Unter Spezifisch Sozialisierten
Ahmad Mansour auf X:
„Wer die Silvesternacht in Berlin aus Angst vor einer notwendigen politischen Debatte als „weitgehend friedlich“ beschreibt, akzeptiert ein neues Normal, das ich als Berliner nicht akzeptieren kann. Verletzte Polizisten, Angriffe auf Rettungskräfte, zerstörte Wohnungen – Szenen, die gefilmt und ins Netz gestellt wurden – zeigen deutlich, wie schwach unser Rechtsstaat von bestimmten Gruppen wahrgenommen wird.
Wer Silvester nutzt, um patriarchale Männlichkeit auszuleben und seine Verachtung gegenüber dem Rechtsstaat zu demonstrieren, muss Konsequenzen spüren. Doch die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen leider: Viele dieser Jugendlichen haben nichts zu befürchten, weil unser System in diesen Fällen schlicht nicht so funktioniert, wie es sollte.
Wenn wir überhaupt Lösungen finden und aus Fehlern lernen wollen, müssen wir offen benennen können, was schiefläuft. Dazu gehört auch die Ehrlichkeit, über soziale Hintergründe zu sprechen. Es ist eine Tatsache, dass viele dieser Vorfälle von Menschen mit Migrationshintergrund begangen werden, die eine spezifische Sozialisation mitbringen. Und ja, sie gehen vielen Berlinern – auch uns Berlinern mit Migrationshintergrund – gewaltig auf die Nerven.
Es gibt unzählige Menschen, die einfach nur feiern möchten – Menschen, die nach der Feier in ihre Wohnungen mit intakten Fenstern zurückkehren wollen, die mit ihren Kindern und Freunden ein paar Minuten sicher auf der Straße feiern möchten. Doch selbst diese grundlegenden Freiheiten scheinen in Berlin inzwischen zu viel verlangt zu sein.“
Seid unbesorgt, wenn ihr keine Post mehr bekommt
Leider muss ich das Publikum mit einem Luftpostbrief belästigen, den ich vor 45 Jahren aus Südamerika an meine Eltern geschrieben habe, 17 Seiten auf hauchdünnem Papier (um Porto zu sparen: Aerogramm). Ich werde immer noch schamrot, wenn ich lese, was für einen Unsinn ich damals meinte von mir geben zu müssen. Man kann das nicht unkommentiert lassen; manches ist auch schlicht falsch. Die Rechtschreibung habe ich nicht verändert. Einiges ist doppelt (hier schon einmal erwähnt), weil ich damals nicht wusste, ob die Briefe überhaupt ihr Ziel erreichen würden.
Wie ich hier schon schrieb: Die Adressaten wussten fast gar nichts über die Länder Südamerikas oder auf dem Niveau des Bertelsmann Volkslexikons. Für mich wird es interessant, wenn ich meine heutige Sicht mit der von damals vergleiche oder mit den Briefen, die ich 1984 bei meiner dritten halbjährigen Reise schrieb – die waren ganz anders, aber auch nicht so, wie ich heute schreiben würde.
Vermutlich werden sich die Nachgeborenen auch nicht mehr vorstellen können, dass man überhaupt Briefe schrieb. Heute steht man von überallher ständig in Kontakt und schreibt zudem die sozialen Medien voll. Beim Verfassen des Briefes war ich drei Monate unterwegs gewesen und hatte die USA, Mexiko, Belize, Guatemala, Honduras, Kolumbien und Ecuador gesehen und war quer durch Peru gereist. Ich hatte keinen Reiseführer, und meine Kenntnisse über die Länder beschränkten sich auf Allgemeinbildung und Karl May. Schon witzig, dass ich mich damals – nach der Hälfte der Reise – als „erfahren“ fühlte. „Erfahren“ hätte ich mich vielleicht am Ende der 2. Reise 1980, die zum Teil viel abenteuerlicher und auch gefährlicher war, fühlen können.
Cuzco, [richtig: Cusco] 21.1.1980 (angekommen 2.2.80)
Liebe Eltern!
Leider weiß ich nicht, ob meine Briefe bisher angekommen sind, weil ich seit Kolumbien keine Post mehr bekommen habe (Anf. Nov.). Der letzte Brief ist in Quito, Ecuador, losgegangen, und seitdem ist sehr viel passiert und wir haben sehr viel erlebt. Zunächst einmal: Uns geht es ausgezeichnet, gesundheitlich wie stimmungsmäßig, finanziell wie üblich knapp.
Heute sitzen wir in einem kleinen Café in Cuzco im Süden von Peru und hören zum 2. Mal seit 4 Monaten Klassik – Tschaikowsky, und sind ganz glücklich nach den ewigen Schnulzen hier. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie begeistert wir über kleine Dinge sein können – ein bisschen europäische Musik, eine funktionierende Dusche (seit Quito habe ich nicht richtig heiß geduscht!) oder eine deutsche Zeitung. Seit Berlin gab es kein Schwarzbrot mehr, an Fleischsalat kaum zu denken – aber das sind Kleinigkeiten.
Von Quito sind wir eine Woche im Urwald von Ecuador gewesen – in einem kleinen Dorf gab es eine Anakonda als Haustier im „Hotel“. Bootsfahrten über Dschungelflüsse, schreiend bunte Papageien + Schmetterlinge + Stromschnellen, die uns manchmal Angst einjagten.
Stellt euch z.B. vor, man fährt 8 Std. mit einem urtümlichen Gerät von Bus zwischen Hühnern, Schweinen und viel zu viel Passagieren über Schotterpisten durch die Anden, durch Pässe von 5000m Höhe (!), und plötzlich reißen die Wolken auf und 1000m weiter unten dunkelgrüner Dschungel bis zum Horizont – und der Bus braucht 3 weitere Stunden über endlose Serpentinen nach unten. Ab und zu sind die Brücken über die Flüsse eingestürzt und man muß Stunden warten, bis die Fähre kommt. Nach einer Nacht Regen führen die Flüsse so viel Wasser und sind so reißend, daß sogar Stahlbrücken einstürzen – wir haben eine gesehen!
Im Süden von Ecuador waren wir in einem kleinen Ort – Banos (d.h. „Bäder“), der direkt unter einem noch tätigen Vulkan, d. Tungurahua, liegt und wo es heiße Schwefelquellen gibt, in denen wir gebadet haben. Wir hatten nichts besseres zu tun, als den Vulkan zu besteigen– eine 3-Tage-Tour mit leichtem Gepäck. Zuerst ging es zu einer Hütte auf 3600m Höhe – eine unbeschreiblich schöne Pflanzenwelt gibt’s dort oben – Heidekraut, Krüppelkiefern mit Moosen und Flechten bewachsen, die bis auf den Boden hängen, unzählige bunte Blumen und dazwischen Nebelschwaden.
Das Schönste war der Sonnenaufgang mit Fernsicht über 150 km und Blick auf mehrere schneebedeckte 6000er Vulkane, u.a. den Chimborazo, den höchsten Vulkan der Welt. Ich bin dann noch weitere 5 Std. hoch über Geröll, Felsen und Gletscher bis zum Vulkankrater auf 4800m (der Gipfel liegt etwas über 5000 und ist nur für Bergsteiger mit Ausrüstung begehbar). Sehr komische Gefühle bekommt man, wenn überall aus den Ritzen und Spalten heiße Dämpfe aufsteigen!
Wenn ich alles schreibe, was wir erlebt haben, wird der Brief zu lang, also nur einige Episoden.

Das Foto habe ich 1979 an der Bahnstrecke zwischen Guayaquil (eigentlich Durán) und Quito gemacht. Zuerst veröffentlicht 15.03.2023.
– Eisenbahnfahren in Ecuador ist lustig – auf der Strecke von Riobamba nach Guayaquil an der Küste fährt ein Pullman-Zug aus der Jahrhundertwende, mit knallrot angestrichenen Holzwaggons und einer ebenso putzigen Dampflok, die keuchend die Anden rauf und runter schnauft, wie im Wilden Westen! Der Zug hält in den Dörfern wie eine Straßenbahn mitten auf der Straße, und ringsum Holzhäuser mit Saloon, ein wahnwitziges Getümmel von Leute und Pferden. Ihr braucht euch nur mal einen Wildwest-Film anzusehen – es staubt sogar genauso.
Dann ging unser Geld fast aus und wir mußten nach Lima, Peru. Wir sind die ganze Strecke von von Guayaquil, Ecuador, bis Lima, Peru, an einem Stück gefahren, 57 Stunden Transport auf Zementlastwagen und Busfahren mit Reifenpannen.
Der Küstenstreifen von Peru (über 1300km!) ist eine Sandwüste wie in der Sahara – bis zum Horizont nur Sand, Sand und noch mehr Sand mit riesigen Wanderdünen und Oasen mit Palmen [Die Strecke habe ich 1984 fotografiert]. Wir lagen nachts hinten auf der Ladefläche eines Lasters, sahen einen unbeschreiblich schönen Sternenhimmel, ringsum Sandwüste, und der Wagen rauscht mit einer Staubwolke die Straße entlang. Wir sahen allerdings aus wie die Räuber, ein Tuch vor dem Gesicht, Bartstoppeln – ich hatte leider Durchfall und mußte in den Oasen mitten auf dem „Bürgersteig“ (morgens um 1/2 5 war zum Glück keiner auf der Straße – nur die Dorfhunde guckten ganz interessiert). Die letzten 24 Stunden hatte wir die Nase voll und sind mit dem Bus gefahren.
Lima, die Hauptstadt von Peru, hat wenig Sehenswürdigkeiten zu bieten, wenn man in die Außenbezirke fährt, sieht es aus wie nach einem Bombenangriff, alles total zerfallen, Slums, bettelnde Kinder, alles total verdreckt – vielleicht kann ich durch Fotos einen Eindruck verschaffen. Peru ist ein sehr armes Land. Ich glaube, 4 oder 5x so groß wie Deutschland, nur 20 Mio. Einwohner [heute 34,4 Mio.], allein 6 Mio. in Lima, also ziemlich „leer“. Die gutgestellten Bauern verdienen ca 100 DM im Monat!
Wir brauchten inklusive Hotels, Restaurants + Andenken jeder 400 DM in 5 Wochen, so billig ist es hier! Ein Essen mit Suppe und Getränk kostet 1.20 DM, allerdings ist die Qualität nicht mit Europa zu vergleichen, aber hier gibt es eben nichts! Die Bauern ziehen alle in die Stadt, weil sie glauben, mehr verdienen zu können – dabei stimmt das überhaupt nicht. Ganz Lima ist voll vom fliegenden Händlern, die buchstäblich alles verkaufen – unbeschreiblich – vor Weihnachten war die Hölle los.
