fff:fe2c:f103
DNS Domain: fritz.box ~.
Das erklärt das Verhalten ziemlich eindeutig. Dein WireGuard-Tunnel setzt den DNS auf deine FRITZ!Box:
Current DNS Server: 192.168.178.1
Sobald WireGuard aktiv wird, versucht Ubuntu also:
→ alle DNS-Anfragen an deine Fritzbox zuhause zu schicken durch den VPN-Tunnel
→ Wenn der Tunnel aber im Firmennetz nicht richtig funktioniert oder UDP teilweise blockiert wird, erreicht dein Laptop die Fritzbox-DNS nicht mehr zuverlässig.
Darum:
→ DNS → kaputt
→ Webseiten → „offline“
→ SERVFAIL von 127.0.0.53
Der entscheidende Punkt:
Dein normales WLAN (wlp0s12f0) hat funktionierende Google-DNS:
→ 8.8.8.8
→ 8.8.4.4
Aber WireGuard überschreibt das mit:
192.168.178.1
„Das ist typisch bei Fritzbox-WireGuard-Konfigurationen.“
ChatGPT empfiehlt split tunneling: Das sei in Firmennetzen fast immer die stabilere Lösung. Das hülfe mir aber nicht gegen Internet-Zensur…

Identischer Prompt, Gemini-Version
Sie werden ersetzt. Widerstand ist zwecklos.

Sehr geehrtes Zentralorgan für Oberstudienräte! Mein Arbeitsplatz ist sicher und wird nicht ersetzt!
Von irgendwem Gekapertes

Womöglich eine Erlanger Gleichstellungsbeauftragte mit Lebensabschnittsgefährtem beim Spaziergang im Walderlebniszentrum Tennenlohe (Symbolbild)
Noch einmal zu Joana und anderem. Man freut sich, wenn die eigenen Vorurteile bestätigt werden. Erlangen hat (hatte?) gleich zwei Gleichstellungsbeauftragte, die genau so aussehen, wie man sich Gleichstellungsbeauftragte vorstellt, wenn sie bestimmte Lieder anhören.
Das ehemalige Nachrichtenmagazin schreibt: „Die Stadt Erlangen betonte gegenüber den »Nürnberger Nachrichten« [natürlich ohne einen Link zur Quelle zu setzen], dass es sich bei den zwölf Songs nicht um eine Verbotsliste handele. »Die Liste ist als Orientierung und Sensibilisierung gedacht. Unser gemeinsames Ziel mit Wirtinnen, Wirten und Schaustellerbetrieben ist ein friedliches und respektvolles Fest für alle«, heißt es. Einfacher gesagt: Die Gleichstellungsstelle macht das, was eine Gleichstellungsstelle halt so macht.“
„Im vergangenen Jahr hatte es Berichte über sexuelle Belästigung auf dem Volksfest gegeben, womöglich angeheizt durch frauenfeindliche Songtexte“. Womöglich. Womöglich werden islamische Messerstecher auch durch einschlägige Computerspiele angeheizt. Womöglich fällt irgendwo ein Baum um, daher sollten Spaziergänger in Baumnähe immer einen Helm tragen.
Meine Verschwörungstheorie ist: Die Erlanger AfD hat den Gleichstellungsbeauftragten vorher ein paar Geldscheine zugesteckt mit der Bitte, doch mal eine Liste von Musikstücken zusammenzustellen, die Gleichstellungsbeauftragten auf keinen Fall gefallen würde und diese natürlich an die Presse weiterzugeben, wegen „Transparenz, Vielfalt und Öffentlichkeit“ und so.
„2024 hat man sich mit Festwirten und Musikern zudem darauf geeinigt, das inzwischen häufig von Rechten gekaperte Lied L’Amour Toujours nicht mehr zu spielen.“
Deswegen sollte die deutsche Nationalhymne auch nie mehr gespielt werden. Am besten sogar verbieten.
Der weiße Berg und Uxmal, KI revisited und der vergebliche Versuch, etwas in die Zukunft zu retten
Zu meiner Überraschung fand ich das obige Foto auf dem Blog gar nicht. Habe ich es bisher nicht veröffentlicht? Monte Albán war ehemalige Hauptstadt und das religiöse Zentrum der Zapoteken im heutigen Mexiko in der Nähe von Oaxaca. Das Foto habe ich am 14.10.1979 gemacht. Über Monte Alban hatte ich am 13.07.2012 und am 02.07.2023 etwas geschrieben.

Uxmal das Original-Foto, hier veröffentlicht am 06.08.2022. Fotografiert in Yucatan, Mexiko, am 17.10.1979.
Ich war etwas komplizierter als gedacht, die Fotos (die schon ein eingescannte Dias waren) zu restaurieren.
Offenbar haben künstliche Intelligenzen ein Problem, „verbessern“ und „verändern“ unterscheiden zu können. Geminis Versionen von Monte Alban waren zwar auch gut, aber beim ersten Mal halluzinierte die KI eine große Touristengruppe auf den kleinen Hügel im Hintergrund in der Mitte. Die fiktiven Personen waren so klein, dass ich sie beinahe nicht gesehen hätte. Wir waren damals allein – andere Touristen wären kontraproduktiv und sowieso komplett gelogen.

Version ChatGPT von Monte Alban
Bei Uxmal wurden mir zwei Versionen vorgeschlagen. Die zweite hatte den Himmel verändert und war geringfügig besser, ich wählte dennoch der Authentizität werden die erste.
