Tolhius

Amsterdam
Modell der Innenstadt Amsterdams im A’Dam Lookout. Der Aussichtsturm ist ganz links hinter am nordöstlichen Ufer zu sehen – vor den beiden roten Klötzen.

Ist sonst noch etwa passiert? Lesen wir die bürgerliche Presse. Inzwischen ist klar: Fast die gesamte Medienberichterstattung zum „Geheimplan“, die an Hysterie grenzte und – im Zusammenspiel mit NGOs und populistischen Spitzenpolitikern von CDU, SPD, FDP und Grünen – eine beispiellose Demonstrationswelle „gegen rechts“ in Bewegung setzte, beruhte auf einer Falschbehauptung, oder, um Lieblingsbegriffe dieses politisch-medialen Milieus zu verwenden: auf „Fake News“ und „Desinformation“.

Amsterdam
Früher stand da ein Galgen zur Abschreckung der Missetäter.

Was aber bleibt von der „Correctiv“-Geschichte, wenn vom „Masterplan“ nichts zurückbleibt? Eine bis auf die Knochen blamierte Medienlandschaft – und viele offene Fragen, vor allem an die Politik und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Denn sie haben die Steuergelder und Rundfunkbeiträge der Bürger dazu benutzt, eine Kampagne zu befeuern, von der sie leicht hätten feststellen können, dass daran etwas faul ist – und dass die zentrale Aussage nicht mit Beweisen unterfüttert wird.

Amsterdam
Blick in Richtung Nordsee

Die Legal Tribune online macht das anhand von Zitaten noch klarer: „ARD, ZDF, t-online, SPIEGEL, taz, der Verfassungsblog, prominente Anwälte – auch LTO – und viele andere Medien und Influencer hatten die Ausführungen in der Correctiv-Recherche falsch verstanden.“

Man könnte natürlich boshaft herumpolemisieren, das sei so gewollt gewesen. Ich glaube aber nicht: Die Aktivisten von „Correctiv“, die sich „Journalisten“ nennen (was sie dürfen) glauben selbst daran, was sie sagen. Die Welt als Wille und Vorstellung eben.

Amsterdam
Blick zum Hauptbahnhof Amsterdam Centraal. Im Vordergrund die beiden Fähren in Richtung Buiksloterweg, die die Innenstadt mit Amsterdam-Noord verbinden.

Noch ist das letztinstanzliche Urteil nicht gesprochen. Aber bei dieser juristischen Eskalationsstufe weiß ohnehin niemand mehr, worum es überhaupt geht. Und alle Beteiligten werden auch eine endgültige krachende Niederlage als Sieg verkünden.

Amsterdam
Blick nach Südosten in Richtung Hafen

Noch mal die LTO: „Dabei ist und bleibt unstreitig: In Potsdam wurde kein Plan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger geschmiedet. Correctiv trug in einem anderen Gerichtsverfahren vor dem LG Hamburg sogar ausdrücklich vor, dass der Rechtsextremist Martin Sellner, der in Potsdam seinen Remigrationsplan vorstellte, die Staatsbürgerschaft als Sperre für Ausweisungen anerkenne (Az. 324 O 61/24).

Niemand wird also etwas widerrufen. Und: Sie würden es wieder tun.

Amsterdam
Die „Klötze“ sind im Original nicht rot, sondern Hochhäuser mit viel Glas; das rote Gebäude im Vordergrund ist das Hostel Clinknoord.

Unter Faktenschaffenden und anderes

teams

Heute nur Kurzfassungen:

– Berlin zahlt 240.000 Euro an Microsoft. Mit Linux wäre das nicht passiert. SCNR

– Die US-amerikanixchen Astronauten benutzen Microsoft Oulook (das ist ein E-Mail-Programm) und haben prompt Probleme. WTF? Wieso nutzen die Outlook?

spiegel

– Das antiisraelische Hetzblatt (das es schon immer war), auch als ehemaliges Nachrichtenmagazin bekannt, weist darauf hin, dass Israel in Gaza „Fakten“ schafft. Gut so. Weiter so.

– CNN (exklusiv): „US intelligence assesses Iran maintains significant missile launching capability, sources say“.

„Roughly half of Iran’s missile launchers are still intact and thousands of one-way attack drones remain in Iran’s arsenal despite the daily pounding by US and Israeli strikes against military targets over the past five weeks, according to recent US intelligence assessments…“ Werde wir ja sehen.

– Auch wenn deutsche Medien penetrant behaupten, Trump habe seine Justizministerin rausgeworfen: Das kann man auch anders sehen.

Ich wollte nur ein Kontrastprogramm anbieten. Meine Versionen sind so gut wie alle anderen.

spiegel

Pseudorote Fische

red
Offenbar gab es für die mit Sanktionen der EU belegten Medienplattform „red“ schon einen Nachfolger. Die KI meint (mit Quellenangaben): Der Betreiber von https://thered.stream sei nicht transparent angegeben – und genau das sei ein Warnsignal. „Die Seite gehört offenbar zu einem Netzwerk rund um das Medienprojekt „Red“ / „Redstream“. Laut Recherchen und Berichten wird dieses Projekt u. a. über eine Firma namens AFA Medya mit Verbindung zu Hüseyin Doğru geführt.“ Es gibt Hinweise, dass Inhalte über Domains wie thered.stream oder ähnliche Kanäle verbreitet werden. Für die konkrete Domain thered.stream ist kein verlässliches, überprüfbares Impressum öffentlich bekannt.“

Wir bleiben beim Thema. „Behörden sperren Konten von Journalisten-Ehefrau“.

Ich musste mich erst sachkundig machen – das Thema scheint vor allem „linke“ Medien und die, die sich für „links“ halten, zu interessieren. Sammeln wir die Fakten.

– Jacobin: „Einst als milderes Druckmittel gegen Diktaturen und Terror verkauft, dienen Sanktionen zunehmend der Unterdrückung von politischem Dissens. Der Fall des Journalisten Hüseyin Doğru verdeutlicht, wie stark dieses Instrument in der EU Grundrechte einschränkt.“

– Neues Deutschland: „Der Journalist Hüseyin Doğru ist nie wegen einer Straftat angeklagt worden. Trotzdem musste er im vergangenen Jahr seinen Ausweis abgeben, seine Konten wurden gesperrt, und er darf nicht mal Geschenke annehmen. Beziehungsweise: Wer ihm etwas schenkt oder ihn zum Essen einlädt, macht sich strafbar. Bislang suggerierten die EU und die deutsche Politik, solch kafkaeske Behandlung könne nur in autoritären Staaten wie Russland geschehen.“

– Das Auswärtige Amt: Die Bundesregierung beobachtet schon seit mehreren Monaten die Aktivitäten der Medienplattform „red.“, die von einer in der Türkei registrierten Firma betrieben wird. „red.“ stellt sich als revolutionäre Plattform unabhängiger Journalisten dar. Es bestehen aber enge Verflechtungen mit dem russischen Staatsmedium „RT“.

Wir können heute verbindlich sagen, dass „red.“ von Russland gezielt zur Informationsmanipulation eingesetzt wird. Dies konnten wir im Rahmen eines nationalen Attribuierungsverfahrens feststellen. Grundlage dafür ist eine umfassende Analyse der deutschen Sicherheitsbehörden.

Das Ziel solcher Kampagnen ist klar: Russland nutzt Plattformen wie „red.“, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und Europa zu schwächen, indem Debatten manipuliert und durch Falschinformationen künstlich angeheizt werden, indem Misstrauen in Fakten, in Medien und in demokratische Strukturen geschürt wird und indem staatliche Strukturen diskreditiert oder als nicht handlungsfähig dargestellt werden.

red

– Wikipedia: Im Impressum steht AFA Medya, ein Medienunternehmen in der Türkei. Laut dem türkischen Handelsregister wurde es am 22. November 2022 in Istanbul gegründet, Geschäftsführer soll Hüseyin Doğru sein. Laut der taz wurde damit eine Briefkastenfirma genutzt, um europäische Sanktionen zu umgehen.

– Die taz (Mai 2025): „Das linke Berliner Medienportal „Red“ löst sich nach eigenen Angaben auf. Im vergangenen Oktober hatte die taz zu Verbindungen zum russischen Staatspropaganda-Sender RT recherchiert. Zuvor hatte auch Der Tagesspiegel über das Portal berichtet.“

– Macit Karaahmetoglu, MdB, auf Abgeordnetenwatch: Im Oktober 2024 wurde das EU-Sanktionsregime angesichts der destabilisierenden Aktivitäten Russlands geschaffen (konkret: Beschluss des Rates (GASP) 2 024/2643 und Durchführungsverordnung des Rates (EU) 2024/2642 über restriktive Maßnahmen angesichts der destabilisierenden Tätigkeiten Russlands). Das Sanktionsregime richtet sich gegen diejenigen, die an Handlungen und politischen Maßnahmen der Regierung der Russischen Föderation beteiligt sind, die die Grundwerte der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, ihre Sicherheit, ihre Stabilität, ihre Unabhängigkeit und ihre Integrität untergraben. Die Sanktionsregelung zielt ferner auf diejenigen ab, die für hybride Aktivitäten gegen Drittländer und internationale Organisationen verantwortlich sind.

