Saures Land

Meine Mutter und ich, irgendwo zwischen Winterberg und Züschen im Sauerland, aufgenommen vor 1958.
Weil hier gefragt wurde: Meiner Mutter geht es dem Alter entsprechend gut; sie wird am 20. Februar zum zweiten Mal gegen Corona geimpft. Danke der Nachfrage!
Lastenfahrrad im Eigenbau
Schade, dass so etwas vermutlich nicht in Serie gebaut werden wird oder dass nicht zumindest ein Handbuch, wie man so etwas macht, verfügbar ist (gesehen heute in Berlin-Kreuzberg).
Danke, Merkel
Mir wäre aber Impfstoff lieber.
Burks mit Ball und Hund

Aufgenommen vor 1958. Im Hintergrund die Daubermühle zwischen Winterberg und Züschen im Sauerland.
Miszellen

Was ereignete sich denn so?
– Biden stellt die Möbel um. Deutsche Medien jubeln. Ist Gala schon live vor Ort? Wer von der Jubelarie genervt ist, kann, um sich zu erholen, die Jüdische Rundschau lesen.
– Ohne Worte: In Israel ist die Reproduktionsrate unter eins gefallen; 600.000 Israelis wurden schon geimpft.
– Was ist das für eine Gewerkschaft, der man keine verschlüsselte E-Mail schicken kann und von der man mit „sehr geehrter Herr“ statt „Kollege“ angeredet wird? Gendersternchen aber können sie. Das ist ja auch das Wichtigste.
– Noch mehr zum Gruseln: Instituto Nacional de Anthropología y Historia (Mexiko): „Revelan cómo fue la destrucción de Zultépec-Tecoaque hace 500 años, por revancha de Hernán Cortés“. Die Spanier unter Hernando Cortez haben aus Rache ihre Gegner aufgefressen, weil diese das vorher auch getan hatten. Die Story stand aber schon 2011 im Independent.
– Oh, einer meiner drei Berufe ist jetzt systemrelevant! Zum Glück ist es der, der zuverlässig Geld einbringt.
– Medium.com hat einen hübschen Artikel (man muss sich mit Facebook oder Google einloggen) über die Illusionen der US-Amerikaner: „Denial Is the Heartbeat of America – When have Americans been willing to admit who we are?“
The life expectancy of Americans is shorter than for people in other rich countries that spend far less on health care. The U.S. has the highest maternal-mortality rate of any rich country. Police in the U.S. kill their fellow citizens at significantly higher rates than in any other rich country. The United States has the largest incarcerated population per capita in the world. The rate of gun violence here is significantly higher than in any other wealthy nation. Only Israel has a higher rate of poverty among rich countries than the United States. Among G7 nations, the United States has the highest rate of income inequality. The U.S. ranks second only to Greenland in the highest rate of suicides by firearm, and most of those suicides are by white men.
– Sahra Wagenknecht sagt im Neuen Deutschland, was sie immer sagt: „Wir sind mehr und mehr zu Akademikerpartei geworden“. Das ist wahr. Die „Linke“ hat ungefähr genauso viel Arbeiter in ihren Reihen wie die SPD. Fun Fact: 44 Prozent der Mitglieder der Grünen und der SPD sind Beamte und/oder Angestellte im öffentlichen Dienst. Daher das gemeinsame Faible für Gendersternchen. In diesem Milieu will man sich anpassen und um eines höheren Wesens willen nichts falsch machen.
– Was passiert eigentlich, wenn man tote Alligatoren auf dem Meeresgrund versenkt?
Gib mir noch mehr Arbeit!
Ein unbefristeter Arbeitsvertrag endet automatisch, wenn man das gesetzliche Rentenalter erreicht. Man kann aber trotzdem weiterarbeiten, wenn Kapital und Arbeit ein Interesse daran haben. Das bestätigt auch der Europäische Gerichtshof. Mein Arbeitsvertrag (Vollzeit) wurde schon zum dritten Mal (heute!) wieder für ein Jahr verlängert. Sehr schön. Ich habe also einen befristeten unbefristeten Vertrag. Arbeitsrecht kann so logisch sein!
Home Office Work
So. Elektrik ist fertig. Neue Steckdosen und Verteilerdosen allüberall. Ich habe mir erlaubt, alles so zu konstruieren, dass man die verschiedenen Leuchtquellen nur per App und Smartphone an- und ausstellen kann, aber natürlich ohne Cloud.
