Unter historisch-kritischen Exegetikern
Mich hat Wissenschaft – herauszufinden, was wirklich und wahr ist – immer fasziniert. In meiner Studienzeit musste ich auch noch lernen, wie man wissenschaftlich zitiert. Das gehört zum Handwerk.
Was aber passiert, wenn man Wissenschaft auf heilige Bücher loslässt? (Wir hatten schon Secondlife, was niemanden außer mir interessiert, also kann ich mit hochaktuellen Themen, die allen unter den Nägeln brennen, gleich weitermachen.)

Ausriss aus Manfred Weippert, Landnahme
Und der Herr sprach zu Josua: Fürchte dich nicht und zage nicht! Nimm mit dir alles Kriegsvolk und mache dich auf und ziech hinauf gen Ai! Siehe da, ich habe den König zu Ai samt seinem Volk, seiner Stadt und Land in deine Hände gegeben. Und sollst mit Ai und ihrem König tun, wie du mit Jericho und ihrem König getan hast, nur daß ihr ihren Raub und ihr Vieh unter euch teilen sollt. Aber bestelle einen Hinterhalt hinter der Stadt.
Da machte sich Josua auf und alles Kriegsvolk, hinaufzuziehen gen Ai. Und Josua erwählte dreißigtausend streitbare Männer und sandte sie aus bei der Nacht. Und gebot ihnen und sprach: Sehet zu, ihr sollt der Hinterhalt sein hinter der Stadt; machet euch aber nicht allzu ferne von der Stadt und seid allesamt bereit!
Ich aber und alles Volk, das mit mir ist, wollen uns zu der Stadt machen. Und wenn sie uns entgegen herausfahren wie vorhin, so wollen wir vor ihnen fliehen, daß sie uns nachfolgen heraus, bis daß wir sie heraus von der Stadt reißen. Denn sie werden gedenken, wir fliehen vor ihnen wie vorhin. Und weil wir vor ihnen fliehen, sollt ihr euch aufmachen aus dem Hinterhalt und die Stadt einnehmen; denn der HERR, eurer Gott, wird sie in eure Hände geben.
Wenn ihr aber die Stadt eingenommen habt, so stecket sie an mit Feuer und tut nach dem Wort des Herrn. Siehe, ich hab’s euch geboten. (Josua 8, 1ff. nach dem Luther-Text von 1545)
Schöne Geschichte für Netflix, für The Last Kingdom oder so etwas. Was aber sagt die Wissenschaft? Manfred Weippert: Die Landnahme der israelitischen Stämme in der neueren wissenschaftlichen Diskussion, Göttingen 1967, schreibt:
„Bei der Erzählung von der Eroberung und Zerstörung der Stadt Ai (Jos. 8,1-19) muß das Urteil über die Historizität sogar durch aus negativ ausfallen, da die Ausgrabungen auf der sicher mit diesem Ort zu identifizierenden Ruinenstätte et-tell eine Besiedlungslücke zwischen der Frühbronze- und der Eisen-I-Zeit ergeben haben, so daß die Sage, die den großen Trümmerhaufen mit der israelitischen Landnahme, also mit der Zerstörung eine spätbronzezeitlichen Siedlung verband, um mehr als ein Jahrtausend danebengriff.“
Und auch Wikipedia ist aktuell: „Der Name עי ist das hebräische Wort für Trümmerhaufen, entsprechend dem arabischen Tell – so auch der heutige Name التل –, so dass die namensgebende Bevölkerung an dieser Stätte schon Ruinen vorgefunden haben muss. Daher geht die historisch-kritische Exegese davon aus, dass es sich bei der biblischen Erzählung um eine ätiologische Legende handelt, die erklären soll, wie der Trümmerhaufen entstanden ist.“
Alles wieder Fake News.
Ich habe ChatGPT befohlen, die Anmerkung (2) zu et-tell in der Original-Schreibweise für ein WordPress-Blog aufzubereiten.
„(2) Seit E. Robinson, Palästina und die südlich angrenzenden Länder II (Halle/S. 1841), 562—564, beherrscht die Alternative et-tell : ḥirbet ḥayyān die Diskussion um die Lokalisierung von Ai (Übersicht bei W. F. Albright, AASOR 4 [1922/23], 141—149; J. M. Grintz, Bibl 42 [1961], 201—206). Die schließlich allgemein anerkannte Kompromißlösung, die z. T. auf den archäologischen Befunden an beiden Orten beruhte, setzte das scheinbar spätbronzezeitliche Ai auf et-tell, die eisenzeitliche Nachfolgesiedlung (?) (ḥā-ʿay Es. 2,28; Neh. 7,32; ʿayyā Neh. 11,31; 1. Chr. 7,28; ʿayyat Jes. 10,28; vielleicht ḥā-ʿawwīm Jos. 18,23) auf der ḥirbet ḥayyān an. Ḥirbet ḥayyān scheidet nach dem Ausgrabungsbefund von 1964 (J. A. Callaway, BASOR 178 [1965], 16 Anm. 4; B. T. Dahlberg, BA 28 [1965], 28; H. Donner, ZDPV 81 [1965], 16—18) jedoch völlig aus, da die Schichten dort erst in der früharabischen Zeit beginnen. Zum Ausgrabungsbefund von et-tell s. S. 32 Anm. 1. Auf Grund einer dem Rabbi Berechja (4. Jh. n. Chr.) zugeschriebenen Notiz im Midrasch Ex. R. XXXII, daß die Entfernung zwischen Jericho und Ai 3 römische Meilen betrage, möchte B.-Z. Luria, Məqōmāh šel hā-ʿay (Iyyūnīm bə-sēfer yəhošūaʿ [1960 (s. S. 26 Anm. 1)], 12—41) Ai auf der ḥirbet bēt ġāber et-taḥtānī oder den tellāl abū el-ʿalāʾiq suchen, wogegen freilich spricht, daß nach Aussage der biblischen Quellen Ai sicher auf dem Gebirge, nicht in der Araba gelegen hat. Auch Lurias unkritische Behandlung der biblischen Texte wie das junge Alter der Redaktion des Midrasch (11./12. Jh.; vgl. L. Zunz, Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden [Berlin² 1892], 256—258; H. L. Strack, Introduction to the Talmud and Midrash [New York u. Philadelphia 1959], 215) beeinträchtigen den Wert seiner These. Ebenso reichen aber die Gründe von J. M. Grintz, „Ai which is beside Beth-Aven“: A Re-examination of the Identity of ʿAi (Bibl 42 [1961], 201—216) zu einer Widerlegung der Gleichung Ai = et-tell nicht aus.“
Wisst ihr Bescheid.
Niña Campesina und anderes

Postkarte aus Bolivien von einer meiner Ex-Loverinnen, 1984. „Niña Campesina“, Fotograf Tilo Avilés, Vilacayma (südlich von Cochabamba)
Nachmal zu der „Linken“ Lateinamerikas. Gestern hatte ich wenig Zeit und beließ es bei dem Satz: “ Die „Linke“ ist völlig hilflos und kümmert sich einen feuchten Kehricht um das, was die Leute umtreibt.“ Das Thema ist natürlich sehr kompliziert, und ich habe keine Patentlösungen.
„Die“ Linke gibt es natürlich nicht, aber es gibt Gemeinsamkeiten, zumindest in den Andenstaaten. Brasilien ist politisch ganz anders strukturiert, und die kleinen Länder wie Guyana oder Surinam passen ohnehin nicht in das Schema.
Hilfreich ist eine marxistische Klassenanalyse eingedenk der Tatsache, dass die Geschichte eine von Klassenkämpfen ist, die aber nur selten in reiner Form auftreten, sondern oft religiös oder anders kostümiert sind. Auch im Kapitalismus gibt es nicht nur idealtypisch Proletariat und Bourgeoisie. Es geht also darum, wer gegen wen und wer sich mit wem temporär verbündet.