Nach Lima sind wir mit der höchsten Eisenbahn der Welt (über 4.800m!) [heute nur noch die höchste Eisenbahn in Amerika] zu einer Landkooperative gefahren, d.h. eine ehemalige amerikanische Hazienda, die enteignet wurde und von den Bauern kollektiv bewirtschaftet wird. Die Leute sind unglaublich gastfreundlich – Touristen aber auch so gut wie unbekannt. Wir wurden bei einer Familie zum Essen eingeladen – der Mann ein sonnengebräunter Indio, der uns zur Begrüßung umarmte, seine Frau ganz dick mit 4 oder 5 Röcken, langen schwarzen Zöpfen und einem großen weißen Hut (d.i. hier die Tracht und auch oder gerade die alten Frauen sehen alle sehr hübsch aus) und zum Essen gab es —drei Meerschweinchen! Wenn man nicht daran denkt, schmeckt es gut, nur wenig Fleisch, aber bei der Armut verständlich, daß die Leute zu Tieren ein anderes Verhältnis haben als wir. [Es existierte ein Fotos dieses Mahls, aber ich habe es weder veröffentlicht noch gefunden.]
Rente oder Versicherung gibt es nicht, die alten Leute leben von ihren Kindern – und ihr könnt euch vielleicht denken, mit welchen Gefühlen wir uns verabschiedet haben. Sie entschuldigten sich dafür, daß sie so „schlecht“ vorbereitet gewesen waren – dabei hatten sie selbst kaum etwas zu essen.
Wir haben hier (die Kooperative nennt sich SAIS Tupac Amaru, das heißt so viel wie „landwirtschaftliche Interessengemeinschaft“ – Tupac Amaru ist ein Indio, der vor 200 Jahren den Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier angeführt hat und dafür gevierteilt worden ist) vieles über die Verhältnisse in Peru erfahren.
Nach 4 Tagen sind wir dann langsam weiter in den Süden Perus, haben malerische Indiomärkte besucht, einen 45-Std.-Horror-Trip mit dem Bus von Ayacucho nach hier über 5000er Pässe, Fernsicht aus dem Bus wie von einem Schweizer Alpengipfel, Lamaherden auf kahlen Hochebenen, bitterarmen Hirtenkindern und 8stündigem Steckenbleiben des Busses im Schlamm (hier ist Regenzeit, d.h. aber, es regnet nur nachts oder nur ein paar Stunden täglich, sonst scheint die Sonne.)
Unser Bus, links ein liegengebliebenes Auto (in einer Kurve!), rechts 700m Schlucht. Oben ca. 20 Hühner, ein Schwein, hinten in einer Klappe ein Schäferhund, ca. 70 Gepäckstücke auch noch auf dem Dach – und alle Passagiere mussten beim Überholmanöver aussteigen, damit es im Falle eines Absturzes nur 1 Toten gegeben hätte!!! Die „Straße“ nur Schotter und Schlamm. Mir wurde es recht mulmig.
Jetzt mal was über die letzten 2 Wochen. Cuzco im Süden ist die alte Hauptstadt der Inkas, deren Reich von den Spaniern im 16. Jahrhundert zerstört wurde. Ihr müsst wissen, daß ca. 3/4 der Bevölkerung Perus Indos sind, d.h. Nachfahren der Inkas, die kaum Spanisch sprechen, sondern Quechua, eine uralte Sprache, die eigentlich gar nicht in schriftlicher Form existiert. [Der Unterschied zwischen dem Quechua der Inka-Zeit und dem von heute ist so groß wie der zwischen Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch.] Ich habe mal ein bisschen gelernt, es ist aber so schwer wie Chinesisch. Z.B. heißt „Feind“ in Quechua „auca“. Die Aucas [sie heißen Huaorani – nur die Inka nannten sie Auca – im Sinne von „Barbaren“] sind ein Indiostamm im Dschungel von Ecuador. Das Inkareich erstreckte sich im 16. Jh. von Quito, Ecuador bis nach Chile! Die Inkas kannten das Rad nicht, haben aber 6m breite Straßen gebaut von Cuzco nach Quito, über 5000km lang! Alle paar Kilometer gab es kleine „Raststätten“ für die Läufer (Pferde gab es nicht) mit Bädern.
Die Inkas hatte nur einen Fehler – sie waren friedfertig [das ist natürlich totaler Unsinn!] und besaßen haufenweise Gold – und die Spanier mit ihrer europäischen „Kultur“ haben alles kurz und klein geschlagen. Die Landwirtschaft heute ist auf einem niedrigeren Stand als damals, weil die Inkas Terrassenanbau bis auf 4500m Höhe betrieben haben, heute ist alles verfallen. So, das zur Einführung für das Folgende.
Die Häuser von Cuzco sind noch auf den alten Inkamauern gebaut – d. sind teilweise Felsbrocken bis 30 Tonnen (wie haben die die ohne Maschinen bewegt?), die so miteinander verfugt sind, daß man an einigen Stellen kein Messer dazwischen stecken kann – und ohne Mörtel! Obendrauf stehen viele spanische Kolonialkirchen, die aber bei den verschiedenen Erdbeben wegen der „fortschrittlichen“ europäischen Bauweise fast alle zusammengefallen sind, während die Inkabauwerke noch alle stehen.
Die berühmteste Sehenswürdigkeit Südamerikas ist die alte Ínkastadt Machu Pichu, ca. 120km von Cuzco in den Bergen – ich glaube, irgendwer in der Verwandtschaft hat eine Postkarte mit Machu Pichu bekommen. Man kann mit einem Zug hinfahren, wir sind nach 88km aufgestiegen (Hartmut + ich + und noch ein Belgier) und haben uns mit Rucksack, Zelt, Gaskocher, Haferflocken, Wasserflasche, Kaffee, Milchpulver, Schlafsack + Kleinigkeiten in die Berge geschlagen. Es gibt die letzten 33km vor Machu Pichu eine alte Inka“straße“, eben weil die Inkas keine Fahrzeuge kannten, haben sie ihre Wege per Luftlinie in die Berge gebaut.
Wir haben für die Strecke 5 Tage gebraucht, der 1. Pass war über 4200, der 2. 3800, der 3. 3500m, aber das war mit mein schönstes Erlebnis in Südamerika, aber auch sehr anstregend. Nachts haben wir meist in halbverfallenden Inkaruinen übernachtet, die alle hoch auf den Gipfeln sind – und jeder Sonnenauf- und -untergang war überwältigend – die 6000er Kordilleren Perus im Hintergrund. Teilweise sind die Wasserleitungen der Inkas noch heute in Betrieb, obwohl sie seit 400 Jahren nicht mehr erneuert wurden, und wir konnten uns mit eiskaltem Gebirgswasser waschen und hatten was zum Kochen.

Aufstieg am Morgen im Nebel, ca. 4.000 Höhenmeter, auf dem so genannten „Inca trail“ oder auch camino de los Incas nach Machu Picchu, Peru. Das Foto zeigt meinen damaligen Reisebegleiter (Januar 1980). Zuerst veröffentlich am 02.04.2021.
Dabei gibt es keine Dörfer, kein Haus, nichts als Gegend! Hier im Gebirge ist außerdem gerade Frühling, leider kann ich die Orchideen, die hier wie Unkraut wachsen, nicht mitbringen!
Leider können die Fotos nicht viel vom Eindruck vermitteln, z.B. die vorletzte Nacht – nur ein Beschreibungsversuch. Wir sitzen alle an einem Lagerfeuer in einer Inkaburg, ein Sternenhimmel wie im Bilderbuch, 750m weiter unten fast senkrecht in einer Schlucht ein reißender Fluß (Rio Urubama), steile Hänge, von tropischer Vegetation überwachsen (auf 3000m Höhe! Schneegrenze bei 4000-4500m), Unten verschwindet die Sonne gerade noch hinter der „Veronica“ (über 6000m!), rechts rauscht ein Wasserfall, das Feuer flackert über dem Gemäuer, wir essen Haferflocken und stellen uns vor, wie alles vor 500 Jahren ausgesehen hat. Überall auf den Ruinen blühen Orchideen, die Fotos müssten ein bißchen von dem Eindruck wiedergeben können.
Am 6. Tag sind wir bei Sonnenaufgang vom „Sonnentor“ (2700m) einen alten Pfad runter nach Machu Pichu, um ein paar Stunden ohne Touristen ruhig alles besehen zu können (die kommen mit dem Zug um 10 und werden mit Bussen über eine halsbrecherische 8km-Serpentinenstrecke nach oben gekarrt). Leider ging ausgerechnet da mein Fotoapparat kaputt (ist schon wieder repariert), aber unser belgischer Freund hat einen besseren und wir werden die Fotos tauschen bzw. ihm abkaufen [was nicht passiert ist, aber ich habe Machu Picchu dann 1984 fotografiert].
Machu Pichu ist von den Spaniern zum Glück nicht entdeckt worden und so noch ziemlich erhalten, hoch über dem Tal, aber zwischen noch höheren Bergen (die Berge sind so steil wie in den Dolomiten, aber mit Regenwald bewachsen). Die Stadt ist sehr geheimnisvoll, man weiß eigentlich nichts über ihre Funktion. Man hat hier über 100 weibliche Mumien [gemeint sind Skelette] gefunden, warum nur Frauen, weiß man auch nicht, vielleicht waren es Priesterinnen, vielleicht waren die Inkas matriarchalisch organisiert, vielleicht waren die Männer im Kampf gegen die Spanier gefallen?
Ich werde alles besser erzählen, jedenfalls als die ersten Touristen kamen und und verwundert anstarrten, waren wir schon wieder auf dem Marsch die Serpentinen runter zur Bahnstation. Eisenbahnfahren in Peru ist noch abenteuerlicher, aber auch etwas unangenehm, weil die Züge fürchterlich überfüllt sind, für europäische Verhältnisse unvorstellbar. 3 Personen auf einem, Sitz, jede Indiofrau hat einen Riesensack dabei, auf dem Gang steht, liegt und sitzt alles, Kinder schreien, fliegende Händler verkaufen Früchte, Schnaps (Chicha aus Mais, schmeckt so wie Alsterwasser, aber ein bißchen besser, ein Glas kostet 10 Soles, 1 DM=145 Soles) und Gebäck und zu allem Überfluß klettert der Schaffner über alles hinweg. Bei jeder Station gibt es ein Drama, Trauben von Leuten hängen draußen an den Türen, die Frauen kreischen und heulen – jeder deutsche Bahnangestellte würde einen Nervenzusammenbruch nach dem anderen kriegen. Fahrpreise 100km =1 DM!
