Unter dem Brandenburger Tor

Pariser platzBrandenburg GateBrandenburg Gate

Einem meiner jüngeren Kollegen beliebte es zu schwächeln und das der Firma um 19:30 Uhr abends vor seiner Frühschicht mitzuteilen. Ich musste einspringen, obwohl ein Wechsel von Nacht- auf Tagschicht eher suboptimal ist. Aber ein höherer Lohn ließ meine Zweifel verstummen.

Ich habe eine 12-Stunden-Schicht direkt neben dem Wahrzeichen von Berlin hinter mir. Mir fällt jetzt nichts Gehaltvolles mehr ein. Außer einen Satz von Tom Segev über Jerusalem zu variieren angesichts des Volks, das sich auf dem Pariser Platz herumtreibt: Man kann im Zentrum Berlin keinen Stein werfen, ohne Langhans, Schinkel oder einen Idioten zu treffen.

Die Macht des Drachen

Ich habe mir einen englischsprachigen Artikel von RT.com übersetzen lassen (der mir hier zunächst – trotz eigenem VPN und DNS-Server – wegzensiert wurde – daher nur per Tor-Browser erreichbar). Ich habe ihn in besseres Deutsch umgeschrieben und Bilder und Links hinzugefügt.

rt.com rocket

Von ICBMs bis zu Hyperschall-Gleitflugkörpern – Peking hat ein gestaffeltes Arsenal aufgebaut, das mit dem der USA und Russlands konkurriert – und es in mancher Hinsicht sogar übertrifft.

Raketen sind die neue Visitenkarte der chinesischen Macht. Nicht Flugzeugträger, nicht Panzer, nicht Kampfjets – sondern Geschosse, die die halbe Welt umrunden oder eine US-Flotte im Pazifik zerreißen können.

Am 3. September 2025 zeigte Peking sein Arsenal in einer Parade, die weniger wie eine Militärschau, sondern mehr wie ein Warnschuss wirkte. Schlanke ICBMs, Hyperschall-Gleiter und sogenannte „Träger-Killer“-Raketen rollten über den Tiananmen-Platz und sendeten eine einfache Botschaft: China ist angekommen – und spielt nicht länger Aufholjagd.

Anders als Russland und die Vereinigten Staaten war China nie durch Rüstungsabkommen des Kalten Krieges gefesselt. Diese Freiheit hat der Raketenstreitmacht der Volksbefreiungsarmee (PLA Rocket Force) das breiteste Raketenarsenal der Welt ermöglicht – interkontinental, intermediär, hyperschall, von U-Booten gestartet oder aus der Luft abgeworfen. Das ist nicht nur Technik – es ist Pekings Art, der Welt mitzuteilen: Das Kräfteverhältnis verschiebt sich – Rakete für Rakete.

Raketen aus Russland: Ein Blick in Moskaus aktuelles tödlichstes Arsenal

Chinas Raketenprogramm begann mit dem Nachbau sowjetischer R-2-Raketen, die der Volksbefreiungsarmee überlassen worden waren. Sprung nach vorn und ins Heute: Peking verfügt nun über das gesamte Spektrum land- und seegestützter ballistischer Raketen – schwere, flüssig angetriebene Silowaffen, mobile Feststoffsysteme und SLBMs (U-Boot-gestützte ballistische Rakete). In allen Varianten können die Sprengköpfe mit MIRVs (Mehrfachsprengköpfen) bestückt werden.

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Vergleich der Flugbahnen eines Hyperschallgleiters (rot) und herkömmlichen ballistischen Sprengköpfen (grün)

DF-61 und DF-41: Chinas mobile Schwergewichte

Die Parade am 3. September 2025 zeigte das öffentliche Debüt der DF-61, einer neuen straßenmobilen, feststoffgetriebenen ICBM. Vom Aussehen und vom Umfang her wirkt sie wie eine Weiterentwicklung der DF-41, die seit 2017 im Dienst ist. Das Upgrade ist logisch: An der DF-41 wurde seit 1986 gearbeitet. Als sie in Serienproduktion ging, waren Teile ihres Designs bereits veraltet. Das erklärt möglicherweise auch die Verzögerung bei der Einführung der Silos- und Schienenmobil-Versionen, die zwar getestet, aber verschoben wurden. Mit der DF-61 könnten diese Hürden genommen sein. Beide Systeme teilen wahrscheinlich viele der gleichen technischen Leistungsdaten.

Ihre Abschussfahrzeuge ähneln Russlands Topol-M und Yars: achsige (achtachsige) TELs, die die Raketen in versiegelten Containern tragen. Jede Rakete wiegt grob 80 Tonnen. China verfügt sehr wahrscheinlich über die Technik, sie nicht nur von vorbereiteten Abschussplätzen, sondern überall entlang ihrer Patrouillenrouten abzufeuern. Die DF-41 gilt als voluminöser als ihre russischen Verwandten. Sie wurde ursprünglich dafür konzipiert, bis zu 10 hochexplosive (low-yield) Sprengköpfe (~150 kt je Stück) auf Entfernungen von 12.000–14.000 km abzuschiießen.

Westliche Schätzungen legen nahe, dass seit 2017 mindestens 300 DF-41 in verschiedenen Stationierungsformen eingesetzt wurden; dazu kommt jetzt die neuere DF-61. Diese Mischung aus mobilen und festen Stationierungen diversifiziert Chinas Abschreckung und sichert eine überlebensfähige Zweitschlagfähigkeit.

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Geschätzte Reichweite der DF-5C. Source: Military Power of the People’s Republic of China 2007

DF-5C: der silobasierte Riese

Die Kommentartexte zur Parade in Peking beschrieben die DF-5C als in der Lage, „jedes Ziel auf der Welt“ zu treffen, mit einer Reichweite von bis zu 20.000 km. Im russischen Sprachgebrauch würde man das als „globale Rakete“ bezeichnen, obwohl dieser Begriff technisch oft Systeme meint, die Nutzlasten in eine erdnahe Umlaufbahn heben, bevor sie wieder abtauchen. Die Abweichung hier liegt wahrscheinlich eher an der Übersetzung als an der Leistungsfähigkeit.

Die DF-5C ist die neueste Version der flüssiggetriebenen DF-5, die erstmals 1971 flog. Technologisch steht sie in der Linie der sowjetischen R-36-Entwürfe der späten 1960er, wobei die DF-5C dem R-36M2 „Satan“ ähnlicher sein könnte. Erste Tests datieren auf 2017; berichtet wird, dass sie 10–12 Sprengköpfe mittlerer Sprengkraft trägt und in Silos stationiert ist. Heute betreibt China rund 20 dieser Raketen.

