Politik der USA in Syrien – endlich verständlich
Mehr über die „gemäßigten“ bzw. „moderaten Rebellen“ in Syrien hat Spiegel online.
Cheater and a Liar
„I’m a politician, which means I’m a cheater and a liar, and when I’m not kissing babies I’m stealing their lollipops.“ (Jeffrey Pelt)
Aktueller Anlass: Petra Hinz, SPD.
Vielleicht sollte ich auch in die Politik gehen und behaupten, ich hätte Volkswirtschaft und Jura studiert. Überprüft ja eh keiner.
Das ganze Gerede um Demokratie ist doch die reinste Heuchelei
Peter Scholl-Latour 2007 in einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger:
„Die Araber sind Rassisten. (…) Für die Araber ist der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern von zweitrangiger Bedeutung. (…) Die Saudi sind offiziell zwar proamerikanisch und machen ständig Konzessionen. Doch die wahabitische Lehre, eine eigentliche Sekte, ist das Intoleranteste, was es überhaupt gibt. Da die Saudi sehr viel Geld haben, können sie diese extreme Form des Islam verbreiten, die mit dem Koran gar nicht vereinbar ist. (…) Dieses Land ist einer der beiden grössten Gefahrenherde überhaupt. (…) Das ganze Gerede um Demokratie [in Pakistan] ist doch die reinste Heuchelei. (…) Der Iran ist ein relativ liberales Land im Vergleich zu andern islamischen Staaten. (…) Früher war die Welt viel sicherer. Sie war auch irgendwie zivilisierter, so komisch das auch klingt. (…)
Passen Sie auf mit der Türkei. Ich habe das Land 1951 mit dem Bus kennen gelernt. Damals gab es keine Moschee, die offen war, keine Koranschulen, Sie sahen in der Stadt keine Frau mit einem Kopftuch. Die Armee wachte darüber, dass der Laizismus eingehalten wurde. Es durfte kein Muezzin zum Gebet rufen.“
Jedes Wort wahr. Lesenswert. Will man aber nicht hören, auch heute nicht.
Miscellaneous
Henryk M. Broder schreibt über den Islamexperten Michael Lüders.
Correctiv.org hat die Ärzte befragt, die Geld von der Pharmaindustrie bekommen, aber nicht wollen, dass ihr Name genannt wird.
Deniz Yücel analysiert auf Welt online den Putschversuch in der Türkei. Das Beste, was ich bisher zum Thema las. Ähnlich auch David Blair im IndependentTelegraph: „You thought Erdogan was bad before? The worst of Turkey’s leader is yet to come“.
Lesebefehl für Telepolis: „Automatisch arbeitslos – Über die Folgen der Automatisierung und den Mythos der Vollbeschäftigung“. Der „Kommunismus“ kommt also durch die Hintertür – auf der Ebene der Produktivkräfte. Genau so, wie Marx es prophezeite. Nur müsste man die Produktionsverhältnisse noch ändern.
Die Beste aller Staatsformen im Kapitalismus
Telepolis: „Greg Palast über Stimmenraub bei Wahlen in den USA, den Einfluss von Parteien auf Behörden und die Demokratisierung des Wahlsystems“.
Über die blutige Zukunft
„Wer die Welt, in der solches immer häufiger und schrecklicher geschieht, nicht anders einrichten will oder nur nach dem Muster der vorangegangenen Anschläge, mit den bekannten Resultaten, mit immer mehr Terror, immer mehr Kriegen, immer mehr Toten, neunundneunzig Prozent davon nicht in Pariser Cafés oder amerikanischen Bars, sondern im Irak, in Syrien, auf dem Grund des Mittelmeers, mit immer mehr staatlicher Gewalt, mehr Polizei, mehr Militär, mehr Bomben, Waffen, Überwachung, privaten Milizen – prima Geschäftsideen allesamt – , mit der Verelendung von zwei Dritteln der südlichen Untermenschheit und eines Dritteln der nördlichen, der hat eine rosige, eine blutig rote Zukunft vor sich.“
Hermann L. Gremliza zum Terroranschlag von Orlando (und denen, die da folgen werden), konkret 7 / 2016.
Umzingelt von Religioten
Der Schockwellenreiter: „Gestern – ausgerechnet zum Jahrestag der Französischen Revolution – lud die Fraktion DIE LINKE in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung zu einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel »Kopftuchverbot abschaffen! Gemeinsam für Vielfalt und Gleichberechtigung« ein. Ja, bin ich den nur noch von Religioten umzingelt? Hat die Neuköllner Linke nichts Besseres zu tun? Sie könnte zum Beispiel mal Marx lesen. Soll vor Dummheit und religiösem Wahn schützen.“
Marx und die „Linke“, das ist leider fast immer ein Oxymoron.
Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. (Karl Marx)
Den Staat soll die Religion nichts angehen, die Religionsgemeinschaften dürfen mit der Staatsmacht nicht verbunden sein. Jedem muss es vollkommen freistehen, sich zu jeder beliebigen Religion zu bekennen oder gar keine Religion anzuerkennen, d.h. Atheist zu sein, was ja auch jeder Sozialist in der Regel ist. Alle rechtlichen Unterschiede zwischen den Staatsbürgern je nach ihrem religiösen Bekenntnis sind absolut unzulässig. Selbst die Erwähnung der Konfession der Staatsbürger in amtlichen Dokumenten muss unbedingt ausgemerzt werden. Es darf keine Zuwendungen an eine Staatskirche, keine Zuwendungen von Staatsmitteln an kirchliche und religiöse Gemeinschaften geben, die völlig freie, von der Staatsmacht unabhängige Vereinigungen gleichgesinnter Bürger werden müssen. (W.I. Lenin, Sozialismus und Religion, 1905)
Legal, illegal, Wahl
Lorenz Maroldt, der Chefredakteur des „Tagesspiegel“, zerlegt den Berliner Innensenator Frank Henkel, natürlich CDU. Ich habe kommentiert: „Danke für diesen Kommentar. Wenn es nicht Berlin wäre, erwartete man, dass er zurückträte. Es ist aber Berlin. Lummer lässt grüßen.“
Left-wing people are middle-class people
Wortharguingfor.com:
Nowadays left-wing people are middle-class people. Working class people are a big disappointment to left-wing people.
Left wing people now think that working class people are:
a) Simple and easily led
b) Un-enlightened and susceptible to short-term pleasures
c) Terribly sad and struggling, unable to cope on their own
d) All of the above
Wie wahr. Middle-class people like to speak Gendersprech too.
Union-Busting
Correctiv.ruhr: „Mobbing leicht gemacht – Der harte Kampf von Betriebsräten gegen streitlustige Firmen.“
Union-Busting an konkreten Beispielen. Klassenkampf. Muss man wissen.
Unseren täglichen Medienkonsum gib uns heute
Guanajuato, Mexiko (1979) – und gar kein Zusammenhang mit dem unten Geschriebenen
Uruguay gewinnt gegen Philipp Morris. Ich habe mir, wenn es so bleibt, vorgenommen, bei meiner nächsten Riese nach Südamerika auch am Rio de la Plata vorbeizuschauen – und im Gran Chaco. Vielleicht von da aus nach Bolivien? Umgekehrt ging es – in Tarabuco standen morgens LKWs, die Mitfahrer nach Paraguay suchten.
Harald Martenstein schreibt über „rhetorische Ausweichmanöver“.
In der Taz schreiben „kritische Muslime“. Das ist für mich Bullshit. Wer höhere Wesen verehrt, ist nicht „kritisch“, sondern nicht satifaktionsfähig. Man kann mit Relgiösen nicht rational diskutieren – wie sollte das funktionieren?
Das neue Sexualstrafrecht sei Unsinn und verfassungswidrig, sagt eine Strafrechtlerin. Sehe ich auch so. Fehlende Normenklarheit. Sollte man wegklagen.
Telepolis über „Staatsverbrecher“. Auch lesenswert.
Sport (Vorsicht, Faceboook) ist immer gut. Leider bin ich nicht so gut wie die Dame.
Cyberdings [Update]

Die drei neuen deutschen Internet-Eingreiftruppen bei der Einsatzbesprechung
Zeit online: „Die Bundesregierung hatte 2011 ihre erste Cybersicherheitsstrategie vorgestellt. Damals wurde das Cyberabwehrzentrum in Bonn gegründet. Doch drei Jahre später urteilte der Bundesrechnungshof, das Abwehrzentrum sei nahezu nutzlos, weil es von keiner der beteiligten Behörden ernst genommen werde.“
Man könnte sich totlachen, wenn man nicht wüsste, dass die das ernst meinen.
[Update] In Russland ist es ähnlich.
Peter-Urbanismus oder: Unter linksautonomen Brandstiftern
Die Berliner Polizei hat einen Brandstifter gefasst.
The Remaking of the Global Working Class
Roar Magazine: „In recent decades, the dominant approach in the social sciences has been to assume that workers‘ struggles a relic of the past – leaving many scholars flat-footed to make sense of the fresh outbreak of labor unrest and class-based mobilization since 2008. Today, in fact, we are probably just at the beginning of a new worldwide upsurge of working-class struggles.“
Wenn eine Fahne zur Gefahr (gemacht) wird

Lizas Welt: „Wer in Deutschland die Fahne des jüdischen Staates zeigt, setzt damit seine seelische, bisweilen sogar seine körperliche Unversehrtheit aufs Spiel. Außerdem riskiert er Ärger mit der Polizei und manchmal sogar mit den Gerichten.“
So weit ist es schon gekommen. Es ist zum Kotzen.
