Russ:innen und andere komische Leut:innen

An die Redaktion der „Z“

Als zahlender (!) Abonnent wäre ich erfreut, wenn ich in der „Z“ von Doppelpunkten und Großbuchstaben in Wörtern verschont bliebe. Gegenderte Sprache ist weder „links“ noch hat sie etwas mit Marxismus oder gar „erneuern“ zu tun, sondern ist Klassismus und reaktionäre Sprachesoterik, die ähnlich wirkt wie Globuli.

Wurden die Leser (sic) gefragt? Nein. Gibt es irgendeinen Konsens, auf den sich die „Gendersprachler“ berufen könnten, gar einen wissenschaftlichen? Nein.

Innerhalb der Zeitschrift gibt es ein buntes Sammelsurium von Versuchen zu gendern. Wenn man sich an die konservativen neuen (und wohlhabenden) Mittelklassen anbiedern will, kann man aber auch gleich die „taz“ lesen.

Aktuell ist ein Artikel der Berliner Zeitung empfehlenswert: „Das Gendern sexualisiert die Sprache“.

Ich habe noch die Zeiten erlebt, als man linke Zeitungen vor Fabriktoren verkaufte bzw. es versuchte. Die Arbeiterklasse redet nicht so. Die „Z“ kann sich natürlich dem Sturz der Partei „Die Linke“ in die Bedeutungslosiglkeit anschließen. Es wäre aber schade drum.

Venceremos (geschlechterneutral!)
Burkhard Schröder

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Colombia!

Serranía de la MacarenaSerranía de la MacarenaSerranía de la Macarena

Die Kolumbianer haben es wahrhaftig geschafft, einen linken Präsidenten zu wählen, auch noch einen Mann, der früher Guerillero war.

[Ich wusste gar nicht, dass man im Spanischen auch Schachtelsätze wie im Deutschen konstruieren kann:] Gustavo Francisco Petro Urrego dirigirá los destinos del país durante el cuatrienio 2022-2026, con un triunfo afianzado en el Pacto Histórico, coalición en la que confluyen partidos y movimientos políticos como Colombia Humana, Polo Democrático, Unión Patriótica, Mais, Aico, Poder Ciudadano, Partido Comunista y Soy porque somos, de su fórmula vicepresidencial Francia Márquez, entre otros, pero también con la propuesta de un gran “acuerdo nacional”, en el que, según ha dicho, puedan confluir personas que incluso han sido sus contradictores, con el fin de poder construir un consenso dentro de la diversidad, más allá de las diferencias de pensamiento, y así darle un nuevo rumbo al país, lejos del sectarismo y el odio. [Wieso muss ich die Links selbst zusammensuchen?]

Ich will nur hoffen, dass die USA weder eine Spezialoperation startet noch die Wirtschaft Kolumbiens unterminiert, um die Linkskoalition zu stürzen.

Apropos Guerilla: Ich war 1982 im damaligen Gebiet der FARC (ahnungslos, wie ich war – ich merkte erst etwas von der Lage, als ich schon mittendrin war). Die Fotos stammen von einer dreitägigen „Wanderung“ in der Serranía de la Macarena im Osten Kolumbiens. Über diese großartige Landschaft habe ich hier schon mehrfach gebloggt. Das ist dort wirklich Dschungel: Wenn nicht ein Einheimischer, der aus Gründen, die ich nur ahnen kann, denselben Weg hatte, uns geführt hätte, wären wir rettungslos verloren gewesen. Ich hatte eine Machete dabei, und auf dem Rückweg, als der „Führer“ nicht mehr bei uns war, wollte ich einen Abstecher in ein wunderschönes Tal machen – es gab aber keinen Pfad. Ich bin nur rund 50 Meter weit mit der Machete gekommen – das Gebüsch wegzuschlagen war tierisch anstrengend, zumal bei der brüllenden Hitze. Ich musste aufgeben und pausieren. Die Flora und Fauna entschädigten für die Mühen.

