Schiffe versenken! [Update]

taz

Taz, das ist einfach nur noch ekelhaft und zum Fremdschämen. Es handelt sich nicht um eine „Hilfsflotte“, und das Antisemitenpack provoziert Israel, nicht umgekehrt. Die können doch froh sein, dass sie nicht versenkt werden oder gar nach Gaza in die Stahlgewitter geschickt werden.

[Update] Die Qualitätsboulevardmedien stellen es richtig dar: „Das israelische Außenministerium teilte auf X mit, die Marine habe die Flottille aufgefordert, ihren Kurs zu ändern. Ihre Hilfslieferungen könnten sie in Häfen außerhalb des Gazastreifens an Land bringen, sie würden in das palästinensische Küstengebiet weitertransportiert. Allerdings: „Die Flottille hat (das Angebot) abgelehnt, weil sie nicht an Hilfeleistung interessiert ist, sondern an Provokation“, hieß es in der Stellungnahme des Außenministeriums weiter.“

Unter Eingeschüchterten

pizza
Screenshot: Ausschuss für Kultur und Medien: 46. Ausschusssitzung, Landtag NRW

Die bürgerliche Presse berichtet: „Einschüchterungsversuche im ÖRR? „Ja, die gibt‘s“, sagt der ZDF-Reporter“.

Die Sitzung, um die es geht, ist komplett online, aber mehr als vier Stunden lang.

„Mit drastischen Beispielen hat der ZDF-Investigativjournalist Andreas Halbach („Frontal“) bei einer Anhörung im Kulturausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags am Donnerstag die Entscheidungsprozesse im ÖRR geschildert. Unter anderem sprach Halbach von der „Gefahr eines Themenfilters“, der „die journalistische Agenda“ steuern könnte. (…)

Es gebe nicht nur fehlende Kontrolle in den Sendern selbst, sondern auch geringe Möglichkeiten, intern Kritik zu äußern. Und wenn intern Kritik geäußert werde, bedeutete das für denjenigen eventuell Nachteile. So antwortete Halbach auf die Frage, ob es bereits zu Einschüchterungsversuchen gekommen sei: „Ja, die gibt’s.“ Er habe Fälle recherchiert, in denen Mitarbeiter nach Kritik fristlos gekündigt oder versetzt worden seien, so Halbach in der Sitzung.“

Für mich ist es auch ein Skandal, dass die Journalistenverbände nicht den Mumm haben, sich des Themas anzunehmen. Die kümmern sich lieber, wie gewohnt, um die Reparatur des Kapitalismus, was niemandem weh tut.

An anderer Stelle heisst es: „Der Deutsche Journalisten-Verband veröffentlicht eine „grüne Ausgabe“ seines Magazins und präsentiert darin kritiklos die Dogmen der linken Klimabewegung. Das verrät viel über die deutschen Medien.“

Mit „links“ haben die Themen zwar nichts zu tun, aber mit bräsiger Schwarmdummheit sowie Opportunismus, weltanschaulichem Schießschartenmodus und kleinbürgerlichem Klassenstandpunkt und damit, dass der DJV strukturell unfähig zu sein scheint, sich selbst zu reformieren. (Ich bin seit Jahrzehnten Mitglied – ich weiß, wovon ich rede.)

„Es gibt manche Leute, die nicht eher hören können, bis man ihnen die Ohren abschneidet.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Lebe wild und gefährlich

Kontosperrung

Wie das Publikum ganz richtig anmerkte, ist es heutzutage in Deutschland riskant und auch gefährlich, Politisches zu bloggen. Das sehen die öffentlich-rechtlichen Anstaltsinsassen natürlich anders, weil sie in ihrer eigenen Blase leben. Die so genannten sozialen Medien agieren ähnlich; vermutlich noch in dieser Woche werden ich gegen meine Kontosperrung bei Facebook juristisch vorgehen. Die haben alle Fristen, die ich ihnen gesetzt habe, kommentarlos verstreichen lassen. Ich werde auf jeden Fall gewinnen. Die Frage ist nur zu welchem (finanziellen) Preis.

Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat sich jetzt positioniert und für die eingebettet Denkenden entschieden: „Charlie Kirks Standpunkte zum »Großen Austausch«, zum angeblichen Wahlbetrug 2020, zum »Kulturmarxismus« erfüllen Kernkriterien für die Einordnung als rechtsextrem. In Deutschland wären vor allem seine rassistischen Äußerungen und die fortwährende Delegitimierung demokratischer Institutionen und Prozesse womöglich ein Fall für den Verfassungsschutz gewesen.“

Ob etwas oder jemand „ein Fall“ für den Inlandsgeheimdienst ist, ist völlig irrelevant, nur nicht für deutsche Journalisten. Dazu habe ich seit mehr als dreißig Jahren genug Artikel verfasst, zum Beispiel 1997: „Alles Wirkliche sei vernünftig, meinte der deutsche Philosoph Hegel im letzten Jahrhundert. Damals gab es den Verfassungsschutz noch nicht, eine wirklich überflüssige Behörde mit gefährlichen Wirkungen auf Journalisten und Politiker. Die Medien werden auf den VS ungern verzichten wollen: Wen sollte man sonst zum Beispiel zum Thema Rechtsextremismus interviewen? Die Journalisten sich gegenseitig? Und von wem sonst sollten sich die Politiker Meinungen zuarbeiten lassen?“

Natürlich ziehen auch die Pfaffen mit. (Darf man das sagen oder ist das eine strafbewehrte Delegitimierung der Verehrung höherer Wesen?)

