Körperbilder oder: Sydney Sweeney hat schöne Gene
„Über Jahre war Bodypositivity und Vielfalt ein großer Trend – in der Modebranche, sowie in der Social-Media-Branche. Aktuell zeichnet sich ein Rückwärtstrend zurück zum Schönheitsideal eines dünnen Körpers ab: Ein Bild, das weiß, kolonial und NS-ideologisch geprägt ist“, behauptet Como vom WDR – „der Sound der Welt“.
Wenn mir jemand mit denglischen Buzzwords kommt, bin ich schon bedient. Bodypositivity? „Body Image“? (Antisemiten sind es auch: Sie fügen #blacklivesmatter hinzu, was mit dem Thema rein gar nichts zu tun hat.) Körperpositivität? WTF? In einfacher Sprache: Wer fett ist, sollte sich nicht schämen. (Gilt das auch für Bulimie?)
Aber man kann sich die Argumente mal anhören. Ich fragte ChatGPT, wie Schönheitsideale entstehen.
Kulturelle Traditionen und Werte
– Geschichte und Mythologie: Gesellschaften übernehmen oft Schönheitsvorstellungen aus ihrer eigenen Geschichte, Kunst und religiösen Überlieferung.
– Werte und Normen: Was als „schön“ gilt, hängt oft von den vorherrschenden gesellschaftlichen Werten ab (z. B. Tugendhaftigkeit, Reichtum, Jugend, Gesundheit, Fruchtbarkeit).
Das ist wieder mal ein ungeordnetes Sammelsurium. In einfacher Sprache: Die herrschenden Klassen und ihre medialen Lautsprecher bestimmen über das Ideal, was „schön“ ist. Es gibt aber unstrittig auch biologische Konstanten: Symmetrische Gesichter und Körper werden unbewusst mit gesunden Genen und stabiler Entwicklung verbunden. Und natürlich gilt Jugend wegen der von der Evolution vorgesehenen geschlechtlichen Vermehrung als attraktiv. Bis jetzt sehen wir noch keinen Unterschied zwischen fett und schlank.
– Klasse und Status: Bestimmte äußere Merkmale (z. B. helle Haut, schlanker Körper, bestimmte Kleidung) können als Zeichen von sozialem oder ökonomischem Status gelten.
– Geschlechtsspezifische Rollen: Schönheitsideale sind oft geschlechtlich codiert und spiegeln Erwartungen an Frauen und Männer wider (z. B. weibliche Jugend und Zierlichkeit vs. männliche Stärke).
Das dürfte zwar unbewusst noch eine Rolle spielen, ist aber im Kapitalismus ohne Funktion.
Medien und Popkultur
– Film, Werbung, soziale Medien: Sie verbreiten und verstärken bestimmte Schönheitsbilder, oft durch Wiederholung und Idealisierung.
– Influencer und Prominente: Sie prägen aktiv das, was als attraktiv gilt, insbesondere durch Inszenierung auf Plattformen wie Instagram oder TikTok.
Das Wichtigste lässt die KI natürlich weg: Pornografie. Einschränkend: Für jeden Bedarf gibt es dort auch ein Angebot, von tiny tits bis big ass. Der Markt regelt das.
Wirtschaftliche Interessen
– Mode- und Kosmetikindustrie: Unternehmen schaffen oder verstärken Ideale, um Produkte zu verkaufen (z. B. Anti-Aging, Körperoptimierung).
– Schönheitschirurgie und Fitnessindustrie: Auch sie profitieren davon, dass bestimmte Körperbilder als normativ gelten.
Dissens, euer Ehren KI. Es stimmt zwar, aber ist abgeleitet von dem, was jeweils das herrschende Ideal ist.
Technologische Technische Entwicklungen
– Fotobearbeitung und Filter: Digitale Manipulation verändert den Blick auf den „natürlichen“ Körper.
– KI und virtuelle Schönheiten: Neue Technologien schaffen teilweise unrealistische Ideale.
Wie oben.
Globalisierung
– Durch Austausch und Medienpräsenz verbreiten sich Schönheitsvorstellungen über Landes- und Kulturgrenzen hinweg – oft dominiert von westlichen (v. a. amerikanischen) Idealen.
Psychologische Mechanismen
– Soziale Anerkennung: Menschen passen sich dem an, was in ihrer Umgebung bewundert wird.
– Vergleich und Gruppenzugehörigkeit: Wer dazugehören möchte, orientiert sich an dem, was innerhalb der Bezugsgruppe als schön gilt.
Apropos anthropologische Konstanten. Die KI weist auf Proportionen hin:
Goldener Schnitt: Das Verhältnis 1:1,618 (auch als Phi bekannt) wird häufig als angenehm empfunden.