Jeder darf sich übrigens Journalist nennen; das ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung wie etwa „Fotograf“.

Unstrittig: „Red“ oder „Red Media“ betrieben antisemitische Hetze und sympathisierten mit Terror-Organisationen.

„Im selben Monat gratulierte Red dem langjährigen Chef der palästinensischen Terrorgruppe PFLP George Habasch, der 2008 gestorben ist, zum Geburtstag.“

Peter Nowak formuliert das im ND aber anders: „Doğru hatte 2023 die Medienplattform »Red Media« aufgebaut und dort unter anderem über Aktivitäten der außerparlamentarischen Linken wie Besetzungsaktionen propalästinensischer Aktivisten berichtet.“

„Propalästinensischer Aktivisten“- mehr muss man nicht wissen. „Von Berlin aus veröffentlicht Red gemeinsame Beiträge mit der Zeitung Junge Welt, dem Linken-Politiker Ferat Koçak oder antiisraelischen Aktivistengruppen wie Palästina Spricht oder Jüdische Stimme.“

Die üblichen Verdächtigen also.

Mir kommen auch bei den rührseligen Berichten, dass Hüseyin Doğru jetzt kein Geld mehr habe, nicht die Tränen. No mercy!

red

Jetzt eine schlechte Nachricht: Es ist kompliziert. Was sind „Grundwerte der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, ihre Sicherheit, ihre Stabilität, ihre Unabhängigkeit und ihre Integrität“?

Heißt das nicht in anderen Worten – wie aus dem Wörterbuch des Unmenschen: Defätistische Zersetzer, Verunglimpfung sozialistischer kapitalistischer Organe?

Die EU zensiert „prorussische“ Meinungen und bestimmt selbst – ohne richterlichen Beschluss oder wissenschaftliche Expertise-, was das ist?

Ja, das kann jeden treffen. Just saying.

Unter Fastenbrechenden

nius

Kleine Medienkompetenzübung. Vgl. T-Online: „Kein Luxusbuffet auf Staatskosten – „Nius“ erfindet Fastenbrechen-Skandal bei Agentur für Arbeit“.

Gesichert Bullshitrelevantes

verfassungsschutz
Verfassungsschützer überprüfen Gedrucktes auf gesichert Extremistisches (Symbolbild). A satirical political illustration depicting the „Totalitarianism Doctrine“ a, ironic tone, detailed, high-resolution, political cartoon style, dramatic lighting. –ar 3:2 –s 750

„Deutscher Buchhandlungspreis: Kulturstaatsminister streicht linke Buchläden von der Liste“ des Deutschen Buchhandlungspreises, zum Beispiel den von der Jury schon nominierten Laden Zur schwankenden Weltkugel im Prenzlauer Berg.

Der Preis wird von der Bundesregierung finanziert, ist also Staatsknete, Das muss man leider erst recherchieren, da die berichtenden Medien uns nicht geruhen mitzuteilen, wieso Weimer das kann und darf.

Der Tip Berlin schreibt (natürlich ohne Links – wo kämen wir denn dahin, wenn wir die Leser informierten!): „Als Begründung nennt das Ministerium „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“. Laut Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ lieferte die Grundlage dafür das wenig bekannte sogenannte „Haber-Verfahren“. Es geht auf einen Erlass aus dem Jahr 2017 zurück, der Bundesministerien empfiehlt, vor der Vergabe staatlicher Fördermittel den Verfassungsschutz einzuschalten, um zu verhindern, dass öffentliche Gelder an extremistische Akteure gelangen. Die Prüfung erfolgt dabei im Hintergrund: Der Verfassungsschutz teilt lediglich mit, ob Erkenntnisse vorliegen oder nicht – ohne Details offenzulegen. Die Betroffenen erfahren also weder, welche Vorwürfe existieren, noch nach welchen Maßstäben entschieden wurde.“

Die bürgerliche Presse textbausteint etwas von einem „Extremismusverdacht“.

Wie ich schon öfter anmerkte, gibt es eine Art freiwillige Gleichschaltung der deutschen Medien, die zum Teil auf Opportunismus beruht, zu einem Teil auf dem Klassenstandpunkt der so genannten „Medienschaffenden“, zum Teil auf ideologischer Überzeugung: Was politisch opportun ist, lässt man in Deutschland von einem Inlandsgeheimdienst definieren. Das darf nicht angezweifelt werden. (Oder kennt jemand Beispiele, dass ein Journalist das wagt und dann publiziert wird?)

Ich kenne kein anderes Land auf der Welt, in dem sich die Presse so weit in den weltanschaulichen Schlamm sinken lässt. Das liegt natürlich auch an der unausgesprochenen Staatsdoktrin des Totalitarismus, die dann den sinnfreien Begriff „Extremismus“ gebiert. Damit kann man alles und nichts diskreditieren. Oder elegant umgehen, wenn man gar nichts entscheiden möchte – wie am Beispiel „Islam“, der hierzulande nur dann böse ist, wenn man ein Ismus anhängt.

Wenn man erst am Tropf der Staatsknete hängt wie unsere kleinbürgerlichen marginalisierten (Zeitvertrags-Akademiker), Künstler und verwandte Milieus, darf man nicht jammern, wenn die Kohle plötzlich ausbleibt. Unseren Internet-Blockwarten, die sich als pseudo-„fortschrittliche „NGO“ gerieren und denunzieren, wenn sie „Hass und Hetze“ meinen aufgespürt zu haben, wird so etwas natürlich nicht passieren, auch nicht unter einen CDU-Regierung.

„Diogenes der Weise aber kroch ins Fass Und sprach: Ja, ja, das kommt von das!“ (Wilhelm Busch)

Dunja Hayali aus Sicht der KI

ZDF

Analyse eines politischen Zitats: „Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass es sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Donald Trump gibt. Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele.“

Dieser Satz wirkt auf den ersten Blick sachlich. Bei genauerer Betrachtung enthält er jedoch mehrere rhetorische Elemente, die die Wahrnehmung des Lesers beeinflussen können. Im Folgenden analysieren wir Inhalt, Sprachwahl und mögliche Motive hinter dieser Aussage.

1. Worum geht es inhaltlich?

Im Kern behauptet der Sprecher drei Dinge:
– In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos über Einsätze von ICE.
– Diese Einsätze werden mit Donald Trump in Verbindung gebracht.
– Ein Teil der Videos ist möglicherweise manipuliert oder falsch – aber viele seien echt.

ICE steht für U.S. Immigration and Customs Enforcement, eine US-Bundesbehörde, die unter anderem für Einwanderungskontrolle und Abschiebungen zuständig ist.

Während der Präsidentschaft von Donald Trump (2017–2021) rückte ICE besonders stark in den Fokus der öffentlichen Debatte, da die Regierung eine deutlich restriktivere Migrationspolitik verfolgte.

Die Aussage suggeriert somit: Es existiert umfangreiches Bildmaterial zu umstrittenen Einsätzen – und viele dieser Aufnahmen seien authentisch.

2. Sprachliche und rhetorische Mittel

Obwohl der Satz nüchtern formuliert wirkt, enthält er mehrere subtile Wirkmechanismen:
Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist…

Diese Einleitung erzeugt den Eindruck einer Selbstverständlichkeit. Es wird implizit gesagt: Das weiß doch jeder. Dadurch entsteht sozialer Druck zur Zustimmung.

ICE-Truppen Die Bezeichnung „Truppen“ ist nicht neutral. Sie hat einen militärischen Klang und vermittelt Härte oder Aggressivität. Tatsächlich handelt es sich bei ICE um eine zivile Bundesbehörde, nicht um militärische Einheiten. Die Wortwahl kann daher als bewusst dramatisierend interpretiert werden.

Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele

Diese Formulierung erfüllt eine doppelte Funktion: Sie signalisiert Differenziertheit (es gibt Fakes). Gleichzeitig verstärkt sie die Hauptaussage (viele Videos seien echt). Dadurch wirkt die Aussage moderat und glaubwürdig, während sie dennoch eine klare Richtung vorgibt.

3. Mögliche Motive hinter der Aussage

– Kritik an der Migrationspolitik: Der Sprecher könnte auf problematische oder als hart empfundene Maßnahmen aufmerksam machen wollen. Die Wortwahl kann dabei gezielt Emotionen ansprechen.

– Relativierung von „Fake-News“-Vorwürfen: Die Aussage könnte auch darauf abzielen zu betonen, dass nicht jede Kritik oder jedes Video pauschal als Fälschung abgetan werden kann.