Kontosperrung

Es gibt einen weiteren interessanten Fall, vom den ich heute zum ersten Mal von der automatisch voll gelogenen russischen Propaganda hörte – das Neue Deutschland berichtete: „Wie ein linker Journalist auf der EU-Sanktionsliste landete“. Und die Nachdenkseiten:

„…hatte der Rat der Europäischen Union (auch EU-Ministerrat genannt) ab dem 20. Mai 2025, nach aktuellem Wissensstand auf Initiative der Bundesregierung, den Chefredakteur des Portals Red Media, Hüseyin Doğru, mit Verweis auf dessen Berichterstattung zu Pro-Palästina-Protesten in Deutschland vollumfänglich sanktioniert: Kontosperrung und Anstellungs- sowie Ein- und Ausreiseverbot in den gesamten EU-Raum. Doğru lebt mit seiner Familie und mittlerweile drei Kindern in Berlin. In Folge der Sanktionen hatte ab 1. Juli sogar die Krankenkasse die Leistungen für seine Familie zwischenzeitlich eingestellt, obwohl die Ehefrau sich im 7. Monat einer Risikoschwangerschaft mit Zwillingen befand. (…)

Denn erstmals sanktionierte die EU, mutmaßlich auf Initiative der Bundesregierung, einen Chefredakteur und dessen Medium auf Grundlage des „Beschlusses (GASP) 2024/2643 über restriktive Maßnahmen angesichts der destabilisierenden Aktivitäten Russlands“ nicht wegen deren Berichterstattung zum Krieg in der Ukraine (Red hat diesbezüglich eine explizit russland-kritische Haltung), sondern weil deren Berichterstattung über Pro-Palästina-Proteste in Deutschland angeblich „unter seinem überwiegend deutschen Zielpublikum ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ säen und damit „die Stabilität und Sicherheit in der Union sowie mehrerer ihrer Mitgliedstaaten untergraben und bedrohen“ würde…“

Die üblichen Verdächtigen gehen also nicht den Weg über die Gerichte, offenbar weil sie ahnen, dass sie damit nicht durchkommen würde, solange wir noch eine einigermaßen unabhängige Justiz haben. Nein, sie versuchen, die Existenz der Leute zu ruinieren, die nicht mit dem Mainstream konform gehen.

Campact – wie zu erwarten war – kampagniert (ich habe das Verb gerade erfunden) das alles mit.

Nein, es wird sich nicht zum Besseren wenden. Die Demokratie und freie Meinungsäußerung sind ein Luxus, den sich die herrschenden Klassen im Kapitalismus manchmal erlauben. Aber nicht immer.

Kontosperrung

Unter Niederträchtigen

Tagesspiegel
Ausschnitt der Titelseite des „Tagesspiegel“ vom 12.09.2025

„Ich war 33 Jahre lang Redakteur einer Zeitung, aus Anhänglichkeit hatte ich den „Tagesspiegel“ immer noch abonniert. Am 12. September stand auf der Titelseite: „Tod eines Brandstifters“. Kirk hat niemals Gewalt angewendet. Ich habe mein Abo gekündigt. Für so viel Niedertracht gebe ich freiwillig keinen Cent aus.“ (Harald Martenstein hinter der Paywall der bürgerlichen Presse)

By the way: Mit vielem, was Martenstein in dem Artikel schreibt, bin ich nicht einverstanden.

Warum Anstalten?

rbb

Nein, tut ihr nicht. Vgl. zum Beispiel die Akte Lammel.

Unter Mastdarmturnenden

Don Alphonso hinter der Paywall der bürgerlichen Presse über Mobbing in der Medienbranche: „Kommunikative Berufe sind meistens ein brutales Geschäft für jene, die nichts Besonderes zu bieten haben, und auch vor diesem Hintergrund der Erbsenzähler, verstaubten Schabracken und Rekordhalter im Mastdarmturnen muss man solche hasserfüllten Zusammenrottungen sehen.“

Kleine und große Amygdala [Update]

amygdala
Make a symbolic image for the result of a scientific study that says that people who are more conservative have a slightly larger amygdala (almond nucleus) in the brain than average

Ein interessanter Artikel auf Welt online (Paywall) über Mobbing im NDR: „Wie NDR-Mitarbeiter ihre eigene Kollegin aus dem Programm drängen“. (Die Links wurden von mir eingefügt.)

„Mit der Sendung „Klar“ wollte der NDR eine konservativere Zielgruppe erreichen – mit Erfolg. Doch die eigenen Mitarbeiter fallen dem Format und Moderatorin Julia Ruhs in den Rücken, organisieren intern massiven Widerstand.“ (…)

Bislang vertrauliche Ergebnisse einer aktuellen NDR-Zuschauerbefragung zeigen, dass „Klar“ tatsächlich positiv ankommt – sogar bei einer Mehrheit der Nicht-Konservativen. Die Stärken der Sendung lägen demnach in der Glaubwürdigkeit, Substanz und den persönlichen Geschichten. Rund zwei Drittel der Zuschauer vergeben die Noten 1 bis 2 für die untersuchten Sendungen und für Ruhs als Moderatorin. (…)

Ganz oben auf der Liste der Unterzeichner [eines einen offenen Briefes, „den fast 250 Mitarbeiter unterzeichnet haben“) steht Daniel Bröckerhoff, freier Journalist, Moderator der NDR-Nachrichtensendung NDR Info und Trainer an der Webakademie des Medienportals „Correctiv“. Er ist auf Social Media sehr aktiv, postet immer wieder Videos, in denen er sich zu politisch-gesellschaftlichen Themen äußert.