DF-31-Familie: Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene ICBM

Chinas erste straßenmobile, feststoffgetriebene Interkontinentalrakete, die DF-31, wird oft als Pekings Antwort auf Russlands Topol beschrieben: eine dreistufige Rakete mit einer Reichweite von 12.000 km und einem einzelnen Sprengkopf mit 200–300 Kilotonnen. Entwickelt in den 1990er und 2000er Jahren, trat sie 2006 in den Dienst.

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DF-31AG-Rakete der chinesischen Volksbefreiungsarmee

Die DF-31AG, erstmals 2017 beobachtet, feierte ihr Paradedebüt im September 2025; sie war auf einem verstärkten Mehrachs-TEL montiert, das an die DF-41 erinnert. Ebenfalls gezeigt wurde eine fortschrittlichere Variante, die DF-31BJ; ihr auffallend längerer Container nährte Spekulationen, dass sie einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf tragen könnte. Insgesamt könnten mehr als 80 Raketen der DF-31-Serie in China stationiert sein.

Seegestützte ballistische Raketen (SLBMs): JL-2 und JL-3

Seit den 1990er-Jahren baut China den maritimen Zweig seiner strategischen Kräfte auf: nuklearbetriebene ballistische Raketen-U-Boote, die mit feststoffgetriebenen SLBMs bewaffnet sind. Seit 2007 betreibt die Marine der Volksbefreiungsarmee (PLA Navy) die Typ-094-SSBNs, von denen jedes Boot 12 JL-2-Raketen mitführt. Sechs Boote sind heute im Dienst, zwei weitere sind im Bau.

Die JL-2 greift auf Technologie der DF-31 – und vermutlich auch der DF-41 – ICBMs zurück. Sie bietet eine Reichweite von bis zu 8.000 km und kann entweder einen einzelnen Sprengkopf der Megatonnenklasse oder bis zu acht MIRVs tragen.

Ab 2022 wurden JL-2-Raketen Berichten zufolge schrittweise durch die fortschrittlichere JL-3 ersetzt, die ähnliche Abmessungen aufweist. Die JL-3 hatte ihr öffentliches Debüt auf der Parade am 3. September 2025. Schätzungen gehen von einer Reichweite von etwa 10.000 km aus, wobei MIRV-Bestückungen zum Standard gehören.

Da bereits die neuen Typ-096-SSBNs im Bau sind, ist klar ersichtlich, dass Peking den maritimen Bestandteil seiner strategischen Nuklearkräfte priorisiert.

Intermediär- und mittelstreckenballistische Raketen (IRBM / MRBM) & Hyperschallwaffen

Bevor wir zu den interkontinentalen Schwergewichten kommen, lohnt es sich, sich die Klasse von Raketen anzusehen, die in einem tatsächlichen Konflikt um Taiwan oder das Südchinesische Meer womöglich am wichtigsten sind: Intermediär- und Mittelstreckensysteme. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Russland, die lange durch den INF-Vertrag beschränkt waren, hatte China nie Beschränkungen beim Bau von Waffen in der 500–5.500-km-Reichweite. Diese Freiheit verschaffte Peking einen entscheidenden Vorteil in ganz Asien. Diese Raketen bilden das Rückgrat seiner regionalen Schlagkraft – ausgelegt, um US-Stützpunkte, verbündete Infrastruktur und Marineverbände in Gefahr zu bringen – und sie sind das schärfste Instrument in Chinas Anti-Access/Area-Denial-Strategie (A2/AD).

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YJ-20 – eine Hyperschall-Antischiffs-Aeroballistikrakete, einsetzbar auch gegen Flugzeugträger. Foto: Screenshot chinesische Medien

DF-26 und DF-21 – die Gestalter der Region

Die DF-26 hat sich einen treffenden Spitznamen verdient: den „Trägerkiller“. Diese zweistufige, feststoffgetriebene intermediäre ballistische Rakete kann bis zu etwa 4.000 km erreichen und wird in Varianten mit konventioneller oder nuklearer Nutzlast eingesetzt. Einer Variante wird nachgesagt, sie trage einen hyperschallmanövrierbaren Gefechtskopf, der für den Einsatz gegen sich bewegende Seeziele ausgelegt ist – eine Fähigkeit, die Trägerkampfgruppen direkt bedroht und Peking ein mächtiges A2/AD-Werkzeug in die Hand gibt.

Die DF-26 ging ab 2016 in Dienst und ersetzt schrittweise die ältere DF-21, Chinas erste feststoffgetriebene Mittelstreckenrakete, die Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurde. Die DF-21-Familie existiert weiterhin in mehreren Konfigurationen; der Text schätzt mindestens ~80 DF-21-Systeme in unterschiedlichen Rollen. Gemeinsam verschaffen DF-21- und DF-26-mobile Abschussfahrzeuge China Reichweite über Südostasien, große Teile des westlichen Pazifik und sogar in Teile russischen Territoriums – eine geografische Abdeckung, die die operativen Optionen in der Region neu gestaltet.

DF-17 – Chinas einsatzfähiges Hyperschall-Gleitflugkörper-System

China testete sein erstes Hyperschall-Gleitflugkörper-Konzept im Jahr 2014, offenbar unter Verwendung einer DF-16-Trägerrakete. Mobile Systeme mit dem DF-17-Hyperschall-Gleitflugkörper traten ab 2019 in den Dienst. Bemerkenswert an der DF-17 ist nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch ihre Manövrierfähigkeit: Der Gleitflugkörper fliegt mit Überschallgeschwindigkeit entlang der oberen Atmosphäre und kann sowohl seitlich als auch vertikal manövrieren – was die Verfolgung und Abwehr durch moderne Raketenabwehrsysteme erheblich erschwert.

Berichten zufolge liegt die effektive Reichweite der DF-17 bei etwa 2.500 km, wobei die Nutzlasten – selbst konventionelle – mit Geschwindigkeiten von über Mach 5 zugestellt werden. Während diese Reichweite die Reichweite über dem Meer begrenzt, ermöglicht sie präzise Schläge über Küstengewässern und Landgebieten, die sich klar innerhalb von Chinas strategischer Peripherie befinden – genau jene Zonen also, die Peking am ehesten verteidigen oder beanspruchen würde. Offene Schätzungen gehen davon aus, dass heute mehrere Dutzend DF-17-Einheiten im Einsatz sind.

Hyperschall-Gleitflugkörper wie die DF-17 sind besonders effektiv, weil sie die Reaktionszeit für Verteidiger drastisch verkürzen und die Wirksamkeit von Abfangsystemen, die auf vorhersehbaren ballistischen Flugbahnen basieren, stark verringern. Genau deshalb hat China sie zu einem zentralen Bestandteil seiner gestaffelten Abschreckungs- und Gebietsverweigerungsstrategie gemacht.

