Terminus vitae non amoris
Finde den Fehler!
Zugegeben, ich habe mich nur ca. 20 Minuten im Internet umgesehen, um im nachhinein mehr über den Jüdischen Friedhof in Havelberg
Man findet auch nur sehr wenig über das Internierungslager Havelberg im 1. (!) Weltkrieg, an dessen jüdische Opfer der Gedenkstein erinnert.
Nachdem am 12. November 1914 das Kriegsgefangenenlager in ein Interniertenlager umgewandelt worden war, kamen internierte Zivilpersonen hierher: Männer im wehrpflichtigen Alter aus den Ländern der Kriegsgegner Deutschlands sowie aus deren Kolonien (Indien, Algerien, Marokko etc.). Mitunter waren ganze Familien, die zwischen die Fronten geraten waren, in Havelberg interniert.
Mir wurde die im Internet nicht vorhandenen Details von einem Freund, der von Kreuzberg nach Havelberg ausgewandert ist, mündlich erläutert. Wir waren ein handwerklich sehr begabter Künstler, ein gelernter Dachdecker (und passionierter Koch) und ich – daher bekam ich gratis noch einen Spontanvortag über das DDR-typische Material, was beim eisernen Tor und dem Davidsstern verwendet worden sei. Kritisch wurde auch angemerkt, dass die Flügel des Tors unprofessionell und schief angebracht wurden. Die Tafel am Eingang habe ich fotografiert, sie ist aber fast völlig unleserlich.
Auf einem Grab (viertes Foto von unten) entdeckten wir ein stilisiertes Symbol der Freimaurer. Der Kupferstecher Louis Jacoby ist vermutlich der einzige Menschn der dort begraben wurde, über online etwas zu finden ist. „Der jüngste Grabstein des Friedhofs erinnert an William Jacoby, der 1943 im KZ Theresienstadt umkam.“ Leider weiß ich nicht, wie William mit Louis Jacoby verwandt war.
Es war auch nicht so einfach herauszufinden, was Terminus vitae non amoris. Ich kann das natürlich als alter Lateiner irgendwie übersetzen; den Satz findet man nicht selten auf Grabsteinen. (Ich denke bei „Terminus“ ohnehin zuerst an Pirx.) Aber in gutem Deutsch? „Das Leben endet (oder: ist endlich), aber nicht die Liebe“ wäre mein Vorschlag.
Talibanglottisschlaginnen, Graveyard of Empires and Proxy-War

Das Publikum wird stundenlang mit einschlägigen Reportagen zum aktuellen Thema Saigon Kabul überschüttet worden sein und sich, falls interessiert, informiert fühlen. Ich nicht. Die wichtigen Fragen werden weder gestellt noch beantwortet – und zwar genauso unisono, wie alle deutschen Medien die Präsenz ausländischer Militärs in Afghanistan begrüßt und begleitet haben. Also sollte ich meinen Mostrich dazugeben, nicht ohne vorher das recherchiert zu haben, was relevant ist.
Ich lese in fast jedem Artikel „der Westen“. Wer oder was ist das? Der eigentlich nur geographische Begriff erinnert mich an die „westlichen Werte“, für die in West(!)-Berlin vor vier Jahrzehnten demonstriert wurde und die zeitgleich satirisch mit der Jubelparade auf die Schippe genommen wurden. By the way – Wörter, die ich zwei Wochen nicht sehen will: „der Westen“ und „Kulturkreis“.
Man beruft sich gern auf die Aufklärung, die weltweit verteidigt werden müsste, vergisst aber, dass die Nation, aus der die Aufklärer stammten, wenig später auch zwei Weltkriege anzettelte und die Shoah auf dem Gewissen hat. Vom Kolonialismus aller größerer europäischen Staaten ganz zu schweigen. Wenn das nicht auch „westliche Werte“ sind, dann gibt es gar keine.
Wenn es einen ideellen Gesamttaliban gäbe, hätte dieser – natürlich auf einer steinzeitlichen Schiefertafel – die Araber, das Britische Empire, die Sowjetunion und jetzt die USA und den restlichen „Westen“ abgehakt. Was kommt danach? Wir haben da noch die Freunde Afghanistans, die die „Wahl“ des afghanischen Volks [das es gar nicht gibt] respektieren. Die wussten garantiert schon lange vorher Bescheid, was passieren würde, und trafen sich mit den Taliban. Wer hat da wohl wen eingeladen? (Das ist übrigens nicht zu vergleichen mit dem völkischen Gefasel, was einige Mitglieder der „Linken“ ablassen.)
