Kulturkampf und Landschaftspflege

Journalistenpreis
Deutsche Journalisten verleihen sich gegenseitig Journalistenpreise (Symbolbild)

Was haben wir an der Qualitätsmedienfront?

Deutscher Fernsehpreis. Helmut-Schmidt-Journalistenpreis. Adolf-Grimme-Preis. Auch hochbepreiste Journalisten nehmen mehr als eine halbe Million Euro an. Aber natürlich lassen sie sich deshalb inhaltlich nicht beeinflussen. Wo kämen wir denn da hin! Es geht doch um das Klima die politische Landschaftspflege. (Hat jemand „Putin“ gesagt?)

deutsch des Grauens

Lifestyle- und Genderfront

„Exemplarische Beispiele“ – was darf ich mir darunter vorstellen? Beispielhafte Exempel? Wenn ich in der bürgerlichen Presse geduzt werde, ist das immer pseudojugendliches Anbiedern. Danach kommen unweigerlich queer, trans, nachhaltig, Klima, gendern. Meine Analyse des Klassenstandpunkts hat ergeben, dass Begriffe „Konfrontationslinien, Spaltungen und Triggerpunkte“ sich an das reaktionäre neue Kleinbürgertum wendet, das, wie auch das alte, nach unten sprachpolizeilich tritt und nach oben kapitalismusaffin buckelt.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) arbeitet weiter daran, sich lächerlich zu machen. Der hessische Landesverband legt noch eins drauf. „Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbieten – das wäre ein Verstoß gegen Art. 5 GG und ein eklatanter Bruch mit der Pressefreiheit in Deutschland.“

Ach ja? Erstens sind bestimmte Sprachformen kein Menschenrecht, und zweites hat das nicht mit der Pressefreiheit zu tun, sondern mit dem Recht des Eigentümers eines Medienunternehmens, seinen Angestellten vorzuschreiben, was und wie sie etwa publizieren. Natürlich kann „Gendern“ verboten werden. Und was wäre auch gut so, allüberall.

djv

Auf dem Verbandstag 2023 des DJV in Magdeburg, an dem ich als Delegierter teilgenommen habe, war ebenfalls ein ziemlich lächerlicher Antrag positiv abgestimmt worden. Der Fachausschuss Chancengleichheit und Diversity wollte sich unbedingt wichtig tun und forderte „alle Medienhäuser, Verlage, Pressestellen, Redaktionen und Sender – öffentlich-rechtliche wie privatwirtschaftliche – in Deutschland auf, ihren Mitarbeiter:innen [sic] das Gendern in journalistischen Beiträgen zu ermöglichen“. Die werden sich kaputtlachen. Ich war leider zu verschnupft und konnte kaum sprechen, sonst wäre ich vehement in die Bütt gegangen.

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Front der „palästinensischen“ Völkischen und sonstigen Vollhonks

Al Jazeera: „Canada’s Justin Trudeau tells Israel to end ‘killing of babies’“. Vielleicht sollte der Kerl besser die Hamas auffordern, die als Geisel gehaltenen Babies freizugeben – und alle anderen Geiseln auch. Zum Glück lassen sich die Israelis nicht von solchen antisemitischen Idioten beeinflussen und ziehen die Sache bis zum Ende durch.

Politik- und Vollklatschenfront

Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt, dass der Bund zur Bekämpfung der Coronakrise gedachte Gelder nicht für den Klimaschutz nutzen darf. Die Änderung des Nachtragshaushalts 2021 sei verfassungswidrig. Har har.

Braun, Grün, und alles durcheinander

Tel Aviv
Tel Aviv, Ausblick von der Dachterrasse des Gia Hostel nach Nordosten und Nordwesten

Die zweite Garnitur der Fotos meiner Reise nach Israel, reloaded. (Vgl. Reise nach Jerusalem 1 vom 10.10.2023). Einige Fotos sind in sehr hoher Auflösung, so dass man die Details noch erkennen kann.

Tel Aviv

Ich kann die Nachrichten nur in kleinen Bröseln ertragen. Zwischendurch muss ich mich immer erholen. Die Washington Post: The first clues came from the bodies of slain militants: maps, drawings, notes, and the weapons and gear they carried.

In Beeri, a kibbutz town overrun by Hamas on Oct. 7, one dead fighter had a notebook with hand-scrawled Quranic verses and orders that read, simply, “Kill as many people and take as many hostages as possible.” Others were equipped with gas canisters, handcuffs and thermobaric grenades designed to instantly turn houses into infernos. (…)

…the reassembled fragments are beginning to reveal the contours of Hamas’s broader plan, one that analysts say was intended not just to kill and capture Israelis, but to spark a conflagration that would sweep the region and lead to a wider conflict.

Das hat bestimmt nichts mit dem Islam zu tun.

“Will we have to pay a price? Yes, and we are ready to pay it,” Ghazi Hamad, a member of the Hamas politburo, told Beirut’s LCBI television in an interview aired on Oct. 24. “We are called a nation of martyrs, and we are proud to sacrifice martyrs.”

Wer vorschlägt, eine Israel-Flagge vor der Uni zu hissen, muss sich vom AStA beschimpfen lasse,“ berichten die Qualitätsmedien. Mein Vorschlag: ASTEN auflösen und alle Studenten in die Produktion, Spargelstechen, Steinbruch oder Hochofen!

Dieses Pack schießt sich ideologisch nahtlos an ihre nationalsozialistischen Vorläufer an: An den Universitäten gab es nur wenig Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Studentenschaft hatte die Hitler-Bewegung weithin begeistert begrüßt und ihr schon vor 1933 die Wege in den Universitäten geebnet.

Der Islam hatte schon immer prominente Fürsprecher in Deutschland. Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion!“ (Heinrich Himmler)

Haben die Nazis eigentlich gegendert? Es gibt offenbar einen signifikanten Zusammenhang zwischen Sprachesoterik und Antisemitismus. Und: Schöner leben ohne die Antisemitin Greta!

Don Alphonso schreibt paywallgeschützt dazu: Wie Sie vielleicht bemerkt haben, sind nun auch die deutschen Reichsmeisterschaften für maximale Mastdarminnenwandnähe für die schreibende Zunft heimatlos geworden, weil es sich auch unter früher entschiedenster Anhängerschaft nicht mehr ziemt, dergleichen bei einer gewissen schwedischen Greta aufzusuchen. Jahrelang wurde allerorten brav zitiert, was dem psychisch auffälligen Vorzeigekind des Thunberg-Clans von demselben in den Mund gelegt wurde, aber nun ist es erwachsen und so antisemitisch und israelfeindlich unterwegs, dass es auch bei den Kollegen von „Zeit“, „Spiegel“, ÖRR und „Taz“ nicht mehr schöngeschrieben werden kann.

Tel Aviv

Zurück zum Schönen. Was mit am ersten Tag in Tel Aviv auffiel, waren die guten Radwege, die man auf allen großen Straßen sieht und die nicht nur farblich abgesetzt, sondern auch in einem hervorragenden Zustand sind. Das war nicht nur in Tel Aviv so, sondern auch in kleineren Orten wie Akkon. Die Radfahrer müssen sich ihre Strecken auch nicht mit Bussen teilen.

Dazu nochmal Don Alphonso: Wenn man ehrlich ist, hätte man schon lange wissen können, dass Klimabewegungen in ihrem innersten Kern nicht nur antisemitisch, sondern ganz moralisch verkommen sind und Deutsche ihren faulen Hintern bei Temperaturen unter 20 Grad aus Prinzip nicht auf Räder setzen, egal wie klimaschonend es sein mag.

Tel Aviv
Am Arlozorow Interchange, Tel Aviv

Das stimmt natürlich nicht: Ich fahre auch bei zehn Grad Minus mit dem Fahrrad. Aber es ist schon wahr: Es ist viel angenehmer, bei 30 Grad und sanfter Brise mit einem fetten E-Bike durch Tel Aviv zu sausen. Das muss ich unbedingt das nächste Mal tun, und dann rauf auf die Golan Heights damit.

Bei meiner Reise nach Jerusalem bin ich in Tel Aviv natürlich wieder falsch ausgestiegen und musste eine Weile in glühender Hitze marschieren bis zur Tel Aviv Savidor Central railway station, die auf der nördlichen Seite im Bau und geschlossen war, sodass ich wieder umkehren und mir den Weg zwischen Bauzäunen suchen musste. Das war nicht wirklich lustig, aber die gespannte Vorfreunde, endlich nach Jerusalem zu reisen, überlagerte den Missmut.

Über die Bahnstrecke Tel Aviv – Jerusalem hatte ich schon geschrieben. Ich warte darauf, dass irgendein queerer deutscher Postkolonialist mit lesbischem Migrationshintergrund fordert, die Bahnstrecke wieder abzureißen, weil ein winziger Tunnel durch heiliges „palästinensisches“ Territorium führt, auf dem die Proto-„Palästinenser“ schon in der Proto-Steinzeit Allahu akbar gesungen haben wollen, und Reisende klimagerecht mit Eseln hoch ins judäische Bergland zu jagen.

Jerusalem - Jitzchak Nawon

Von diesen Rolltreppen gibt es, wenn ich mich recht erinnere, drei, und alle sind ewig lang. Wahrscheinlich verläuft die Bahnstrecke zu tief, dass sie nicht mit irgendwelchen unberührbaren Gräberfeldern kollidiert, die dort seit Jahrtausenden mehr und mehr verschüttet wurden.

Jerusalem

Für Nachahmer: Statt mit großem Marschgepäck wie ich die Jaffa Road entlang zu latschen empfiehlt es sich, gleich in die Straßenbahn zu steigen und am Davidka Square auszusteigen, wann man ins Abraham will. Was das Preis-Leistungsverhältnis angeht und die Touren-Angebote, ist das Abraham unschlagbar, aber so ein kleines gemütliches Hotel mitten in der Altstadt klingt auch interessant.

