Fragen und Antworten zur Lage
– Es gab Fragen, und es gab Antworten. Manchmal muss man gar nichts tun, sondern nur warten, bis die üblichen Verdächtigen für Bullshit-Bingo sich selbst entlarven.
– Einen habe ich noch. Sind wir im Krieg mit Russland? Nein? Fragen wir Expert_&%*Innen für internationales Recht: „Außenministerin Annalena Baerbock: „Wir kämpfen einen Krieg gegen Russland“. Gut, dass wir darüber geredet haben.
– Umfrage des MDR: Drei Viertel der Befragten „finden Kampfpanzer-Entscheidung falsch“. Ach. Lesen wir bei stern.de: „Mehrheit der Bundesbürger unterstützt Panzerlieferungen an Ukraine“. Wieso fällt mir jetzt das hässliche Wort „Lügenpresse“ ein?
– Unter Qualitätsmedienanstalten: „Die beiden CumEx-Aufdecker Oliver Schröm und Oliver Hollenstein erheben in einem Exklusiv-Interview mit dem Magazin „Wirtschaftsjournalist:in“ [kotz, würg] schwere Vorwürfe gegen den Norddeutschen Rundfunk. Dieser habe fünf Tage vor dem Erscheinungstag dem Ch.Links-Verlag, in dem ihr Bestseller Die Akte Scholz über die Verwicklungen des heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in den CumEx-Skandal enthüllt wird, mit juristischen Schritten gedroht, wenn dieser dem Sender vor Veröffentlichung das Buchmanuskript nicht zur Verfügung stelle.“
So ähnlich würde es mir und einem Verlag auch gehen, wenn ich ein Buch über meine Arbeit in der Notaufnahme schriebe. Ich habe das Projekt noch nicht ganz fallenlassen, aber mir fehlt die Motivation, mir das anzutun.
Ausharren im Nichtdazugehörenwollen und die Masse der Leiber

