Schmalbrüstig in der Wüste, revisited und anderes
Dune 2000 is a real-time strategy video game based on the Dune universe, released in 1998. It features full motion cutscenes, online multiplayer, and a powerful storyline. Now, with GruntMods Edition, you can experience this classic with modern enhancements and exclusive content.
Das einzige Computerspiel, das mich anturnt. Das muss am Alter liegen. Nein, meine Armee ist nicht zu sehen, weil die im Norden die Harkonnen und die Ordos plattmacht, während meine taktisch gut platzierten Raketenwerfer in, um und um mein Hautquartier herum herannahende Feinde zu virtuellem Staub zerbröseln.
Ich hatte die 32.bit-Version schon erwähnt. Aber ich bin ganz stolz darauf, dass ich das Spiel auf dem älteren und schmalbrüstigerem Linux-Laptop per Bottles überraschenderweise zum Laufen bekommen haben.
Ansonsten spiele ich keine Computerspiele, für die ich bezahlen muss. 0AD habe ich immer noch in Reserve, aber ich habe in Secondlife soviel zu tun, dass ich in meiner äußerst knappen Freizeit nicht dazu komme. Gerade ist die 380-ste Ausgabe meiner Inworld-Gamer-Zeitung erschienen, mittlerweile der 18. Jahrgang. (Auf dem Blog sind nur ausgewählte Artikel, nicht die gesamte Ausgabe.) Ich wollte mir immer den Scherz erlauben, falls der DJV Berlin nachfragen sollte, was ich journalistisch machte, die anzugeben. „Wie können wir das nachprüfen?“ – „Macht euch einen Avatar, besteht den Adult-Check und beamt euch um Beispiel auf meine Gor-Sim.“ Bewaffnung für Männer ist empfohlen; für Frauen sind vergiftete Dolche erlaubt.
Als ich die Nachrichten der Qualitäts- und soziale Medien zur einzigen Mahlzeit des Tages durchstöberte (14 Uhr, ich bin im 12-stündigen Nachtrhythmus), fiel mir nichts auf, was berichtenswert schien. Es muss auch nicht immer etwas passieren, außer dem gewöhnlichen Horror. Die meisten Kommentare bekam ich übrigens, als ich neulich irgendeinen lustigen Quatsch auf Instagram kommentierte und mein Alter erwähnte.
Übrigens: Fefe ist jetzt schon fast ein Jahr weg vom Fenster. Das heißt nichts: Sharon Stone hat sieben Jahre gebraucht, um nach einem Schlaganfall wieder fit zu werden, aber das hat sie wohl 18 Millionen Dollar gekostet. Vermutlich hatte sie keinen Krankenversicherung.
Einige Leser werden den Freund aus Friesland kenne, den es vor zwei Jahren erwischt hat, obwohl er 15 Jahre jünger als ich ist. Seitdem halbseitig gelähmt; das Maximum der Bewegung sind ein paar Schritte mit einen Dreifuß-Gehstock. Nach Berlin wird er nie wieder zurückkommen können. Plötzlich, ohne Vorwarnung, von einem Tag auf den anderen. Da wird einem ganz schummrig…
Deep Fake News mal anders: „In einem neuen Schreiben, was WELT vorliegt, äußert sich Ulmens Anwalt nun ausführlicher. „Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“, heißt es dort. „Entsprechende Darstellungen sind falsch.“ Tatsächlich hat das der „Spiegel“ in seiner Recherche auch nicht behauptet. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass es KI-generierte pornografische Darstellungen von Fernandes geben würde. In der Folgeberichterstattung hatten einige Medien berichtet, dass diese möglicherweise auch von Ulmen angefertigt oder verbreitet wurden.“
Das ehemalige Nachrichtenmagazin wird irgendwann behaupten, man hätte gar nichts behauptet.
Miscellaneous:
– Rubio sagt, es ginge im Iran auch ohne Bodentruppen. Aber: „The Pentagon is reportedly considering deploying up to 10,000 additional ground troops to the Middle East, according to Department of Defense officials cited by the The Wall Street Journal.“
– Israel wird vermutlich den südlichen Teil des Libanon bis zum Litani annektieren. Gut so, denn die „Regierung“ des Libanon hat weder die Macht noch die Kraft, die Hisbollah von dort zu vertreiben. Das und die Vorgeschichte hatte ich hier schon erwähnt:
„Der Einmarsch der Carmeli-Brigade [im Oktober 1948 im Rahmen der „Operation Hiram”] in den Libanon war das erste Mal, dass die Israelis eine anerkannte internationale Grenze [die von den Kolonialmächten 1923 willkürlich gezogen worden war] überschritten und in einen souveränen arabischen Staat eindrangen.“
– Was macht eigentlich die Baerbock? Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Aber hierzulande ist ja sogar die CDU mit im islamophilen Boot. Man kann nur auf die ferne Zukunft hoffen, die es in der Vergangenheit schon einmal gab.
Gott sei Dank
Irgendjemand schrieb in irgendwelchen sozialen Medien: „Welche Bücher (maximal 10) haben euch in eurem Leben maßgeblich beeinflusst?“