Beim NDR-Medienmagazin „Zapp“ verbreitete Bröckerhoff wenige Wochen nach dem Brief einen Erklärungsversuch, warum konservative Menschen nach seiner Einschätzung offenbar zu kritischem Denken nur eingeschränkt fähig und stattdessen eher durch Emotionen und Gefühle erreichbar seien. Eine niederländische Studie enthalte Hinweise, dass die Gehirnstruktur konservativer Menschen anders ausgebildet sei, deshalb seien progressive Menschen eher in der Lage, komplexe Sachverhalte nachzuvollziehen. (…)

So behauptete er in dem inzwischen gelöschten Beitrag gar: „Die Forschung, die steht zwar noch am Anfang, aber wenn wir mal davon ausgehen, dass rechts denkende Menschen eher ängstlich und eher vorsichtig sind, dann macht das total Sinn, dass die so allergisch auf Fakten reagieren.“ Nach Protesten von Zuschauern musste Bröckerhoff zurückrudern. In einem Entschuldigungsvideo [Vorsicht! Schwefelgeruch!] räumt er ein, die von ihm genannten Forschungsergebnisse hätten solche Zusammenhänge gar nicht erlaubt, er habe mit dem Beitrag gegen journalistische Standards verstoßen.“

[Update] Der Qualitätsboulevardjournalismus berichtet: „Der Sender hat laut WELT entschieden, Moderatorin Julia Ruhs nicht mehr in ihrem Reportage-Format „Klar“ einzusetzen. Damit erreicht ein interner Machtkampf beim Norddeutschen Rundfunk einen neuen Höhepunkt. (…) Während Zuschauer Zustimmung signalisierten, wuchs der Druck innerhalb des Hauses.“

Zu oft gefährlich

Burkhard Schröder
www.burks.de

Sehr geehrter Herr Dr. [xxx]

vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Ich kann die Frage, ob mein Facebook-Konto vorübergehend oder dauerhaft gesperrt ist, leider nicht hinreichend beantworten, da ich darüber widersprüchliche Angaben von Facebook bekomme – die Sperrung wird ohne Angaben von Gründen immer wieder verlängert „von unseren Technologien“.

Ich habe mich aber wegen einiger Nuancen Ihrer E-Mail entschieden, Ihre Kanzlei nicht mit meiner Vertretung zu beauftragen. Ja, ich wurde schon oft gesperrt – die Gründe waren jedes Mal hanebüchen und hätten, soweit das mein laienhafter Sachverstand beurteilen kann, keiner juristischen Überprüfung standgehalten, es sei denn, man hielte zum Beispiel Zitate Heinrich Heines für einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook.

Facebook

Vgl. die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs – Urteile vom 29. Juli 2021 – III ZR 179/20 und III ZR 192/20: Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook zur Löschung von Beiträgen und zur Sperrung von Nutzern sind unwirksam. „Wurde aufgrund der unwirksamen Geschäftsbedingungen der Beitrag eines Nutzers gelöscht und dessen Konto vorübergehend mit einer Teilsperrung belegt, hat der Nutzer einen Anspruch auf Freischaltung des gelöschten Beitrags und gegebenenfalls auch auf Unterlassung einer erneuten Kontosperrung und Löschung des Beitrags bei dessen erneuter Einstellung.“

Ich beauftrage auch sehr ungern einen Anwalt, wenn schon vor Erörterung des Sachverhalts über Vorschussrechnungen geredet wird. Bei einer erfolgreichen einstweiligen Verfügung zahlt bekanntlich der Beklagte, nicht der Kläger die Kosten. Ich sehe meine Erfolgsaussichten optimistischer als offenbar Sie. Dass diese Aussichten „von meinen Antworten abhängen“, war mir bekannt.

Facebook

Ich denke, dass auch Sie eine Frau, die eine Vergewaltigung anzeigen will, nicht fragen würden, ob sie schon oft vergewaltigt worden sei. Daher finde ich Ihre Frage, ob mein Facebook-Account schon in der Vergangenheit gesperrt worden wäre, für – vorsichtig ausgerückt – befremdlich.

Darum geht es mir nicht, sondern darum, ob aufgrund nicht nachvollziehbarer Entscheidungen von Algorithmen legale und harmlose Postings in sozialen Medien zensiert werden und ob man sich das gefallen lassen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder

Facebook

Frontberichte oder: Dulce et Decorum es

welt am Sonntag

Innere Front

Dulce et Decorum est

Zweifach gebeugt wie alte Bettler unter ihrem Sack,
X-beinig, hustend wie alte Weiber, fluchten wir uns durch Schlamm,
Bis wir den herumgeisternden Leuchtkugeln den Rücken zuwandten
Und unserer fernen Ruhe entgegentrotteten.
Männer marschierten im Schlaf. Viele hatten ihre Stiefel verloren
Aber hinkten auf blutigen Sohlen weiter. Alle wurden lahm, alle blind,
Trunken von Erschöpfung, taub selbst für das Heulen
Der fehlgegangenen Granaten, die hinter uns einschlugen.