Ich gehe davon aus, dass am Wakhjir-Pass bald gebaut wird. (Ein Traum, den zu überqueren! Abenteuer pur! Leider bin ich zu alt dafür – und keiner wird mich lassen.)

Aber wir haben noch Eisenerz aus Aynak und die Mine in Hajigak, die größte Asiens. Gehört schon den Chinesen, obwohl „der Westen“ 20 Jahre lang Afghanistan besetzt hatte. Haben die nur die Opiumfelder bewacht oder sich auch mal umgesehen? Und warum lese ich gar nichts aktuell da drüber in den Medien? Mich würde auch interessieren, ob die Kanadier und Inder schon raus sind.
Mathias Bröckers schrieb vor 20 Jahren: „1986 (…) verschärfte CIA-Chef Casey den Krieg gegen die Sowjetunion mit drei Maßnahmen: Er überzeugte den Kongress, die afghanischen Mujaheddin mit Stinger-Raketen auszurüsten und ihnen Ausbildung und Unterstützung für den Guerillakrieg zukommen zu lassen. In Zusammenarbeit mit der pakistanischen Inter-Services-Intelligence (ISI) und dem britischen MI 6 war darüber hinaus geplant, mit „islamischen“ Terror-Attacken die angrenzenden Sowjetrepubliken Usbekistan und Tadschikistan zu verunsichern. Drittens unterstützte die CIA fortan die Bemühungen der ISI, in anderen islamischen Ländern Kämpfer für den Heiligen Krieg zu akquirieren und sie in einem Netz von Lagern und „Religionsschulen“ ideologisch und militärisch auszubilden…“
Achmed Raschid schreibt in The Taliban: Exporting Extremism „The ongoing civil war has polarized the regin, with Pakistan und Saudi Arabia backing the Taliban regine while Iran, Russin, India and four former Soviet Central Asian republics support the opposition Northern Alliance.“
Dazu hat Goethe schon alles gesagt. Wir beobachten also Kompetenzdefizite des Lehrlings bei Goethe und eben das auch bei unserem politischen Personal. Das ist aber bekanntlich ein Feature und kein Bug und wird sich wiederholen.
Könnte also sein, dass China rechtzeitig gewittert hat, woher die Wind weht und damit gleichzeitig dem Erzfeind Indien eins auswischt. Vielleicht finanzieren sie ja als Bonus auch das Aussteigerprogramm für Taliban*innen weiter.

Kurz zum den wolkigen Gefilden des Überbaus, zu denen Religion bekanntlich gehört und mit der sich der Kampf der Klassen oft kostümiert: Vor zwei Jahrzehnten regten sich indische Medien darüber auf, dass die Militärs in Pakistan terroristische Organisationen unterstützten. Der pakistanische Geheimdienst startete zum Beispiel Operationen, um den Punjab von Indien abzuspalten und Pakistan zuzuschlagen. „Pakistan’s proxy war against India in J&K through cross-border terrorism started in 1989 after the withdrawal of the Soviet troops from Afghanistan.“ Conclusio: „The large-scale Pakistani, official and non-official, involvement in the building-up of not only the Taliban, but also of other terrorist infrastructure based in Afghanistan.“
Man könnte diese Argumente kontern: Die Taliban gehören zu einer deobandischen islamistischen Gruppe, die ihren Ursprung in der „Hochschule“ Dar ul-Ulum Deoband in Indien hatten. Diese Fraktionen des Islam sind vergleichbar mit den christlichen Sektengründungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Zeugen Jehovas, Mormonen, „apostolische“ Kirchen), die allesamt das Motto pflegten: Erneuern und back to the roots.

Wer führt und organisiert die Taliban? Mullah Mohammad Yaqoob ist zum Beispiel der Sohn des ehemaligen Staatsoberhaupts Mullah Omar. „Der Westen“ hat also den inneren Führungszirkel der Taliban, Rehbari Shura genannt, nie aufsprengen können.
Zum Schluss die gute Nachricht: Wie in diesem Kulturkreis so üblich, werden sich die Taliban und noch ein paar andere Warlords bald gegenseitig bekriegen, wie alle Jahrhunderte zuvor.
Architekturdenkmal Ost
Gesehen in Havelberg, Sachsen-Anhalt.
Glöwen. Punkt.
Kann jemand erklären, warum die einen Punkt hinter den Ortsnamen gesetzt haben?