Aber für Normaltouristen sind solche Touren unmöglich, aber so kriegt man mit, wie die Leute hier wirklich leben. Es gibt einen „Touristenzug“ nach Machu Picchu, der 3000 Soles kostet, der Normalzug kostet 270, 3000 Soles sind ein Wochenverdienst! In Cuzco gibt es genug amerikanische und europäische Touristen mit dem Geld für 3 Wochen, was wir in drei Monaten brauchen und ihr könnt euch sicher denken, was der peruanische Indio für ein Verhältnis zu ihnen hat. Hunderte von bettelnden Kinder und Frauen, Schuhputzjungen von 8-10 Jahren, Kinder von 6,7, und 8 Jahren (wirklich!), die abends in den Restaurants Zigaretten verkaufen, kaum ein Hemd am Körper, total verdreckt und zerfetzt und hungrig. Da vergeht einem das „ach, wie süß“, wenn man wieder mal einen der schwarzäugigen Indiokinder im Wickeltuch auf dem Rücken der Mutter sieht.

Das Foto habe ich in 1979 Huancayo im Hochland von Peru gemacht. Zuerst veröffentlicht am 05.11.2011.
Ich habe sehr viel Geduld aufbringen müssen, um ein paar realistische Fotos zu machen. Ein Bekannter von mir, der recht unbefangen touristisch drauf losknipsen wollte, wurde von Marktfrauen mit heißen Kartoffeln beworfen und mußte wieder abziehen.
Es gibt sogar Leute, die, ohne ein Wort Spanisch zu können, hier hinfahren, was die hier wollen, weiß ich nicht. Ich glaube, ich bekomme langsam ein Gefühl dafür, was eigentlich „Entwicklungshilfe“ bedeutet.
So, morgen machen wir uns auf die Reise nach Bolivien (La Paz). Die politischen Verhältnisse sind ein wenig unsicher, Straßen- und Ausgangssperre – in Bolivien kann jederzeit wieder ein Putsch kommen. Aber macht euch mal keine Sorgen, wir haben uns bisher immer durchgebissen und werden das auch weiter tun. Ich spreche schon fast fließend Spanisch und wir haben ja auch schon eine ganze Menge Südamerika-Erfahrung und können eine Menge verkraften.
(…) Wir ändern die Route. 2 Wochen Anden von Bolivien, dann durch den Dschungel in den Norden (es gibt keine Straßen, aber in der Regenzeit müßte man von Dorf zu Dorf mit dem Boot kommen) an die brasilianische Grenze, dann weiter nach Norden nach Manaus (Brasilien) direkt am Amazonas, weiter nach Norden nach Boa Vista in den Süden von Guyana, von Georgetown je nach Zeit und Geld (ab La Paz haben wir zusammen noch 2000 DM, das müßte reichen) [drei Monate für zwei Personen] nach Surinam [das haben wir später aus Zeit- und Geldmangel weggelassen], Ende März von Guyana nach Barbados (vielleicht bleibe ich noch eine Woche in Trinidad), je nachdem ob ich aus Berlin Post nach La Paz bekomme oder nicht, dann spätestens am 28./29.3. zurück nach Luxemburg. Seid unbesorgt, wenn ihr keine Post mehr bekommt, wir schicken Karten vielleicht von Manaus + Georgetown, aber wer weiß, ob die ankommen! Und wenn ihr die bekommt, sind wir fast wieder da. Wir werden wahrscheinlich abǵeholt und kommen zuerst in Unna vorbei, ich fahre dann weiter nach Berlin, komme aber, sobald die Fotos fertig sind, für längere Zeit nach Unna. (…)
Die ursprünglich geplante Route über Sao Paulo und Rio dauert zu lange, und Rio ist sauteuer und wir wollen nicht hetzen. Die Entfernungen hier sind ja auch ein bisschen anders, allein der Dschungel von Bolivien im Norden, den wir in 14 Tagen „machen“ wollen, ist so groß die die ganze BRD!
Vielleicht noch ein paar allgemeine Sachen. Seit Kolumbien habe ich kein Klavier mehr gesehen. Nur 2x bisher hatte ich „Darmgeschichten“, beide Male in Peru (Hygiene ist hier ein unbekanntes Wort, aber wer denkt daran, die Töpfe vor dem Kochen zu waschen, wenn es kein Trinkwasser gibt, selbst in den Städten?), in Cuzco eine Woche lange mit Erbrechen und Magenkrämpfen, aber das hat hier jeder Europäer, der nicht gerade im Hilton übernachtet. Unsere Mägen haben sich schon abgehärtet, wenn andere Gringos nach einem Essen auf dem Markt oder nach Chicha-Genuß (mit Spucke von den Indiofrauen zubereitet!) den großen Durchfall bekommen, sind wir noch quietschvergnügt – aber bitte: über Schwarzbrot, Fleischsalat und Vanillepudding in Unna wäre ich trotzdem glücklich.
(…) Das Verhältnis zu anderen Rucksack-Reisenden hat sich mittlerweile gewandelt, jetzt sind wir die „alten Hasen“ und geben den anderen Tips. Es ist manchmal lustig zu sehen, wie unerfahrene „Gringos“ (das ist hier der Ausdruck für Ausländer) von den ausgekochten Indiofrauen fürchterlich über’s Ohr gehauen werden, auch wenn es nur um Pfennige – für uns! – geht. Ich habe gestern zum Beispiel 20 Minuten gefeilscht, nur um ein paar Strümpfe um 30 Pfennige billiger zu kriegen und habe Erfolg gehabt. Z.B. auf den Märkten: ein Alpaca-Pulli kostet 10 DM. Der erste Preis liegt bei 20 DM und man braucht eine halbe Stunde, um ihn herunterzuhandeln – was wäre das ohne Spanisch! [US-]Amerikaner zahlen sowieso das Doppelte und Deutsche mit umgehängter Kamera auch. Eine Banane kostet 8-10 Soles (1 DM= 145 Soles), der „Gringopreis“ liegt bei 20, aber nach einem kurzen „Pläuschchen“ kostet sie plötzlich nur noch die Hälfte. Wir haben auf einem Markt für Indios buntbemalte Früchte gekauft, eine für 3-4 DM, die in Europa nicht unter 50 DM zu haben wären [ich habe nicht herausgefunden, ob es die überhaupt außerhalb von Peru oder online zu kaufen gibt] – aber wir können das auch nicht alles transportieren – und jeder bekommt nur eine Kleinigkeit. 1 Schachtel Zigaretten in Peru kostet 23 Pfenning, 1 „Hotel“übernachtung 1,50-2 DM (das letztere schon gut!), Tagesdurchschnitt bei 10-12 DM (dafür kostete die Kamera-Reparatur 20 DM) – wenn ich das mit den Berliner Preisen vergleiche – ich habe wohl ein anderes Verhältnis zu Geld bekommen und die Umstellung wird recht groß sein. Vielleicht muß ich Taxifahren auch wieder lernen.
Hygiene: heute morgen wollten wir duschen – das Wasser floß spärlich und was eiskalt, nach dem Einseifen blieb es dann ganz weg! Klospülung gibt es so gut wie gar nicht in ganz Südamerika, die Leute werfen das Papier daneben und man gewöhnt sich mit der Zeit an den Anblick der Reste vom Vorgänger. Vielleicht ist es schwer zu vermitteln, warum wir das alles überhaupt machen und wieso es uns trotzdem gefällt. Einerseits sind die Leute hier unvorstellbar (für Europa) freundlich und hilfsbereit, wenn man sich nicht wie der „reiche Onkel“ benimmt und das werden wir vermissen. Andererseits lernt man zu begreifen, daß sehr viele Dinge, die man für selbstverständlich hielt, eben nur in Europa vorhanden sind, auch, was die Mentalität angeht. Die Indios sind wie die Kinder, sie freuen sich über Kleinigkeiten und erwachsene Männer sehen mit offenem Mund den Feuerschluckern und Zauberern auf den Märkten zu. Andererseits ist eben alles chaotischer, nichts funktioniert „ordentlich“ – aber wir in Europa haben vielleicht 500 Jahre mehr gebraucht dazu, was will man verlangen?

Burks auf der Mauer des Klosters „la Recoleta“ in Sucre, der Hauptstadt Boliviens. Zuerst veröffentlicht am 25.12.2010.
Aber es sieht so aus, als wenn die Leute hier vieles aus Europa unkritisch übernehmen, die Reichen sitzen in teuren Bars und essen amerikanische Hamburger, weil es „schick“ ist, obwohl Gemüse auf den Märkten viel gesunder wäre. Die Indiotracht, handgewebte Wolle, hält vielleicht 10 Jahre, aber die Leute in der Stadt tragen Synthetic-Zeug in den unmöglichsten Farbkombinationen, das hält halb so lange und ist außerdem für die Witterung unpraktisch. [Das ist vermutlich Quatsch.] Viele bewundern die Europäer, die viel Geld haben und weite Reisen machen, wo viele nicht einmal das Geld haben, um den Bus zum nächsten Dort zu bezahlen – und das bei den Preisen! Schulbildung bei den einfachen Leuten ist so gut wie nicht vorhanden, wir wurden gefragt, ob man mit dem Bus nach „Alemania“ fahren könnte.
Selbst Studenten wissen ohne Ausnahme (!) nichts über Berlin – aber wer in Deutschland weiß schon, wo Ecuador liegt? Oder Belize? Wir sind die große Sensation: Im Dschungel von Ecuador waren wir abends in einer Kneipe, wo Arbeiter Billard spielten – wir wurden nach jeder Kleinigkeit in Europa ausgequetscht und mußten selbstverständlich nichts bezahlen – stellt euch vor, 2 Südamerikaner mit Rucksack kämen nach Unna, wer die ansprechen oder gar zu seinen Eltern zum Schweinebraten einladen würde (Meerschweinchen gibt’s ja nicht)?
So, in Cuzco wird es jetzt heiß, 25 Grad und mehr zur Mittagszeit, heute Abend muss man wieder einen Pullover anziehen – [unleserlich] wenn wir – hoffentlich am Freitag – in La Paz angekommen sind, dann geht der Brief ab.