Jerusalem jaffa Tor

Oder gleich das New Imperial, was mir sofort auffiel, nachdem ich eine Weile vor dem Jaffa Tor herumsinniert hatte und noch gar nicht glauben konnte, dass ich es dorthin geschafft hatte. Aber auch hier wird es gleich wieder politisch: Abu Walid Dajani, a 78-year-old Palestinian Christian, will “fight until the last breath” to prevent the historic hotel his family has been running in the Old City of East Jerusalem since 1949 from being taken away by a right-wing Israeli Jewish group.

Wie zu erwarten war, hat sich auch die EU wieder gegen die Juden eingemischt: The Office of the European Union Representative in the West Bank and the Gaza Strip expressed concern over last week’s ruling by the country’s top court that ruled Jewish settler group Ateret Cohanim legally purchased the Little Petra Hotel and Imperial Hotel in the Old City of Jerusalem in 2004. Ach? Und dann sind sie vermutlich gleichzeitig gegen die Justizreform, die die Macht des Gerichtshofes beschneiden soll?

By the way: Die „Palästinenser“ sind Christen, keine Muslime, und es gibt korrupte Patriarchen, die Kircheneigentum verscherbeln. Es ist eben Jerusalem…

Jerusalem hotel imperial
New Imperial Hotel, Jerusalem

Old Jaffa und anderes, revisited

Tel AvivTel Aviv
Tel Aviv, Ausblick von der Dachterrasse des Gia Hostel nach Nordosten und Nordwesten

Die zweite Garnitur der Fotos meiner Reise nach Israel, reloaded. (Vgl. „Old Jaffa und anderes“ vom 09.10.2023). Einige Fotos sind in sehr hoher Auflösung, so dass man die Details noch erkennen kann.

Man muss sich vorstellen, die aktuellen Nachrichten nicht hierzulande, sondern in Israel zu lesen:
Israel versuche, „einen Staat aufzubauen, den es erst seit 75 Jahren gibt und dessen Legitimität durch den eigenen Faschismus fraglich geworden ist“, sagte er am Freitag auf einer Gedenkveranstaltung zum Todestag des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk in Ankara. Israel habe sich „mit Gewalt das Land angeeignet, in dem das palästinensische Volk seit Tausenden von Jahren lebte“, sagte Erdogan weiter.

Wenn dieser dämliche Hetzer nach Deutschland käme, wäre ich versucht, trotz meiner langjährigen Demonstrations-Abstinenz wieder auf die Straße zu geben. Erdogan weiß natürlich, dass er lügt. Das ist reine Innenpolitik, um seinen muslimischen Religioten Honig um den Islamistenbart zu schmieren.

Ein palästinensisches Volk seit Tausenden von Jahren? Im Ottomanischen Reich womöglich? Und die Römer haben die „Palästinenser“ unterdrückt? Das ist so doof, dazu muss man den Intelligenzquotienten eines Aschenbechers haben. Aber unsere hijabisierten Deutschtürken, die Erdogan mehrheitlich wählen, werden den Quatsch dankbar übernehmen. Das nennt man dann Integration und „Diversity“. Vielen Dank auch.

Tel AvivTel Aviv

Irgendwo las ich den Satz, Tel Aviv sei wie Frankfurt am Main, nur mit Meer. Das stimmt natürlich überhaupt nicht, allein schon wegen der Temperaturen. Ich hatte bis auf diesen Tag immer hervorragendes Wetter, Sonnenschein prall, aber nicht über 32 Grad, also erträglich. (In Venezuela 1998 war es oft mittags über 40 Grad – das ist dann richtig heiß.)

Nachdem ich endlich eine funktionierende Sim-Karte im Handy und auch ein bisschen Geld aus einem Automaten gezogen hatte, war ich immer noch unsicher, was zu tun sei – es war fast alles geschlossen. Aber das macht nichts: Auch ein verrammeltes Museum kann eine Geschichte erzählen. Der Strand per Lokalbus war also gesetzt. (Die Linie 706 fährt in der Nähe des Gia Hostel direkt dorthin.)

Tel Aviv
Yitzhak Sadeh Street

Man kommt am Levinski Markt im Stadtteil Florentin vorbei. Der Markt ist vermutlich sogar interessanter als der touristisch überlaufene Carmel Markt. Ist auf meiner To-Do-Liste für das nächste Mal.

Tel Aviv

Das Etzel-Museum am Alma Beach war geschlossen. Warum steht da ein Museum direkt am Strand?
The Etzel was an underground organization which fought for the realization of the idea of establishing a Jewish state in the Land of Israel. It was established in 1931, following the secession of senior commanders from the „Haganah„, following differences concerning the appropriate reaction to Arab terror. The museum focuses on the Etzel’s acts for the establishment of a Jewish state in the Land of Israel, starting with the UN’s resolution on the division of the land, on the 29th of November 1947 (16 of Kislev) until the integration of the organization into the IDF following the establishment of the latter. The museum is also a memorial for the 41 Etzel warriors who fell at the Battle of Jaffa.

Man kann das auch anders erzählen. Nach dem arabischen Aufstand 1936–1939 verübte die Irgun Zwai Leumi aka Etzel terroristische Anschläge gegen die arabische Bevölkerung. Später richteten sich die Anschläge vermehrt gegen die britische Mandatsmacht. Zu den bekanntesten Operationen gehören der Bombenanschlag auf das King David Hotel 1946 mit über 90 Opfern und die Teilnahme am Massaker von Deir Yasin 1948 mit über 100 Opfern. Nach Ausrufung der Unabhängigkeit Israels im Jahr 1948 löste dessen Regierung die Organisation auf, wobei Widerstand teilweise mit Waffengewalt gebrochen werden musste, und integrierte deren Mitglieder in die Israelischen Streitkräfte.

Etzel MuseumEtzel MuseumEtzel Museum
Oben: Brandt 120 Millimeter Mörser, hergestellt in Frankreich, modifiziert im israelischen Unabhängigkeitskrieg, vgl. auch Davidka.

Der arabischen Aufstand in den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts ist sehr interessant, weil das Ereignis scheinbar und auf den ersten Blick meiner These widerspricht, es gebe kein „palästinensisches“ Volk. Die arabischen Organisationen (nicht palästinensischen!) kämpften gegen die Briten, aber hatte gleichzeitig auch das Ziel, die Juden wieder aus Palästina zu vertreiben. Anders scheint arabischer Nationalismus nicht zu funktionieren. (Über den berüchtigten Anführer und Hitler-Freund Amin el-Husseini habe ich schon etwas geschrieben.) Der Aufstand wollte keine arabische Nation, sondern war teilweise eher ein Klassenkampf der Bauern gegen die arabischen Clan-Chefs Feudalherren (die übrigens kein Problem damit hatten – laut Tom Segev -, ihr Land an die zionistische Bewegung zu verkaufen).

Tel AvivTel Aviv

Wie bekannt, marschierte ich ungeplant den Strand entlang nach der Altstadt Jaffas. Die ist winzig und erscheint mir sogar kleiner als die von Akkon. Das heutige Jaffa/Yaffo liegt auf der anderen Seite des Hügels, also südlich des alten Hafens.

old jaffa

Hier bekam ich schon einen Vorgeschmack auf Jerusalem: Überall Religion. So ist es in etwa auch in Georgetown, Guyana, wo man an jeder Straßenkreuzung eine neue protestantische Sekte kennenlernt, dazu Hindus, Muslims und ein paar Juden, die vor den Arabern in Palästina nach Südamerika geflohen waren und die man dort für „Syrer“ hielt. Aber in Israel sitzen die alle schon ein Jahrtausend da und noch länger, und vertragen sich immer noch nicht.

old jaffaold jaffaold jaffa

Die Altstadt von Jaffa hat man in einer halben Stunde erkundet: Künstler, Touristen-Nepp und Restaurants. Im Unterschied zu Jerusalem, wo man sich in de Altstadt garantiert ohne Karte verläuft, muss man in Jaffa noch Treppen erklettern. Aber man weiß immer, wo man ist.

old jaffaold jaffa

Die Wunschbrücke ist auch so ein Tinnef (Jiddisch!). Ich kann mich gar nicht erinnern, was ich mir wünschte; vermutlich war es etwas Feucht-Sexistisches.

old jaffaold jaffa

Wenn man backstage hinter die Fassaden guckt, sieht man, dass ohne Restaurierung die Sache schon längst in sich zusammengefallen wäre. „Dangerous building“ fand ich aber witzig.

Tel Aviv
Auf dem Foto ist das küssende Paar zu sehen, das ich im Telepolis-Artikel erwähnte.

Ich bin dann vom Yossi Carmel Square über die Daniel Razi’el und Eilat Street (vgl. Foto unten) wieder zurück und nahm mir irgendwann wieder einen Bus zum Hostel. Offensichtlich ist Google am Schabbat durchgefahren; auf den Fotos ist auch alles geschlossen und menschenleer.

Tel AvivTel Aviv

Ich finde solche Touren durch „normale“ Straßen oft interessanter als durch schicke Neubaugebiete. Man sieht interessante Details – etwas die Stühle im Fenster der 1. Etage im vorletzten Foto. Das rote Haus steht an der Ecke Ruhama Street. Wie wird das wohl in einem Jahrzehnt aussehen? Nur Neubauten und Wolkenkratzer?