#neuland
Deutschland in einem Screenshot. #schland #neuland
Havelberg, revisited
Die gute Nachricht: Zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt gibt es keine Grenzkontrollen. Die Anreise nach Havelberg geschieht per Bahn von Berlin aus und dann per Bus; wir wurden aber abgeholt.
Das hier ist die Pampa-Ost-Nordwest: Auf der Insel mit der Altstadt wohnen nur noch 480 Leute und ein paar Tausend drumherum. Die Kleinbourgeoisie ist am Gesäß. Nur der Tourismus lohnt sich, aber dazu muss man auch die nötige Mentalität entwickeln, also Cafés nicht schon um 17.30 Uhr schließen, wenn Kaiserwetter ist.
Unter Männern, die sich seit den 80-er Jahren kennen, kann man stundenlang quatschen, im verwilderten naturbelassenen Garten, über alte und neue Zeiten. So geschah es. Das Haus ist mittlerweile schon wohnlicher. Es geht voran. Alles in Eigenregie, nur ab und zu muss ein professioneller Handwerker ran: ungarische Ofensetzer, afghanische Dachdecker und verrentete Ossis.
Alles wird hier entschleunigt. Aber in der Altstadt düsen Rentnerehepaare mit und ohne E-Bikes umher, die sich, falls sie sich setzen, untereinander über den Hauskauf in Stuttgart unterhalten. Eine Attitude scheint durch, die mich, falls ich mit ihnen geredet hätte, als ich Kuchen aß, dazu veranlasst hätte, sie an einen bekannten und unterhaltsam schreibenden couponschneidenden Blogger weiterzureichen.
Ab und zu rasen auch Gruppen von Motorradfahrern über das Kopfsteinpflaster, eine Klientel, die selten an Kunstgalerien, von denen es hier nur so wimmelt, anhält.
Der Holzbalken ist aus dem 17. Jahrhundert. Die Keller sind hier älter als die Häuser, die aus der Gründerzeit stammen. Daher findet man noch Holz, das vermutlich den 30-jährigen Krieg gesehen hat.
Für die „Linke“ fand ich einen Satz von Fontane über den „gemeinen Mann“ und dessen Sprache man sprechen müsse. Deal with it.
Wo ist Heimat?
Ein verspätetes Geburtstagsgeschenk von einem alten Freund. Wir kennen uns schon länger. Männerfreundschaft eben. Das Geschenk besteht aus Büchern vom Verlag Volk und Wissen. #insiderhumor
Vorhersehbar, revisited
„Wir haben gewusst, dass es so kommen wird. Ich habe Dorfbewohner mal gefragt: Was ist besser, die Zeit unter den Taliban, oder die Zeit jetzt mit uns? Die Antwort lautete: die Taliban.
Weil die berechenbar seien und es keine Korruption gegeben habe. Weil eine Ruhe ohne Freiheiten und mit Scharia erträglicher sei als dauernder Krieg mit Angst um das Leben von Frau und Kindern. Das zeigte mir, wie verzweifelt die Leute sind. Die Afghanen mögen ein kriegerisches Volk sein, aber sie sind des Kriegs müde. (…)
Ja, wir haben versucht, die Soldaten gut auszubilden. Aber es bringt nichts, wenn die Kommandeure den Sold bekommen, sich den Großteil in die eigene Tasche stecken und bei den einfachen Soldaten unten nichts ankommt. Um ihre Familien durchzubringen, holen die sich dann ihr Geld, indem sie die Zivilbevölkerung ausbeuten. (…)
Wir haben letztlich eine Handvoll Leute reich gemacht, aber die Mehrheit hat nicht profitiert.“ (Ein Hauptfeldwebel der Bundeswehr, der in Afghanistan war, hinter der Paywall der „Welt“)
Noch Fragen?
Vorhersehbar
Bettina Gaus sagt im Spiegel Vernünftiges zum Thema Afghanistan: „Das Scheitern des Westens in Afghanistan war vorhersehbar: Krieg ist kein Ersatz für Politik und niemals eine humanitäre Maßnahme.“
Was macht eigentlich die „Linke“? Sie will den Taliban Hilfsangebote machen. Dazu fällt mir gar nichts mehr ein.