Die junge Dame, die bald bei mir einzieht, spricht zwar mehr Sprachen als ich, ist aber im künstlerischen Bereich tätig. Für sie ist das neu. Dass man der Jugend Technik beibringen und nahelegen muss, amüsiert mich. Offenbar saugen die das doch nicht per Muttermilch ein.
In den nächsten Tagen muss ich grundreinigen und streichen, neben meiner Arbeit.
Dunkel. Schnee. Stau.
Das Gefühl, morgens im Stau zu stehen, vermisse ich als Radfahrer natürlich total.
Interessant, was Autos heute so alles können, was ich aber gar nicht brauche. Der Wagen quatscht mich dumm und ungefragt von der Seite an, ich sollte vorsichtig fahren, es sei Glatteis. Als ich 1970 meinen ersten VW Käfer fuhr, redete der nicht mit mir. Das war auch gut so. Und wenn Glatteis war, merkte ich das schon (Heckmotor!).
Und wo ist das Lenkradschloss? Gibt es nicht mehr, sagte man mir. Für die Hand(!)bremse muss man einen Knopf drücken (den ich weder gesucht noch gefunden habe). Das Licht soll automatisch angehen, wenn es dunkel ist – trotzdem wurde ich in Wilmersdorf von allen möglichen Verkehrsteilnehmern angeblinkt, weil die Scheinwerfer offenbar doch auf mein persönliches Eingreifen warteten. Vielleicht hatten sie Angst, ich würde sie anbrüllen – ich weiß nicht, ob das Fahrzeug, wenn es spricht, nicht auch hört?
Ich habe meinen Führerschein übrigens auf einem Simca gemacht.
Hybrider Heimewerkerfreizeitarbeitstag
Am Wochenende habe ich jetzt immer frei, also genug Zeit um zu arbeiten… (Seufz)
Leider hatte ich auch keine Zeit zu schreiben, weil die Elektrik aus den (vermutlich) 70-er Jahren immer gut für eine Überraschung ist. Das Zimmer mit erdbebensicherem Hochbett, in das in zwei Wochen eine andere junge Dame einzieht, musste komplett renoviert werden. Die Idee, eine halb kaputte Steckdose auszuwechseln, weitete sich zu einem allgemeinen und größeren Heimwerker-Drama aus: Woran liegt es, wenn man den Stecker einer Lampe in eine Steckdose steckt, dann aber plötzlich das Deckenlicht angeht? Und dergleichen mehr. Ich habe also alles herausgerissen und neu gemacht. Jetzt muss ich auch noch die Steckdosen neu verlegen… Weil Teile fehlten, eilte ich in den Baumarkt meines Vertrauens – zum Glück habe ich einen Großhändler-Ausweis, sonst hätten die mich gar nicht reingelassen.
Damit bin ich gestern und heute fast fertig geworden. Es ging schneller, als ich endlich einen Plan hatte, was lange genug gedauert hat. Parallel dazu habe ich meine neue Fritzbox eingerichtet und alle Maschinen per LAN und WLAN ans Netz bekommen, dann das Dutzend „intelligenten“ Geräte und Steckdosen neu angeschlossen, einen Käsekuchen gebacken, Königsberger Klopse gekocht, eine Gemüsesuppe zubereitet, die ein paar Tage reichen soll, und bin mit einem Teil des Kuchens, der Klopse und der Suppe zu meiner Mutter gefahren, damit die nicht von Dosenfraß leben muss. Morgen werde ich noch die alte Fritzbox als Repeater installieren. [Done: 21.55 Uhr]
Das mit dem QR Code habe ich jetzt auch begriffen. Heute war ein erfolgreicher Tag.
Apokalypse now
South China Morning Post: „Coronavirus: global death toll could hit 5 million by March, Chinese researchers say“.
A researcher at the Institut Pasteur of Shanghai who is investigating the coronavirus but was not involved in the study, said that if 5 million people died by March, it could lead to the collapse of the global health care system.
“People die en masse when they cannot get even the most basic care in hospitals,” said the person, who asked not to be named.“
Kettenduldung
Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Die Praxis, Duldungen immer wieder zu verlängern, nennt man Kettenduldung. Viele der geduldeten Personen können weder freiwillig ausreisen noch abgeschoben werden: Sie besitzen keinen Pass und/oder ihre Herkunft oder Staatsangehörigkeit ist nicht zweifelsfrei geklärt oder lässt und sich nur langwierig oder gar nicht klären.
