Avatare sehen dich nicht an, revisited
Mein Avatar sitzt da im Hintergrund und lacht sich vermutlich kaputt. Vielleicht stellt er sich vor, diesen Screenshot auf „sozialen Medien“ veröffentlichen zu wollen. Ich hatte heute wenig Zeit:
– Erdbeertorte essen.
– Den Rechner entsnappen und den neuen alten Browser synaptisieren und neu einrichten (der hat natürlich alle Passwörter vergessen, was nervt).
– Die uralte Mutter besuchen und darüber staunen, dass der Vermieter eine kaputte Heizung nicht sofort reparieren lässt, sondern einer 96-Jährigen stattdessen ein Päckchen mit Heizdecken schickt (nein, er heißt nicht Sarrazin). Meine Schwester, die mir, wie nicht anders zu erwarten, gewissermaßen ähnelt, aber zusätzlich noch mit der Attitude einer Schuldirektorin ausgestattet ist, kümmert sich drum – sie ist schon einmal von einer Security aus einer Rettungsstelle geworfen worden, weil sie nie nachgibt und, falls jemand ihr dumm kommt, noch mehr motiviert ist, das vorher Gesagte nachdrücklicher zu wiederholen.
– Mit Freunden zum Essen treffen.
– Ivrit lernen und wiederholen.
– Morgen muss ich um 4.20 Uhr aufstehen.
RAL 5010, repainted
Man hat ja auch sonst nichts zu tun im Urlaub. Das hatten wir übrigens schon 2021, 2019, 2016, 2014, 2012, 2011, 2009, 2008 (noch mit anderem Mobiliar).
Unter digitalen Schöpfern
Es ist alles sinnlos. Jetzt noch überall eine Null dranhängen. Dann wird es immer noch nicht sinnvoll.
Patreon
Hat jemand Erfahrungen mit Patreon? Lohnt sich das? Was wollen die Leute dort sehen, lesen und sonstwie konsumieren? Vermutlich kann ich dort weniger freizügig posten als auf Odysee meinem Blog. Nackte Avatare gehen also nicht, was bedauerlich ist. Also etwas Hochwertiges? Als da wäre?
Schellfisch
ואז דיבר הצ’יף הזקן של האינדיאנים
Ab der nächsten Woche werde ich Ivrit lernen. Ist vermutlich leichter als Mandarin. Am besten wäre natürlich eine Geisha, die mir beide Sprachen beibringt. Aber der Online-Kurs bei einem Lehrer ist billiger.
H2O-Sport
Ich grüße alle Freunde des H2O-Sports! Ich kam allein ins Boot und nach zwei Stunden auch ohne Hilfe wieder raus. Es geht voran – im Sinne des Wortes. Die Krücken hatte ich gar nicht mitgenommen.
Nur so

Hier könnt ihr kommentieren, leider eine Stunde zu spät. Ich hatte Party.
Straight
Meine schnuckelige Physiotherapeutin behauptet, ich stünde jetzt schon einigermaßen gerade.
Einwurf auf Fratzenbuch: „Allein das Wort „schnuckelig“ dürften manche Zeitgenossen als übergriffig und sexistisch bezeichnen.“
Antwort: Deswegen benutze ich es ja.
Русский und 中国人

Man kann nie wissen, wohin sich die Weltläufte entwickeln. Ich bin jetzt auch über das russische Vk.com erreichbar. Nur für den Fall, dass Putin mit mir chatten wollte.
Und natürlich darf man auch die Chinesen nicht vergessen. Wenn man bei denen das Geschlecht einstellt, hat man nur zwei Möglichkeiten. Das hatte ich auch so erwartet.

Ich glaube nicht, dass ich in absehbarer Zeit nach China reisen werde, es sei denn, die böten mir einen gut bezahlten Job an. Wahrscheinlich kann man dort noch nicht einmal über eine Ampelkreuzung laufen, ohne WeChat zu benutzen. Ich bin vorbereitet.