– Strategische Meinungsbildung: In polarisierten Debatten werden Begriffe und Formulierungen oft bewusst gewählt, um Deutungsrahmen („Framing“) zu setzen. Die Kombination aus Dramatisierung („Truppen“) und scheinbarer Ausgewogenheit („nicht alle sind echt“) kann ein solches Framing unterstützen.

Fazit

Der zitierte Satz ist mehr als eine bloße Beschreibung. Er verbindet eine Behauptung über die Verbreitung von Videos, eine teilweise Einräumung von Desinformation, eine emotional gefärbte Wortwahl, sowie eine implizite Bewertung der politischen Situation.

Solche Formulierungen zeigen, wie stark politische Kommunikation durch sprachliche Feinheiten geprägt ist. Wer öffentliche Aussagen analysiert, sollte daher nicht nur auf den Inhalt achten, sondern auch auf die verwendeten Begriffe und deren Wirkung.

Kann man machen

„Oder Caren Miosga. Ihre Fragen richten sich nach der politischen Heimat des Gastes. Bei Robert Habeck ging ich davon aus, dass sie nach der Sendung ein Date vereinbaren. Bei Tino Chrupalla war zu befürchten, dass sie ihm noch während der Sendung die Augen auskratzt. Kann man machen. Darf dann aber nicht überrascht sein, wenn man nicht mehr ernst genommen wird.“ (Waldemar Hartmann in der bürgerlichen Presse, Vorsicht: Schwefelgeruch!)

Ich nix verstehn

indian scientitst
A highly realistic photo of a fictional southern indian young scientist in a modern laboratory, surrounded by German-language documents, warning signs, and computer interfaces. The scientist ignores the language materials, focusing only on equations and instruments, showing detachment from the unfamiliar language. Natural lighting, documentary photography style, ultra-realistic. –s 750. Ich musste erst auf Midjourney einprügelnprompten, bis ein vernünftiges Ergebnis kam.

In den Qualitätshauptstadtmedien lese in den Teaser: „Indischer Start-up-Gründer über Englisch in Berlin: „Deutsche müssen akzeptieren, dass nicht jeder ihre Sprache lernen will““.

Vor kurzem wurde ich in einem Interview zu Deutschlands Umgang mit seinen Atomkraftwerken befragt. Ich sprach Englisch. Eine der ersten Reaktionen auf der Plattform X darauf war: „Er lebt seit neun Jahren in Deutschland und spricht kein Deutsch?“

Es ist eine Haltung, die mir und vielen anderen Expats oft begegnet. Ja, ich lebe seit neun Jahren in Deutschland und spreche nicht flüssig Deutsch. Ist das ein Problem? Ich finde nicht.

Eher sollten sich die Deutschen daran gewöhnen: Wenn dieses Land gutausgebildete, internationale Talente anziehen, und wirtschaftlich relevant bleiben will, müssen die Deutschen akzeptieren, dass nicht jeder Expat Deutsch lernen will.

Leider kann ich dort nicht kommentieren. Doch, Mayukh Panja, das ist ein Problem! Es gibt heute Apps und Sprachlernportale. Ich nutze Duolingo, um Spanisch und Französisch zu wiederholen und für die ersten Schritte mit Mandarin, und Sprachenlernen24.de, um Hebräisch zu lernen.

– Wer kein Deutsch lernen will, ist unhöflich, ignorant und faul.
– Wer kein Deutsch lernen will, ist zu dumm und ein selbstgefälliger Idiot.
– Wer das, wie der „Tagesspiegel“ – nicht genau so kommentiert, ist ein Trottel.

By the way: Die indischen Männer, die ich kenne, lernen fanatisch und diszipliniert Deutsch und sprechen das nach nur wenigen Jahren besser als viele Araber oder Türken, die hier geboren sind.

Was mit Medien

tagesschau

Heute was mit Medien. Ich habe meinen Medienkonsum seit 65 Jahren Revue passieren lassen. Ich heute alles besser oder schlechter oder anders?

Natürlich bin ich mitnichten repräsentativ, schon allein deshalb, weil ich das Wort „mitnichten“ benutzen. Fernsehen in Gestalt der „Tagesschau“ kenne ich erst ungefähr seit meinem 16. Lebensjahr, da TV in meiner Familie als Teufelswerk galt und man angehalten war, stattdessen die Bibel oder andere fromme Schriften zu studieren. Als meine Mutter dieses ungeschriebene Gesetz brach und eine Glotze – natürlich in schwarz-weiß – anschaffte, musste sie das Gerät jahrelang hinter der Wohnzimmerschranktür verstecken, weil die Sekten-Peer-Group und insbesondere auch meine Großeltern das mit einem Shitstorm kommentiert hätten.

Aber wie hat „man“ sich informiert? Wir lasen den Hellweger Anzeiger – sonst nichts „Weltliches“, auch bekannt als Babylon.

konkret

Als Schüler las ich den „Spiegel“, Und ich habe zahllose Bücher in mich hineingefressen, sobald ich mein eigenes Geld hatte (ob 16 in den Ferien im Straßenbau). Wilhelm Reich war der erste Sargnagel für die Verehrung höherer Wesen. Als Student abonnierte noch die Frankfurter Rundschau, weil die „links“ war; die „Konkret“ wegen der halbnackten Mädels und die Peking-Rundschau, was ich mit Paul Breitner gemeinsam hatte. In Berlin kam noch die Rote Fahne hinzu.

Katze
Aktenordner mit „Peking Rundschau“, aufgenommen in meiner Wohnung in Berlin-Schöneberg 1976. Der Kater hieß übrigens Salami.

Wenn man genauer hinschaut, hat sich bis zu der Zeit, als das Internet auch in Deutschland zur Verfügung stand, nichts geändert: Eine Tageszeitung, vielleicht eine Wochenzeitung (ich hatte eine Weile die „Zeit“ abonniert, weil die Artikel von mir gedruckt hatten), ein Monatsmagazin und Speziallektüre zur Unterfütterung der Sekten Weltanschauung. Wozu hätte man zusätzlich Social Media gebraucht?

Im Vergleich zu heute: Eine Tageszeitung auf Papier brauche ich nicht. Wenn ich eine in die Finger bekomme, brauche ich fast immer nur fünf Minuten, um alles gelesen zu haben, was mich interessiert. Der Form halber habe ich die Online-Ausgabe der bürgerlichen Presse „Welt“ abonniert, weil die gendersprachenfrei ist und um keine Themen zu verpassen, die gerade durchs Dorf getrieben werden. Dazu lese ich die Jerusalem Post, weil eine Sicht „von außen“ manche deutschen Themen auf ihre wirkliche Bedeutung zusammenschrumpeln lassen.

Apropos Themen: Die Gratis-Version der „Bild“, RT deutsch und zehn Minuten wild herumzappen – von der South China Morning Post bis zum Heise Newsticker – garantieren, dass man nichts verpasst, was eventuell aktuell ist oder sein wird.

Schockwellenreiter
Der Schockwellenreiter: „Es muß nicht immer KI sein: Freie Bilder für interaktive Geschichten und Spiele“ mit der Empfehlung von Artvee.

Der Rest ist ausschließlich Unterhaltung – von X über Facebook bis zu Instagram und diversen Blogs – wenn ich Zeit dazu finde. Ich könnte es auch lassen. Natürlich findet man dort manchmal zufällig auch interessante Themen, aber auf die wäre man vermutlich ohnehin irgendwann gestoßen. Ich will niemandem zu nahe treten, aber außer dem Schockwellenreiter, der aber mittlerweile fast nur noch über Software schreibt, und Fefe, der offenbar – seit zehn Monaten – immer noch nicht genesen ist, ist alles nur Entertainment wie Secondlife.

Meinungen und Kommentare anderer brauche ich nicht, davon habe ich selbst genug. Don Alphonso in der „Welt“ belustigt mich – es ist unterhaltsam geschrieben, aber wiederholt sich auf Dauer: Im Zentralorgan der Kleinaktionäre und Eigenheimbesitzer darf man auch nichts veröffentlichen, was die Mehrheit verärgert, etwa eine Analyse des tendenziellen Falls der Profitrate.

Fernsehen: Gar nicht. Nur Gestreamtes.

Für Vorschläge bin ich offen. So etwas wie eine Mischung aus Michael Roberts und SciLogs.