Natürlich ist das alles völlig sinnlos. Wer interessiert sich für Fotos, die vor einem halben Jahrhundert geschossen wurden? Ich habe zwar Nachfahren, die meinen gesamten Krempel erben werden, aber die rufen vermutlich gleich einen Entrümplungsdienst.
Etwas irgendjemandem hinterlassen zu wollen, ist evolutionär eine Übersprungshandlung des Zeugens von Nachkommen. So sehe ich das. Die Nachgeborenen lernen nicht aus den Fehlern, die man selbst gemacht hat.
Ich werde ganz egoistisch dennoch alle (ca. 3000) Bilder noch einmal durchforsten und auch die Reise-Tagebücher, die ich, als ich begann, die Fotos hier zu veröffentlichen (2010? Die auf spiggel.de – der Vor-Version dieses Blogs – waren nicht eingesannt), gar nicht berücksichtigt hatte – auf die Idee kam ich erst später. Kann sein, dass das Publikum demnächst Bilder vorgesetzt bekommt, die es schon kennt, nur etwas enhanced…
Nonnenklosterviereck [2. Update]
Ich bin sehr motiviert, meine alten Fotos von der KI aufmöbeln zu lassen (vgl. oben und unten).
Dazu schrieb ich am 14.11.2022: Das letzte Foto aus der Ruinenstadt Uxmal in Mexiko, am 17.10.1979. Ich habe lange gesucht, um ein ähnliches Foto zu finden, aber vergeblich. Es hat sich nicht viel geändert. Die Ruine gehört zum Nunnery Quadrangle (Cuadrangulo De Las Monjas).
Unter Exorzisten
Die bürgerliche Hauptstadtpresse berichtet: Gleich 32 Autoren, die ihre Bücher bislang im Westend Verlag veröffentlicht haben, verkünden in einem offenen Brief an die Geschäftsführung des in Frankfurt ansässigen Verlags, dass sie diesen verlassen werden. „Wir distanzieren uns hiermit von der Neuausrichtung Ihres Verlagsprogramms.“ (…)
Mit der „Neuausrichtung“ ist gemeint, dass der Verlag, der sich bislang „ausdrücklich als Plattform für kritische, linke Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen“ verstanden hat, wie es bis vor kurzem auf der Verlagsseite stand, nun auch Bücher von Autoren wie Wolfgang Kubicki und Ulf Poschardt verlege, mithin sich rechten Positionen öffne.
Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Die gefühlt „linken“ Damen und Herrn Autoren sind noch nicht einmal mehr in der Lage, jemanden in ihrer virtuellen Nähe zu dulden, der nicht ihrer stromlinienförmigen Meinung entspricht, ohne ein exorzistisches Reinigungsritual zu zelebrieren.
Joana
Skandal im Sperrbezirk von Erlangen! Zehn unbekleidete Friseusen gesichtet! Eine hieß Joana und hatte 20 Zentimeter lange Haare.
Wenn man bei Google die Suchanfrage „Erlangen nackte friseusen“ eingibt, bekommt man jetzt merkwürdige Ergebnisse, die sich überraschenderweise mit deutschem Liedgut beschäftigen.
Die Stadt Erlangen hat für die heute beginnende Bergkirchweih mehrere Lieder wegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit auf den Index gesetzt, darunter beispielsweise 10 nackte Friseusen von Micki Krause, 20 Zentimeter von Mirja Boes, Joana von Peter Wackel und Skandal im Sperrbezir von der Spider Murphy Gang.
Warum? Man könnte sich den Stadtrat in Erlangen ansehen Jeder streitet mit jedem. Es gibt eine rechnerische Mehrheit „links von der Mitte“.
Das heißt: Es wird vermutlich gegendert, und Musik wird natürlich zensiert. Wie bestellt, so geliefert.
Die gesamte KI stellt sich selbstredend quer, wenn man das einschlägig bebildern will, insbesondere mit nackten Friseusen. Ich hätte passende Fotos aus Kasachstan nehmen können, aber das das könnte urheberrechtliche Probleme geben, weil die Fotoagentur CEN britisch ist. Der Shop von außen macht auch nichts her.
Also müssen wir uns mit dem Kitsch zufrieden geben, der in Erlangen bei den üblichen schmallippigen Verdächtigen als sexistisch und frauenfeindlich gilt.
Politische Pädagogik in besonders grober Ausführung
Noch mal etwas zu dem Video Ben-Gvirs. Auf Facebook schrieb jemand etwas, dem ich beipflichten kann:
Ein guter Faustschlag hat mehr Wert als ein guter Ausgang der Dinge. (Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes)
„Gemeint sind jene bekannten oppositionellen Kommentatoren und Publizisten, die Israels Minister für nationale Sicherheit zuletzt als „Schande“ bezeichneten und dessen Vorgehen gegen die sogenannte Gaza-Flottille als nationale Blamage darstellten.
Was diese Herren allerdings nicht erklären: Wie genau soll man mit Aktivisten umgehen, die offen Sympathie für die Hamas demonstrieren? Mit Blumen? Mit einem Blasorchester? Mit einem Kinderchor und einem Korb Bio-Datteln?
Diese „See-Aktivisten“ kamen nicht, um Wale zu retten oder Plastik aus den Ozeanen zu fischen. Sie kamen, um einer Organisation moralischen Rückhalt zu geben, deren Terroristen jüdische Familien massakrierten, Kinder ermordeten und Frauen vergewaltigten – begleitet vom moralischen Pathos jener internationalen Öffentlichkeit, die bei jüdischem Blut erstaunlich oft plötzlich philosophisch wird.
Nichts ist langweiliger als die Logik professioneller moralischer Fernkämpfer. Vor allem dann, wenn sie Humanismus mit der Miene von Buchhaltern vortragen, die gerade eine Rechnung auf Korrektheit prüfen.