In Frieden und Sicherheit

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/imagine prompt make a map where the West Bank is part of Israel, with no borders between Israel and the West Bank

– Unsere Bundestrampolinaußenministerin faselt wieder etwas cringe daher, aber das war zu erwarten: „Ich freue mich, dass wir uns hier in diesem Saal einig sind, dass diese Region letzten Endes einen neuen Friedensprozess braucht, der es beiden, Israelis und Palästinensern gleichermaßen, erlauben wird, in Frieden und in Sicherheit nebeneinander zu leben, in zwei unabhängigen Staaten.“ Hört, hört. Das glaubt niemand außer ihr.

Ich verstehe nicht, warum die so denkt. Es zwingt sie doch keiner dazu, die Realität auszublenden? Was hat sie davon? Die Araber, die sich „Palästinenser“ nennen, wählen sie doch eh nicht?

Es gibt schon einen „palästinensischen“ Staat in Palästina. Der heißt Jordanien. Mehr davon braucht niemand. Aber reden wir kurz über Cisjordanien.
Als Bestandteil des britischen Völkerbundsmandats für Palästina wurde das Westjordanland von der UN-Vollversammlung im Teilungsplan von 1947 dem zu gründenden arabischen Staat zugesprochen. Im Palästinakrieg wurde es 1948 von Jordanien besetzt und 1950 annektiert. Im Sechstagekrieg vom Juni 1967 wurde es von Israel erobert und steht seither unter israelischer Militärverwaltung; Ostjerusalem und Umgebung wurden dagegen von Israel 1980 – laut der Resolution 478 des UN-Sicherheitsrates völkerrechtswidrig – annektiert.

Ach?! 1980 – also vor 43 Jahren. (14-0, US abstention). Völkerrechtswidrig? Wer einen Krieg beginnt und ihn vermasselt, verliert Gebiete. Warums sollten für die Araber Sonderregeln gelten? Und was ist daran „völkerrechtswidrig“? Seit wann konstituieren Abstimmungen des UN-Sicherheitsrates „Völkerrecht“? Man müsste jemanden fragen, der sich mit Völkerrecht auskennt.

Es ist einfach nur lächerlich. Nur die harten Fakten zählen. Und die besagen, dass Israel sich nicht zurückziehen wird, weder aus Jerusalem noch aus Judäa und Samaria.

israel
Nehmt dies, Araber!

Im Memoriam Helge

helge klockmann
Helge und ich auf der Jubelparade vor der Gedächniskirche am 27.1.1989

Ich habe leider erst heute erfahren, dass mein alter Freund Helge Klockmann am 12. April 2023 an Krebs gestorben ist. Wir kannten uns seit fast vierzig Jahren. Helge hatte gehofft, noch seinen 70-sten Geburtstag erleben zu können. Das war ihm leider nicht vergönnt.

männergruppe

Einige aus meiner Männergruppe, vermutlich 1986, an der Mauer in Kreuzberg. Wir machten damals die Zeitschrift Herrmann. Vgl. auch „Unter Männern“ (05.11.2018) Von links nach rechts: Heinz, Helge, ich, Enno und Martin (keine Ahnung, was aus ihm geworden ist). (Das ist nicht das Original-Foto, sondern eine eingescannte Kopie auf Papier.)

Vor zwei Jahren hatten wir noch unseren gemeinsamen Freund Heinz Sporkhorst in Havelberg besucht. Helge war von Beruf Dackdecker, hatte auch eine eigene Firma, aber nach einem schweren Unfall arbeitete er nicht mehr.

Helge konnte alles – was das Heimwerken angeht, bin ich im Vergleich zu ihm ein blutiger Anfänger. Als ich das Hochbett in meiner Wohnung fertig hatte, bat ich ihn, die Statik zu begutachten, und er nickte zufrieden. Auf sein Urteil konnte man sich verlassen. Bunte Glasfenster? Er hat sich selbst welche gebaut, als er in einem besetzten Haus wohnte. Bitterorangen einkochen? Habe ich von ihm gelernt.

helge klockmannhelge klockmann
Helge beim Requiem auf Heinz‘ Druckmaschine, November 2004

Plätzchen backen? Vor jedem Weihnachten war ein Besuch bei Helge Pflicht. Wer hat eine Bohrmaschine, die ein Loch in meine 49 Zentimeter dicke Mauer machen kann? Helge kam und bohrte es. Wer kriegt es hin, eine total verzogene Tür, die über Jahre in einem Keller lag, wieder so einzuziehen samt der Zargen, dass sie schließt? Ich muss mich nur umsehen, und erinnere mich an sein Grinsen, als er die Bescherung sah und seinen fachmännischen Blick: „Das kriegen wir hin.“

Noch im Frühjahr war er zur Kur in Sylt und hoffte, er könnte sowohl die Fibrose als auch den Krebs besiegen. Kurz danach habe ich ihn zum letzten Mal gesehen. Er brauchte eine halbe Stunde, um Treppen zu steigen und war dünn geworden. Man sah ihm die Krankheit an. Das machte uns Sorgen. Wir konnten aber offen reden. „Ich bin ein Überlebenskünstler“, sagte Helge immer.

Er hat nicht lange leiden müssen und konnte sich noch von seinen Geschwistern verabschieden. Nach meiner Israel-Reise versuchte ich ihn anzurufen, aber die Nummer war abgeschaltet. Ich ahnte schon, dass irgendetwas nicht stimmte.

Wir werden ihn nicht vergessen, oder, wie ich in Israel oft gehört habe: Möge die Erinnerung an ihn ein Segen sein.

helge klockmann
Helge, Martin, Enno und ich an der Berliner Mauer in S0 36, 1989

In den Nahen Osten, revisited

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Flughafen Berlin-Schönefeld

Jetzt kommt die zweite Garnitur der Fotos meiner Reise nach Israel. (Vgl. „Im nahen Osten“ vom 08.10.2023). Den dämlichen Schnupfen bin ich wieder los – schon am zweiten Tag zurück in Berlin fing ich an zu schniefen und röcheln, weil mein Körper trotz der antrainierten Fitness die 20 Grad Temperaturunterschied nicht verkraftete, sondern in den Recover-Modus schaltete.

Tasmanian Tiger
Tasmanian Tiger

By the way: Uneingeschränkte Empfehlung für den Tasmanian Tiger. Das ist der beste Rucksack, den ich jemals hatte, und auch der, in den am meisten hineinpasst. Außerdem hat der so viele Taschen, dass man sich eine Liste machen muss, sonst vergisst man welche und findet nichts mehr – jedenfalls solange man nicht auswendig weiß, was wo verstaut wurde.

Leider gibt es keinen funkionierenden Regenschutz. Der, den ich gekauft hatte, passte nicht. Da muss ich mir noch etwas überlegen für’s nächste Mal.

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Wie das der Geografie des Nahen Ostens kundige Publikum hier schon anmerkte, erreichte die Maschine die Küste Israels bei Ma’agan Micha’el und schwenkte dann nach Süden. Die Straße auf dem Foto könnte die 65 sein. Kurz darauf überflogen wir, was auch das Publikum herausfand, Chinnanit, das Anfang der 80-er Jahre von Bergjuden aus dem Kaukasus gegründet worden war. (Sorry, Araber: Samarien gehört zu Israel.)

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Ich vermute, dass das Foto den Qesem Interchange zeigt und nördlich davon (rechts) Kfar Qasim.

israel

Das könnte Petach Tikwa sein, nördlich des Flughafens Ben Gurion.

Ich bin von Tel Aviv-Hashalom, wo der Zug vom Flughafen ankommt, die Yigal Alon Street entlang zum Gia Dormitory gelaufen, weil mir ein Bus mit dem Gepäck zu kompliziert war und ich mich noch nicht auskannte. Da ist auch das Foto entstanden.

Noch einmal: Der Rucksack lässt sich wunderbar leicht tragen.

tel aviv

Ich gucke mir jetzt an, wie Feminismus vs. arabische Männer mit billigen Goldkettchen geht.

Unter verbal adipösen Community Managern

community manager

„Die Arbeit des Community Managements zur Ermöglichung eines respektvollen und themenbezogenen Austauschs auf unseren Plattformen gemäß der Netiquette des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ist Teil des Aufgabenspektrums unseres Teams für Online-Kommunikation und soziale Medien, das auch mit der Betreuung der Website, der Aufzeichnung von Video-Grußworten und Beiträgen für die sozialen Medien befasst ist.“

Ein Satz aus 54 Wörtern, den sogar ein Kinderbuch-Autor nicht versteht hätte besser machen können. Bisher habe ich das Thema nur bei den Salonfaschisten gefunden, selbstredend ventiliert durch die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen). Angeblich stammt dieses Satz-Ungetüm aus der Pressestelle des völkischen Denkers Bundesklimawirtschaftsministers.

Kann man den in Deutsch übersetzen? Wo zum drei Mal geschwänzten Asmodäus ist das Tuwort? Gibt es gar nicht?

Wait a minute. Die Arbeit des [irgendwas Denglisches] ist Teil dessen, was wir tun? Versteht das jemand? Versuchen wir es.

Wir haben Verwalter einer virtuellen Gemeinde. Die nennen sich „Manager“. Die Manager sind ein Team (wer hätte das gedacht?) Das Team arbeitet und zensiert, damit alle sich respektieren, wenn sie Wörter austauschen. Halt! So geht das nicht…

„Die Arbeit ist Teil des Aufgabenspektrums“ heißt übersetzt: Wir tun, was wir tun müssen. Oder: Wir zensieren Euch, weil wir das sollen. Warum dann aber so ein Bandwurmsatz, den niemand versteht?

Weil die Pressesprecher Manager Wichtigtuer sind, die das Nichts, was sie tun, so aufblasen, dass aus der Mücke [unbekanntes Kleintier] ihrer marginalen Existenz ein adipöser Elefant wird.

Gut, dass wir die Gemeinde vollgelabert haben.