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JL-1 (luftgestützte ballistische Rakete Chinas)

Luftgestützte Raketensysteme (JL-1, H-6 / CJ-10 / YJ-Familie)

Chinas strategische Raketenhaltung beschränkt sich nicht auf Silos und U-Boote – die Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee (PLAAF) verfügt ebenfalls über ein umfangreiches luftgestütztes Arsenal, das rund um die bewährte Bomberfamilie H-6 aufgebaut ist. Die H-6N, die fortschrittlichste Variante, die derzeit öffentlich gezeigt wird, dient als Startplattform für eine neue Generation luftgestützter ballistischer und Marschflugkörper, wodurch Peking seine Schlagreichweite weit über die Küstengewässer hinaus ausdehnen kann.

JL-1: Eine neue luftgestützte ballistische Option

Bei der Parade am 3. September stellte Peking die JL-1 (Jù Làng-1) vor – eine zweistufige, luftgestützte ballistische Rakete, die von der H-6N getragen wird. Die JL-1 wird von einem Pylon unter dem Flugzeug gestartet und folgt anschließend einer ballistischen Flugbahn zum Ziel. Jede H-6N kann eine einzelne JL-1 mitführen, und die Kombination aus Bomber und Rakete ergibt einen Einsatzradius von bis zu etwa 8.000 km – ausreichend für präzise Schläge gegen Marineverbände und stationäre Ziele über große Entfernungen hinweg. Die Einführung der JL-1 in die strategische Luftflotte der PLAAF scheint im laufenden Jahr begonnen zu haben.

H-6 als vielseitiger Raketen-Träger

Die H-6-Familie – im Wesentlichen eine inländische Weiterentwicklung der sowjetischen Tu-16 – bleibt Chinas wichtigste Langstreckenbomberflotte. Moderne H-6-Varianten können eine Vielzahl von Waffen unter den Tragflächen tragen, darunter die CJ-10/CJ-12-Marschflugkörper (abgeleitet von sowjetischer Kh-55-Technologie, die nach dem Zerfall der UdSSR adaptiert wurde). Diese Unterschall-Marschflugkörper – mit Reichweiten im Bereich von 1.500 bis 2.000 km – tauschen Geschwindigkeit gegen Nutzlast und Ausdauer ein, sodass H-6-Bomber stationäre Ziele oder Marineeinheiten aus sicherer Entfernung angreifen können – allerdings auf Kosten der eigenen Reichweite des Bombers.

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YJ-15 Überschall-Antischiffs-Marschflugkörper (Bild: SinoDefenceForum)

YJ-Familie: Überschall- und Hyperschall-Antischiffsraketen

Besonders beunruhigend für Überwasserflotten ist Chinas wachsendes Arsenal an Hochgeschwindigkeits-Anti-Schiff-Waffen. Die H-6 kann die YJ-12 tragen – eine Überschall-Antischiffsrakete mit angegebenen Geschwindigkeiten zwischen Mach 2,5 und Mach 4 und einer Reichweite von bis zu etwa 500 km – Leistungswerte, die das Zeitfenster für die Verteidigung von Marineeinheiten drastisch verkleinern. Bei der Parade in Peking zeigte China außerdem eine Familie von Raketen der nächsten Generation – YJ-15 sowie möglicherweise YJ-17, YJ-19, YJ-20 und YJ-21 –, von denen einige offenbar Überschall- oder Hyperschall-Designs sind.

Die YJ-17 soll Berichten zufolge einen zweistufigen Booster und einen Hyperschall-Gleitflugkörper nutzen, um Reichweiten von etwa 1.000 km zu erreichen; die YJ-19 verwendet angeblich ein Staustrahltriebwerk (Scramjet) und operiert im Bereich von rund 500 km; YJ-20 und YJ-21 ähneln aeroballistischen oder aeroballistisch inspirierten Raketen mit einer Reichweite von 300–400 km – ähnlich in Funktion wie die russischen Iskander-M oder Kinzhal. Viele dieser Systeme werden vermutlich noch erprobt, doch ihr öffentliches Auftreten signalisiert Chinas Fokus auf schnelle, schwer abzufangende Anti-Schiffs- und Küstenverteidigungswaffen.

In ihrer Gesamtheit verleihen die H-6-Flotte und ihre Raketenfamilie China die Fähigkeit, große Teile des westlichen Pazifiks von Landbasen aus zu erreichen – eine Fähigkeit, die im Zentrum jeder möglichen PLA-Operation steht, die auf die Kontrolle der umliegenden Seegebiete oder die Bedrohung entfernter Einsatzverbände abzielt.

Kurzstreckenraketen – das Taiwan-Werkzeugkasten

Während Interkontinentalraketen (ICBMs) und Hyperschallwaffen die Schlagzeilen beherrschen, sind es Chinas Kurz- und Mittelstreckenraketen, die mit größter Wahrscheinlichkeit in einem regionalen Konflikt eingesetzt würden – insbesondere über Taiwan sowie im Süd- und Ostchinesischen Meer. Diese Systeme sind speziell dafür ausgelegt, den Zugang zu sperren, Verteidigungssysteme zu überlasten und Abschuss- oder Basiseinrichtungen zu zerstören, bevor ein Gegner überhaupt reagieren kann.

China stellte 2013 die DF-12 in Dienst – ein modernes, hochpräzises taktisches Raketensystem, das nach vielen Berichten die US-amerikanische ATACMS in Reichweite und Mobilität übertrifft. Abgeschossen von geneigten Transport-Start-Containern auf einem vierachsigen Fahrgestell, erreichen DF-12-Raketen 400–500 km. Peking exportiert außerdem eine M20-Abwandlung für die weißrussischen Polonez-Werfer mit reduzierter Reichweite von etwa 300 km.

Ergänzt wird die DF-12 durch andere Kurzstreckenraketen mit Feststoffantrieb wie die DF-15 (bis zu 600 km) und die DF-16 (rund 1.000 km). Beide Familien existieren in mehreren Varianten und können mit konventionellen oder nuklearen Sprengköpfen bestückt werden – darunter präzisionsgelenkte, terminal manövrierende Gefechtsköpfe, die die Treffgenauigkeit gegen Punktziele erhöhen. Zusammengenommen betreibt die Volksbefreiungsarmee (PLA) wahrscheinlich mehrere Hundert Abschussfahrzeuge für diese Systeme.

Diese Dichte und Tiefe an Startsystemen sind entscheidend. In jeder Operation gegen Taiwan könnte die PLA massierte Angriffe mit SRBMs (Kurzstreckenraketen) und MRBMs (Mittelstreckenraketen) einsetzen, um Luftverteidigungssysteme zu unterdrücken, Aufklärungseinrichtungen zu blenden sowie Start- und Landebahnen oder Häfen zu zerstören. Der kombinierte Einsatz dieser Raketen – ergänzt durch Marschflugkörper und Anti-Schiffs-Systeme – würde es jedem Gegner extrem schwer machen, eine wirksame Verteidigungsstellung aufrechtzuerhalten.