Interessante Frage. Es geht also nicht darum, ob ein Buch gut ist, sondern wie und warum es einen maßgeblich beeinflusst hat. Das ist zugleich eine Reise zurück in der eigenen Biografie.
Bei mir ist das erste Buch klar: Die Bibel, nicht ganz freiwillig fast auswendig gelernt und mindestens ein Dutzend Jahre meines Lebens täglich ausführlich studiert. Ich habe ein paar Ausgaben, darunter ein Faksimile der Originalausgabe Luthers von 1525 – weil die Verehrer höherer Wesen sich selbstredend nicht einig sind, was genau dazugehört. Bei den Evangelen sind die vier Makkabäer-Bücher apokryph, das heißt nicht „würdig“ genug, um bei Ritualen zitiert zu werden; in der jüdischen Tora, von der alle abgeschrieben haben, fehlen sie ganz. Flavius Josephus kannte sie aber.
Auch hier: Die Wirkungsgeschichte kann nicht überschätzt werden (ist es so richtig?). „Wie das Schlusswort von Theodor Herzls Programmschrift Der Judenstaat verdeutlicht, war die zionistische Bewegung seit ihren Anfängen mit der Erinnerung an den Unabhängigkeitskampf der Makkabäerbrüder verbunden.“
Ich war noch Schüler, 15 oder 16 Jahre alt, und wollte mehr über die Welt wissen, mehr als in der Bibel zu finden war. Meine Eltern wussten nichts, alle redeten unentwegt nur über Religion. Also blieb mir nur die Flucht in das Lesen. Aber was? In Unna gab es nur eine Buchhandlung, und ich hatte nur mein kärgliches Taschengeld.
Zufällig fiel mir dort Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus (1933) in die Finger, ein Werk, das heute niemand mehr suchen oder ausstellen würde. Reich ist am Ende seines Lebens in seine ganz eigene Welt abgedriftet, aber das wusste ich noch nicht. Das Buch war der erste Sargnagel, wenn nicht gar der Auslöser dafür, dass ich dem Glauben an Götter und heilige Bücher entkommen konnte. Ich erkannte so viele „faschistische“ Strukturen, die Reich beschreibt, in meiner eigenen Sekte wieder – es gab nach der Lektüre irgendwie kein Zurück mehr. Aber ich konnte natürlich mit niemandem darüber diskutieren.
Danach verschlang ich alles, was so ähnlich zu sein schien, Freud, Jung, Psychologie eben. Ich wollte sogar Psychologie studieren, aber der Numerus Clausus ließ es damals nicht zu. Mein Glück, denn sonst wäre ich statt nach Münster und Berlin nach Heidelberg gegangen. Wer weiß, was aus mir geworden wäre….
Irgendwann – noch vor dem Abitur – schenkte mir meine Mutter, ohne es selbst gelesen zu haben, von Leon Uris Exodus. Auch das Pflichtlektüre für alle, die über Israel meinen das Maul öffnen zu müssen. Seitdem hat sich meine Meinung über Israel und die Juden nicht geändert-
Im ersten Semester in Münster Anfang der 70-er Jahre wurde eine Arbeitsgruppe über Ludwig Feuerbach und Marx angeboten, organisiert von einer der maoistischen Sekten. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass man erst um 20 Uhr begann, wenn die regulären Veranstaltungen vorbei waren, und dass wir manchmal noch kurz vor Mitternacht herumdebattierten, eine Motivation, die sich heutige Studenten vermutlich gar nicht vorstellen können.
Ludwig Feuerbach (1841): Das Wesen des Christentums machte der Verehrung höherer Wesen vollends den Garaus. Wer nicht gleich mit Marxens Thesen über Feuerbach anfangen will, kann Feuerbach heute immer noch lesen: Was er sagt, obzwar ein wenig schwurbelig formuliert, gilt für alle Religionen gleichermaßen und gehört zum auf burks.de vom Publikum eingeforderten Bildungskanon.
Apropos: maßgeblich. Vergleichbar ist – für die 70-er Jahre nur Altvaters Marxens: Das Kapital (1867ff.), alle drei Bände.
Danach kam eine Weile nichts mit maßgeblich, Bücher, die meine Meinung in eine andere Richtung lenkten. Rian Malan: Mein Verräterherz sollte ich erwähnen. Das ist nicht nur ein unglaublich spannend und manchmal haarsträubend, sondern haut einem manchmal um. Die Geschichte über den „Hammermörder“ prägt bis heute meine Ansichten, wenn es um Kriminalität von Einwanderern überall auf der Welt geht. Es könnte es immer noch ein Mal im Jahr lesen, und es wäre nicht langweilig.
Meine Lieblingsbücher habe ich schon 2010 erwähnt: Neben Malan Elias Canetti: Masse und Macht, Robert Ranke-Graves: Die weiße Göttin, Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, Umberto Eco: Der Name der Rose. Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter, Hertha von Dechend: Die Mühle des Hamlet. Richard Powers: Der Klang der Zeit, Cruz Smith: Eine Nacht in Havanna, Jack London: Wolfsblut, Jurek Becker: Amanda Herzlos, Stefan Heym: Nachruf, Salman Rushdie: Die Satanischen Verse.
Lieblingszitat:
„Und ich dank‘ es dem lieben Gott tausendmal, daß er mich zum Atheisten hat werden lassen. (Lichtenberg)“
Pentagon prepares for massive „final blow“ of Iran war