Cringer Genderquatsch

#djv cringe genderquatsch

Der #DJV macht sich gerade total lächerlich. Die Mehrheit des Verbandstags „fordert alle Medienhäuser, Verlage, Pressestellen, Redaktionen und Sender – öffentlich-rechtliche wie privatwirtschaftliche – in Deutschland auf, ihren Mitarbeiter:innen [sic] das Gendern in journalistischen Beiträgen zu ermöglichen“. Total Cringe. #djv23

FYI Untisemity et al

queer support for terrorists

Infos zur weiteren Diskussion.

– „Israeli television show Eretz Nehederet, meaning ‘wonderful country’, has poked fun at Western liberal support for the Hamas terrorist organization in a new clip.“

– Jamie Palmer (Fathom): (2017) „The Left and the Israeli-Palestinian conflict: The path to righteous hatred“. „Palestinians today are similarly ennobled, not by their doctrine, but by statelessness and oppression, and mere details cannot be allowed to complicate the monochromatic liberation narrative of large parts of the Left. If Palestinians persecute and jail their own LGBT citizens, well that’s their business and who are we to judge their cultural mores, anyway?“

– Seth J. Frantzman (Jerusalem Post): „Israel left Gaza, but the result was immediate rocket fire. Hamas exploited the power vacuum to use its stronghold in Gaza to win Palestinian elections and then to expel Fatah from Gaza, and create a small totalitarian terror state. This convinced Israel that any withdrawal from the West Bank would result in another “Hamastan” in the West Bank and rocket fire on Tel Aviv. Israel may have cynically exploited the division between Hamas in Gaza and the Palestinian Authority in the West Bank.“

Moralisch verkommenen Woken

wokistan

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des DJV!

Tel aviv-Yaffo
Strandpromenade zwischen Tel Aviv und Jaffa. Samstag, 21. Oktober 2023, 16:14:36: Sirenen heulten – also Raketenalarm. Die Menschen rannten, um sich irgendwie zu schützen. Ich musste mich auf den Rasen werfen, zusammen mit einem israelischen Vater und seiner kleinen Tochter. Direkt über uns zerstörte der Iron Dome drei Raketen, die aus Gaza abgefeuert worden waren.

Geschätzter Kollege Henrik Zörner vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Journalistenverbands (DJV), dem anzugehören ich ebenfalls die Ehre habe!

Mit Befremden und verwundert las ich in einer Pressemeldung des DJV etwas über „Demonstrationen und Kundgebungen von Palästinensern und ihren Unterstützern“.

Wer mag mit „Palästinenser“ gemeint sein? Ich finde trotz aller gedanklicher Bemühungen keine Antwort auf diese Frage. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen, etwa unterfüttert mit einem historischen Diskurs und womöglich sogar mit Fakten?

Sind „Palästinenser“ Menschen, die in Palästina leben, was auch Israelis bekanntlich tun? Oder Menschen, deren Vorfahren in Palästina lebten wie die der Deutschen und in Berlin geborenen Sawsan Chebli? Das wäre doch abwegig: Meine Vorfahren lebten in Wolhynien – ich bezeichne mich dennoch nicht als „Russen“ oder gar als „Ukrainer“.

Nun ist allgemein bekannt, dass das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) definiert (weltweit einzigartig) nicht nur die aus Palästina geflohenen und vertriebenen Araber, sondern auch ihre anderswo geborenen Nachkommen in väterlicher Linie als „palästinensische“ Flüchtlinge anerkennt. Der Status scheint sich zu vererben. Sollte der DJV diese „Palästinenser“ meinen, die meinten, Sympathien für die grausamen Massaker der terroristischen Hamas aufbringen und die deutsche Bevölkerung damit behelligen zu müssen?

Macht es Sinn, von Terroristen und deren Unterstützern einzufordern, „die freie, unabhängige und kritische Berichterstattung durch Journalisten möglich“ zu machen? Ist das nicht absurd? Warum sollten sie das tun?

Oder sind Araber gemeint, die Jassir Arafat anlässlich seiner Rede vor der UN 1974 zu „Palästinensern“ erklärte, was dazu führte, dass in deutschen Regierungsdokumenten der Begriff „Palästinenser“ erst in diesem Jahr zum ersten Mal auftaucht? Und leben diese „Palästinenser“ jetzt in Deutschland?

Oder meint „Palästinenser“ schlicht arabische Kriegsflüchtlinge? Auch die Sudetendeutschen waren Kriegsflüchtlinge. Dennoch kamen sie nicht auf die Idee, sich zu einer eigenen Nation auszurufen. Warum also die Araber?

Immerhin haben die Araber in zahlreichen Kriegen, die sie allesamt begonnen haben, versucht, Israel von der Landkarte zu tilgen und alle Juden umzubringen. Das hat bekanntlich nicht funktioniert. Wer einen Krieg beginnt und verliert, muss die Folgen tragen. Das wissen wir Deutschen am besten. Oder sollen wir jetzt Ost- und Westpreußen sowie Schlesien für unsere Enkelkinder zurückfordern? Mit welchem Recht? Nein? Dann sollten das die Araber auch nicht. Es hätte ohnehin keine Sinn.

Ich war seit Beginn des Krieges mehr als zwei Wochen in Israel, geschätzter Kollege Zörner. Niemand dort, außer ein paar politisch marginalisierten Exoten, glaubt daran, dass es jemals einen weiteren arabischen Staat in Palästina geben wird. Die Idee „Land für Frieden“ ist mausetot. Daran ändert auch nichts, dass die Bundesregierung an dieser Fiktion festhält. Das ist so falsch wie es falsch und vorschnell war, den venezolanischen Politiker Juan Guaidó, der mittlerweile als Tourist in den USA lebt, als den „Präsidenten“ des südamerikanischen Landes anzuerkennen.

Ja, ich wage sogar zu behaupten, dass es gar kein „Volk“ der Palästinenser gibt! Ein Volk hat eine gemeinsame Sprache – wie die Sorben und Friesen in Deutschland. Die „Palästinenser“ sprechen aber das Arabisch, das in jedem arabischen Land gesprochen wird. Ein Staat Palästina hat nie existiert, weder in der 5000-jährigen Geschichte des so genannten „Heiligen Landes“ noch vor der Staatsgründung Israels 1948. Auf welche historischen Tradition könnten sich „Palästinenser“ berufen? Auf die der Beduinen im Ottomanischen Reich?

Man kann in dieser Frage unterschiedlicher Meinung sein. Unter den Kolleginnen und Kollegen des DJV gibt es aber keinen Konsens. Daher sollte das Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des DJV das gesamte innerverbandliche Meinungsspektrum angemessen berücksichtigen und nicht nur eine Position zu Wort kommen lassen, die in Israel ausgelacht würde.

Sie können mir Ihre Antwort auch mündlich geben – wie sehen uns am Sonntag auf dem Verbandstag des DJV in Magdeburg. Ich bin Delegierter des DJV Berlin.

Bis dahin verbleibe ich mit kollegialen Grüßen Ihr
Burkhard Schröder

israel

Keine Gnade

Israel
Anflug auf Tel Aviv – IMHO von Norden. Man kann die typische Anlage neuer israelischer Siedlungen erkennen. Ich finde die aber auf der Karte nicht wieder.

Ich hatte überlegt, ob ich Israel Heute aus der Blogroll nehmen soll. Religiöses Gefasel geht mir auf die Nerven. „Israel Heute ist eine in Jerusalem ansässige Nachrichtenagentur, die objektive jüdische und neutestamentliche Perspektiven auf lokale Nachrichten bietet.“

„Objektiv“ und „neutestamentlich“? Au weia. Nicht mir mir. Aus eben diesem Grund habe ich auch die Videokonferenz mit dem Chefredakteur Aviel Schneider – als ich in Jerusalem war – vorzeitig verlassen.

Andererseits spiegeln die Artikel einen nicht unerheblichen Teil des Meinungsspektrums in Israel wieder – dieser Teil kommt in deutschen Medien überhaupt nicht vor.

Die Hamas genießt breite Unterstützung in der Zivilbevölkerung des Gazastreifens, die sie an die Macht gewählt hat und wahrscheinlich wieder wählen würde. (…) Im Durchschnitt der vom Palestinian Center for Policy and Survey Research (PCPSR) im Jahr 2022 durchgeführten Umfragen unterstützten etwa 60 % der Bewohner des Gazastreifens den “bewaffneten Kampf” (d. h. Terroranschläge) gegen Israel, verglichen mit etwa 40 % bis 50 % der Bewohner des Westjordanlands. Im März 2023 stieg die Unterstützung für den bewaffneten Kampf unter den Bewohnern des Gazastreifens auf 68 %. (Israel Heute)

Wer gern kalt duscht, sollte auch den Artikel: „Tacheles mit Aviel – Schluss mit der Rücksichtnahme!“ lesen. In meiner irrelevanten und nicht repräsentanten privaten Statistik teilen diese Meinung 90 Prozent aller Israelis.

Ich warte das Ende des Krieges ab und prüfe dann erneut.

Block der Gläubigen (II)

IDF in Gaza
Israelische Streitkräfte in Gaza, Quelle: IDF

Zweiter Teil meiner Notizen zu Gilles Kepel: Die Rache Gottes – Radikale Moslems, Christen und Juden auf dem Vormarsch“, insbesondere Kapitel 4: „Die Erlösung Israels“ (S. 203-267).