Gesicht: Bestimmte Proportionen (z. B. Augenabstand, Stirnhöhe) korrelieren oft mit Attraktivitätsurteilen.
Körper: Das sogenannte „Waist-to-Hip Ratio“ (z. B. 0,7 bei Frauen) wird oft als attraktiv wahrgenommen – vermutlich wegen Zusammenhängen mit Fruchtbarkeit.
Übrigens: Zur Transformation des Körpers im Faschismus hat Theweleit alles gesagt. Bei Riefenstahls fotografischen Inszenierungen der Reichsparteitage und etwa der geht es IMHO nicht um Schönheitsideale, auch wenn das alle behaupten. Vielmehr: Welche Funktion hat der Körper im Verwertungsprozess des Kapitals? „Natürlich“ gibt es nicht, auch nicht bei den Nuba. Wahrscheinlich fasziniert der Körper der „Naturvölker“, weil er in der Projektion der „Zivilisierten“ dort noch etwas bedeutet, eine Art reaktionäre „antikapitalistische“ Romantik nach dem Motto des „Zurück zur Natur“ und alles voll Bio und gar nicht Maschine.
Über Demut und der Druck, fit zu bleiben, hatte ich hier 2018 schon etwas geschrieben:
Falls man daraus eine Lehre ziehen kann, dann ist es wohl Demut. Trotz unserer vielgepriesenen Intelligenz und „Komplexität“ sind wir nicht die alleinigen Lenker unserer Geschicke oder überhaupt von irgendwas. Man kann verbissen seine Fitnessübungen machen und nach den neuesten Moden der Ernährungswissenschaft essen und trotzdem am Stich einer Biene sterben. Auch schlank und beispielhaft fit kann man einen Makrophagen in sich tragen, der beschließt, mit einem heranwachsenden Tumor gemeinsame Sache zu machen. (…) Der Druck, fit und schlank zu bleiben und den eigenen Körper im Griff zu haben, lässt im Alter keineswegs nach: Vielmehr werden die Daumenschrauben angezogen. Familienmitglieder und Ärzte bearbeiten Ältere, sich in einem Fitnessstudio anzumelden, „gesund zu essen“ oder allermindestens tägliche Spaziergänge zu unternehmen. Wer darauf gehofft hat, nach Jahrzehnten von Stress oder körperlicher Schwerstarbeit in einen Lehnstuhl oder eine Hängematte zu sinken, wird möglicherweise enttäuscht.
Das alles hat mit Kolonialismus nichts zu tun.
„Vielen Dank an alle, die sich in unserer Kommentarspalte konstruktiv zu dem Thema geäußert haben! Wir kommen aktuell nicht mit der Bearbeitung aller Kommentare hinterher und schließen die Kommentarspalte bis auf weiteres.“
Kommentare
9 Kommentare zu “Körperbilder oder: Sydney Sweeney hat schöne Gene”
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Gene sind Gene sind Gene. Mit schön haben die erst in fleuschgewordener Wahrnehmung zu tun.
Nöglicherweise erscheint so ein Gen der feschen Laborantin als schön, weil es wie ein Kunstwerk erscheint.
Ich meine, der Don hat das für ein kleines Handgeld erschöpfend erklärt.
Das Wichtigste lässt die KI natürlich weg: Pornografie. Einschränkend: Für jeden Bedarf gibt es dort auch ein Angebot, von tiny tits bis big ass. Der Markt regelt das.
Der Markt setzt auf Natur auf.
Frauen sehen aus wies Männern gefällt und umgekehrt, jeder Topf findet nen Deckel.
Blöderweise gibts Asymmetrien, Stoff für Literatur.
Ein Ausflug in die Kunstgeschichte belehrt über
vergangene Körperbilder, inkl Holbeins Portrait Heinrich 8 (was Werbung für eine Hochzeit war).
Identitätspolitiker nehmen übel wo sie können,
nicht wo es paßt.
Sie buchstabieren die Welt als fundamental böse.
und schon haben wir die Verbindung zum vorherigen Post
https://live.staticflickr.com/2055/5700852735_62f06c7666_b.jpg
Der Kapitalismus (die Marktwirtschaft) kann im Grunde nur aufdecken, was in uns seit Millionen Jahren genetisch evolutionär selektiert wurde, aber nach Meinung einer „Konstrukt“-besoffenen Sekte abgeschafft werden sollte. In Zeiten, in welchen selbst das Prekariat einigermaßen satt und halbwegs zufrieden ist, strebt der Klassenkämpfer schlicht zu neuen, höheren Aufgaben.
Das ist aber zum einen… …blöde(?), denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Zum anderen ist es ein wenig machtbesoffen, quasi gegen ein Naturgesetz zu agitieren.