Die Insel Larak liegt südlich von Bandar Abbas. Man kann dort auch Urlaub machen.
„In interviews with Axios, officials and sources familiar with the internal discussions describe four major „final blow“ options Trump could choose from:
-Invading or blockading Kharg Island, Iran’s main oil export hub.
-Invading Larak, an island that helps Iran solidify its control of the Strait of Hormuz. The strategic outpost hosts Iranian bunkers, attack craft that can blow up cargo ships and radars that monitor movements in the strait.
-Seizing the strategic island of Abu Musa and two smaller islands, which lie near the western entrance to the strait and are controlled by Iran but also claimed by the UAE.
– Blocking or seizing ships that are exporting Iranian oil on the eastern side of the Hormuz Strait.“
Das sieht nach einem klaren und auch erfolgversprechendem Plan aus.
Es kam anders

Ein anderes Bild fiel mir nicht ein. Eine She-Urt auf der virtuellen En’Kara-Messe.
Was haben wir heute querbeet?
– „Im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung eines Mädchens in einem Neuköllner Jugendklub geraten Stadträtin Sarah Nagel (Linke) und Mitarbeiterinnen des Jugendklubs immer stärker in Erklärungsnot. Erstmals liegt nun ein Dokument vor, das den Vorwurf der Vertuschung und der Rücksichtnahme auf die Verdächtigen wegen ihres Migrationshintergrunds bekräftigt. Demnach wollten Mitarbeiterinnen des Jugendamtes die Polizei nicht einschalten, damit die arabischstämmigen Jugendlichen nicht marginalisiert und stigmatisiert werden.“ (Tagesspiegel)
Die Genossin Nagel ist gelernte Ostasienwissenschaftlerin. Das Schicksal entschied anders. Da wurde sie Politikerin.
– Ein kleiner Rückschlag für die Zensur- und Diffamierungsindustrie: „Die US-Zensur-Firma NewsGuard, in deren Beirat der Ex-CIA-Chef Michael Hayden (Foto) sitzt, warnte vor Achgut.com unter anderem als „eine der einflussreichsten Desinformations-Webseiten“. Das wurde ihr jetzt vom Oberlandesgericht in Frankfurt untersagt. Mit dem Urteil könnte das gesamte Bewertungsmodell von NewsGuard zusammenbrechen.“ (vgl. „Irreführendes“ vom 20.11.2024)
Könnte. Wird es aber nicht. Die machen einfach weiter. Geld genug ist da.
– „Die AfD-Fraktion ist mit fast doppelt so vielen Abgeordneten im Bundestag vertreten wie in der Legislaturperiode zuvor. (…) Ein Jahr nach der Konstituierung des neuen Bundestags sehen sich Union und SPD in ihrem schärferen Vorgehen gegen die AfD bestätigt.“ (Welt online
Finde den Fehler!
Hauptpostamt oder: Wir fliegen nach Havanna

Correos Central (Hauptpostamt) de Lima. Todos dere hos reservados por Roberto Accinelli Tanaka – Juan Bielovueich 1328 Lima 14, Perú
Wir ignorieren die Weltläufte, und ich schwächele immer noch ein wenig und fühle mich bescheiden.
Die letzte Postkarte von meine dritten Lateinamerika-Reise (1984). Es gibt noch mehr Bilder eines Fotografen mit dem Namen, aber der scheint keine Website zu haben.
Unter Heuchlern

Wie das Publikum schon anmerkte, wurde jüngst* demonstriert. Bei dem Thema suchen sich die Fotografen ausnahmsweise Männer heraus.
Wait a minute: „Fake-Profile, Deepfakes, intime Bilder ohne Zustimmung – Tausende Menschen demonstrieren in Berlin gegen sexualisierte digitale Gewalt. Ausgelöst wurde der Protest durch Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Er weist die Anschuldigungen zurück.“
Also gibt es erst einen Verdacht. Dieser mir bisher unbekannte Ulmen könnte auch unschuldig sein. Aber das ist gar nicht der relevante Punkt. Ich finde es sehr befremdlich, dass mitnichten gegen die Vergewaltigung eines kurdischen Mädchens durch Araber demonstriert wird, obwohl das erst vor kurzem in den Medien thematisiert wurde, sondern gegen „virtuelle Gewalt“. Man hätte das immerhin erwähnen können, aber weglassen ist auch eine Lüge.
Ich konnte mir die Demonstration von vorn bis hinten ansehen, weil ich gesten direkt neben dem Brandenburger Tor 12 Stunden gearbeitet hatte, mit Blick auf den Pariser Platz und trotz heftigen Männerschnupfens, erbärmlicher Röchelei und einer zerbrochenen Zahnprothese (letzteres passiert bekanntlich immer nur an Freitagen). Und wenn ich das hysterische Gekreische und Geheule von draußen hörte, wurde meine Stimmung nicht besser.
Es war zum Fremdschämen: Die verzweifelten Versuche derjenigen, der gerade redete, die „Massen“ zum Skandieren irgendwelcher Parolen zu animieren, die Musik war unter aller Sau unfassbar schlecht, der Applaus für das, was schon Fantastilliarden Mal gesagt wurde und was man immer exakt vorhersagen könnte. Gebt mir eine Minute, und ich lasse ChatGPT eine Rede schreiben, die besser ist als die von Neubauer – und keiner würde merken, wenn alles nur Karaoke wäre.
Die Klima-Mischpoke – ein ganz kleines, enges und engstirniges großstädtisches Milieu mit eigenem Sprach- und Kleidungscode – kommt mir vor wie eine höhere Tochter, die sich auf einem sinkenden Schiff über den mangelnden Anstrich beschwert.
Zitat des Tages: „Ich würde mich gerne nur ums Klima kümmern. Aber es geht nicht. Nicht in dieser Gesellschaft und dieser Zeit und bei diesen Männern.“
Dem Kapitalismus gefällt das.
* Wolf Schneider, vom dem ich Deutsch gelernt habe, sagte sinngemäß: „Wer jüngst benutzt, will damit ausdrücken, dass er für’s Feuilleton qualifiziert sei. Es könnte auch sein, dass er weiland geschrieben hat….
Unpässlich
Ich bin gerade ein bisschen krank und unpässlich und möchte einen Tag pausieren.
Cuckolding

