Unter Kriegsertüchtigenden

Screenshot aus „17,000+ Chinese Physical Stores Closed in 2025, Din Tai Fung Speeds Up Exit from China“ des Kanals China Observer, der der antikommunistischen Sekte Falun Gong nahesteht.
Ich habe gerade einen kriegshetzerischen Propaganda-Artikel in der bürgerlichen Presse über China gelesen und mich aufgeregt. Nein, nicht wegen des Inhalts, den man erwarten kann, sondern weil der Autor Adrian Geiges mich für dumm verkaufen will. Als wenn ich nicht merkte, wenn man mir etwa suggestiv unterjubeln will!
Im Staatsfernsehen mischen sich in diesen Tagen historische Bilder, auf denen Werktätige den ersten Atombombentest des Landes im Jahr 1964 beklatschen, mit aktuellen Aufnahmen von Kampffliegern, die auf Flugzeugträgern vor Taiwan starten. Die Bevölkerung soll an einen Krieg gewöhnt werden.
Auch das deutsche Fernsehen ist indirekt ein Staatsfernsehen, und die deutsche Bevölkerung soll an einen Krieg gegen Russland gewöhnt werden. Es gibt keinen Beweis für dieses soll.
Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass China den benachbarten Inselstaat im Jahr 2027 angreifen könnte. Das Datum bezieht sich darauf, dass Xi Jinping die Volksbefreiungsarmee angewiesen hat, bis zu diesem Jahr, dem hundertsten Jahr seit ihrer Gründung, voll einsatzfähig zu sein.
Geheimdienste vertreten Interessen, sie sind keine journalistische Quelle. Auch hier: kein Zusammenhang zwischen den beiden Sätzen – der wird nur suggeriert.
Schon heute ist die Unzufriedenheit in der Bevölkerung groß. Wer aktuell im Land unterwegs ist, erlebt wachsenden Frust über eine Jugendarbeitslosigkeit die fast 20 Prozent erreicht, über eine Immobilienkrise, die viele Familien in den Ruin gestürzt hat, und über wachsende staatliche Gängelei. Viele Shopping-Malls und Restaurants sind leer, zumindest im Vergleich zu früher.
Das ist nicht nur suggestiv, sondern weitgehend glatt gelogen.
✅ Harvard-Studie zur Zufriedenheit mit der Regierung
– Langfristige Umfrageergebnisse zeigen, dass sehr hohe Anteile der Befragten ihre Zentralregierung positiv bewerten – z. B. über 90 % Zufriedenheit oder Vertrauen in Regierungsleistung. Diese Daten stammen von einem Forschungsprojekt der Harvard University und werden oft in politikwissenschaftlichen Arbeiten zitiert.
✅ NORC / University of Chicago Public Opinion Survey
– Unabhängige Umfrage, die u. a. zeigt, dass Chinesen hohe Zuversicht gegenüber der internationalen Rolle Chinas und der eigenen Regierung berichten.
✅ World Values Survey / Asian Barometer
– Internationale Bevölkerungsumfragen zeigen wiederholt sehr hohe Werte für Vertrauen in die nationale Regierung (über 90 %).
📌 Offizielle Arbeitslosenquote für junge Menschen (16–24 Jahre, ohne Studenten)
-👉 Laut offiziellen Daten des chinesischen National Bureau of Statistics lag die Jugendarbeitslosenquote im November 2025 bei etwa 16,9 %. Das war ein Rückgang von etwa 17,3 % im Oktober 2025 und markierte den niedrigsten Wert seit mehreren Monaten.
Was die Shopping Malls angeht, ist die Situation in China kaum anders als in Deutschland.
📉 Hinweise auf weniger Besucher und Leerstand
1. Hohe Laden- und Einkaufszentrumleerstände
Analystenberichte zeigen, dass die durchschnittliche Leerstandsrate für größere Einzelhandelsflächen in 15 chinesischen Großstädten über 11 % im zweiten Quartal 2025 lag – ein Signal für zu viel Angebot und geringere Kundenfrequenz. In bestimmten Stadtteilen, z. B. in Shanghai, sind Mietpreise stark gefallen, weil viele Flächen nicht mehr nachgefragt werden.