Kein Herdentier (Symbolbild – ich halte das Foto übrigens für unecht, aber kann es leider nicht beweisen.)
Yassin. Ibrahim. Das hat nichts mit dem Islam zu tun. Nein, hat es nicht. Religion ist nur ein Syptom.
| „Hier, rief ich entflammt hier: Im übrigens ist es ein großer Unterschied, ob man tut, was man nicht billigt, oder ob man zu billigen vorgibt, was man tut; das erste tut, wer schwach ist, das zweite Benehmen ist das eines Sklaven.“ (Aus Birk Meinhardt: Wie ich meine Zeitung verlor – ein Jahrebuch.) |
Das, verehrtes Publikum, ist elegantes Deutsch auf höchstem Niveau. Gemeißelte Sätze, sogar mit schwachen Verben, barsche Logik des geschachtelten Satzes, wie sie nur in Latein und im Deutschen zur vollen Blüte gelangt (jetzt drehen die Metaphern durch!), die Leser erstarren und wollen es noch mal gesungen hören usw..
Ich habe das Büchlein jetzt durch. Meine Lesebefehl bleibt aufrechterhalten (nur für die, die was mit Medien machen). Warum konnten und können nur Ossis in diesen Zeiten gut und elegante und doppelbödige Texte schreiben – wie zum Beispiel Stefan Heym, Alexander Osang und eben Birk Meinhardt? Bei Heym kam dazu, dass er seine Bücher zuerst auf Englisch schrieb; das machte die deutsche Version dann ohnehin leichter lesbar.
Man muss vermutlich dem, was einen umgibt, irgendwie fremd sein, um hinzukriegen, dass die Texte ein eigenes Leben entwickeln und über das bloße Meinen eines Einzelnen hinauswachsen. Ich kenne das von mir: Wer in einer Sekte aufwächst, gehört nie dazu oder hat das Gefühl, alle seien anders als man selbst. Irgendwann zweifelt man dann doch: Kann es sein, dass alle anderen bekloppt sind und gemeinsam vom Felsen springen wie die Lemmini, obwohl das doch ins Verderben führt? Sollte man sich ihnen anschließen um des lieben Friedens willen?
| Nimm nichts als gegeben, nie wieder. Reih dich nicht noch einmal bei denen ein, die etwas für gegeben und unumstößlich halten, wärm dich nicht an der Masse ihrer Leiber. Bleibe auf Abstand, nutze den Vorteil der Fremdheit. |
Meinhardts Buch kann ich nicht rezensieren, weil das Gefühl überwiegt, man tue dem Autor Unrecht, ließe man etwas aus, also müsse man den Text zur Gänze wiederholen, um ihn gebührend gewürdigt zu haben. Ich erkenne wieder, was ich schon vor Jahren gedacht und nur auf diesem winzigen und gesellschaftlich irrelevanten Blog mich zu formulieren erkühnt habe:
| Einschub, alle die gekommen sind, sind in der Zeitung und im Fernsehen und im Radio Flüchtlinge, das ist das Anfangs- und das Endwort. Es suggeriert Verfolgung, Todesangst und Hilfsbedürftigkeit, es appelliert an meine Anteilnahme, dabei ist es, derart pauschal gebraucht, ein irreführendes Wort, denn ein erheblicher Teil der Hergekommenen ist schlicht der Verheißung eines besseren Lebens gefolgt. Wirtschaftsflüchtlinge, heißt es jetzt manchmal, immer noch sind es also Flüchtlinge, Bedürftige; nur wie heißt das Museum oben in Bremerhaven, wo sich unsere Vorfahren auf die Schiffe drängten, um ins gelobte Amerika zu gelangen? Auswandererhaus. Unsere Vorfahren sind Auswanderer gewesen, von Amerika aus gesehen natürlich Einwanderer. Einwanderer. |
Nein, das sagt man nicht, das widerspräche dem – wie man in Neudeutsch modisch sagt: Narrativ.
Aber woher kommt das? Dieser unerträgliche Opportunismus der übergroßen journalistischen Mehrheit, ja die Feigheit, oft wider besseres Wissen die Fakten zu verbiegen, also nichts Falsches zu verbreiten, sondern nur die halbe Wahrheit, weil die anderen gar nicht erst gefragt werden, da das Resultat dann auch gelogen ist? Meinhart nennt den „ersten Angriffskrieg eines Landes, dessen Bürger ich bin“, „daß ich heute in einem Staat lebe, der es gewagt hat, einen anderen Staat völkerrechtswidrig zu bombardieren“. Das darf man den Bellizisten von heute nicht öffentlich vorhalten: Man würde eine Shitstorm ernten, dessen gelindester Vorwurf der des Putin-Verstehens wäre.
Aber damals fing es an. Oder: Man merkte es immer öfter. Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Ich ziehe vor zu sagen: Objektivität ist eine Illusion, die von der bürgerlichen Presse verbreitet wird und an die sie selbst glaubt, um zu vertuschen und zu verdrängen, dass sie die Sicht der herrschenden Klassen wiederspiegelt – und nur die.
„Das EU-Parlament fordert Serbien auf, Desinformation zu bekämpfen, einschließlich manipulativer Anti-EU-Narrative.“
| …mit ihrem erbärmlichen Eifer, mit dem sie sich auf der Seite versammeln, die ihnen die richtige erscheint, und mit dem sie dort geradezu aufstampfen, es ist die richtige, richtige, richtige Seite, ich kenne aus den Zeiten der endlose Genitivverbindungen die Details des Mechanismus des Demonstrierens des festen eigenen Standpunkts. |
Das Ansichten Meinhardts über die deutsche „Presselandschaft“ beruhigt mich ungemein. Es gibt also doch noch Kollegen aus der Zunft, die aus der Reihe tanzen und ihren Kopf gebrauchen – und Konsequenzen ziehen.
Linke in der „Linken“
Die Frage drängt sich auf: Gibt es schon einen Arbeitskreis „Linke in der Linken“? Ja, gibt es offenbar. Nennen sich „Linke gegen Krieg“. Wait a minute! Gibt es auch Linke, die „für“ Krieg sind? Das wären dann Veganer, die Gulasch essen?
Lauschen wir den sinnfreien Textbausteinen Parölchen: „Sicherheit und Unabhängigkeit der Ukraine müssen wiederhergestellt werden!“ Warum eigentlich? Unabhängigkeit von Nationen? Kapital und Arbeit der Ukraine ziehen gemeinsam an einem Strang? Das erinnert mich an die alte Parole der maoistischen Sekten im Endstadium: „Unterdrückte Völker, vereinigt euch!“ Warum nicht gleich in die Gesellschaft für bedrohte Völker eintreten? So wird das nix. Da waren wir in den 70-er Jahren schon weiter: Liga gegen den Imperialismus! Das bringt die Sache auf den unvölkischen Punkt. Heute müsste vielleicht Liga gegen den militarisierten Nationalismus sagen.
Was haben wir denn?
…eine diplomatische Initiative der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ziel eines umgehenden Waffenstillstands und von Verhandlungen über ein Ende des Krieges, ohne Vorbedingungen.
Kann man machen. Die Ukraine will aber nicht verhandeln. Da wird sich erst ändern, wenn sie kurz vor dem Zusammenbruch steht, also bald.
Schluss mit Waffenlieferungen an die Ukraine und in andere Kriegs- und Krisengebiete.
Falsch, weil eine lächerliche Forderung. Und was wäre dann mit den U-Booten? Nein, ich bin dafür, die Waffenindustrie zu vergesellschaften und weiter Waffen zu produzieren, die man dann den Guten zukommen lassen kann – und den Bösen nicht.
Schluss mit Wirtschaftssanktionen, die die Bevölkerungen treffen, Schluss mit dem Wirtschaftskrieg.
Geht im Kapitalismus nicht. Ist ein Feature, kein Bug.
Keine weitere Aufrüstung der Bundeswehr, der EU und der NATO – Abrüstung ist das Gebot der Stunde.
Halte ich für Blödsinn und blauäugig. Sagt das mal der Hamas und den so genannten Palästinensern, die ihr so toll findet.
…zur Bewältigung der großen globalen Herausforderungen Frieden, Klimaschutz, gerechte Entwicklung.
Ach was. Der Kapitalismus ist keine „Herausforderung“? Was für Sprechblasenfacharbeiterinnen! „Gerechte Entwicklung“ – was soll das sein? Welches Gesellschaftssystem, welche Ökonomie soll das leisten? Mit oder ohne tendenziellen Fall der Profitrate? Ich werfe jetzt noch weit ausholende weitere Begriffe in den Diskursraum, wie Katja Kipping sagen würde: Jugoslawischen Modell! Genossenschaften! Sozialismus! Klassenkammpf! Habt ihr diese exotischen Wörter schon einmal gehört, Linke in der „Linken“? Nein? Dachte ich mir. Ich sage nur: China!
Das Wesentliche, Alisa, Putin, Fellow travellers und eine verwirrte Recherche
– Wie ich hier schon mehrfach schrieb, wächst mit dem Alter Älterwerden die Erkenntnis, man müsse und solle sich auf das Wesentliche konzentrieren, da die Zeit verrinnt und irgendwann gar nicht mehr da ist, oder man selbst so wirr im Kopf ist, dass nichts Vernünftiges mehr hinauskommt, was in meinem Fall wegen der genetischen Gemengelage nicht der Fall sein wird. Vielleicht bin ich gar nicht alt oder nur unweise, weil ich das Wochenende – neben dem üblichen hausmännischen Putzen, Waschen, Kochen, Einkaufen via Großbourgeoisie usw. – nur mit Unwesentlichem verbracht habe. Der dicke Stapel ungelesener Bücher auf meinem Schreibtisch bleibt leider dick, es kamen sogar noch einige dazu. Das Rätsel um die Insel Thule habe ich immerhin durch und an einem passenden Platz auf meinen Regalen verstaut.
– Gut, ich habe ein virtuelles Event mit hohem Spaßfaktor organisiert, an dem 22 Spieler teilnahmen, was für Second Life eine Massenveranstaltung ist. Erstaunlich, dass die – ohne Lag! – auf meine Sim passten, da angeblich für eine Homestead 20 das Maximum ist. Man kann offenbar noch zwei hinzutricksen.
Wir haben herumgeballert, dass die virtuellen Pfeile den virtuellen Himmel verdunkelten nur so zischten, und die (von mir angeheuerten) Banditen erst nach einem halbstündigen Kampf unterlagen. [Zu denen gibt es nur ein uraltes Video – deren Sim sieht mittlerweile völlig anders aus. Es handelt sich um das scherzhaft so genannte „Pew-Pew-Gor“ aka „Gor Evolved“, das die litearische Vorlage nur als Anregung nimmt und dessen Bekleidungsvorschriften völlig ignoriert.]
– Nun zum Wesentlichen und zu uns, Qualitätsmedien! In späteren Zeiten werden Anthropologen und Soziologen vielleicht über der Frage brüten und Fakten dazu sammeln, warum insbesondere in Deutschland der Hang zum Opportunismus so stark ist, gerade bei den Medien, und Meinungen, die vom Mainstream nur geringfügig abweichen, so bekämpft werden, als befände man sich in der McCarthy-Ära reloaded. Man kann nur mit dem Kopf schütteln. Wer dagegen ist, Panzer an die Ostfront zu schicken, wie Rommy Arndt im MDR, und es wagt, diese Meinung (!) zu äußern, wird gleich als Putin-Propagandist angepöbelt. Diese Mischpoke aus den Anstalten hält Dissens gar nicht mehr aus.
– Wesentlich ist bekanntlich die Ökonomie. Während die Chinesen Russland aufkaufen bzw. erobern und China mittlerweile der wichtigste Handelspartner Russlands ist, ziehen sich gleichzeitig „westliche“ Tech-Riesen aus China zurück. Das behauptet die hierzulande zensierte – weil hochgefährliche! – russische Propaganda.