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Ich weiss, was ich gestern getan habe

kaffee und Kuchen

Lang lebe die deutsch-britisch-russisch-kolumbianische Freundschaft!

kirschmarmeladekirschmarmelade

Vorher – nachher. Ich musste noch ein Reserveglas holen. Nur für den Fall, falls jemand fragte, was ich heute getan hätte (das ist ein Konditionalis irrealis). #kirschmarmelade

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Bekämpfung neuer Spezialherausforderungen

cemeterio granada
Friedhof in Granada, Nicaragua, fotografiert 1980

Die Russen feiern wie gewohnt mit großen unkritischem Geschwurbel den Diktator Nicaraguas. Ortega hat sich die Russen ins Land geholt, damit sie seine bröckelnde Macht sichern: „Der Erlass zur vorübergehenden Präsenz ausländischer Militärangehöriger in Nicaragua, einschließlich der russischen, sei keine Sensation, sagte die Vertreterin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Russland arbeitet zusammen mit Nicaragua auf dem Gebiet der Verteidigung und der Bekämpfung neuer Herausforderungen“ bla bla.

Zu Nicaragua habe ich schon alles Nötige gesagt. Ich schrieb: Nicaragua, Honduras, Salvador und Guatemala brauchen erneut eine Revolution, um die Regimes von korrupten Politikern und Verbrechern davonzujagen. In diese Länder kann man nicht mehr reisen.

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Moloch kabbalists

moloch kabbalists

How do you do, my fellow Moloch kabbalists? Wisst ihr Bescheid.

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Judgment Day

– The Daily Beast: „Ukrainian President Volodymyr Zelensky and his advisers have been arguing in recent days that they don’t want to cede any territory to Russia in the ongoing war in Ukraine. And though that view is widely held in Ukraine, they could be trapping themselves in political quicksand.“

[Kommentar von Matias Broeckers zum obigen Artikel]

– Berliner Zeitung: „Die Forderung nach einer Kapitulation der Ukraine kann man moralisch rechtfertigen, aber sie führt zum Gegenteil dessen, was ihre Unterstützer erreichen wollen.“ (Sehr langer Artikel, aber sehr klug und nachdenklich).

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Unfeindliches

Dieser Betrag ist nicht LGBTXQIA+*-%/_Z:-feindlich.

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Stille Tage in Rixdorf

balkon

Natürlich bin und war ich schon immer für die Emanzipation des schönen Geschlechts, einschließlich der hässlichen. Ich habe auch nichts dagegen, wenn die Frau mehr verdiente als ich. Dann könnte ich auf dem Balkon sitzen, herumräsonnieren, etwas Schönes kochen, putzen und waschen, und dafür sorgen, dass russische Raketen, Gendersternchen und arabischstämmigen Rapper möglichst weit weg blieben. Oder mich darüber freuen, dass die Krise der Bahn jetzt beendet ist.

And now for something completely different. Doch. Wir dürfen die Ukraine zu blöden Kompromissen zwingen. Inakzeptable Gesten sind natürlich völlig inakzeptabel. Da bin ich ganz beim Innenminister [sic]. Schön, dass wir darüber geredet haben. Man sollte darauf hinweisen, dass demnächst auch die Symbole des Regiments Asow auf deutschen Schulhöfen gezeigt werden. Ich wette darauf, dass ukrainische Eltern sich darüber beschweren werden, falls Stepan Bandera im Unterricht kritisch vorkäme – und nicht als Erlöser der Menschheit vom russischen Joch. Aber das wird er nicht.

wantan suppe
Wantan-Suppe im Vietbowl

Oh! Nachdem ein bekloppter Russe im Fernsehen vorschlug, Deutschland anzugreifen, müssen wir uns um den Zustand der Bundeswehr kümmern. „Dass nun drei statt vier Raketenwerfer geliefert werden, hängt nach Informationen von Business Insider unter anderem mit fehlender Munition zusammen. Deutschland kann laut Insidern einen größeren Teil seiner eigenen Munition nicht verschießen, weil ein Software-Update fehlt, das für Ende des Jahres angekündigt ist.“ Ach? Womöglich Munition, die mit Windows XP verschossen wird?

And now for something completley different. Die Franzosen haben Eier.

physiotherapie

Diversity ist ein Thema für 2000 Leute, die in den Medien arbeiten. 83 Millionen Deutsche wissen gar nicht, dass es dieses Thema gibt. (Harald Schmidt)

Ich fahre täglich viel Fahrrad, aber verlasse dabei mein Zimmer nicht. Aus dieser Perspektive ist vieles irrelevant, auch der Dienstplan, den meine Firma mir für Juli zuschickte und dem ich prophylaktisch widersprechen musste, es sei denn, mir würde erlaubt, dort auf Krücken oder noch humpelnd zu erscheinen. Ich muss jetzt nach dem Käsekuchen im Ofen sehen…

spargel
Z mit überbackenem Spargel an Schinken.