Gas! GAS! Schnell, Jungs! – eine ekstatische Fummelei,
Um die plumpen Helme rechtzeitig aufzusetzen.
Aber jemand schrie da noch und taumelte
Und zappelte wie ein von Feuer oder Ätzkalk Verbrannter.
Undeutlich, durch die beschlagene Scheibe und trübes grünes Licht
Wie in einem grünen Meer, sah ich ihn ertrinken.

In all meinen Träumen, vor meinen hilflosen Augen,
Taucht er auf mich zu, flackernd, würgend, ertrinkend.

Wenn auch du in erdrückenden Träumen liefest
Hinter dem Wagen, in den wir ihn warfen,
Und die verdrehten weißen Augen in seinem Gesicht sähest,
In seinem hängenden Gesicht, wie das eines Teufels, der der Sünde müde ist,
Wenn du hören könntest, wie bei jedem Stoß das Blut
Gurgelnd aus seinen schaumgefüllten Lungen läuft,
Ekelerregend wie der Krebs, bitter wie das Wiederkäuen
Von Auswurf, unheilbare Wunden auf unschuldigen Zungen,
Mein Freund, du erzähltest nicht mit so großer Lust
Kindern, die nach einem verzweifelten Ruhmesglanz dürsten,
Die alte Lüge: Dulce et decorum est
Pro patria mori. (Wilfred Owne 1917)

Man sieht angesichts der vaterländischen Schlagzeilen in deutschen Medien: Die Menschheit lernt nichts dazu. Es wird noch die Zeit kommen, dass Leute wegen ich wegen Defätismus angeschwärzt werden oder noch Schlimmeres. Ich habe kein „Vaterland“, für das ich mich opfern würde.

Lesen wir dazu de passende Fachliteratur: „Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die Nationalität abschaffen. Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.

Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.

Die Herrschaft des Proletariats wird sie noch mehr verschwinden machen. Vereinigte Aktion, wenigstens der zivilisierten Länder, ist eine der ersten Bedingungen seiner Befreiung. In dem Maße, wie die Exploitation des einen Individuums durch das andere aufgehoben wird, wird die Exploitation einer Nation durch die andere aufgehoben. Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander.“

Das war natürlich viel zu optimistisch. Nationalismus und der Appell an irrationale niedrige patriotische Instinkte werden immer noch von den herrschenden Klassen aller Länder benutzt, um vom Klassenkampf abzulenken oder um äußere Feinde zu konstruieren. Alles Vaterländische ist eine ekelhafte und dumme Heuchelei. Das gilt auch für Russen und Ukrainer.

sixtus

Medienfront

Mir fällt auf, dass die bürgerliche Presse eine Tatsache, die über den mutmaßlichen Mörder Charlie Kirks bekannt ist, weder diskutiert noch irgendwelche Schlüsse versucht daraus zu ziehen: „Aufgewachsen sei Robinson in einem republikanischen Umfeld im Bundesstaat Utah. Er soll Mitglied einer lokalen Mormonen-Kirche gewesen sein: „Ich kann bestätigen, dass Robinson in jungen Jahren Mitglied der Kirche wurde, aber alle weiteren Fragen zu seiner kirchlichen Tätigkeit bitte ich Sie, an ihn oder seine Familie zu richten“, sagte ein Sprecher. Ein regelmäßiger Kirchenbesucher bezeichnete Robinson als „inaktives Mitglied“.“

Wait a minute. Tyler Robinson, der mutmaßliche Schütze, war als Kind Mitglied eine ultraorthodoxen christlichen Sekte? Da gehen offenbar nur bei mir ein paar Warnlichter an. Ich weiß bekanntlich, wovon ich rede. Egal, ob aktives oder „inaktives“ Mitglied – diese Biografie ist nicht „normal“ und deformiert den Charakter, wenn man das nicht später und rechtzeitig aktiv in den Griff bekommt. Aber das interessiert offenbar niemanden.

transgender

Ich schrieb 2015: „Wer es gern etwas abstrakter, aber dafür gehaltvoller mag, sollte zum Thema „Terror“ Hans Blumenbergs „Lebenszeit und Weltzeit (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)“ studieren (aber das erste Kapitel einfach weglassen).

Er beschreibt diejenigen, die ihre ganz private Apokalypse auf Kosten anderer meinen ausleben zu müssen: Deren psychische Dispostion bestehe nicht nur im Erflehen von Beschleunigung und im Sich-Freihalten von der Welt, „sondern im Betreiben des Untergangs“. Das jeweilige weltanschauliche oder religiöse Kostüm ist dabei ganz irrelevant, ob es um den Massensuizid von Jonestown, um Amokläufer an Schulen oder um „islamistische“ Terroristen handelt.“

Anna Schneider schreibt: „Dass es nun Gruppen gibt, die seinen Tod feiern, ist mit nichts zu rechtfertigen, auch nicht mit seinen oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen. Offensichtlich hat der radikal-religiöse Verschwörungsanhänger aber auch genau damit einen Nerv getroffen“, sagte Dunja Hayali am Donnerstagabend im „ZDF heute-journal“.