Die Weltläufte, zwischen dem Tegeler Fließ versteckt
Sechseinhalb Stunden auf dem Wasser – so ungefähr lautete auch der Plan. Wie dem Publikum mittlerweile bekannt, muss ich triggerwarnen: Ich quetsche alles und jedes, was mir auf den Zehnägeln brennt in den Sinn kommt, zwischen die Fotos, von Trending Topics über Chiwetel Ejiofor, von der SPD bis zur Sechserbrücke, von nicht vorhandenen Nackedeis bis Kabul. Gendern fehlt heute ganz.
Ich bekam auf dem Rückweg, um das Kaiila von hinten aufzuzäumen, eine gute und eine schlechte Nachricht. Ich hatte die Bootsschleppe den hier schon erwähnten Trolley unter Ächzen und Stöhnen (mein Boot wiegt 33 Kilogramm plus zugeladetem Krempel) benutzt, als mich eine Stimme aus einem Mikrofon, welchselbiges dort auf einem Ständer angebracht ist, ansprach wie ein höheres Wesen aus einem Dornbusch: „Guten Tag, können Sie mich verstehen?“ Ich könnte und erwartete, ich werde aufgefordert, für meine atheistisches Gesinnung Buße zu tun und mindestens auf den Knien bis Canossa zu rutschen.
Es war aber nur der Schleusenwärter, der meinte beobachtet zu haben, dass ich mich sehr habe anstrengen müssen und mich darauf hinwies, Hilfe sei möglich, das gehöre zum Service des Hauses. Ich wies das entrüstet von mir, die körperliche Quälerei sein ein Feature meines Aufenthalts auf dem Wasser und mitnichten ein Bug, den es zu korrigieren sei nach dem tugendhaften Motto, jüngere Leute müssten aufstehen, wenn ein alter Mann in den Bus steige. Ich fühle mich plötzlich um Jahre gealtert. Das nächste Mal werde ich das Kanu auf meinen Schultern tragen ich mehr auf den aufrechten Gang achten beim Tauziehen des Bootes.
In Nachhinein wollte ich auch wissen, wie weit es war – vermutlich doch mehr als zwanzig Kilometer hin und zurück. Die Durchschnittsgeschwindigkeit entspricht also der eines halben Fußgängers kommt jedenfalls hin.
Während der Hafen Tegel und der s124stkr-haqu schon von weitem zu sehen sind, widmen wir uns dem Hindukusch und den dort ansässigen Völkern. Die Lage dort ist unstrittig am Gesäß. Die US-Botschaft dort verschwand aus dem Cyberraum, aus Sicherheitsgründen oder weil es jetzt auch Cybertaliban gibt, die einen Job dort suchen könnten – bis zum 31. August. Vielleicht warten die Taliban auch bis zum 15. September, um die Hauptstadt zu besetzen. Auf jeden Fall kann ich mir abschminken, einmal in den Band-e-Amir-Seen zu paddeln. Beim Noshak machte meine Hüfte ohnehin nicht mehr mit. Außer die Chinesen besetzten Afghanistan, um Gwadar profitabler zu machen. Warten wir also auf Bilder von Helikoptern über der Great Massoud Road. Oder Erdogan lässt einmarschieren.
Die Sechserbrücke und die duellierende Historie in der Nähe sind der Stammleserschaft schon bekannt.

Unter der Brücke zur Humboldtinsel – nach der vollzogenen Erderwärmung und steigendem Wasserpegel würde ich nicht mehr durchpassen, außer man engagiert die Niederländer, die Tegel eindeichten.
Auf der Humboldtinsel, wo vor jedem Haus mindestens ein Boot schaukelt, wohnt bekanntlich das Proletariat, dem man verbieten will, in Zukunft Fleisch zu essen. Darauf ein donnerndes populistisches #RettetDieCurrywurst!
Leider kann man den Nordgraben des Tegeler Fließes nicht bepaddeln, weil im Hafen Wehre den Zugang versperren. Backstage aber sieht es aus wie in Tiefwerder, leider nur sehr kurz. Halten Enten eigentlich auch den geforderten Mindestabstand ein, ist das eine Parabel, von der Natur arrangiert, sind die Viecher so territorial, dass sie nicht kuscheln? Oder glucken nur Paare zusammen, durchmischt von Enten-Singles?
Das Fließ sieht bei Google Maps schiffbar paddelbar aus. In der Realität ist es aber an manchen Stellen zu dieser Zeit fast zugewachsen. Man bleibt beinahe stecken und ist permanent damit beschäftigt, die Paddel vom grünen Modder zu befreien.