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Gewollter Regen

kargash

Das Wetter ist schon ok in Kargash. Da ich es selbst mache, darf ich mich nicht beschweren.

#roleplay #secondlife #fantasy #Gor #gamedesign

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Am Solimões, revisited II

amazonas
Irgendwo am Solimões (Amazonas), Brasilien, vermutlich bei Tabatinga.

[Forsetzung von Am Solimões, revisited I

…Kleiner Zoo unterhalb der Kathedrale: schrecklich kleine und verdreckte Käfige, trotz großer Schilder überall füttern die Leute mit dumm-trotziger Miene die Tiere mit Bonbons. (…)

Komische Amerikaner [erzählen] am Frühstückstisch: Es gebe einen Stamm, dessen hübsche Mädchen „primera“ des Dorfes werden, d.h. wenn eine Frau schwanger ist, darf ihr Mann zu diesem Mädchen gehen, aber nur dann. – Bei einem anderen Stamm würden die Babys von Frauen, die im Kindbett sterben, lebendig mit der Mutter verbrannt. (…)

Im Hafen sehr putzige kleine Boote, eigentlich nur überdachte Ruderboote. Alles ist fürchterlich verdreckt. Als einem Bratrost-Spieß-Verkäufer beim Wedeln alles in den Müll fällt, legt er den Rost seelenruhig wieder drauf, ohne auch nur den Anschein eines Säuberns.

girl
Mädchen in Tabatinga (Amazonas), Brasilien (von vorn, mit Geschwistern

Das Schiff nach Belem ist ein reckiger, riesiger moderner Kahn. Interessanter wäre es gewesen, auf einem kleineren Schiff zu reisen. An den meisten Schiffen steht sowohl angeschlagen, wohin sie fahren als auch wann und wie viele Passagiere sie mitnehmen,..(…)

Am Hafen gibt es auch viele kleinere Restaurants, die für 100 [Cruzeiros] ein Essen verkaufen, was gar nicht schlecht ist. Wir haben Probleme mit dem pfefferähnlichen Gewürz, das bei mir Dünnpfiff verursacht, die Tränen in die Augen treibt und noch am nächsten Tag die Schleimhäute reizt.

Die Fischer nehmen Eisblöcke aus ungereinigtem Flusswasser mit, legen den gefangenen Fisch darin ein, das Eis schmilzt, und die Fische werden in dem Zustand verkauft. Ich weiß nicht, warum hier keine Epidemien ausbrechen. (…)

In den Supermärkten gibt es alles, z.B. Knorr- und Maggi-Suppen, spottbilligen Mate-Tee und Stockfisch. (…)

amazonas
Irgendwo am Solimões (Amazonas), Brasilien, vermutlich bei Tabatinga.

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Am Solimões, revisited I

manaus
Unser Kochgeschirr samt Benzinofen im „Hotel“zimmer in Manaus (Brasilien).

10.12.1981 Wir erreichen Manaus in der Nacht. Wir machen uns früh auf zum Hotel Fortaleza, das mittlerweile 700 kostet [[ich war 1980 schon einmal in Manaus – vielleicht das in der Rua Saldanha Marinho N°321; in meinem älteren Reisetagebuch steht aber die Rua dos Barés – dort habe ich kein Hotel Fortaleza gefunden]. (…)

Am nächsten Tag hat das Studentenhotel, wo fast alle anderen (die gestern schon weiter nach Santarem/Belem gefharen sind) übernachten, keine Plätze für Frauen, dafür aber „Mensaessen“ für 200.

Salesianer-Museum [Museu do Índio] typisch für paternalistische Art der „Indianerbehandlung“ in Brasilien: Statistiken, wie viele zur „salesianischen Familie“ gehören und wie viele noch im „primitiven Stadium“ verharren. (…) auf den Fotos sind alle sittsam gekleidet, besonders schlimm die Jubelbilder über die „Integration“ – stramm stehende Schulkinder vor Militärmaschinen. Ein kleines Modell: „Wie richte ich eine Mission ein“.