Abscheulich, rassistisch, sexistisch und menschenfeindlich“ – Belege? Er hatte nur eine andere Meinung als die sogenannten „Linken“ hierzulande und das Glottisschlag-Milieu, deren Lautsprecher in den Anstalten sitzen. „Radikal-religios“ nenne ich auch Gendersprecher und diejenigen, die in guter protestantischen Tradition gleich die Apokalypse an die Wand malen, wenn es mal wärmer oder kälter wird. Ich nenne auch alle, für die die Hautfarbe mehr aussagt als die Augenfarbe, Rassisten. „Sexistisch“ war Kirk bestimmt nicht, nur ultrakonservativ. Wer ihn vom Tod eines Brandstifters faselt, ist selbst einer. Es ginge auch anders, Hayali.

UN

Naher-Osten-Front

Man könnte angesichts des „Theaters“, das die UN um den fiktiven „Palästinenser“-Staat macht, die Meinung Gil Mandelzis in der Jerusalem Post teilen: „Defund, dismantle, and do over the UN – The idea of the UN remains relevant and incredibly important. However, there is zero reason for us to continue to trust the UN to do a job it hasn’t been doing for years“.

Es wäre so gut wie sicher, dass es keine Mehrheit dafür geben würde, wenn die Staatsgründung Israels heute auf der Tagesordnung stünde. Damals – 1947 – gab es zum Glück die Sowjetunion noch und auch die Tschechoslowakei, die eine positive Rolle spielten.

Frage für einen Freund: Deutschland ist für einen weiteren arabischen Terrorstaat in Palästina? Jerusalem soll wieder geteilt werden? Oder soll die Hauptstadt Ramallah sein? Die sind doch von allen guten Geistern verlassen. Oder wurden sie von den Wagenknechten beraten? Die sind mittlerweile offen antisemitisch und lassen bekannte Judenhasser zu Wort kommen: „Bei einer israelfeindlichen Kundgebung am Samstag in Berlin soll neben BSW-Chefin Sahra Wagenknecht und Schauspieler Dieter Hallervorden auch Pink-Floyd-Gründer Roger Waters zu Wort kommen. Er werde mit einem Beitrag aus New York zugeschaltet, kündigte Wagenknecht in Berlin an.“

Vermutlich muss ich mich Israel für das Verhalten des hiesigen Ausschusses, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der Bourgeoisie organisiert, entschuldigen.

Führerschaft über alles, revisited

ney york times

Wegen diesen Screenshots (vgl. 27.08.25) aus der New York Times wurde gerade mein Facebook-Konto gesperrt. Ich hatte ironisch kommentiert: „Führerschaft. Man weiß wie das ausgeht. Deutschland über alles.“ Ich habe zwar erfolglos widersprochen, aber eigentlich habe ich auf den Quatsch gar keine Lust mehr. Ohne ginge auch. Wäre nur schade wegen der mehr als 7.000 Follower.

Alles grün

secondlife

Kartenausschnitt von Secondlife aus Satellitensicht: Jeder grüne Punkt ist ein Avatar.

Merke: Wenn deutsche Medien über etwas nicht berichten, bedeutet das nicht, dass etwas nicht existiert oder uninteressant wäre. Es sagt eher etwas über deutsche Medien aus.

Sozial engagierter Journalismus

x

„Das Posting eines ORF-Mitarbeiters hat für heftige Kritik auf Social Media gesorgt: Ein Redakteur, der für die Sendung „Am Schauplatz“ arbeitet, hatte mit Bezug auf Israel kommentiert: „wenn ich 2000 Jahre lang Opfer bin, dann sollte ich mir langsam überlegen, woran das wohl liegen mag.“

Auf Kurier-Anfrage teilte der ORF mit: „Der ORF verurteilt den Inhalt des Posting als völlig inakzeptabel. Eine Überprüfung möglicher dienstrechtlicher Konsequenzen wurde bereits eingeleitet. Das Posting wurde in der Zwischenzeit gelöscht.“

Robert Gordon, Verfasser des antisemitischen Postings, arbeitet bereits seit 1995 als Redakteur bei „Am Schauplatz“. Der gebürtige Mödlinger hat in seiner beruflichen Laufbahn einige Anerkennungen und Nominierungen erhalten, darunter etwa der Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus und der Leopold Unger-Preis 2016.“

Der Schoß ist eben fruchtbar noch, aus dem das kroch. Wahrscheinlich kann sich der Herr gar nicht erklären, warum jetzt einige so empört sind.

Alle Rassisten außer Mutti

Gelbart Legal („Rechtsanwaltsgesellschaft mbH & Co. KG“): „Ein weiterer Erfolg für Ahmad Mansour: Das Landgericht Berlin hat einem prominenten Redakteur der taz im Wege einer Einstweiligen Verfügung untersagt, ehrverletzende Äußerungen über Ahmad Mansour weiter zu verbreiten. Der Journalist hatte auf der Plattform „X“ zu einem bei der „Welt“ veröffentlichten Interview mit Ahmad Mansour erklärt: „Ahmad Mansour lebt seit 20 Jahren in Deutschland. Sein Rassismus und seine Radikalisierung machen mir Sorgen. Wie kann sich unsere Gesellschaft dagegen schützen ?““

Diese Aussage finde ich auch ungeheuerlich und nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt. Schon klar: wer gegen den Islam das Wort erhebt, ist Rassist. Vielleicht führen die bei der Taz ja bald die Scharia ein oder machen Frau Chebli zur Chefredakteurin.