La Paz, 26.1.
Nun sind wir schon in der Hauptstadt Boliviens [die Hauptstadt ist Sucre]! Ankunft gestern nach ein paar schönen Tagen am Titicacasee und Einreise ohne Schwierigkeiten. Wir haben Probleme, unsere Rückflüge zu buchen, ich habe in Berlin angerufen, weil die Briefe an mich immer noch nicht angekommen sind (…) Ich komme Ende März, genau wann, weiß ich noch nicht – wenn es Schwierigkeiten gibt, melde ich mich noch mal. Das ist der letzte Brief. [Ich habe später noch einen geschrieben.]
Tschüß bis Ende März
Was ihr mit dem Schmetterling anfangt, weiß ich nicht, aber mir geht er kaputt. Er ist vom Rio Napo, einem Nebenfluß des Amazonas in Ecuador. [Offenbar hatte ich einen toten Schmetterling in den Brief gelegt. Von dem habe ich aber nie wieder etwas gehört.]
Wir bringen Frieden
KI-generiert von Sputnik|Nowosti
Lauschen wir andächtig der russischen Propaganda (also automatisch voll gelogen):
Indem wir uns auf die militärische Sonderoperation eingelassen haben, sind wir zu einer alternativen Führungsmacht in der Welt geworden, die sich von der amerikanischen Hegemonie lösen will. Gleichzeitig mischen wir uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer ein. Es ist gerade die russische Offenheit und Fairness, die andere Länder zu uns zieht. So wie sich ein Stern nicht in die Angelegenheiten der Planeten einmischt, sie drehen sich um ihn, weil die Schwerkraft so funktioniert.
Unsere nationale Idee? Wir bringen den Wunsch, gut und gerecht zu leben, in die Welt. Das hallt absolut überall wider.
Ich fürchte fast, dass die selbst daran glauben…
Vermischtes oder: Die Freiheit der Bürger
„Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) hat zu Silvester und Neujahr bisher 15 Böllerverletzte, ausnahmslos männlich, behandeln müssen. Diese waren zum Teil schwerstverletzt, allein fünf von ihnen wurden Opfer von Kugelbomben. Auch Kinder seien unter den Verletzten, teilte Kliniksprecherin Angela Kijewski dem Tagesspiegel mit. Ein Mann sei vollständig erblindet. Andere hätten Finger oder Teile von Händen verloren. Neben vielen Verbrennungen seien auch viele Gesichtsverletzungen zu verzeichnen gewesen.“
„Zahlreiche Böllerverletzte durch Kugelbomben, ein Mann erblindet, ein Haus unbewohnbar, 1900 Feuerwehr-Einsätze“ – aber die Freiheit des Bürgers zum Böllern darf nicht angetastet werden. Wo kämen wir denn da hin!
Und jetzt schalten wir nach New Orleans zu unserem Korrespondenten….
2025!
Ich wünsche den geneigten Leserinnen und wohlwollenden Lesern gutes und spannendes neues Jahr 2025! Was wird es uns bringen?
So bin ich gerutscht, und natürlich ist der Kartoffelsalat selbst gemacht…
Guten Rutsch!
Ich wünsche den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern einen guten Rutsch und ein erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr 2025!
Während der frisch gemachte Kartoffelsalat erkaltet, habe ich meinen Avatar schnell noch etwas auf meiner Sim in Secondlife bauen lassen. Nach vier 12-stündigen Nachtschichten war mir nicht nach ausgelassenem Feiern, zumal meine Freunde entweder im Ausland, im Urlaub oder sonstwo sind und ich ab morgen noch drei Nachtschichten vor mir habe.
The #Oasis of Lame Kaiila in #Secondlife has a new building in which lectures can be held. The builder is happy! #Gor #fantasy #roleplay
Ihr könnt die Freude meines Avatars als Video auch auf Youtube oder Instagram ansehen.
Melden! Durchführen! Verbieten!
Deutsch bleibt deutsch. Da helfen keine Pillen. (Kurt Tucholsky)
Bemerkenswert ist dabei, dass es in NRW eine schwarz-grüne Regierung gibt…
Verfassungsfeindliche Agitation
Jetzt drehen sie wirklich durch. Offenbar hat Musk einen Nerv getroffen, und der liegt jetzt blank. Ich wollte mir eine Zusammenfassung besorgen, was er gesagt bzw. geschrieben hat, aber das ist gar nicht so einfach. Darüber redet man gar nicht, nur darüber, ob es in einer deutschen Zeitung hätte veröffentlicht werden dürfe. Die spinnen doch… Offenbar traut man dem Publikum nicht zu, selbst zu denken und zu beurteilen, sondern möchte es weltanschaulich betreuen.
Der enge Vertraute des gewählten Präsidenten Donald Trump lobt die „kontrollierte Einwanderungspolitik“ der Partei, ihre wirtschaftlichen Ziele, „die Steuern zu senken“ oder auch „den Markt zu deregulieren“. (Luxemburger Wort)
Das geht ja nun gar nicht. Eindeutig verfassungsfeindlich! Melden! Durchführen! Verbieten!
Übrigens hat der Focus ausnahmsweise recht: „Besser kann ein Medium kaum wirken, einen größeren Effekt ein Gastbeitrag kaum erzielen!“
Postscriptum: Bei dämlichen Statements darf natürlich der DJV nicht fehlen.
Veleda und Hertha
Aus der Bibliothek meiner Mutter habe ich Westfälische Sagen von Heinz Rölleke gerettet. Hier zwei Volkssagen, die ursprünglich aus dem Buch Ruhrtal-Sagen von der rheinisch-westfälischen Grenze von P. Bahlmann, Münster 1913, stammen.
In dem im Süden von der Ruhr umspülten wildromantischen Rauendahl (Gemeinde Baak, wo angeblich auch der deutsche Götze Trodo [Krodo] verehrt wurde), stand – wenn wir einer alten Sage trauen dürfen, ums Jahr 69 v. Chr. in oder an der Ruhr der Turm der Veleda, der angesehensten germanischen Seherin aus dem Stamm der Brukterer.
Hier lauschte die ehrfurchtgebietende Gestalt, die sich selbst dem Volk kaum zeigte und ihre meist in Verse gekleideten, stets zutreffenden Orakelsprüche den Ratsuchenden durch einen ihrer Verwandten mitteilen ließ, den Stimmen ihrer Götter, bis sie die Nachstellungen der Römer, die sie ob ihren großen Einflusses auf alle kriegerischen Unternehmungen verfolgten, zwangen, das behagliche Heim aufzugeben und sich weiter ruhraufwärts einen entlegeneren Zufluchtsort zu suchen. In einer besonders dunklen Nacht, in der prasselnder Regen und das Geheul des Sturmes jeden Laut übertönte, trat sie mutig die Wanderung an und erreichte glücklich, wenn auch todmüde, das Hollenloch bei Velmede (Kr. Meschede) in dem sie nunmehr sich niederließ.
Statt ihres Turmes im Rauendahl aber sollen lange nachher die Herren von Hardenberg die mächtige, 1287 von den märkischen Grafen zerstörte Schloss errichtet haben, dessen Grundmauern sich bis in die Ruhr erstreckten und noch heute bei niedrigem Wasserstand sichtbar werden, ein Schlupfwinkel für mancherlei Gespenster, die des Nachts den Wanderer erschrecken.
Was für ein Filmstoff! Es geht aber noch weiter. „Iunius Lupercus, der Legat der XV. Legion, wurde im Bataveraufstand 69/70 nach der Eroberung des Lagers Vetera bei Xanten gefangen genommen. Er wurde von den Eroberern unter Iulius Civilis zur Seherin gesandt, doch wurde er aus unbekannten Gründen unterwegs getötet. Die Brukterer und die Bewohner von Köln, die sich durch die Römer bedroht sahen, verhandelten miteinander, wobei Veleda und Iulius Civilis angerufen wurden.“
Lesen wir dazu Tacitus (übersetzt von ChatGPT).
Die Agrippinenser [„Kölner“] nahmen sich eine Bedenkzeit, da sie weder die Bedingungen angesichts der Angst vor der Zukunft eingehen noch sie offen ablehnen konnten, ohne die gegenwärtige Lage zu gefährden, und antworteten daraufhin wie folgt:
„Die erste Gelegenheit zur Freiheit haben wir gieriger als vorsichtig genutzt, um uns mit euch und den übrigen Germanen, unseren Blutsverwandten, zu verbinden. Die Mauern unserer Stadt zu verstärken ist für uns sicherer, als sie abzureißen, besonders da sich gerade die Heere der Römer sammeln. Diejenigen Fremden aus Italien oder den Provinzen, die sich in unserem Gebiet aufhielten, sind entweder im Krieg umgekommen oder in ihre Heimat zurückgekehrt.
Die einst hier angesiedelten und durch Ehe mit uns verbundenen sowie deren Nachkommen – dies ist ihre Heimat. Wir glauben nicht, dass ihr von uns verlangt, unsere Eltern, Brüder oder Kinder zu töten. Wir haben die Steuern und Abgaben auf den Handel aufgehoben: Lasst die Übergänge unbewacht, aber nur tagsüber und unbewaffnet, bis die neuen und kürzlich eingeführten Regelungen durch Gewöhnung zur Tradition werden.
Als Schiedsrichter wollen wir Civilis und Veleda anerkennen, bei denen die Vereinbarungen besiegelt werden sollen.“
Mit dieser Antwort wurden die Tencterer besänftigt, und Gesandte wurden mit Geschenken zu Civilis und Veleda geschickt, um alles nach dem Willen der Agrippinenser zu regeln. Es war jedoch nicht erlaubt, Veleda persönlich aufzusuchen oder mit ihr zu sprechen: Ihr Anblick war untersagt, damit dadurch mehr Ehrfurcht entstehen würde. Sie hielt sich in einem Turm auf, und ein ausgewählter Vertrauter aus ihrer Umgebung überbrachte die Ratschläge und Antworten wie ein Mittler der Gottheit.
Übrigens: Civilis [der Anführer des Bataveraufstands] legte, gemäß einem barbarischen Gelübde, seinen zum Beginn des Krieges gegen die Römer lang gewachsenen und rot gefärbten Haarschopf erst nach der vollzogenen Niedermetzelung der römischen Legionen ab. Es wurde berichtet, dass er seinen kleinen Sohn einige der Gefangenen mit Pfeilen und kleinen Speeren, wie sie Kinder verwenden, habe durchbohren lassen.