Udo Lielischkies ist der ehemalige Leiter des ARD-Studios in Moskau, der sich schon für Fake News aus dem Ukraine-Krieg entschuldigen musste.
– In wessen Interesse das alles ist, steht erfreulich klar in ausländischen Qualitätsmedien: „Ukraine’s very existence depends on a successful conclusion to Putin’s war. Ukrainian success is also vital to the strategic interests of the United States and its allies“.
– And now for something completely different. Ich hatte mich auf der Website von El Al registriert und weiß jetzt, wie ich heiße (natürlich von rechts nach links lesen): בורקהרד שרדר.
– Einer der intelligenten Social-Media-Algorithmen spülte mir eine Dame herein, deren Lächeln ich bezaubernd fand. Eine kurze Recherche aber (vgl. unten) brachte mich aber ganz überraschend zu Putin, den ich bei großen Brüsten nicht erwartet hatte. Warum? Aalisa gabaeva – eindeutig ein Künstlername – ist nicht Alisa Kharcheva. Oder doch? Dabei stellte ich mir die naheliegende Fragen, ob es ein Tool gebe, nicht Gesichter, sondern andere Körperteile miteinander vergleichen zu können, um einwandfrei herauszufinden, ob es sich um dieselbe Person handelt?
– Die russische Propaganda behauptet: „Gleichzeitig belegen die Twitter-Files eindeutig, dass amerikanische Behörden versuchten, die Moderation von Twitter zu beeinflussen. So enthüllten die Journalisten etwa, dass Twitter die Online-Einflusskampagnen des US-Militärs unterstützte, im Auftrag mehrerer US-Geheimdienste „anti-ukrainische Narrative“ zensierte, im Auftrag des Weißen Hauses „legitime Inhalte“ zu COVID-19 unterdrückte und letztlich auch an dem „Russiagate“-Hoax beteiligt war.“
Aber da es sich um russische Propaganda handelt, ist alles automatisch voll gelogen und darf auch die hiesigen Bevölkerung nicht gezeigt werden weil das diese beunruhigen könnte.

– Hatten wir heute schon Katzenbilder?
Wen wählen? Oder: Die Partei hat immer recht

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Wählbarste im ganzen Land? (Symbolbild)
Ich stimme mit dem Schockwellenreiter überein:
„Blieb nur die Frage, wohin mit den Kreuzchen? Die Marktwirtschaftsterroristen von Rechts (also F.D.P. und CDU) sind für mich genauso unwählbar wie die braune Kacke von der AfD. Und bei der SPD will eine Frau, die sich einen Doktortitel erschummelt hat, schamlos wieder Regierende Bürgermeisterin werden, statt sich in eine Ecke zu stellen und sich zu schämen. Und der damalige Innensenator, der die Wahl versemmelt hat, klebt auch noch an seinem Sessel und wird von seiner SPD dabei unterstützt.
Die Kriegstreiber von der grüngetünchten F.D.P. sind noch weniger wählbar als das Original. Martialische Ostlandritte, um die Ukraine »heim ins Reich in die EU zu holen, das können die Bellizisten von CDU und F.D.P. besser als die bündnisgrünen Kirchentagstanten mit ihrer mehr als eigenwilligen Interpretation des fünften Gebots.
Und die Linke? Nun, zumindest in Neukölln hat sie beschlossen, lieber Religioten und Salafisten in den Arsch zu kriechen (das hält sie nämlich für rassismusfreie Politik), als sich um die Interessen der arbeitenden Bevölkerung zu kümmern. So schnell kann der olle Marx gar nicht in seinem Grab rotieren, wie sie durch Shisha-Pfeifen das »Opium des Volkes« in sich reinzieht. Dafür hat sie zwar jüngst ein großes Lob von einer bekannten Neuköllner Clangröße bekommen, aber meine Stimme verloren.
Nein, da bleibt nur noch die PARTEI, denn sie hat nicht nur versprochen, keine Versprechen zu machen, sondern sich konsequent selbst an dieses Versprechen nicht zu halten. Von ihr ist also nichts zu erwarten, daher kann sie mich auch nicht enttäuschen.“
Unter Aufpolierenden
Eine Niederlage ist möglich, polnische Nachbarn? Darf man das sagen? Ich dachte, die tapferen ukrainischen Oligarchen tapfere Ukraine würde in jedem Fall gewinnen!?
„Die Leopard-1-Panzer sind ja schon lange nicht mehr im Bestand der Bundeswehr, sie sind ausgemustert und stehen teilweise noch in Lagern oder in der Industrie“, erklärt Richter. Manchmal seien solche Panzer zur Verschrottung vorgesehen, andererseits könnten sie für den Export wieder aufpoliert werden.“ (Oberst a. D. Wolfgang Richter. Wikipedia dazu: „Die Obersten dienen wie die meisten Stabsoffiziere vorwiegend auf Stabsposten und in der Regel nicht in der Truppe als militärische Führer“.)
Ich bin kein Clausewitz Militär: Aber warum verschenkt man Panzer, die eigentlich verschrottet werden sollen? Oder sollen modernere Versionen an die Ostfront? „Im Gespräch“ ist der Leopard 2. Dummerweise scheint das Verteidigungsministerium nicht zu wissen, wie viele Panzer sie haben – die müssen erst gezählt werden. (Zwischenfrage: Machen die bei der Bundeswehr nie eine Inventur?)
Ceterum censeo: Putin wird das durchziehen. Das sagte ich schon. Die schaffen das.

Unter Völkischen [Update]