(Zuerst veröffentlicht auf Fisch und Fleisch)
Kein Brexit, nirgends
„In Wirklichkeit will die Kanzlerin die Briten so sanft wie möglich behandeln. Nach außen stellt sich die Bundesregierung auf einen Brexit ein. Intern aber hofft man auf einen Sinneswandel Londons.“ (Quelle: Spiegel online)
Es ist zwar nicht die Aufgabe von Journalisten, eine Seelenschau der herrschenden Klasse zu versuchen und freudianisch herumzuspekulieren, was diese „wirklich“ oder unwirklich wollen, aber die obige Meldung ist garantiert lanciert, soll also verbreitet werden. Ich sag’s ja.
Ich glaube erst an einen Brexit, wenn ich ihn sehe. Dem Kapital nützt er nicht, und nur das zählt und setzt sich durch. Der Rest ist Feuilleton und heiße Luft.
Wer ist hier eine Gefahr?

Building a Better Miscellaneous News Feed for You

Der Optiker meines Vertrauens hat mir gratis ein Detail meiner Brille repariert, wofür ich ihn hiermit ausdrücklich lobend erwähne. Andere Optiker in Laufnähe meiner Wohnung weigerten sich. Also weiß ich, wo ich eine neue kaufen würde, wenn es nötig wäre.
And now for something completely different.
Die Russen führen die Vorratsdatenspeicherung ein. (Gespräch mit Joerg Heidrich vom Computermagazin „c’t“)
Tilman Tarach: „Verantwortlich für den Mord an den drei israelischen Jugendlichen sind nicht nur die Mordbrenner der palästinensischen Hamas, sondern auch die westlichen Regierungen, auch die deutsche. Denn sie zahlen Hunderte von Millionen Euro jährlich an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), obwohl sie wissen (oder wissen sollten), dass ein Teil dieser Gelder gemäß dem palästinensischen Gefangenengesetz als Belohnung für Judenmord verwendet wird.“
Don Alphonso: „Aber ich kenne da ein paar Leute, so wie Berliner Autorinnen, die ihren Lebensunterhalt vor allem durch öffentliche Förderungen und mässig besuchte Lesungen staatlich finanzierter Institutionen bestreiten, weil ihre Bücher sich allein zu schlecht verkaufen – so wie diese Autorinnen auch Leute in London, Paris und Budapest kennen.“ (Hey, Don, ich mag sowas, und bitte die Namen gleich dazu!)
Einer der Attentäter von Istanbul stand auf der russischen Fahndungsliste, wurde aber 2012 von Österreich nicht ausgeliefert.
In Berlin gibt es jetzt eine Blockwart-App. Die wird sicher sehr beliebt werden.
Warum die Präsidentenwahl in Österreich wiederholt werden muss, analysiert die Fachpresse.
Ich schrieb im März: „Man kann auch sagen: Erdogan (auch nur eine Charaktermaske) hat sich in die Scheiße geritten. Das internationale Kapital ist bei Öl und Gas tendenziell gegen ihn.“. Ich hatte recht. Welt online: „Die Touristen bleiben aus, der IS wird aktiver. Der türkische Präsident gerät in die Defensive – und kann sich internationale Isolation nicht mehr leisten.“
Das Wichtigste zuletzt: Facebook kündigt an: „To help make sure you don’t miss the friends and family posts you are likely to care about, we put those posts toward the top of your News Feed.“ (Ein deutscher Kommentar: „Schlecht für Publisher: Neuer Facebook-Algorithmus stellt Posts von Freunden in den Fokus“.
Telepolis zu demselben Thema: „Für den News Feed werden neue Selektionsprinzipien [sic] eingeführt, der Nutzer soll nur sehen, was er angeblich wirklich will – und dabei auf Facebook bleiben“. Steht übrigens – ausführlich erläutert – schon bei Stefan Schulz: Redaktionsschluss: Die Zeit nach der Zeitung. (Rezension in Arbeit)
Toute la rigueur républicaine contre l’islam radical
Laut FAZ rufen französische Intellektuelle zum Widerstand gegen den radikalen Islam auf: „In der Petition einflussreicher französischer Organisationen und prominenter Intellektueller, die ‚Libération‚ veröffentlicht, werden als vom radikalen Islam Verfolgte auch Taslima Nasreen, der ermordete niederländische Filmemacher Theo van Gogh, der dänische Karikaturist Kurt Westergaard und „Charlie Hebdo“ genannt.“
By the way: FAZ: Eine Zeitung, deren Online-Version im Jahre 2016 nicht in der Lage ist, einen Link zur Quelle zu setzen, sollte sich einfach nur schämen. Ja, es gibt sogar in Deutschland Leute, die Französisch verstehen und gern das Original läsen.
Hierzulande wären solche Appelle undenkbar: Deutschland ist kein säkularer bzw. laizistischer Staat, und ernst zu nehmende Intellektuelle, die sich zum Thema äußern könnten, gibt es auch nicht.
Viel Geschrei um nichts
Selten, aber wahr: Die Tagesschau-Kommentatorin (Vorsicht! Facebook!) Annette Dittert. gibt exakt meine Meinung zum real gar nicht existierenden Brexit wieder, die ich hier schon geäußert hatte.




