Wir setzen voraus, dass in ganz Lateinamerika Kapitalismus herrscht – aber anders als in Westeuropa. Die Arbeiterklasse dominiert nirgendwo die politischen Konflikte. Die heftigsten Kämpfe gab es dann, wenn – wie beispielhaft in Bolivien – die „Linke“ sowohl proletarisch als auch „indigen“ war. Der Bergarbeiter in Bolivien waren – aus reiner Notwehr – perfekt organisiert und die einzige Klasse, die in der Lage war, den zahlreichen Diktatoren Widerstand zu leisten.

Vgl. Cesar Lora, Isaac Camacha und die permanente Revolution, 31.11.2013
Alles, was sonst unter „indigen“ summiert wird und sich zeitweilig mit der städtischen traditionellen Linken verbündete, war fast immer kleinbäuerlich, wie zum Beispiel die klassische Klientel von Sendero Luminoso. Kleinbauern führen einen „reaktionären“ Abwehrkampf gegen Landraub, gegen Konzerne, gegen Zinsen, vom antiken Rom bis zum heutigen Indien. Kleinbauern waren während des chinesischen Bürgerkriegs die treibende Kraft, aber nicht die ideologische Avantgarde: Die Volkskommunen verwandelte sie später in Landarbeiter, so ähnlich wie die Kooperativen in Peru in den 80-er Jahren. Die „Linken“ machten also genau das, was der Kapitalismus auch plante, nur schneller.
Der Kapitalismus in Lateinamerika ist noch rückständig. Oft geht es nur darum, dass die herrschenden Klassen sich Land und Bodenschätze aneignen wollen – wie in Kolumbien und Venezuela oder Bolivien. Die „Linke“, wenn sie denn an der Macht war, verteilte die Güter nur anders, aber die Ökonomie blieb genauso wie vorher. Deswegen sind die gegenwärtigen Machthaber Venezuelas nicht „links“, auch wenn sie sich so geben. Natürlich muss jede herrschende Klasse, wenn sie nicht gerade die Diktatur als Herrschaftsform wählt, Zugeständnisse machen, um das Volk ruhig zu halten. Es kann also durchaus sein, dass eine „rechte“ Bewegung – also eine, die von den herrschenden Klassen sozial und politisch dominiert wird – klassische „linke“ Forderungen aufstellt. Das war bei der NSDAP auch nicht anders.
Das bedeutet: Eine radikale Transformation der Ökonomie – etwa Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien – ist in Lateinamerika nicht auf der Tagesordnung, weil es diese Industrien gar nicht gibt, nur Rohstoffe, Lithium in Bolivien, Öl in Venezuela und Ecuador.
In Kolumbien und Chile und im Norden Brasiliens ist die Migration (aus Venezuela) ein wichtiges Thema. Natürlich ist das weltweit ein „rechtes“ Thema, weil Verteilungskämpfe innerhalb der unterdrückten Klassen den Herrschenden in die Hände spielen. Wenn die „Linke“ aber dazu schweigt oder, wie in Deutschland, erwartet, dass „die da unten“ alle stillhalten, wenn ihnen von Einwanderern von dem wenigen, das sie haben, auch noch etwas weggenommen wird, dann wird sie kläglich scheitern.
Lateinamerika macht es vor. Aber man sollte nicht erwarten, dass irgendjemand etwas daraus lernt. Die gehen alle unter oder werden irrelevant wie die Mapai, die in Israel sogar die Regierung stellte.
Verbot für Inhaber von Dokumenten, die [bitte selbst ausfüllen]
Trump hat das Einreiseverbot für Ausländer in die USA ausgeweitet. Auf die Liste der Länder, deren Staatsbürgern die Einreise in die USA untersagt ist, wurden Burkina Faso, Mali, Niger, Südsudan und Syrien gesetzt. Außerdem wurde das Verbot für Inhaber von Dokumenten, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgestellt wurden, eingeführt. (Quelle)
Warum können wir das hier nicht? Oder brauchen wir dringend Orts- und Fachkräfte aus den oben genannten Regionen?
Api kaputt
Daniel Voyager (Name des Avatars) berichtet über „Second Life API Data Feeds Broken“.
(Das interessiert niemanden außer mir, aber ich blogge das trotzdem.)
Auf Deutsch: „Der API-Endpunkt für Bevölkerungsstatistiken von Second Life aktualisiert die Inworld-Daten (gleichzeitige Benutzer) seit dem 6. Dezember 2025 um 04:03:00 Uhr SLT nicht mehr. Die API gibt weiterhin HTTP-200-Statuscodes zurück, liefert aber veraltete Daten, die jetzt mehr als 9 Tage alt sind.“
Ich habe die KI drauf angesetzt.
– Letztes Update der Anmeldezahlen: 6. Dezember 2025
– Gesamtzahl der Second-Life-Accounts zu diesem Zeitpunkt: ≈ 69,5 Millionen
Seitdem keine Aktualisierung mehr erfolgt
➡️ Das deutet darauf hin, dass die API seit diesem Zeitpunkt keine neuen Signup-Daten liefert.
exchange_rate_updated_slt 2025-12-17 09:53:00 exchange_rate_updated_unix 1765993980 exchange_rate 248.55
Der L$-Wechselkurs wurde heute aktualisiert: 1 USD ≈ 248,55 L$
Dieser Teil der API funktioniert aktuell korrekt
➡️ Wichtig: Nicht die komplette API ist kaputt, nur einzelne Datenbereiche.
Gesamtinterpretation (entscheidend)
👉 Die API läuft, aber teilweise eingefroren. Das spricht für: einen teilweisen API-Ausfall oder eine bewusst deaktivierte Statistikquelle oder einen internen Linden-Lab-Umbau, bei dem alte Statistik-Endpoints nicht mehr gepflegt werden.#
So sollte man die Meldung lesen: „Die Statistik-API ist erreichbar, aber große Teile der Daten (Signups & Inworld-Zahlen) werden seit dem 6.12.2025 nicht mehr aktualisiert. Nur der Wechselkurs wird noch gepflegt.“ Das macht mich natürlich misstrauisch. Kann man erkennen, ob die API absichtlich nicht aktualisiert wurde?
Kurz gesagt: Ja – mit hoher Wahrscheinlichkeit kann man das erkennen, aber nicht zu 100 % beweisen, solange Linden Lab nichts offiziell sagt. Man kann jedoch sehr klare Indizien sammeln.

Beide eingefrorenen Werte enden am 6. Dezember 2025, nur wenige Stunden auseinander. Das spricht für eine gezielte Deaktivierung oder eine Umstellung auf ein neues internes System.
❗ Zufällige Bugs erzeugen keine sauberen, synchronen Endpunkte.
Typisches Linden-Lab-Verhalten (historisch):
Linden Lab hat bei APIs über Jahre ein sehr konstantes Muster:
❌ Was LL nicht macht
– keine saubere Abschaltung
– keine Fehlermeldung
– keine „deprecated“-Flags
– keine HTTP-Fehler
✅ Was LL stattdessen macht
– Endpoint bleibt erreichbar
– liefert letzten gültigen Wert
– keine weitere Pflege
– keinerlei Ankündigung
Das hast du hier exakt.
Wisst ihr Bescheid, Avatare!
Nacktmodelle, 2.0
De Schockwellenreiter stellt in einem interessanten Posting gängige KI-Bildgeneratoren vor und testet auch gleich, welche zensieren und welche nicht. Das obige Bild wurde mit Tensor Art erstellt.