IDF soldiers survey the Old City before launching their attack, June 1967 (photo credit: Wikimedia Commons CC BY-SA/Mazel123)
Sehr geehrtes „Welt“-Redaktionsteam,
Ich hatte kommentiert: „Ein Volk der Palästinenser gibt es nicht. Das ist eine Erfindung Arafats.“ Das wurde offenbar zensiert. Warum? Soll ich ihnen noch historische Fakten liefern, eventuell die Rede Arafats vor der UN übersetzen?
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder (Noch-Abonnent)
Andere Kommentare unter dem Artikel der „Welt“: „Mehr als 90 Länder verurteilen Israels Sanktionen gegen Palästinenser, auch Deutschland“:
Übrigens hatten die Palästinenser 70 Jahre Zeit, zu zeigen, dass sie in der Lage sind, einen funktionierenden, friedlichen Staat zu bilden. Der Wille ist aber nicht vorhanden, deshalb wählt man die aus dem Iran gesteuerte Hamas, die sich in ihrer Charta die Vernichtung Israels zu Ziel gesetzt hat, immer wieder in die Regierung! Warum sollte Israel diesen Terroristen auch nur einen Millimeter entgegenkommen? Trotzdem liefern sie Strom und Wasser nach Gaza, geben Tausenden Palästinensern Arbeit und versorgen sie in Notfällen auch in ihren Krankenhäusern.
Gut, dass die Israelis bei der letzten Wahl richtig gewählt haben.
Wer oder was sind Palästinenser? Gibt oder gab es mal einen Staat der so hieß?
Israel macht alles richtig, die Palästinenser kriegen außer Terror gar nichts hin. Anstatt daß die
EU mit ihren Milliardensubventionen für zielführende Bildung sorgt, wird in den Koranschulen der Hamas die Ausbildung von Terrornachwuchs gezüchtet. Das kleine Israel ist unglaublich erfolgreich, Trotz seiner orthodoxen Sektenprobleme.
Schämt Euch ! Israel hat nach drei Angriffs- und Vernichtungskriegen, die es nicht begonnen aber allesamt gewonnen hat, Unterstützung verdient. Aber deutsches Geld finanziert Märtyrer-Renten und Terror.
Deutschlands Politiker wieder auf dem alten Weg, gegen Israel und gegen Juden, kurz gesagt Antisemiten. Ein große Schande.
„Israel hat 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert.“
Soso, einfach so erobert?! Ohne Vorgeschichte oder Angriffskrieg der Araber?! Das sind die berühmt-berüchtigten Halbwahrheiten deutscher Journalisten.
Wenn man sich das vor Augen führt: 37 Mio Euro Steuergeld führt Israel bisher an den Erzfeind, der die Israeli allesamt im Meer ertrinkend sehen möchte, ab. Gut, dass das ein Ende hat!
Der UNO-Angriff auf Israel mit einer Flut von einseitigen Resolutionen ist surreal. Es ist absurd, dass im Jahr 2021 von etwa 20 Resolutionen der UN-Generalversammlung, die spezifische Länder kritisieren, 14 davon – das entspricht 70% – auf ein einziges Land ausgerichtet waren: Israel. Auf die einzige Demokratie im Nahen Osten! Dass D da mitmacht, schon unter Merkel, ist eine Schande!
Im Zweifelsfall auf der Seite der „Autonomiebehörde“. So sieht die tatsächliche Solidarität Deutschlands mit Israel aus.
„So sollen rund 37 Millionen Euro aus Steuereinnahmen, die Israel für die palästinensische Autonomiebehörde einsammelt, an israelische Familien abgeführt werden, die Angehörige bei Terroranschlägen von Palästinensern verloren.“ Israel handelt hier rational und nachvollziehbar. Wenn Palästinenser einen Staat wollen, müssen Sie auch einen Staat gründen und Ihre Steuern von ihren Bürgern selbst einziehen und verwalten. Ich verstehe hier nicht warum Israel für diese Entscheidung so lange gebracht hat. Das ist, als würden die Russen auf der Krim Steuern für die Ukraine einziehen.
Deutschland ist gegenüber Israel so verlogen. Was tut die Autonomiebehörde für ihre Bevölkerung? Sie kassieren Milliarden von uns und es hat sich in all der Zeit nichts geändert.
Ich möchte gar nicht wissen, wie die Kommentare bei der „Taz“ oder beim „Tagesspiegel“ aussähen.
[Update]
Sehr geehrter Leser,
vielen Dank, dass Sie sich an uns wenden.
Wir haben den von Ihnen dargestellten Sachverhalt sowie die Vorgehensweise des Moderations-Teams eingehend geprüft.
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihr folgender Kommentar nicht veröffentlicht werden konnte, da er gegen unsere Nutzungsregeln verstößt:
– „Es gibt kein „palästinensisches Volk“. Das hat Arafat erfunden. Oder gibt es auch ein Volk der Sudetendeutschen?“
Unproporzional

In den USA ist die Freude über das Öl aus Indien groß. (Symbolbild)
Das funktioniert also so: Wir Die USA und ihre Speichellecker boykottieren russisches Öl. Wir Sie kaufen stattdessen Öl aus Indien. Und woher haben die das? Aus Russland. Darauf wäre ich nicht gekommen. Dass das erlaubt ist!
Dann haben wir noch eine neue unproporzionale [sic] Verteidigungsministerin.
Gut, dass es Archive gibt (via Fefe).
Unter Selbstermächtigern

Da ich ein Interview in einer feministischen Zeitschrift nicht mit nackten Weibern spärlich bekleideten Damen illustrieren will, nehme ich ein anderes Foto.
Ich empfehle ein Interview mit Erich Vad in der „Emma“:
[Mark Milley] hat eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen. Eine Wahrheit, die in den deutschen Medien übrigens so gut wie gar nicht publiziert wurde. Das Interview mit Milley von CNN tauchte nirgendwo größer auf, dabei ist er der Generalstabschef unserer westlichen Führungsmacht. (…)
Militärische Fachleute – die wissen, was unter den Geheimdiensten läuft, wie es vor Ort aussieht und was Krieg wirklich bedeutet – werden weitestgehend aus dem Diskurs ausgeschlossen. Sie passen nicht zur medialen Meinungsbildung. Wir erleben weitgehend eine Gleichschaltung der Medien, wie ich sie so in der Bundesrepublik noch nie erlebt habe. Das ist pure Meinungsmache. Und zwar nicht im staatlichen Auftrag, wie es aus totalitären Regimen bekannt ist, sondern aus reiner Selbstermächtigung. (…)
Es gibt weitestgehend keinen fairen offenen Diskurs mehr zum Ukraine-Krieg, und das finde ich sehr verstörend.
I told you so.
Krieg ist Frieden!

Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke! Es ist fast unheimlich, wie aktuell das heute ist. Dazu gibt es ein schönes Interview mit Johannes Varwick. „Warum Realpolitik im Ukraine-Krieg mich ins Abseits manövriert hat“.
Zentraler Satz: „Wer sich zu weit vom Mainstream entfernt, der wird kaltgestellt.“
Unter Zweitwohnenden

Deutsche Journalistinnen aus der Mittelschicht senden der Arbeiterklasse eine ausnahmsweise ungegenderte Botschaft (Symbolbild)
Manchmal bin ich froh, dass ich rechtzeitig aufgehört habe, Journalisten auszubilden. Was ich heute über die Branche, zu der ich immer noch gehöre, sage, wäre gar nicht mehr druckreif.
Nur um das klarzustellen: Ich mache niemandem zum Vorwurf, Hausbesetzer zu sein. Eine Freundin, die verarmt war und sich und ihre Kinder mit Mühe durchbringen musste, erbte unerwartet nach dem Beitritt der DDR ein großes Haus, zwar nicht in Berlin, aber groß genug, dass die Mieteinnahmen sie ernähren können. Ich hätte vermutlich auch ein Haus, wenn man Vater nicht zehn Prozent seines Bruttoeinkommens sein Leben lang an die Sekte gespendet hätte, in die ich hineingeboren wurde. Bekanntlich war Friedrich Engels selbst ein erfolgreicher Kapitalist, was seiner politischen Haltung nicht schadete.
Was ich aber zutiefst verabscheue, ist Heuchelei oder, wie man so sagt, wenn jemand Wasser predigt, aber Wein säuft. Zur Zeit werde einige angeblich „linke“ Journalisten in den Medien durchgehechelt (der Originalartikel ist hinter einer Paywall):
Sie kassierten Fördergeld in Millionenhöhe für ein Wohnprojekt und gaben an, selbst dort einzuziehen. Stattdessen wurden Wohnungen unter der Hand vermietet. Jetzt wollen die Eigentümer das Haus gewinnbringend verkaufen. Wie aus einer Utopie ein fettes Geschäft wurde.