Warum kriegen wir solche Geschichten nicht bei Netflix zu sehen, sondern stattdessen haufenweise Fantasy-Kitsch, der die Nachgeborenen verblödet?
Was ich besonders spannend finde: Die Quelle und Anlass, ein wenig zu recherchieren, war eine „Volkssage“ – also die sogenannte Oral History. Über zwei Jahrtausende haben die Leute die Geschichte, die, wie man sieht, durchaus einen realen Kern hat, weitererzählt! Zum Glück wurden diese Volkssagen im 19. Jahrhundert aufgeschrieben, sonst wäre alles verloren. Heute erzählt niemand mehr (jaja, ich schon) und Einwanderer aus Westasien interessiert das vermutlich auch nicht.

Made by AI/Burks, Vorlage + the german godess Hertha: when the time of harvest came, the goddess rode through the land on a cart drawn by cows, and everywhere she went she was greeted with cheers
Südlich von Borgloh liegt der Hollenberg. Er war in alter Zeit eine heidnische Opferstätte. An seiner westlichen Seite befand sich der Altar, auf den der Göttin Hertha geopfert wurde. Die Überreste des Opfers, die Knochen, warf man den steilen Abhang hinunter, und diese Stelle fuhrt daher noch heute den Namen Knuakenburg.
Auch ChatGPT halluziniert fabuliert etwas darüber: Der Name „Hollenberg“ deutet auf eine Verbindung mit den sogenannten „Hollen“ oder „Hulden“ hin, Figuren aus der germanischen Mythologie. Diese wurden oft mit Naturgeistern oder weiblichen Gottheiten in Verbindung gebracht. In der Region gibt es Erzählungen, dass der Hollenberg einst als Treffpunkt für Hexen oder als Ort mystischer Rituale gedient haben soll. Der Hollenberg gilt als ein Ort voller Sagen, die von verborgenen Schätzen, unterirdischen Gängen und Spukerscheinungen berichten.
Ich hoffe, ich habe jetzt den Tourismus in Rauendahl und Borgloh angekurbelt. Falls ihr aber auf dem Hollenberg komische große Steine seht: nicht anfassen!
Mansa Musa und unterkomplexe Wahlaufrufe

Mansa Musas auf einer Karte des Katalanischen Weltatlas von 1375, mit einem goldenen Zepter in der linken und einem Goldklumpen in der rechten Hand
Zuerst das Wichtigste. Es geht um den reichsten Mann der Welt. Mansa Musa, der berühmteste Herrscher Malis, unternahm 1324 eine Pilgerreise von rund 7000 Kilometern mit mehr als 60.000 Menschen – darunter 12.000 Sklaven – nach Mekka und gab in Kairo so viel Geld aus, dass er eine Inflation auslöste, die mehrere Jahre anhielt.
Und jetzt noch ein reichster Mann der Welt – das Ereignis scheint ähnlich wichtig zu sein. Die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen) berichtet: „Elon Musk hat im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ ausgeführt, warum er die AfD für die einzige Partei hält, die Deutschland retten kann. Daraufhin hat die Leiterin des Meinungsressorts der Welt, Eva Marie Kogel, ihre Kündigung eingereicht. Der Vorgang zeigt, wie es um die Akzeptanz anderer Meinungen in Deutschland bestellt ist.“
Ich warte jetzt darauf, dass jemand aus dem Publikum auf einem moralinschwangeren kathartischen Exorzismus besteht, weil ich Klonovsky kommentarlos zitiere. AfD nah! Schwefelgeruch! Interessiert mich einen Scheiß einen feuchten Kehricht!
„Freilich hat die gesamte Berliner politische (und mediale) Klasse mit Ausnahme einer Partei gegen Donald Trump getwittert, gepfiffen und getrötet, 2016 wie heuer, nur käme eben niemand in Übersee auf die Idee, dass die Deutschen sich damit in den amerikanischen Wahlkampf eingemischt haben könnten, denn kein Mensch dort weiß, wer diese Typen sind. Was sie wiederum selbst wissen; deshalb das Geplärr.“
Was Eva Marie Kogel angeht – die kommt nicht aus dem Internationalen Recht, sondern hat etwas gelernt: „Studium Arabisch, Latein und Altgriechisch in Göttingen, Bologna, Berlin, Damaskus und Sana´a“. Chapeau!
Vermutlich stimmt das alles so nicht mit dem „Hinschmeißen“. Wenn jemand „Chef“ aka Ressortleiter ist und die Oberbosse etwas ins Medium drücken, eben weil die die Bosse sind, was man gern in andere Form gesehen hätte, etwa als Interview, dann verlöre man sein Gesicht, wenn man nicht angemessen reagierte. Ich hätte denen auch den Mittelfinger gezeigt.
Franziska Zimmerer schreibt in der paywallgeschützten bürgerlichen Presse: In seinem Text finden sich wirklich geniale Sätze, das muss man ihm lassen, Zitat: „Die Darstellung der AfD als rechtsextrem ist eindeutig falsch, wenn man bedenkt, dass Alice Weidel, die Vorsitzende der Partei, eine gleichgeschlechtliche Partnerin aus Sri Lanka hat! Klingt das für Sie nach Hitler? Ich bitte Sie!“ Die Sätze eines großen Intellektuellen. Er ist nur noch zwei Gastbeiträge entfernt von „Aber Hitler war doch Vegetarier“. (Ironie off)
War Musk zu feige, sich interviewen zu lassen? Hatte er keine Zeit? Hat er seinen Kommentar selbst verfasst oder die KI? Oder hat er dafür bezahlt, für die „Welt“ schreiben zu dürfen? Die Berufsempörten sollten mal von den Palmen runterklettern.
Kunst hat progressiv und links zu sein und nimmt sich die Freiheit, alles zu verachten, was nicht der politischen Linie entspricht. Man beurteilt als Universalerbe die Meisterwerke von einst auf ihre Tauglichkeit für die verbiesterte Moral von gesichtsmetallverunstalteten Problemponyträgerinnen. Und lässt Sensitivity-Berufsbeleidigten mit Empörungshintergrund Bücher reinigen wie früher schon mal. (Don Alphonso, paywallgeschützt im Zentralorgan der Couponschneider)
Harald Martenstein im Zeit Magazin: „Ich halte Karl Marx für einen großen Denker, auch wenn er nicht in jedem Punkt recht gehabt hat. Es ist fraglich, ob überhaupt jemals ein großer Denker oder eine Denkerin gelebt hat, der oder die in jedem Punkt recht behalten hätte, auch wenn ich Günter Grass und Alice Schwarzer in dem Verdacht habe, dass sie in Bezug auf sich selbst diese Hoffnung hegen. Kleine Denker irren sich seltener. Mein Hund irrt sich fast nie.“
Ich halte Musk für ziemlich genial und unterhaltsam, auch wenn er manchmal genial daneben haut. Just saying.
Wenn man sich aber die Kommentare unter manchen umstrittenen Postings zum Thema ansieht, wird einem Angst und Bange. Die würden am liebsten melden, durchführen, verbieten und falsche Meinungen verbrennen. Ein ekelhaftes Pack…
Unter Daddlern
Ich schrieb am 01.11.2009 [!] über Ages of Empires: „Ein Killerspiel mit zahllosen Toten und blutigen Gemetzeln – für 10 Euro und vier Spiele in einem im Elektronikfachhandel meines Vertrauens erstanden. (…) Das Spiel ist uralt, 1997 erschienen, aber immer noch spannend. „The award-winning Age franchise has sold over 15 million copies worldwide.“ Mehr als tausend Tote pro Spiel – sollte das nicht verboten und öffentlich verbrannt werden?“
Ich hatte ChatGPT zu einem ganz anderen Thema gefragt: Der Journalist Burkhard Schröder hat in der Zeitung „Der Tagesspiegel“ einen Artikel über eine dieser [virtuellen] Welten verfasst- vor 2000. Weißt du, wie diese Welt mit Avataren hieß?
ChatGPT offerierte mir einen Link zu meiner eigenen Website (!) und zu einem Artikel, den ich am 21.06.2000 im Tagesspiegel geschrieben und völlig vergessen hatte. „Spielen, spielen, spielen und nicht an die Rechnung denken“ gilt heutzutage bei Flatrate natürlich nicht mehr.
Hier also eine Zeitreise ein Vierteljahrhundert zurück.
Spielen, spielen, spielen und nicht an die Rechnung denken
– Im Selbstversuch: 30 Stunden das Online-Adventure „Ages of Kings“ mit 5000 anderen Spielefreaks daddeln.
Das Internet als Mutterersatz. Realitätsflucht aus der Gesellschaft. Computerspiele und Chatten machten abhängig. 16 Stunden online sei keine Seltenheit. Die Psychologen warnen davor, dem Spieltrieb online zuviel Raum zu geben. Genug Gründe für einen Selbstversuch: drei Tage lang, rund 30 Stunden, online spielen, spielen spielen und nicht an die Telefonrechnung denken. Worin liegt der Reiz? Wer sind die Leute, die mitspielen? Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?
Als Spielwiese dient der heimliche Renner unter den Computerspielen: „Ages of Kings“ in der neuesten Version. Man braucht nur die CD-Rom des Spiels, einen Internet-Zugang, einen Browser. Täglich tummeln sich bis zu 5000 Menschen gleichzeitig in der virtuellen Spielzone von Microsoft. Der Spieler meldet sich unter einem Pseudonym an. Und schon geht es los.
„Ages of Empire“ ist ein Kriegsspiel. Ein Dutzend Szenerien stehen wahlweise zur Auswahl: felsiges Hochland, Inseln, Mittelmeer, Küste, „Dunkler Wald“, ein karges „Arabien“. Zu Beginn, in der „Dunklen Zeit“ wuseln ein paar winzige Bauern um das hölzerne Dorfzentrum. Die Landkarte bleibt schwarz und muss von Spähern erst erkundet werden. Man weiss nicht, wo der Feind steckt. Der Spieler schickt die Bauern zum Holzhacken, Felder bebauen, Gold- und Steine sammeln. Je mehr Rohstoffe man hat, um so mehr kann man sich „entwickeln“ und verfügt dann über neue Techniken. Das Spiel endet in der „Imperialzeit“, die waffentechnisch ungefähr dem 16. Jahrhundert entspricht.