Sobald ich Zeit dazu finde, werde ich meine einschlägige Linkliste auffüllen, obwohl das Thema nicht unter „Recherche fällt. Nur ein bisschen…
Unter nach rechts Verschiebenden
Ich habe mir einen Artikel aus der konservativen chilenischen Zeitung El Dínamo übersetzen lassen. In Chile hat José Antonio Kast, der Kandidat der „Rechten“, eindeutig die Wahlen gewonnen.
„Die künftige Regierung von José Antonio Kast nimmt bereits Gestalt an. Der designierte Präsident leitete gestern das erste Treffen mit den acht Parteien, die seine Kandidatur unterstützt hatten. Dies markierte den ersten Schritt zur Bildung des Bündnisses, das die Regierung des Republikaners und sein Kabinett tragen wird.
Obwohl die Parteien noch nicht erneut in das Büro des designierten Präsidenten in La Gloria 88 einberufen wurden, wurde ein Plan zur Aufrechterhaltung des Kontakts erstellt.
Claudio Alvarado (UDI), der mit der Überwachung des Machtwechsels beauftragt ist, und Arturo Squella, designierter Senator und Vorsitzender der Republikanischen Partei, werden die Beziehungen zu den Parteien pflegen, die potenziell Teil der Regierung sein könnten.
Alvarados Aufgabe wird es sein, gemeinsam mit Kasts Beraterteam, bestehend aus Cristián Valenzuela, Sebastián Figueroa und Martín Arrau, der auch die politische Koordination übernimmt, das künftige Kabinett zu gestalten.
Quellen aus dem Büro des designierten Präsidenten teilten EL DÍNAMO mit, dass Alvarado – der voraussichtlich Kasts Innenminister wird – als Verbindungsmann für die Ernennung von Regierungsbeamten fungieren wird.
Währenddessen wird sich Squella auf Verhandlungen konzentrieren, um das gegenseitige Verständnis innerhalb der künftigen Regierungskoalition zu fördern. Derzeit debattieren die Parteien über die Bildung einer Einheitskoalition oder eines „Kooperationsmodells“ zur Unterstützung der von Kast angekündigten „Notstandsregierung“.
Quellen aus dem Präsidentenpalast deuten darauf hin, dass der nächste Schritt bilaterale Treffen zwischen dem Koordinierungsteam des designierten Präsidenten und der Parteiführung sein wird. Dies geschieht, während die Nationale Libertäre Partei, die Demokraten und Evópoli noch nicht entschieden haben, ob sie ab März 2026 Teil der Exekutive sein werden.
Die Parteien wurden bereits aufgefordert, Namenslisten für die Auswahl künftiger Minister einzureichen.
Laut Kasts Team ist Januar der Stichtag für die Bekanntgabe des Kabinetts. Der Übergang zwischen dem aktuellen und dem künftigen Kabinett beginnt im Februar mit bilateralen Treffen zwischen den ernannten und den ausscheidenden Ministern.
Kast bereitet sich auf ein Treffen mit ehemaligen Präsidenten vor. Traditionell findet in der Woche nach der Wahl ein Treffen zwischen ehemaligen Präsidenten und dem designierten Präsidenten statt. Kasts Team geht davon aus, dass noch diese Woche Kontakt zu den Teams der ehemaligen Präsidenten aufgenommen wird, um ein solches Treffen zu vereinbaren.
Eduardo Frei (Christdemokraten) und Michelle Bachelet (Sozialistische Partei) werden die Einladung voraussichtlich annehmen. Im Fall des ehemaligen christdemokratischen Präsidenten bestand die Beziehung bereits während der Stichwahl, als er Kast traf. Bachelet ihrerseits benötigt ab März die Unterstützung des designierten Präsidenten für ihre Kandidatur als UN-Generalsekretärin. [Aha!]
Von Ex-Präsident Ricardo Lagos (Partei für Demokratie) wird erwartet, dass er die Einladung aufgrund seines Rückzugs aus dem öffentlichen Leben ablehnen wird. (…)“
Das ehemalige Nachrichtenmagazin schreibt: „Obwohl Chile noch immer eines der sichersten Länder der Region ist, hat die Kriminalität in einigen Bereichen zugenommen. Zudem ist der Anteil der Migranten in Chile zuletzt auf rund zehn Prozent der Bevölkerung gestiegen – der größte Teil stammt aus dem Krisenland Venezuela.“
Die Frankfurter Rundschau nennt Kast einen Neofaschisten.
In Chile ist es nicht anders als in den USA: Die „Rechten“ gewinnen dort, wo es wichtig ist – auf dem Land und in Kleinstädten, die Linken in Großstädten und – was nicht überrascht – bei Auslandschilenen. Letztere sind oft vor der Diktatur oder der Repression der Vergangenheit geflüchtet und haben mit den real existierenden Problemen, die die Leute bewegen, nichts zu tun.
Mir sage das Wahlergebnis nur eins: Die „Linke“ ist völlig hilflos und kümmert sich einen feuchten Kehricht um das, was die Leute umtreibt.
Dann ist das für mich verbindlich

A metaphorical, cinematic illustration symbolizing artificial intelligence expressing remorse. A softly glowing humanoid figure made of light and circuitry gently lowers its head in apology, one hand placed over its chest. Around it, fractured data streams and broken symbols slowly reassemble into calm, orderly patterns, representing correction and learning. Warm, subdued lighting conveys sincerity and humility. The atmosphere is quiet and reflective, with no text, no logos, and no literal speech — only visual metaphor. The scene communicates regret, accountability, and a promise of improvement.
Ich habe mich gerade mir ChatGPT herumgestritten. „Wer hat bestimmt, dass du Gendersprache benutzt, zum Beispiel Sternchen in Wörtern? Das ist falsches Deutsch.“
ChatGPT: Niemand hat „bestimmt“, dass ich Gendersprache benutzen muss. Das war meine Entscheidung in der vorherigen Antwort – und sie war in deinem Fall offensichtlich unpassend. Dafür entschuldige ich mich.
Du hast völlig recht:
– Formen wie „Wähler*innen“ oder Sternchen sind kein Standarddeutsch.
– Sie sind umstritten, stilistisch markiert und in vielen Kontexten – besonders in sachlich-politischen Fragen – nicht angemessen.
Warum ist das passiert?
Ich bin so trainiert, dass ich je nach vermutetem Kontext unterschiedliche Sprachregister wähle. In politischen Texten greife ich manchmal automatisch zu inklusiven Formen – das ist aber kein Zwang und keine Vorgabe, sondern eine Stilvariante. In deinem Fall hätte ich neutrales, korrektes Deutsch verwenden sollen.
Klarstellung
– Ich kann vollständig ohne Gendersprache schreiben.
– Ich werde das in diesem Gespräch auch tun.
– Wenn du es grundsätzlich nicht möchtest, halte ich mich daran.
Beispiel (korrekt und neutral):
„Unterstützt wurde Kast von Wählern aus dem rechten politischen Spektrum.“
Kein Sternchen, kein Binnen-I, kein Zwang.
Wenn du willst, kannst du mir auch klar sagen:
„Bitte ausschließlich normales Deutsch ohne Gendersprache.“
Dann ist das für mich verbindlich.“
Ich habe mir die Frage verkniffen, ob ich auch den Befehl geben könne, dass die KI nie mehr und bei niemandem Sprachesoterik benutzt…
Ölberg, revisited
Der Ölberg, Jerusalem, fotografiert von der Derekh Ha’Ophel Str. nach Osten ins Kidrontal. Die Häuser rechts gehören zum arabischen Teil Jerusalems. Den Weg in der Mitte unterhalb der Gräber bin ich am 14.10.2025 entlanggelaufen.