Ausriss aus dem „Spiegel“-Artikel über Brigitte Fehrle
Vermutlich war alles, was die Damen und Herren, die „links“ genannt werden, total legal. Ich wundere mich auch nicht, wie Journalisten so viel Geld verdienen können, dass es für den Hauskauf reicht. Oder zwei: „Fehrle wohnt sein langem in Berlin-Kreuzberg sowie in ihrer Zweitwohnung, einem renovierten Bauernhaus im Wendland.“ Es gibt bekanntlich kaum Menschen in der Zunft, die aus der Arbeiterklasse stammen oder aus Verhältnissen wie Christian Baron.
Die Journalisten kauften das Haus Anfang der 1990er-Jahre für 1,2 Millionen Mark (umgerechnet etwa 600 000 Euro). In den Folgejahren bekamen sie staatliche Zuschüsse in Höhe von über 3,4 Millionen Mark dazu.
Aber man sollte nicht Artikel schreiben, die angeblich die Interessen der da unten vertreten und sich in der Nichtmedienblasenrealität anders verhalten. Diese Attitude passt wie Arsch auf Eimer zu den Grünen und ihrem missratenen klimaschützenden Nachwuchs mit Upperclasshintergrund und den dazu passenden Ansichten.
Aber darüber zu räsonnieren, ist sowieso zwecklos. Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

Kann passieren, Qualitätsmedien. Die Damen sehen sich auch zum Verwechseln ähnlich.
Gutes, Schönes, Wahres und Hässliches

Die Glocken klingen lassen (Symbolbild)
Wir sollten und wieder dem Guten, Schönen und Wahren widmen, und zwar total ohne jeden Zusammenhang, wie gewohnt, eingedenk der vermutlich bekannten Tatsache, dass man auch reich, schön und jung sterben kann, was einen dann zwar nicht ärgern kann (weil man tot ist), aber die noch Lebenden aufrüttelt, zumindest zeitweise, sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Wobei wir wieder beim Guten, Schönen und Wahren sind.
Love your fucking life. Take pictures of everything. Tell people you love them. Talk to random strangers. Do things that you’re scared to do. Fuck it, because so many of us die and no one remembers a thing we did. Take your life and make its the best story in the world. Don’t waste that shit. (Tatjana Patitz)
Was tun die anderen? Sie beschränken sich auch auf das, was man kann – in Berlin ist das nichts, außer Gendersprache. Die Betroffenen sind angeblich froh und dankbar.
By the way: Was geht in den Köpfen der Leute vor, die von einem „Antimuslimischer Rassismus“ reden? Hat man denen ins Hirn geschissen? Ich habe einen Verdacht: Das wird so laufen wie das Märchen vom „palästinensischen Volk“, das Arafat sich ausgedacht und in die Welt gesetzt hat und das von den deutschen Medien begeistert aufgenommen wurde.
Das alles überrascht nicht: wir haben den Genozid erfunden und unterstützen dann natürlich auch Terror gegen Israel. Das ist nur zu konsequent, nicht wahr, tief einsteigende Qualitätsmedien?
„Antimuslimischer Rassismus“ ist so etwas wie das Völkische, das der Deutsche an sich liebt und gegen das man nicht rational argumentieren kann, da ideologische Fantastereien gegen Vernunft so immun sind wie Esoteriker, die Globuli fressen.

Katzen sind bekanntlich politisch mehrheitlich links eingestellt, gendern aber nicht, essen nicht vegan und sind auch keine Antisemiten. Das unterscheidet sie von denen, die sich als „links“ fühlen.
Vermutlich fragt das Publikum, was das Wesentliche sei. “ Immerhin 45 Prozent der befragten Europäer gaben damals an, dass sie mit ihrem derzeitigen Einkommen kaum oder nur unter Schwierigkeiten zurechtkommen.“ Und: „39 Prozent der Europäer haben Schwierigkeiten, ihre Rechnungen zu begleichen“. Erst kommt das Fressen, dann eine Weile nichts, und dann die grünen Medienhypes Klima, Gendern und „Flüchtlinge“, denen man „helfen“ muss, um sich besser zu fühlen als andere.
Und now for something completely different. לא, אני לא אוהב את הספר הזה. אני אוהב אותך. אני אוכל תפוח חמוץ ותפוז מתוק. Ich mag den Sound dieser Sprache, er hört sich total tough an. Ja, ich kann das aussprechen! Aber mit Rechts- Linksschreibung in einem Satz kommen manche Editoren nicht klar. Nach einem kleinen Durchhänger am Jahresende bin ich wieder sehr motiviert. תפוח עץ! Wie sich das anhört, wenn ich mich selbst das aussprechen höre! Man müsste noch gleichzeitig eine Uzi in die Hand nehmen.
Ich muss das alles anders organisieren. Acht Stunden Lohnsklaverei. Acht Stunden schlafen, ohne Wecker neun. Eine Stunde einkaufen, waschen, kochen, putzen usw. im Durchschnitt. Eine Stunde Leibesübungen täglich. Eine Stunde Ivrit. Wo sind eigentlich die restlichen Stunden des Tages gelieben?

An der Ostfront

Bashmut aka Artjomowsk heute (Anblick vor dem Krieg)
Vor einem Jahr schrieb Emily Harding auf Politico: „Get ready for a long war – If Russia captures Kyiv, the following insurgency could last a decade — but only if NATO helps.“ die Frankfurter Rundschau hat ihre Thesen damals zusammengefasst.
Auch Deutschland hat selbstredend „Sicherheitsexpertinnen“, zum Beispiel Claudia Major (der Name passt ja!). „Ja, der Krieg wird noch lange Zeit dauern. Ich rechne nicht mit einem Ende des Krieges im nächsten Jahr, wenn unsere militärische Unterstützung auf dem Niveau wie bisher bleibt.“
Ich fühle mich auch als Sicherheitsexperte, habe sogar den Beruf dazu, und ich verfüge über genau so viele Fakten wie die zitierten Damen. Ich ziehe nur andere Schlüsse, die denen von Dieter Bohlen ähneln.
Die Russen haben die maßgebliche Verteidigungslinie der Ukraine im Donbass überrannt. Ich gehe auch davon aus, dass der Ukraine bald die Soldaten fehlen werden, um relevante Gegenangriffe starten zu können. Den Russen werden weder die Waffen noch die Munition noch die Soldaten ausgehen. Was schließen wir also daraus?