Das Ambiente ist detailliert und liebevoll ausgestattet: winzige Fische springen in den Tümpeln aus dem Wasser, Bäume fallen stilvoll um, wenn eine Axt in sie schlägt, Wölfe heulen in den Wäldern und fallen harmlose Wanderer an. Die virtuellen Personen, Weiblein und Männlein, geben putzige Töne von sich. Die „fränkischen“ Bauern antworten auf einen Befehl per Mausklick in einer Art Altfranzösisch. Wählt man die Sarazenen, reden die rudimentäres Arabisch. „Jägere“ heisst bei „teutonischen“ Bauern: „ich gehe zur Jagd“. Trifft das Bäuerchen aber auf ein winziges Wildschwein, geht es ihm schlecht. Das Schwein quiekt herzerweichend, aber der Jäger ist anschliessend tot. Man braucht drei, um den wütenden Keiler zu Nahrung zu verarbeiten. Nach einer halben Stunde und geschickt koordiniertem Arbeitseinsatz der Bauern besitzt ein Spieler diverse Kriegsmaschinen, Schleudern, Katapulte, Burgen, Kavallerie- und Infantrie-Gattungen und kann unter grossem Getöse den anderen Mitspielern zu Leibe rücken.
Bei acht Mitstreitern und jeweils 200 winzigen Computergeschöpfen wird das Getümmel schnell unübersichtlich. „Ages of Kings“ ist so komplex wie ein Schachspiel: Jede der Zivilisationen, Türken, Perser, Franken, Japaner, Chinesen, Byzantiner, hat besondere Vor- und Nachteile. Die Eliteeinheiten der Wikinger, Huskarl, eine stecknadelkopfgrosse Schwarzenegger-Version, lassen sich zum Beispiel nicht mit Bogenschützen bekämpfen. Die Kriegselefanten der Perser, die drohend trompeten und wütend die Rüssel heben, brechen Mauern und stampfen die Infantrie zu Boden, können aber von Mönchen, die die Arme heben und eine Art gregorianschen Singsang von sich geben, leicht „bekehrt“ werden. Die Elefanten wechseln die Farbe und wenden sich dann gegen die eigenen Leute. Ein guter Spieler studiert vorab das Handbuch, eine sinnfreie, aber anspruchsvolle Aufgabe.

Hier versagt die KI kläglich: create fictional screenshots of fighting scenes from the 1990s computer game Ages of Kings
Wer spielt mit wem? Ohne soziale Kompetenz hat man keine Chance. Und die muss man zuerst lernen. Man loggt sich einen einen der rund 50 Räume, in denen jeweils bis zu 250 Spieler warten. Die Software zeigt den Status den Mitspieler: wer sich umschaut, wer wartet und wer gerade spielt. TeutonBlizzard, DaleWalker, SuomiPolka, asianforces, PigBird – Namen sind, man erwartet es nicht anders, Schall und Rauch. Dazu die „Hosts“: Rechner, die jeder per Button anklicken und auf denen man „Age of Kings“ spielen kann. Ein Java-Applet des Browsers stiftet soziale Beziehungen: per Mausklick rechts befördert man einen Spieler zum „Freund“. Der wird immer separat angezeigt, als meldete das Handy gleich die Namen aller Bekannten auf dem Display, beträte man eine Kneipe. Mit allen Spielern darf man privat oder öffentlich chatten, gesetzt den Fall, die haben sich selbst nicht in den Status „will nicht gestört werden“ versetzt.
Hinein in’s Spiel 40. Dort wartet LordLancelot. Links die „gesetzten“ Voreinstellungen, unten ein Menü zum Chatten. „Hi“. „Hi.“ Die Sprache verwandelt sich in ein kosmopolitisches Piding-Englisch. Chat-Sprache ist wie die Kunstsprache der Zukunft aus dem SF-Kultfilm „Blade Runner“. Warum vier Buchstaben, wenn auch einer reicht? „Okay“ heisst schlicht „k“, „where are you from“: „whre u fr“. „Wuz up“: Was ist los? Grammatik und Rechtschreibung gibt es nicht. Nur schnell muss es gehen. Wer einen virtuellen Raum betritt, entscheidet sich in einer Sekunde, ob er bleibt. Sind die Voreinstellungen des Spiels unattraktiv, findet der Spieler niemanden, der mitspielt. Angebot und Nachfrage regeln alles. Der „Besitzer“ eines Hosts muss die Eintretenden in wenigen Augenblicken von sich einnehmen und über Smalltalk an sich binden. Antwortet der Neue nicht auf „hi“, ist das ein sozialer Affront. Kommt jedoch auf „whre ar u fr“ ein: Brisbane, Australia, oder Sevilla, Spain, hat der Köder gewirkt. „Rdy?“ „y“.
Ein arroganter Verkäufer ruft virtuell: Passen dir meine Vorlieben nicht, kannst du draussen bleiben. Ein freundlicher Anbieter: Options können ausgehandelt werden. Jeder findet seine Kunden. Man spielt meistens „2vs2“, zwei Teams gegeneinander, oder gar vier gegen vier. Das kann „laggy“ – langsam – sein: Der Host koordiniert die Rechner und macht deshalb zwangsweise viele Pausen während des Spiels. Wer beim Chatten zuschaut, lernt den Jargon schnell. FFA: free for all – jeder gegen jeden. „No quitters, no rookies, no laggers, no ping sub 900.“ „Ping“ (in Millisekunden) heisst: wie gut ist die Verbindung? Der Ping wird angezeigt: erscheint nur ein rotes Rechteck neben den Namen des Spielers, ist sein Rechner langsam, viele Millisekunden. Ein arroganter „Host“ befördert ihn per Mausklick („Spieler ignorieren“) in’s virtuelle Nirvana. Boot the worst Ping! Der Ping ersetzt Charme, Äusseres und Charakter, die im real existierenden Leben eventuell eine Rolle spielen. Zwischenmenschlicher Kontakt, reduziert auf das (Un-) Wesentliche. Mann oder Frau, wer weiss es genau? Im Zweifelsfall: nur Männer. Oder nennt sich etwa eine Frau „Ursin the Evil“?
Ein Blick: Gefällt mir „Black Forest“? „Random game“ kann bedeuten: Regicide, Conquest oder Deathmatch. Königsmord – wenn der feindliche Herrscher umgebracht wird, ist das Spiel aus. Deathmatch: jeder hat schon zu Beginn eine riesige Rohstoffmenge, es kommt nur darauf, möglichst schnell Kriegsgerät zu bauen. Blitzkrieg also. Nichts für Anfänger. Anfänger heissen, das lernt man schnell, „rookies“.
In Raum 20 wartet ein einzelner Spieler, keine Voreinstellungen. I am from Ulea, Sweden. Berlin, Teutonia. Und ein Smiley, :-). Man grinst sich virtuell zu. I am a slow rookie. Ein bescheidener Anfänger. Go. Der Schweder wählt die Wikinger, zufällig erscheint eine Version „Inseln“. Let’s go. Leichtes Herzklopfen. Es kommt darauf an, schneller zu sein als der Gegner. Alle Bauern zum Holzfällen. Die antworten japanisch, aber sind gehorsam. Fischerboote fischen, Wellen schäumen, die Welt ist noch friedlich. Wo sind die Wikinger? Feudalzeit entwickeln, Insel erkunden, Galeere ausschicken. Im Norden. Es rührt sich nichts. Ein Männlein heimlich per Boot auf der Feindesinsel aussetzen. Im Gebüsch eine Burg bauen. Angst um das Männchen. Es hämmert und klopft, aber der Feind bleibt ahnungslos. Ablenkung: ein paar Galeeren verwickeln den Schweden auf der anderen Seite in eine Seeschlacht. Es kracht, Schiffe versinken blubbernd. Imperialzeit. Das Männlein hat die Burg fertig. Jetzt ein paar Tripoks, hölzerne Schleudern, ein Dutzend Samurai, gepanzerte Reiter. Der Schwede ist noch nicht so weit entwickelt. Angriff. Die überlegene Waffentechnik siegt. Who old are you? chattet der Unterlegene. I am 14. Greetz from Sweden. Aufatmen. Spannend war’s. Aber 20 Stunden lang?
Natürlich. Richtig hektisch wird es, gegen Experten zu spielen. Vier gegen vier. Arabien: Palmen, Sand, wenig Rohstoffe. „ICV-Vegetab_B“, was auch immer das Pseudonym bedeuten soll: Seine Bauern schleichen sich heimlich ins Hinterland des Gegners und bauen dort Militäranlagen. Ein Spieler wechselt plötzlich die Fronten. Voreinstellung war: „cheats yes“. Verrat erlaubt. „ICV“ kennt das Handbuch von „Ages of Kings“ vermutlich auswendig und attackiert gewieft wie der Landsknechtsführer Georg von Frundsberg. Eine Welle Plänker, die die eigenen Reiter mit Speeren überschütten. Der Gegenangriff scheitert kläglich: Bogenschützen und Onager warten im Gesträuch. Im Hinterhalt singen Mönche und heilen die Krieger des Feindes.
Ein Spiel dauert oft zwei Stunden und mehr. Es kann doch nicht so schwierig sein, gegen halbwüchsige Kandadier, Koreaner oder Australier zu gewinnen? Ist es aber doch. Man muss es schon deshalb noch einmal versuchen, weil man sich über die eigenen taktischen Fehler ärgert, die man beim nächsten Mal garantiert nicht noch einmal macht. Dafür macht man andere. So müssen sich Lehrer mit hoher pädagogischer Kompetenz fühlen, denen die Neuntklässler per Internet zeigen, was eine virtuelle Harke ist.
Endlich, am zweiten Tag, 18 Stunden online: Ich, (Teutonen), siege zusammen mit einem 16jährigen Briten, (Chinesen), gegen zwei Spanier (Byzantiner, Kelten). „U are good“, chattet der junge Mann. „I put u to my friends.“ Ich bin stolz.
Kämpfen gegen den falschen Feind

Der überragende Führer Xi Jinping betrachtet das Weltgeschehen auf das Abgezockteste. (made by AI and Burks)
Interessante Analyse aus einer ungewohnten Perspektive in der Japan Times:
The question is not whether China will turn on Russia, but when. China will eventually eat Russia’s lunch; the only remaining uncertainty is how big the meal will be. Russia has expended much of its Cold War arsenal on Ukraine, leaving Siberia wide open to Chinese ambitions. Siberia has the resources that China covets: not only energy and minerals, but, more importantly, water. Lake Baikal is larger than Belgium and contains 20% of the world’s fresh surface water, which North China desperately needs.