Cuckolding (Symbolbild)
Ich habe ein neues englisches Wort gelernt. Die Sexualtherapeutin Beatrice Wagner hat es mir beigebracht: „Es gibt einen sexuellen Fetisch, der Cuckolding heißt: Manche Männer macht es an, wenn ihre Frau anderen Männern angeboten wird und sie sogar den Akt mitansehen. Das ist im großen Spektrum des BDSM angesiedelt. Es wird dabei eine Mischung aus Aggression, Sadismus, aber auch Masochismus ausgelebt, denn es ist ja „meine“ Frau oder Freundin, die da anderen Männern angeboten wird. Das Ganze kann auch im Einverständnis mit der Frau passieren.“
Wait a minute, Frau Wagner. Was ist mit: „Manche Frauen macht es an, wenn ihr Mann anderen Frauen angeboten wird und sie sogar den Akt mitansehen? Oder gilt dieser Fetisch nur in Österreich?
Frage für einen Freund: Muss es nicht Cockolding heißen?
Grüne fordern extra Feiertage für Juden?
Fake News! Die Schlagzeile „Die Grünen fordern extra Feiertage für Juden“ ist frei erfunden!
Ohne und mit Migrationshintergründin

„Optimieren[sic!] Sie Ihre Browsereinstellungen“ hatte ich lange nicht mehr auf dem Schirm. Die meinen vermutlich den Netscape Navigator?
Die bürgerliche Hauptstadtpresse berichtet: „Die Berliner Praxis, Bewerber mit Migrationshintergrund für Stellen im Landesdienst zu bevorzugen, ist nach Ansicht der Senatsjustizverwaltung verfassungswidrig – und hätte so nie Gesetz werden dürfen. Bei der Staatsanwaltschaft führte das in Bewerbungsverfahren zur Benachteiligung von Menschen ohne Migrationshintergrund.“
Wenn ich den Begriff „Migrationshintergrund“ lese, wird mir schon ganz schlecht. Das typisch deutsche Wortungetüm sagt nichts und alles aus. Was ist gemeint? Einwanderer der ersten, zweiten oder dritten Generation? Oder alle, die einen ausländisch klingenden Namen tragen wie Lafontaine oder Sarrazin?
Mein Großvater sprach Deutsch, hatte aber einen russischen Pass. Habe ich deshalb einen „Migrationshintergrund“? Und da vor allem die Grüninnen so daherfaseln: Muss es nicht Migrationshintergründin heißen?
„Nach der Definition des Statistischen Bundesamtes hat derjenige einen Migrationshintergrund, dessen Mutter oder Vater oder der selbst nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.“ Was für ein Unsinn! Die Enkel sprechen kein richtiges Deutsch, weil sie zu faul oder dumm sind, das zu lernen, obwohl sie hier geboren wurden, aber haben dann keinen „Migrationshintergrund“ mehr?
Etwas genauer beschreibt es die Qualitätsboulevardpresse: „Richter und Staatsanwälte werden in Berlin im Zweifel nicht nach ihrer Qualifikation eingestellt, sondern nach ihrer Herkunft. Zu den Bewerbungsgesprächen werden 40 Prozent Migranten eingeladen, auch wenn sie keine besonders gute Note in ihrem Jurastudium vorweisen können.“
Wir haben also wieder die beliebte Opferolympiade. Eine afrotürkischen Lesbe würde also auch eingestellt, wenn sie gar keinen Schulabschluss hätte? Den Grüninnen ist das zuzutrauen.
Natürlich widerspricht die Praxis dem Grundgesetz: “ Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“ „Migrationshintergrund“ ist weder eine „Eignung“ noch eine „Befähigung“ noch eine „fachliche Leistung“. Das Problem ist nur, wer dagegen klagen könnte – und garantiert gewönne. Es muss jemand nachweisen, dass er oder sie nicht berücksichtigt wurde, weil der „Migrationshintergrund“ fehlt. Das ist schwierig, weil die Grüninnen das natürlich leugnen würden.
„Als der grüne Justizsenator Dirk Behrendt die Änderung des Partizipationsgesetzes auf den Weg brachte, wurde er von seinen Beamten gewarnt: Die „vorgesehene Quote für Personen mit Migrationshintergrund im Auswahlverfahren“ widerspreche dem Grundgesetz (Bestenauslese, Art. 33 Abs. 2). Über diese Bedenken setzte sich Behrendt hinweg.“
Legal, illegal, scheißegal also. Jetzt noch Gendern, dann Freigabe.
Unter Zuhörern
Lausche gerade einem Vortrag auf der En’Kara Fair. Mal sehen, ob ich heute noch Zeit finde, etwas Vernünftiges zu bloggen – morgen habe ich Frühschicht….
Gesäßgeigen
Wisst ihr Bescheid.
Für Leib und Geist [Update]