Bei der Parade 2025 hob Peking außerdem Überschall- und Hyperschall-Antischiffswaffen mit gemeldeten Reichweiten von bis zu 1.000 km hervor (YJ-Familie). Selbst wenn einige dieser Systeme noch Prototypen sind, ist der Trend eindeutig: China rüstet seine Küsten- und Regionalstreitkräfte mit schnellen, schwer abfangbaren Waffen auf, die Marineoperationen innerhalb der ersten Inselkette erheblich erschweren.

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Vom Aufholen zum Überholen

Chinas Raketenarsenal holt heute nicht mehr nur zu den führenden Nuklearmächten der Welt auf – in einigen Bereichen liegt es bereits vorn. Die schiere Vielfalt der in Peking präsentierten Systeme – von schweren Silo-ICBMs bis zu straßenmobilen Startern, von U-Boot- und luftgestützten Systemen bis hin zu Hyperschall-Gleitflugkörpern und Überschall-Antischiffsraketen – weist auf eine gestaffelte, flexible und moderne strategische Abschreckung hin.

Tatsächlich drückt Peking gerade in dem Bereich am stärksten aufs Tempo, in dem seine Rivalen deutlich hinterherhinken: Hyperschalltechnologie. Während Washington sich noch in der Forschungs- und Testphase befindet, hat China bereits operationelle Hyperschall-Gleitflugkörper im Einsatz und erweitert sein Hyperschall-Antischiffsarsenal. Russland ist das einzige andere Land in diesem exklusiven Kreis – doch sowohl Moskau als auch Peking bewegen sich derzeit schneller als die Vereinigten Staaten.

Die Parade vom 3. September 2025 war also nicht bloß ein Schauspiel – sie war ein Signal. China baut eine Raketenstreitmacht auf, die nicht nur einen Zweitschlag im nuklearen Krieg garantiert, sondern auch den Zugang zu seinen Küstenzonen verwehren, gegnerische Flotten bedrohen und Rivalen in jedem regionalen Konflikt im Unklaren lassen soll.

Zum ersten Mal in der modernen Geschichte spielt Peking bei der Raketentechnologie nicht mehr die zweite Geige. Es gibt den Takt vor – und fordert die anderen heraus, Schritt zu halten.

Von Dmitry Kornev, Militärexperte, Gründer und Autor des Projekts MilitaryRussia (Website erlaubt kein https).

Anmerkung: Alle Links stammen von mir. Wieso können andere das immer noch nicht, auch nicht der Autor des Artikels? Sollen die Leser sich das selbst zusammensuchen? Was ist so schwierig daran, Quellen und Informationen zu verlinken?

Did I make you feel uncomfortable?

tattichula

Falls ihr nicht wisst, wem auf X oder auf Instagram zu folgen sei…

Diese Attitude bringt mich immer zum Schmunzeln. Könnte fast von mir stammen…

Unter von Arabern Befreiten

Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Die Nationalhymne Andorras beginnt mit der Zeile „El gran Carlemany, mon Pare, dels àrabs em deslliurà“. Das heißt auf Deutsch: „Der große Karl der Große, mein Vater, befreite mich von den Arabern“.

ChatGPT: Der Pew Research Center-Datensatz über muslimische Bevölkerungen listet für Andorra weniger als 1.000 Muslime (unter 1 % der Bevölkerung) auf.

Miszellen

DJV
Mitgliederversammlung des DJV Berlin – JVBB. Wir haben uns (fast) garnicht herumgezankt, sondern ein paar Dinge diskutiert.

Heute nur gute Nachrichten. Ich habe einen Tag frei, bevor es wieder in die 12-stündigen Nachschichten geht. Nein, ich würde nie vom Arbeitsplatz bloggen oder dort surfen. Das ist total vollumfänglich absolut verboten. Ich starre meinen Laptop mit eigenem Modem nur an.

DJV
Blick von der Markgrafenstr. 15 nach Westen

Meine Rechtsschutzversicherung hat überraschend zugesagt, die Kosten für mein gerichtliches Vorgehen gegen Facebook zu übernehmen. Das hatte ich gar nicht erwartet. Mein Anwalt setzt gerade ein Schreiben auf, Meta aufzufordern, meinen Account wieder komplett freizuschalten. Wenn die das nicht unverzüglich tun, kommt die juristische Kavallerie.

DJV
Blick von der Markgrafenstr. 15 nach Süden, am Horizont ist der Radarturm des ehemaligen Flughafens Tempelhof zu sehen.

Ich habe auch eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, weil mir rechtzeitig einfiel, meine Krankenversicherung zu fragen, ob ich in Israel versichert wäre. Nein, wäre ich nicht. Wenn mich dort vor zwei Jahren einen Rakete gestreift hätte, wäre das auch finanziell übel geworden. Jetzt kann ich arabische Messerstecher verhauen und muss nicht selbst zahlen, wenn ich dabei was abkriege.

DJV
Blick von der Markgrafenstr. 15 nach Norden – man sieht die Kuppel des Deutschen Doms.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

friedrich

Begegnung während der Nachtschicht…

Sehr geehrte Pizzeria Zulu!

pizza
Pizza aus Fürth (Symbolbild)

Sehr geehrte Pizzeria Zulu in in Fürth! Sehr geehrter Herr Gaspare Squitieri!

Ihr hattet da in der Königstraße 81 laut den Berichten der Qualitätsmedien einen Aushang, der sinngemäß lautet: Juden und Hunde seien nicht erwünscht. Das Schild wurde wieder entfernt. Ich vermute, dass ihr den Text jetzt ändern wollt, etwa: „Araber sind hier nicht erwünscht, so lange die Geiseln in Gaza nicht frei sind!“ Bring them home!

Wenn ich jemals nach Fürth kommen sollte, was ein höheres Wesen verhindern möge, werde ich sicher nicht bei Euch einkehren, sondern vor die Tür kacken spucken oder leise das Motto von Krav Maga vor mich hinmurmeln: „We do bad things to bad people.“

Gaza? Israel macht dort fast alles alles richtig, mal abgesehen davon, dass jeder Krieg tragisch ist und schreckliche Kollateralschäden nach sich zieht. Aber die Bewohner Gazas wollten es so, genauso wie die Bewohner Dresdens es so wollten. Wenn man einen Krieg anfängt, sollte man über die Folgen nicht jammern. Das wissen wir Deutschen doch am besten.