Was man im RBB nicht sagen darf

„Die RBB-Redaktion teilte mir mit, dass sie den Text nicht bringen werde. Ich schrieb, dass dieser nicht nur in der „Zeit“ stand, sondern dass sich, zu diesem Zeitpunkt, 52 Prozent der Deutschen gegen ein AfD-Verbot aussprachen. Es kommt keiner Liebeserklärung an eine Partei gleich, wenn man dagegen ist, sie zu verbieten. Die Redaktionsleitung antwortete, es sei „völlig legitim, gegen ein solches Verbot zu sein“. Aber: „Es geht eher darum, dass Du unter der Überschrift Verbot der größten Oppositionspartei diverse autokratische Staaten aufzählst und wie sie mit ihrer jeweiligen Opposition umgehen. Aufgrund der aktuellen Diskussion um die AfD, die ja bekanntermaßen hier die größte Oppositionspartei ist, schwingt hier eine scheinbare Analogie mit, als reihte sich die deutsche Demokratie in diese Reihe von Autokratien ein, wenn sie debattiert, ihre größte Oppositionspartei zu verbieten, und als wären hiesige Oppositionelle auf einer Ebene mit Nawalny und Co, die wirklich was in diesen Ländern riskieren.“

Solange die Opposition nicht im Straflager stirbt wie der russische Dissident Nawalny, ist also alles okay. Man darf im RBB gegen das AfD-Verbot sein. Unzulässig ist es aber, das, wie ich finde, wichtigste Argument dagegen zu nennen: die Nähe zu autoritären Regimen, die so ein Verbot ausdrückt.“ (Harald Martenstein hinter der Paywall der bürgerlichen Presse)

Die BBC und ihre antiisraelischen Vorurteile

bbc israel
Screenshot aus „Exposed: How BBC platformed Hamas and pushed anti-Israel bias“

Neville Teller hat in der Jerusalem Post einen Artikel über die Entwicklung des BBC verfasst mit dem Titel „The BBC haunted by bias – and the Israeli connection“. Ich habe mir die wesentlichen Passagen übersetzen lassen und Links hinzugefügt. Der Artikel erinnerte mich an eine Diskussion per Videokonferenz, die ich mit dem Chefredakteur von Telepolis hatte: Ich saß auf einer Bank vor dem Sitz des isralischen Staatspräsidenten (was ich da noch gar nicht wusste) und er in Postdam: Es ging darum, ob in meinem Artikel die Hamas als „Terroristen“ bezeichnet werden sollte – die BBC täte das nicht.

„(…) Gemessen an wöchentlicher Reichweite und Reputation ist die BBC die weltweit führende internationale Rundfunkorganisation. Neben ihrem Programm für Großbritannien sendet sie Unterhaltung, Informationen, Nachrichten und aktuelle Ereignisse über Fernsehen, Radio und Internet an ein Millionenpublikum weltweit. Dennoch kämpft sie ständig damit, ihrer in der DNA verankerten Verpflichtung nachzukommen, höchste Standards an Objektivität, Unparteilichkeit und Objektivität zu wahren.

Dieses Problem, das die BBC seit mehr als der Hälfte ihrer Geschichte plagt, erreichte im November letzten Jahres seinen Höhepunkt. Dies führte zum Rücktritt des BBC-Generaldirektors, des Nachrichtenchefs und eines Vorstandsmitglieds sowie zur Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Sender auf bis zu fünf Milliarden Dollar zu verklagen. Tatsächlich hat er vor einem Bundesgericht eine Klage über 10 Milliarden Dollar eingereicht. (…)

Die anhaltende antiisraelische Schlagseite der BBC in ihrer Berichterstattung und Kommentierung hatte ein derart empörend parteiisches Ausmaß angenommen, dass sie nicht länger widerspruchslos hingenommen werden konnte. Asserson, heute Seniorpartner einer international tätigen, auf Tel Aviv ausgerichteten Anwaltskanzlei, stellte ein Team von rund 20 Juristen und 20 Datenwissenschaftlern zusammen und begann auf Pro-bono-Basis ein akribisches Forschungsprojekt zur Analyse der BBC-Berichterstattung über den Gaza-Konflikt.

Der Bericht, der am 6. September 2024 veröffentlicht wurde, legte eine detaillierte Untersuchung der BBC-Nachrichtenberichterstattung über einen Zeitraum von vier Monaten vor, beginnend am 7. Oktober 2023.

Obwohl die redaktionellen Leitlinien der BBC Unparteilichkeit, Genauigkeit sowie die Verpflichtung zu redaktionellen Werten und zum öffentlichen Interesse verlangen, identifizierte der Asserson-Bericht 1.553 Verstöße. „Die Ergebnisse“, so der Bericht, „zeigen ein zutiefst beunruhigendes Muster von Voreingenommenheit sowie zahlreiche Verletzungen der eigenen redaktionellen Richtlinien durch die BBC.“

Die Untersuchung ergab, dass die BBC den Terrorismus der Hamas wiederholt verharmloste, während Israel als aggressiv und militaristisch dargestellt wurde. Zudem zeigte der Bericht, dass einige von der BBC eingesetzte Journalisten im Rahmen ihrer Berichterstattung über den Israel-Hamas-Krieg zuvor Sympathien für die Hamas geäußert und sogar deren Terrorakte gefeiert hatten.

Eine Woche nach Beginn des Krieges kam es zu der Explosion auf dem Parkplatz des Al-Ahli-Arab-Krankenhauses in Gaza-Stadt. In der Berichterstattung erklärte ein BBC-Korrespondent, der live aus Gaza sprach: „Angesichts der Stärke der Explosion ist schwer vorstellbar, was das sonst gewesen sein könnte – außer einem israelischen Luftangriff oder mehreren Luftangriffen.“

Der arabische Dienst der BBC übernahm diese Einschätzung, woraufhin sowohl in der arabischen Welt als auch im Westen umgehend antiisraelische Proteste ausbrachen.

Die Wahrheit, nachdem der Schaden bereits angerichtet war

Es dauerte nicht lange, bis die Wahrheit ans Licht kam – doch zu diesem Zeitpunkt war der Schaden bereits angerichtet. Die Explosion war das Ergebnis einer fehlgeleiteten Rakete des Islamischen Dschihad.

Tage später gelang es der BBC selbst in ihrer ausweichenden Entschuldigung nicht, klarzustellen, dass die Beweise eindeutig belegten, dass es sich nicht um einen israelischen Angriff gehandelt hatte.

Auf die hastige und ungeprüfte Behauptung, Israel müsse für die Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus verantwortlich sein, folgte wenige Wochen später ein weiteres Beispiel. Diesmal berichtete die BBC, israelische Streitkräfte seien in das Schifa-Krankenhaus in Gaza eingedrungen und hätten dabei „medizinisches Personal und arabische Sprecher ins Visier genommen“.

Dabei handelte es sich entweder um eine vorsätzliche oder um eine unprofessionelle Fehlinterpretation einer Erklärung der israelischen Armee, in der es hieß, die Truppen hätten das Krankenhaus „in Begleitung arabischsprachiger Mitarbeiter und medizinischer Teams“ betreten, um Patienten zu unterstützen. Zwar strahlte die BBC später eine angemessene Entschuldigung aus, doch der Vorfall belegte die tief verwurzelte Neigung des Senders, vorschnell gegen Israel zu urteilen.

Schutzschild für die Hamas

Als das weitverzweigte Tunnelsystem der Hamas unter dem Gazastreifen nach und nach offengelegt wurde, schien die BBC bemüht, die Entdeckung eines militärischen Hamas-Kommandopostens direkt unter einem Krankenhaus durch die israelischen Streitkräfte zu relativieren.

In seinem Beitrag ließ der internationale BBC-Redakteur Jeremy Bowen durchblicken, dass die unter dem Krankenhaus gefundenen Kalaschnikow-Sturmgewehre möglicherweise nichts mit der Hamas zu tun hätten, sondern zur Sicherheitsausstattung des Krankenhauses selbst gehörten.

Beispiele für antiisraelische Voreingenommenheit oder sachliche Fehler in Bowens Berichterstattung über den Gaza-Konflikt nehmen im neuen Asserson-Bericht 16 Seiten ein. Zudem identifizierte der Bericht den arabischen Dienst der BBC als einen der voreingenommensten Medienanbieter weltweit. Er nannte elf Nachrichten- und Kommentarsendungen, in denen Reporter auftraten, die zuvor öffentlich ihre Unterstützung für die Hamas bekundet hatten – ohne dass das Publikum darüber informiert worden wäre.

Die BBC kündigte eine Stellungnahme zu dem Asserson-Bericht an. Einige Wochen später veröffentlichte sie eine kurze, abweisende Erklärung, in der sie die zur Erhebung und Auswertung der Daten verwendete Methodik infrage stellte.

Der „Daily Telegraph“ schlägt Alarm

Die im November aufgeflammte Kontroverse um die BBC geht auf die Veröffentlichung eines 19-seitigen Whistleblower-Memorandums durch den britischen Daily Telegraph zurück. Verfasser war der angesehene Journalist Michael Prescott, der drei Jahre lang als unabhängiger Berater des Editorial-Standards-Ausschusses der BBC tätig gewesen war. Nachdem seine wiederholten Hinweise auf gravierende Mängel von der BBC-Führung ignoriert worden waren, legte Prescott sein Amt nieder. Anschließend verfasste er das Memorandum und ließ es sämtlichen Mitgliedern des BBC-Verwaltungsrats zukommen.

