Dunkel. Schnee. Stau.

kottbusser damm

Das Gefühl, morgens im Stau zu stehen, vermisse ich als Radfahrer natürlich total.

Interessant, was Autos heute so alles können, was ich aber gar nicht brauche. Der Wagen quatscht mich dumm und ungefragt von der Seite an, ich sollte vorsichtig fahren, es sei Glatteis. Als ich 1970 meinen ersten VW Käfer fuhr, redete der nicht mit mir. Das war auch gut so. Und wenn Glatteis war, merkte ich das schon (Heckmotor!).

Und wo ist das Lenkradschloss? Gibt es nicht mehr, sagte man mir. Für die Hand(!)bremse muss man einen Knopf drücken (den ich weder gesucht noch gefunden habe). Das Licht soll automatisch angehen, wenn es dunkel ist – trotzdem wurde ich in Wilmersdorf von allen möglichen Verkehrsteilnehmern angeblinkt, weil die Scheinwerfer offenbar doch auf mein persönliches Eingreifen warteten. Vielleicht hatten sie Angst, ich würde sie anbrüllen – ich weiß nicht, ob das Fahrzeug, wenn es spricht, nicht auch hört?

Ich habe meinen Führerschein übrigens auf einem Simca gemacht.

image_pdfimage_print

Kommentare

8 Kommentare zu “Dunkel. Schnee. Stau.”

  1. ... der Trittbrettschreiber am Januar 19th, 2021 9:42 pm

    Simca – das Auto der erwachsenen Hinterhofkinder mit himmlischen Ideen und enem Engländer in der Hand, mit dem sie aus einem bescheidenen Automobilchen die Höllenmaschine der Zeitenwende 60er /7oer machten; und manche machten darauf einen Führerschein – wie (ab-)artig. Schließlich führ der Simca auch ohne…

  2. Horst Horstmann am Januar 19th, 2021 9:49 pm

    “Für die Hand(!)bremse muss man einen Knopf drücken”

    Schlimmer noch, der Rückspiegel ist vor Dir!

  3. ... der Trittbrettschreiber am Januar 20th, 2021 4:28 am

    Es ist ja ein offensichtliches Generationen-Phänomen.
    Die eher haptisch/motorisch orientierten User der Technik sterben so langsam aus und die digital/neuronalen wachsen heran. Die, die noch mit Kriegs-Säbeln gerasselt haben, sind ja auch schon lange nicht mehr da, dafür hatte später so manch braver Soldat Schmauchspuren am Ärmel und im Gesicht. Heute hat dieser eher ein Click-Event beim Auslöschen einer Stadt.

    Ich möchte die Zeit nicht missen, als die Handbremse noch zum Driften benutzt werden konnte, um mal eben während der Fahrt eine 180° Drehung mit einem Käfer auf schmaler Straße hinzulegen. Das mach mal heute mit einem Knopf! Mercedes hatte als erster diese Möglichkeit ausgeschaltet – sie schufen die Feststellbremse, die mit dem Fuß bedient werden musste.

    Schalten mit Zwischengas. Welch ein Adrenalinstoß, wenn man die richtige Umdrehung zur passenden Getriebeübersetzung getroffen hatte. Schalten ohne zu kuppeln geht auch heute noch auf der Autobahn. Nur eben nicht mit einer Automatik-Schaltung. Und die Autos war still, wunderbar.

    Zum Hirn-Downgrad durch GPS: Neulich in Düsseldorf fragte ich einen Rasen mähenden Anlieger im Vorbeifahren nach einer Straße. Sie musste ganz in der Nähe sein. Er stellt den Mäher ab, zückte sein Handy, schmierte darauf herum und deutete mir nach 3 Minuten den
    Weg. Es waren ca. 100 Meter. Er schien nichts von seiner näheren Umgebung zu kennen.

    Irgendwie sind die alle im Delirium: “An der nächsten Kellertreppe gehen Sie Stufe für Stufe nach unten… Gehen Sie jetzt nach unten…nach unten Sie Traumtänzer…berechne neu…”

    Ah, da ist sie ja, die Leer-Zeile… das gibt wieder Pfand wie Heu.

  4. flurdab am Januar 20th, 2021 9:31 am

    Aus dem Simca wurde die SIM- Karte.
    Du hast nicht in einem Automobil gesessen, sondern in einem volautomatischen “Überwachungsgerät”.
    Du vergleichst also Äpfel mit Birnen, mhh, man drängt Dich zu diesem Vergleich.

  5. flurdab am Januar 20th, 2021 9:33 am

    Ein ordentlicher V8, 6 Liter Hubraum braucht keine Elektronik.

  6. bentux am Januar 20th, 2021 11:31 am

    Es startet mit dem logischen Prozess einen Wagen zu haben:
    https://youtu.be/gmQE4qdb9fg
    Damit Man die coolen Bräute abschleppen kann (Die Handbremse):
    https://youtu.be/sySx6-lGues
    Für freie fahrt, schönes Wetter und man gleitet so dahin:
    https://youtu.be/qW7OAqzL2jU
    Bei neueren Wagen haste 2 Knöpfe für die Handbremse. Einen für Automatic. War in Österreich cool. Verhindert das zurück rollen.
    Manchmal sollte man sich das beim Verleiher erklären lassen. Ja, knabbert am Stolz. Aber jede Firma meint ein eigenes Bedienkonzept haben zu müssen.
    Auto Funzel beim Licht meint nicht unbedingt das der Karren das rafft, wann das Licht angehen sollte. ;-)

    Die Autohersteller sind keine Leuchten was die Software angeht. Man muss die Lektionen, die in der IT gelernt wurden ja nicht nutzen. Es ist wesentlich spannender diese Lektionen alle selbst nochmal zu durchleben. Das steigert den Fun Faktor.

    Hier ein Beispiel wie man es nicht macht:
    https://hownot2code.com/2016/09/14/the-quality-of-embedded-software-or-the-mess-has-happened-with-toyota-camry-in-2012/
    Oder etwas mehr “Kreativität”:
    https://www.bbc.com/news/business-34324772

    <8*)

  7. Wolf-Dieter Busch am Januar 20th, 2021 11:34 am

    Meinen Führerschein machte ich in einem Käfer. Dass der Heckmotor bei Glatteis grottig ist bestätige ich aus vollem Herzen.

    Aber.

    Wenn ich heute in einem Käfer sitze fahre ich wie ein junger Gott! (Heimatgefühle und so …)

  8. Fritz am Januar 20th, 2021 5:04 pm

    Besonders störendempfinde ich diesen Warnmechanismus beim Einparken, der tütet, als wenn man keine Augen im Kopf hätte.

    Es wird immer mehr alles, was man selber tun kann, durch Technik ersetzt. Nicht mehr auf die Karte schauen, man hat ja en Navi. Könnte das evtl. zur Verblödung führen? Abhängigkeiten erzeugen? Man muss sogar in die Werkstatt, wenn nur eine Glühbirne im Scheinwerfer kaputt ist, weil man das Ding nicht mehr auf bekommt bzw. Angts hat, dabei etwas kaputt zu machen.

Schreibe einen Kommentar