Und übrigens: Judäa und Samaria gehören zu Israel, schon rund dreitausend Jahre. Bekomme ich jetzt bei Euch Hausverbot?

Nessuna riunione desiderata!
Burkhard Schröder

Unter Illusionsmaschinisten

KI
Beschriftung der Armbänder, Schärfe- und Licht-Relation zwischen Vorder- und Hintergrund: Die Dame ist attraktiv, aber eindeutig KI-generiert.

Wieso denke ich derzeit oft an das Spiel „Schiffe versenken“?

Was haben Gamedesigner, etwa in Secondlife (wie ich), Opernhäuser, Schriftsteller und Künstliche Intelligenz gemeinsam? Sie erzeugen Illusionen für das jeweilige Publikum. Das kann man als Kunst oder Handwerk beschreiben oder als eine Mischung aus beidem.

Wenn man die Technik, die dahintersteckt, genauer ansieht, bekommt man Respekt vor dem, was alles nötig ist, um die Augen und Sinne der Rezipienten hinter’s Licht zu führen und ihnen etwas vorzugaukeln.

Ich arbeite sehr oft in der Berliner Staatsoper und kann – vor allem nachts – im Sinne des Wortes hinter und auch unter die Kulissen schauen. Unter der Hauptbühne sind drei (!) Etagen Technik. Wenn man also im dritten Untergeschoss steht und nach oben sieht, kommt man sich vor wie in einem gotischen Hallendom, der komplett verkabelt ist. Mehr als hundert Techniker arbeiten, um einen Chor, ein Orchester und Sänger zum Musizieren zu bringen. Dazu kommt die Kostümerie.

KI
Man beachte die unrealistische Spiegelung auf dem linken Oberschenkel der Dame in altrosa: Eindeutig KI-generiert bzw. enhanced. Auch die Unterarme sehen nicht natürlich aus – ein weiteres Indiz.

Auch die Technik, die hinter den Sims in Secondlife steckt, also den virtuellen Environments, in dem Avatare herumlaufen, ist wahnsinnig kompliziert, vor allem auch deswegen, weil man das nicht in einem Handbuch nachlesen kann, sondern nur per learning per doing – und man braucht jahrelange Erfahrung. Es erzeugt das Gefühl, ein Maschinist zu sein, der an vielen Hebel gleichzeitig herumfummeln muss, um die Dinge zum Laufen zu bringen.

Auch Leute, die gute Geschichten schreiben, erzeugen Illusionen. Vor dem inneren Auge der Leser entfalten sich Welten, und sogar mehr, als der Verfasser planen kann. Ich lese gerade, um mich abzulenken und zu entspannen, Thomas Manns Buddenbrooks. Und das kam so: Neulich fand ich partout auf Netflix keinen Film, der sich zum Einschlafen eignete, und stöberte in meiner Sammlung von CDs und fand die Verfilmung des Romans mit Armin Müller-Stahl und Iris Berben. Man kann sich das heute noch ansehen, aber auch jederzeit wieder ausschalten mit dem Gefühl, nichts zu verpasst zu haben, wenn man nicht weiterschaut. Die zweieinhalb Stunden Film sind also 729 Seiten Roman. Ich suchte in meiner Bibliothek und fand auch das – noch nie gelesene – Buch, das ich für ein paar Mark in den 70-ern irgendwo auf einem Trödelmarkt gekauft hatte.

Die „Buddenbrooks“ hat es nie gegeben – alles natürlich erfunden. Das muss man erst einmal nachmachen. Ein Schriftsteller kann aber kein Wort über etwas verfassen, was ihm noch nie irgendwo und irgendwie in irgendeiner Form begegnet ist (Deswegen bin ich 1998 nach Venezuela gereist.)

Auch die mittlerweile doch recht zahllosen KI-Mädels auf Instagram sind pure, aber attraktive Illusionen. Ich gräme mich, dass ich das nicht kann bzw. – auf Grund meiner Präferenzen – keine Zeit finde, mir das beizubringen. „Was machst du beruflich?“ – „Ich erzeuge hübsche spärlich bekleidete Damen, die Zehntausende Follower in sozialen Medien haben und mir Geld einbringen.“

Neben der Schriftstellerei und dem Gamedesign wäre das mein dritter „Beruf“ als Illusionsmaschinist.

KI
Schwer zu beurteilen, aber im Profil der Dame steht „AI Influencer“ – das ist schon richtig gut gemacht.

Nichts Persönliches

antisemitismus

„Ein antisemitischer Aushang an einem Geschäft in Flensburg sorgt bundesweit für Empörung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ladeninhaber.“

Nein. Ganz falsch. Das habe ich im DJV gelernt: Wird man gemobbt, muss man zurückmobben, aber doppelt zu schlimm. Was wäre, wenn jetzt alle jüdischen Restaurantbesitzer in Deutschland ein Schild wie unten ins Schaufenster hingen hängten?

Wenn ich so etwa in den Sozialen Medien postete, wären sämtliche Accounts in Sekunden auf immer und ewig gesperrt, und es würden Anzeigen von den Meinungs-Blockwarten und anderen NGOs nur so hageln.

Deswegen würde ich das nie tun. Ist auch total fiktiv und überhaupt nicht ernst gemeint. Bitte surfen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

antisemitismus

Die Zukunft

future

Fällt es nur mir auf, dass es kaum noch gute Science Fiction gibt? Die meisten Filme sind woker Fantasy-Schrott oder Fast-and-Furious-Versionen mit pseudofuturistischen Mobilgeräten Fahrzeugen. Meine These dazu: Da niemand eine positive Vision hat, wie die Zukunft aussehen könnte, fällt allen nur noch an Postapokalypse ein.

Das war mal anders, wenn man an die sowjetische Science Fiction denkt wie an Konstantin Ziolkowski oder die Gebrüder Strugatzki. Oder an den Ausnahmeschriftsteller Stanislaw Lem, der die Science Fiction aus den Niederungen der Populärliteratur in die Höhen der ernst zu nehmenden Literatur gehoben hat. (Den Unterschied gibt es im angelsächsischen Raum gar nicht.)

future

Der Kapitalismus bringt keine Ideen hervor, die ihn selbst als Vergangenes schildern könnten. Entweder gibt es reaktionäre Zurück-zur-Natur-Fantasien wie in Aufbruch nach Pandora oder der Klassengegensatz zwischen Kapital und Arbeit wird noch auf die Spitze getrieben wie in Elysium oder Snowpiercer.

Die meisten anderen Plots drehen sich um aufsässige Roboter oder um die Begegnung mit den ganz Anderen aka Aliens – beide Themen hat Lem schon vor mehr als einem halben Jahrhundert optimal literarisch dargestellt (Die Verhandlung, Solaris).

future

Meine Fantasie reicht aus, um mir die Welt in ferner Zukunft umrissartig vorzustellen. Man muss nur die einzelnen relevanten Variablen extrapolieren.