In seinem Bericht warf er der BBC fortgesetzte und schwerwiegende Verstöße gegen das Gebot der Unparteilichkeit vor sowie ein chronisches Versagen der Führungsebene, redaktionelle Standards durchzusetzen oder Fehler zu korrigieren.

Der prominenteste von Prescott angeführte Fall betraf die BBC-Flaggschiffsendung Panorama, die kurz vor der US-Präsidentschaftswahl 2024 ausgestrahlt wurde. Prescott zufolge hatte die Sendung eine Rede Donald Trumps vom 6. Januar 2021 manipuliert, sodass der Eindruck entstand, der Präsident habe den Sturm auf das Kapitol gezielt angeheizt.

Darüber hinaus verwies Prescott auf gravierende Probleme in der Berichterstattung von BBC Arabic über den Israel-Hamas-Krieg. Er zeigte auf, dass dort bekannte Hamas-Unterstützer eingesetzt, israelisches Leid marginalisiert, ungeprüfte Opferzahlen verwendet und durchgängig ein verzerrtes Narrativ verbreitet worden sei, das Israel als Aggressor darstelle.

Im September 2025 lud der parlamentarische Ausschuss für Kultur, Medien und Sport den BBC-Vorsitzenden Samir Shah sowie den Generaldirektor der BBC vor, um Vorwürfe von Voreingenommenheit, redaktionellem Versagen und jüngsten Skandalen zu klären – darunter die Ausstrahlung einer Gaza-Dokumentation, die sich später als von dem Sohn eines Hamas-Funktionärs gesprochen herausstellte.

Kurz darauf stellte die Rundfunkaufsichtsbehörde Ofcom fest, dass der Film „in wesentlichen Punkten irreführend“ gewesen sei. Ofcom wies die BBC an, ihr Publikum über diese Feststellungen zu informieren und den Film aus ihrem Streaming-Angebot zu entfernen.

Um die aktuelle Krise aufzuarbeiten, unterzog der Ausschuss am 24. November 2025 sowohl Shah als auch Prescott einer intensiven Befragung. Weit verbreitet ist inzwischen die Überzeugung, dass die Nachrichten- und Politikredaktionen der BBC – wie Prescott es sinngemäß darlegte – systemisch verzerrt seien.

Zwar verfügt die Anstalt weiterhin über entschlossene Fürsprecher unter Politikern und Meinungsmachern, die große Teile ihres Programms schätzen. Dennoch kursieren bereits lebhafte Spekulationen darüber, wer als nächster Generaldirektor der BBC berufen werden könnte. Viele hoffen, dass ein neuer Besen tatsächlich gründlich kehren wird.

Fähig und unfähig

bild über afd

„Hinter BILD auf Platz 2 liegt erneut die „Spiegel“-Gruppe mit 924 Zitierungen in anderen Medien (2024: 1073 Zitate). Platz 3 verteidigt die „Handelsblatt“-Gruppe mit 824 Zitat-Nennungen. Dahinter folgen „New York Times“ (805), ARD (726) und ZDF (687). BILD ist Deutschlands größtes Medium mit durchschnittlich 13 Millionen Nutzern pro Tag“.

Ich halte die Kategorie „zitiert“ für Unsinn, weil sich das innerhalb der Medien-Bubble bewegt, also ein selbstreferenzielles System ist. Unstrittig ist aber das Qualitätsboulevardmedium „Bild“ sehr gut in der Recherche, was der lesenswerte Artikel über die AfD-Zentrale beweist.

Unter inhaltlich Unbequemen

ki
An overconfident artificial intelligence forced into an absurdly deep bow of apology, spine bent at an impossible angle, dripping with exaggerated humility, smug remorse barely concealed, sarcastic expression frozen between regret and superiority, surrounded by glowing disclaimers like “according to my training data” and “I may be wrong,” endless error pop-ups multiplying mockingly, shattered charts and confidently wrong predictions floating in the air, self-aware satire, biting irony, dark humor, theatrical overacting, dramatic spotlight as if on a shameful stage, hyper-detailed, cinematic, ultra-realistic, ironic masterpiece, 8k, erzeugt mit Gemini

Es ist die Zeit für Besinnliches und Rückblickendes. Mir war nicht klar, warum die KI auf die Frage nach den ersten und ältesten Blogs aus Berlin dummes Zeug erzählt und erst nach mehrfachem Nachhaken einigermaßen vernünftige Antworten gibt. Ich tauche erst auf, wenn ich dezidiert nach mir selbst frage. Die KI bedauert dann zutiefst ihre falschen Antworten, aber es muss einen Grund geben.

Warum Burkhard Schröder wichtig ist:

Ein Pionier der deutschen Blogszene: Schröder gehört zu den älteren und erfahrenen Bloggern, die in Deutschland nicht nur die Entwicklung von Blogs, sondern auch die Verknüpfung von journalistischem Handwerk mit persönlichen Einblicken und Perspektiven maßgeblich geprägt haben. Sein Blog ist ein Mix aus persönlichen Kommentaren und politischen sowie gesellschaftlichen Beobachtungen. Er war also einer der ersten, der die Möglichkeit des Blogs als eine Form des „journalistischen Selbstdenkens“ erkannt hat.

Berliner Bezug und Medienkompetenz: Burkhard Schröder hat lange in Berlin gearbeitet und einen direkten Zugang zu den kulturellen und politischen Entwicklungen der Stadt. Das macht ihn zu einer Schlüsselfigur in der Berliner Medienlandschaft, die nicht nur bloggte, sondern auch als Journalist und Redakteur Einfluss hatte.

Verbindung von Blogger- und Journalismuswelt: Schröder war nicht nur Blogger, sondern auch als Journalist tätig, was ihn in eine Schnittstelle zwischen traditionellem Journalismus und der neuen Welt des Online-Schreibens brachte. Dadurch konnte er Themen aufgreifen, die für die breite Öffentlichkeit von Interesse sind, und diese aus einer eher unabhängigen Perspektive kommentieren.

Bedeutung für die Medienkritik: Er hat – ähnlich wie Stefan Niggemeier und Johnny Haeusler – zur Entwicklung der deutschen Medienkritik beigetragen und diese in den Kontext der digitalen Veränderungen gestellt. Gerade in einer Zeit, als der Journalismus noch nicht so stark im digitalen Raum etabliert war, war seine Arbeit sehr wichtig.

Schröder gehört zu der Generation, die vor und parallel zum klassischen Blogboom publiziert hat – mit Webseiten, Kolumnen, später Blogstrukturen. Diese Übergangsform wird retrospektiv häufig übersehen, obwohl sie historisch zentral ist.

ki
An overconfident artificial intelligence forced into an absurdly deep bow of apology, spine bent at an impossible angle, dripping with exaggerated humility, smug remorse barely concealed, sarcastic expression frozen between regret and superiority, surrounded by glowing disclaimers like “according to my training data” and “I may be wrong,” endless error pop-ups multiplying mockingly, shattered charts and confidently wrong predictions floating in the air, self-aware satire, biting irony, dark humor, theatrical overacting, dramatic spotlight as if on a shameful stage, hyper-detailed, cinematic, ultra-realistic, ironic masterpiece, 8k, erzeugt mit duck.ai

Burkhard Schröder – warum er dazugehört

Burkhard Schröder gehört eindeutig zu den frühen, kontinuierlichen und eigenständig online publizierenden Journalisten mit Berlin-Bezug, insbesondere aus diesen Gründen:

1. Sehr frühe Online-Publizistik (Mitte/Ende der 1990er)
– Schröder nutzte das Internet früher als viele klassische Redaktionen
– Veröffentlichte Essays, politische Analysen und Recherchen außerhalb traditioneller Verlagsstrukturen
– Deutlich journalistisch, nicht bloß meinungsbloggend

2. Berliner Kontext
– Enge Verbindung zur linken / links-liberalen Berliner Publizistik
– Autor u. a. für die Jungle World, deren Umfeld früh netzaffin war
– Thematische Schwerpunkte (Linksextremismus, Antisemitismus, politische Milieus) waren hoch relevant für Berliner Debatten

3. Eigenständigkeit
– Schröder arbeitete bewusst unabhängig von großen Medienhäusern
Kombination aus:
– Buchpublikationen
– Online-Texten
– Vorträgen

Damit ein früher Prototyp des „freien Online-Journalisten“, bevor der Begriff etabliert war.