Mich beeindrucken nur die Krüge und die Waffen. Sie tranken fermentierten Alkohol und Kokosmilch. [Fortsetzung morgen]

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Brutal but important lesson

wat tyler

Workingclasshistory auf Instagram:
On this day, 14 June 1381, during the peasants’ revolt in England, Wat Tyler’s rebel army of some 50,000 to 100,000 people captured London Bridge and the Tower of London. There they killed the chancellor, Archbishop Simon of Sudbury, and the treasurer, Sir Robert Hales.

The rebellion had broken out in May in protest at the imposition of a poll tax on everyone aged fifteen and over, which exacerbated the economic hardship of workers and the poor. People were also enraged by the brutality of tax inspectors, who measured people’s pubic hair to determine their age, which was seen as state-sanctioned sexual assault, particularly in the case of girls and women. The rebellion soon developed into a deep and sophisticated social movement demanding radical changes to feudal society and peaked with the taking of the Tower.

On June 15, Wat Tyler attended a parley with the king Richard II, where he was murdered. Realising his weak position, Richard promised the rebels that he would implement many of their demands, including the abolition of the tax, and even the abolition of forced labor and serfdom, but, while the poll tax was ended, once the rebels had dispersed and returned home, they were no longer a threat, so Richard reneged on all of his other pledges and hanged 1,500 of them. It was a brutal but important lesson not to trust the promises of the powerful.

Zum Vergleich muss man den oberflächlichen Quatsch im deutschen Wikipedia lesen – als würde Aschwin von Cramm über den Tod Thomas Münzers schreiben.

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Zwei Wörter mit L, die untrennbar zusammengehören

leibesübungen

Leibesübungen und Valentina Lisitsa gehören für mich zur Zeit untrennbar zusammeen. Chopins Etüde No. 10 in C-Dur ist für eines der besten Klavierstücke überhaupt, vor allem, wenn die Lisitsa es wie gewohnt rasend schnell spielt. Die Etüden Chopins waren für mich, als ich in meiner Jugend Klavierunterricht hatte, immer eine Folter. Ich konnte nichts mit ihnen anfangen. Hätte ich sie damals vorab anhören können – in der Lisitsaschen (schreibt man das so?) Version -, hätte ich mehr verstanden und wäre motivierter gewesen.

By the way: Valentina Lisitsa ist eine sehr sympathische Ukrainerin mit einer passablen politischen Einstellung.

Gerade höre ich beim Bloggen Jean-Paul Amouroux Boogie for Piano and Harpsichord, auch gern hundert Male hintereinander.

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Spezialoperationen im Tierreich

marienkäfer

Planen die etwa eine Spezialoperation gegen die (wenigen) Blattläuse auf meinem Balkon? Oder ist das nur ein Elternpaar mit drei Kindern?

Die Ameisen, die Trophobiose lieben, scheinen schon ganz aufgeregt. Und ganz leise höre ich die Blattläuse nach schweren Waffen rufen. Bei mir haben alle Aphidoidea denselben Namen – sie heißen Melnyk.

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Back home 2.0

kargash

Der Hafen von Kargash. Schön, wieder da zu sein nach mehreren Wochen und sich den kühlen künstlichen Wind um die künstliche Nase wehen zu lassen und dem künstlichen Möwengekreisch zuzuhören, während das künstliche Wasser an die künstliche Mole schwappt.

The harbour of Kargash is a town located on the western coast of Gor between Turia and the Anango Island. The town is a member of the Southern Trade Alliance (STA) and the main port for trade with northern Gor.

#roleplay #secondlife #fantasy #Gor #gamedesign

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Unter begeisterten Fans

„Ich kenne niemanden, der begeisterter von Sahra Wagenknecht ist als deutsche Investment-Banker, die wissen: Es ist alles richtig, was sie sagt, zum Glück kann sie es nicht umsetzen.“ (Harald Schmidt)

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Ein Teller bunten Quatsch

treptower strasse 12

Was gibt es so?

– Noch mehr Vereinsmeierei. Also noch mehr Schriftführer, Kassenwarte und Beisitzer, Ämter, um die sich Leute bewerben, die sonst nichts auf die Reihe kriegen. Braucht dieses Land nicht.