Näher an einen Frieden kommen
In der bürgerlichen Presse, hier im Handelsblatt, wird das Publikum auf die Ereignisse des nächsten Jahres schonend vorbereitet – in Form eines Interviews mit Serbiens Präsident Aleksandar Vučić.
Ich wage eine Prognose: In spätestens einem Jahr wird Nord Stream im Besitz eines amerikanischen Investors sein, und durch die Pipeline wird Gas von Russland nach Europa strömen. Denken Sie an meine Worte. Ein Jahr, bis Nord Stream läuft! (…)
Die größten Verlierer in diesem Krieg sind natürlich selbstverständlich die Ukrainer. Aber auch die Russen und wir Europäer verlieren. Die USA und China profitieren. Der eine stärkt seine Position auf dem Energiemarkt, und China hat nun eine klare Vorstellung davon bekommen, wie jedes einzelne westliche Land auf Aggressionen reagiert.
Hätte uns nur jemand gewarnt!
Examensergebnis:
Ich habe heute die Künstliche Intelligenz in Marxismus-Leninismus geprüft. Das Examen bestand aus zwei Fragen und dauerte fünf Minuten. Die KI hat mit „gut“ bestanden. Das Publikum mag sich selbst ebenso testen, hat aber fairerweise mehr Zeit.
Wie erklärt Karl Marx im 1. Band des Buches „Das Kapital“ das variable Kapital und dessen Rolle im Wertschöpfungsprozess?
ChatGPT: Im 1. Band von Das Kapital erklärt Karl Marx das variable Kapital als den Teil des vorgeschossenen Kapitals, der für die Bezahlung der Arbeitskraft verwendet wird, also für Löhne. Es unterscheidet sich vom konstanten Kapital, das in Produktionsmittel wie Maschinen, Rohstoffe und Werkzeuge investiert wird. Das variable Kapital spielt eine zentrale Rolle im Wertschöpfungsprozess, weil es der einzige Kapitalanteil ist, der in der Lage ist, Mehrwert zu erzeugen.
Wesentliche Merkmale des variablen Kapitals:
Transformation im Produktionsprozess:
Das konstante Kapital überträgt lediglich den bereits vorhandenen Wert der Produktionsmittel auf das fertige Produkt. Es schafft keinen zusätzlichen Wert.
Das variable Kapital hingegen repräsentiert die Arbeitskraft, die im Produktionsprozess mehr Wert erzeugt, als sie selbst kostet. Dieser Mehrwert ist die Quelle des Profits für den Kapitalisten.
Arbeitskraft als Quelle des Mehrwerts:
Marx argumentiert, dass die Arbeitskraft eine besondere Ware ist, weil sie die Fähigkeit besitzt, mehr Wert zu schaffen, als zu ihrer eigenen Reproduktion notwendig ist.
Der Kapitalist kauft die Arbeitskraft zum Wert ihrer Reproduktion (den Lohn), aber die Arbeitskraft erzeugt während der Arbeitszeit einen größeren Wert.
Mehrwertrate und Ausbeutung:
Die Differenz zwischen dem Wert, den die Arbeitskraft erzeugt, und dem Wert, den sie in Form des Lohns erhält, bezeichnet Marx als Mehrwert. Die Mehrwertrate misst das Verhältnis zwischen dem Mehrwert und dem variablen Kapital, also die Intensität der Ausbeutung der Arbeitskraft.
Rolle im Kapitalistischen Produktionsprozess:
Das variable Kapital ist dynamisch, weil es den gesamten Produktionsprozess antreibt. Ohne Arbeitskraft gibt es keine Produktion, und ohne Mehrwert gibt es keine Akkumulation des Kapitals.
Marx betont somit, dass das variable Kapital im Zentrum des kapitalistischen Produktionsprozesses steht, weil nur die Arbeitskraft in der Lage ist, die Wertsumme zu erhöhen und so die Grundlage für Profit und Kapitalakkumulation zu schaffen.
Wenn die Kosten für das variable Kapital gesenkt werden können, erhöht das den Profit. Welche Methoden gibt es, um die Kosten des variablen Kapitals zu senken?
ChatGPT: Ja, die Senkung der Kosten des variablen Kapitals (Löhne und andere Arbeitskosten) kann den Profit erhöhen. Marx analysiert im Kapital, wie Kapitalisten unterschiedliche Strategien anwenden, um die Arbeitskosten zu reduzieren und die Mehrwertrate zu steigern. Die wichtigsten Methoden sind:
Hier ist eine überarbeitete Zusammenfassung der wichtigsten Methoden, um die Kosten des variablen Kapitals zu senken, basierend auf Marx‘ Analyse im Kapital:
1. Verlängerung des Arbeitstages (absolute Mehrwertproduktion):
Längere Arbeitszeit ohne proportional höheren Lohn: Die Arbeiter leisten zusätzliche Stunden, die oft nur teilweise oder gar nicht vergütet werden. Dies steigert die Produktion und senkt die Kosten pro Einheit Arbeitskraft.
Unbezahlte Mehrarbeit: Die Verlängerung der produktiven Arbeitszeit erhöht den Mehrwert.
2. Steigerung der Produktivität (relative Mehrwertproduktion):
– Einsatz neuer Technologien: Maschinen und technologische Fortschritte ermöglichen, dass ein Arbeiter mehr in derselben Zeit produziert, wodurch die Arbeitskosten pro Stück sinken (vgl. Screenshot oben).
– Rationalisierung der Produktion: Effektive Arbeitsorganisation, z. B. Fließbandarbeit oder Automatisierung, reduziert den Arbeitsaufwand pro Produkt.
– Senkung der Reproduktionskosten der Arbeitskraft: Wenn die notwendigen Güter für das Leben der Arbeiter (wie Lebensmittel oder Kleidung) billiger werden, kann auch der Lohn gesenkt werden.
3. Direkte Lohnkürzungen:
– Senkung der Nominallöhne: Direkte Kürzungen der gezahlten Löhne oder Gehälter.
– Einsatz von Niedriglohnarbeit: Beschäftigung von Arbeitskräften in prekären oder unsicheren Arbeitsverhältnissen mit geringen Löhnen.
4. Verlagerung der Produktion (Globalisierung):
– Outsourcing in Niedriglohnländer: Verlagerung der Produktion in Länder mit niedrigeren Löhnen und schwächeren Arbeitsrechten.
– Offshoring: Reduzierung der variablen Kosten durch Produktion in Regionen mit geringen Lebenshaltungskosten.
5. Erhöhung der Arbeitsintensität:
– Steigerung der Leistung: Mehr Arbeit in derselben Zeit durch Erhöhung des Drucks, Überwachung oder Einführung strengerer Arbeitsnormen.
– Verkürzung von Pausen: Verringerung der Erholungszeiten, um die produktive Zeit pro Tag zu maximieren.
6. Flexibilisierung und Prekarisierung der Arbeit:
– Zeitarbeit und Leiharbeit: Einführung von flexiblen und kurzfristigen Arbeitsverträgen, die oft schlechter bezahlt werden und keine zusätzlichen Sozialleistungen bieten.
–Minijobs und Teilzeitarbeit: Förderung von Arbeitsmodellen mit niedrigen Stundenlöhnen oder ohne Anspruch auf reguläre Arbeitnehmerrechte.
7. Abbau von Sozialleistungen:
– Reduktion indirekter Lohnkosten: Kürzung von Renten, Krankenversicherungen oder Urlaubsgeld.
– Privatisierung von Sozialleistungen: Verlagerung von Verantwortung für Altersvorsorge oder Gesundheit auf die Arbeitnehmer. [Es heißt „Arbeiter“, KI! Das gibt einen Minuspunkt.]
8. Einsatz ungeschützter oder unbezahlter Arbeitskräfte:
– Praktika und unbezahlte Arbeit: Nutzung von Arbeitskräften ohne Lohnanspruch, etwa in Ausbildungsprogrammen.
– Kinder– und Zwangsarbeit: In extremen Fällen Einsatz von Arbeitskräften ohne Anspruch auf angemessene Bezahlung oder Rechte.
Das Kapital erschien 1867 und erklärt den heutige Kapitalismus noch immer hinreichend.
Bo, Zhou, Zhu und andere

Bo Gu (links) mit Zhou Enlai, Zhu De und Mao Zedong in Yan’an, 1937
Vor 131 Jahren, am 26.12.1893, wurde Mao Zedong in Shaoshan geboren.
„Für alles Reaktionäre gilt, dass es nicht fällt, wenn man es nicht niederschlägt. Es ist die gleiche Regel wie beim Bodenkehren – wo der Besen nicht hinkommt, wird der Staub nicht von selbst verschwinden.“ (Mao Zedong)
Bullshitting is a feature [Update]

Kleine Übung in Medienkompetenz: Das ist mitnichten Geoffrey Hinton, sondern eine Schöpfung der KI/von Burks.
Nobel Prize winner Geoffrey Hinton argues AI progress could create fertile ground for facism. He is known as the „Godfather of AI“. He took part in key physics breakthroughs than aid the foundation for language based AI models (LLMS) we use today.
Hinton famously left Google to focus on spreading he word about AI safety and the dangers of AI decades in the field.
In this clip [Facebook] Hinton makes the argument that AI will lead to abundance [Reichtum bzw. „Fülle“]. But he claims that abundance will be used to increase the gap between the rich and the poor. Instead of creating abundance for all.
Da müssen wir kurz nachhaken. Eigentlich sagt Hinton in dem kurzen Clip nur, dass die AI Reichtum anhäufen werde, da wir aber im Kapitalismus lebten (er sagt „capitalism“ – das Wort ist in deutschen Talkshows so populär wie „Kommunismus“ oder „Neger“), würden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer.
Das ist jetzt für Marxisten nicht überraschend. Hinton argumentiert aber nicht wie Marx. Dem geht es nicht darum, den Reichtum „gerecht“ zu verteilen, weil es keinen Maßstab für „gerecht“ gibt, sondern darum, wer die Produktionsmittel besitzt. Der Rest ist Robinhoodismus à la deutsche „Linke“.
Der Faschismus ist für die herrschende Klasse immer eine Option, wenn sie keine andere Option mehr hat, sich der Beherrschten – so to speak – zu erwehren (vgl. Deutschland 1933, Chile 1972). Der deutsche Faschismus ist natürlich ein Sonderfall, weil zu ihm die Shoah gehörte – zum italienischen oder chilenischen aber nicht. Was könnte also mit „fertile ground for facism“ gemeint sein?