Verfügbarkeit von Informationen: Informationen als Resultat dessen, was der Homo sapiens über seine Welt denkt und welche Schlüsse er zieht, wurden schon immer ausgelagert, um sie mehreren zugänglich zu machen und sie gleichzeitig zu speichern, damit man später noch etwas davon hat. Der Codex des Hammurabi unterscheidet sind prinzipiell nicht von der Gutenberg-Bibel oder dem Internet.

Man kann sich natürlich vorstellen, dass um den Zugang zu Informationen gekämpft werden wird. Informationen sind genau so eine Ressource wie Rohstoffe. Aber wenn man sich langfristigen Trend seit Beginn der Menschheit ansieht, geht es doch, mit Unterbrechungen, in die Richtung: Alles könnten alles wissen, wenn sie nur wollten.

future

Aussehen. Auch hier haben sich die Basics nicht groß geändert: Der Mensch bedeckt seinen Körper halbwegs. Wenn der Homo sapiens im Sinne des Wortes vielleicht zur Vernunft kommt und aufhörte, höhere Wesen zu verehren, würde die Kleidung nicht unbedingt so puritanisch sein wie heute, sondern vielleicht sogar der in der minoischen Zeit vor vier Jahrtausenden ähneln. Solange Christentum und der Islam aber noch eine Rolle spielen, bleiben nackte Brüste tabu.

Lange oder kurze Haare: Lange Haare bei Männern, ohne irgendwie „frisiert“ zu sein, sind in der Geschichte eher selten, auch wenn uns zahllose Germanen- und „Barbaren“-Filme etwas anderes weismachen wollen. Der Suebenknoten kommt gerade wieder in Mode. In soldatisch geprägten Kulturen trug der Mann Kurzhaar. Oder auch: Je patriarchalischer die Kultur, um so mehr haben die Frauen lange Haare und die Männer kurze (Israel ist ein gutes Beispiel!)

In einem Science-Fiction-Film müsste man schon sehr viel Fantasie haben, um sich Frisuren auszudenken, die es noch nie gegeben hat.

future

Ökonomie: Wir stellen uns eine Wirtschaft vor, die viel höher entwickelt ist als unsere jetzige – ein Gesellschaft, in der die grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind: Energie und Nahrung. Das wäre jetzt schon theoretisch möglich, aber der Kapitalismus will es nicht so.

Alle Informationen über den Bedarf müssten den Produzenten von Waren fast in Echtzeit zur Verfügung stehen. Das machte rationales Wirtschaften möglich. „Ich kann morgens jagen, nachmittags fischen, abends Viehzucht betreiben, nach dem Essen kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne jemals Jäger, Fischer, Hirte oder Kritiker zu werden.“

Warum kommt keinem Autor die Idee, so etwas zu beschreiben? Die KI könnte wunderbare Bilder dazu liefern. Natürlich gäbe es genug Konflikte, da der Mensch an sich nicht nur nach dem Guten, Schönen und Wahren strebt, sondern auch nach dem Bösen – weil er es kann.

future

Mobilität: Unerreichter Standard hierzu ist Bladerunner. Ich würde es aber ganz anders darstellen. Individualverkehr und die dazu passenden Fahrzeuge, mögen sie auch aus dem Stand fliegen können, haben keine Zukunft, zumindest nicht in hoch verdichteten Städten. Man kommt viel schneller staulos irgendwo hin mit Metro, Straßenbahn oder Hochgeschwindigkeitszügen. Oder mit motorisierten Zweirädern. Oder man reitet auf Robotern.

Oder man fragt sich: Warum muss ich überhaupt weg, wenn mir alles ins Haus geliefert wird und ich jederzeit per Video jeden sehen kann, den ich sehen will?

future

Waffen: Auch hier, wie beim Fahrzeug. Individuelle Bewaffnung hat keine Zukunft oder ist nur eine mehr oder wenige irrelevante Option im close combat Die gehört Drohnen in jeder Größe und mobilen künstlich intelligenten Robotern. Warum sollten sich Menschen der Gefahr aussetzen, getötet zu werden?

Steuerknüppel, Joystick, Knöpfe oder Schalthebel sind die Waffen der Zukunft. Unbemannte winzige Drohnen hat schon Frank Herbert beschrieben.

future

Wie weit in die Zukunft hinein kann man spekulieren? Was würden Beethoven und Marx von der Welt noch verstehen, wenn sie heute wieder aufwachten? Oder Kaiser Augustus?

Wir geraten automatisch ins Lemsche Dilemma, wie in „Solaris geschildert“: Etwas, das uns fremd ist, kapieren wir nicht. Imitation ohne Plan ist dann die einzige Form der Kommunikation. Es geht auch den Aliens so, wie in Der Unbesiegbare.

Was würden wir verstehen, wenn man uns die Welt in 100 Jahren zeigte? Sprechen dann alle Mandarin, loben den Kommunismus, und Frauen zeigen nackte Brüste?

future

Ich vergaß Sex. Was auf jeden Fall wegfallen wird, weil erst vom Kapitalismus erschaffen, ist die eheliche Treue. Die Ehe ist primär ein Entschluss, gemeinsam zu wirtschaften und Kinder großzuziehen, aber keinesfalls, nur mit einer Person Sex zu haben. Leider werde ich diese Zeit vermutlich nicht mehr erleben. Oder es geschieht ein Wunder…

future

Klassenkampf in Nepal

nepal

Klassenkampf in Nepal – der Präsidentpalast steht in Flammen. „The Government Palace in Nepal is completely engulfed in flames – they are not even trying to extinguish it (…). The building housed the main offices and departments, including the Prime Minister’s offices. All important documents have burned. It was the largest palace in all of Asia, with nearly 2,000 rooms. It was built as the Prime Minister’s private residence in 1903. The Nepalese army threatens to deploy troops on the streets if looting, arson, and vandalism do not stop.“

Angeblich ist der Premierminister auf der Flucht. (Die Kathmandu Post ist gerade nicht erreichbar – vermutlich wird die Website gerade von Anfragen überflutet.)

BY the way: Von 1996 bis 2006 befand sich die Kommunistische Partei Nepals (Maoistisch) in einem Bürgerkrieg gegen die Monarchie und das hinduistische Klassensystem.