– Nein. Ich kann den Quatsch nicht mehr hören. Dann doch lieber irgendeinen russischen Propagandakanal.

– Warum bekommt die Ukraine keine Atomwaffen vom putinfreien Westen? Selenskij würde doch bestimmt vernünftig damit umgehen!

– Manche Leute sind so dumm, dass es sogar verschwendete Zeit wäre, versuchte man, deren gar nicht vorhandenen Argumente zu widerlegen. #deutschersatzbau

olaf scholz
Wer hätte das gedacht! Gut, dass es Faktenchecker gibt! Die kriegen wirklich alles raus.

– Die Briten spielen mit dem Feuer. Doch halt! die Russen haben das schon gemerkt: „Laut BBC würden die ukrainischen Truppen nur drei dieser Kettenkampffahrzeuge erhalten. Wie britische Militärexperten bemerken, gibt es im Prinzip gar nicht sehr viele M270 im britischen Arsenal, die an Kiew geliefert werden könnten.“

– Nein, ich bin auf jeden Fall für die Chatkontrolle. Das funktioniert wie bei der „Online-Durchsuchung“: Wenn man fragt, wie das denn technisch umgesetzt werden soll, erntet man betretendes Schweigen. (Chat – was war das noch mal? IRC? Signal? Oder auf Suaheli in Second Life?) Vielleicht lernen dann einige Leute, wie man Kontrollen umgeht.

marmelade
Erdbeer- und Rharbarbermarmelade – man gönnt sich ja sonst nichts.

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Gut genährte Journalille

„Gut genährte Wohlstandskinder wie etwa Alina Lipp bringen ihren Altersgenossen ihre verquere Sicht der Dinge nahe.“ Das nennt der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) „Journalismus“. #cringe #DJV

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Krumme Löffel, Trampeln und andere schöne Dinge

qualitätsmedien

Die Medienblasenbewohner sollten vielleicht dessen eingedenk sein, dass ein großer Teil der Bevölkerung sie gar nicht zu Kenntnis nimmt oder dass deren Kenntnis über die Weltläufte sich aus der „Tagesschau“ speist und dem, was die Peer Group so an einen heranträgt. Die Rekonvaleszenten in der Reha-Klinik, mehrheitlich mit Rollator oder Krücken unterwegs, schienen mir weniger an Spezialfragen des Feudalismus, an Gamedesign in Second Life oder an Kryptografie interessiert, sondern an Johnny Depp und Amber Heard, die man hätte ins Colosseum sperren sollen. Wait a minute! Indisch essen für 59.000 Euro? Wie geht das?

für 59.000 Euro? Wie geht das? der Yellow Press im Allgemeinen und Besonderen, was die Auswahl auf der Theke der Rezeption zeigt.

patiententransport

Was haben wir noch? Die Opferzahlen der Ukraine im Kampf um den Donbass sind immens. Erneut sprach Kiew davon, dass täglich bis zu 100 Soldaten sterben. Die Verluste sind so hoch, dass mancher Experte bezweifelt, dass die Ukraine in einigen Wochen noch zu einer nennenswerten Gegenoffensive fähig ist. (Tagesspiegel)

Russia may be getting more revenue from its fossil fuels now than before its invasion of Ukraine, as global price increases offset the impact of western efforts to restrict its sales, US energy security envoy Amos Hochstein has said. „I can’t deny that,“ Mr Hochstein told the Senate Subcommittee on Europe and Regional Security Cooperation in response to a question about whether Moscow was making more money now off its crude oil and gas sales than before the war. (The Independent)

Seid ihr jetzt hinreichend informiert? Ich vergaß den Figaro: Au Donbass, ces soldats ukrainiens démunis qui abandonnent le front…

arbeitszimmerarbeitszimmerarbeitszimmer

Ich bin also wieder zu Hause und genieße den gewohnten Anblick. Just saying.

apfelstrudel

Das ist kein Kantinenfraß, sondern Apfelstrudel (der Kuchen in der Waldsiedlung war aber extrem gut!) Nur der Löffel gab mir irgendwie Rätsel auf.

Heute schon geradelt und dennoch nicht vom Fleck gekommen! (Danke, G.!)

ergometer

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Downton Abbey oder: Unter soapen Kostümdramatikerinnen

Michelle dockery
Lady Mary Crawley (Michelle Dockery). Credits: The Mirror.