Tegeler Hafenbrücke mit Blick auf den Tegeler See
Während wir in Seerosen und Algen herumstaken, ein kurzer Blick ins Feuilleton. Ich tat mir Vor ihren Augen an, da ich das argentinische Original auch gar nicht kannte. Ich stimme mit der Kritik überein. Seriöser und nicht schlechter Krimi, überzeugende Hauptdarsteller, aber ein diffuser Plot ohne Tiefgang, der zwischen verschiedenen Geschichten oszilliert und sich nicht entscheiden kann, was das alles soll. Man merkt, dass Hollywood eben keine politischen Filme machen kann.
Mir gelang es, per Handy ein Panorama-Foto des Tegeler Sees zu machen, das man auf Fratzenbuch auch drehen kann. Hier geht das offenbar nicht, man muss bei hoher Auflösung traditionell hin- und herscrollen.

Entenhausen auf Valentinswerder
Ich fühlte mich auch noch nach mehr als fünf Stunden ziemlich fit und musste weder pausieren noch pinkeln. Entweder lag es an den ruhigen Wassern oder an meiner verbesserten Kondition.
Mir fiel übrigens noch einmal die dahinsiechende „Linke“ ein, auch, weil hiesigerseits oder auf sozialen Medien auf mich eingeprügelt wurde, ich würde auf die Linken einprügeln. Ja, weil mir die am nächsten stehen und weil ich die früher gewählt. Die rechtsversifften Parteien interessieren mich nicht. Sogar die SPD hat in Berlin eingesehen, dass man die Grünen nicht imitieren darf.
Also weg mit dem Gendersprechen dem Klima-Scheiß! Das kann eh keiner mehr hören. Lieber das K-Wort wieder hoffähig machen. Man muss es nur einmal aussprechen, um genug Radau in den Medien zu bewirken, dass alle über einen reden (die wirksame „Methode Trump“).
Tut die „Linke“ übrigens etwas für die Arbeiter der Rüstungsindustrie? Ich habe nie verstanden, warum Linke auf die merkwürdige Idee gekommen sind, man dürfe keine Waffen exportieren. Gäbe es dann weniger Krieg? Mitnichten – nur die blümchensexpraktizierenden Protestanten fühlten sich dann besser. Meine Idee: Rüstungsidee verstaatlichen vergesellschaften, Waffen nur noch an die Richtigen verkaufen oder an Israel. Damit kriegte man Stimmen, zumal die Linke ohnehin für Volksbewaffnung sein sollte, wie in der Schweiz. Die deutsche Familie R. bekäme natürlich keine (aber Martin Hikel meine Erststimme).
Warum sollte man islamistische Straftäter nicht nach Afghanistan abschieben? Da sind sie doch unter Freunden und Gleichgesinnten?! Frage für einen Freund.

Kleiner Jürgengraben, Tiefwerder
Auf meiner To-Do-Liste steht übrigens immer noch der Hauptgraben.
Dark Secrets

Die sollte auch zu einer Beerdigung kommen. Das hiesige Publikum muss dann, wenn es soweit ist, eben zusammenlegen. Da ich heute schon wieder ein Jahr älter werde, musste ich an Goethe denken:
„Warum bin ich vergänglich, o Zeus?“ so fragte die Schönheit.
„Macht‘ ich doch“, sagte der Gott, „nur das Vergängliche schön.“
Und die Liebe, die Blumen, der Tau und die Jugend vernahmen’s;
Alle gingen sie weg, weinend, von Jupiters Thron.
Fata Morgana der Stärke

Vorsicht! Ganz schrecklich gefährlich! „Staatlich kontrollierte“ Medien! Triggerdings! „The U.S.-China Perception Monitor“ (中美印象): The View from Beijing: America’s Mirage of ‘Strength’ von Xu Zeyu and Zhai Xiang.
Biden’s team more closely examines the present China-U.S. power balance and has better knowledge of what is left of the U.S. „position of strength“. (…) It is firmly evident that American allies in Europe are hesitant about joining an anti-China coalition, which suggests its even less likely for countries in other regions to do the same. According to a report by McKinsey Global Institute, the world’s economic exposure to China has been significantly increasing and to the U.S. declining over the past two decades. (…) Perhaps the U.S. is waking up to reality.
Eine ziemlich klare und nüchterne Analyse der ökonomischen Realität. Davon findet man in deutschen Mainstream-Medien kaum etwas, meist nur platte Hetze.