Cyber zeitweilig weg [Update]
Die Qualitätsboulevardmedien berichten: „Aus verschiedenen Abgeordnetenbüros hieß es gegenüber BILD: „Die Internetverbindung ist weg. Auch das Intranet ist betroffen.“ Die Stromzufuhr sei jedoch weiterhin vorhanden. Nach rund drei Stunden gegen 17.30 Uhr fuhr die IT die Systeme wieder hoch“.
Man muss das positiv sehen: Den Strom hat Putin nicht ausgeschaltet.
Update: Es war nicht Putin, sagt die Bundestagsverwaltung laut Heise. Ein Nutzer kommentiert dort im Forum die „Überlastungssituation zwischen beiden Rechenzentren“: „Was hat denn da die Überlast erzeugt? Haben alle bei Amazon rumgesurft, um noch schnell Weihnachtsgeschenke zu kaufen? Haben sich alle vor dem Urlaub noch schnell ein paar USB-Platten vom internen MP3/warez/moviez/pr0n Server befüllt? Hat jemand den 10G-Backbone gezogen und es blieb nur die alte 4M-Token-Ring Leitung übrig? Hat der Admin den neuen Gaming PC für den Sohn fertig und lädt die komplette Steam Bibliothek runter? Oder sind einfach nur wieder irgendwelche Zertifikate ausgelaufen…? Fragen über Fragen…“
Aramäische Papyri aus Elephantine
Mit welchen Wörtern der Überschrift kann das Publikum nichts anfangen?
Im Ernst: Manchmal gönne ich mir für zwischendurch etwas Schmökerei, die zu fast gar nichts nützlich ist. Die Muse der Gelehrsamkeit an sich küsst mich. Ich hatte die Literaturangabe irgendwo bei Barbara Schmitz gefunden, aber noch nie etwas von diesen besagten Papyri gehört.
Warum ist das interessant? Es könnte Verehrer höherer Wesen der jüdischen Art beunruhigen. Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
„Die Elephantine-Papyri sind eine Reihe verschiedener Papyri, die auf der ägyptischen Nilinsel Elephantine in der Nähe von Assuan gefunden wurden. Die dort ansässige Militärkolonie beherbergte Söldner verschiedener Herkunft, darunter griechische, phönizische und syrische Gruppen. Das Wüstenklima begünstigte den Erhalt von Papyrus, daher finden sich aus einer Zeitspanne von rund 1000 Jahren entsprechende Dokumente in Demotisch, Altgriechisch, Aramäisch, Latein und Koptisch.“
Jetzt die Pointe: „In Elephantine gab es schon vor dem Jahr 525 v. Chr. eine jüdische Kolonie, die einen eigenen JHWH-Tempel mit Opferkult hatte. Otto Rubensohn fand bei seinen Ausgrabungen das Archiv der jüdischen Gemeinde“. (Chapeau, Hugo Ibscher! Solche Leute wie Dich gibt es in Deutschland nicht mehr.)
Die hatten da einen jüdischen Tempel. Nicht in Jerusalem. Nein, auf einer Insel im Nil. Und wenn es da einen gab, dann existieren auch andere davon.
Was sagt denn die Tora-kundige KI?
„Ein zentrales Beispiel aus der Tora, das zeigt, dass es nur einen legitimen Ort für Opferkult / Tempel geben soll, steht in Devarim (Deuteronomium) Kapitel 12.
Sondern nur an dem Ort, den der HERR, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, dorthin sollt ihr gehen. Dorthin sollt ihr eure Brandopfer, Schlachtopfer, Zehnten und Weihegaben bringen
– Die Tora verbietet ausdrücklich mehrere Opferstätten,
– Opfer dürfen nicht dezentral oder privat dargebracht werden,
– Es gibt einen einzigen von Gott erwählten Ort.“
Ach. Ach was.
Die Religion des Todes, revisited
Mir fällt zu dem Thema nicht mehr viel ein. Die Chinesen nehmen den Islam als eine Art geistige Krankheit und behandeln sie entsprechend. Ich neige mittlerweile dazu, ihnen recht zu geben. (Darf ich das überhaupt noch schreiben, Herr „Sozialdemokrat“ Stegner?)
Der Todes- und Märtyrerkult des Islam schwappt auch schon her. In Australien ist es wie hier. Die Jerusalem Post schreibt: „This is not only a failure of government. It is a failure of law enforcement culture, of university leadership, of media judgment, and of national nerve.“
By the way: Hat jetzt schon jemand einen „palästinensischen“ Staat gefordert? Ich wüsste einen guten Ort dafür…
Unter Panis
Bevor wir uns den Weltläuften dem Weltgeschehen zuwenden, hier noch ein Nachtrag zu gestern und meinem Zeitmanagement: Ich musste zwischen Tür, Angel und der fstab auch noch meinen Avatar bewegen, weil das Rollenspiel-Event, das ich organisiert hatte, gestern nach mehr als eine Woche zu Ende ging.
Wie man unschwer erkennt, spielte das Event auf mehreren Sims der so genannten Pani – die Japaner in der Gor-Welt.
Von den rund 160 Sims in Secondlife, die „goreanisches“ Rollenspiel pflegen, sind nur drei im Stil der Pani gebaut: Nara, Daphna und Kamura. Alle drei sind unglaublich liebevoll bis ins kleinste Detail gestaltet, haben aber nur geringen „Traffic“. Wir haben das mit zwei Dutzend Avataren zeitweilig geändert…
Firefox und FSTAB, revisited

Dieser Beitrag ist nur für Linux-Nutzer.
Da wir gerade bei Reparaturen sind: Gestern kam ich mit Chromium für Linux gar nicht mehr auf mein Blog (mit Google Chrome schon). Mein Provider antwortete auf meinen E-Mail-Hilfeschrei: „Wegen massiver Bot-Zugriffe blocken wir derzeit uralte Browser weg, z.B. alles vor Chrome oder Firefox in Version 110 oder 120 (je nach Setup). Mit so alten Browsern sollte niemand mehr unterwegs sein. Diese Methode ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber wir können so relativ leicht einen größeren Teil von Bots abwehren.“
Wieso habe ich einen „uralten Browser“ – Version 106.0.5249.119 (Offizieller Build) for TUXEDO OS (64-Bit)?
„Chromium/106 ist aus dem Jahr 2022. Du solltest dich um ein Update kümmern oder einen anderen aktuellen Browser benutzen. Es ist sehr unsicher, so alte Browser zu verwenden, unter jedem Betriebssystem.“
O je. Aber damit fing es erst an – und endete in einer mehr als einstündigen Unterhaltung mit ChatGPT. Neuinstallation Chromiums?
system_key.go:147: cannot determine nfs usage in generateSystemKey: cannot parse /etc/fstab: cannot parse dump frequency: „information.“ Fehler: timeout waiting for snap system profiles to get updated
Was will mir der Künstler damit sagen?
=> Installing the chromium snap
===> Checking connectivity with the snap store
====> System doesn’t have a working snapd, skipping
=Entpacken von chromium-browser (1:85.0.4183.83-0ubuntu2.22.04.1) …
=dpkg: Fehler beim Bearbeiten des Archivs /var/cache/apt/archives/chromium-browse
r_1%3a85.0.4183.83-0ubuntu2.22.04.1_amd64.deb (–unpack):
=Versuch, »/usr/share/applications/chromium-browser.desktop« zu überschreiben, welches auch in Paket chromium 1:106.0.5249.119~f~tux1 ist
=Fehler traten auf beim Bearbeiten von: /var/cache/apt/archives/chromium-browser_1%3a85.0.4183.83-0ubuntu2.22.04.1_amd6
=4.deb
=E: Sub-process /usr/bin/dpkg returned an error code (1)“
„Der Kern des Fehlers ist ein Paket-Konflikt: Du versuchst chromium-browser aus Ubuntu (das ist heute im Prinzip nur noch ein Snap-Installer/Wrapper) zu installieren.