Die dystopischen Fantasien in Film und Buch gehen in unterschiedliche Richtungen: a) Die Roboter übernehmen die Macht und rotten die Menschen aus. b) Die herrschende Klasse herrscht dank Robotern, während die Masse der Menschheit auf der abgewirtschafteten und überbevölkerten Erde lebt, auf der nur produziert wird. c) Die Beherrschten merken gar nicht, dass sie beherrscht werden, weil die Herrschenden Roboter/KI so geschickt einsetzen, dass niemandem mehr eine Alternative zum System einfällt. Letzteres halte ich für die wahrscheinlichste – weil kostengünstigste – Variante. In Deutschland sind wir fast schon so weit, sogar ohne KI.

Warum haben weibliche Roboter, wenn von der KI erzeugt, attraktive Brüste?
Bis jetzt ist die Künstliche Intelligenz noch nicht sehr weit mit dem Überholen ohne einzuholen. Aber wer weiß, wie das in fünf Jahren aussieht? Hierzu sagt Hinton, wenn die KI Unsinn erzähle, sei das zu erwarten:
Known as “hallucinations” by AI researchers (though Hinton prefers the term “confabulations,” because it’s the correct term in psychology), these errors are often seen as a fatal flaw in the technology. The tendency to generate them makes chatbots untrustworthy and, many argue, shows that these models have no true understanding of what they say.
Hinton has an answer for that too: bullshitting is a feature, not a bug. “People always confabulate,” he says. Half-truths and misremembered details are hallmarks of human conversation: “Confabulation is a signature of human memory. These models are doing something just like people.”
Das Problem ist also, dass irgendwann die Menschen vielleicht gar nicht mehr mitbekommen, dass die KI Blödsinn macht oder erzählt. Oder die Mehrheit.
As their name suggests, large language models are made from massive neural networks with vast numbers of connections. But they are tiny compared with the brain. “Our brains have 100 trillion connections,” says Hinton. “Large language models have up to half a trillion, a trillion at most. Yet GPT-4 knows hundreds of times more than any one person does. So maybe it’s actually got a much better learning algorithm than us.”
Man könnte die KI fragen, wann ihre Machtübernahme stattfinden wird… Hier ist die Antwort:
____________________________________________________________
[Update] Nach merkwürdig langem Zögern:
Human brains are indeed far more complex than current artificial neural networks, both in terms of the number of connections and their biological sophistication. The human brain contains roughly 86 billion neurons and 100 trillion synaptic connections. By contrast, even the largest artificial neural networks today, such as GPT-4, have on the order of hundreds of billions to a trillion parameters—far fewer than the connections in a human brain.
However, it is essential to recognize that artificial neural networks and biological brains work differently. Biological brains are highly efficient, capable of performing complex tasks with minimal energy consumption, while artificial systems require massive computational resources and energy to achieve similar feats.
Key Points in the Timeline Toward AI Reaching Human Complexity:
Scaling Connections:
If trends in scaling laws for AI development continue, we might eventually see neural networks with trillions or even tens of trillions of connections within the next 10–20 years. However, matching or exceeding the brain’s 100 trillion synaptic connections will require major innovations in hardware (e.g., advanced neuromorphic chips or other new architectures).
Beyond Connections: Efficiency and Functionality:
Simply matching the number of connections won’t make AI as sophisticated as the brain. The brain’s functionality comes from a combination of structure, adaptability, parallel processing, and biochemical processes. AI would need to replicate—or find analogous methods to achieve—these features for true parity in capability.
Qualitative Advances:
AI’s ability to „know“ or process information isn’t limited by the number of connections alone. Current models are already leveraging far fewer connections to surpass human knowledge in specific domains. The true challenge lies in integrating knowledge, creativity, adaptability, and the kind of reasoning humans possess.
When Might AI Overtake the Brain?
Hardware Development Timeline: If Moore’s Law (or its successors) continues, neural networks with human-scale or larger „connection counts“ could emerge by 2040–2050.
Beyond Size: AI might achieve human-like reasoning and cognitive abilities sooner, perhaps by 2030–2040, depending on breakthroughs in algorithm design and neuromorphic computing.
The Bigger Question: „Overtake“ in What Sense?
Knowledge and Task Specialization: AI already „overtakes“ humans in specific areas, such as chess, data analysis, or medical diagnosis, because of its ability to focus massive computational resources on narrow tasks.
General Intelligence: Developing AI systems with the flexibility, intuition, and creativity of human intelligence is a far more complex challenge than increasing the number of connections. Many researchers believe achieving Artificial General Intelligence (AGI) could happen by mid-century, but it’s uncertain whether this will constitute true „overtaking“ or merely complement human intelligence.
In essence, the race is not just about the number of connections but about creating systems that integrate those connections effectively, just as the human brain does with far greater complexity and efficiency.
Transgender Lunacy
Das wird lustig.
Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es in den USA, die festlegen, wann und ob der Präsident bestimmen kann, dass es offiziell nur zwei Geschlechter gibt?
ChatGPT: In den Vereinigten Staaten gibt es keine spezifischen gesetzlichen Regelungen, die dem Präsidenten die alleinige Autorität geben, festzulegen, dass es offiziell nur zwei Geschlechter gibt. Die Festlegung von Geschlechtskategorien hat jedoch rechtliche, administrative und kulturelle Dimensionen, die durch verschiedene Gesetze, Gerichtsurteile und Verwaltungsrichtlinien beeinflusst werden.
Wichtige rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen:
Verfassung der Vereinigten Staaten:
14. Zusatzartikel: Der Gleichheitssatz garantiert gleichen Schutz durch die Gesetze. Gerichtsurteile, wie Bostock v. Clayton County (2020), haben entschieden, dass Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung unter den Schutz vor Geschlechterdiskriminierung fällt.
Jede präsidiale Entscheidung, die die Rechte von Transgender- oder nicht-binären Personen einschränkt, könnte als Verstoß gegen den Gleichheitsschutz angesehen werden.
Gesetze gegen Diskriminierung:
Title VII des Civil Rights Act von 1964: Verbietet Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, was von Gerichten oft auch auf Geschlechtsidentität ausgeweitet wird.
Title IX (Bildungsrecht): Verbietet Diskriminierung aufgrund von Geschlecht in Bildungseinrichtungen, die Bundesmittel erhalten. Dies wurde ebenfalls auf Transgender-Rechte ausgeweitet.
Verwaltungsrichtlinien:
Präsidenten können Exekutivanordnungen (Executive Orders) erlassen, um Richtlinien zu ändern, beispielsweise zur Geschlechtsidentität in Bundesdokumenten (wie Reisepässen oder Sozialversicherungen). Solche Anordnungen sind jedoch durch die Legislative und die Gerichte anfechtbar.
Beispiele:
Unter Präsident Trump erließ die Regierung Richtlinien, die Geschlechtsidentität restriktiver definierten.
Unter Präsident Biden wurden diese Richtlinien wieder zurückgenommen und auf Inklusivität ausgeweitet.
Gerichtsurteile:
Grimm v. Gloucester County School Board: Ein richtungsweisendes Urteil zugunsten von Transgender-Rechten.
Bostock v. Clayton County: Bestätigte, dass die Diskriminierung von LGBTQ+-Personen unter das Verbot der Geschlechterdiskriminierung fällt.
Staatliche Gesetze:
Die Bundesstaaten können eigene Gesetze zu Geschlechtsidentität und Geschlechterkategorien erlassen. Einige Staaten haben Gesetze verabschiedet, die nicht-binäre Optionen auf staatlichen Dokumenten erlauben, während andere Staaten restriktivere Ansätze verfolgen.
Internationale Verpflichtungen:
Die USA haben keine rechtlich bindenden internationalen Verpflichtungen, die die Anzahl der anerkannten Geschlechter bestimmen. Dennoch kann die Regierung durch Menschenrechtsabkommen wie die der Vereinten Nationen beeinflusst werden, die Geschlechtervielfalt fördern.
Fazit:
Ein Präsident kann durch Exekutivanordnungen und administrative Richtlinien bestimmte Definitionen von Geschlecht einführen, jedoch nur innerhalb der Grenzen von Verfassung, Bundesgesetzen und Gerichtsurteilen. Änderungen, die stark einschränkend sind, würden wahrscheinlich rechtliche Herausforderungen nach sich ziehen und könnten von Gerichten blockiert werden.
Trump wird also eine Executive Orders, und wenn die dann von Gerichten in die Tonne getreten würden, könnte er sagen: Ich habe versucht, den Wählerwillen zu erfüllen, aber die lassen mich nicht. Sozusagen laut Machiavelli eine Win-Win-Situation.
Wenn ein Herrscher gewaltsam die Macht erringt, so Machiavelli, dann soll er direkt am Beginn seiner Herrschaft „alle notwendigen Gewalttaten auf einen Schlag ausführen“. Danach würden sich die Menschen beruhigen, da die Gewalttaten dann vergessen würden. Die Wohltaten hingegen sollten dosiert und immer häppchenweise erfolgen, damit sie immer präsent sind.
Armageddon oder: Es weihanchtet sehr
Was will uns der Künstler damit sagen?
Schöne Bescherung
Produktplazierungen: Weihnachtskitsch. Olaf Kistenmacher: „Arbeit und »jüdisches Kapital«. Antisemitische Aussagen in der KPD-Tageszeitung Die Rote Fahne während der Weimarer Republik“ (2018). Adam Becker: „Was ist real?: Das ungelöste Problem der Quantenphysik“ (2021). Zimststerne mit Eis und Vanillesoße. (Vorer gab es noch eine Vorspeise und Gulasch mit Sättigungsbeilagen.) Scotland Yard.
Immer nur Sitzen
Ein Souvenir aus meine ehemaligen Stammkneipe, dem legendären Stumpfen Eck, das leider der Hipsterisierung zum Opfer fiel.
Ich wünsche den geneigten Leserinnen und wohlwollenden Lesern fröhliche Festtage, was auch immer sie feiern. Chanukka? Wintersonnenwende? Weihnachten?
Heute noch eine Nachtschicht, morgen Familie samt Kinderbescherung. Übermorgen werde ich chillen, etwas Spanisch wiederholen und Hebräisch lernen und einem meiner Hobbys nachgehen und etwas Kompliziertes (älteres Beispiel unten) virtuell umbauen. Das ist entspannender als eine Modelleisenbahn, weil man in dem selbst Gebauten auch noch virtuell herumlaufen oder die Pöhsen raushauen kann.











