Vierter Schuss
Der beste Schutz gegen – die bei mir ohnehin nie vorhandenen – Nebenwirkungen einer Impfung gegen COVID-19 ist Stachelbeertorte mit Sahne, die ich jetzt schmausen werde. (Ich habe mich schon gestern impfen lassen.)
Unter Rechtsstreitern
So sieht es aus, wenn man investigativ als Journalist arbeitet, wenn man bloggt und wenn man im DJV Berlin ist. Zur Zeit verklagt mich Michael Rediske wegen einer Lappalie. Es ist immer etwas…
Man muss natürlich Nerven haben. Die Taktik der Anwälte ist: Man lauert auf ein falsches Komma, dann kann man den verhassten Kritiker mit einer Abmahnung und einer Unterlassungserklärung nerven. Danach folgt eine Honorarforderung in Höhe eines Monatslohns eines Arbeiters. Das ist zwar obszön, aber Anwälte kümmert das natürlich nicht.
Man muss das nicht einfach so bezahlen. Das ist die gute Nachricht. Wie viel ein Anwalt fordern darf, richtet sich nach dem Streitwert bzw. Gegenstandswert. Den setzen aber letzlich die Gerichte fest. Wenn also ein Anwalt behauptete, ein falsches Wort auf einem Blog oder in einem Artikel schade seinem Mandanten, seiner Reputation in der großen, weiten Welt oder seiner (falls vorhanden) Persönlichkeit und das alles sei mindestens zum Beispiel 10.000 Euro wert, dann wartet man ab, falls die Sache nicht beim Landgericht ist.
Da der Gegenstandswert/Streitwert häufig ein Schätzwert ist, wird er gerne zu hoch angesetzt. Daher macht es immer Sinn, die Unterlassungserklärung nicht blind zu unterschreiben, sondern auch die Höhe des Gegenstandswerts zu prüfen. Denn darauf basierend berechnen sich die Rechtsanwaltsgebühren von ihrer Seite her und die Anwaltsgebühren der Gegenseite – die Sie im Zweifel auch oder anteilig zu tragen haben. (anwalt.de)
Dann muss der Anwalt bei einem Amtsgericht das Honorar einklagen. Und das ist dann meistens erheblich niedriger als von der Gegenseite gewünscht. Die Gerichtskosten fallen natürlich immer an.
Migrating
Es ist gerade ein bisschen zu heiß zum Bloggen. Ausserdem habe ich mir ein neues Smartphone zugelegt (Vertragsverlängerung, dann kostet ein 400-Euronen-Teil nur einen Euro). Ich fummele seit Stunden herum, die Daten uws. zu „migrieren“. (Ja, ich weiß, wie das geht, nur Signal zickt herum.) Um auch noch meine Uhr mit dem Gerät zu verbinden und das alte zu entkoppeln habe ich eine halbe Stunde kostbarer Lebenszeit verschwendet. Und dann kommt noch die Hülle, und dann merkt man, dass man kein Kabel reinstecken kann, sondern ein kabelloses Headset bracht. Gut, dass es die Großbourgeoisie gibt – wird morgen geliefert.
Band auf Kissen
Ich würde viel mehr schreiben, da über Pfingsten hier nichts stattfindet (man müsste höhere Löhne zahlen!). Leider kann ich noch nicht sehr lange auf meinem Allerwertesten sitzen, ohne dass es irgend schmerzt (beim Aufstehen) bzw. ich das Gefühl habe, mein rechtes Hüftgelenk sei eingerostet. Ich sitze auf einem so genannten orthopädischen Kissen, da das rechte Bein nicht mehr als 90 Grad angewinkelt sein darf, und mache ansonsten diverse Übungen mit einem so genannten Theraband, das ich vorher noch gar nicht kannte. Vielleicht sollte ich davon Videos erstellen…
Fast Planwirtschaft sowie Greifzangen
Ich konnte nicht widerstehen – ein Fall für das Softwaremuseum. Dabei ist die Maschine, auf der das oben läuft, extrem effektiv: Man loggt sich hier per Transponder, der Teil des Schlüsselbundes ist, ein und wählt per Touchpad aus, was man essen will, eine Woche im voraus. An dem jeweiligen Tag loggt man sich wieder ein, und die Küche kriegt einen digitalen „Bon“ und weiß, was sie liefern soll. Man wird platziert, und das Mahl wird an den Platz gebracht. Ich sehe keinen Unterschied zur kommunistischen Planwirtschaft: Nichts muss weggeworfen werden, und das Küchenpersonal kann ökonomisch rational handeln. Und ich gehe jetzt Jagen und Fischen. Oder irre ich mich?
Das profitorientierte Gesundheitssystem ist marode, selbstredend auch die Reha-Einrichtungen. Das äußere Luxus täuscht. Wenn man sich die medizinische Seite ansieht, weiß man nicht, ob man weinen oder lachen soll. Am Wochenenden und an Feiertagen wird nicht gearbeitet – es müssten höhere Löhne gezahlt werden. Das geht gar nicht. Und wenn ein Physiotherapeut krank wird, fällt seine Stunde eben aus. Wäre ich Fußballprofi, bekäme ich vermutlich täglich mindestens fünf Stunden irgendwas zu tun.
Ich werde zwei Tage zusätzlich verlieren – Himmelfahrt und Pfingstmontag. Zum Glück waren die Physiotherapeutinnen im Martin-Luther-Krankenhaus sehr professionell und haben mir Übungen empfohlen, die ich selbst machen kann. Hier „rehabilitiere“ ich schon fünf Tage und bin bisher nur zwei Mal je 15 Minuten Standfahrrad gefahren, habe zwei Mal in der „Hockergruppe „jeweils 20 Minuten die Beine geschlenkert, und durfte betreut spazierengehen, was ich auch allein geschafft hätte. Ich warte immer noch auf eine individuelle Physiotherapie. Die erste ist laut „Dienstplan“ am Freitag…
Gestern ist mir beim unbegleiteten Gehen mein neues Gelenk rausgeflogen (Luxation). Ich bewegte mein rechtes Bein falsch, es knackte hörbar, und mein rechter Fuß drehte sich nach außen, was nicht sein soll. Es tat höllisch weh, wie bei einem starken Krampf. Ich hatte großes Glück, weil die nächste Bank nur 20 Meter weit entfernt war. Als ich mich schmerzverkrümmt darauf fallen ließ, gabe es wieder einen hörbaren Knack, und das Gelenk war wieder drin. Learning by doing. Gelobt sei, was hart macht.