Zirkumzensierter Knöterich

knöterich

Vor zwei Jahren schrieb ich, dass mein Knöterich auf dem winzigen Balkon mit Erlaubnis meiner Nachbarn im dritten Stock schon zum vierten Stock unterwegs sei. Das Problem war nur, dass die Pflanze jetzt nur noch ein paar kümmerliche Blätter trieb, die schnell wieder verwelkten, weil der Kasten wahrscheinlich gar keine Erde mehr enthält, sondern nur noch Wurzeln, die, erlaubte man ihnen das zügellose Wachsen, vermutlich schon bis in andere Stadtteile reichen würden.

Ich entschloss mich also zu einer radikalen Lösung und köpfte ihn und zerrte die unzähligen Verästelungen von oben herunter. Der Knöterich „ist eines der wenigen echten Gehölze der Familie, wächst äußerst schnell und erreicht bei entsprechender Kletterhilfe mühelos Wuchshöhen um zehn Meter.“

Und siehe: In nur zwei Tagen hat der Rest-Knöterich schon wieder Blätter geworfen und beginnt, sich nach oben zu ranken. Dem kann man beim Wachsen fast zugucken. Mit Blättern sieht eine Pflanze einfach besser aus.

Shakshuka

Shakshuka

Ich habe mir einen Männerschnupfen zugelegt und fühle mich matschig in der Birne. Demnächst wieder etwas Gehaltvolleres.

Kreatives Handwerk, made in Germany

Tasse

Alfashirt hat krasses Zeug; vielleicht ist das eine Tarnfirma von Zahal (har har). Das Galil ist in der ganzen Welt verbreitet. Wieder ein Argument, dass erstens die Position der sogenannten „Linken“, gegen die Rüstungsindustrie zu sein, völlig meschugge ist und zweitens, dass der Kapitalismus ohnehin keine Moral kennt, weil es selbstredend um den Profit geht – und um sonst nichts. Rüstungsindustrie vergesellschaften!

Übrigens werde ich jetzt nicht mehr zu den Filmfestspielen in Venedig eingeladen.

Fuck off, Klimatisches und Vermischtes

israel

Was haben wir denn heute noch so?

– „‘Anti-Palestinian Racism’: It’s the next tool of anti-Zionists“, schreibt die Jerusalem Post. Hoffentlich haben die jetzt nicht Frau Chebli auf noch mehr dumme Gedanken gebracht. Warum muss ich jetzt spontan an den Jemen denken?

– Der Chinese an sich ist, wenn wir den deutschen Qualitätsmedien glauben wollen, ein Imperialist. Der Vietnamese aber, eben weil er kein Chinese ist, nicht, auch wenn er noch imperialistischer ist.

Ein US-Amerikaner sagt etwas über die deutsche Einwanderungspolitik. Die Journalistin Dunja Halali antwortet: Uwe!

– Die Chinesen bleiben stabil, was den Islam angeht.

– Leider hinter der Paywall der bürgerlichen Presse: „Entlarvte Katastrophenprognose offenbart mächtiges Netzwerk zum Schaden der Wirtschaft“

Zitat: „De Studie erntete im April 2024 donnernde Schlagzeilen: „Der Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft“, titelte die „Tagesschau“, „Klimakrise kostet 38 Billionen Dollar pro Jahr“, meldete der „Spiegel“. Sie avancierte zur am zweithäufigsten zitierten Studie aus der Klimaforschung 2024.

Die Medienberichte angefacht hatte eine Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die für die Arbeit seiner Forscher warb: „Selbst wenn der CO₂-Ausstoß ab heute drastisch gesenkt werden sollte, ist die Weltwirtschaft aufgrund des Klimawandels bereits zu einem Einkommensverlust von 19 Prozent bis 2050 verurteilt, so eine neue Studie, die in ,Nature‘ veröffentlicht wurde“, hieß es darin. Jene Studie erweist sich aber nun als einer der größten Wissenschaftsskandale der vergangenen Jahre.

Es häufen sich fachliche Verrisse. Jetzt haben die Autoren zur Schadensbegrenzung einen neuen Aufsatz publiziert, der alles nur noch schlimmer macht. Der Fall sät grundlegende Zweifel an „Nature“, dem PIK, unkritischen Medien, Polit-Organisationen und Finanzinstituten; Kritiker sprechen von Filz. (…)

Das renommierte Magazin hätte die Arbeit nicht veröffentlichen dürfen, denn seine Redaktion war gewarnt worden: Alle vier begutachtenden Wissenschaftler hatten gravierende Mängel an der Studie festgestellt.“

– US-Botschafter Mike Huckabee kritisiert die UNO: „Die Geiseln hungern, Hamas mästet sich, und eure Lebensmittelhilfe verrottet in der Sonne von Gaza, anstatt verteilt zu werden.“ Warum sagt das der deutsche Außenminister nicht?

– „Additionally, Trump said that the States no longer spend money on Ukraine. And stated that Putin does not want to meet with Zelensky because he does not like him.“ Ist aber russische Propaganda und deshalb voll gelogen, auch wenn es wahr ist.

Parade oder nicht Parade, das ist die Frage. Oder schauen wir uns ein Dreamgirl an? Oder ein Sixpack von Gaby Butler, die starken Männern vertraut?? Oder gehen wir zu einem Kinderfest mit einem lustigen Kostüm?

kostüm

Am Arbeitsplatz

Bundespresseamt

Mein Arbeitsplatz bis Montag, heute 12, morgen und übermorgen elf, dann acht Stunden. Danach noch woanders zwei Nachtschichten bis morgens um sechs.

Übrigens: Als ich draußen stand, fuhr Google vorbei. Es kann also sein, dass ihr bald mich in der Neustädtischen Kirchstraße sehen werdet.

Au clair de la lune

staatsoper

Mein Arbeitsplatz bei Mondschein. Manche schreiben um ein Uhr nachts Romantisches. Ich muss diesen und nächsten Monat fast immer nachtschichten (Ja, ich habe dieses Tuwort soeben erfunden). Mein Roller ist auch zu sehen.

Berlin bei Nacht

Berlin by night

Wie der Titel schon sagt.

Körperbilder oder: Sydney Sweeney hat schöne Gene

one night stand

„Über Jahre war Bodypositivity und Vielfalt ein großer Trend – in der Modebranche, sowie in der Social-Media-Branche. Aktuell zeichnet sich ein Rückwärtstrend zurück zum Schönheitsideal eines dünnen Körpers ab: Ein Bild, das weiß, kolonial und NS-ideologisch geprägt ist“, behauptet Como vom WDR – „der Sound der Welt“.

Wenn mir jemand mit denglischen Buzzwords kommt, bin ich schon bedient. Bodypositivity? „Body Image“? (Antisemiten sind es auch: Sie fügen #blacklivesmatter hinzu, was mit dem Thema rein gar nichts zu tun hat.) Körperpositivität? WTF? In einfacher Sprache: Wer fett ist, sollte sich nicht schämen. (Gilt das auch für Bulimie?)