Als Ursachen hierfür gelten die tatsächliche Unaufklärbarkeit der Identitätsdaten, ein geringes Interesse der Herkunftsstaaten an der Rückkehr und eine damit verbundene verschleppte Bearbeitung oder Prüfung von Anfragen deutscher Behörden und die fehlende Mitwirkung der betroffenen Ausländer selbst.
Zum 31. Dezember 2019 lebten 202.400 Ausländer mit einer Duldung in Deutschland – das ist so viel, wie Kassel Einwohner hat.
Nachlese: Secret Drama und dein Versprechen an die Bienen
Ich muss wieder alles, was nicht zusammengehört, in einen Beitrag pressen. Die Mäuse sind für mich eines der besten Fotos, die ich jemals gesehen habe, sogar mit philosophischem Tiefgang: Wenn man das Drama auf Erden auf Mäusegröße schrumpfte, wäre es dann noch ein Drama? Oder flame wars in „sozialen“ Medien?
Oder gar die Riots in Washington, auf einer Modelleisenbahn nachgestellt? (Ich erinnere mich daran, dass ich vor mehr als einem halben Jahrhundert auf meiner ein brennendes Finanzamt hatte, das vor allem im Dunkeln – von innen beleuchtet – sehr hübsch aussah.)
Die öffentlich-rechtlichen Anstalten Chinas CGTN meint: „The Capitol riot is a collective American failure“. Höre ich da ein wenig Schadenfreude heraus?
„Did Trump light the fuse? You bet. Did the Republicans fan that flame for their own political advancement? Of course. Did the establishment fail to see the fissures in American society and give ultra-nationalism a chance to thrive? Definitely. Did the bureaucracy become so entrenched that roads are potholed, bridges are crumbling and water become poisonous? Undeniable. Did social media wrap people in their own cocoons of comfortable opinions and become irascible to challenges? Can’t be more truthful.“ Full ack, dude.
Der Tagesspiegel gibt mir ein Rätsel auf: „Familien schickten 500 Kinder nach Berlin – sogar Babys und Säuglinge“. Wait a minute. Säuglinge?
„Die vom Landesjugendamt in diesem Jahr erfassten jungen Menschen waren vorrangig Staatsangehörige aus Afghanistan (28 Prozent),.. (…) Sogar Säuglinge und Babys ohne Eltern wurden vom Landesjugendamt in Obhut genommen: Drei Prozent der Kinder waren unter drei Jahre alt, zwei Prozent zwischen vier und fünf Jahren,…“ Wie sind die denn hierhin gekommen?
„Manche wollen unbedingt wieder zu den Eltern zurück, einige haben die ihnen auferlegte Aufgabe des Familiennachzugs erfolgreich erledigt. Manche werden angesichts von seelischen Traumata kriminell und depressiv, andere machen Abitur oder eine Ausbildung im neuen, glücklichen Leben.“
Jawohl! Definiere „glücklich“! Das ist deutscher Haltungsjournalismus vom Feinsten. Manche werden depressiv, manche nicht. Was will uns der Künstler die Autorin damit sagen? Es ist löblich, wenn man etwas bewegen will, aber bei diesem Thema was und wohin?
Und nun zu uns, Anthroposophen und Demeter! Die haben da etwas in ihrer Hauszeitschrift über eine bessere Welt. Ludger Weiss von den Salonkolumnisten schreibt:
„Aber was ist der Boden, auf dem diese Träume wachsen? Ein befremdlicher. Er besteht in der Ablehnung jeglicher moderner Technologie. Kurznachrichten sind ein „scheußlicher Weg der Kommunikation“, „Teufelszeug“. Das Internet, zumal G5 und das damit mögliche „Internet der Dinge“ gilt als Alptraumvision und erledigt sich zum Glück durch „Peak Everything„. Auch die Bekämpfungsmaßnahmen in der Corona-Pandemie werden abgelehnt.“
Ich kann den esoterischen Quatsch nicht lesen, das tue ich mir nicht an. Ich kriege davon die Krätze. „Dein Versprechen an die Bienen“, oder: „Den Willen finden und spüren.“ Das erinnert mich immer an den Titel eines Buches, das ich schreiben wollte, um schnell reich zu werden: „Frauen atmen selber“.