7. Die radikalsten Aktivisten der »Gush-Emunim« schwenkten auf eine Taktik des Gegenterrors ein, die an die Strategie der OAS in Algerien erinnert, und verstanden ihre Gewaltaktionen (durch die sie das Gewaltmonopol eines in ihren Augen versagenden Staates usurpierten) als Vollzug des israelischen Volkswillens — wie ein Mitglied dieser damals entstehenden »jüdischen Untergrundbewegung« in einer Verteidigungsschrift beteuert. Der Verfasser dieser Schrift weist immer wieder darauf hin, dass seiner Meinung nach der Gegenterror vom Durchschnittsisraeli und sogar der Regierung gebilligt werde. Als im Radio die Nachricht vom Attentat auf die arabischen Bürgermeister gesendet wird, erlebt er, wie eine einfache Frau spontan über die Bombenleger sagt: »Ich würde ihnen die Hände dafür küssen.« Der Militärgouverneur der besetzten Gebiete habe sogar bedauert, dass die Opfer bei den Attentaten nur verletzt wurden. Und in Nablus sei die arabische Bevölkerung von Sprengstoffanschlägen in Angst und Schrecken versetzt worden – womit man das gesteckte Ziel erreicht habe. Dem steht das »Lavieren« von Premierminister Begin gegenüber, der die Gewaltanwendung bedauert und eine Untersuchung anordnet, die allerdings im Sande verläuft. (Kepel, S. 232f.)

Im Februar 1983 wurde der „linke“ israelische Friedensaktivist Emil Grünzweig vom „rechten“ Yona Avrushmi ermordet. Es folgen weitere Anschläge, u.a. auf den Markt und die islamische Universität von Hebron mit mehreren Toten. Der israelische Geheimdienst Mossad zerschlug das „Untergrund“-Netz und verhinderte Schlimmeres – die israelischen Terroristen wollten auch den Felsendom und die al-Aqsa-Moschee sprengen, was vermutlich einen 3. Weltkrieg ausgelöst hätte.

Tatsächlich spekulierten die Verschwörer ganz kaltblütig auf diese Möglichkeit, wie der israelische Hochschullehrer Gideon Aran, der beste Kenner der »Gush-Emunim«, betont: »Die Anführer der Untergrundbewegung glaubten, dass die Sprengung der »Schandflecken« (des Felsendoms und der Al-Agsa Moschee [sic]) mehrere hundert Millionen Muslime zum Jihad veranlassen würde, was die ganze Menschheit in die letzte, entscheidende Schlacht zwingen würde: den Kampf zwischen Gog und Magog mit all seinen kosmischen Folgen. Der Sieg Israels am Ende dieser so sehnlich herbeigewünschten Feuerprobe könnte das Kommen des Messias vorbereiten.

Nach 1984 taucht die Gush-Emunim nicht mehr auf, aber die Theorien wie auch die des Kahanismus werden von anderen Parteien modifiziert aufgenommen und vertreten, unter anderem von der Otzma Jehudit. Wie überall sind auch die Grenzen zwischen „ultrarechts“ und „Nazis“ in Israel fließend – die Ideen der Anhänger Kahanes kann man durchaus mit den Nürnberger Rassegesetzen vergleichen.

IDF in Gaza
Israelische Streitkräfte in Gaza, Quelle: IDF. kann jemand von den hier mitlesensen Waffe-, Militär- und Kriegsexperten erklären, was die Panzer oben für eine sonnendachähnliche Konstruktion haben und für was die gut ist?

8. Ich hatte 2015 schon etwas zum Thema „Terror und Apokalyptiker“ geschrieben gestützt u.a. auf Hans Blumenberg“ „Lebenszeit und Weltzeit“. Man sieht: Dieses Phänomen ist nicht auf nur eine der monotheistischen Weltreligionen beschränkt, sondern taucht in allen auf – als deren äußerste Konsequenz:

„Die Terreur ist nichts anderes als unmittelbare, strenge, unbeugsame Gerechtigkeit; sie ist also Ausfluss der Tugend; sie ist weniger ein besonderes Prinzip als die Konsequenz des allgemeinen Prinzips der Demokratie in seiner Anwendung auf die dringendsten Bedürfnisse des Vaterlandes.“ (Maximilien de Robespierre, 1794)

9. Kepel weist auch darauf hin, dass die Motive der „rechten“ israelische Terroristen denen der militanten Islamisten ähneln, die 1981 den ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat ermordeten. Dort „Re-Judaisierung“, hier „Re-Islamisierung“.

Jetzt wird es kompliziert (Arbeitshypothese). Wenn sich hinter Religion die jeweiligen Klassenkämpfe kostümiert verstecken – wie kann man das vergleichen, wenn sich die Ideen also Elemente des luftigen Überbaus – strukturell ähneln, die Kämpfe der Klassen aber unter ganz verschiedenen Voraussetzungen, Zeiten und Ländern stattfinden?

IDF in Gaza
Israelische Streitkräfte in Gaza, Quelle: IDF

Dabei stößt die Rejudaisierung besonders unter den sephardischen Juden Israels auf große Resonanz, weil die Orthodoxen als erste ihre Interessen vertreten und es ihnen ermöglicht haben, sich innerhalb des institutionellen politischen Systems Gehör zu verschaffen. [Quod erat demonstrandum] Hat sich in der Zeit zwischen 1974 und 1984 vor allem die »Gush-Emunim« als Vorkämpferin einer Rejudaisierung Israels hervorgetan, sind es danach die Haredim, die sich in diesem Bereich besonders engagieren. Während die Hochburgen der »Gush-Emunim« in den Siedlungen der besetzten Gebiete liegen und die meisten ihrer Anhänger Aschkenasim oder Sabra sind, die in den Jugendbewegungen der national-religiösen Partei aktiv waren, stammt die (ein beachtliches sephardisches Kontingent umfassende) Gefolgschaft der Orthodoxen hauptsächlich aus dem israelischen Kernland in den Grenzen vor 1967. (S. 252)

10. Die Orthodoxen in Israel sind sich natürlich nicht einig (vgl. judäische Befreiungsfront). Die Schasch vertritt die Sephardim. Die Kriterien Sephardim und Aschkenasim zu unterscheiden, halte ich für irrational und so albern rassistisch wie die verschiedenen Hautfarben in Brasilien. Letzllich ist das immer eine soziale Unterscheidung (vgl. pielroja).

Die Agudat Yisrael ist eher von osteuropäischer, also chassidischer Tradition geprägt. Degel haThora „repräsentiert den nicht-chassidischen Teil des aschkenasischen ultraorthodoxen Judentums, steht also in der Tradition der Befreiungsfron Judäas) litauischen Mitnagdim„.

Auf die Geringschätzung des aus Arbeiterpartei und Aschkenasım bestehenden Establishments, das den Zionismus auf seine eigenen Interessen abgestimmt hatte, reagierten die Sepharden häufig mit Wahlenthaltung. Hinzu kam die offene Auflehnung gegen das System, wie sie sich bei den Ausschreitungen ın den Elendsquartieren von Haifa 1959 oder ın der Gründung der »Schwarzen Panther« 1971 manifestierte, die auf die Ähnlichkeit ihrer Situation mit der Unterdrückung der Schwarzen in den USA aufmerksam machen wollten.(…)

Zugleich entwickelten diese Schattenkinder des sozialistischen und weltlichen Zionismus in ihrem überschwenglichen religiösen Empfinden neue Formen der sozialen Vernetzung, der Solidarität, des gesellschaftlichen Aufstiegs und der Verteidigung ihrer verspotteten Identität. Diese religiöse Inbrunst nahm im wesentlichen zwei Formen an: Zum einen bestand sie ın der symbolischen Verlegung von Gräbern von (hauptsächlich marokkanischen) Heiligen nach Israel, deren neue Ruhestätten zu regelrechten Wallfahrtsorten wurden; zum anderen in der Wiedereinführung der Verehrung von Weisen (Hakham) – wie man sie schon in der Diaspora praktiziert hatte. (S. 256)

IDF in Gaza

11. Diese auf der Ebene der gesamten Bewegung praktizierte Endogamie verstärkt den inneren emotonalen Zusammenhalt der Gemeinschaft, die sich durch Riten der totalen sozialen Abgrenzung definiert. (…)

Eine solche Definition der Identität durch einen übersteigerten Ritualismus, durch die systematische Suche nach Abgrenzungssymbolen erinnert an eine pietistische islamische Gruppe wie die »Tablich«.

Da haben wir wieder alle „Sekten“-Mechanismen zusammen. Für mich ist auch die Hijabisierung der türkischen Einwanderer und deren Nachfahren so erklärbar. (Ende meiner Notizen)

Block der Gläubigen (I)

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Tel Aviv, Allenby Road Yona Hanavi – das Cafe heisst Nabi Yuna

Nein, das Thema Israel ist nicht durch. Übrigens habe ich rund 700 Fotos gemacht; der Vorrat reicht noch eine Weile.

Ich wollte mir noch einmal meine Notizen ansehen zu Gilles Kepel: Die Rache Gottes – Radikale Moslems, Christen und Juden auf dem Vormarsch“. insbesondere Kapitel 4: „Die Erlösung Israels“ (S. 203-267). Ich hatte das Standardwerk zur Religiotisierung zum Vormarsch der „Orthodoxen“ in allen monotheistischen Weltreligionen hier schon erwähnt. Kepels Buch ist 1994 erschienen, erklärt aber eigentlich alles, was in den letzten Jahrzehnten in Israel „innenpolitisch“ geschehen ist. Statt das noch einmal zu lesen, kann ich meine Stichpunkte auch hier verbreiten. Was man daraus schließt, bleibt jedem selbst überlassen.

tel aviv carmel markettel aviv carmel market
Carmel-Markt, Tel Aviv

1. Nach dem Krieg 1973 war die Gush-Emunim-Bewegung („Block der Gläubigen“) gegründet worden. Gegen einen Staat und eine Gesellschaft, die bis dahin kulturell von einem laizistischen und zum Sozialismus tendierenden Zionismus geprägt waren, machte sie sich zu Vorkämpferin der Rejudaisierung Israels. Mitglieder dieser Bewegung wurden 1984 verhaftet, weil sie verdächtigt wurden, arabische Studenten der Hebron-Universität ermordet und Attentate auf arabische Bürgermeister verübt zu haben. Sie hatten auch Pläne geschmiedet, den Felsendom und die AL-Aqsa-Moschee in die Luft zu sprengen.