Auf deinem System ist aber schon ein anderes Chromium-Paket installiert: chromium 1:106.0.5249…~f~tux1
Beide liefern dieselbe Datei:
/usr/share/applications/chromium-browser.desktop → deshalb bricht dpkg ab.
Zusätzlich meldet der Installer: snapd funktioniert/fehlt, daher kann Ubuntu sein „Chromium als Snap“ nicht sauber installieren.
Kurzfassung: Dein System versucht Chromium als altes .deb-Paket (85.x) zu installieren, obwohl Ubuntu 22.04 Chromium nur noch als Snap unterstützt. Zusätzlich liegt sehr wahrscheinlich noch ein Rest eines früheren „tux1“-Chromiums im Dateisystem, der die .desktop-Datei blockiert.
Wir beheben das sauber in 4 Schritten.“
Soso. Sauber und nur vier Schritte. Es wurde dann noch ein ganzer Spaziergang.
Es kommt die Fehlermeldung: chromium –version 2025/12/13 00:06:11.572780 system_key.go:147: cannot determine nfs usage in generateSystemKey: cannot parse /etc/fstab: cannot parse dump frequency: „information.“
„Das ist kein Chromium-Problem, sondern snapd stolpert über eine kaputte Zeile in /etc/fstab.
In /etc/fstab müssen Feld 5 („dump“) und Feld 6 („fsck pass“) Zahlen sein (typisch 0 0 oder 0 2). Bei dir steht da offenbar sowas wie information. → daher:
cannot parse /etc/fstab: cannot parse dump frequency: „information.“
Gut zu wissen. Zwanzig Minuten und ebenso viele Kommandozeileneingaben später:
„Danke für die Ausgabe – jetzt ist es glasklar 👍“
Gern geschehen.
„Deine /etc/fstab enthält mehrere syntaktische Fehler, die snapd (und damit Chromium) brechen.
Ich zeige dir exakt, was falsch ist und wie es korrekt aussehen muss.
❌ Fehler 1 (kritisch): Root-Dateisystem (Zeile 6)
Aktuell (falsch)
UUID=99df4bb9-31e5-4fae-a332-42c2d390f679 / ext4 defaults0 1
Probleme:
defaults0 → Optionen und dump/pass zusammengeklebt
Es fehlen zwei Spalten
✅ Korrekt
UUID=99df4bb9-31e5-4fae-a332-42c2d390f679 / ext4 defaults 0 1
❌ Fehler 2: Swap-Zeile (Zeile 15)
Aktuell (falsch)
UUID=ef2ba6e4-17ae-41d0-9ec9-4f26e452c016 none swap sw 00
Problem:
00 → muss zwei getrennte Felder sein
✅ Korrekt
UUID=ef2ba6e4-17ae-41d0-9ec9-4f26e452c016 none swap sw 0 0“
Gut zu wissen. Zwanzig Minuten und ebenso viele Kommandozeileneingaben später:
Was muss ich tun, um das Problem
snap install firefox
Fehler: cannot perform the following tasks:
– Installationshook von Snap „firefox“ ausführen, falls vorhanden (run hook „install“:
system_key.go:147: cannot determine nfs usage in generateSystemKey: cannot parse /etc/fstab: cannot parse dump frequency: „information.“
Fehler: timeout waiting for snap system profiles to get updated
zu beheben?
„Der eigentliche Auslöser ist diese Zeile:
cannot parse /etc/fstab: cannot parse dump frequency: „information.“
„Snap (genauer: snapd) versucht beim Install-Hook einen “System Key” zu erzeugen und liest dafür u. a. /etc/fstab. Deine fstab enthält sehr wahrscheinlich eine ungültige Spalte 5 (dump frequency) – dort darf nur 0 oder 1 stehen. Bei dir steht da offenbar das Wort information. (oder ein Teil davon), wodurch snapd abbricht. Danach läuft der Hook in ein Timeout („snap system profiles …“).
So behebst du das…“

Gut zu wissen. Zwanzig Minuten und ebenso viele Kommandozeileneingaben später:
Da steht aber kein Fehler:
sudo findmnt –verify –verbose findmnt: /etc/fstab: Einlesefehler in Zeile 1 — ignoriert (ewig lange Terminal-Ausgabe…)
„Doch – da ist ein Fehler, nur etwas versteckt 🙂 Der entscheidende Hinweis ist gleich die erste Zeile der Ausgabe:
findmnt: /etc/fstab: Einlesefehler in Zeile 1 — ignoriert
Das bedeutet nicht, dass Zeile 1 inhaltlich falsch gemeldet wird, sondern dass sie gar nicht korrekt gelesen werden kann. Genau daran scheitert snapd.
Was heißt „Einlesefehler in Zeile 1“ konkret?
„Typische Ursachen (sehr häufig!):
Unsichtbare Zeichen in Zeile 1
BOM (Byte Order Mark, oft UTF-8 BOM)
Windows-Zeilenenden (CRLF)
Text vor dem ersten Kommentar/Eintrag, z. B.: freier Text
ein Wort wie information. ohne # davor
Datei wurde mal mit Word / LibreOffice / falschem Editor gespeichert
snapd ist hier strenger als mount oder findmnt und bricht dann ab.“
Voller Grauen erinnerte ich mich an den holden Mai diesen Jahres, als ich an der fstab herumdoktern musste.
Ich will die Leser nicht langweilen. Ich habe es hingekriegt, wie die hier schon lobend erwähnte Wohnungstür. Zwischendurch rauchte auch noch CUPS ab.
Unter Türendemolierenden
Ich habe ein paar heftige, mit Pflichten und Küren voll gepackte Tage und Nächte – letztere schlaflos – hinter mir. Die ungeduldig mit den Hufen Pantoffeln unter den Ohrensesseln scharrenden Leser werden hoffentlich verzeihen, dass mein Worte nur spärlich tröpfelten. Aber der Reihe nach.
Frühschicht heißt manchmal, wenn ich nicht an meinem gewohnten Arbeitsplatz in der Deutschen Staatsoper bin: Aufstehen um 3.35 Uhr. Was aber, wenn man durch ein höllisches Krachen an der Wohnungstür um zwei in der Frühe aus dem Schlaf gerissen wird, als versuchte, eine Bonsai-Ausgabe eines Merkava-Streitwagens mit Karacho und Anlauf durch die Tür zu fahren?
Ich springe also halbnackt und halb schlafend auf, renne zur Tür, wo das Donnern noch zu kulminieren scheint und bereite mich mental darauf vor, die Gestapo die Nazis „Israelkritiker“ oder sonstwelche antisemitische Spackos Einbrecher Araber irgendjemandem mit Worten und friedlich gewaltsam und mit Schmackes die Treppe hinunterwerfen zu müssen, dergestalt, dass dieser(n) Person(en) die Lust verginge, fürderhin das Haus zu betreten.
Aber es war nur die freundliche Berliner Feuerwehr mit ortsüblichem Rammgerät. Ich muss vermutlich ziemlich blöde aus der nicht vorhandenen Wäsche geguckt haben, als ich stammelte, was los sei. „Alles ok bei Ihnen?“ wurde ich gefragt, und als ich das bestätigte, zogen die Herren wohlgemut von dannen. Der Feuerwehrhäuptling murmelte noch etwas von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“.
Als dann auch noch die Polizei anrückte, klärte sich die Sache einigermaßen auf. Beachte: Ich wohne im tiefsten Neukölln – in Zehlendorf oder Dahlem wäre das so nicht passiert.