Eliminiert

djv

Beim Deutschen Journalistenverband (Bundesverband) nimmt die Verblödung immer mehr zu, wenn es um Israel geht. „Der Deutsche Journalisten-Verband verurteilt die Tötung von palästinensischen Journalisten und Kameraleuten durch das israelische Militär.

Die israelische Armee hatte zuvor bekannt gegeben, den palästinensischen Journalisten Anas al-Sharif wegen angeblicher Verbindungen zur Terrororganisation Hamas getötet zu haben. Dabei sollen vier weitere Medienschaffende ums Leben gekommen sein. Al-Sharif arbeitete für den Sender Al Jazeera. Der Sender sowie die UNO wiesen die Vorwürfe gegen den Journalisten zurück, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, weil internationalen Journalisten der Zugang zum Gazastreifen verwehrt wird.“

Sogar die Qualitätsboulevardmedien sind da besser: „So veröffentlichte ein Armee-Sprecher ein undatiertes Foto, auf dem al-Sharif mit dem mittlerweile getöteten Hamas-Chef Yahya Sinwar zu sehen ist. Der 2024 ausgeschaltete Terrorführer, der Architekt des Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023, legt ihm kumpelhaft den Arm um die Schulter, al-Sharif grinst fröhlich. Es ist ein Bild, das Intimität und Vertrautheit zeigt – nicht Distanz oder kritische journalistische Beobachtung. Für einen unabhängigen Reporter in einem der brutalsten Konflikte der Welt ist das ein mehr als ungewöhnliches Motiv.“

Die Vorwürfe lassen sich sehr wohl überprüfen. Aber die wollen nicht oder sind zu ignorant dafür.

Unter Sortierenden

KI China

Ich habe die Blogroll durcheinandergewirbelt und dann sortiert. Heute hatte ich einen Artikel für ein (Print-)Magazin abgeliefert, der beschreibt, wie man in Deutschland englischsprachige chinesische Fernsehsender ansehen kann. Dabei liefen mir allerlei interessante Links aus China über den Weg, etwa wie CGTN Dokumentary oder The Paper (Sixth Tone). Der zweite Artikel beschäftigte sich mit dem Einsatz der KI und Avataren bei chinesischen Nachrichtensendern (vgl. oben).

Zeitungen, die keine englische Ausgabe haben und deren Sprache ich nicht spreche, habe ich rausgenommen, obwohl das Fremdsprachliche an sich heute kein Problem mehr ist. Aber schwedische Zeitungen lese ich nie. Das kann sich alles schnell ändern. Neulich suchte ich englischsprachige Quellen aus Vietnam und Kambodscha und hätte die gern schon in der Blogroll gehabt.

Südamerika und Israel sind natürlich überrepräsentiert; aber das liegt an meinen Interessen. Die Mideast Times habe ich zum Beispiel weggelassen. Warum sollte ich die lesen? In arabischen Ländern gibt es keinen Journalismus, der seinen Namen verdient.

Südafrika hat kaum überregionale Tageszeitungen; der Herald ist die älteste noch erscheinende Zeitung Südafrikas, daher originell. Genauso witzig finde ich die deutschsprachige Allgemeine Zeitung aus Namibia. Da will ich noch mal hin, wenn es die Vorsehung erlaubt. (Genauso wie in die Rupununi, aber das ist noch unwahrscheinlicher.)

Ich habe auch keine italienische Zeitungen in der Blogroll. Notfalls kann ich mit mir meinem Latein, Französisch und Spanisch den Inhalt sowieso zusammenreimen. Ich kann mich auch gar nicht erinnern, wann ich – und ob ich überhaupt schon Medien aus Italien konsumiert habe und was der Anlass war.

[Jetzt fehlt noch ein interessanter Schlusssatz, der mir aber nicht eingefallen ist.]

Lügenqualitätsmedien oder: Unter Zurückrudernden

new york times

Richard C. Schneider schrieb in der NZZ: „Israel at risk of losing the propaganda war – In a fragmented media landscape, Israel is finding it hard to sell its version of events in Gaza. Images of suffering and destruction are transforming its global image from that of small threatened state to arrogant aggressor.“

Man wundert sich schon, dass in Deutschland fast unisono auf Israel eingedroschen wird und jede Hemmung fallen gelassen wird. Auch wenn man von ausländischen Medien abschreibt, wird es nicht besser. Jetzt hat es die New York Times aber kräftig erwischt:

The New York Times is facing scrutiny after issuing a quietly placed correction to its widely shared Gaza famine story, one that critics say reached only a fraction of its audience. The editors’ note, published Tuesday, acknowledged that the emaciated toddler featured on the front page of the Times last week suffers from severe preexisting medical conditions unrelated to the war, a fact omitted from the original coverage.