Ardbeg 10 Years Old Islay Single Malt Scotch Whisky sowie Flavius Josephus: Jüdische Altertümer („Antiquitates Judaicae“): Vollständige Ausgabe (Judaika) (Links gehen zur Großbourgeoisie)
Frisch eingetroffen: Ein Labsal (Wortschatzübung!) für Geist und Körper. Vielleicht trieb mich auch nur der Ehrgeiz, ein Posting mit „Whisky“ und „Flavius Josephus“ zu verfassen. Was gäbe ich darum, wenn meine Bücher, zumindest der Roman, noch nach 2000 Jahren gelesen würden… Die Wirkungsgeschichte der Werke des Flavius Josephus kann gar nicht unterüberschätzt werden.
PS Drei 12-Stunden Nachtschichten und heute auch noch – nach fünf Stunden Schlaf – 90 Minuten Zahnarzt und noch das Gefühl der Spritze im Mund – bin ein bisschen gerädert….
Update: Link usw. repariert
Deutschland, rot-weiß
Es gibt wohl kein öffentliches Gebäude in Berlin mehr, das nicht durch die omnipräsenten hässlichen rot-weißen Plastik-Absperrgitter verunziert worden ist. Touristen, die das fotografieren, werden zuhause erklären müssen, warum das in anderen Ländern nicht so ist. Ich wüsste darauf keine Antwort, außer vielleicht, dass auf vielen Memes in sozialen Medien die Deutschen immer mit Schutzhelm gezeigt werden. #Nachtschicht
Unter Fastenbrechenden
Kleine Medienkompetenzübung. Vgl. T-Online: „Kein Luxusbuffet auf Staatskosten – „Nius“ erfindet Fastenbrechen-Skandal bei Agentur für Arbeit“.
Wokes Gesindel
Harald Martenstein schreibt hinter der Paywall der bürgerlichen Presse über „Beihilfe zu Verbrechen, aus Gutmenschentum“:
„Tatort war ein staatlich betriebener Jugendklub in Berlin-Neukölln. Laut Recherchen von Bild und Tagesspiegel wusste das Neuköllner Jugendamt seit dem vergangenen Sommer, dass dort mehrere Mädchen sexuell missbraucht werden. (…)
Im Januar ertappte eine Mitarbeiterin des Klubs diese Gruppe dabei, als sie gemeinsam über eine 16-Jährige herfiel, die sie in einem Hinterzimmer auf ein Sofa gezwungen hatte. Das Opfer ist eine türkische Kurdin. Dieses Mädchen wurde, so erzählte es daraufhin, bereits im November im Garten des Klubs vergewaltigt, die Tat wurde gefilmt. (…)
Von der Vergewaltigung und ihren Begleiterscheinungen erfuhren nach jetzigem Kenntnisstand: erstens die Mitarbeiter und die Leitung des Jugendklubs. Zweitens Mitarbeiter des Neuköllner Jugendamts. Drittens die Leiterin des Neuköllner Jugendamts. (…) Sie alle beschlossen, nicht etwa die Polizei zu informieren. Im Klartext bedeutete dies, alle Mädchen im Klub weiter dieser Tätergruppe auszuliefern. (…)
„Diese unfassbare Brutalität geschah, weil die Behörde, so die Recherchen, die arabischen Tatverdächtigen vor „Stigmatisierung“ und „pauschalen Aussagen“ wie etwa „typisch Muslime“ schützen wollte. Durch Ermittlungen wegen eines Verbrechens würden solche Jugendliche „marginalisiert.
Die woke Welt ist eine Art Ständegesellschaft, in der die Privilegierten sich mit Titeln wie „marginalisiert“ und „stigmatisiert“ schmücken dürfen. In diesem Fall nenne ich das: Beihilfe zu Verbrechen, aus Gutmenschentum. Wie viele davon sind schon geschehen? Würde diese Behörde auch einen Mörder decken?“
Wir brauchten einen Andrew Norfolk in Deutschland. Auch in Großbritannien wurde muslimischer Terror gegen Frauen und Mädchen zuerst vertuscht.
„Jay enthüllte, dass 1.400 Mädchen missbraucht, in andere Städte verschleppt oder mit Benzin übergossen worden waren. „Sie wurden wie Untermenschen behandelt, nur zum Vergnügen dieser Männer“, fügte er hinzu.
Herr Norfolk hatte 2010 erstmals ein Muster von Banden pakistanischer Herkunft identifiziert, die weiße Mädchen in Nordengland und den Midlands sexuell missbrauchten. Doch als er versuchte, von Polizei und Behörden Stellungnahmen zu erhalten, stieß er auf eine „Verschwörung des Schweigens“.“
Schweren und leichten Herzens

Ich habe heute meinen Flug nach Israel im Oktober schweren Herzens gecancelt. Ich würde auch unter Beschuss dahin reisen, aber ich hatte geplant, den Norden zu erkunden, was jetzt nicht so entspannend ist. Wer weiß, wie es im Oktober aussieht, aber sicher ist sicher. Also 2027.
Ich werde improvisieren. Ägypten? Albanien? Kosovo? Thailand? Spanien? Tipps nehme ich gern entgegen.
Ich muss aber sparen, weil ich mehrere größere Posten bezahlen muss. Vielleicht kaufe ich auch schon in diesem Jahr einen neuen Niu – mein jetziger hat schon mehr als 17.000 Kilometer auf dem Tacho.
Leichten Herzens bedanke ich mich bei dem edlen Spender H.H.: „Toller Blog, klasse Infos – weiter so! Lese hier schon lange mit und wollt mal was ablatzen. Grössten Respekt für deinen Fleiß und Energie! Mein Tip: Ardbeg Corryvreckan.“ Schon bei der Großbourgeoisie bestellt!
Schweren Herzens nehmen wir Abschied von dem Kuba, das wir kennen. Es wird so ausgehen wie in allen ehemaligen „sozialistischen“ Staaten.
Unter Hynkelnden

Für so etwas liebe ich manchmal Instagram. Aber Charlie Chaplin konnte es besser, besser sogar als das Original.
Stunden später…

Das ist ja wie in alten Zeiten! Der Rechner lief übrigens schon die ganze Nacht. Ich hätte vielleicht einen anderen UBS-Anschluss für die externe Festplatte nehmen sollen… Fragen wir also Hal.
Die entscheidende Zeile in deiner Ausgabe ist diese:
|__ Port 4: Dev 6, If 0, Class=Mass Storage, Driver=usb-storage, 480M
Das bedeutet: Deine externe Festplatte läuft nur mit 480 Mbit/s. Das ist USB 2.0 Geschwindigkeit. Obwohl dein Rechner USB-3 / USB-3.1 / USB-3.2 Controller hat (5000M und 10000M Busse), ist die Platte nicht dort verbunden oder wird nicht als USB-3 erkannt.