Taharrush gamea und diverses dramatisches Vielfältiges

Credits/Screenshot: Reuters 2011: „CBS reporter Lara Logan, photographed in Cairo’s Tahrir Square moments before she was assaulted in 2011. Her attack was one of the first known instances of ‚taharrush‘ to be reported in Western media“.
Macron asks Rwanda to forgive France over 1994 genocide role. French Catholic priest murdered by Rwandan refugee who torched cathedral in 2020.
Hat die zurückrudernde Berliner „Integrationssenatorin“ Elke Breitenbach (natürlich „Linke“, Grüne passte auch) schon erklärt, dass der Mord an dem französischen Priester nichts mit dem Islam zu habe, weil der Täter ein Katholik sei?
Was ist das heute alles kompliziert. Ehrenmorde, die „Femizide“ sein soll – wer blickt da noch durch? By the way: Ich halte den Begriff „Ehrenmord“ auch für Quatsch, weil er das archaische Verständnis von Ehre der arabisch und „türkisch“ islamisch geprägten Kulturen ernst nimmt. „Ehre“ ist dort der Machtanspruch einer strikt patriarchalisch geformten Familie, die von den Männern zuungunsten der Frauen mit sozialen Druck und oft auch mit Gewalt durchgesetzt wird. Mit der europäischen Ehre hat das nichts zu tun.
Die Genossin Breitenbach hat sich also bind und taub gestellt, aber leider nicht stumm. „Und ich habe leider keine Idee, wie man Männer besser integrieren kann. Es geht nicht um die Herkunft und die Nationalität der Täter, es geht um die Frage des Geschlechts.“ Nein, es geht hier auch und insbesondere um die Herkunft bzw. die Religion der Männer, die ihre Schwester ermordeten. Wer das abstreitet, muss sich intellektuell so verknoten und verhapseln, dass am Ende nur noch Gendersternchen zu Boden purzeln.
Es zeigt aber, wes Geistes Kind diese Integrations-Damen sind: Man darf ums Verrecken nicht um Allahs willen nichts Böses gegen Einwanderer, Religioten oder die Hijabisierung des öffentlichen Raums sagen. Das ist auch einer der vielen Gründe, warum die „Linke“ sich auf dem Weg auf die Fünf-Prozent-Hürde bewegt – zu Recht. Wer religiöse Wahnideen und deren kulturellen Auswüchse nicht bekämpft, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.
Amaru Mayu – am Fluss der heiligen Schlange
Dschungelcamp Mitten im Dschungel am Gesäß der Welt ist es nie langweilig, zumal mal den ganzen Tag damit zubringt zu organisieren, wie man da wieder weg kommt. So erging es mir oft. Am Rio Madre de Dios in Bolivien, genauer gesagt: im winzigen Weiler Chivé hatten wir alles erlebt, was es zu erleben gab und warteten tagelang auf ein Schiff, das uns weiter nach Peru und nach Puerto Maldonado bringen sollte. Es war nicht klar, ob nur ungefähr jede Woche eines kommen würde oder noch seltener. Wir hatten auch schon alles gegessen, was es gab – eigentlich nur jeden Tag „chancho y su arroz“ bei einer Dame, die sich ein Zubrot verdiente, uns zu beköstigen. Irgendwann hing uns auch das fette Schwein zu den Ohren raus.
Dann aber traf das Unerwartete ein – und wurde wahrhaftig langweilig. Da entstand das Foto – meine damalige Freundin baute am Ufer aus lauter Verzweiflung eine Art Fächer. (Ich musste das Foto bearbeiten, weil es schon ziemlich demoliert war.)
Aus meinem Reisetagebuch, 23. Juni 1984:
Ich sitze auf einem Baum hoch über dem Rio Madre de Dios, immer noch oder schon wieder in der Hoffnung, dass das Schiff der empresa heute oder morgen – wie man sagte – zurückkehrt und uns nach Puerto Maldonado transportiert. Es ist Nachmittag, und fast alles ist still. Der Fluss fließt träge dahin, viele und große Wasserkringel und Blasen werfend. Abgerissene Musikfetzen dringen bis hierher. Ein leichtes Brummen – irgendein Flugzeug oder etwa ein barco? Im Wald gegenüber rührt sich nichts, nur ab und zu ein Vogelzwitschern.