The correction was appended to the online article and posted to the Times’ public relations account on X, which has fewer than 90,000 followers. It did not appear on the Times’ main account, followed by over 55 million users. By then, the image and story had already gone viral and been cited globally as emblematic of famine in Gaza.

new york times

Vermutlich denken die Damen und Herren Antisemiten, man müsse nur mit Dreck schmeißen – irgendwas werde schon hängenbleiben. Man muss die hiesige Springer-Presse loben:

Es gibt viele Aufnahmen, die das Leid der Menschen im Kriegsgebiet Gaza zeigen. Eine wurde besonders berühmt. Sie zeigt ein ausgemergeltes, knochiges Kind in den Armen seiner Mutter. Das Foto schaffte es auf die Titelseiten der renommierten „New York Times“ und der „Washington Post“. Auch CNN, die BBC, der „Guardian“, die „Daily Mail“, die britische „Times“ und viele mehr verbreiteten es weiter. Der „Stern“ druckt ein Foto des Kindes im Heft und bebildert damit seine Titelgeschichte. Die ZEIT titelt dazu: „So sieht Hunger aus“.
Doch nach der weltweiten Veröffentlichung des Fotos kam heraus, dass der Junge vor allem schwer krank ist. Der 18 Monate alte Junge leidet seit seiner Geburt an einer Behinderung, mutmaßlich verursacht durch eine geerbte genetische Erkrankung.

Haben die eigentlich überhaupt nicht recherchiert oder zu wenig oder gleich von der Hamas ab geschrieben? Übrigens wurde der Junge auf dem besagten Foto in Israel behandelt.

Wir haben also „errors, omissions, and poor editorial supervision“ (Fehler, Auslassungen und schlechte redaktionelle Aufsicht). Das gilt für die deutsche Presse um so mehr.

Andererseits hatte die New York Times vor einem Jahr laut Intercept schon geahnt, was kommen würde:

The New York Times instructed journalists covering Israel’s war on the Gaza Strip to restrict the use of the terms “genocide” and “ethnic cleansing” and to “avoid” using the phrase “occupied territory” when describing Palestinian land, according to a copy of an internal memo obtained by The Intercept. The memo also instructs reporters not to use the word Palestine “except in very rare cases” and to steer clear of the term “refugee camps” to describe areas of Gaza historically settled by displaced Palestinians expelled from other parts of Palestine during previous Israeli–Arab wars. The areas are recognized by the United Nations as refugee camps and house hundreds of thousands of registered refugees.

Geholfen hat es wenig. Einer der Leitsätze des Springer-Konzerns ist: „Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel“. Ich kann mich an ein sinngemäßes Statement Hermann L. Gremlizas dazu erinnern, warum der Verleger Axel Springer das eingeführt habe: „Weil er seine Pappenheimer kennt.“

die zeit

Christian Walther, ein ehemaliger Vorsitzender des DJV Berlin, schrieb auf Facebook, die Haaretz sei Israels führende liberale Tageszeitung“. Die Deutschen mögen das Führende, aber in diesem Fall – und in den meisten anderen auch (außer beim Formel 1-Rennen) ist es einfach Blödsinn. Die Haaretz ist so „führend“ wie die Junge Welt hierzulande. Mal sehen, ob die auch eine Richtigstellung drucken?

Haaretz

Krieg der Bilder

Perlentaucher: „In der FAZ greift Matthias Rüb den Skandal um die Fotos von kranken palästinensischen Kindern auf, die seit Juni in Italien wegen Krankheiten wie Mukoviszidose (einer vererbten Stoffwechselerkrankung), zerebraler Kinderlähmung und Hypoxämie (Sauerstoffarmut im Blut) behandelt werden, deren Bilder jedoch von zahlreichen, auch seriösen Presseorganen benutzt wurden, um den Zustand der Kinder in Gaza zu illustrieren (unsere Resümees hier und hier). Die italienische Tageszeitung Il Fatto Quotidiano lieferte dafür ein besonders perfides Beispiel, erzählt Rüb. Sie publizierte das Bild des an Mukoviszidose leidenden abgemagerten Osama al-Raqab unter der Überschrift „Se questo è un bambino“, eine deutliche Anspielung auf Primo Levis 1947 erschienenes Buch ‚Se questo è un uomo‘, in dem Levi „die Geschichte seines Überlebenskampfes in Auschwitz protokollierte. Das Buch erschien 1961 in deutscher Übersetzung unter dem Titel ‚Ist das ein Mensch?‘. Entsprechend wäre die Titelzeile der Zeitung mit ‚Ist das ein Kind?‘ ins Deutsche zu übertragen. Das von der Zeitung suggerierte Narrativ ist klar: Was Palästinenser wie das abgebildete Kind zurzeit im abgeriegelten Gazastreifen erleiden, soll mit dem Schicksal des Turiner Juden Primo Levi in dem deutschen KZ Auschwitz assoziiert werden. Die Opfer des Holocausts, so wird insinuiert, sind zum Tätervolk des Völkermordes an den Palästinensern geworden.“ Und wenn es dafür keine Beweise gibt, muss man sie eben fingieren.“

Und: „Israel droht den Krieg der Bilder zu verlieren, fürchtet Richard C. Schneider in der NZZ: „In einer zunehmend polarisierten, identitätspolitischen Welt, in der Unterdrückung und Widerstand oft in festen Mustern gedacht werden, fällt es Israel schwer, sich als angegriffenes Land zu positionieren. In vielen Köpfen ist der Staat nicht das Opfer, sondern der Aggressor – unabhängig von der Vorgeschichte des 7. Oktober. Diese Dynamik wird durch soziale Netzwerke verstärkt, wo Meinung und Narrative durch Wiederholung zur vermeintlichen Realität werden. Gaza ist somit auch ein Brennglas unserer medialen Gegenwart: ein Ort, an dem sich die Macht der Bilder, die Grenze von Fakten und die Frage nach der Wahrheit auf tragische Weise vereinen.“

Ideologische Narrative

Sophie von der Tann

Sarah Maria Sander analysiert die antisemitische Berichterstattung der „Journalistin“ Sophie von der Tann.