Mir erscheint inzwischen jede politische Zeile verdächtig, die ausschließlich geschrieben wird, um die eigene pflanzenfressende Ethik vorzuführen. Zu viele Menschen umarmen heute symbolisch das Krokodil des Friedens — solange gefressen werden nur andere.
Israels Minister für nationale Sicherheit behandelte die sogenannte „Flottille der Provokateure“ jedenfalls nicht wie harmlose Friedenspilger. Sicherheitskräfte kontrollierten die Aktivisten massiv, bewaffnete Einheiten standen bereit, und der Minister schwenkte demonstrativ die israelische Flagge – mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der es leid ist, sich für die bloße Existenz seines Landes zu entschuldigen.
„Wir sind hier die Hausherren“, lautete die Botschaft. Und, ehrlich gesagt, klang das überzeugender als das endlose diplomatische Wehklagen über die „internationale Besorgnis“.
Noch vor wenigen Jahren wurden Klimaaktivisten mit Sandwiches und Mineralwasser empfangen. Diesmal jedoch reagierte Israel mit demonstrativer Härte – sehr zum Entsetzen europäischer Menschenrechtsmilieus, die sofort Herzrhythmusstörungen bekamen. Natürlich meldeten sich umgehend Gerichte, NGOs und internationale Mahner zu Wort – jene ewigen Onkel der Weltpolitik, die bei jedem israelischen Sieg hereinstürmen und rufen: „Bitte sofort aufhören zu gewinnen!“
Der Minister ist ohnehin für seine kompromisslose Haltung gegenüber den Hamas-Terroristen bekannt, die am 7. Oktober israelische Zivilisten abschlachteten und verbrannten.
Er verschärfte die Haftbedingungen für Terroristen und ließ Gefängnisse demonstrativ mit Bildern des zerstörten Gazastreifens dekorieren. Man könnte sagen: politische Pädagogik in besonders grober Ausführung.“
Full ack, Euer Ehren! Auch wenn Ben Gvir ein Unsympath sein mag: Es schadet es nicht, die Hatikwa in demütiger Haltung anzuhören. Die können froh sein, dass sie nicht zu Abbruch- und Steinbrucharbeiten in Gaza herangezogen wurden.
Insel der Sterne, revisited mit KI
Das Foto habe ich 1984 auf Amantani gemacht, einer peruanischen Insel im Titcaca-See. Dort habe ich eine Woche bei Quechua-Bauern verbracht, die schlechter Spanisch sprachen als ich. Die Kinder hatten noch nie eine Kamera gesehen und reagierten dementsprechend. Das obere Foto (eingescanntes Dia) und das unten habe ich mit KI bearbeitet. ChatGPT schlug vor, um alte Fotos zu verbessern:
Wenn du nur ein Tool willst:
Beste Gesamtwahl: Topaz Photo AI (kostenpflichtig)
Beste Profi-Kontrolle: Adobe Photoshop
Beste kostenlose Lösung:
GIMP + Real-ESRGAN Github
Ich finde, der Authentizität schadet es nicht.
Chefökonomisches

A gigantic bureaucratic machine made of marble and rusted steel, endlessly fed by exhausted workers carrying sacks of gold coins uphill, while elegant government clerks in oversized suits stamp papers that transform into smoke and disappear into the sky, in the background towering factory chimneys and giant industrial machines create real glowing value and gears, ironic contrast between productive labor and bloated administration, dark marxist satire, symbolic capitalism and state bureaucracy, cinematic lighting, dystopian realism, brutalist architecture, red banners fading in rain, hyper-detailed, metaphorical, ironic, political allegory, oil painting mixed with socialist propaganda poster aesthetics –ar 16:9 –s 750 (Gemini)
Ich bin versucht, den Wanderpokal „Lautsprecher des Kapitals“ an Dorothea Siems zu vergeben, die „Chefökonomin“ der „Welt“ aka bürgerliche Presse, für ihren (paywallgeschützen) Artikel Der Arbeitsmarkt spiegelt die düstere Wahrheit.
„Siems ist eine Verfechterin einer Freien Marktwirtschaft und wird bisweilen auch als neoliberal bezeichnet.“ Beruhigend zu wissen, dass sie nicht die unfreie Marktwirtschaft unterstützt. Artikel von Journalisten, die den Kapitalismus zu erklären versuchen, aber dem Publikum stattdessen Meinungen unterjubeln, die strittig sind oder sogar Unsinn, könnrn oft lehrreich sein im Sinne der Volksweisheit, die von bösartigen Zeitgenossen Idi Amin zugeschrieben wird: „Keiner ist unnütz: Er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen“.
Doch die heutige Situation, das zeigen die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts, bedroht den Wohlstand des Landes nicht minder, als dies damals die Rekordzahl von fünf Millionen Arbeitslosen tat.
Was meint der suggestive Begriff „Wohlstand des Landes“? Man könnte das als Marxist mit einem ironischen Statement kontern: Wenn es der herrschenden Klasse gut geht, geht es auch dem Proletariat und allen anderen Klassen gut. Aber unserer Kapitalismus-affinen „Volkswirtschaftler“ würden dem ganz unironisch beipflichten und nur andere Begriffe benutzen, weil „Klasse“ freiwillig verboten ist.
Vor allem die Industrie schrumpft infolge der Belastung durch überhöhte Energiepreise, steigende Lohnnebenkosten sowie Bürokratie und überzogene Steuern mit zunehmender Geschwindigkeit.