Falls jemand eine Greifzange braucht, weil zu weit Bücken temporär verboten ist: Das ein einschlägige Angebot der Großbourgeoisie (Foto links) ging hier schon am zweiten Tag kaputt, weil a) aus Plastik mit einem zerbrechlichen Scharnier und b) weil ich mich draufgesetzt hatte – allerdings auf weichem Untergrund. Heute bekam ich vom hiesigen Reha-Geräte-Experten eine neue. „Immer aus Metall“ war sein Rat, und der ist vermutlich richtig. Es geht in homoöpathischen Dosen voran.
Betreutes Gehen (FYI Tag 9 nach Operation)
Was sonst noch geschah. Machen wir es sowjetisch: Der Plan ist, im August wieder unter der Spandauer Wasserstadtbrücke hindurchzupaddeln, und vorher unter der Spandauer Seebrücke (im Hintergrund des Fotos zu sehen).
Studiert die Werke des Vorsitzenden Burks, hört auf seine Worte und handelt nach seinen Weisungen! Falls hier noch jemand Ersatzteile implantiert hat hüftgeschädigt ist: Ich kann nur empfehlen, die von den Kassen bezahlte Rehabilitation in Anspruch zu nehmen. Nach meinem doppeltem Hüftbruch 1995 habe ich das sträflich vernachlässigt, weil ich irrig dachte, das gäbe sich schon irgendwie. Und als ich es mir wenige Jahre später beweisen wollte und allein mit einem 20-kg-Rucksack durch Venezuela lief, bestätigte mich das. Die minimale Fehlhaltung war auch beim Laufen und bei Krav Maga kein Hindernis. Aber je älter man wird usw…[bitte selbst ergänzen].
Dank des profitorientierten Gesundheitssystems Nun bin ich also Gast bei der Michels Unternehmensgruppe. Es kam, wie es kommen musste: Ein Computer für Tausende für das ganze Gebäude, und WLAN kostet zwei Euro pro Stunde. Zum Glück bin ich komplett hardwaremäßig autonom und führe auch mein Internet mit mir. Wieder sowjetisch: Ich plane, mich mal vor den hauseigenen Rechner zu setzen, wenn niemand guckt, um vielleicht die Startseite etwas attraktiver zu gestalten. Oder auch ein anderes Wallpaper? Erotik kommt immer gut.
Das Schwimmbad ist kaputt. Ich dachte, mich erwartete ein Anblick etwa wie oben. Gut, ich mag Schwimmen sowieso nicht.
Ich dachte, Ost-Bräute hätten immer kurze blonde Haare und eine Walküren-Figur? Als Ersatz kann ich den Märkischen Konsum in der Offenbachallee empfehlen: Die Verkäuferin ist mehrere Blicke wert und äußerst attraktiv (sie trug ein schwarzes Tommy-Hifinger-1985-shirt – das ist aber nicht ihr Geburtsdatum. Ich habe sie gefragt!) Seife ist in der Reha-Klinik nicht im Preis inbegriffen, ich musste welche im Konsum kaufen.
Alles luxuriös hier, aber natürlich Abzocke. Der Oberarzt sagte grinsend zu mir: Eine Flasche kostet 2,50 Euro, aber das Wasser dazu sei gratis. Ich trinke aus Protest Leitungswasser. Essen: Sehr gut, all you can eat bei Frühstück und Abendessen, und nicht vegan verseucht. Nehmt dies, Muselmanen: Leber und Wurst vom Schweinchen!
Kurschatten gibt es nicht Die Anlage hier ist umzingelt von Altenheimen Seniorenresidenzen, wo diese vor sich hin residenzen. Ich bin der einzige Mann mit langen Haaren und vermutlich auch der einzige mit Instagram, Linux usw. und dem üblichen Zeug, was man so braucht. Heute erstes betreute Gehen. Krückendichte bei fast 100 Prozent, ansonsten meistens weißhaarige Damen, die nicht zur Bulimie neigen und die mich natürlich überhaupt nicht ansprechen weil sie irrig denken, ich sei zwei Jahrzehnte jünger als sie.
Mein Gang ist natürlich nicht so, wie er sein sollte (die Version „weiblich“ oben) und wie die liebreizenden Physiotherapeutinnen im Krankenhaus mir rieten. Ich muss deren Tipps erst in mein Langzeitgedächnis hämmern. Man kann hier aber auch den gewohnten Trott hinter sich lassen. Aufstehen um sechs Uhr – sonst kriege ich kein Frühstück ab. Ich werde übrigens am 8. Juni entlassen. Bis dahin muss ich ohne Krücken gut laufen können.
FYI: Tag 6 nach Operation
Letzter Abendspaziergang im Patientengarten. Ab morgen Reha.
FYI: Tag 2 nach Operation, Update
Leider musste ich heute eine geharnischte Strafpredigt der diensthabenden Chirurgin über mich ergehen lassen, dann eine weitere der Physiotherapeutin, dann noch eine meiner zum Dahinschmelzen aussehenden Lieblingsschwester. Alles zu Recht.
Ich wurde darüber aufgeklärt, dass diese Klinik zur Erst- und Wundversorgung da sei und mitnichten zur Rehabilitation. Ich dürfe also nicht einfach stundenlang im Park herumrennen, einen Krampf kriegen und infolgedessen nur unter äußerster Anstrengung laut stöhnend und mit komisch verdrehtem rechten Fuß die Station erreichen, so dass mir vor Schmerzen fast schwarz vor den Augen wurde, derweilen ich vermutlich das Wort Luxation zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervorstieß, während das Person umherlief und mir einen Rollstuhl unterschob, in den mich fallen zu lassen ich gerade noch so schaffte.
Nein, allet jut. Es war nur zu zuviel. Ich bereute öffentlich und gelobte mich zu bessern dergestalt, dass ich heute im Bett blieb und mich schonte.
Ich bin ganz froh, dass die Mahlzeiten nicht schlecht sind, obwohl sie meinen Ansprüchen nicht wirklich genügen, insbesondere die Menge an Käse – ganze zehn Gramm! Was erlauben Wenn ich schon die neue Hüfte nicht zum Joggen ausführen darf, nehme ich immerhin nicht zu.
FYI: Tag 2 nach Operation