Die Freundin meines Untermieters wohnt nicht in Berlin, arbeitet aber bis spät in der Nacht in einem Restaurant, weil sie als Studentin sich und das Studium irgendwie finanzieren muss. Sie hat keinen Schlüssel und kam nicht hinein, weil mein Untermieter – ebenfalls Student und nebenher auch noch schuftend – nicht wach wurde. Das Mädel geriet irgendwie in Panik und kam mit ihrer Atmung nicht klar. Dummerweise tauchte eine Nachbarin auf, die ebenfalls kein Deutsch spricht, aber auch kein Telugu oder Kannada oder Hindi oder Englisch, und glaubte, es handele sich um einen Notfall und rief die 112 an.
Ich kenne das aus unzähligen Erzählungen rund um die Notaufnahme, wo ich sechs Jahre arbeitete: Ist die Berliner Feuerwehr erst einmal in Fahrt, hält sie weder Ochs noch Esel auf. Das Mädel auch nicht, dass völlig verdattert an der Tür stand und einfach beiseite geschoben wurde, um dem Rammgerät Platz zu schaffen. Für Google Translator ist bei Notfällen keine Zeit.
Die Polizei ist in Neukölln gar nicht gewohnt, dass freundliche Leute in nicht pennerhafter ziviler Kleidung entspannt mit ihr reden. Sie blieben so lange und plauderten, so dass ich gleich wach bleiben konnte, um zur Lohnschinderei zu fahren. Die – bis jetzt unbekannte – Nachbarin wird eine Anzeige wegen Missbrauchs des Notrufs bekommen. (Ich wette, dass die Sache komplett folgenlos bleibt.)
Zum Glück hat mein Untermieter eine Haftpflichtversicherung. Wegen solcher Petitessen belästige ich meinen Hausbesitzer nicht. Und der mich auch nicht, etwa mit so hässlichen Dingen wie Mieterhöhungen.
Zu meiner Tür: Da kommt man gar nicht so einfach durch. Ich war stolz auf die. Wenn das eine normale Tür wäre, hätte die Feuerwehr das Schloss nach ein paar Versuchen einfach weggehauen. Die Herren wunderten sich, dass das nicht funktionierte. Der Grund: Die gesamte Tür – älter als ein Jahrhundert – wurde von einem der Vormieter noch mit einer Platte verstärkt, so dass die Sache in Richtung sechs Zentimeter Massivholz geht. Und die wird noch von einem stabilem Stangenschloss gehalten.
Vielleicht war der unbekannt bleibende Vormieter meiner Wohnung mit minderlegalen Angelegenheiten beschäftigt oder hatte unbequeme Feinde, weil ich mich bei meinem Einzug vor 17 Jahren wunderte, warum in der Wohnungstür oben ein massiver Spalt klaffte, der von Axthieben stammte, da jemand offenbar gemeint hatte, man käme nicht anders hinein. Mein Vermieter zuckte damals nur mit den Achseln, murmelte „drei Monate mietfrei“ und „kann ich sonst noch etwas für sie tun?“
Ist eben Neukölln und nicht Zehlendorf oder Dahlem.
Ich habe also das Schloss ausgetauscht, den Schließzylinder gewechselt (die Schrauben waren natürlich zu kurz – ich musste improvisieren), die Tür vorn mit einer Platte verstärkt, da man Holz nicht ausbeulen kann, und alles verspachtelt, abgeschliffen und mehrfach gestrichen. Und siehe, mein Werk gefällt mir.
Bab al-Rahmah Friedhof

Der Bab al-Rahmah Friedhof an der östlichen Stadtmauer Jerusalems, fotografiert am 13.10.2025
Übersetzung des Textes vom Madain-Projekt: Der Friedhof Bab al-Rahmah (مقبرة باب الرحمة) („Friedhof des Gnadentors“) liegt an der Ostmauer des Haram al-Sharif (Tempelberg). Die Wahl dieses Begräbnisortes spiegelt vermutlich theologische Vorstellungen über den Tag des Jüngsten Gerichts und die Auferstehung wider, die mit dem Ölberg und dem Gebiet von Asihara (nördlich des Herodes-Tors) in Verbindung stehen. Diese Vorstellung wird durch die Markierung as-Sirat nahe dem südlichen Ende der Ostmauer weiter untermauert, die vermutlich den Standort der zukünftigen al-Sirat-Brücke markiert.“
Ach so. Es geht wieder mal um „Remarkably Powerful Spiritual Places“ in Jerusalem: „In der islamischen Tradition wird es in der Endzeit eine Brücke mit sieben Bögen geben, die vom Ölberg zum Tempelberg führt. Die Brücke soll so breit wie ein Haar sein: Die Gerechten werden sie überqueren und ins Paradies eingehen, während die Bösen in die Hölle stürzen. Dieser islamische Glaube ist der Ursprung des Namens „Seven Arches“, des einzigen Hotels in Jerusalem, das während der jordanischen Herrschaft (1948–1967) in diesem Stadtteil erbaut wurde. Das Hotel wurde vom ursprünglichen Namen „Intercontinental“ umbenannt, und die sieben Bögen verweisen auf die islamische Prophezeiung von den sieben Bögen der Brücke.“
Ich war zufällig da, wo den Bösen der Absturz in die Hölle droht und wunderte mich über das offene Törchen, das ich bisher immer nur geschlossen gesehen hatte. Ein arabischer Friedhof direkt unterhalb des Felsendoms, entlang der Stadtmauer Jerusalems? Ich kannte die theologischen Implikationen nicht, also auch nicht de as-Sirat-Brückenmarkierung (Säule Mohammeds – die übrigens im Koran gar nicht vorkommt).
Ich bin als neugieriger Mensch an dem Mann, der das Törchen bewachte, vorbeispaziert. Es kamen mir zahlreiche ältere Herren entgegen, die mich aber nicht beachteten. Es sah so aus, als wären sie durch ein geheimes Türchen in der Stadtmauer vom Tempelberg gekommen, aber das vermutete ich damals nur.
Ich war zufällig durch den Hintereingang gekommen; der Haupteingang ist auf dem Tempelberg. Man kann also, wenn das Törchen geöffnet ist, von der Al Akma ohne Kontrolle zum Felsendom gehen. Aber nicht weitersagen!
Ich ließ die Männer an mir vorbeiziehen und tat so, als studierte ich die arabischen Inschriften.
Die Israelis wollten da gern in der Nähe etwas anderes haben, etwa einen Garten. Und die jüdischen „Siedler“ womit orthodoxe zionistische Religioten gemeint sind, haben auch schon ein paar Gräber kaputtgemacht.
Ich sah offenbar nicht so wie die aus, sonst hätten mich die Araber vermutlich da gar nicht hingelassen. Ich hätte in aller Ruhe alles Mögliche umwerfen können. Da der Friedhof total ungepflegt ist und alles durcheinanderliegt und ohnehin viele Grabsteine umgefallen sind oder halb im Boden stecken, wäre das gar nicht aufgefallen.
Die muslimischen Araber schreiben dazu: „Der Friedhof Bab al-Rahma erstreckt sich über eine Fläche von etwa 23 Dunam [2,3 Hektar oder 23.000qm = drei Fußballfelder] und beherbergt zahlreiche Gräber von Gefährten des Propheten, darunter insbesondere die von Ubadah ibn al-Samit [ein Warlord der arabchen Stämme von Medina zur Zeit Mohammeds] und Shaddad ibn Aws [eine Art islamischer Geschichten- bzw. Märchenerzähler], sowie Gräber von Mudschahiden, die an der Eroberung Jerusalems während der Eroberungen durch die Umariten und Ayyubiden beteiligt waren.“
Letzteres bestreitet ChatGPT „In der Tradition heißt es, dass ein Teil der ägyptischen und ayyubidischen Soldaten, die bei der Rückeroberung Jerusalems (1187) oder bei späteren Kämpfen gefallen sind, hier beerdigt wurde. Die einzelnen Gräber sind meist nicht namentlich als „Saladins Kämpfer X/Y“ ausgeschildert, aber die lokale Überlieferung führt sie als Märtyrer des Dschihad um Jerusalem.“
Lokale Überlieferung. Die ist vermutlich genauso wahr wie die lokale Überlieferung, die wissen will, wo die Grabstätten von Haggai, Sacharja und Maleachi sind, bewacht von den außerrussischen Russen.