Das ist schon starker Tobak. Der Profit des Kapitals sinkt, weil das variable Kapital aka Löhne zu teuer ist? Überzogene Steuern? Was sind denn „nicht überzogene“ Steuern?
| Rang | Land | Körperschaftsteuer / Unternehmenssteuer | Relativ zu Polen = 100 |
|---|---|---|---|
| 1 | Deutschland | 30,1 % | 158 |
| 2 | Vereinigtes Königreich | 25,0 % | 132 |
| 3 | Frankreich | 25,8 % | 136 |
| 4 | Italien | 27,8 % | 146 |
| 5 | Spanien | 25,0 % | 132 |
| 6 | Niederlande | 25,8 % | 136 |
| 7 | Türkei | 25,0 % | 132 |
| 8 | Schweiz | 19,7 % | 104 |
| 9 | Polen | 19,0 % | 100 |
| 10 | Belgien | 25,0 % | 132 |
| 11 | Dänemark | 22,0 % | 116 |
| 12 | Schweden | 20,6 % | 108 |
| 13 | Norwegen | 22,0 % | 116 |
Kann man also pauschal behaupten, dass es einem Land besser geht, wenn die Kapitalisten weniger Steuern zahlen? Natürlich nicht, nur für Lautsprecher des Kapitals. Das weiß sogar die KI: Kann man einen Zusammenhang herstellen zwischen der Höhe der Steuern für die Unternehmen und der Produktivität und der Rentabilität?
Ja – allerdings nicht in Form eines einfachen linearen Zusammenhangs. In der Wirtschaftswissenschaft gilt heute eher:
– Sehr hohe Unternehmenssteuern können Investitionen, Innovation und Kapitalbildung bremsen.
– Sehr niedrige Unternehmenssteuern allein erzeugen aber ebenfalls nicht automatisch hohe Produktivität oder hohe Gewinne.
– Entscheidend ist das Gesamtumfeld: Infrastruktur, Bildung, Rechtssicherheit, Energiepreise, Bürokratie, Arbeitskosten, Kapitalzugang und Innovationskraft.
Man kann grob drei Beobachtungen machen:
1. Hohe Produktivität trotz hoher Unternehmenssteuern
Beispiele: Deutschland, Dänemark, Schweden, Niederlande. Diese Länder haben relativ hohe Steuer- und Abgabenquoten, aber trotzdem hohe Arbeitsproduktivität, starke Exportindustrien, hohe technologische Kompetenz.
Grund: Die Steuern finanzieren teilweise Faktoren, die Produktivität erhöhen: gute Infrastruktur, Ausbildungssysteme, Forschung, stabile Institutionen.
2. Niedrige Unternehmenssteuern fördern oft Investitionen
Beispiele: Irland, Schweiz, Osteuropäische Staaten
Niedrigere Unternehmenssteuern erhöhen die Nachsteuerrendite [den Profit], machen Standorte attraktiver, ziehen internationale Konzerne an.
Das kann Investitionen, Firmengründungen, Kapitalzufluss und Beschäftigung erhöhen.
Die Schweiz kombiniert beispielsweise moderate Unternehmenssteuern, hohe Rechtssicherheit, stabile Energieversorgung, hohe Innovationskraft.
Dadurch entstehen oft hohe Unternehmensrenditen [gemeint sind sind wieder Profite].
3. Der entscheidende Punkt ist die „Gesamtbelastung“
Für Unternehmen zählt nicht nur die Körperschaftsteuer, sondern Lohnnebenkosten, Energiekosten, Bürokratie, Regulierung, Genehmigungsdauer, Kapitalmarktzugang, Arbeitsrecht.
Deshalb kann ein Land mit etwas höheren Steuern trotzdem wirtschaftlich erfolgreicher sein als ein Niedrigsteuerland mit schwachen Institutionen.
Das sind Binsenwahrheiten, die die KI uns anbietet. Das beweist aber auch: Die These, weniger Steuern für das Kapital machten uns alle reicher und glücklicher, ist Bullshit.
| Land | Durchschnittslohn brutto pro Jahr | Unternehmensprofite / Gewinnanteil | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Schweiz | 107.487 € | ca. 41 % | sehr hohe Löhne, hohe Profitabilität |
| Dänemark | 71.961 € | ca. 42 % | hohe Löhne, solide Profite |
| Deutschland | 66.700 € | ca. 40 % | hohe Löhne, mittlere bis hohe Profite |
| Vereinigtes Königreich | 65.340 € | ca. 39 % | hohe Löhne, mittlere Profite |
| Belgien | 62.348 € | ca. 38 % | hohe Löhne, eher mittlere Profite |
| Niederlande | 69.028 € | ca. 43 % | hohe Löhne, hohe Profite |
| Norwegen | 68.420 € | ca. 49 % | hohe Löhne, sehr hohe Profite |
| Schweden | 50.338 € | ca. 39 % | gute Löhne, mittlere Profite |
| Frankreich | 45.964 € | ca. 32 % | mittlere Löhne, niedriger Gewinnanteil |
| Italien | 36.594 € | ca. 42 % | mittlere Löhne, solide Profite |
| Spanien | 32.678 € | ca. 44 % | niedrigere Löhne, hohe Profitquote |
| Polen | ca. 26.000 € | ca. 48 % | niedrigere Löhne, hohe Profitquote |
| Türkei | 18.590 € | ca. 52 % | niedrige Löhne, sehr hohe Profitquote |
Unsere Chefökonomin: Wenn hierzulande Maschinen hergestellt und verkauft werden, sorgt diese Wirtschaftsleistung für Umsatzerlöse, die dann zum Teil als Lohn an die Arbeitnehmer gehen. Ist der Staat der Arbeitgeber, erhöht zwar jede neue Stelle in Höhe der Personalkosten statistisch das Bruttoinlandsprodukt. Doch es ist der Steuerzahler, der mit seinem Geld diese Jobs finanziert. Der Staat muss den Bürgern und Betrieben zuvor die Mittel abnehmen, um die Gehälter im öffentlichen Dienst zahlen zu können. Weil in diesem Prozess hohe Reibungsverluste entstehen, kosten die Beschäftigten unter dem Strich weit mehr, als sie an Lohn bekommen. Im Privatsektor geht die Rechnung dagegen anders aus: Jeder Arbeitsplatz bringt mehr, als er kostet – oder er fällt weg.
