Unter Illusionsmaschinisten

Beschriftung der Armbänder, Schärfe- und Licht-Relation zwischen Vorder- und Hintergrund: Die Dame ist attraktiv, aber eindeutig KI-generiert.
Wieso denke ich derzeit oft an das Spiel „Schiffe versenken“?
Was haben Gamedesigner, etwa in Secondlife (wie ich), Opernhäuser, Schriftsteller und Künstliche Intelligenz gemeinsam? Sie erzeugen Illusionen für das jeweilige Publikum. Das kann man als Kunst oder Handwerk beschreiben oder als eine Mischung aus beidem.
Wenn man die Technik, die dahintersteckt, genauer ansieht, bekommt man Respekt vor dem, was alles nötig ist, um die Augen und Sinne der Rezipienten hinter’s Licht zu führen und ihnen etwas vorzugaukeln.
Ich arbeite sehr oft in der Berliner Staatsoper und kann – vor allem nachts – im Sinne des Wortes hinter und auch unter die Kulissen schauen. Unter der Hauptbühne sind drei (!) Etagen Technik. Wenn man also im dritten Untergeschoss steht und nach oben sieht, kommt man sich vor wie in einem gotischen Hallendom, der komplett verkabelt ist. Mehr als hundert Techniker arbeiten, um einen Chor, ein Orchester und Sänger zum Musizieren zu bringen. Dazu kommt die Kostümerie.

Man beachte die unrealistische Spiegelung auf dem linken Oberschenkel der Dame in altrosa: Eindeutig KI-generiert bzw. enhanced. Auch die Unterarme sehen nicht natürlich aus – ein weiteres Indiz.
Auch die Technik, die hinter den Sims in Secondlife steckt, also den virtuellen Environments, in dem Avatare herumlaufen, ist wahnsinnig kompliziert, vor allem auch deswegen, weil man das nicht in einem Handbuch nachlesen kann, sondern nur per learning per doing – und man braucht jahrelange Erfahrung. Es erzeugt das Gefühl, ein Maschinist zu sein, der an vielen Hebel gleichzeitig herumfummeln muss, um die Dinge zum Laufen zu bringen.
Auch Leute, die gute Geschichten schreiben, erzeugen Illusionen. Vor dem inneren Auge der Leser entfalten sich Welten, und sogar mehr, als der Verfasser planen kann. Ich lese gerade, um mich abzulenken und zu entspannen, Thomas Manns Buddenbrooks. Und das kam so: Neulich fand ich partout auf Netflix keinen Film, der sich zum Einschlafen eignete, und stöberte in meiner Sammlung von CDs und fand die Verfilmung des Romans mit Armin Müller-Stahl und Iris Berben. Man kann sich das heute noch ansehen, aber auch jederzeit wieder ausschalten mit dem Gefühl, nichts zu verpasst zu haben, wenn man nicht weiterschaut. Die zweieinhalb Stunden Film sind also 729 Seiten Roman. Ich suchte in meiner Bibliothek und fand auch das – noch nie gelesene – Buch, das ich für ein paar Mark in den 70-ern irgendwo auf einem Trödelmarkt gekauft hatte.
Die „Buddenbrooks“ hat es nie gegeben – alles natürlich erfunden. Das muss man erst einmal nachmachen. Ein Schriftsteller kann aber kein Wort über etwas verfassen, was ihm noch nie irgendwo und irgendwie in irgendeiner Form begegnet ist (Deswegen bin ich 1998 nach Venezuela gereist.)
Auch die mittlerweile doch recht zahllosen KI-Mädels auf Instagram sind pure, aber attraktive Illusionen. Ich gräme mich, dass ich das nicht kann bzw. – auf Grund meiner Präferenzen – keine Zeit finde, mir das beizubringen. „Was machst du beruflich?“ – „Ich erzeuge hübsche spärlich bekleidete Damen, die Zehntausende Follower in sozialen Medien haben und mir Geld einbringen.“
Neben der Schriftstellerei und dem Gamedesign wäre das mein dritter „Beruf“ als Illusionsmaschinist.

Schwer zu beurteilen, aber im Profil der Dame steht „AI Influencer“ – das ist schon richtig gut gemacht.
Kommentare
6 Kommentare zu “Unter Illusionsmaschinisten”
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„…vor allem nachts – im Sinne des Wortes hinter und auch unter die Kulissen schauen“
ist das noch Handwerk – also sieht man da noch den Morgentau?
Die Nachtschicht geht bis um 6 in der Frühe.
>> Schwer zu beurteilen, aber im Profil der Dame steht „AI Influencer“ – das ist schon richtig gut gemacht.
Nö, nicht gut gemacht. Hände, obere Rippenregion, Stirn glatt wie westdeutsches Toilettenpapier, Sommerspreossen mit Pfeffermühle eingesprengselt. Das ist KI.
Warum sie sich im vergleich zum Teaserknöpfl die schicken Haare hat abschneiden lassen, ist auch noch zu klären.
2 News aus Burks seinem ehemaligen Umfeld
https://www.instagram.com/p/DOwOsA7jHEX/
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/gewalt-patienten-pflegepersonal-100.html
In dieser Sammlung könnt ihr irgendwo den Stand der Technik finden. Ich warte jeden Tag darauf das jemand Fotos dieser Machart vom nackten Höcke, der Weidel, Trump oder von Prinz Andrew veröffentlicht. Jeden Tag warte ich, aber nichts passiert.
Beliebt ist es augenscheinlich den Kopf einer Politikerin oder Schauspielerin zu nehmen und der einen Körper zu basteln. Das könnte in der Zukunft womöglich einigen Betroffenen die Karriere kosten, wenn nicht sogar einen Aufenthalt im Gefängnis bescheren oder nur Geld kosten. Ich bin mir da 100% sicher. Das wird kommen. Was die Politik betrifft könnte der Absender ein böser Chinese oder ein Russe sein, die das gegen Bezahlung oder Orden erledigen.
Wer die Endstufe dieser Entwicklung zünden will, der braucht aktuell MS-Windows, ein paar größere Geldscheine und viel Zeit.
Evidentemente usted jamas vio una foto de noche con flash, donde los objetos cercanos quedan mas iluminados que los del fondo, en cuanto a la nitidez, se la baje con un efecto polaroid y los simbolos de las las cintas no significan nada, no hable sin saber