Wir haben unser „Urwaldabenteuer“ hinter uns – ein schöner Abschluss [vgl. Der Kautschuksmamler, revisited, 04.04.2011]. (…) Die Leute kaufen das Land auf Kredit und müssen ca. fünf Jahre arbeiten, inklusive [Sammeln von] goma. Andere, die angheblich „faul“ seien, sind so verschuldet, dass sie nur in der Lagerhalle [für Paranüsse] wohnen müssen und wie Sklaven für alle Ewigkeit an das empresa gekettet sind: Wenn sie kein eigenes Haus haben, müssen sie für teures Geld im Laden der empresa Lebensmittel kaufen und die anschreiben lassen. Vermutlich gibt es beim Nüsse einsacken und Säcke schleppen keine hohen Entgelte.
Die ganze Gegend gehört angeblich einem Multimillionär, obwohl einige particulares auf ihre Unabhängigkeit pochen, wie der Freund unseres Arturo [der Kautschuksammler]. Der schleppte einen Sack mit Reis durch den nächtlichen Dschungel, und wir schenkten ihm einen Riemen der Marke Globetrotterausrüstung Bannat, was ihn erstaunt. (…)
…. die aufgehende Sonne, deren Strahlen durch die Urwaldbäume auf den Fluss fallen, ein toter Flussarm mit braunem Wasser, von Hunderten von Wurzeln überspannt, umrankt von Lianen, Bäume, die von Schlingpflanzen so eingepresst werden, dass sie beim Wachsen Knoten bilden müssen, der bayrisch-blaue Himmel mit weißen Wattewölkchen….
Wokeness Buzzwords

„… Wäre das Zimmer noch zu haben? Kurz mal was zu mir! Ich bin […] aus Halle und mach jetzt fürs nächste Jahr meine FSJ im politischen Bereich bei den Naturfreunden. Ich hab grad meine Abi gemacht und such auf jeden Fall erstmal n Zimmer für ein Jahr und ob ich dann in Berlin studiere schau ich mal. Generell bin ich in Halle auf so jeder linken Demo zu finden und bei den Naturfreunden werd ich auch ganz viel Planung übernehmen können. Ganz generell quatsche ich auch am allerliebsten über so politische und gesellschaftliche Themen. Ich kann ja mal so‘n bissl was dazu erzählen. Ich interessiere mich vor allem für den antikapitalistischen Kampf gegen unserer verkrustetes postdemokratisches System und freu mich immer auch an radikaleren Aktionen teilzunehmen. Das zweiten große Thema für mich is kritische Männlichkeit. Ganz oft hab ich in meiner früheren männlich geprägten Freundesgruppe immer mehr die Emotionen vermisst und eine offene und unbeschwerte Kommunikation zwischen den Menschen mit denen ich zusammen lebe ist mir sehr wichtig.
Vielleicht noch die wichtigsten Facts so zum Schluss. Ich bin ein queer und politisch ziemlich links radikal eingestellt. Ich lebe vegetarisch und würd jetzt gern zum veganen übergehen. Sonst fahr ich gern Fahrrad, singe so semiprofessionell und koch super gern.“
Ich kriege immer noch solche E-Mails, gesprenkelt mit linksidentitären woken Buzzwords. Es ist unfassbar. Es fehlen nur „ich bin weiß und cis und Gendersternchen (hatte ich auch schon).
Ich habe aber keine Ahnung, welche Sorte Spam das ist – welche Geschäftsidee? Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur irgendjemand derart verstrahlt sein könnte und so schreibt und das ernst meint – ich hatte außerdem definitiv eine Frau gesucht.
Weltkatzentag
Seine Ankunft war auf mythischen Wandbildern vorhergesagt worden.
Emp. Hotelera Habana
Aus meinem Reisetagebuch, 05.08.1984:
… In Panama kriegen wir bei schlechtem Wetter noch einen kapitalistischen Kulturschock. Dann landen wir in Kuba und fallen vor Hitze fast um. Der Clou: Man bezahlt uns eine Nacht im teuersten Schweinehotel, im Habana Libre, ungefähr so wie das Kempinski mit kleiner Fehlern. Das Zimmer hat TV, Radio, Blick auf die Altstadt und die Bucht mit dem Leuchtturm. Bad: Der Stopfen der Badewanne fehlt natürlich.
Wir gehen gepflegt in die Stadt und lassen uns beim illegalen Tausch [von Geld] an der Uferpromenade erst noch kräftig über’s Ohr hauen, weil man uns ungültige Geldscheine andreht – mit zweifarbigen Scheinen. So sind 20 US$ futsch, aber einen 20-Peso-Schein [des Falschgeldes] kriegen wird später im Restaurant „Caracas“ wieder los [vermutlich weil der Geschäftsführer, der kam, sich nicht traute, uns zu bezichtigen, wir als reiche Ausländer würden mit Falschgeld bezahlen].