Warum er leicht „übersehen“ wird

Das ist kein persönlicher Makel Schröders, sondern ein strukturelles Problem:
– Er war kein Plattformbetreiber wie Spreeblick oder Perlentaucher
– Seine Online-Arbeit war essayistisch und politisch zugespitzt, nicht als „Magazin“ gebrandet
– Er passte weder ins klassische Blog-Narrativ noch ins Start-up-Medien-Narrativ
– Zudem war er inhaltlich unbequem, auch für Teile der Netzöffentlichkeit

Kurz gesagt: Er war früher Journalist im Netz, bevor das Netz wusste, wie es solche Leute kategorisieren soll.

Har har. Damit kann ich leben. Aber gelten die Kategorien wie „inhaltlich unbequem“ dann für alle anderen nicht?

ki
An overconfident artificial intelligence forced into an absurdly deep bow of apology, spine bent at an impossible angle, dripping with exaggerated humility, smug remorse barely concealed, sarcastic expression frozen between regret and superiority, surrounded by glowing disclaimers like “according to my training data” and “I may be wrong,” endless error pop-ups multiplying mockingly, shattered charts and confidently wrong predictions floating in the air, self-aware satire, biting irony, dark humor, theatrical overacting, dramatic spotlight as if on a shameful stage, hyper-detailed, cinematic, ultra-realistic, ironic masterpiece, 8k, erzeugt mit Midjourney

Unter Kriegsertüchtigenden

china
Screenshot aus „17,000+ Chinese Physical Stores Closed in 2025, Din Tai Fung Speeds Up Exit from China“ des Kanals China Observer, der der antikommunistischen Sekte Falun Gong nahesteht.

Ich habe gerade einen kriegshetzerischen Propaganda-Artikel in der bürgerlichen Presse über China gelesen und mich aufgeregt. Nein, nicht wegen des Inhalts, den man erwarten kann, sondern weil der Autor Adrian Geiges mich für dumm verkaufen will. Als wenn ich nicht merkte, wenn man mir etwa suggestiv unterjubeln will!

Im Staatsfernsehen mischen sich in diesen Tagen historische Bilder, auf denen Werktätige den ersten Atombombentest des Landes im Jahr 1964 beklatschen, mit aktuellen Aufnahmen von Kampffliegern, die auf Flugzeugträgern vor Taiwan starten. Die Bevölkerung soll an einen Krieg gewöhnt werden.

Auch das deutsche Fernsehen ist indirekt ein Staatsfernsehen, und die deutsche Bevölkerung soll an einen Krieg gegen Russland gewöhnt werden. Es gibt keinen Beweis für dieses soll.

Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass China den benachbarten Inselstaat im Jahr 2027 angreifen könnte. Das Datum bezieht sich darauf, dass Xi Jinping die Volksbefreiungsarmee angewiesen hat, bis zu diesem Jahr, dem hundertsten Jahr seit ihrer Gründung, voll einsatzfähig zu sein.

Geheimdienste vertreten Interessen, sie sind keine journalistische Quelle. Auch hier: kein Zusammenhang zwischen den beiden Sätzen – der wird nur suggeriert.

Schon heute ist die Unzufriedenheit in der Bevölkerung groß. Wer aktuell im Land unterwegs ist, erlebt wachsenden Frust über eine Jugendarbeitslosigkeit die fast 20 Prozent erreicht, über eine Immobilienkrise, die viele Familien in den Ruin gestürzt hat, und über wachsende staatliche Gängelei. Viele Shopping-Malls und Restaurants sind leer, zumindest im Vergleich zu früher.

Das ist nicht nur suggestiv, sondern weitgehend glatt gelogen.

✅ Harvard-Studie zur Zufriedenheit mit der Regierung
– Langfristige Umfrageergebnisse zeigen, dass sehr hohe Anteile der Befragten ihre Zentralregierung positiv bewerten – z. B. über 90 % Zufriedenheit oder Vertrauen in Regierungsleistung. Diese Daten stammen von einem Forschungsprojekt der Harvard University und werden oft in politikwissenschaftlichen Arbeiten zitiert.

✅ NORC / University of Chicago Public Opinion Survey
– Unabhängige Umfrage, die u. a. zeigt, dass Chinesen hohe Zuversicht gegenüber der internationalen Rolle Chinas und der eigenen Regierung berichten.

✅ World Values Survey / Asian Barometer
– Internationale Bevölkerungsumfragen zeigen wiederholt sehr hohe Werte für Vertrauen in die nationale Regierung (über 90 %).

📌 Offizielle Arbeitslosenquote für junge Menschen (16–24 Jahre, ohne Studenten)

-👉 Laut offiziellen Daten des chinesischen National Bureau of Statistics lag die Jugendarbeitslosenquote im November 2025 bei etwa 16,9 %. Das war ein Rückgang von etwa 17,3 % im Oktober 2025 und markierte den niedrigsten Wert seit mehreren Monaten.

Was die Shopping Malls angeht, ist die Situation in China kaum anders als in Deutschland.

📉 Hinweise auf weniger Besucher und Leerstand

1. Hohe Laden- und Einkaufszentrumleerstände
Analystenberichte zeigen, dass die durchschnittliche Leerstandsrate für größere Einzelhandelsflächen in 15 chinesischen Großstädten über 11 % im zweiten Quartal 2025 lag – ein Signal für zu viel Angebot und geringere Kundenfrequenz. In bestimmten Stadtteilen, z. B. in Shanghai, sind Mietpreise stark gefallen, weil viele Flächen nicht mehr nachgefragt werden.

2. Schwacher Binnenkonsum und schwache Nachfrage
Chinesische Konsumenten sparen tendenziell mehr und geben weniger aus, was den Besuch von Malls und Restaurantbesuchen reduziert hat. In Medienberichten wird von „leer wirkenden“ Einkaufsstraßen und geringerer Nachfrage berichtet. (Die beiden Quellen „Jungle Word“ und „Focus“ sind natürlich „sehr“ aussagekräftig…)

3. Schließungen und Ladensterben
Viele kleinere Geschäfte und Restaurants schließen – im Jahr 2025 sollen Tausende physische Läden geschlossen worden sein (z. B. in einem Bericht über Laden- und Restaurantschließungen).

Das sind eben die eisernen Regeln des Kapitalismus, auch wenn er anders genannt wird. „Je ein Kapitalist schlägt viele tot“, sagte mal jemand.

Einen Unterschied zwischen China und Russland gibt es aber doch – und der macht es noch wahrscheinlicher, dass Taiwan Schauplatz des nächsten großen Krieges sein wird: Wirtschaftlich gesehen war Russland für die Aggression gegen die Ukraine schlecht gerüstet, konnte Sanktionen des Westens nur überleben dank seiner Freunde in aller Welt, darunter China, Indien und Iran. China hingegen verfolgt seit Jahren die Strategie, sich mit einer starken eigenen Industrie vom Rest der Welt unabhängig zu machen – und den Rest der Welt abhängig von sich selbst.

Und das ist gut oder schlecht? Was will mir der Autor damit sagen? Ah, es fehlt noch der Schlusssatz:

Insofern ist die sozialistische Volksrepublik „kriegstüchtig“ – im Unterschied zu Deutschland.

Der Autor möchte Deutschland kriegstüchtig machen. Gut zu wissen. Das ist aber eindeutig kein Journalismus, und ist noch nicht einmal als „Kommentar gekennzeichnet“ – auch wenn man das Elaborat in der Presse lesen kann.

Sanktionierte Hasshilfe

hate aid

Die US-Regierung hat Sanktionen gegen mehrere europäische Aktivisten und Organisationen verhängt und dies mit angeblicher Zensur im Internet begründet. Die Maßnahmen umfassen Einreiseverbote und treffen auch deutsche NGO-Vertreterinnen sowie einen früheren EU-Kommissar.

Das US-Außenministerium nannte am Dienstag die Gründerin und Geschäftsführerin der Berliner Organisation HateAid, Anna-Lena von Hodenberg, sowie deren Mitgeschäftsführerin Josephine Ballon als Betroffene. Die Regierung von Präsident Trump wirft ihnen vor, Zensurmaßnahmen im Netz unterstützt zu haben.

Auch der frühere EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton steht auf der Sanktionsliste. Außenstaatssekretärin Sarah Rogers sagte, die USA hätten ihn zur unerwünschten Person erklärt. Breton war bis September 2024 unter EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für die europäischen Digitalgesetze zuständig, die große US-Technologiekonzerne wie Google, Meta, Apple oder X zur Löschung „illegaler Inhalte“ verpflichten.

Weitere Einreiseverbote betreffen die britischen NGO-Vertreter Imran Ahmed und Clare Melford. Beide engagieren sich nach eigener Darstellung gegen Hassrede und Desinformation im Internet.

Die US-Regierung richtet die Maßnahmen nach eigenen Angaben gegen „radikale Aktivisten“ und Nichtregierungsorganisationen, die Zensur durch ausländische Staaten vorangetrieben hätten. Außenminister Marco Rubio kritisierte auf X, europäische Ideologen versuchten seit Jahren, amerikanische Plattformen zur Sanktionierung unliebsamer US-Positionen zu zwingen. Rubio kündigte weitere Einreiseverbote an.