Heute zum ersten Mal eine ortstypische Ansprache von einer Krankenschwester zu einem Patienten gehört: Jetzt aber mal hopp hopp! (Galt nicht mir.)
Meine liebreizende Physiotherapeutin hat mir jetzt mehrere Übungen gezeigt, mit denen ich meine Muskulatur so dehnen und strecken kann, dass ich mich nicht mehr schräg hinstelle, sondern wie es sich gehört. Leider habe ich mir die Fehlhaltung in den letzten zwei Jahren angewöhnt, so dass einige Muskeln ziemlich verhärtet sind. Das kriege ich aber hin. Man hält mich hier für „motiviert“.
Gestern bin ich eine halbe Stunde an Krücken gelaufen. Heute morgen um sieben Uhr noch mal. Der Beweis (Foto unten): eine winzige Blase in der Handfläche.

FYI: Tag 1

Tag 1 nach der Operation: Ich kann ohne Krücken stehen und mit Krücken laufen. Schmerzfrei! Meine sonstigen Werte sind alle hervorragend. Die Ärzte nicken, lächeln und sind erstaunt. Sie haben auch schon andere Fälle gesehen.
Am 19. komme ich in die Reha. Wie lange genau – zwei oder drei Wochen – entscheidet sind erst dort. Drei Monate das rechte Knie nicht mehr als 90 Grad beugen und nicht übermäßig drehen.
Was sonst noch geschah: Meine Lieblingsschwester hier, die am häufigsten kommt, sieht so aus, als sei sie einem Titelblatt von Fitness & Beauty entsprungen (den Vergleich mit unanständigeren Magazinen, bei denen es auch um die Form der weiblichen Körper geht, erspare ich mir). Die schlechte Nachricht: Sie könnte meine Enkelin sein, also bleibt das Lechzen der Fantasie vorbehalten und rein platonisch.
Noch eine gute Nachricht, überbracht von einer ebenso liebreizenden, jungen, aber offenbar sehr professionellen Physiotherapeutin: Meine Fehlhaltung sei muskulär und knochenmäßig nicht nötig, könne also, wenn auch mühsam und langwierig, wieder abtrainiert werden. Das hatte eine andere Physiotherapeutin gestern nicht (so) gesehen. Leider wird sie mir nur eine Woche erhalten bleiben.

















