Wir übersetzen das in marxistisches Deutsch: Wenn in der kapitalistischen Produktion Maschinen hergestellt und veräußert werden, entsteht daraus ein Mehrwert: Der schlägt sich nur zu einem Teil in den Löhnen der Arbeiter nieder. Der Mehrwert bzw Profit (keine Synonyme) wird vom Kapital angeeignet.
Der bürgerliche Staat hingegen schafft keinen neuen Wert, sondern verteilt lediglich bereits im Produktionsprozess erzeugten gesellschaftlichen Reichtum um. Jede zusätzliche Stelle im Staatsapparat erscheint zwar statistisch als Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, tatsächlich finanzieren sich diese Arbeitplätze, indem Einkommen und Gewinne durch Steuern und Abgaben abgeschöpft werden.
Die Kosten dieser Umverteilung tragen letztlich die arbeitenden Klassen und die produktiven Bereiche der Wirtschaft. Während im privaten Unternehmen der einzelne Arbeitsplatz nur solange bestehen bleibt, wie er Mehrwert erzeugt, kann sich der Staatsapparat auch unabhängig von unmittelbarer Produktivität ausweiten, sofern die gesellschaftliche Gesamtarbeit genügend Überschüsse hervorbringt, um ihn zu tragen.
In Deutschland aber hypertrophiert ein ineffizienter Staatssektor, der mittlerweile die Hälfte aller Wirtschaftsleistung beansprucht. Mit einer immer höheren Schuldenfinanzierung kaschiert die Politik den Niedergang des Privatsektors, der sich in den Arbeitsmarktzahlen spiegelt. Gegen diese eklatante Fehlentwicklung helfen nur wirtschaftsfreundliche Reformen.
„Wirtschaftsfreundlich“. Damit ist der Artikel kein Journalismus mehr, sondern Polemik und Propaganda. Aber was will man von der bürgerlichen Wirtschaftspresse erwarten!
Apropos: Wo sollte ich mich als Chefökonom bewerben?

Der obige Prompt mit Midjourney
Rewards for Justice
Hat jemand Hintergrundwissen und braucht 15 Millionen Dollar?
Vielleicht sollte man die Genossin Vedi Emde fragen, die bestimmt Geld braucht für neue Halstücher, ob sie jemanden in der antisemitischen Mischpoke dort kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt? Oder sollte man gleich Jack Ryan anheuern?
Kyusu, Sencha und Umami
Noch kurz ein Lifestyle-Thema abhandeln. Hier: Abwarten und Tee trinken. Ich bin eher ein Kaffee-Trinker, aber nur per French-Press-Kanne. Kaffee aus der Maschine schmeckt immer wie Plörre.
Ich wuchs in einem ruhrpöttischen Haushalt auf, in dem es keinen Tee gab. Vermutlich habe ich eher Schnaps (wir kannten ausschließlich Bommerlunder) probiert als Tee.
Tee aus Teebeuteln schmeckt nach nichts. Ich habe natürlich bei meinem Freund Albrecht die Teezeremonien nationaler Minderheiten kennengelernt. Der Ostfriesentee schmeckt nach etwas, mir aber nur mit Kandiszucker.
Die KI sagt über gesundheitliche Vorteile des Tees an sich:
🌿 Reich an Antioxidantien: Grüner Tee enthält viele sogenannte Polyphenole (z. B. Catechine). Diese können Zellen vor Schäden schützen.
❤️ Gut fürs Herz: Regelmäßiger Konsum kann helfen, den Cholesterinspiegel zu verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
🧠 Unterstützt die Konzentration: Durch Koffein (weniger als Kaffee) und die Aminosäure L-Theanin wirkt grüner Tee oft sanft anregend und kann die Aufmerksamkeit verbessern.
⚖️ Kann beim Abnehmen helfen: Er kann den Stoffwechsel leicht ankurbeln – aber Wunder sollte man nicht erwarten.
🛡️ Kann das Immunsystem stärken: Die Inhaltsstoffe können entzündungshemmend wirken.
Können, aber müssen nicht.
Aber: nicht übertreiben ⚠️
– Zu viel grüner Tee kann wegen Koffein zu Schlafproblemen führen
– Auf nüchternen Magen kann er bei manchen Menschen den Magen reizen
– Sehr hohe Mengen sind nicht empfehlenswert (z. B. wegen Leberbelastung in Extremfällen)
Die Japaner saufen Tee hektoliterweise und werden sehr alt. Und es gibt offenbar einen gewissen Zusammenhang.
Ein weiterer Grund, warum die Japaner so alt werden, ist der regelmäßige Konsum von grünem Tee. Grüner Tee ist in Japan fester Bestandteil des Alltags und wird über den ganzen Tag verteilt getrunken. Grünem Tee werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen können. Er enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie:
– Catechine (Polyphenole)
– Chlorophyll
– Vitamine und Mineralstoffe.