Aber man kann sich die Argumente mal anhören. Ich fragte ChatGPT, wie Schönheitsideale entstehen.

Kulturelle Traditionen und Werte

– Geschichte und Mythologie: Gesellschaften übernehmen oft Schönheitsvorstellungen aus ihrer eigenen Geschichte, Kunst und religiösen Überlieferung.
– Werte und Normen: Was als „schön“ gilt, hängt oft von den vorherrschenden gesellschaftlichen Werten ab (z. B. Tugendhaftigkeit, Reichtum, Jugend, Gesundheit, Fruchtbarkeit).

Das ist wieder mal ein ungeordnetes Sammelsurium. In einfacher Sprache: Die herrschenden Klassen und ihre medialen Lautsprecher bestimmen über das Ideal, was „schön“ ist. Es gibt aber unstrittig auch biologische Konstanten: Symmetrische Gesichter und Körper werden unbewusst mit gesunden Genen und stabiler Entwicklung verbunden. Und natürlich gilt Jugend wegen der von der Evolution vorgesehenen geschlechtlichen Vermehrung als attraktiv. Bis jetzt sehen wir noch keinen Unterschied zwischen fett und schlank.

– Klasse und Status: Bestimmte äußere Merkmale (z. B. helle Haut, schlanker Körper, bestimmte Kleidung) können als Zeichen von sozialem oder ökonomischem Status gelten.
– Geschlechtsspezifische Rollen: Schönheitsideale sind oft geschlechtlich codiert und spiegeln Erwartungen an Frauen und Männer wider (z. B. weibliche Jugend und Zierlichkeit vs. männliche Stärke).

Das dürfte zwar unbewusst noch eine Rolle spielen, ist aber im Kapitalismus ohne Funktion.

Medien und Popkultur

– Film, Werbung, soziale Medien: Sie verbreiten und verstärken bestimmte Schönheitsbilder, oft durch Wiederholung und Idealisierung.
– Influencer und Prominente: Sie prägen aktiv das, was als attraktiv gilt, insbesondere durch Inszenierung auf Plattformen wie Instagram oder TikTok.

Das Wichtigste lässt die KI natürlich weg: Pornografie. Einschränkend: Für jeden Bedarf gibt es dort auch ein Angebot, von tiny tits bis big ass. Der Markt regelt das.

Wirtschaftliche Interessen

– Mode- und Kosmetikindustrie: Unternehmen schaffen oder verstärken Ideale, um Produkte zu verkaufen (z. B. Anti-Aging, Körperoptimierung).
Schönheitschirurgie und Fitnessindustrie: Auch sie profitieren davon, dass bestimmte Körperbilder als normativ gelten.

Dissens, euer Ehren KI. Es stimmt zwar, aber ist abgeleitet von dem, was jeweils das herrschende Ideal ist.

Technologische Technische Entwicklungen

– Fotobearbeitung und Filter: Digitale Manipulation verändert den Blick auf den „natürlichen“ Körper.
– KI und virtuelle Schönheiten: Neue Technologien schaffen teilweise unrealistische Ideale.

Wie oben.

Globalisierung

– Durch Austausch und Medienpräsenz verbreiten sich Schönheitsvorstellungen über Landes- und Kulturgrenzen hinweg – oft dominiert von westlichen (v. a. amerikanischen) Idealen.

Psychologische Mechanismen

– Soziale Anerkennung: Menschen passen sich dem an, was in ihrer Umgebung bewundert wird.
– Vergleich und Gruppenzugehörigkeit: Wer dazugehören möchte, orientiert sich an dem, was innerhalb der Bezugsgruppe als schön gilt.

Apropos anthropologische Konstanten. Die KI weist auf Proportionen hin:

Goldener Schnitt: Das Verhältnis 1:1,618 (auch als Phi bekannt) wird häufig als angenehm empfunden.

Gesicht: Bestimmte Proportionen (z. B. Augenabstand, Stirnhöhe) korrelieren oft mit Attraktivitätsurteilen.

Körper: Das sogenannte „Waist-to-Hip Ratio“ (z. B. 0,7 bei Frauen) wird oft als attraktiv wahrgenommen – vermutlich wegen Zusammenhängen mit Fruchtbarkeit.

Übrigens: Zur Transformation des Körpers im Faschismus hat Theweleit alles gesagt. Bei Riefenstahls fotografischen Inszenierungen der Reichsparteitage und etwa der geht es IMHO nicht um Schönheitsideale, auch wenn das alle behaupten. Vielmehr: Welche Funktion hat der Körper im Verwertungsprozess des Kapitals? „Natürlich“ gibt es nicht, auch nicht bei den Nuba. Wahrscheinlich fasziniert der Körper der „Naturvölker“, weil er in der Projektion der „Zivilisierten“ dort noch etwas bedeutet, eine Art reaktionäre „antikapitalistische“ Romantik nach dem Motto des „Zurück zur Natur“ und alles voll Bio und gar nicht Maschine.

Über Demut und der Druck, fit zu bleiben, hatte ich hier 2018 schon etwas geschrieben:

Falls man daraus eine Lehre ziehen kann, dann ist es wohl Demut. Trotz unserer vielgepriesenen Intelligenz und „Komplexität“ sind wir nicht die alleinigen Lenker unserer Geschicke oder überhaupt von irgendwas. Man kann verbissen seine Fitnessübungen machen und nach den neuesten Moden der Ernährungswissenschaft essen und trotzdem am Stich einer Biene sterben. Auch schlank und beispielhaft fit kann man einen Makrophagen in sich tragen, der beschließt, mit einem heranwachsenden Tumor gemeinsame Sache zu machen. (…) Der Druck, fit und schlank zu bleiben und den eigenen Körper im Griff zu haben, lässt im Alter keineswegs nach: Vielmehr werden die Daumenschrauben angezogen. Familienmitglieder und Ärzte bearbeiten Ältere, sich in einem Fitnessstudio anzumelden, „gesund zu essen“ oder allermindestens tägliche Spaziergänge zu unternehmen. Wer darauf gehofft hat, nach Jahrzehnten von Stress oder körperlicher Schwerstarbeit in einen Lehnstuhl oder eine Hängematte zu sinken, wird möglicherweise enttäuscht.

Das alles hat mit Kolonialismus nichts zu tun.

body image

„Vielen Dank an alle, die sich in unserer Kommentarspalte konstruktiv zu dem Thema geäußert haben! Wir kommen aktuell nicht mit der Bearbeitung aller Kommentare hinterher und schließen die Kommentarspalte bis auf weiteres.“

Schland (Symbolbild)

Schland

Bitte nähern Sie sich der Baustelle nicht ohne Schutzhelm und Warnweste!

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