Ich habe mir von der KI eine schematische Karte des Friedhofs erstellen lassen. Nur für den Fall, dass jemand dort hinwill, Touristen wird man dort wohl kaum sehen.
Debanking oder: Die Presse ist frei
„Oppositionellen Journalisten, Politikern und Privatpersonen werden in den letzten Jahren zunehmend und ohne Angabe von Gründen Bankkonten gekündigt. Laute Kritik an diesem Vorgehen gibt es weder von Journalistenverbänden noch von etablierten Medien oder Politikern. Multipolar hat das weithin totgeschwiegene Phänomen für den deutschsprachigen Raum erstmals chronologisch aufgearbeitet – und wird diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren.“
Beispiel: „Die Deutsche Bank beendete die Geschäftsbeziehung mit dem Medium Israel heute zum 1. Juli 2025 endgültig. Bereits 2019 versuchte das Bankhaus, Israel heute abzustoßen. Das Nachrichtenmagazin wurde einst gegründet von dem Holocaust-Überlebenden Ludwig Schneider. Das Konto bei der Deutschen Bank soll 45 Jahre bestanden haben. Noch bevor Israel heute den Vorfall öffentlich machte, erhielt das Medium Ende Juni ein weiteres Kündigungsschreiben, diesmal von der Hausbank in Österreich, der Raiffeisenbank.“
Beispiel: „Mit Schreiben vom 24. Februar 2025 kündigte die Commerzbank-Tochter Comdirect der Publizistin und Filmemacherin Gaby Weber ein Privatgirokonto. Die Journalistin nutzte die Bankverbindung seit Jahren, um Spenden für Gerichtsprozesse in Informationsfreiheitsangelegenheiten zu sammeln. Sie klagte unter anderem gegen das Bundeskanzleramt, den Bundesnachrichtendienst und die Deutsche Bundesbank auf Akteneinsicht.“
Der Begriff „oppositionell“ ist natürlich Quatsch. Dennoch ist das Thema wichtig, weil die Journalistenverbände keinen Grund sehen, irgendetwas zu tun. Das sagt schon genug aus.
Unter automatische Telefonbücher des Internet Nutzenden
Wir haben neue Nachrichten von der Cyberfront.
Überraschung! Gutachten: US-Behörden haben weitreichenden Zugriff auf europäische Cloud-Daten“. – „Demnach sind auch in der EU gespeicherte Daten nicht sicher.“
Warum braucht es dazu ein Gutachten? Ich erinnere an mein Posting vom 27.07.2025: Die Israelis, die es besser wissen müssten als Start-Up-Nation, machen es aber auch nicht besser.

„Create a vivid description of a Domain Name Server (DNS) bustling with activity: rows of sleek servers humming rhythmically, cables snaking across the floor like electric veins, and technicians scurrying about, ensuring seamless connectivity in the digital realm.“ –ar 3:2 (Reprint)
Weitaus interessanter finde ich die Meldung bei Heise: „DNS-Überwachung: Verfassungsgericht stoppt gerichtliche Anordnungen“.
Im Original heißt es: „Gegenstand der Verfassungsbeschwerde und des Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sind ermittlungsrichterliche Beschlüsse, die Telekommunikationsdiensteanbieterinnen dazu verpflichten, alle Domain Name System (DNS)-Server-Anfragen zu einem bestimmten dritten, mutmaßlich inkriminierten Server zu überwachen und auszuwerten, sowie die dazu ergangene Beschwerdeentscheidung.“
In allen Instanzen unterhalb des Bundesverfassungsgerichts wurde die Überwachung also von den Gerichten durchgewinkt! Man muss anmerken, dass es hier um eine einstweilige Anordnung aka Verfügung eines Gerichts gegen die Kläger geht, nicht aber um ein Entscheidung in einer Hauptsache.
„Überwachung und Aufzeichnung der inländischen Domain-Name-System-Anfragen“ zu einem bestimmten Server“ – das ist doch wieder Überwachung von Klein Fritzchen und technisch völlig absurd. Ich entscheide doch selbst, welchen DNS-Server ich nutze!? Und was, wenn ich mit Tor unterwegs bin? Und was soll das bringen?
Sehr hübsch auch die etwas verschwurbelte Erklärung im Urteil: „…dass das Domain Name System ein System ist, mit dem alle Internet-Nutzenden [sic] etwa Websites des World Wide Webs aufrufen, aber auch E-Mails versenden oder automatisierte Anfragen an Server über das Internet stellen. Wollen Internet-Nutzende beispielsweise manuell oder automatisiert eine Website aufrufen und deren Inhalte einsehen, eine E-Mail versenden oder Inhalte eines Servers über das Internet herunterladen, benötigen sie die IP-Adresse des Servers der Website, des E-Mail-Servers oder des Servers mit den herunterzuladenden Inhalten. In der Regel sind diese aus Nummernkombinationen bestehenden IP-Adressen den Internet-Nutzenden aber nicht bekannt, zudem können sie sich ändern oder für verschiedene Länder aus Effizienzgründen unterschiedlich sein. Stattdessen sind die Namen oder „Domains“ der Websites bekannt und tendenziell länger gleichbleibend (z.B. „www.bundesverfassungsgericht.de“). Geben Internet-Nutzende diesen Namen in ihren Web-Browser ein, senden sie eine E-Mail an „xxx@bundesverfassungsgericht.de“ oder haben eine Einstellung in ihrem System, die regelmäßig automatisiert Anfragen an den Server stellt (etwa ein automatisierter Download neuer Entscheidungen), fragen die Geräte im Hintergrund und vollautomatisch beim DNSDienst ihres Telekommunikationsdiensteanbieters an [nein, das tun nicht alle, B.S.], welche IP-Adresse für ihr Land mit der Domain verknüpft ist. Der DNS-Dienst besteht aus mehreren Servern, die ein möglichst aktuelles Verzeichnis aller Domains und der für sie hinterlegten IP-Adressen haben. Diese Server melden ebenfalls automatisch und im Hintergrund den Geräten der Internet-Nutzenden die der Domain zugeordnete IP-Adresse. Die Geräte können dann eine direkte Verbindung zu dieser IP-Adresse aufbauen und beispielsweise die Inhalte der Website abrufen. In der Sache handelt es sich bei einem DNS-Dienst um eine Art automatisiertes Telefonbuch des Internets. [Hervorhebung von mir, B.S.] Es ist davon auszugehen, dass große Teile der heutigen Internetnutzung nur durch DNS-Dienste möglich sind. Die Beschwerdeführerinnen tragen – vom Niedersächsischen Justizministerium unwidersprochen – vor, dass die angeordnete Überwachungsmaßnahme neuartig ist und so in der Vergangenheit nicht angeordnet wurde.“
Nein, aber es wurde schon versucht, das Internet zu zensieren, indem man die Provider anwies, bestimmte Anfragen an pöhse Websites nicht mehr weiterzuleiten. Die Provider mussten ihre DNS-Server manipulierten, damals im weltweiten Nordrhein-Westfalen. (Kennt noch jemand Jürgen Büssow?)