Ein sich wandelndes Schlachtfeld
Ich habe mir eine sehr interessante Analyse von Herb Keinon aus der Jerusalem Post „A changing battlefield: Five takeaways from Israel’s war with Iran, two weeks in“ übersetzen lassen und den Artikel ein wenig umformuliert und gestrafft.
Ein sich wandelndes Schlachtfeld: Fünf Erkenntnisse aus Israels Krieg gegen den Iran, zwei Wochen nach Kriegsbeginn
Zwei Wochen nach Kriegsbeginn mit dem Iran entwickelt sich das militärische Bild rasant, auch wenn sich bereits übergreifende Muster abzeichnen.
Alles begann vor zwei Wochen mit einem spektakulären Angriff auf ein Treffen der iranischen Führungsspitze in Teheran.
Unter den bei diesem Angriff Getöteten befand sich Irans oberster Führer Ali Khamenei – ein Mann, der wiederholt zur Zerstörung Israels aufgerufen hat und unermüdlich daran arbeitete, die Fähigkeiten zu entwickeln, dies auch umzusetzen, selbst wenn es bedeutete, die Zukunft seines Landes auf’s Spiel zu setzen. Er war wohl die größte Bedrohung für das jüdische Volk seit Hitler.
Dieser Angriff, der den Auftakt der Operation „Roaring Lion“ bildete, löste in ganz Israel Luftalarm aus, da man mit einem iranischen Vergeltungsschlag rechnete. Millionen Menschen eilten in Schutzräume.
Zwei Wochen nach Beginn des Krieges mit dem Iran, während Israelis weiterhin täglich Schutz vor iranischen Raketen suchen müssen, entwickelt sich die militärische Lage rasch weiter, auch wenn sich einige übergreifende Muster bereits abzeichnen. Hier sind fünf:
1. Strategischer Wandel: von der Eindämmung zur Zerschlagung von Bedrohungen
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ist, wie dramatisch sich Israels strategische Denkweise seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober verändert hat.
Vor diesem Tag war Israels vorherrschende Doktrin die Eindämmung. Die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon wurden weitgehend als Bedrohungen betrachtet, die sich durch Abschreckung, gelegentliche militärische Schläge und vorsichtige Schritte kontrollieren ließen. Gegen den Iran selbst führte Israel das, was es den „Krieg zwischen den Kriegen““ nannte – eine Schattenkampagne aus Luftschlägen, Sabotageakten und gezielten Tötungen, die den militärischen Aufbau Teherans verlangsamen sollte, ohne eine offene Konfrontation auszulösen. Ruhe – selbst eine fragile Ruhe – hatte weiterhin oberste Priorität.
Der 7. Oktober zerstörte dieses Weltbild.
Das Massaker machte die Gefahren deutlich, die entstehen, wenn feindliche Kräfte unmittelbar an Israels Grenzen Fähigkeiten aufbauen können, während man darauf vertraut, dass Abschreckung ausreicht. Die Lehre, die große Teile des politischen und sicherheitspolitischen Establishments Israels daraus zogen, war eindeutig: Bedrohungen, denen man Zeit gibt, sich zu entwickeln, bleiben nicht theoretisch.
Diese Erkenntnis prägt nun den aktuellen Krieg.
Israels Entscheidung, tief im Inneren Irans zuzuschlagen – im vollen Bewusstsein, dass dies Vergeltung auslösen würde – spiegelt die Bereitschaft wider, kurzfristige Kosten in Kauf zu nehmen, um künftig weitaus größere Gefahren zu verhindern. Das stellt einen deutlichen Bruch mit dem früheren Instinkt dar, eine Konfrontation hinauszuzögern, um eine Eskalation zu vermeiden.
Im Grunde ist Israel von der Verwaltung von Bedrohungen dazu übergegangen, sie zu zerschlagen.Die heutige Einschätzung lautet, dass Abwarten größere Risiken birgt als Handeln – selbst wenn Handeln bedeutet, die eigene Bevölkerung wochenlang in einen Kriegszustand zu versetzen.
2. Hamas und Huthis nicht beteiligt
Eine der am wenigsten diskutierten, aber folgenreichsten Realitäten des aktuellen Krieges ist etwas, das nicht passiert.
Zwei Wochen nach Beginn des Konflikts mit dem Iran ist die Hisbollah vom Libanon aus massiv in die Kämpfe eingetreten und hat mit Raketen- und Drohnenangriffen eine große Nordfront eröffnet.
Doch zwei weitere Säulen von Irans regionalem Netzwerk – Hamas im Gazastreifen und die Huthis im Jemen – haben bislang keine militärische Rolle gespielt.
Die Gründe dafür sind jedoch völlig unterschiedlich: Hamas, weil sie es nicht kann; die Huthis, weil sie es nicht wollen.
Beginnen wir mit Gaza.
Wenn die Hamas noch über die militärischen Fähigkeiten verfügen würde, die sie vor dem 7. Oktober besaß – tausende Raketen, unterirdische Raketenproduktionsanlagen und eine funktionierende Kommandostruktur, die anhaltenden Beschuss koordinieren kann – stünde Israel heute vor einem deutlich komplexeren Schlachtfeld.
Statt gleichzeitig dem Iran und der Hisbollah gegenüberzustehen, würde Israel an drei Fronten kämpfen.
Die Luftabwehr wäre stärker überlastet, die israelischen Streitkräfte müssten größere Operationen im Gazastreifen durchführen, und der Süden Israels – nicht nur der Norden – würde erneut unter ständigem Raketenbeschuss leben.
Ein solches Szenario würde die militärische, wirtschaftliche und psychologische Belastung für das Land drastisch erhöhen.
Doch die Fähigkeit der Hamas, diese Rolle zu spielen, wurde weitgehend entfernt. Die Organisation existiert zwar weiterhin, und Gaza bleibt instabil. Aber die Hamas kann keine Raketen mehr nach Israel abfeuern und kann daher das Schlachtfeld nicht mehr so prägen wie früher.
Die Huthis sind jedoch eine andere Geschichte.
Anders als die Hamas verfügen sie weiterhin über eine gewisse Fähigkeit, Israel und amerikanische Interessen anzugreifen. Dennoch haben sie sich entschieden, dies bisher nicht zu tun.
Ihre Zurückhaltung scheint eine Mischung aus Abschreckung und Kalkül zu sein. Jahre israelischer, amerikanischer und britischer Angriffe haben ihre Raketen- und Drohnenkapazitäten sowie Teile ihres Kommando- und Kontrollnetzwerks geschwächt. Angriffe jetzt zu starten, könnte eine verheerende Vergeltung nach sich ziehen – möglicherweise gegen ihre Führung und ihre Hochburg in Sanaa.
Gleichzeitig führen die Huthis weiterhin ihren eigenen Krieg im Jemen und scheinen zögerlich zu sein, wertvolle militärische Ressourcen in einer regionalen Konfrontation einzusetzen, die nicht unmittelbar über ihr eigenes Überleben entscheidet.
Analysten gehen zudem davon aus, dass der Iran selbst das Tempo der Eskalation durch seine Verbündeten sorgfältig steuert – einige zum Handeln ermutigt, während andere in Reserve gehalten werden.
Das Ergebnis ist, dass zwei wichtige Komponenten von Irans regionalem Netzwerk weitgehend außerhalb der Kämpfe geblieben sind.
Für Israel ist diese Abwesenheit strategisch bedeutsam. Hätten sich alle drei Fronten – Gaza, Libanon und Jemen – gleichzeitig zusammen mit direkten iranischen Angriffen entzündet, sähe der Krieg heute sehr anders aus.