2. Schwacher Binnenkonsum und schwache Nachfrage
Chinesische Konsumenten sparen tendenziell mehr und geben weniger aus, was den Besuch von Malls und Restaurantbesuchen reduziert hat. In Medienberichten wird von „leer wirkenden“ Einkaufsstraßen und geringerer Nachfrage berichtet. (Die beiden Quellen „Jungle Word“ und „Focus“ sind natürlich „sehr“ aussagekräftig…)
3. Schließungen und Ladensterben
Viele kleinere Geschäfte und Restaurants schließen – im Jahr 2025 sollen Tausende physische Läden geschlossen worden sein (z. B. in einem Bericht über Laden- und Restaurantschließungen).
Das sind eben die eisernen Regeln des Kapitalismus, auch wenn er anders genannt wird. „Je ein Kapitalist schlägt viele tot“, sagte mal jemand.
Einen Unterschied zwischen China und Russland gibt es aber doch – und der macht es noch wahrscheinlicher, dass Taiwan Schauplatz des nächsten großen Krieges sein wird: Wirtschaftlich gesehen war Russland für die Aggression gegen die Ukraine schlecht gerüstet, konnte Sanktionen des Westens nur überleben dank seiner Freunde in aller Welt, darunter China, Indien und Iran. China hingegen verfolgt seit Jahren die Strategie, sich mit einer starken eigenen Industrie vom Rest der Welt unabhängig zu machen – und den Rest der Welt abhängig von sich selbst.
Und das ist gut oder schlecht? Was will mir der Autor damit sagen? Ah, es fehlt noch der Schlusssatz:
Insofern ist die sozialistische Volksrepublik „kriegstüchtig“ – im Unterschied zu Deutschland.
Der Autor möchte Deutschland kriegstüchtig machen. Gut zu wissen. Das ist aber eindeutig kein Journalismus, und ist noch nicht einmal als „Kommentar gekennzeichnet“ – auch wenn man das Elaborat in der Presse lesen kann.
Kommentare
3 Kommentare zu “Unter Kriegsertüchtigenden”
Schreibe einen Kommentar



















willkommen auf dem Feld der obsessiven Detail-Überinterpretation.
Dieses Neu-Sprech lernen die heute scheinbar in ihren Schreibwerkstätten. Und scheinbar wird sowas von den potentiellen Arbeitgebern vorausgesetzt, damit man den Posten bekommt und immer noch sagen kann, man schreibe frei und unabhängig…
Geiges hat scheinbar auch „linke“ Wurzeln…
naja – man sieht, was im Alter draus wird…
Auf YouTube gibt es schon lange die Videos zu 2027…
Chinas Wirtschaft steckt sicher auch in Problemen.
Aber man scheint dort besser damit umzugehen.
Seit einigen Jahren wird immer und immer wieder der große Crash vorausgesagt – angefangen von der wohl bestehenden Immobilien-Blase.
Aber zusammengebrochen ist noch immer nix.
Guckst du
Krieg setzt Burgfrieden voraus.
Verrat ist ja die Spezialität der SPD.
Unterstützt werden sie wohl von den Gewerkschaften.
Bei Aussagen wie:
„…Das ist kaum mehr möglich. Das stößt auf sofortige, massive Gegenwehr.“
kommt mir die Weihnachtsgans wieder hoch.
Gegenwehr muss halt bekämpft werden!!
Das Kapital muss gezwungen werden!
Streik!
Das Wort heißt ArbeitsKAMPF!
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/arbeitnehmer-rechte-arbeitszeit-homeoffice-work-life-balance-100.html
US-Flugzeugträger „RSS Gerald R. Ford“ Besatzung 4.500.
Krieg, Kriegswaffen. Ah. Nicht nur Burks beschäftigt sich mit diesem Thema. FOCUS online kann das genauso. Wer den verlinkten Artikel liest der denkt zwangsläufig, der erwähnte Flugzeugträger fällt in wenigen Tagen auseinander und deren Besatzung sucht das Weite. Darum geht es mir nicht. Sondern:
Laut „New York Times“ gab es an Heiligabend für die Besatzung Hummerschwänze und Prime-Rib-Steaks. Jetzt übertrage ich das auf die Bundeswehr. Ich stelle mir den Einkaufspreis, die Lagerung von Hummerschwänzen und Steaks in dieser Größenordnung und die nötigen Kochstellen vor. Fazit: Das würde die Bundeswehr ruinieren. Übrigens gab es während meiner gesamten Dienstzeit bei der Bundeswehr ein paar Tage vor Heiligen Abend jeweils eine halbe Ente, Rotkohl, Kartoffel und braune Soße für jeden bei einem Gemeinschaftsessen serviert. Das waren immer 80 bis 90 Mann bzw. 40 bis 45 Enten. Kleine Enten.