Gush Emonim war eine religiös-zionistische Erneuerungsbewegung. „Religiös“ will offenbar die „sozialistische“ Idee, vor allem der Kibbuzim, beerben. (Das kann man vergleichen mit der Rolle der Muslimbrüdern in Ägypten unter Nasser.) Menachem Begin wurde von den Gush Emunim unterstützt. „Zionistisch“ meint also nicht mehr nur, einen Staat für Juden zu gründen, sondern dessen Grenzen nach den „Heiligen Schriften“ ausrichten zu wollen – also nach irrationalen Kriterien. In der Bibel gehört auch das Land Gosen zu Israel – also ein großer Teil des Nil-Deltas.

jerusalem panorama
Jerusalem – links (südlich) vom Felsendom ist die al-Aqsa-Moschee (dunkle Kuppel)

2. Neben der Gush Emunim fanden auch andere „ultraorthodoxe“ Gruppen – die so genannten Haredim – wieder neue Anhänger, vor allem unter den jüdischen Einwanderern aus arabischen Ländern.
Allgemein betrachtet, kann man sagen, daß die ganze jüdısche Welt in den siebziger Jahren eine Bewegung der Teschuwa (was soviel bedeutet wie »Rückkehr zum Judentum« und „Reue, das heißt Rückkehr zur strikten Einhaltung des jüdischen Gesetzes, der Halacha) erlebte. Die »Reumütig Zurückgekehrten« (Baalei Teschuwa) verschließen sich den Versuchungen der säkularen Gesellschaft, um ihr Dasein ausschließlich auf die Gebote und Verbote zu gründen, die sie heiligen jüdischen Texten entnehmen. Dieser Bruch fordert eine strenge Trennung von Juden und Gojim (Nichtjuden, Heiden), um so die größte Gefahr für den Fortbestand des auserwählten Volkes, die Assimilation, zu bekämpfen.

Ergo: Klassischer Klassenkampf in religiösem Kostüm, samt kompensatorischer Gratifikation. Wir wiederholen: Wer den sozialen Aufstieg plant, durch Ausbildung und das dazu passende internalisierte Verhalten, aber durch die real existierenden Klassenschranken (die sich auch als Rassismus äußern können) einer Gesellschaft daran gehindert wird, also scheitert, wird versuchen, diesen „Aufstieg“ dennoch zu erreichen, indem er sich einer Gruppe anschließt, die vielleicht sozial geächtet ist (ob eine religiöse oder eine politische Sekte macht keinen Unterschied), aber innerhalb der Gruppe einen „Aufstieg“ ermöglicht oder zumindest verspricht. Die Religiotisierung Religion verspricht den unteren Klassen (hier u.a.: die in Israel damals diskriminierten Sephardim, heute etwa die Juden aus Äthiopien) etwas, was die säkulare Gesellschaft ihnen nicht geben kann.

Die Trennung der Gruppe nach „Innen“ und „Außen“ ist eine Methode, Kontinuität zu erzeugen – bei Sekten funkioniert das bekanntlich sehr gut.

4. Die Teschuwa ist also eine Rektion auf und das Gegenteil der jüdischen Aufklärung, der Haskalah im 19. Jahrhundert. Die Teschuwa setzt die Wiederherstellung geschlossener Gemeinschaftsstrukturen voraus, die vor der materialistischen und korrupten Gesellschaft schützen..

Schon wieder: reaktionäre Rebellion gegen den Kapitalismus, der das Individuum auf dessen isolierte Existenz als Warenproduzent zurückwirft und alle anderen sozialen „Bande“ zweitrangig werden lässt.
In dieser Gesellschaft der freien Konkurrenz erscheint der Einzelne losgelöst von den Naturbanden usw., die ihn in früheren Geschichtsepochen zum Zubehör einer bestimmten, begrenzten menschlichen Gruppierung machen. (Karl Marx, Kritik der politischen Ökonomie, MEW 13, 615)

siedler Oelberg
Ein Haus jüdischer Siedler auf dem Ölberg, der zu Ostjerusalem gehört.

5. Vor einem halben Jahrhundert waren die meisten Juden, vor allem in den USA, so genannte Reformjuden, die sich um rituelle Gesetze wenig scherten.
Diese Bewegung der »reuevollen Rückkehr« hat mit dazu beigetragen, dass sich das Erscheinungsbild des Judentums in der ganzen Welt nach 1975 verändert hat. Bis dahin hatten sich die orthodoxen und ultraorthodoxen Strömungen – die Haredim – nur noch in wenigen Familien halten können, die sich gegenüber dem gesellschaftlichen Umfeld weitgehend abschotteten. Die Jugendlichen befreiten sich immer mehr aus diesen Fesseln und praktizierten einen zwangloseren Glauben, der die verschiedensten Gestalten annehmen konnte.

In einer Gesellschaft ohne Religion ist es aber schwierig, eine wie auch immer geartete „jüdische“ Identität aufrechtzuerhalten. In Frankreich waren sehr viele säkulare Juden Teil der Studentenbewegung im Mai 1968, oder, wie Kepel es ausdrückt: Es war ein offenes Geheimnis, dass zahlreiche führende Linksradikale Juden waren.

Für diese Linken war der Staat Israel nur der Brückenkopf des Imperialismus im Nahen Osten, den man zerstören musste, um an seiner Stelle ein weltanschaulich neutrales Palästina zu errichten, in dem Juden und Araber in bestem sozialistischem Einvernehmen leben sollten.(…) skandierten die jüdischen Linken im Chor mit ihren »heidnischen« Gesinnungsgenossen: »Palästina wird siegen« – bis das Blutbad, das Palästinenser bei der Olympiade in München 1972 unter israelischen Sportlern anrichten, eine tiefe Verstörung auslöst. Das ist der Anstoß für eine Distanzierung vom linken Aktivismus und, für viele, für eine Wiederentdeckung ihrer jüdischen Identität. Dieses Ereignis war eine der Ursachen für die Selbstauflösung der proletarischen Linken, die die »Sponti«-Fraktion der französischen Maoisten darstellten. Ihr wichtigster Führer sollte einige Jahre später mit der gleichen Intensität, mit der er sich für den Marxismus-Leninismus engagiert hatte, seine Rückkehr zum Judentum vollziehen und in Straßburg eine ultraorthodoxe Jeschiwa gründen, in der sich neben einigen jüdischen Konvertiten zahlreiche seiner ehemaligen politischen Weggefährten einfanden.

6. Nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973, der ähnlich traumatisch war wie der 7. Oktober diesen Jahres, wurde Israel von den Großmächten dazu gezwungen, sich aus vielen eroberten Gebieten zurückzuziehen und die US-amerikanische Idee „Land für Frieden“ zu akzeptieren. Die innere Krise, die dem Krieg folgte, ließ die bis dahin unangefochten regierende Arbeiterpartei erodieren. Die „Orthodoxen“ reagieren, indem sie fordern, den Begriff Staat Israel durch das biblischen „Land Israel“ (Eretz Israel) zu ersetzen.
Das bedeutet zunächst einmal, sich jedem israelischen Rückzug aus den besetzen Gebieten zu widersetzen und dort Siedlungen zu errichten, um den Fortbestand der jüdischen Herrschaft über das Gelobte Land zu sichern. Die „Gush-Emunim“ betritt die politische Bühne in einem Augenblick, wo die israelische Gesellschaft in einer tiefen Orientierungskrise steckt. Die Führer der regierenden Arbeiterpartei wurden von der arabischen Offensive völlig überrascht und verloren dadurch ihre Legitimität (…) Sie können sich nicht mehr damit brüsten, die unfehlbaren Wegbereiter der Zukunft Israels zu sein.

tel aviv

Frontbericht allüberall oder: Hit and run

wagenknecht
Sahra Wagenknecht 2018 (Facebook)

Wer die arabischen Mörderbanden nicht als Todfeinde der sozialistischen Idee brandmarkt, hat jedes Recht verwirkt, sich auf Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu berufen. (Andrej Hermlin)

Die Genossin Wagenknecht macht sich beim Thema Israel sofort – quod erat demonstrandum – total lächerlich. Sie möchte keine Bodenoffensive (was die Israelis natürlich gleich auf ihre To-Do-Liste gesetzt haben, weil es ja die Wagenknecht so will). Es gebe nur eine Lösung, nämlich die Zwei-Staaten-Lösung. Ach ja? Nur will das in Israel niemand mehr. Die Idee „Land für Frieden“ ist kläglich gescheitert – an den Arabern.

Frage: Warum muss es noch einen arabischen Staat in Palästina geben? Gibt es irgendwo einen funktionierenden arabischen Staat auf der Welt? Dieses neue Gebilde wäre nur eine Art Swasiland, ausgelutscht von den korrupten Warlords und künstlich am Leben gehalten von der EU. Und dieser Staat soll auch eine eigene Armee haben, womöglich von meinen Steuergeldern mit finanziert?

Die so genannten Palästinenser wollen auch halb Jerusalem zurück. Mit weniger würden sie sich nicht zufriedengeben. Wer aber denkt, dass Israel auch nur einen Quadratmeter Jerusalems abgeben [wem eigentlich?] aufgeben würde, der sollte zum Psychiater gehen. In welcher Traumwelt leben diese „Zwei-Staaten“-Befürworter eigentlich?