Das erste Auffallende: lange Schlangen vor den Restaurants, was aber bei der Temperatur nicht weiter schlimm ist. Das Frühsück ist noch ausgefallener: Für. 3.50 Pesos kann man so viel essen, wie manwill, und das heißt bei mir fünf Teller voll, dazu köstlichen Joghurt. Wir platzen fast.
Die Suche nach einem billigen Hotel wird strapaziös, weil alle voll sind. Im „Sevilla“ [daher ist die Quittung] wird „repariert“, es gibt kein Wasser, nur Eimer, und das Klo stinkt entsetzlich. Aber das Hotel hat Stil, eine tolle Eingangshalle, alte Telefone und Marmorfiguren, aber viel Plaste und Elaste dazwischen…
Geschichte ist zu voll, und was sonst so geschah
Ich musste fünf Tage arbeiten und gleichzeitig auch noch an meinen Regalen werkeln. Jetzt sind Nummer vier und fünf endlich aufgerichtet (Geschichte, Ökonomie, „Rechtsextremismus“), aber trotz zwei Regalmetern mehr ist immer noch nicht Platz genug. Also morgen weiter… (Und den Fußboden muss ich auch noch weiterstreichen.)
Was sonst noch geschah: – Am 06. August 1945 warfen die US-Amerikaner Atombomben auf Hiroshima, drei Tage später auf Nagasaki. Bis heute sterben damalige Einwohner an Krebserkrankungen als Langzeitfolge der Strahlung. Aber das interessiert die Kriegstreiber von heute bekanntlich nicht.
– Ja, ab und zu darf man auch Krawallmedien zitieren: „So tendenziös berichten ARD und ZDF“. (Man hört irgendwie zugleich Glas klirren.)
Als eine Umfrage des ZDF-Politbarometers ergab, dass 71 Prozent der Menschen GEGEN Gendersternchen und Sprechpausen in den Nachrichtensendungen sind, versteckte der Sender das Ergebnis in einer Bildergalerie zur Umfrage, ohne es im Text zu erwähnen.
Aber Kritik interessiert die deutschen Medien bekanntlich nicht.
– Die Berliner Zeitung über die Unruhen in Frankreich: „Die Linke wird nicht mehr ernstgenommen“, sagt die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot. Sozusagen eine Vorschau auf das, was auch in Deutschland genau so kommen wird, vielleicht schon bei der nächsten Wahl. Aber das interessiert die „Linke“ bekanntlich nicht.
– Afghanistan verstehen heisst die Biografie von Abdul Raschid Dostum lesen und verstehen. Der ist gerade dorthin zurückgekehrt. Der ist vermutlich der einzige Warlord, der etwas gegen die Taliban ausrichten kann. Aber das interessiert bekanntlich die Russen die US-Amerikaner und ihre Verbündeten nicht.
– Es gibt in Deutschland 200 Lehrstühle für „Genderforschung“ (!), aber nur 17 für Wasserbau und Hydrologie. Aber das interessiert bekanntlich niemanden.
– Kanadische Forscher wollen Völkerball verbieten. Völkerball sei „unterdrückend“ und „entmenschlichend“. Vielleicht sollte man stattdessen 99 Luftballons zum Werfen nehmen: Aber die geistige Gesundheit von „Forschern“ dieser Art interessiert bekanntlich niemanden.
„Ich mache 49 Jahre Politik und habe mir im angeblichen Land der Dichter und Denker nicht vorstellen können, welches Ausmaß an Hetze es gibt.“ (Wolfgang Bosbach)
Ich hätte nie gedacht, dass ich Bosbach jemals bei irgend etwas zustimmen würde. Aber Kritik interessiert die CDU bekanntlich nicht.
Wo sind nur die Männer hin?

Symbolfoto für #RepresentationMatters #Diversity
Was machen die PR-Leute der Grünen in Berlin-Mitte eigentlich beruflich?
Mitfahrgelegenheit
Eine Frage an die hier mitlesenden Biologen: Ist das eine Grille? Die wollte partout nicht vom Lenker meines E-Bikes runter…





























