Schönheit ist die Umschreibung für „sieht nach gesundem Nachwuchs aus“. Und, damit es nicht zu einfach wird, gesunder Nachwuchs entsteht aus genetischer Variation („Gegensätze ziehen sich an“ – „gleich und gleich gesellt sich gern“ trifft auch zu, aber nicht physiologisch, sondern psychologisch/ emotional). Der in einer Zehntelsekunde ermittelte Eindruck „sieht gesund aus und passt genetisch“ betrifft dabei Männer und Frauen gleichermaßen. Denn auch Frauen orientieren sich durchaus an der Attraktivität von „Erzeugern“. „Ernährer“ müssen dagegen um so weniger attraktiv sein, je höher ihr sozialer Status ist. Die vornehme Blässe statt der sonnengegerbten Haut der Bauern kann dabei zur kränklichen Blässe werden, im Gegensatz zu sportlicher Bräune. Körperfülle wiederum wandelte sich von einem gehobenen Status („kann sich viel Essen leisten“) zu einem niedrigen Status in Zeiten von im Überfluss vorhandener Nahrung.
Der Wechsel von kurvigen Models zu androgyn wirkenden, megaschlanken Frauen könnte schließlich einer unbewussten Manipulation geschuldet sein:
Wen haben schwule Modeschöpfer im Sinn, wenn sie entwerfen? Den attraktiven Sexualpartner eines Heteromannes? Wohl kaum. Vermutlich eifern seit Twiggy Generationen von Frauen dem Schönheitsideal eines schlanken „Knaben“ nach…
PS: Eine gewisse Grundästhetik spielt natürlich auch eine Rolle. Zwar ist 1 ./. 1,6 = nicht ganz 0,7, aber immerhin nahe dran. Und wenn die allgemeine/ durchschnittliche Schönheit noch einen „Eyecatcher“ aufweist, ist atemberaubende Schönheit nahe. (Ab hier übernimmt die Biochemie.😉)
Es geht hier viel zu viel durcheinander.
Ein ganz wesentlicher Aspekt geht unter. Am besten nochmal „Das Parfum“ lesen.
Schönheit ist sonst lediglich Symmetrie.
Die klassischen Schönheitstypen wurden indes von den Reichen und Mächtigen bestimmt. Sie waren halt die Influenzer von gestern.
Im Alter liegt keine Schönheit. Allerhöchstens in der Betrachtung von Schönheit.
Wer.mit dem Altern nicht klar kommt, hat vermutlich noch ganz andere Probleme.
Rubens könnte übrigens auch anders.
Alles Buttersäure.
Nur in den Kellern ist noch Hopfen…hx.
Also als androgyn empfinde ich die nicht, eher als höchst feminin.
im übrigen gibt es wenige Blonde, nur die, die von Europäern rund um die Ostsee abstammen. Und sie sind entsprechende begehrt. Ich war mal mit meiner kolumbianischen Frau bei ihren Eltern, mit uns war eine Spanisch-Schülerin von ihr, schlankes blondes Mädchen mit langen Haaren. Die Latinos sind fast ausgeflipt, nach einiger Zeit mocht sie nicht mehr auf die Stzraße gehen, weil sie alle Männer mit Blicken gradezu auffraßen.
Was die Modeschöpfer betrifft, so sind die häufig homosexuell und haben kein erotisches Interesse an Frauen. Da ist natürlich ein dünner Kleiderständer interessanter als eine Frau mit Kurven.
Burks, dass was Du da zusammen getextet hast, das ist american way of life. Das hat nichts mit der Realität in ’schland zu tun. In ’schland geht das ungefähr so:
Der Liebling des FOCUS, die Ungelernte äh Journalistin Lang. Die Liebhaber von schönen „Frauenfotos“ kommen voll und ganz auf ihre Kosten.
Krasser Abnehmerfolg & andere Frisur So stark hat sich Ricarda Lang in den letzten 10 Jahren verändert
Lieber FOCUS, lieber Autor Märsänger, dass mit den Zähnen, das habt ihr übersehen? Wer kann der hat.
Eine Arbeiterin überlegt heute drei Mal, ob sie zum Friseur geht oder nicht. Es kostet ihr u.U. fast ein Wochenlohn. Frau Lang hat diese Sorgen nicht. Ihr Friseur wird u.a. von Arbeiterinnen bezahlt. Die sichern ihr das Friseurgeld sogar im Alter. Und zur Belohnung will man der Arbeiterin jetzt die Rente kürzen oder einfrieren oder erst ab 70 auszahlen.
Ein Leser schreibt in seinem Kommentar:
Ein anderer Leser schreibt:
Ich habe übrigens gerade herausgefunden, daß meine Zähne CNN-weiß sind.