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Israelische Panzer im Gaza-Streifen (gestern)

Die deutsche Linke ist und bleibt völkisch. Da war Rosa Luxemburg schon viel weiter.
Auch die feine Trennlinie zwischen Antizionismus, Israelkritik und Antisemitismus, auf der die Kritiker hierzulande vehement bestehen, ist weggewischt. Ebenso wie die edle Gesinnung, den Palästinensern eine staatliche Heimat zu verschaffen, sich von offener Terrorunterstützung nicht einmal mehr oberflächlich unterscheidet. Es sind Pro-Hamas-Demos, die stattfinden, nicht Pro-Palästina-Demos. (…)
„Für die neue rassistische Heilslehre CRT (Critical Race Theory) und die wesensverwandte Klimaideologie ist es in erster Linie der „weiße Mann“, der als Quelle von Kolonialverbrechen, Rassismus und Kapitalismus und CO2 die Schuld der Welt trägt, während eine genderqueere schwarze Frau mit Dyskalkulie gleich durch mehrere Gruppenzugehörigkeiten „empowert“ werden muss und stets Opfer von Unterdrückung ist. Ein weißer Amerikaner, der im orangefarbenen Overall, gefesselt und mit verbundenen Augen, vor seinem IS-Henker kniet, der ihm gleich den Kopf abschlagen wird, ist nach der Theorie des Intersektionalismus immer noch Täter und sein islamistischer Henker das Opfer.“ (Roger Letsch)

panzer
Israelische Panzer im Gaza-Streifen (gestern)

Die Israelis machen das jetzt ganz richtig: Hit and run, nachts und sogar zu Wasser.
If the IDF applies the tactic properly, it will start making multiple targeted short incursions at the same time with a high enough frequency that Hamas will become more and more confused about what will happen next, about when an incursion might be larger, from where it will come – and then strike at that moment when Hamas’ guard has suddenly gone down.

This will enable the IDF to get an initial foothold in Gaza with larger troops before Hamas can fully adjust and mount a counter-offensive.

Das kann aber noch Monate dauern…

Kiss the Rocks of Akko

Akkon
Akkon Altstadt

Während ich das hier in Tel Aviv schrieb, gab es einen Raketenalarm, und wir mussten alle in einen Schutzraum rennen. Man hörte einen dumpfen Knall, dann war es vorbei. #FucktheHamas .

Akkon

This gate was built in the 13th century, and was te only point of entry on dry land during the Ottoman period. The wooden doors are coate with a layer of iron, and the gate is built on a right handle turn, which forces any attacker so slow before entry, and south of the gate is a large watchtower.

AkkonAkkonAkkon

Gestern habe ich mir Akkon angesehen. Die Stadt ist fünf Jahrtausende alt. Just saying.

„Während die Neustadt eine mehrheitlich jüdische Bevölkerung aufweist, wird die Altstadt fast ausschließlich von israelischen Arabern bewohnt und ist eine der orientalischsten Städte Israels.“ Das sieht man sofort. Die Altstadt ist aber kleiner als die von Jerusalem und unterscheidet sich gar nicht groß davon. Ein Gewusel von gewundenen engen Gassen, oft so schmal, dass nur ein Auto durchpasst, aber kein Fußgänger zusätzlich (wie bei dem Tor oben).

Ich habe in ganz Israel noch kein Lastenfahrrad gesehen. Dafür brettern hier fast alle mit fetten E-Bikes oder Rollern herum. Auch ist die Altstadt voller Autos. Fußgängerzone ist nur dort, wo keine Autos mehr hinpassen.

al Fanaral Fanar

Ich hatte noch kein Frühstück gehabt und ging daher zum Araber zum Al Fanar, wo man mir leckere süße Waffeln auftischte. Als ich versuchsweise „schukran“ sagte, war der Kellner sehr erfreut.

Ich bin dann nach Norden an der Stadtmauer entlang.

Zwischendurch: Die Welt leider hinter Paywall „Ganze Familien sind im selben Leichensack“. Der ist so schrecklich, dass ich ihn nicht zu Ende lesen konnte. Ähnliches auch auf Bild.de. Man kann auch Orit Arfa lesen: „Deutschland, weine nicht um uns Juden!“

AkkonAkkonAkkon

Akko and he rocks in it sea were considered in certain situations as the northern border of the Land of Israel. The Jewish Sages would kiss the the rocks of Akko upon entering the land of Israel.

Akkon

Obwohl Akkon ein touristisches Vorzeigeprojekt zu sein scheint, ist die Altstadt ziemlich heruntergekommen, auch ist vieles im Bau.

AkkonAkkon

Man kann Häuser auch renovieren. Aber dann sähe alles wie in Griechenland oder Disneyland aus.

AkkonAkkonAkkon

Der „moderne“ Teil Akkos unterscheidet sich nicht von den Städten Israels, die ich bisher gesehen habe. Alles gerade und geplant. Die Palmen steh’n in Reih‘ und Glied, ein Anblick, den man gerne sieht. Ich vermute mal, dass die Israelis es lieber so haben als winzige renovierungsbedürftige Räume in der Altstadt mit einem Gewimmel von außen verlaufenden Stromleitungen, bei deren Anblick jeder deutsche Elektriker einen Herzinfarkt bekäme.

AkkonAkkon

Ich empfehle Akkon als Tagesausflug von Haifa aus. (Die Zitadelle wird ein eigenes Kapitel.)

Akkon
Auf einem Bahnsteig von Akkon

On the road again

Tel Aviv
Familiärer Einheitslook am Schabbat in Tel Aviv

Was haben wir heute in der Ferne? Harald Martenstein schreibt hinter der Paywall der „Welt“ bürgerlichen Presse:
Was steckt hinter der auf Demos zu beobachtenden Antijuden-Allianz zwischen dem Islamismus und Teilen der extremen, meist woken Linken? Die Islamisten verabscheuen doch aus tiefster Seele alles, was mit Queer oder Feminismus zu tun hat. In Gaza wären ihre deutschen Helferlein ihres Lebens nicht sicher, in Israel dürften sie Party machen. (…) Juden werden als weiß gelistet und Israel als, politisch gesehen, westliches Land.

Dazu kommt aber die gemeinsame Ablehnung des modernen Universalismus, der davon ausgeht, dass alle Menschen gleiche Rechte besitzen und für alle Kulturen die gleichen moralischen Regeln gelten. Seine woken und islamistischen Gegner sind geistig wieder in der Vormoderne angekommen. Sie denken in Stämmen, die durch Hautfarbe, Gender, sexuelle Orientierung oder ethnisch definiert sind. Jeder darf sich nehmen, was er kriegen kann. Menschenrechte gibt’s nur für die eigene Gruppe. Es ist eine Kultur der Plünderer.

Tel Aviv

Wg. Bund deutscher Wagenknechte (BSW). Ich glaube nicht, dass diese Partei langfristig Erfolg haben wird. Führerinnenparteien wie auch die ÖkoLinX bestehen immer aus einem harten Kern der Gefolgsleute, wie schon bei den Germanen, und saugen dann wie ein Staubsauger den politischen Abschaum auf, der nirgendwo eine Heimat findet und von Partei zu Partei zieht. Woher soll das Personal bei Wagenknecht kommen? Die werden alles vermasseln, was zu vermasseln ist.

Tel AvivTel Aviv

Tel Aviv: unzählige Parks und Grünflächen, hervorragende farblich abgehobene Fahrradwege, die von unzähligen Scootern und E-Bikes nur so wimmeln, erstaunlich viele Hunde, vor allem Kampfhunde, mit unfähigen Haltern. Höfliche Autofahrer, die immer (!) halten, wenn ein Fußgänger sich dem Zebrastreifen nähern. Extrem freundliche und hilfsbereite Menschen (das schrieb ich schon). Ich muss mal wieder hier hinfahren, wenn Scheißwetter ist. Heute in Haifa durchgehend 31 Grad, um 21 Uhr noch 28 Grad. Da ist es schwer, schlechte Laune zu kriegen.

Tel Aviv

Heute zum ersten Mal die U-Bahn hier benutzt. Man bekommt den Eindruck, dass die Israelis immer die beste Lösung für alles finden. Das mag auch daran liegen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel bei uns älter sind, aber das allein erklärt es nicht. Man kommt nur rein, wenn man eine gültige Rav-Kav-Karte hat. Es gibt keinen (in Worten: keinen) Müll, keine Graffiti, niemand lungert herum, überall Security. Es gilt das Prinzip doppelter Türen. Niemand kann auf die Gleise fallen, weil die mit durchsichtigen Plastikwänden abgesperrt sind, deren Türen sich erst dann automatisch öffnen, wenn ein Zug kommt. Jeder Bahnhof hat freies Internet. Wenn man aber gar kein Hebräisch kann, ist es schwierig, den Namen der Station zu entziffern, weil man zwischen den Stationen meistens ohne Netz ist. Ich bin auch eine Station zu weitgefahren, mitten ins Diamantenhändlerviertel, wo es fast aussieht wie in Manhattan.

Tel Aviv
Ich habe das Gesicht des rechten Mädels verpixelt, weil ich sie nicht gefragt habe.

Noch einmal: Ich habe noch nie so viele Frauen mit sehr langen und sehr schönen Haaren gesehen. Das kann nur an dem hier nicht existierenden Protestantismus liegen. Es ist aber ein Irrglaube, dass man hier mit Englisch so einfach durchkäme. Die Soldaten sprechen es fast alle, aber meine private Statistik mag nicht repräsentativ sein. Aber die meisten Leute auf der Straße sagen, sie sprächen nur ein bisschen Englisch.

Burks

On the road again – mit Gruß an alle Backpacker!

Under the Iron Dome

JaffaJaffa

Man geht so friedlich am Strand vor sich hin, hier am Midron Yaffo Park. Plötzlich gehen die Sirenen los. Das ist nicht zu überhören. Was ist zu tun? In einiger Entfernung liefen Leute weg, aber wohin?