Fast überredet. Ich setzte auf meine To-Do-Liste für die Zukunft wohlgemut: a) Idealgewicht halten, b) 50 Liegestütze mit 80 erreichen (aktuell immer noch rund 30), c) grünen Tee trinken – am besten gleich den populärsten Tee Japans bei der Großbourgeoisie bestellen und in die Teekanne schütten.
Nur wie trinkt man den? Ich wusste gar nicht, dass man Tee nicht mit kochendem Wasser aufbrüht, sondern eher bei 70-80 Grad oder, wie beim Sencha empfohlen (manche nervtötenden Websites wie diese würde ich am liebsten nur mit Lynx ansteuern), bei 90 Grad.
– Lass Sencha-Tee nicht länger als zwei Minuten ziehen. Danach lösen sich Gerb- und Bitterstoffe aus den Teeblättern.
– Bei einem zweiten Aufguss lösen sich andere Wirkstoffe aus dem Tee, wodurch das gesamte Wirkungsspektrum des Tees für dich zugänglich wird. Für den zweiten Aufguss verwendest du am besten 80 Grad heißes Wasser.
Oha, wieder alles falsch gemacht. Kein Wunder, dass ich nach einer Kanne am Abend, in der ich dummerweise auch die Teeblätter gelassen hatte, noch nachts um drei hellwach war.
Die KI warnt mit erhobenem virtuellen Zeigefinger: Gerade hochwertiger japanischer Sencha wird meist eher mild und nicht zu heiß aufgegossen, damit die süßlich-grasigen Umami-Noten erhalten bleiben.
Jetzt reicht es aber mit dem stümperhaften Herumfummeln. Ich habe mir eine Kyusu-Teekanne besorgt, bei der man den Tee nach dem Aufbrühen problemlos hinausnehmen kann, ohne die ganze Küche einzusauen.
Ich habe noch andere Teesorten aus einer Wohnung gerettet. Diese wären im Müll gelandet. Mal sehen, was das ist – und wie man das trinkt!
Nachtschicht
5:19 Uhr – nein, die Nachtschicht ist noch nicht vorbei.
España, una, pequeña, libre
Berliner Zeitung: „Die spanischen Konservativen gewinnen die Andalusien-Wahl – sind künftig aber auf die rechte Partei Vox angewiesen. Die Partei von Premier Sánchez fährt eine historische Niederlage ein.“
Man darf sich freuen, dass der Israel-Hasser Sánchez einen Denkzettel bekommen hat. Offenbar wollen die Spanier seine Politik nicht.
Ich habe mir einen Artikel aus der spanischen Zeitung El País zusammenfassen lassen (ChatGPT):
„Die konservative PP [vergleichbar mit der CDU] unter Juan Manuel Moreno gewinnt zwar erneut deutlich die Wahl, verliert jedoch ihre absolute Mehrheit. Statt 58 hält sie nun nur noch 53 Sitze und ist damit auf die Unterstützung der rechtspopulistischen Vox angewiesen, um weiter regieren zu können. Trotz Stimmenzuwachs verliert die PP fünf Mandate.
Die sozialdemokratische PSOE erzielt mit 28 Sitzen ihr schlechtestes Ergebnis in Andalusien überhaupt. Spitzenkandidatin María Jesús Montero konnte den Niedergang der Partei nicht stoppen, auch wenn die Verluste geringer ausfielen als befürchtet.
Großer Gewinner auf der linken Seite ist Adelante Andalucía, eine linksnationalistische andalusische Partei. Sie steigert sich von zwei auf acht Sitze und wird damit zur wichtigsten alternativen linken Kraft neben der PSOE. Besonders stark ist sie in Cádiz und Sevilla. Der Erfolg wird als Ausdruck eines neuen andalusischen Regionalbewusstseins interpretiert.
Vox legt leicht zu und gewinnt einen zusätzlichen Sitz. Obwohl das Ergebnis schwächer ausfällt als in anderen Regionen Spaniens, besitzt die Partei nun erneut eine Schlüsselrolle, da Moreno ohne ihre Unterstützung nicht regieren kann. Vox fordert unter anderem eine „nationale Priorität“ bei Sozialleistungen.
Die Wahlbeteiligung stieg deutlich an. Insgesamt bleibt das rechte Lager zwar stärker als die Linke, doch die progressive Seite gewinnt durch den Erfolg von Adelante Andalucía wieder an Gewicht. Der Artikel bewertet Morenos Sieg deshalb als „bitteren Sieg“: Er bleibt Wahlsieger, verliert aber seine politische Unabhängigkeit von Vox.“
Vox ist gegen die Autonomierechte der spanischen Regionen und strebt stattdessen eine zentralistische Verfassung an; sie lehnt Immigration und Feminismus ab. Die Partei hat sich selbst als „antifaschistisch, antinazistisch und antikommunistisch“ bezeichnet.
In Spanien ist die Politik immer ein bisschen anders, weil das Thema regionale Autonomie oft alles anderes überlagert, wobei es bei uns – außer beim Länderfinanzausgleich – überhaupt keine Rolle spielt.
Die „Rechten“ sind also für einen zentralistischen Staat und „Antifaschisten“. Die „linken“ Sozialisten Antisemiten. Irgendwie ist alles verkehrt herum.
„Regionalbewusstsein“ halte ich für reaktionäre romantische Kapitalismus-Kritik. Das gilt auch für Schottland, Wales oder die Basken. Als ob es nun eine baskische oder andalusische „Nation“ gäbe – alles Mumpitz. Man kann nur froh sein, dass unsere Sorben nur wenige sind. Sonst könnten die auf die Idee kommen, einen eigenen Staat zu wollen oder sich Polen anzuschließen.