Russische Soldaten im größten Salzbergwerk Europas in Soledar, Donbass
Klimadings

Virtuelle Wüste nahe der virtuellen Oasis of Klima. (Alles von mir gebaut, einschließlich des Sternenhimmels)
Die Wahrheit stand im „Tagesspiegel“: „Es war warm, bis zu 18 Grad wurden Silvester in Berlin gemessen. Die hohen Temperaturen begünstigten vermutlich die Neigung zur Randale.“
Der Klimawandel war also eine Ursache der Krawalle. Eigentlich hätte man als Kenner der zeitgenössischen Diskurskultur sofort drauf kommen müssen. Damit bin ich beim Ukraine-Krieg, der sicher ebenfalls zum Teil eine Folge des Klimawandels ist. Die hohen Temperaturen der letzten Jahre begünstigten vermutlich Wladimir Putins Neigung zu Angriffskriegen. (Harald Martenstein, Welt online)
Endlich erklärt es mal jemand.
Palästina und auch anderswo [Update]
Habe ich mir gerade durch die Großbourgeoisie liefern lassen. War nur ein Versuch, irgendwo anzufangen. Es ist gar nicht so einfach, etwas Vernünftiges über Israel zu bekommen, obwohl man bekanntlich bei Reiseführern erst im nachhinein merkt, ob sie gut waren oder nicht. Ich war bass erstaunt, dass offenbar alle Verlage Gendersprache benutzen von einer Zwei-Staaten-Lösung ausgehen, an die niemand in Palästina mehr glaubt außer den Arabern, die in Palästina leben, und natürlich den Deutschen.
Was genau ist ein Reiseführer über „Israel und Palästina“? Ersteres ist eine Teilmenge des Letzeren, was korrekt wäre? Oder meint „Palästina“ die „palästinensichen Autonomiegebiete„, also den Gazastreifen und Teile des Westjordanlandes? Und was ist mit Ostjerusalem? Als Ostjerusalem wird der Teil von Jerusalem bezeichnet, der seit dem Palästinakrieg 1948, als alle arabischen Staaten Israel auslöschen wollten, von Jordanien besetzt war, bis er im Sechstagekrieg 1967 von Israel erobert wurde.
Glaubt jemand ersthaft, Israel würde diesen Teil Jerusalems jemals irgendwelchen Arabern überlassen, damit die alles ruinieren? („Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts sah der Felsendom so aus, wie gegen 1875“.)
Noch einmal zum Mitschreiben: Der Osten Jerusalems gehörte auch vor dem Sechstagekrieg mitnichten den so genannten „Palästinensern“. Den Rest der Geschichte haben die arabischen Staaten selbst vermasselt.
Beim Herumstöbern kriegte ich auch schlechte Laune, weil mich Jesus nicht interessiert, wenn ich nach Israel reise. Es ist noch nicht einmal sicher, ob dieser Mann wirklich gelebt hat. Die Bibel kann ich zwangweise fast auswendig, und ich muss das alles nicht noch einmal vor die Nase gerieben bekommen. Natürlich kann man in Jerusalem den Verehrern höherer Wesen nicht entkommen; auf jedem Stein trampeln gleich mehrere davon herum, die sich gegenseitig anfeinden. Mich nerven jetzt schon die zahllosen gläubigen US-Amerikaner, die dort irgendetwas Biblisches anschauen wollen. Vielleicht schließe ich mich im Oktober chinesischen Reisegruppen an, um dem zu entgehen, und zitiere laut die Mao-Bibel [sic] dabei: „Die Theorie von Marx, Engels, Lenin und Stalin hat universelle Geltung.“ Aber vermutlich müsste ich dann zwangsweise Gespräche mit Leuten führen, die ich gar nicht kennenlernen will.
Ich suche also immer noch nach einem guten „Reiseführer Israel“. Punkt.
[Update] Ich empfehle zur Lektüre ein Interview mit dem US-amerikanischen Historiker Daniel Pipes, ganz gleich, was die Leser denken auch wenn die Leserschaft dessen politische Meinung nicht teilen wird. „The proper policy is to convince West Bankers, Gazans and Muslim Jerusalemites that Israel is tough and permanent, that they have lost and should give up the war on Israel. The goal, always, is to coerce them into abandoning their fantasy of eliminating the Jewish state of Israel.“ Genau so ist es. Dann bin ich eben eine Art „Republikaner“, obwohl Pipes das nicht mehr ist.
Unter Auszuforschenden
Heute bekam ich von einer Rechtsanwaltskanzlei ein interessantes Einschreiben. Es geht um „Herausgabe von Informationen nach dem Informationsfreiheitsgesetz“, Bezug: Informationsantrag nach Paragraf 1 IFG, hier: Drittbeteiligung zu betroffenen Interessen im Sinne von Paragraf 8 IFG. Die Kanzlei arbeitet im Auftrag des Bundesarchivs (früher: Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen (BStU). Es handelt sich um eine multinationale Anwaltskanzlei mit Hauptsitz in London (Vereinigtes Königreich), die weltweit über 1.700 Mitarbeiter beschäftigt, davon über 1.000 Anwälte in aktuell 26 Büros.
Großkonzerne der Juristerei gibt es also auch. Schön. Mich beeindruckt das nicht. Die gleiche Post bekamen auch andere, die in diesem Fall betroffen sind, es wurden Briefe vertauscht und an die falschen Adressen geschickt, auch falsche Ǵeburtsdaten benutzt. In meinem Fall hat man, trotz der 1.700 Mitarbeiter vergessen, dass ich normalerweise in journalistischen Fällen mehr weiß als ich jemandem auf die Nase binde. Ich weiß zum Beispiel, dass es eine dieser Akten wie oben gibt, in der der RBB mich ausforschen wollte und nicht ein Reporter im Dienste des Axel Springer Verlags (dessen Name ich natürlich kenne und den ich schon mal telefonisch anschreien zurechtstutzen musste). Offenbar hat das Bundesarchiv diese Akten nicht oder verschlampt oder sie sind auf dem Weg zu einem der 1000 Anwälte heruntergefallen?
Wer noch immer noch nicht weiß, worum es geht: natürlich immer noch um die Akte Lammel. Ich schrieb im März 2017:
Sueddeutsche.de: „Geschichte eines Verdachts – Ein Gutachten entlastet den Berliner DJV-Vorsitzenden von Stasi-Vorwürfen. Demnach wurde Bernd Lammel als IM geführt – ohne sein Wissen und ohne Verpflichtungserklärung. Der Vorgang sei „wenig bedeutsam“. Für den Verband ist die Aufarbeitung damit beendet.
Nur zum Mitschreiben: Ich hatte recht. Der RBB, die Medienpreisträgerin Gabi Probst, die Bild-Zeitung und deren „investigativer“ Reporter Hans-Wilhelm Saure hatten unrecht.
Niemand wird sich bei Lammel entschuldigen, und schon gar nicht der RBB. So prophezeie ich es.
So war es. Manche Leute haben aber, womit solche Herrschaften, die andere aus niedrigen und anderen Beweggründen verleumden, nicht rechnen, einen langen Atem oder sind hartnäckiger als diejenigen, die sich gegenseitig gleichnamige Journalistenpreise verleihen. (Ich schreibe mich gerade in Rage, und bitte zu entschuldigen, wenn ich hartherzig gleich anfange herumzupöbeln.)
Ja, ich werden den 1.000 Anwälten dem Anwalt antworten, dass ich die Erlaubnis erteile, Bernd Lammel mitzuteilen, das ich auch ausgeforscht werden sollte (was er eh schon weiß, aber noch nicht schriftlich) und ihm – dem Anwalt – auch mitteilen, dass er offenbar die zweite und wichtiger Hälfte – die Anfrage der Dame vom RBB – vergessen hat.
Und dann sehen wir weiter, eingedenk Römer 12, Vers 17ff. und dem biblischen Rat, „Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.“ Wenn es möglich ist. Aber manchmal muss man auch militärische Spezialoperationen Krieg führen.
Augen zu und durch