Nicht weit von mir ging ein Vater mit seiner kleinen Tochter spazieren, sie warfen sich auf den Boden. Ich machte das auch. Nach einigen Sekunden hörte man es fürchterlich krachen. (Video auf Instagram).

JaffaJaffa

Dann stoppten die Sirenen und alle standen wieder auf. Der Mann sagte mir, es seien drei Raketen gewesen, ich habe nur zwei gesehen, die abgeschossen wurden.

Jaffa

Ich weiß zwar nicht, wie genau der Iron Dome funktioniert, aber was ich fotografiert habe, gehört bestimmt dazu.

Jaffa

Zur Beruhigung gibt es Katzenfotos.

Jaffa

Tiberias, Miszellen

tiberias
The Scots Hotel, Tiberias

Ich bin froh, nicht in Neukölln zu sein. Wieso, Tagesschau, sind die Krawalle „pro-palästinensisch“? Die Israelis sind auch Palästinenser. Aber das kapiert ihr einfach nicht. Ich habe das nicht anders erwartet. Wenn man sich die Kommentarspalten der bürgerlichen Presse anschaut, hört man die so genannte Volksseele kochen. Aber: die Randalierer werden zu einem großen Teil Deutsche sein. Und die deutsche Staatsbürgerschaft kann nicht entzogen werden. Harte Strafen müssen sich im Rahmen der Gesetze halten, und schrecken nicht ab.

Wenn jemand meinen Rat hören will: Es müssten andere Strafen sein, etwa Steinbruch gemeinnützige Arbeit, dort, wo es eklig ist und der Psyche wehtut. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir Kriegsdienstverweigerer fürchteten, den Zivildienst in bestimmten Einrichtungen leisten zu müssen, wo geistig schwer Behinderte leben. Dort musste man Ärsche abwischen und die Kacke vom Boden. Wenn sich jemand nicht benähme, könnte man den Arbeitsdienst das verlängern, solange, bis der Straftäter die betreffende Person ein Einsehen hat.

tiberias
Ich habe meine Pflanzenbestimm-App nicht drangehalten, weil der Akku meines Smartphones nicht den ganzen Tag durchhält, wenn ich Google Maps, Moovit usw. ständig benutzen muss. (Dank an den edlen Spender, der etwas für meine geschredderte Powerbank überwiesen hat.)

Durch meine eigene Schuld verpasste ich den Bus nach Kapernaum und weiter zum Jordan – ich war auch zu spät aufgestanden, weil noch groggy von gestern. Ich aber beschloss nun, Politiker den Tag entspannt zu verbringen.

tiberias
Blick von den Thermal Hot Springs nach Norden. Die Anlage war geschlossen. Aber ich komme ohnehin wieder.

Ich hatte auch meine Sandalen nicht dabei, und konnte nur kurz ins Wasser. Auf den Steinen zu laufen schmerzt höllisch, als müsste man durch einen Haufen Legosteine waten.

tiberiastiberias

Das ganze Ufer südlich von Tiberias ist vollgeknallt mit Wassersportspielen für das Volk, das es liebt, auf Rutschen zu rutschen oder mit dem Jetski das Klima zu verbessern oder sich in grölenden Gruppen zu amüsieren. Zur Zeit findet nichts statt, und alles sieht aus wie ein Rummelplatz nach Feierabend.

tiberiastiberias

„Das Land Berlin muss dafür sorgen, dass man mit Kippa, Davidstern und Pejes über die fucking Sonnenallee gehen kann, ohne dass jemand auch nur einen Spruch drücken kann.“

Was mich am meisten aufregt, sind die verstrahlten Pseudo-Linken, die sich unter den arabisch-türkischen Muslimen-Mob mischen. Ich kenne solche Leute nicht, vermutlich gibt es die nur im Gendersprecher&_*Innenmilieu, unter Veganisten oder auf X. Vielleicht hülfe es, wenn man die einfach irgendwo festklebte.

Du weißt doch ebenso wie ich, was ich alles mit ihr erreicht habe! Sie macht den Ungehorsamen gehorsam, den Stolzen demütig, den Untreuen treu, den Zweifler gläubig, den Geizigen wohltätig, den Groben höflich, den Langsamen schnell, den Zornigen sanft und, wenn es sein muss, sogar den Toten lebendig! Sihdi, sag, darf ich sie mit auspacken? (Hadschi Halef Omar über die Ereignisse in Neukölln und das dazu passende Werkzeug)

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Straßenbegleitgrün auf israelisch

Auf dem Schild unten steht: The wall was erected by the Beduin Governor of the Tiberias Region, Daher El-Omer, in the 18th century on the basis of the ruins of an earlier wall built by the crusaders.

The wall was destroyed in the 1838 earthquake and since then only partially rebuilt. In the beginning of the 20th century, new settlements were established for the first time, outside the walls. The remaining ruins were once again struck by the great flood of 1934.

Für die Araber ist Zahir al-Umar al-Zaydani so eine Art Hermann der Cherusker, der mit den heutigen Deutschen so viel zu tun hatte wie jener mit den heutigen „Palästinensern“.

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ChatGPT: Erdbeben von 1834: Dieses Erdbeben ereignete sich am 2. Juni 1834 und hatte Auswirkungen auf verschiedene Teile der Levante, einschließlich Palästina und Syrien. Es hatte eine geschätzte Stärke von etwa 7,6 auf der Richter-Skala. Das Erdbeben führte zu erheblichen Zerstörungen, bei denen Städte wie Safed und Tiberias schwer betroffen waren.

Ich stutzte bei great flood. Aber: Tiberias liegt 200 Meter unter dem Meeresspiegel!

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HaGalil Street, Tiberias

By the way – sehr gut in der bürgerlichen Presse von Franziska Zimmerer:
So auch am Dienstagabend. Die großen internationalen Medien wie CNN, „Guardian“, die „New York Times“, BBC und das „Wall Street Journal“ meldeten den Tod „mehrerer hundert“ Menschen nach einem „israelischen Angriff“ auf ein Krankenhaus in Gaza. Der Deutschlandfunk schrieb auf Twitter: „Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind in einem Krankenhaus nach Angaben der Hamas hunderte Menschen getötet worden.“

Als Quelle dienten wahlweise das von der Hamas kontrollierte „Gesundheitsministerium in Gaza“ oder die islamistische Terrororganisation Hamas selbst.

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Wieder: Die Leute hier sind unglaublich freundlich, bis jetzt ohne Ausnahme. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich versuche, Hebräisch zu sprechen und immer kläglich scheitere oder unzählige Fehler mache. Aber meistens verstehen sie, was ich will. Die Lokalbusfahrer verstehen selten Englisch, aber als ich heute auf Hebräisch sagte „fünf Haltestellen“, hatte ich Erfolg.

In dem Getränkeladen bestellt ich „Orangenwasser“ (יש לך מים כתומים? statt יש לך מיץ תפוזים?), und der Verkäufer korrigierte mich lachend. Das Getränk war handgepresst und kostete so viel wie eine ganz Falafel, also gut fünf Euro.

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Morgen reise ich weiter nach Tel Aviv und am Sonntag nach Haifa.

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Dachterrasse, Tiberias Hostel. Hier unten fährt ein Autokorse mit zahllosen Israel-Fahnen vorbei, inklusive Musik. Das müsste man mal auf der Sonnenallee machen, aber mit Merkavas.

Unter Einkaufenden mit Sturmgewehr

Tiberias

Hier fährt abends immer eine halbe Stunde ein Pickup herum, der die Leute mit einer Art Disko-Mucke volldröhnt. Mir wurde erklärt, das hebe die Moral. Aha. Aber die Leute tanzen spontan auf der Straße.

Ich habe mein kümmerliches Hebräisch auf das Plakat angesetzt und bin gescheitert, weil Google auch nur Unsinn ausgibt. Das ist hebräische Schreibschrift, die die Sache noch schwerer macht. Ich hatte aber ein ähnliches Plakat schon in Druckschrift gesehen: Die ersten beiden Buchstaben bedeuten „mit“ (עם), dann kommt das Wort für Israel, was ich lesen kann, und die beiden letzten Buchstaben könnten „live“ meinen. Also in etwa: Israel soll leben! Das muss gesagt werden, weil zahllose Araber und Muslime Israel den Tod wünschen.

Vermutlich dürfte man so ein Plakat in Deutschland gar nicht aufhängen. Es könnte die dumpfbäckischen Mitbürger „provozieren“. Oder man wird gekündigt. Oder die Polizei tritt die Tür ein. So weit ist es mit der diversen Integration schon gekommen. Es ist nur noch ekelhaft.

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Supermärkte sehen hier ähnlich aus wie in Deutschland. Bei meinem ersten Einkauf fand ich aber mehr frische Backwaren und Obst, auch erheblich mehr Sorten. Die Verkäuferinnen waren extrem hilfreich und freundlich, als ich nicht wusste, wie ich die Berliner (die in Berlin „Pfannkuchen“ heißen) einpacken sollte.

Noch ein kleiner Unterschied: Man muss darauf gefasst sein, dass plötzlich jemand mit umgehängten Sturmgewehr neben einem steht und auch etwas kauft, was mir natürlich passierte. Die haben hier einen lustigen Trick, um Ladendiebstähle zu verhindern: Die Sperre am Ausgang öffnet sich nur, wenn man den Kassenbon dort einlesen lässt. Zum Glück hatte ich den nicht weggeworfen. Ich kam nicht raus, und beobachtete dann, wie die anderen das machten. Warum ist in Deutschland noch niemand darauf gekommen?

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Alles auf dem Tisch kostet zusammen rund 15 Euro.

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