Jerusalem, Blick ins Kidron-Tal, Oktober 2025
3. Trump sendet weiterhin gemischte Signale
Ein weiteres auffälliges Merkmal des Krieges bisher ist die widersprüchliche Kommunikation des Weißen Hauses.
An manchen Tagen deutet US-Präsident Donald Trump an, dass sich der Konflikt seinem Ende nähere. Er hat davon gesprochen, dass der Krieg weitgehend abgeschlossen sei, und angedeutet, dass ein Ende schnell kommen könnte.
Zu anderen Zeitpunkten schlägt seine Rhetorik in die entgegengesetzte Richtung aus. Er spricht davon, den Feldzug fortzusetzen, bis der Iran entscheidend besiegt ist, und von einer bedingungslosen Kapitulation.
Auf den ersten Blick scheinen diese beiden Botschaften unvereinbar zu sein. Die eine deutet auf ein baldiges Ende hin, die andere auf eine Kampagne, die noch einige Zeit andauern könnte.
Doch der Widerspruch ist möglicherweise weniger verwirrend, als es zunächst scheint.
Trump agiert gleichzeitig auf mehreren Ebenen. Die eine ist das Schlachtfeld; die andere ist die Weltwirtschaft.
Die Aussicht auf einen langen Krieg hat die Märkte nervös gemacht, insbesondere wegen der Auswirkungen auf die weltweiten Ölversorgung und die Schifffahrtsrouten. Schon die bloße Wahrnehmung, dass der Konflikt dramatisch eskalieren könnte, hat unmittelbare Folgen für die Energiepreise.
Signale, dass der Krieg bald enden könnte, helfen, diese Sorgen zu beruhigen. Gleichzeitig läuft die militärische Kampagne weiter.
Aus dieser Perspektive dient Trumps Kommunikation zwei Zielen: den Märkten und Verbündeten zu versichern, dass die Eskalation nicht unbegrenzt weitergehen wird, während gleichzeitig durch fortgesetzte militärische Operationen Druck auf den Iran aufrechterhalten wird.
Mit anderen Worten: Die Rhetorik über ein schnelles Ende richtet sich weniger an Teheran als an Händler, Investoren und Regierungen, die sich über wirtschaftliche Folgen sorgen. Währenddessen fallen die Bomben weiter.

Jerusalem, Altstadt, Arabisches Viertel, Oktober 2025
4. Israelische Einigkeit vs. amerikanische Polarisierung im Krieg
Eine weitere wichtige Erkenntnis bisher ist der Unterschied darin, wie sich der Krieg politisch in Israel und in den USA auswirkt.
Israel ging erneut tief gespalten in diesen Konflikt – wegen der Folgen des 7. Oktober, der Ausnahmen für den Wehrdienst für Haredim und der Gerichte. Mit anderen Worten: die alten Streitpunkte.
Doch der Krieg hat diese Spaltungen weitgehend überlagert.
Laut einer aktuellen Umfrage des Israel Democracy Institute unterstützen etwa 82 % der Israelis den militärischen Einsatz, darunter sogar 93 % der jüdischen Israelis. In Israel ist ein solcher Grad an Konsens außergewöhnlich.
Die Erklärung liegt darin, wie Israelis die Lage einschätzen. Israelis haben in den vergangenen drei Jahrzehnten Khameneis Drohungen gehört, seinen militärischen Aufbau beobachtet und die Angriffe der von ihm bewaffneten und finanzierten Terrororganisationen selbst erlebt.
Für Israelis ist die iranische Bedrohung real, unmittelbar und existenziell. Ihre Beseitigung übersteigt daher politische Spaltungen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks sieht das Bild ganz anders aus.
In den USA ist die öffentliche Meinung über den Krieg deutlich stärker gespalten. Umfragen zeigen eine Zustimmung von etwa 40 %, die stark entlang parteipolitischer Linien verläuft. Amerikaner, die Trump unterstützen, befürworten den Feldzug überwiegend; diejenigen, die ihn ablehnen, tun dies in der Regel auch beim Krieg.
Der Krieg hat diese beiden Lager nicht vereint, sondern die Polarisierung sogar noch verstärkt.
Während Israelis den Krieg weitgehend als Frage des nationalen Überlebens betrachten, sehen viele Amerikaner darin lediglich einen weiteren entfernten Konflikt im Nahen Osten mit unklaren Zielen – und einen, der sich möglicherweise an der Zapfsäule bemerkbar macht.
Diese Wahrnehmungslücke wurde zusätzlich dadurch verstärkt, dass es der Regierung nicht gelungen ist, die Konfrontation mit dem Iran überzeugend als unmittelbar mit amerikanischen Sicherheitsinteressen verbunden darzustellen.
Das Ergebnis ist eine politische Dynamik, in der Israelis den Krieg weitgehend unterstützen, während Amerikaner darüber tief gespalten bleiben – eine Divergenz, die zunehmend bedeutend werden könnte, wenn sie die Durchhaltefähigkeit Washingtons im Krieg beeinflusst.