In Belarus sind viele militärische Fahrzeuge zu sehen, die das bekannte „Z“ zeigen. Warum wohl? Oder soll das ablenken?
Ukraine
– Foreign Affairs (via Fefe): „Russia’s Rebound – How Moscow Has Partly Recovered From Its Military Setbacks“.
Ukraine and its backers may hope that Russia comes to its senses and simply abandons the war, but that outcome looks unlikely. They may also hope for a Russian collapse at the front or at home, but the chances of either scenario are also slim. The most promising course would be for the United States to nudge the two sides to the negotiating table, since only Washington has the power to do so. But it has decided not to do so.
Die Welt an sich
– Die South China Morning Post singt einen weltanschaulichen Chor im Hintergrund: „Beyond China, as more nations reject the US-led order, 2022 will go down as the year of ‘de-Westernisation’“.
Kapitalismus
Qualitätsmedien: „Lange Schlangen für leere Regale“.
In New York ist die Teuerung so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In manchen Stadtteilen könnte bald jeder Vierte Probleme haben, eine Mahlzeit zu bekommen. Lebensmitteltafeln haben doppelt zu kämpfen.
Augen zu und durch
Die CDU trollt – und ich sehe das grinsend, weil man von allen, die meinen, dazu etwas absondern zu müssen, schon vorher weiß, was kommt:
Innenpolitiker der Fraktionen von SPD, Grünen und Linke warfen der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus Populismus vor. Nach bisherigen Angaben der Berliner Polizei waren unter den 145 vorübergehend festgenommenen Verdächtigen 45 Deutsche und 17 weitere Nationalitäten, darunter 27 Afghanen und 21 Syrer. 94 der 145 sind jünger als 25 Jahre, darunter 27 Minderjährige.
Gemischter Nachschlag und ein roter Mond

Nach dem Ausflug ins qualitätsmedial Theoretische jetzt noch ein gemischter Nachschlag. Es wird wieder – wie gewohnt – total unseriös.
– Warum müssen mich die Russen auf Demonstrationen in Deutschland hinweisen, die sich dem medialen Narrativ den offiziellen Sprachregelungen zum Thema Ukraine verweigern, nicht aber die, die dafür zuständig wären?
– Israel scheint seine Position im Ukraine-Krieg zu zu modifizieren. Das sollten sich unsere Pseudo-Politiker hinter die Ohren schreiben: Es geht nicht um Moral, sondern was Israel nutzt: „I wouldn’t say Israel is taking a pro-Russia line. It’s a pro-Israel line.“ So sollte Außenpolitik sein.

Carlyn Romero, mehr als zwei Millionen Abonnenten auf TikTok – wie schafft die das nur? Nachmachen! (Meine Hüfte kann das nicht mehr, was die kann.)
– The Free Press analysiert die Zensur bei Twitter, was COIVID-19 angeht. „The platform suppressed true information from doctors and public-health experts that was at odds with U.S. government policy.“
– Die US-Amerikaner sorgen sich, dass die Chinesen den Mond erobern könnten. Ich hoffe, sie tun es und stellen dort eine Marx-Büste auf oder etwas Vergleichbares.