Das beste Szenario für China
„Erfüllt Putin seine Kriegsziele, gewönne Russland gegenüber China wieder an Stärke und könnte seine Abhängigkeit reduzieren. Gleichzeitig kann China aber auch kein Interesse daran haben, dass Russland diesen Krieg verliert.“ Denn dann würden wieder westliche Kapazitäten frei. Laut Wagner ist das beste Szenario für China, wenn „der Krieg weiter andauert“. (Zitat aus der bürgerlichen Presse)
Unter Putschisten, revisited
Ich lese immer noch von Sven Felix Kellerhoff: „Der Putsch: Hitlers erster Griff nach der Macht“ – Reminder: „Es ist die bis dahin größte Bedrohung für die Weimarer Republik: Mit roher Gewalt wagt Hitler von München aus den Umsturz – und scheitert. Die Demokratie hält stand. Sven Felix Kellerhoff richtet den Fokus auf bislang übersehene Zeugnisse und schildert die tatsächlichen Hintergründe des 8. und 9. November 1923.“
Ich bin erstaunt, wie wenig ich wusste. Am 18.12.2018 habe ich das Publikum mit ultraorthodoxsektiererschen Literaturhinweisen aus den 70-er Jahren belästigt über maoistische Klassenkämpfe in der Weimarer Republik. Das haben wir damals gelesen. Und noch Schlimmeres, was heute unter identischem Titel immer noch existiert – und das gleich mehrfach.
Das, was die DDR zum Thema zu bieten hatte, war nicht viel besser. Man kann stundenlang Lenin-Zitate daherbeten, dadurch wird der Quatsch nicht besser. „Die Massen sahen, dass der Sozialismus möglich ist.“ Nein, sahen sie nicht. „Im Herbst 1923 herrschte in Deutschland eine revolutionäre Situation.“ Nein, falsch.
Ich zitiere das nur, um zu beweisen, dass die ultraorthodoxe so genannte „Linke“ in Gestalt der Politsekten rein gar nichts aus der Geschichte gelernt hat, und das offenbar auch gar nicht will. Es kommen immer noch alberne Theorien, dass die anderen schuld waren, dass die Revolution nicht stattfand: die SPD, die KPD-Führung selbst oder die Arbeiter oder irgendetwas anderes. Vielleicht war es auch das Klima.
Richard Löwenthal hat die richtigen Punkte zur Sprache gebracht, was die SED nie erlaubt hätte: „Dagegen hatten Lenin und die Bolschewiki unter den ganz anderen Bedingungen ihres illegalen Kampfes gegen den Zarismus die These entwickelt, daß nur die straffste zentralistische Organisation, der Parteiaufbau von oben nach unten, die Bestellung der Funktionäre nicht durch Wahl, sondern durch Auswahl, die Auswahl auch der Mitglieder durch die Parteiführung – daß nur diese Form der Organisation geeignet sei, den revolutionären Erfolg zu verbürgen; und auf Grund dieser extrem anti-demokratischen, zentralistischen Organisationsform standen die demokratisch-revolutionären Minderheiten der mittel-und westeuropäischen Arbeiterbewegung den Bolschewiki mit einem gewissen Mißtrauen gegenüber. Das galt insbesondere wiederum für Rosa Luxemburg…“
Und: „Die ursprünglichen deutschen Kommunisten, die sich aus der „linksradikalen“ Richtung der Sozialdemokratie vor 1914 über die „Gruppe Internationale“ der ersten Kriegsjahre zum Spartakusbund unter Führung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht entwickelten, unterschieden sich in wesentlichen Punkten ihrer Auffassung und Praxis von den russischen Bolschewiki. Ganz wie die revolutionären Minderheiten in der Arbeiterbewegung anderer europäischer Länder vor dem ersten Weltkrieg hatten sie eigene Wurzeln und waren keineswegs als Anhängsel der Bolschewiki entstanden“.
Zwei Thesen dazu. Erstens: Mit Ernst Thälmann war die kommunistische Arbeiterbewegung zum Scheitern verurteilt. Zweitens: die verhängnisvolle Abhängigkeit, in die sich die KPD zur KPdSU begab, musste in einer Katastophe enden. Letzteres wird im Buch von Kellerhoff dokumentiert, obwohl das eher ein Nebenthema ist.
Stalin und seine Groupies waren überzeugt und der Meinung, dass ein bewaffneter Aufstand 1923 (!) in Deutschland zu erfolgen habe. Andere wurden nicht gefragt, und die deutsche Arbeiterklasse sowieso nicht.
Für denselben Abend um 22 Uhr hatten Trotzki und Sinowjew die in Moskau anwesenden KPD-Spitzenfunktionäre einbestellt, darunter neben Brandler auch Ruth Fischer und Ernst Thälmann. Tatsächlich begann die Besprechung erst um 23.15 Uhr und schleppte sich zunächst mit Geschäftsordnungsfragen hin, einschließlich einer 20-minütigen Unterbrechung, um auf noch abwesende KPD-Vertreter zu warten, vor allem auf Fischers Lebensgefährten Arkadij Maslow, dessen Anwesenheit sie verlangte. Dann aber, vermutlich gegen Mitternacht, verkündete Sinowjew [den Stalin später hinrichten ließ] den deutschen Kommunisten, was das Politbüro Stunden zuvor beschlossen hatte: »Wir alle sind zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die revolutionäre Krise in Deutschland herangereift ist und dass jetzt die Frage des bewaffneten Aufstandes und entscheidenden Kampfes eine Tagesfrage geworden ist fast im buchstäblichen Sinne des Wortes.« Das Politbüro sei der Meinung, es genüge, »wenn alle objektiven Vorbedingungen herangereift sind«, eine Frist »zur Vorbereitung aller notwendigen Vorarbeiten« zu setzen. Dann teilte der als Chef der Komintern faktische Vorgesetzte den KPD-Funktionären mit: »Als eine solche provisorische Frist vorgesehen ist der 9. November.«
Das Protokoll verzeichnete weder Erstaunen noch Fragen und erst recht keinen Protest; lediglich Ruth Fischer merkte demnach an, sie kenne die »Thesen« des Politbüros zur Lage in Deutschland »nicht in vollem Umfang«. Sinowjew verlas daraufhin den Beschluss, doch zu einer Diskussion über den Befehl kam es offenbar nicht.