Es war ein kurzer Moment des Zögerns, als ich überlegte, ob ich das Publikum mit Kitsch behelligen sollte. Ich muss beichten, dass die positive Antwort vor allem daher rührt, dass ich mir das seifige Kostümdrama Dowton Abbey höchstpersönlich und – ich gebe es zu! – mit Vergnügen reinziehe. Ich habe keine Ahnung, was sich der Netflix-Algorithmus sich dabei gedacht hat. „Schicksal einer Adelsfamilie und ihres Personals am Anfang des 20. Jahrhunderts“ – da wendet man sich normalerweise mit Grausen ab. Das hatten wir doch unzählige Male. Ich habe in der Pubertät versucht, den fetten Schmöker Die Barrings zu lesen, den meine Mutter im Bücherschrank hatte, und war gelangweilt, weil keine anrüchigen Szenen vorkamen, nach denen man im dem Alter solange sucht, bis man endlich Henry Miller in die Finger bekommt. In Downtown Abbey kommt auch kein Sex vor – keiner, den man sieht (ich bin erst bei der dritten Staffel).

downtown abbey

Wenn die Herrschenden eine Filmserie gut finden, ist das keine Empfehlung: Man ahnt schon, dass die Verhältnisse so bleiben sollen, wie sie sind. „Auch viele Prominente machten keinen Hehl aus ihrer Leidenschaft für das Kostümdrama. Amerikas First Lady Michelle Obama ließ sich die DVDs vorab ins Weiße Haus schicken. Pop-Star Katy Perry veranstaltete mit Freunden Public Viewings, und die britischen Royals Kate und William waren Fans der ersten Stunde.“

Um die hier mitlesenden Revolutionäre und Gramsci-Leser zu beruhigen: Die Soap Opera ist viel zu harmlos, um den Klassenkampf, der bekanntlich überall tobt, besonders in Deutschland, zu behindern. „400 Roben und über 1000 Perücken“. Und ich bekam bis jetzt davon nichts mit. Gehört die Klamotte also zur Allgemeinbildung und zur Popkultur wie bestimmte Brüste oder Computer? Wieder Gramsci: Man muss wissen, was das Volk an Unterhaltendem liebt, um es für das Gute, Schöne und Wahre manipulieren zu können. 120 Millionen Zuschauer sind ein starkes Argument.

maggie smith
Violet Crawley (Maggie Smith)

Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich die Heldin Michelle Dockery als Lady Mary hier kürzlich schon erwähnt hatte. Britisch bis auf die Knochen, immer Haltung wahren und unterkühlte Erotik. Wenn man die Dockery ungeschminkt sieht, ist sie nicht auffallend hübsch, eher ein girl next door, aber ihre Präsenz übertrifft die aller anderen. Große Schauspielerei und ein anspruchsvolle Rolle.

Mit einer Ausnahme: Wenn Ihre Ladyship Dowager Countess of Grantham Violet Crawley – die Großmutter der Familie – Maggie Smith in einer ihrer pompösen Roben hereingerauscht kommt, mitsamt dazu passender Hutmode, weiß man, dass es jetzt sehr britisch und stockkonservativ wird. Die zweifache Oscar-Preisträgerin spielt alle anderen mit Leichtigkeit an die Wand. Sie ist auch die einzige Akteurin, bei der ein Hauch Von Selbstironie zu spüren ist, wenn sie jemanden mit Blicken vernichtet, der sich nicht an die Gesetze der britischen Adelsgesellschaft hält oder schlicht in ihren Augen Aufsteiger-Pack ist. Sehr vergnüglich!

Jessica Brown
Sybil Crawley (Jessica Brown)

Bliebe noch die Frage nach der most sexy actress zu beantworten: Eindeutig und zweifellos (bis zu Beginn der dritten Staffel) Jessica Brown – aber weniger wegen ihres Kussmundes, sondern wegen ihrer leicht rauchigen Stimme, die älteren weißen Männen wie mir die Schuhe auszieht. Ich könnte ihr stundenlang zuhören. Leider wird sie nicht alles Staffel durchhalten, sondern [bitte selbst ausfüllen].

Fazit: Kann man machen, dauert ewig, natürlich OmU! (Wehe, wenn nicht!)

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