Kleiderständer
Endlich ein vernünftiger Kleiderständer für meine Dienstkleidung!
Engineer Modus
Das hiesige Publikum wird sicher wissen, was ich da in der Hand halte. Ich vermute aber, dass die marginalisierten Intellektuellen aus der kleinbürgerlichen Mittelklasse, die merkwürdige Abkürzungen wie „cis“, „Poc“ und „trans“ wie Adjektive benutzen und dreist Sonder- und Satzzeichen mitten in unschuldigen Wörtern platzieren, keine Ahnung haben, wofür ich dieses Gerät benutzen werde.
By the way: Das Publikum merkte ganz richtig an, dass ich viel zu tun habe. Das war aber noch nie anders. Gestern wurde mir eine recht komplizierte Alarmanlage mit gefühlt zwei Millionen Features von einem nur Englisch sprechenden Ingenieur mündlich erklärt. Ein fucking manual gibt es nicht. Ich verfasse daher jetzt eine Anleitung auf Deutsch für Kollegen, die ausländischer Sprachen nicht mächtig sind. Um zu beschreiben, wie man die Anlage scharf schaltet, habe ich schon sechs Seiten gebraucht…
An der Bobbahn
Die Fotos wurden an der Natureisbobbahn in Winterberg (Sauerland) aufgenommen, am Kahlen Asten (ca. 1957). Ich sitze da auf einem ausrangierten Bob, unten sieht man meine Eltern und meine Wenigkeit. Leider ist es mir nicht gelungen herauszufinden, was das für eine Hütte ist bzw. war. Auch auf alten Postkarten bin ich nicht fündig geworden. Meine Eltern hatten damals kein Auto. Man muss also zu Fuß vom Kahlen Asten aus dahin spazieren können. (Es könnte die Hütte links am Anfang der Bobbahn sein; sie ist aber auf der Postkarte kaum zu erkennen – außerdem fehlt der Wald ringsum.)
Schnell oder nicht schnell
Christian Y. Schmidt schreibt auf Fratzenbuch: „Vor einer Stunde Nachrichten von einem Freund, der in einem Dorf nördlich von Peking wohnt. Nachdem vor vier Tagen in Gaoliying- einer kleinen Stadt nördlich der sechsten Ringstrasse im Shunyi District – ein Corona-Infizierter identifiziert wurde, wurde heute jemand in einem der Dörfer in der näheren Umgebung des Dorfes, in dem der Freund wohnt, positiv getestet.
Daraufhin wurden sofort die Bewohner aller Dörfer der Umgebung zusammengetrommelt, und zwar mitten in der Nacht (um 22:30 Uhr), damit sie sich im Gemeinschaftszentrum des Dorfes testen lassen. Natürlich sind die PCR-Tests kostenlos. Falls einer fragt, wieso in China seit Mitte Mai keiner mehr an Corona gestorben ist: Auch wegen solcher schneller Reaktionen.“
Betriebstechnische Grenzparameter
In der VR China fahren Güterzüge jetzt mit 350 km/h.
Ich interessierte mich natürlich dafür, wie schnell das hierzulande geht bzw. ginge. Es gibt betriebstechnische Grenzparameter für Güterzüge. „Güterzüge können je nach Länge und Gewicht bis zu 120 Kilometer pro Stunde fahren. Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt jedoch zwischen 90 – 110 Kilometer pro Stunde.“
Vielleicht wird es irgendwann so sein, dass die Chinesen auf Länder wie Deutschland herabblicken wie die Römer auf die Barbaren.
In dunkler Nacht allein und fern
Solidarische Grüße an alle die draußen im Lande, die die ganze Nacht wach bleiben und arbeiten müssen!
Ho Ho Ho!

Ich hoffe, das hiesige Publikum hat politisch nachhaltig eingekauft!
Masken her, prestissimo!
Berlin-Neukölln, Karl-Marx-Straße. „Die Märkte“ richten es mal wieder. In Kuba wäre das nicht passiert, und in China schon gar nicht.
Ich werde jetzt Schoko-Kaffee trinken, danach das Solfeggietto weiterüben, das ich mal auswendig konnte, sogar prestissimo, aber komplett verlernt habe, und dann werde ich etwas bloggen.

