„Die ARD – als weltweit größte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt – spielt eine zentrale Rolle in der Meinungsbildung zur Nahost-Berichterstattung in Deutschland. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 prägt insbesondere die Journalistin Sophie von der Tann maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung durch ihre Beiträge in Liveschalten, Talkshows und sozialen Medien.

In dieser tiefgehenden Analyse werfe ich einen detaillierten Blick auf alle öffentlich zugänglichen Beiträge von Sophie von der Tann seit 2023. Die Untersuchung zeigt, wie Framing, einseitige Sprache und die Auswahl pro-palästinensischer Interviewpartner zu einer tendenziösen Darstellung des Konflikts führen – häufig zulasten israelischer Perspektiven, insbesondere der Geiseln und Opfer der Hamas.

Die Analyse stützt sich auf konkrete Beispiele aus der ARD-Berichterstattung und legt offen, wie journalistische Standards durch ideologische Narrative ersetzt werden könnten.“

Frauenbefürwörter

taz

Man könnte sich kaputtlachen, wenn es nicht so traurig wäre. Die von der taz meinen das ernst. Natürlich sind „die Rechten“ erfreut, dass Frauke Brosius-Gersdorf durchgefallen ist. Als typisch deutscher Journalist muss man noch „liberale“ Juristin schreiben, damit die Leser wissen, wer die Guten und die Bösen sind. (Von allein kämen die nicht darauf.) Aber wird die Dame damit qualifizierter?

Wer für ein AfD-Verbot ist, ist automatisch ungeeignet als Verfassungsrichter bzw. als Kandidat. Wer Parteien verbieten will, hat (bisher) so hohe juristischen Hürden zu überwinden, dass es – insbesondere bei der AfD – völlig aussichtslos ist. Das hält die natürlich nicht auf, auf Biegen oder Brechen ein Verfahren anzuleiern, was sich ohnehin über Jahre hinziehen würde und damit der AfD noch mehr Stimmen brächte.

Geschlecht ist also für die taz ein politisches Programm? Oder was soll Brosius-Gersdorf, die einen Menstruationshintergrund hat, als Verfassungsrichter bringen? Die juristische Qualifikation hat niemand in Frage gestellt. Aber man weiß natürlich, wohin die Häsin läuft. Das politisches Milieu, das die taz bedient, möchte gut sein. Was das ist und welche Lichterkette gerade hochgehalten werden muss, weiß jeder. Das Thema Abtreibung ist eher irrelevant. Auch dass die von der taz-Journaille hofierte Dame für klassistische Sprachesoterik aka Glottischlagerei aka Sonderzeichen in Wörtern und Gender-Schluckauf steht, ist nur Feuilleton, bedeutet also nicht wirklich etwas.

Apropos Milieu: Trotzki nennt es das „neue Kleinbürgertum – die Arbeiterbürokratie“, also Leute, die sich mitnichten „proletarisch“ fühlen, wie etwa Angestellte jedweden Dienstgrades, es aber ökonomisch sind. (Das „alte“ Kleinbürgertum ist nach Engels „ein Arbeiter, der sich vom modernen Proletarier dadurch unterscheidet, dass er noch im Besitz seiner Arbeitsmittel ist; also ein Überbleibsel einer vergangenen Produktionsweise“.)

Gerade dieses Milieu, das sich als etwas Besseres fühlt als das gemeine (sic) Volk nach dem Motto „nach oben buckeln, nach unten treten -, ist anfällig für herablassendes Getue und Klassendünkel, das als Klassismus definiert ist. Wer Currywurst isst, nicht gendert, wer „Elektroneger“ sagt für Leute, die Sonnenstudios besuchen, und auch kein Lastenfahrrad fährt, ist böse. Igitt. Alle Nazis außer Mutti.

Gut, dass wir darüber geredet habe, obwohl es sinnlos ist. Ich sage als Trotzki- und Engels-Zitierer: Gut, dass Brosius-Gersdorf kein Verfassungsrichter (sic) wird.

taz

Klassenstandpunkt

In der bürgerlichen Presse lese ich: „Die letzte Studie „Journalismus & Demokratie“ derselben TU Dortmund legt Zahlen auf den Tisch: 41 Prozent der befragten Journalisten sympathisieren mit den Grünen, 16 Prozent mit der SPD, sechs Prozent mit der Linken. Macht zusammen: 63 Prozent – Rot-Rot-Grün im Newsroom der Republik. Die FDP landet bei drei Prozent. Die CDU hat acht Prozent. AfD? Keine Nennung.“

„Wer nicht ins Weltbild passt, wird nicht nur ausgegrenzt – er wird moralisch diskreditiert. Mit Meinungsvielfalt hat das nichts zu tun. Der Trend passt vielmehr zum Aufstieg einer Gesinnungspublizistik, die Haltung mit Journalismus verwechselt, Empörung mit Recherche, moralische Empfindung mit Faktentreue.“

Die Deutsche Presseagentur sagt dazu, das sei gar nicht wahr.

image_pdfimage_print

← Next entriesOlder entries