Sowohl der Hamburger Aufstand als auch alle anderen Versuche, eine Volksfront „gegen Rechts“ zu bilden, wie etwa in Thüringen, scheiterten kläglich und mit Ansage.

Aufruf der Aufständischen an die Einwohner von Schiffbek zur Teilnahme am Hamburger Aufstand – Foto aus dem Buch: Die bedrohte Stadtrepublik, Hamburg 1923
Die KI (Gemini) fasst recht gut zusammen, was man in der DDR mit dem Thema machte:
„Die zentrale These der SED-Geschichtsschreibung war, dass die Aufstände der 1920er Jahre scheitern mussten, weil die KPD zu diesem Zeitpunkt noch keine „Partei neuen Typs“ nach leninistischem Vorbild war.
Der Vorwurf des „Spontaneismus“: Den frühen KPD-Führern wurde vorgeworfen, von linksradikalen, „putschistischen“ oder spontaneistischen Strömungen beeinflusst gewesen zu sein. Es habe an einer straffen, zentralistischen Führung und einer klaren militärisch-strategischen Planung gefehlt.
Die SED-Historiker kritisierten (durchaus folgerichtig), dass die KPD-Führung in den Aufständen oft den Rückhalt in der breiten Arbeiterklasse und den Gewerkschaften unterschätzt hatte. Die Aufstände wurden im Nachhinein oft als heroische, aber isolierte Aktionen der Avantgarde gewertet.
Ein Kernelement der DDR-Meistererzählung war die fundamentale Schuldzuweisung an die SPD-Führung. In der offiziellen Geschichtsschreibung wurde argumentiert: Die Aufstände scheiterten primär daran, dass die „rechte SPD-Führung“ (Leute wie Friedrich Ebert oder Gustav Noske) gemeinsame Sache mit den reaktionären Kräften der Bourgeoisie und den Freikorps gemacht habe, um die Revolution zu verraten.
Kritik an KPD-Mitgliedern, die während der Weimarer Republik mit der SPD kooperieren wollten (die sogenannte „Rechte“ um Heinrich Brandler, dem KPD-Vorsitzenden während des versuchten „Deutschen Oktobers“ 1923), wurde in der DDR genutzt, um jegliche Abweichung von der harten Parteilinie zu brandmarken. Brandler wurde zum Sündenbock für das Scheitern von 1923 erklärt.
Die kritische Aufarbeitung in der DDR (manifestiert unter anderem im monumentalen, mehrbändigen Werk Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, das unter der Aufsicht von Walter Ulbricht entstand) verfolgte klare politische Ziele:
Das Scheitern der Weimarer KPD wurde als historischer Beweis dafür herangezogen, dass die Gründung der SED (durch die Zwangsvereinigung von SPD und KPD 1946) und deren rigide, moskautreue Ausrichtung absolut notwendig waren, um den Sozialismus in Deutschland endlich siegreich zu machen.
Die Berichte über die Aufstände (insbesondere der Hamburger Aufstand unter Ernst Thälmann) wurden stark romantisiert. Thälmann wurde als fehlerfreier Held inszeniert, während strategische Fehler der KPD-Führung der „Brandler-Clique““oder dem „Trotzkismus“ zugeschrieben wurden. Die Kritik diente also der Disziplinierung der eigenen Kader.“
Also Fake News vom Feinsten und keine Geschichtswissenschaft. Von der heutigen so genannten „Linken“ kommt gar nichts. Ganz im Gegenteil: Die ist auf dem Weg zum völkischen Nationalismus („Volk der Palästinenser“). Daher noch ein Zitat von Kellerhoff, was sich seitdem nicht geändert hat und heute wieder aktuell ist:
»In Autenhausen wurde heute Nacht bei einer jüdischen Familie eingebrochen. Die Leute wurden stark misshandelt und anscheinend verschleppt, die Zimmereinrichtung durcheinandergeworfen, das Zimmer weist zahlreiche Blutspuren auf.« Die Bevölkerung befinde sich in großer Aufregung, meldete die kommunale Polizei und fügte hinzu: »Täter sind bekannt«. Ähnliches geschah in Sesslach mit zwei jüdischen Brüdern, über die »mindestens 15 Personen hergefallen« waren. Die beiden wurden misshandelt, entführt und offenbar nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Als die Polizei mit ihnen sprechen wollte, waren sie mit ihren Frauen verschwunden: »Man weiß nicht, wo sie sich befinden.«* Vorkommnisse wie diese gab es zwar nicht nur in Oberfranken, doch dort schaukelte sich die Stimmung der Milizen besonders auf.
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* Die Information stammt aus der Akte K 3/1927 im Staatsarchiv Bamberg, Blatt 36b und Blatt 40.










