Jerusalem, Westmauer aka „Klagemauer“, Oktober 2025
5. Iran erhöht globalen Druck, den Krieg zu beenden
Die Art und Weise, wie der Iran das Schlachtfeld erweitert hat, indem er Raketen auf seine Nachbarn am Golf – und darüber hinaus – abfeuert, verrät viel über seine strategischen Überlegungen.
Auf den ersten Blick mögen Teherans Raketenangriffe auf Israel wie die zentrale Front des Konflikts erscheinen. Diese Angriffe stören selbstverständlich den Alltag und die Wirtschaft des Landes erheblich – und der Iran weiß das. Teheran zeigt damit, dass es Israel direkt erreichen kann, dass es Störungen verursachen und die israelische Gesellschaft unter Druck setzen kann.
Doch der Iran weiß auch, dass diese Raketen Israel nicht besiegen oder zu einem Waffenstillstand zwingen werden. In diesem Sinne ist der Beschuss Israels in gewisser Weise symbolisch – ernst, aber symbolisch.
Die Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate – die mehr Raketen und Drohnen abgefangen haben als Israel – sowie auf Bahrain, Saudi-Arabien und andere Ziele am Golf sind strategisch weit bedeutsamer.
Diese Angriffe – neben amerikanischen diplomatischen und militärischen Einrichtungen – richteten sich gegen Flughäfen, Öl-Infrastruktur, Hotels und andere zivile wirtschaftliche Einrichtungen.
Die Auswahl der Ziele folgt einer klaren Logik.
Der Golf ist der sensibelste Energiekorridor der Welt. Störungen dort wirken sich sofort auf Ölmärkte, Schifffahrtsrouten, Versicherungskosten und globale Lieferketten aus.
Teherans Kalkül ist, dass wirtschaftliche Instabilität im Golf nicht nur diese Länder alarmiert, sondern auch Regierungen in Europa und Asien, deren Volkswirtschaften von Energie aus dieser Region abhängig sind.
Wenn Märkte erschüttert werden und Ölpreise steigen, könnte international der Druck auf Trump wachsen, den Krieg zu beenden.
Und diese Strategie ist nicht unrealistisch.
Man denke an die Worte des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz am Dienstag. Obwohl er versteht, worum es in dem Krieg geht, und seine Ziele unterstützt, sagte er angesichts steigender Ölpreise: „Die Vereinigten Staaten und Israel führen seit über einer Woche Krieg gegen den Iran. Wir teilen viele ihrer Ziele. Doch mit jedem Tag des Krieges entstehen neue Fragen. Besonders besorgt sind wir darüber, dass es offenbar keinen gemeinsamen Plan gibt, diesen Krieg schnell und überzeugend zu beenden.“
Der Iran versucht also, wirtschaftliches Chaos auszulösen, in der Hoffnung, dass externe Mächte Druck auf Washington ausüben, den Krieg zu beenden.
Teheran setzt darauf, dass eine wirtschaftliche Ausweitung des Konflikts in diplomatischen Einfluss umschlägt. Doch dieselben Angriffe könnten auch das Gefühl gemeinsamer Verwundbarkeit unter den Golfstaaten verstärken, die Irans Ambitionen ohnehin misstrauisch gegenüberstehen.
Diese Dynamik könnte neue Bündnisse in der Region hervorbringen. Dennoch wäre es verfrüht anzunehmen, dass dies automatisch zu großen diplomatischen Durchbrüchen wie einer Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien führen wird.
Selbst wenn der Iran geschwächt aus dem Krieg hervorgeht, werden Riad und andere Hauptstädte am Golf vorsichtig bleiben, was das regionale Machtgleichgewicht betrifft. Die Saudis fürchten seit langem eine iranische Hegemonie in der Region – und wie die iranischen Angriffe auf Teile ihrer Ölinfrastruktur in dieser Woche zeigen, nicht ohne Grund. Aber sie werden ebenso wenig wollen, dass Israel zu einer überwältigend dominierenden Regionalmacht wird.
Doch eine Schlussfolgerung wird für die Saudis – und für jeden anderen in der Region – schwer zu umgehen sein: Wenn es um weitreichende Aufklärung, operative Reichweite und dauerhafte militärische Einsatzfähigkeit geht, gibt es derzeit im Nahen Osten keinen anderen Akteur, der Israels Fähigkeit erreicht, militärisch auch über große Entfernungen hinweg wirksam zu handeln.
Das mag keine Sympathie schaffen, aber in dieser rauen Nachbarschaft zählt Respekt oft mehr- und Respekt kann die Grundlage für neue Bündnisse sein.

Jerusalem, Altstadt, Arabisches Viertel am Damaskus-Tor, Oktober 2025