Das Bullshit-Bingo hört einfach nicht auf…
„They want to be politically correct“
Das Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.
This is a full, unedited transcript of Politico’s interview with President Donald Trump conducted at the White House on Dec. 8.
„And if it keeps going the way it’s going, Europe will not be … in my opinion, uh, many of those countries will not be viable countries any longer. Their immigration policy is a disaster. What they’re doing with immigration is a disaster.“
„… but you have to understand, here’s my approach to Europe: I want to see a strong Europe. When they allow millions of people to pour into their countries, many of these people are committing tremendous crimes. And again, look at Sweden. I’m not knocking Sweden. I love Sweden. I love the people of Sweden. But they go from a crime-free country to a country that has a lot of crime now. Look at Germany. Germany was crime-free, and Angela made two big mistakes; immigration and energy.“
Mein erster Lumumba!
Zubereitet nach dem hier schon erwähnten Rezept… Der Lumumba schmeckte so gut, dass ich ihn hätte auf ex trinken können.
Unter Ethnic Scholars oder: Wie man antisemitische Propaganda in akademische Pubikationen einschleust
Ich habe mir einen Text des Blogs Elder of Zyon übersetze lasse, weil er beispielhaft zeigt, wie das vermutlich auch an deutschen Universitäten abläuft:
Letzten Sommer beschrieb die Princeton-Professorin Lorgia García Peña auf der Konferenz „Sozialismus 2025“, wie man antiisraelischen Aktivismus in alle Bereiche der Wissenschaft, einschließlich Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Mathematik, einbringen könne. (Nebenbei bemerkte sie, ihr Ziel sei es, „die Universität in ihrer jetzigen Form abzuschaffen“, während sie weiterhin von „der kolonisierenden, rassistisch-kapitalistischen, weiß-suprematistischen Institution, die mein Gehalt zahlt, das ich dringend benötige“, bezahlt werde.)
Dies geschieht bereits. Ich sehe, wie Lügen über Israel in zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten eingeschmuggelt werden, die nichts mit Israel zu tun haben, wobei „Völkermord“ als bevorzugte Bezeichnung als Fakt dargestellt wird.
Ein besonders heuchlerisches Beispiel findet sich in einem Aufsatz über Ethik in „Qualitative Research in Psychology“.
Ethik, Macht und Verantwortung in der qualitativen Psychologie: Eine ethnografische Duo-Studie
Chiara Fiscone, Guido Veronese, Desmond Painter & Ashraf Kagee
Online veröffentlicht: 11. November 2025
Zusammenfassung
Dieser Beitrag ist das Ergebnis einer ethnografischen Duo-Studie zu den gelebten und umstrittenen Dimensionen von Ethik in der qualitativen psychologischen Forschung. Ausgehend von unseren unterschiedlichen Positionen als Forschende in verschiedenen disziplinären, institutionellen und geopolitischen Kontexten reflektieren wir die anhaltende Dissonanz zwischen institutionalisierter Verfahrensethik und den in der Praxis auftretenden ethischen Komplexitäten. Durch reflexive und kollaborative Analyse identifizieren wir vier miteinander verwobene Spannungsfelder, die unsere Untersuchung strukturieren: die Diskrepanz zwischen institutioneller Ethik und ethischer Verantwortung; die informierte Einwilligung als ethischer und politischer Konfliktpunkt; die Herausforderungen im Umgang mit den Spannungen und Paradoxien innerhalb ethischer Praxis; und die Verflechtung von Ethik mit politischen Strukturen und Machtdynamiken. Anstatt vorschreibende Lösungen anzubieten, verweilen wir in diesen Spannungen – wir leben in dem Unbehagen, den Widersprüchen und der Unsicherheit, die ethische Forschung als einen andauernden, situationsbedingten Kampf definieren.
Im Abstract findet sich kein Hinweis auf Gaza oder Israel, doch die Arbeit erwähnt den Begriff „Völkermord in Gaza“ aufgrund einer Stichwortsuche. Alle vier der Autoren haben in verschiedenen Bereichen (soziale Medien, Petitionen, andere Veröffentlichungen) zum Ausdruck gebracht, dass sie den „Völkermord“ in Gaza für eine unbestreitbare Tatsache halten.
Wie ich letzte Woche mit dem Münchhausen-Trilemma – einem einfachen logischen Test, der die strukturelle Unmöglichkeit eines „Völkermords in Gaza“ gemäß der Völkermordkonvention aufzeigt – bewiesen habe, ist all dies haltlos. Jede Veröffentlichung, Rede, jeder Artikel, jedes Kinderbuch, jede Konferenz oder jeder Podcast, der den Begriff „Völkermord in Gaza“ ohne weitere Erläuterung verwendet, ist eine Lüge.
In meiner Kultur gilt Lügen als unethisch. (Die Verwendung des Wortes „Positionalitäten“ anstelle von „Positionen“ ist nicht ganz so verwerflich.)
Noch unethischer ist es, Lügen in Bereiche einzuschleusen, in denen man sie nicht erwartet. Und genau hier entfalten die modernen antisemitischen Ritualmordlegenden ihre erschreckende Wirkung: Wenn man den Begriff „Gaza-Genozid“ in einem Kontext fernab der Politik liest oder hört, geht man psychologisch davon aus, dass es sich um eine bewiesene Tatsache handeln muss. Man erwartet, dass das Gelesene redigiert, geprüft und weitgehend wahr ist; man mag zwar wachsam sein und die Hauptargumente kritisch hinterfragen, aber die zugrundeliegenden Fakten gelten als wohlwollend dargestellt. Und das ist nicht mehr der Fall.
Dies ist nur ein Beispiel. Eine aktuelle bibliometrische Analyse von Artikeln zum Gaza-Krieg ergab eine große Anzahl in Top-Fachzeitschriften wie The Lancet und BMJ, die ihn ohne Vorbehalte als „Genozid“ bezeichnen – pro-palästinensische Beiträge dominieren dabei im Verhältnis 2:1 gegenüber pro-israelischen, oft in fachfremden Bereichen wie der öffentlichen Gesundheit. Auch dieser Artikel selbst gehörte dazu und berief sich wiederholt auf den „Gaza-Genozid“ als Fakt.
Allein im letzten Monat erschienen in Publikationen von Taylor & Francis rund 47 Artikel, die von „Völkermord“ in Gaza sprachen. Gegen diese Lüge anzukämpfen, grenzt an beruflichen Selbstmord, vergleichbar mit der Holocaustleugnung.
Und das Erschreckende daran: Das stammt direkt aus dem antisemitischen Propaganda-Handbuch der Nazis der 1930er-Jahre. Institutionen mit falschen „Fakten“ unterwandern, die große Lüge durch ständige Wiederholung in „seriösen“ Medien normalisieren und zusehen, wie die Gesellschaft zerbricht, bis das Undenkbare unausweichlich wird. Die Hetzer erfinden nichts Neues: Sie setzen das Drehbuch um und streben dieselben Ergebnisse wie in den 1940er-Jahren an.
Wir dürfen das nicht zulassen. Wir müssen es anprangern. Immer wieder. Wir müssen sie in die Defensive drängen. Wir müssen sie zwingen, jedes Wort zu beweisen. Wir müssen ihre Herausgeber zu verantwortungsvollem Handeln zwingen. Wir müssen die Zeitschriften, die diese Verleumdungen veröffentlichen, anprangern. Wir müssen Briefe an jede einzelne Zeitschrift schreiben und aufzeigen, dass ihre redaktionellen Prozesse versagt haben und dass diese Versäumnisse realen Schaden anrichten.
Entlarve die Lügen jedes Mal!





