Unter abschaumigen Dumpfbacken

Screenshot: Die Gesetzlosen, „Achtung, Reichelt!!
Es dünkt mich, das Publikum verlangte, die Qualität des Blogs deutlich zu steigern , also die Zahl spärlich bekleideter Damen auf das Notwendigste zu reduzieren. Natürlich kann man randalierende junge Männer in Großstädten divers verschieden diskutieren. Unter uns Marx-Kennern: Ja, auch das könnte in die Rubrik „Klassenkampf“ eingetütet werden, aber nur „könnte“.
Wir hatten das vor uralten Zeiten in Kreuzberg: Schon 1997 hatte „die Eskalation der Gewalt eine völlig neue Qualität erreicht“. (Der Textbaustein ist wiederverwendbar.)
Zu meiner Überraschung sagte Güner Balci, die „Integrationsbeauftragte“ von Berlin-Neukölln, genau das, was ich gestern hätte schreiben sollen: „Das sind totale Dumpfbacken“. Aber solche reihten sich schon vor einem Vierteljahrhundert in die ursprünglich politisierte Randale am 1. Mai ein, bis jeder nur noch von „Randale-Touristen“ sprach und die Kreuzberger die Schnauze voll hatten.
Einige der Personen kenne sie persönlich. Es handle sich dabei um „hoffnungslos Abgehängte“. Diese hätten, auch wegen sozialer Medien, anders als vor 20 Jahren aber eine hohe Deutungsmacht. Dennoch seien sie „platt gesagt: absolute Loser“, bei denen auch Drogen eine Rolle gespielt hätten.
Der Grund für die rohe Gewalt gegen die Helfer sei allerdings kein durchdachtes Agieren, sondern vielmehr ein Reflex, erläuterte Balci: „Die sind vom Staat und wir sind gegen die.“
Inszenierten sich die Jugendlichen als „harte Möchtegern-Gangster gegen die Polizei“, erhöhe das ihre Glaubwürdigkeit auf der Straße. „Es ist ihr Geschäftsmodell, auffällig zu sein und Ärger zu machen.“
Diese Klientel kenne ich zu Genüge aus der Notaufnahme in Kreuzberg als „Störer“, wie wir von der Security sie nannten. Ahmad Mansur wird in demselben Artikel zitiert: „In Berlin gibt es Gruppen von Jugendlichen, die den Staat als sehr schwach wahrnehmen, weil sie selbst aus sehr patriarchalen Strukturen kommen. Einige haben in ihren Heimatländern einen Polizeistaat erlebt und nehmen die demokratische Polizei als schwach wahr und suchen Streit und Kontakt mit diesen schwachen Polizisten“, sagte Mansour. Auch andere Einsatzkräfte wie die Feuerwehr würden als Vertreter des Staats wahrgenommen und verachtet.“
Das sind doch klar und wahre Worte. Leider sind sowohl Balci und Mansur mehr oder weniger allein auf weiter Flur, weil insbesondere die „Grünen“ als auch die „Linken“ das anders sehen bzw. am liebsten gar nicht hingucken wollen. Sobald man mit denen anfängt zu diskutieren, wird man mit Whataboutismen bombardiert, die Nazis seien viel schlimmer. Auch die Qualitätsmedien, insbesondere der lokale RBB, hielten sich auffallend zurück. Man gewann den Eindruck, dass sie die üblichen Verdächtigen von der so genannten arabischen Allee Sonnenallee und der Hermannstrasse am liebsten als „Jugendliche“ betitelt hätten. Keinesfalls darf erwähnt werden, dass die auch fast alle Türkisch oder Arabisch sprechen, aber ausnahmslos nie Japanisch oder Hindi oder Urdu oder eine skandinavische Sprache.
Ich darf an das Jahr 2007 erinnern. Damals schrieb ich hier zum Thema „Gewalt ist geil“. Und 1998: „Die Bösen sind die anderen“. Erstaunlich, wie der aktuell der Artikel von damals ist – man müsste nur ein paar Worte ändern, und er könnte heute publiziert werden:
Die Lobbyisten der Berufs-Betroffenen (Helfen und Heilen) reden über Gewalt mittels Jugendlicher. Die können nichts dafür, daß sie so sind. Die Gesellschaft will sie wiederhaben. Die Lobbyisten der harten Hand (Strafen und Einsperren) rufen: die Obrigkeit muss gegen das Böse härter durchgreifen! (…) Mit der ganzen (nicht etwa der halben!) Härte des Gesetzes gegen Chaoten vorgehen usw. Die Bösen, die hier gemeint sind, können etwas dafür, dass sie so sind. Die Gesellschaft will sie nicht mehr. Sie sind Psychopathen – „hirnverbrannte Schläger“. Drogenmissbrauch führt zu Hirnschäden.
Wozu dient der Gewalt-Diskurs? Er verschafft der Gesellschaft Angstlust wie der Horrorfilm: Ohne Gewalt weiß niemand, was das Gute ist. Gut ist: Wollen wir mal darüber reden, mit einer Kerze in der Mitte. Runder Tisch. Reden ist erlaubte Gewalt, die Fortsetzung des Hooliganismus der Randale zu Silvester mit anderen Mittel. (…). Reden heißt: der Sozialarbeiter zwingt dem Schläger sein Spiel und seine Regeln auf. Du musst dich der Gruppe anpassen. Wo kämen wir denn hin. Wenn du es zu etwas bringen willst, musst du das tun und jenes lassen. Der Arbeitsmarkt im Kapitalismus belohnt dich dafür, dass du kein Warlord bist. Geld, Frauen, Liebe und Prestige sollen die kompensatorische Gratifikation für Gewalt sein.
Wer Macht hat, redet nicht über Gewalt. Die Herrschenden können andere beauftragen, Gesetze zu erlassen, die die Beherrschten zwingen, ihren Wünschen nachzukommen (…) Wer über Gewalt kommuniziert, demonstriert, dass er selbst über nur begrenzte Macht verfügt. Man will, dass die, die den eigenen sozialen Status potentiell bedrohen, sich an Regeln halten, die man selbst aufgestellt hat. Nur die Mittelschichten fordern von allen anderen, sich an Regeln zu halten, weil sie „Angst vor dem Absturz“ (Barbara Ehrenreich) haben. Wer aufsteigen will, muss die Werte der Gesellschaft verinnerlichen und sich selbst kontrollieren. Beherrsche dich, und nicht etwa andere! Der soziale Aufsteiger ist gegen Gewalt, weil Gewalt archaisch ist und die Regeln, die ihm ein gesichertes Leben ermöglichen, ad absurdum führt. Der klassische Radfahrer tritt nach unten, aber fordert gleichzeitig, dass die da oben das nicht tun. Sie sollen ihn dafür belohnen, dass er sich an die Regeln hält.
Gewalt ist eine Ikone, ein sinnliches, also medial vermitteltes Bild eines Phänomens, das unterschiedliche Gruppen jeweils verschieden wahrnehmen und interpretieren. Hooligans Dumpfbacken finden Gewalt geil. Sie verschafft ihnen alles, was das Leben versprechen kann: Körpergefühl, Überschreiten der Grenzen, Macht, Gruppendynamik, Thrill. Ein Trip ohne psychotrope Hilfsmittel.

Screenshot: Die Gesetzlosen, „Achtung, Reichelt!!
Zwischenwelten und Genüsse

Ich habe meiner entzückenden Physiotherapeutin versprochen, dass ich 2023 ein Sixpack anstrebe.
Das neue Jahr lässt einen gleich mit den Ohren schlackern. Wir haben da eine Religiotin Annette Kurzschluss Kurschuss, die stammelt: „Waffen für die Ukraine sind Pflicht christlicher Nächstenliebe.“ Aber so etwas ist man von den Pfaffen ja gewohnt, obwohl ich instinktiv zu radikalen Maßnahmen greifen möchte.
Apropos „radikale Maßnahmen“: Natürlich waren junge männliche Einwanderer bzw. deren Kinder, vor allem der arabischen Art, überproportional verantwortlich für die Silvesterrandale und die Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte. Aber das ist kein Anlass, um über Immigration an sich zu streiten. Im arabischen Kompong Glam kann man vom Fußboden essen, wie jemand, der dort war, mit glaubhaft bestätigte. Auch arabische Fluglinien erlauben nicht das Herumrandalieren und Zumüllen. Es liegt also an etwas anderem.
Meine These: Regeln werden nicht durchgesetzt. Das ermutigt den Abschaum, sich dann an nichts mehr zu halten. (Was sagen deren Eltern eigentlich dazu? Oder waren die gerade in einer Moschee?) Wolfgang Büscher schreibt in der Welt:
Oder, wie so viele um sie her, in dieser über Generationen sich erstreckenden Zwischenwelt leben, in der das Geld und die Autos, die Straßennamen und die Behörden deutsch sind – aber alles, was Identität stiftet, das Essen, die Sitten und die Religion, die Vornamen der Kinder und die Kleidung ihrer Mütter, all das ist Herkunft pur. Libanon, Türkei, Kosovo. Migration ist eine hoch identitäre Bewegung. Und Deutschland ist offenbar kein Land, das darauf eine Antwort findet.
Zum Erholen zwischendurch: Ich habe auf allen verfügbaren Kanälen Shota Mebakuro abonniert. Shota ist ein Influenzer Fotograf, der wahre Kunstwerke produziert, von denen ich meistens nicht sagen kann, ob die Bilder echt sind oder stark bearbeitet. Ein Genuss zum Anschauen!