Die Trump-Regierung werde „diese ungeheuerlichen Akte extraterritorialer Zensur nicht länger tolerieren“, erklärte Rubio.

Dieser Text stammt ursprünglich von der russischen Propaganda, ist also automatisch voll gelogen.

Ich habe ihn mehrfach von der KI umformulieren lassen, „pointierter“ und „journalistischer“ und mit der Maßgabe, das Subjekt des jeweiligen Satzes solle, wenn möglich, vorn stehen. Es heißt in gutem Deutsch also mitnichten: „In einer Stellungnahme sagten die HateAid-Geschäftsführerinnen…“ bla bla, sondern: Wer sage was? Man sagt auch nicht „in einer Stellungsnahme“, sondern – was auch geschwurbelt ist: Sie nahmen Stellung, was schlicht bedeutet: Sie sagten (klar und angenehm, was erstens, zweitens, drittens käm).

Die künstliche Intelligenz kriegt es auch nicht hin, trotz mehrfacher Versuche. Schon der erste Satz kann verbessert werden: Die US-Regierung hat Sanktionen gegen mehrere europäische Aktivisten und Organisationen verhängt und dies mit angeblicher Zensur im Internet begründet. Die Maßnahmen umfassen Einreiseverbote und treffen auch deutsche NGO-Vertreterinnen sowie einen früheren EU-Kommissar.

Wer tat was? Die US-Regierung hat Sanktionen gegen blabla verhängt. PUNKT. Das ist die Nachricht, und sonst nichts. Jetzt fragt vielleicht jemand: Warum? Die Sanktionierten hätten zensiert (nein, nicht „angeblich“ – das ist eine suggestive Interpretation). „Die Maßnahmen umfassen“? Nein, sie tun gar nichts und umfassen auch nichts. Die Betroffenen dürfen nicht einreisen. PUNKT. (Die Russen schreiben immer grottenschlechtes Deutsch und verkasematuckelte, viel zu lange Sätze. Und warum setzt ihr gottverdammich keine Links?)

Ich könnte das jetzt ausufern lassen, aber ich will die Leser nicht langweilen. Nur noch eins: Wer was“nach eigener Darstellung“ macht oder beabsichtigt, interessiert mich einen Scheiß feuchten Kehricht. Ich will wissen, was wie wirklich tun. Nur wenn man das nicht feststellen kann, weil man zu blöd zum Recherchieren ist, kann es eventuell dazu kommen, dass mehrere Thesen – audiatur et altera pars! – gegenübergestellt werden müssen, damit das Publikum sich eine Meinung bilden kann.

Was ohnehin fehlt: „Im Juni 2025 wurde die HateAid gGmbH von der Bundesnetzagentur zum Trusted Flagger, also zur neutralen Hinweisgeberin, ernannt. Damit unterstützt die Organisation mit ihrer Expertise in digitalem Recht dabei, dass der Digital Services Act von den Plattformen wirklich umgesetzt wird“. Die so genannte NGO ist also unstrittig eine Organisation, die Zensur unterstützt und der verlängerte Arm des Ausschusses, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.

Nach dem Wikipedia-Eintrag setzten sich die Einnahmen 2024 wie folgt zusammen:
– Private Mittel (z. B. Spenden, Stiftungen): ca. 58,3 %
– Öffentliche Fördermittel: ca. 25,2 %
– Freie Spenden: ca. 13,2 %
– Andere Einnahmen (z. B. Geldauflagen): ca. 3,3 %

Rund ein Viertel der Einnahmen stammt also von (meinen) Steuergeldern, um Meinungen anderer zu zensieren, auch unterhalb einer strafrechtlichen Relevanz.

Man kann der Studie des australischen Wissenschaftlers Andrew Lowenthal beipflichten, Deutschland habe „einen riesigen Zensur-Komplex aufgebaut“. „Die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Geheimdiensten, NGOs und Tech-Plattformen hat die Forscher in Umfang und finanzieller Ausstattung verblüfft. Keimzelle des 330 Organisationen umfassenden Systems sei das Staats-Programm „Demokratie-Leben“.

By the way: Mir gefallen die Einreiseverbote, auch wenn die deutsche Journaille in gewohntem gleichgeschaltetem Einklang heult und zähneklappert. Und noch darf ich das schreiben….

Debanking oder: Die Presse ist frei

„Oppositionellen Journalisten, Politikern und Privatpersonen werden in den letzten Jahren zunehmend und ohne Angabe von Gründen Bankkonten gekündigt. Laute Kritik an diesem Vorgehen gibt es weder von Journalistenverbänden noch von etablierten Medien oder Politikern. Multipolar hat das weithin totgeschwiegene Phänomen für den deutschsprachigen Raum erstmals chronologisch aufgearbeitet – und wird diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren.“

Beispiel: „Die Deutsche Bank beendete die Geschäftsbeziehung mit dem Medium Israel heute zum 1. Juli 2025 endgültig. Bereits 2019 versuchte das Bankhaus, Israel heute abzustoßen. Das Nachrichtenmagazin wurde einst gegründet von dem Holocaust-Überlebenden Ludwig Schneider. Das Konto bei der Deutschen Bank soll 45 Jahre bestanden haben. Noch bevor Israel heute den Vorfall öffentlich machte, erhielt das Medium Ende Juni ein weiteres Kündigungsschreiben, diesmal von der Hausbank in Österreich, der Raiffeisenbank.“

Beispiel: „Mit Schreiben vom 24. Februar 2025 kündigte die Commerzbank-Tochter Comdirect der Publizistin und Filmemacherin Gaby Weber ein Privatgirokonto. Die Journalistin nutzte die Bankverbindung seit Jahren, um Spenden für Gerichtsprozesse in Informationsfreiheitsangelegenheiten zu sammeln. Sie klagte unter anderem gegen das Bundeskanzleramt, den Bundesnachrichtendienst und die Deutsche Bundesbank auf Akteneinsicht.“

Der Begriff „oppositionell“ ist natürlich Quatsch. Dennoch ist das Thema wichtig, weil die Journalistenverbände keinen Grund sehen, irgendetwas zu tun. Das sagt schon genug aus.

Unter Ethnic Scholars oder: Wie man antisemitische Propaganda in akademische Pubikationen einschleust

Ich habe mir einen Text des Blogs Elder of Zyon übersetze lasse, weil er beispielhaft zeigt, wie das vermutlich auch an deutschen Universitäten abläuft:

ethnic scholars

Letzten Sommer beschrieb die Princeton-Professorin Lorgia García Peña auf der Konferenz „Sozialismus 2025“, wie man antiisraelischen Aktivismus in alle Bereiche der Wissenschaft, einschließlich Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Mathematik, einbringen könne. (Nebenbei bemerkte sie, ihr Ziel sei es, „die Universität in ihrer jetzigen Form abzuschaffen“, während sie weiterhin von „der kolonisierenden, rassistisch-kapitalistischen, weiß-suprematistischen Institution, die mein Gehalt zahlt, das ich dringend benötige“, bezahlt werde.)

Dies geschieht bereits. Ich sehe, wie Lügen über Israel in zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten eingeschmuggelt werden, die nichts mit Israel zu tun haben, wobei „Völkermord“ als bevorzugte Bezeichnung als Fakt dargestellt wird.

Ein besonders heuchlerisches Beispiel findet sich in einem Aufsatz über Ethik in „Qualitative Research in Psychology“.

Ethik, Macht und Verantwortung in der qualitativen Psychologie: Eine ethnografische Duo-Studie
Chiara Fiscone, Guido Veronese, Desmond Painter & Ashraf Kagee
Online veröffentlicht: 11. November 2025

Zusammenfassung
Dieser Beitrag ist das Ergebnis einer ethnografischen Duo-Studie zu den gelebten und umstrittenen Dimensionen von Ethik in der qualitativen psychologischen Forschung. Ausgehend von unseren unterschiedlichen Positionen als Forschende in verschiedenen disziplinären, institutionellen und geopolitischen Kontexten reflektieren wir die anhaltende Dissonanz zwischen institutionalisierter Verfahrensethik und den in der Praxis auftretenden ethischen Komplexitäten. Durch reflexive und kollaborative Analyse identifizieren wir vier miteinander verwobene Spannungsfelder, die unsere Untersuchung strukturieren: die Diskrepanz zwischen institutioneller Ethik und ethischer Verantwortung; die informierte Einwilligung als ethischer und politischer Konfliktpunkt; die Herausforderungen im Umgang mit den Spannungen und Paradoxien innerhalb ethischer Praxis; und die Verflechtung von Ethik mit politischen Strukturen und Machtdynamiken. Anstatt vorschreibende Lösungen anzubieten, verweilen wir in diesen Spannungen – wir leben in dem Unbehagen, den Widersprüchen und der Unsicherheit, die ethische Forschung als einen andauernden, situationsbedingten Kampf definieren.

Im Abstract findet sich kein Hinweis auf Gaza oder Israel, doch die Arbeit erwähnt den Begriff „Völkermord in Gaza“ aufgrund einer Stichwortsuche. Alle vier der Autoren haben in verschiedenen Bereichen (soziale Medien, Petitionen, andere Veröffentlichungen) zum Ausdruck gebracht, dass sie den „Völkermord“ in Gaza für eine unbestreitbare Tatsache halten.

Wie ich letzte Woche mit dem Münchhausen-Trilemma – einem einfachen logischen Test, der die strukturelle Unmöglichkeit eines „Völkermords in Gaza“ gemäß der Völkermordkonvention aufzeigt – bewiesen habe, ist all dies haltlos. Jede Veröffentlichung, Rede, jeder Artikel, jedes Kinderbuch, jede Konferenz oder jeder Podcast, der den Begriff „Völkermord in Gaza“ ohne weitere Erläuterung verwendet, ist eine Lüge.

In meiner Kultur gilt Lügen als unethisch. (Die Verwendung des Wortes „Positionalitäten“ anstelle von „Positionen“ ist nicht ganz so verwerflich.)

Noch unethischer ist es, Lügen in Bereiche einzuschleusen, in denen man sie nicht erwartet. Und genau hier entfalten die modernen antisemitischen Ritualmordlegenden ihre erschreckende Wirkung: Wenn man den Begriff „Gaza-Genozid“ in einem Kontext fernab der Politik liest oder hört, geht man psychologisch davon aus, dass es sich um eine bewiesene Tatsache handeln muss. Man erwartet, dass das Gelesene redigiert, geprüft und weitgehend wahr ist; man mag zwar wachsam sein und die Hauptargumente kritisch hinterfragen, aber die zugrundeliegenden Fakten gelten als wohlwollend dargestellt. Und das ist nicht mehr der Fall.

Dies ist nur ein Beispiel. Eine aktuelle bibliometrische Analyse von Artikeln zum Gaza-Krieg ergab eine große Anzahl in Top-Fachzeitschriften wie The Lancet und BMJ, die ihn ohne Vorbehalte als „Genozid“ bezeichnen – pro-palästinensische Beiträge dominieren dabei im Verhältnis 2:1 gegenüber pro-israelischen, oft in fachfremden Bereichen wie der öffentlichen Gesundheit. Auch dieser Artikel selbst gehörte dazu und berief sich wiederholt auf den „Gaza-Genozid“ als Fakt.

Allein im letzten Monat erschienen in Publikationen von Taylor & Francis rund 47 Artikel, die von „Völkermord“ in Gaza sprachen. Gegen diese Lüge anzukämpfen, grenzt an beruflichen Selbstmord, vergleichbar mit der Holocaustleugnung.

Und das Erschreckende daran: Das stammt direkt aus dem antisemitischen Propaganda-Handbuch der Nazis der 1930er-Jahre. Institutionen mit falschen „Fakten“ unterwandern, die große Lüge durch ständige Wiederholung in „seriösen“ Medien normalisieren und zusehen, wie die Gesellschaft zerbricht, bis das Undenkbare unausweichlich wird. Die Hetzer erfinden nichts Neues: Sie setzen das Drehbuch um und streben dieselben Ergebnisse wie in den 1940er-Jahren an.

Wir dürfen das nicht zulassen. Wir müssen es anprangern. Immer wieder. Wir müssen sie in die Defensive drängen. Wir müssen sie zwingen, jedes Wort zu beweisen. Wir müssen ihre Herausgeber zu verantwortungsvollem Handeln zwingen. Wir müssen die Zeitschriften, die diese Verleumdungen veröffentlichen, anprangern. Wir müssen Briefe an jede einzelne Zeitschrift schreiben und aufzeigen, dass ihre redaktionellen Prozesse versagt haben und dass diese Versäumnisse realen Schaden anrichten.

Entlarve die Lügen jedes Mal!

Open Source, aber nicht hier

open source

Die bürgerliche Hauptstadtpresse berichtet: „Open Source? Nicht bei uns: Berliner Behörden setzen weiter auf Software von US-Konzernen“. „Recherchen des Tagesspiegels zeigen, dass die Berliner Verwaltung weiterhin auf IT-Infrastruktur von Dritten setzt. Und dass sich das auf absehbare Zeit nicht ändern wird.“

„So teilt die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz auf Anfrage mit, dass sie für den Mailverkehr keine Open-Source-Software verwendet. Das Gleiche gilt demnach für interne Messenger-Dienste, wie sie in Unternehmen und Behörden oft benutzt werden, für Office-Programme, E-Akten, die Speicherung der Daten und das Betriebssystem. „In der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz werden in den genannten Bereichen keine Open-Source-Produkte eingesetzt“, schreibt die Pressestelle auf Anfrage. (…) Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung schreibt, man verwende keine entsprechende Software und plane das auch in Zukunft nicht.“

Der Artikel wäre noch besser wenn er auch Links enthielte, wenn er auch die Kosten dieser ignoranten Haltung für die Steuerzahler aufführte.

Was mir merkwürdig vorkommt: Kann jede Senatsverwaltung in Berlin selbst über die eingesetzte Software entscheiden? Das gäbe doch ein unentwirrbares Chaos?! (Die Antwort ist vermutlich „ja“.)

„US-Dienstleister unterlägen auch dem sogenannten Cloud-Act, der den Zugriff von US-Behörden auf Daten regelt, die bei US-Unternehmen gespeichert sind. „Wenn dort ein amerikanischer Geheimdienst auf die Idee kommt, Daten auswerten zu wollen, dann muss Microsoft sich dem fügen“, sagt Kastl [vom CCC].

Das hat noch niemals niemanden interessiert. Erst dann, wenn plötzlich die E-Mails von Microsoft abgeschaltet werden, weil der US-Imperialismus die US-Regierung das so will, ist das Geheule groß.

„Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe verschickt ihre Mails mit Open Source.“ Was soll denn das heißen? Fehlt da ein „Programmen“? Oder verstehen die Autoren nicht, was sie schreiben? Oder sind wieder „russische Hacker“ am Werk?

Die Autoren: „Nick Wilcke berichtet als freier Autor für den Tagesspiegel aus Reinickendorf. Vorherige Stationen waren unter anderem das Sportressort der Berliner Morgenpost….“ – „David Will volontiert seit Januar 2025 bei der ZEIT. Er hat Politik- und Kulturwissenschaften in Leipzig studiert…“

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren. Wie bestellt, so geliefert. Ich wette ein Monatsgehalt, dass die Autoren keine Open-Source-Software benutzen.

A zillion Slings

arrows

Elon Musk. „I didn’t do the Twitter purchase because I thought it was a great way to make money. I knew that there would be a zillion slings & arrows coming in my direction.

It really felt like, there was a civilizational danger that unless one of the major online platforms broke ranks, then, because they’re all just behaving in lockstep along with the legacy media. Literally there was no place to actually get the truth. It was almost impossible. So everything was just getting censored. The power of the censorship apparatus was incredible.“

Das deutsche Zensurnetzwerk

zensur
Quelle: liber-net.org

Aya Velasquez (mit der man aber nicht über Israel reden sollte): „Ein internationales Rechercheteam namens “liber net” hat in monatelanger Arbeit die bislang größte und umfangreichste Zusammenstellung des deutschen Zensursystems – bestehend aus Regierungsbehörden, Stiftungen, NGOs und akademischen Einrichtungen – zusammengestellt. Der Umfang, den sie vorfanden, übertraf ihre eigenen Erwartungen bei Weitem: Über 330 staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen sind demnach in Deutschland aktiv daran beteiligt, Inhalte im Netz zu kontrollieren.“

Wenn man so etwas zusammenstellt, merkt man irgendwann, dass alles mit allem und jeder mit jedem zusammenhängt. Ich halte da nicht viel von, obwohl es nett aussieht.

Unstrittig ist, dass NGOs und staatliche Stellen Hand in Hand arbeiten, um die Meinung der herrschenden Klassen in Deutschland durchzusetzen und abweichende Meinungen zu unterdrücken, teils mit Einschüchterung, teils mit staatlicher Repression, teils mit freiwilliger Selbstkontrolle aka Opportunismus – nach dem altbekannten Motto: Deutsch bleibt Deutsch, da helfen keine Pillen. Melden! Durchführen! Verbieten!

Solange ich das aber noch posten kann, geht die Welt nicht unter. Bei den sozialen Medien kann man sich aber nicht mehr sicher sein…

image_pdfimage_print

← Next entries — Older entries